Halloween Special: H. P. Lovecraft | Gedankenspiel

Das ist Howard Philips Lovecraft. Dieser gute Mann gehört zu den einflussreichsten Autoren der phantastischen Horrorliteratur des letzten Jahrhunderts und hat mit dem von ihm geschaffenen Cthullu-Mythos zahlreiche Autoren beeinflusst. Aber auch Abseits der Horrorliteratur findet man die Einflüsse Lovecrafts. So tragen das Arkham Asylum aus den Batman Comics von DC und der Charakter Arkham aus Devil May Cry 3 den Namen einer Stadt des Lovecraft Universums. Weitere Beispiele sieht man zB im MMORPG World of Warcraft (die Alten Götter), in den Werken des deutschen Autoren Walter Moers oder auch im Bereich Musik, da sich Bands nach Lovecraft benannt haben oder seine Werke/Thematiken/Wesen in unterschiedlichsten Genres verarbeitet haben.

Was macht diesen H. P. Lovecraft aber so besonders? Horrorgeschichten kann ja jeder schreiben! Diese, zugegeben reißerische, Aussage mag zwar stimmen aber es bedarf viel Talent, um über Jahrzehnte hinweg die Ängste der Menschen anzusprechen. Das Werk von Lovecraft beschäftigt sich grundlegend mit dem übernatürlichen Horror und der Angst des Menschen vor dem Unbekannten. Seien es nun unbekannte Wesen, die vor uns verborgen leben oder geheimes Wissen, welches viel zu gefährlich für den Menschen ist. Ein weiteres Thema ist der Wahnsinn, der die Protagonisten in den meisten Lovecraft Geschichten ereilt sobald den armen Seelen klar wird, was es mit den grob beschrieben Wesen auf sich oder die Wesen auf die Protagonisten der Geschichten aufmerksam werden.

Das Gesamtwerk von H. P. Lovecraft lässt sich grob in drei Kategorien einteilen:

  • Klassische Schauergeschichten: In diese Kategorie fallen viele der frühen Kurzgeschichten Lovecrafts, die vom Werk des Edgar Allan Poe inspiriert wurden und oft alte, unheimliche Häuser oder Friedhöfe als Schauplatz haben. Die klassischen Schauergeschichten sind nicht miteinander verbunden, wurden aber von Albträumen inspiriert.
  • Traumweltgeschichten: Dies sind mystische beziehungsweise mythische Kurzgeschichten, die weniger mit Horror aber umso mehr mit dem Fantasy Genre zu tun haben und im Regelfall von exotischen Städten, verbotenen Bergen, fremden Ländern sowie geheimnisvollen Göttern handeln. Ein zusammenhängendes Element sind mehrfach wiederkehrende Figuren wie ein gewisser Kuranes oder der Traumreisende Randolph Carter.
  • Mythosgeschichten: Ein großer Teil von Lovecrafts heutigem Ruhm basiert auf dem lose zusammenhängenden Kreis von Kurzgeschichten und Erzählungen, die sich mit einem uralten Übel sowie der verborgenen Mystik hinter der Realität befassen. In diesen Geschichten werden auch Lovecrafts populärste Wesen wie Cthullu, Dagon, Mutter Hydra, Atathoth und Tsathoggua thematisiert.

Obwohl diese drei Hauptkategorien unabhängig voneinander existieren greifen gewisse Motive von einer Kategorie auf die andere über.

Neben den oben genannten drei Arten von Geschichten hat H. P. Lovecraft noch viele Gedichte, Essays und dutzende Briefe verfasst.

Trotz seines gewollt antiquierten Stils, der sich in puncto Wortwahl stark am 18. Jahrhundert orientiert und manche Geschichten unnötig zäh erscheinen lässt, ist das Gesamtwerk von Howard Philips Lovecraft faszinierend und prägend für die moderne Horrorliteratur. Besonders seine Mythosgeschichten um Cthullu haben einen gewaltigen Einfluss auf die Horrorliteratur und die Popkultur genommen. Um diesem Beitrag eine persönliche Note zu verleihen, liste ich jetzt meine 5 Lieblingsgeschichten von H. P. Lovecraft auf.

  • Träume im Hexenhaus: Dank dieser Geschichte hatte ich für längere Zeit Schlafstörungen, aber trotzdem handelt es sich hierbei um meine absolute Lieblingsgeschichte von Lovecraft.
  • Hypnos: Diese Geschichte erzeugt in meinem Kopf die intensivsten Bilder, obwohl sich der Horrorfaktor eher in Grenzen hält. Immer, wenn ich diese Geschichte lese, sind die Farben schwarz und rot bei den erzeugten Bildern vorherrschend.
  • Herbert West der Re-Animator: Kennt ihr die trahsigen Re-Animator Filme? Diese Trilogie basiert auf einer Kurzgeschichte von H. P. Lovecraft, die eine interessante Thematik verfolgt und mich entfernt an Frankenstein erinnert.
  • Die Ratten im Gemäuer: Das war eine der ersten Lovecraft Geschichten, die ich gelesen habe und besonders der grausige Höhepunkt der Geschichte fesselt mich immer wieder aufs neue.
  • Das Bild im Haus: Eine weitere klassische Horrorgeschichte, die sich mit dem Thema Kannibalismus beschäftigt.

Ich bin froh vor gut 4 Jahren einen Kurzgeschichtenband von H. P. Lovecraft in einer örtlichen Bücherei gefunden zu haben. Das Werk von Lovecraft hat meine Einstellung zum Thema Horror und Horrorliteratur entscheidend geprägt, mich kritischer werden lassen aber auch offener für unterschiedliche Strömungen in der Horrorliteratur werden lassen. Vermutlich hätte ich ohne die Lovecraft Geschichten niemals Bram Stokers Dracula gelesen oder so eine Faszination für Stephen King entwickelt. Ich kann das Gesamtwerk von Lovecraft grundlegend jedem empfehlen der auf der Suche nach Schauer/Horrorliteratur ist und einem älteren Schreibstil offen gegenübersteht.

Lasst mich dieses Special mit einem Zitat aus der Geschichte The Nameless City beenden.

„That is not dead which can eternal lie, and with strange aeons even death may die.“

Ich wünsche euch ein schönes Halloween und fröhliches gruseln!

Tanz der Teufel 2 | Review

Kernfakten zum Film
Titel: Tanz der Teufel II – Jetzt wird noch mehr getanzt
Originaltitel: Evil Dead II – Dead by Dawn
Regie: Sam Raimi
Laufzeit: 81 Minuten (Cut), 84 Minuten (Uncut)
Genre: Horror
Erscheinungsjahr: 1987

Der vorletzte Beitrag des Halloween Specials und ich freue mich einen Ableger aus dem ikonischen Evil Dead/Tanz der Teufel Franchise zu rezensieren!


Tanz der Teufel 1, aus dem Jahr 1981, ist ein Kultfilm und war stilistisch seiner Zeit um Jahre voraus. Was hingegen Tanz der Teufel 2 sein soll, ist nicht ganz klar aber das finden wir hoffentlich in meiner Rezension heraus.

Kernfakten zum Film

Titel: Tanz der Teufel II – Jetzt wird noch mehr getanzt

Originaltitel: Evil Dead II – Dead by Dawn

Regie: Sam Raimi

Laufzeit: 81 Minuten (Cut), 84 Minuten (Uncut)

Genre: Horror

Erscheinungsjahr: 1987

Link zur Rezension des ersten Teils:


Handlung: Ein Buch, ein Wald, ein Held

Evil Dead 2 beginnt mit einer Rückblende. Ash, der Protagonist und seine Freundin Linda machen Urlaub in einer, ziemlich heruntergekommenen, Hütte im Wald. Dort findet Ash ein Tonbandgerät eines Professors und das mysteriöse Buch der Toten. Als Ash das Tonband abspielt werden Passagen aus dem Buch angespielt und dämonische Kräfte werden beschworen. Diese Kräfte übernehmen schließlich die Kontrolle über Linda, welche von Ash in Notwehr getötet wird. Nachdem er seine Freundin begraben hat, wird Ash von den bösen Mächten im Wald attackiert.

An den Flashback anknüpfend wird Ash von der dämonischen Macht attackiert und durch den Wald geschleudert. Nach einer kurzen Phase der Besessenheit kann Ash verschnaufen, als die Sonne das Böse vertreibt. Eine Flucht aus dem Wald ist trotzdem unmöglich da der einzige Ausweg, eine Brücke, zerstört wurde. Ash ist also im Wald gefangen und muss sich mit den Kräften des Bösen messen.

Kurze Zeit später treffen bei der Hütte Annie, die Tochter des erwähnten Professors, ihr Freund Jake sowie das Paar Ed und Bobbie Joe bei der Hütte ein. Nach einer Meinungsverschiedenheit verbünden sich die vier unglücklichen Seelen mit Ash, um gemeinsam gegen das Böse zu kämpfen und die dämonische Macht wieder zu versiegeln …

Meine Meinung zum Film

Tanz der Teufel II ist fast 1 : 1 der gleiche Film wie Tanz der Teufel unterscheidet sich aber trotzdem in einigen Punkten von der Vorlage. Man merkt dem zweiten Teil deutlich das höhere Budget und somit die besseren Effekte an. Die Greenscreens sehen wertig aus und besonders die Stop-Motion Figur der Untoten Linda weiß zu gefallen. Stop-Motion ist ohnehin eine, meiner Meinung nach, zeitlose Technik. Hieß das Buch der Toten im Erstling noch Naruton Demonto, baute man im zweiten eine Anspielung auf H. P. Lovecraft ein und benannte das Buch in Necronomicon Ex-Mortis um, was sehr gut zur Thematik passt!

Die Handlung ähnelt in den Grundzügen sehr stark dem ersten Teil, weist aber sowohl Aspekte einer Fortsetzung als auch einer Neuverfilmung auf. In beiden Filmen besteht die Gruppe aus fünf Personen allerdings weiß Ash, im Vergleich zum ersten Teil, bereits über die Gefahr bescheid.

Trotz des höheren Budgets ist Tanz der Teufel II weniger innovativ wie sein Vorgänger, da der Film zwar allgemein wertiger wirkt sowie die Grenzen zwischen Realismus und Surrealismus effektiv bricht, aber nicht den experimentellen Charakter des ersten Evil Dead Films aufweist. Tanz der Teufel zeichnete sich durch sein geringes Budget, die kreativen Stilmittel (Shaky-Cam) und die überraschend hochwertigen Effekte aus. Besonders letzteres geht mit dem hohen Gewaltgrad, der in Teil 2 fehlt, einher.

Ist Tanz der Teufel II ein schlechter Film? Nein ganz im Gegenteil. Der Film ist wesentlich massentauglicher als sein Vorgänger, worunter zwar die künstlerische Wertigkeit leidet, aber die Qualität im Allgemeinen höher ist.

Fazit

Am Ende des Tages ist Tanz der Teufel II eine Mischung aus Fortsetzung und Neuverfilmung des ersten Films mit höheren Budget der qualitativ hochwertigere Effekte bietet, aber dafür den experimentellen Charakter des Vorgängers einbüßt. Auch wenn ich persönlich den ersten Film, als Vertreter des härteren Horrors, immer bevorzugen werde ist Evil Dead 2 – Dead by Dawn ein durchaus empfehlenswerter Film

Daher vergebe ich die Wertung sehenswert!

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Wootbox November 2018 | Gedankenspiel

Gestern kam meine Wootbox an, danke für die schnelle Lieferung! Das Thema der aktuellen Box ist Legacy, was ich auf alt ehrwürdige Franchise ummünze und um die geht es auch in der Box.

Das „Highlight“ der Box bildet wie üblich das wertige T-Shirt und auf diesem sieht man Alexios, einen der Protagonisten aus Assassins Creed Odyssey. Die Iron Man Figur kommt mit drei Knopfbatterien im Lieferumfang mit denen die Figur leuchtet. Weiters befindet sich in der Box ein Schlüsselanhänger von Cappy, dem Hutgeist und Helfer von Mario in Super Mario Odyssey.

Zum Thema altehrwürdig gehört auch ganz klar die Sammelfigur des siebten Doctors aus der britischen Kultserie Dr. Who. Der Pin, eines der Wootbox Markenzeichen zeigt dieses mal Spyro den Drachen, der im November auf die Playstation 4 zurückkehrt.

Alles in allem ist auch diese Wootbox wieder ihr Geld wert und besticht durch wertige Goodies. Besonders das T-Shirt und die Iron Man Figuren gefallen mir sehr!

Spuk in Hill House (Netflix Original) Staffel 1 | Review

Name: Spuk in Hill House
Staffeln: 1
Episoden: 10 in 1 Staffel
Sender: Netflix
Genre: Horror

Langsam aber sicher nährt sich das Halloween Special dem Ende. Passend zum Thema Halloween hat Netflix die Serie Spuk in Hill House veröffentlicht.


Spuk in Hill House basiert auf dem gleinachmigen Roman, weist aber auch Elemente einer Neuinterpretation auf. Ob mich die Serie begeistern konnte erfahrt ihr jetzt!

Kernfakten zur Serie:

Name: Spuk in Hill House

Staffeln: 1

Episoden: 10 in 1 Staffel

Sender: Netflix

Genre: Horror


Handlung: 5 Geschwister und die Geister der Vergangenheit

Spuk in Hill House erzählt die Geschichte der fünf Geschwister Steve, Luke, Theodora, Shirley und Eleanore Craine, die in einem der berüchtigtsten Spukhäuser Amerikas aufgewachsen sind und mit den traumatischen Erlebnissen auf unterschiedliche Arten fertig wurden. Als Eleanore „Nell“ Craine stirbt, kommt die Familie wieder zusammen, um sich den Geistern ihrer Vergangenheit zu stellen, das Geheimnis des mysteriösen roten Zimmers in Hill House zu lüften und mit dem Trauma ihrer Kindheit endgültig abzuschließen …

Meine Meinung zu Staffel 1

Spuk in Hill House gehört zu den Genrevertretern des Horrors bei denen der Fokus mehr auf den Figuren, der Atmosphäre sowie der Handlung liegt, als sich auf billige Jump Scares zu stützen um den Zuseher möglichst oft erschrecken egal wie plump dieses Stilmittel eingesetzt wird.

Die Handlung entwickelt sich langsam, nimmt sich extrem viel Zeit für die Figuren und baut dabei kontinuierlich eine dichte Atmosphäre auf, da mit jedem Rückblick die Grenze zwischen Realität und Surrealismus weiter verschwimmt, bis man sich am Ende fragt, ob sich die Familie Craine die Geistererscheinungen bloß einbildet oder mehr dahinter steckt.

Eine gute Handlung ist aber nur halb so viel wert, wenn die interessanten Figuren fehlen und Spuk in Hill House kommt einer ganzen Wagenladung an Charakteren des Weges. Besonders die fünf Craine-Geschwister wurden hervorragend besetzt und sowohl die erwachsenen Schauspieler als auch die Kinderdarsteller liefern eine hervorragende Performance ab. Für etwas Verwirrung sorgt die Doppelbesetzung von Hugh Crain, dem Vater der Geschwister, da die Schauspieler Timothy Hutton (Gegenwart) und Herny Thomas (Vergangenheit) kaum Ähnlichkeit miteinander haben.

Loben muss ich den Einsatz von Geistererscheinungen, die mal subtiler und mal lauter gezeigt werden aber jedes Mal einfach unheimlich wirken. Hier muss besonders den Geist des alten Mannes erwähnen, der seinen Hut sucht. Bei seinen Auftritten wurde ich immer an das Spiel Little Nightmares erinnert und obwohl dieser Geist nichts Denkwürdiges macht, wirkt er einfach unheimlich. Wirkung ist hier das Stichwort und die große Stärke dieser Serie.

Fazit

Zusammengefasst bietet Spuk in Hill House solide Horrorkost für Genrefans, mit Fokus auf die Handlung, die Figuren sowie die Atmosphäre. Im Laufe der 10 Folgen lernt man die Craine-Geschwister sehr gut kennen und versteht den Horror, den sie durchleben mussten immer besser.

Ich vergebe für Spuk in Hill House die Wertung sehenswert!

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Der wahre Grund, weshalb „Hereditary“ bei mir einen schalen Nachgeschmack hinterließ | Gedankenspiel [Gastbeitrag von Ainu89]

Vielen Dank an Mara aka Ainu89 für ihren tollen Beitrag zu meinem Halloween Special! 😊


Na gut, die Überschrift scheint ein wenig reißerisch aber eigentlich soll es in diesem Artikel nicht per se um den Film „Hereditary“ gehen; viel mehr möchte ich den Film als Beispiel für ein Phänomen heranziehen, welches ich seit einiger Zeit bei Horrorfilmen beobachte und welches mir leider viele meiner Sichtungen dieses Genres verdirbt. „Hereditary“ habe ich dabei aus zwei Gründen als Anschauungsmaterial zur Verdeutlichung meines Standpunktes genommen: erstens soll es hier nicht um irgendwelche null-acht-fünfzehn Vertreter des Genres gehen, sondern um jene besonderen und seltenen Perlen, die tatsächlich versuchen mit den Erwartungen des Publikums zu spielen und sich abseits von billigen Jump Scares und unmotiviert hingeklatschten Charakteren bewegen; zweitens ist es schlicht und ergreifend der aktuellste Film, der eben jenen erzählerischen Kniff beinhaltet, mit dem ich ein gewaltiges Problem habe. 

Bevor ich allerdings zu weiterführenden Erläuterungen ansetze, nenne ich das Kind einfach mal beim Namen: es geht um die Entscheidung mancher Autoren im letzten Drittel, oder manchmal sogar nur in den letzten 10 Minuten, alle zuvor etablierten Mysterien bis ins kleinste Detail aufzulösen. 

Das klingt jetzt etwas kryptisch, sogar beinahe nichtssagend und erklärt daher bereits ganz von selbst, weshalb ich einen Film als Beispiel benötige. Übrigens, da ich hier um meinen Standpunkt ausreichend zu erläutern auf wichtige Handlungselemente von „Hereditary“ im Detail eingehen werde, sei hiermit die obligatorische SPOILER-Warnung ausgesprochen. 

Grob umrissen geht es in dem Film um eine Familie, die nach dem Tod der Großmutter in einer Art kollektiver Trauerphase steckt. Wie üblich gehen alle Mitglieder ganz unterschiedlich mit dem Verlust um, doch speziell die noch im Kindesalter befindliche Enkelin legt plötzlich Verhaltensweisen an den Tag, die mehr als merkwürdig sind. Eines Tages geschieht ein weiteres Unglück und durch eine Verkettung von Ereignissen kommt eben jenes Kind ums Leben. Die Mutter, in ihrem Schmerz um ihre Mutter ebenso wie ihre Tochter in einer Art Lethargie gefangen, erhält eines Tages, durch eine Freundin ihrer verstorbenen Mutter, die Möglichkeit mit ihrer verstorbenen Tochter zu kommunizieren und muss nur allzu schnell feststellen, dass dabei Familiengeheimnisse ans Licht kommen, die besser im Verborgenen geblieben wären, und dass eine Verbindung zum Totenreich immer mit Konsequenzen einhergeht. 

So generisch sich der Plot vielleicht anfangs liest, so sehr muss man „Hereditary“ dafür loben, dass er genau das nicht ist (also, zum größten Teil). Denn die meiste Zeit des Films hat der Zuschauer kaum eine Ahnung davon, welch wirre und schräge Dinge da auf der Leinwand vor sich gehen und wohin die wilde Fahrt überhaupt führen soll. Doch genau diese Unwissenheit ist das, was einen in seinen Bann zieht, was einem das Blut in den Adern gefrieren lässt, was einem die Haare zu Berge stehen lässt. Weshalb baut das Mädchen sich eine Puppe aus einem toten Vogel, wieso schnalzt es immer so mit der Zunge, wer sind die ganzen Menschen auf der Beerdigung der Großmutter, die scheinbar nicht mal ihre Tochter kennt, was hat es mit den schrägen Dioramen auf sich, die die Mutter bastelt und woher kommt das frostig Verhältnis zwischen Mutter und Sohn??? All diese Fragen und mehr stellt sich der Zuschauer, während sich der Plot immer weiter von einem immersiven Drama hin zu einer abgedrehten Geschichte rund um einen bösen Dämon wandelt.

Dabei verrät er im Laufe der Zeit gerade genug, um die Vorstellungskraft und Kombinationsgabe des Publikums soweit anzufachen, dass sich die Theorien im Kopf nur so zu überschlagen beginnen. Doch dann, in den letzten 10 Minuten, treten die Macher in die meiner Meinung nach schlimmste Falle für einen Horrorfilm – sie lüften alle Geheimnisse in einer finalen Auflösung, die nur dazu dient dem Zuschauer klar und deutlich vor Augen zu führen, was das eben Gesehene genau zu bedeuten hatte. Und indem die Autoren sich dieser Methode bedienen, entschwindet plötzlich alles Unheimliche und ein eben noch grandioser Mindfuck-Horror verkommt zu einer generischen Mär über eine Dämon und ein paar seiner Anhänger. Noch schlimmer ist es, dass durch diese Entscheidung zur expliziten Aufklärung nicht nur das Ende ruiniert wird, sondern das solch ein Ende den gesamten Film rückblickend in Mitleidenschaft zieht. 

Aber ich werde schon wieder zu theoretisch, bleiben wir doch lieber am konkreten Beispiel und ich erzähle euch einfach, was am Ende des Films herauskommt: Die Großmutter gehörte einem satanischen Kult an, der einen Dämon aufgrund einer Prophezeiung mit Hilfe eines Gefäßes auf diese Welt bringen will. Der ursprüngliche Plan war es eigentlich dafür den erstgeborenen Enkel zu verwenden, aber da Mutter und Tochter damals ein sehr schwieriges Verhältnis miteinander hatten wurde daraus nichts. Um wieder Gutmachung zu leisten bekommt die Großmutter dafür ihre Enkelin nach deren Geburt in die Finger und verwendet diese ohne das Wissen der restlichen Familienmitglieder einstweilen als eine Art Übergangsgefäß. Nachdem alle schön in die vorgesehenen Bahnen gelenkt wurden und der Dämon alle Familienmitglieder bis auf das auserwählte männliche Gefäß vernichten konnte, bekommen wir eine letzte Einstellung in der alle Kultanhänger vor dem nun in menschlicher Gestalt existierende Dämon knien. 

Das war es, keine Fragen bleiben mehr offen, keine Mysterien im Dunkeln verborgen, auf jedes kleinste Geheimnis wird der Scheinwerfer gerichtet – und damit die Spannung, die Atmosphäre zerstört. Lasst es mich so umschreiben: viele Leute haben sich bei dem Film „Alien: Covenant“ darüber beschwert, dass man das Alien in einer Einstellung im hellen Tageslicht in seiner vollen Pracht zu sehen bekommt weil genau so etwas dem angsteinflößenden Part der Kreatur die Zähne zieht – und so ist es auch. Es ist das was wir nicht sehen, das was wir nicht verstehen, das was wir nicht erklären können, genau das, was uns die meiste Angst einjagt. Wenn man nun aber anfängt dem Zuschauer alles Vorzukauen und bis ins kleinste Detail offen zu legen, nimmt das dem Horror eben genau das – den Horror. 

Weshalb sich die Macher immer wieder dieses in meinen Augen fatalen Mittels bedienen, vermag ich nicht zu sagen. Vielleicht meinen sie, dass das Publikum nicht intelligent genug ist, um sich selbst einen Reim darauf zu machen? Vielleicht fürchten sie auch, dass das Publikum nicht intelligent genug ist, um einen Film zu mögen, der ein Mysterium bleibt? Vielleicht haben sie auch Angst davor, dass man ihnen vorwerfen könnte selber einfach keinen Plan gehabt zu haben und sie müssen dem Publikum so beweisen, dass dem nicht so ist? Wie gesagt, ich weiß es nicht…und werde es wohl auch nie verstehen. Das Einzige was ich weiß ist, dass es für mich weder ein guter Weg ist eine Geschichte zu erzählen noch sie enden zu lassen, und dass ich immer wieder traurig darüber bin, wie eine einzige schlechte Entscheidung einen ansonsten grandiosen Film ruinieren kann.           

The Frankenstein Chronicles Staffel 2 |Review

Name: The Frankenstein Chronicles
Staffeln: 2
Episoden: 12 in 2 Staffeln
Sender: Netflix, ITV Encore
Genre: Thriller, Mystery, Fantasy

Diese Serie gehört zwar nur bedingt ins Horrorgenre aber die Thematik Frankenstein ist untrennbar mit dem Horror/Gruselgenre verbunden!


The Frankenstein Chronicles gehört zu meinen positiven Überraschungen des Jahres. Endlich gibt es auch die zweite Staffel auf Netflix und ob die mich genauso fesseln konnte, wie Staffel 1 erfahrt ihr jetzt!

Kernfakten zur Serie:

Name: The Frankenstein Chronicles

Staffeln: 2

Episoden: 12 in 2 Staffeln

Sender: Netflix, ITV Encore

Genre: Thriller, Mystery, Fantasy

Link zu Staffel 1:


Was bisher geschah …

In Staffel 1 lernten wir Inspektor John Marlott (Sean Bean) von der Flusspolizei kennen, der vom Innenminister den Auftrag erhält, einen ebenso mysteriösen wie grausigen Mord zu untersuchen. Seine Ermittlungen führen John in die dunkelsten Ecken Londons und schließlich jenseits des Todes …

Handlung Staffel 2: Das „Monster“ sucht seinen Schöpfer

Drei Jahre sind seit John Marlotts Tod und Wiederauferstehung vergangen, die er im Bedlam Hospital verbracht hat. Als eine grausige Mordserie London erschüttert und John Marlott aus dem Krankenhaus flieht, um seinen Mörder Lord Daniel Harvey (Ed Stoppard) zu töten, gerät der ehemalige Polizist ins Visier der Polizei. Von seinen ehemaligen Kameraden, unter ihnen Nightingale, der Marlott in der ersten Staffel unterstützte, verfolgt muss John den Drahtzieher hinter den Morden ausfindig machen und seinen Schöpfer, Lord Harvey, zur Strecke bringen. Dabei gerät Marlott in ein Komplott größeren Ausmaßes …

Meine Meinung zu Staffel 2

Der Handlung von Staffel 2 kann man nicht mehr ganz so leicht folgen, wie in der ersten Staffel, aber dafür wird die Atmosphäre merklich dichter und der Gruselaspekt wird wesentlich stärker hervorgehoben als in der ersten Staffel.

Loben muss ich erneut die starke Besetzung. Sean Bean spielt erneut überzeugend den wiederauferstandenen John Marlott, der nicht nur auf Rache sinnt, sondern auch seine eigene Menschlichkeit sucht. Ebenso kehren Ed Stoppard als „Bösewicht“ Daniel Harvey, Richie Campbell als Nightingale, Ryan Sampson als Journalist Boz und Tom Ward als Innenminister Robert Peel in ihre Rollen zurück. Wie gewohnt überzeugt auch deren Performance.

Die grundlegende Thematik, „eine Welt ohne Gott zu erschaffen„, beherrscht die gesamte zweite Staffel und die Religion nimmt neben der Wissenschaft eine wichtige Rolle in der zweiten Staffel ein. Mit dem Zeitsprung ist es den Autoren möglich das Szenario weiterzuentwickeln, ohne dabei die Handlung zu überlasten. Auch scheut The Frankenstein Chronicles nicht davor zurück Gewalt zu zeigen, tut dies aber trotzdem sehr sparsam.

Fazit

Zusammengefasst setzt The Frankenstein Chronicles Staffel 2 Fokus mehr auf den Gruselapsekt allerdings leidet darunter die Nachvollziehbarkeit der Handlung. Die Besetzung liefert eine äußerst solide Performance ab und die Handlung wird gelungen abgeschlossen!

Ich vergebe für The Frankenstein Chronicles Staffel 2 die Wertung sehenswert und werde mich nun Spuk in Hill House zuwenden!

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag wieder!

Die Game City 2018 + Impressionen aus dem Haus des Meeres| Storytime

Auch dieses Jahr habe ich der Game City 2018 in Wien einen Besuch abgestattet, um ein paar kommende Videospiele anzuspielen. Bevor wir zu den Spielen selbst kommen noch ein paar allgemeine Infos.

Die Game City ist die größte Spielemesse Österreichs und findet jährlich in der Bundeshauptstadt Wien statt. Zu den Ausstellern, die seit Jahren auf der Game City präsent sind, gehören Square Enix, Capcom, Microsoft, Ubisoft, Nintendo, Sony, 2K Games, Subotron (die österreichische Entwicklercommunity) und Bandai Namco. Neben der Möglichkeit, aktuelle und kommende, Spiele anzutesten kann man sein Geld für Merchandise aller Art ausgeben, an verschiedenen Events teilnehmen (wie der diesjährigen A1 E-Sport League, sofern man sich im Vorgeld qualifiziert hat) oder die zahlreichen Cosplayer bewundern.

Im Zuge meines Besuchs auf der Game City konnte ich folgende Spiele spielen:

  • Days Gone (PS4)
  • Soul Calibur 6 (PS4)
  • Resident Evil 2 Remake (PS4)
  • Kingdom Hearts 3 (PS4 – leider nur zugesehen)

Meine Eindrücke zu 3 von 4 Spielen werde ich nun mit euch teilen!


Days Gone (PS4)

Days Gone ist ein kommendes Survial-Horrorspiel in einem postapokalyptischen Setting mit Third-Person-Shooter- und Action-Adventure Elementen. Über die Handlung ist noch nichts wirklich bekannt, aber über das Gameplay kann ich berichten. Mich erinnert Days Gone an eine Mischung aus Left4Dead (Zombiehorden), Uncharted und The Last of us. Der Kampf gegen die Zombies war definitiv spannend und spaß. Ebenso wurde eine gewisse Panik vermittelt, wenn die Horde einen verfolgt. Ich bin gespannt wie sich Days Gone, besonders in puncto Grafik, noch entwickelt und freue mich auf dieses Spiel!


Soul Calibur 6

Mit Felix habe ich mir ein paar Duelle in Soul Calibur 6, dem aktuellsten Teil der populären Prügelspielserie von Bandai Namco, geliefert. Mir persönlich das Kampfsystem etwas zu träge aber optisch weiß das Spiel auf jeden Fall zu gefallen. Da ich mich aber eher als Fan der Dead or Alive Serie sehe, werde ich dieses Spiel wahrscheinlich nicht in meine Sammlung aufnehmen.


Resident Evil 2


Mein Highlight der Game City war das Remake von Resident Evil 2, dem ich schon extrem entgegenfiebere. Technisch wusste die Demo zu gefallen dank einer hervorragenden Inszenierung und dichter Horroratmosphäre. Das Gameplay erinnert mich stark an Resident Evil 4 aber mit einem Schuss Resident Evil 7, was die Atmosphäre der klassischen Spiele aufkommen lässt. Ich freue mich schon sehr auf dieses Spiel!


Nun folgen noch ein paar Bilder von der Game City und dann kommen einige Eindrücke vom Haus des Meeres!


Haus des Meeres

Die Höllenkatze (Kurzgeschichte) | Review [Gastbeitrag von Tempest]

Titel: Sunset
Originaltitel: Just After Sunset
Originaltitel „Die Höllenkatze“: „The Cat from Hell“
Übersetzer: Wulf Bergner
Erscheinungsjahr: deutschsprachige Taschenbuchausgabe: 2010
Erscheinungsjahr „Die Höllenkatze“: im Original 1977
Seiten: 478
Seiten „Die Höllenkatze“: 19
Verlag: Heyne

Vielen Dank an die liebe Tempest, die für mich ihre allererste Rezension verfasst hat! Ich möchte gern mehr solcher Beiträge lesen! :3


Infos zur Kurzgeschichtensammlung

Titel: Sunset

Originaltitel: Just After Sunset

Originaltitel „Die Höllenkatze“: „The Cat from Hell“

Übersetzer: Wulf Bergner

Erscheinungsjahr: deutschsprachige Taschenbuchausgabe: 2010

Erscheinungsjahr „Die Höllenkatze“: im Original 1977

Seiten: 478

Seiten „Die Höllenkatze“: 19

Verlag: Heyne


Patrick von DerStigler fragte mich bereits im Sommer, ob ich einen Beitrag zu seinem Halloween-Special einreichen möchte. Begeistert sagte ich zu und ich freue mich sehr über die Anfrage und Teilnahme. An dieser Stelle nochmal einmal vielen Dank für das Vertrauen. Dies ist nämlich meine allererste Review. Ich hoffe, er und alle anderen Katzenliebhaber werden mir die Wahl für diese Rezension verzeihen. 😉

Wenn es um Halloween geht, darf Stephen King als Meister des Grauens natürlich nicht fehlen. Meine Wahl für eine Review fiel allerdings nicht auf einen Roman, sondern auf eine seiner unzähligen Kurzgeschichten, die ebenfalls Beachtung finden sollten, da doch einige bereits spannend verfilmt wurden, wie zum Beispiel Das geheime Fenster (Novelle) mit Johnny Depp, Zimmer 1408 mit John Cusack und Samuel L. Jackson oder Der Nebel mit Thomas Jane. Und gerade diese Geschichte passt einfach perfekt zu Halloween.

Wer die erzählerischen Mittel von Kurzgeschichten, die so spezifisch für diese Gattung sind, kennt, ist sich dessen bewusst, dass das Ende meist offen bleibt, keine abschließenden und ausführlichen Erklärungen geboten werden und Charaktere nicht so ausgebaut werden können wie beispielsweise in Romanen. Weiterhin hinterlassen viele Kurzgeschichten größeren Interpretationsspielraum und auch oft Fragezeichen. Gerade diese Aspekte machen jedoch den speziellen Charme von Short Stories aus, die in der amerikanischen Literaturgeschichte von größerer Bedeutung als bei uns sind. Stephen King reiht sich als Meister des Grauens perfekt in diese auch kulturell wichtige Gattung ein und liefert dabei abwechslungsreiche Texte, die sich verschiedenen Genres wie Horror, Science Fiction oder auch mal gar nicht so eindeutig zuordnen lassen. Insbesondere in seinen Kurzgeschichten schafft er es, das Unbegreifliche noch schwerer greifbar zu machen. Es erfordert Kunst und Können, auf wenigen Seiten viel Wirkung zu erzielen und dabei muss nicht einmal viel erzählt werden. Deshalb ist es bedauerlich, dass die meisten Rezensionen seine längeren Erzählungen – Romane – behandeln und seine Short Stories vernachlässigen. Dies möchte ich mit diesem Beitrag ändern.

Handlung

Der Profikiller John Halston erhält einen ungewöhnlichen neuen Auftrag. Er soll für Drogan, der ein Pharmaunternehmen besitzt, eine Katze töten, die sich in den letzten Monaten in seinem Haus eingenistet hat. Drogan, der über vier Jahre ein Medikament an insgesamt 15.000 Katzen testen ließ, vermutet, dass sie von einem Dämon besessen seiund Rache üben möchte. Denn es sind seit ihrer Anwesenheit drei Personen verstorben: seine Schwester Amanda, ihre Lebensgefährtin Carolyn Broadmoor und der Diener des Hauses Dick Gage. Für diese ungewöhnlich häufigen Todesfälle macht Drogan die Katze verantwortlich. Da Halston 12.000 Dollar Honorar bekommen soll, nimmt er trotz der Erzählungen und seinem zunehmenden Unbehagen den Auftrag an. Er verfrachtet die Katze in sein Auto, um ihr an einem abgelegenen Ort den Hals umzudrehen. Doch diese vermeintlich leichte Aufgabe entwickelt sich zu einem Horrortrip…

Review

Vorab eine Warnung: Es folgen unvermeidbare, eher kleinere Spoiler, auch wenn ich versuche so wenig wie möglich zu verraten. 

Schon allein der Titel verrät, dass der Gruselfaktor durch das vor allem im Horrorgenre und in der Schauerliteratur beliebte Motiv der magischen, unheimlichen, gar mörderischen und rachenehmenden Katze entsteht, die hier keine Nebenfigur, sondern handlungstragende Antagonistein ist. Dies erinnert mich zum einen an Stephen Kings erfolgreichen Roman Friedhof der Kuscheltiere und zum anderen stark an die Kurzgeschichte „Die schwarze Katze“ von Edgar Allan Poe, der wie H. P. Lovecraft als ein Vater der modernen Horrorliteratur ein Vorbild für Kings literarisches Schaffenswerk ist. Bereits das Katzenmotiv scheint schon vielversprechend, wenn man sich bis zur Gänsehaut fürchten möchte. Dies war auch ein Grund für meine Auswahl hinsichtlich des Halloween-Specials. Diese Geschichte ist perfekt dafür.

Über den Auftragskiller Halston erfährt die Leserschaft den Grad seiner Professionalität, seine Menschenkenntnis hinsichtlich seiner Opfer und seine Abgebrühtheit hinsichtlich des Todes. Dies sind selbstverständlich Eigenschaften, die wohl in einer Stellenbeschreibung für diesen Beruf stehen würden. Der Auftraggeber Drogan sitzt im Rollstuhl, riecht nach Alter und Angst und ist bereits sehr geschwächt. Er hat wohl einen sprechenden Namen, denn er besitzt, wie bereits erwähnt, ein Pharmaunternehmen und im Englischen ist drugsein Wort für Medikamente. Sprachlich findet sich Stephen Kings typischer Stil: Nicht zu anspruchsvoll und doch sehr kreativ. Es finden sich viele Metaphern, Umgebung und Atmosphäre beschreibend, die einem das Blut in den Adern gefrieren lassen. Die Dialoge sind in realistischer Umgangs- und Alltagssprache gehalten, was die Figuren auch glaubhaft wirken lässt, auch wenn eine Kurzgeschichte keine intensive Charakterdarstellung- und Entwicklung zulässt. Die Geschichte ist in der personalen Erzählperspektive verfasst. Wir erleben sie aus der Sicht von Halston, dessen Innenwelt in Form von erlebter Gedankenrede und zum Ende hin auch in Form von innerem Monolog gezeigt wird. Es steigert selbstverständlich die Dramatik, wenn die Leserschaft das Grauen und die (Todes-)Angst aus der Perspektive einer oder mehreren Figuren miterlebt. All diese Erzähltechniken sind nicht umsonst ein beliebtes Mittel in Stephen Kings Erzählungen.

Katzen sind eigentlich Halstons Lieblingstiere, die er gedanklich als Killermaschinen beschreibt. Er meint Sam, den Kater, zu kennen, als sie sich anstarren. Die altbekannte Beschreibung der eindringlichen Augen und des Wesens vonKatzen ist hier ganz typisch; die Katze als mystisches Wesen, mit dem Blick aus dem und ins Jenseits. Trotzdem langweilt man sich als Leser:in nicht, diese Beschreibungen zum wiederholten Male zu lesen. Drogan lässt es zu, dass die Katze sich schnurrend in seinem Schoß niederlässt und streichelt sie liebevoll. Im Gegensatz dazu wird deutlich, wie sehr Drogan Katzen hasst und sie verabscheut. Halston wirkt zwar wie der stereotypische Auftragskiller, pragmatisch und auch nicht abergläubisch, als Drogan seine Theorien hinsichtlich der Katze zum Besten gibt, aber er zeigt Sarkasmus, der aus seinem Mitgefühl für die von Drogan gequälten und getöteten Katzen heraus entsteht. Im späteren Verlauf wird deutlich, dass sich Halston mit Katzen verbunden fühlt, weil sie wie er Einzelgänger sind. Drogan hingegen erscheint wie der typische erbarmungslose, skrupellose Pharmaunternehmer, der Tierversuche mit dem Nutzen für die Menschheit rechtfertigt. Trotzdem sickert seine Angst vor der Katze und vielleicht auch etwas Schuldgefühl durch. Dies zeigt sich alleine dadurch, dass er die Katze für gefährlich hält und er die Todesfälle nicht logisch erklärt, obwohl es eigentlich rationale Gründe und Ursachen gibt. 

Die Todesfälle werden von Drogan kurz beschrieben, aber wir erleben sie dennoch mit, denn Halston versucht sich vorzustellen, inwiefern die Katze Sam daran beteiligt gewesen sein oder vielmehr dafür verantwortlich gewesen sein könnte. Die in sich in seiner Vorstellung lebhaft abspielenden Ereignisse lassen sogar ihn als hartgesottenen Mörder schaudern und er bekommt es fast mit der Angst zu tun. Fast immer schnurrt die Katze bei ihrer vermeintlichen Tat liebevoll, wirkt unschuldig und harmlos und dabei trotzdem gefährlich. Möchte man glauben, dass die Katze weiß, was sie tut, fällt es nicht schwer, die Hinterhältigkeit, die Katzen so oft unterstellt wird, für begründet und realistisch zu halten. Gleichzeitig wirkt aber auch ihre Unschuld glaubhaft. Woher soll sie wissen, dass ihre Kuschelbedürftigkeit eine Gefahr für alte, kranke und schwache Menschen darstellt? Ihre Fellzeichnung scheint tatsächlich metaphorisch für die zwei Seiten und das eigenwillige Verhalten einer Katze, insbesondere dieser – eine unwissentliche liebevolle Mörderin auf Samtpfoten – zu stehen: Ihr Gesicht ist genau in der Mitte geteilt und zwar halb schwarz und halb weiß – die Farben spiegeln ihr helle und ihre dunkle Seite, ihre Eigenwilligkeit, ihre Zwiespältigkeit, die Gefahr, die in ihrer Zärtlichkeit steckt. Es ist nicht überraschend, warum Katzen ein beliebtes Motiv der Horrorliteratur sind. Eigentlich ist nach ca. 13 Seiten, also fast zum Ende der Geschichte noch nicht viel passiert außer in der Fantasie von Halston, doch das reicht schon aus, um böse und ungute Vorahnungen zu spüren. Es ist dieser unterschwellige Grusel, dieses erwartungsvolle Grauen, was fast unheimlicher ist als tatsächliche Ereignisse. Wer King kennt, kann zwar vermuten, dass die Erzählung nicht positiv verlaufen wird und grauenhafte Ereignisse folgen könnten – immerhin handelt es sich doch anscheinend um eine dieser hartnäckigen, widerstandsfähigen Katzen, die man nicht loswird und die immer wiederkehren, sei es lebendig oder aus dem Jenseits  , aber das tut der Spannung keineswegs einen Abbruch. Im Gegenteil, man überlegt sich bereits, wie angsteinflößend oder gar blutrünstig es noch werden oder ausgehen könnte. Bei King, vor allem bei seinen Kurzgeschichten, weiß man aber nicht unbedingt, was zu erwarten ist. Die Leser erleben des Öfteren Überraschungen. Über das Ende sei natürlich nichts verraten, aber es sei gesagt, dass ihr wirklich starke Nerven braucht. Besser wäre ihr seid wirklich abgehärtete Horrorfans, denn selbst mir als großer Fan von Stephen King und Horror wurde beim für die Rezension erneuten Lesen ganz anders zumute.

Fazit

Absolut lesenswert und eine perfekte Lektüre für Halloween. Man sollte zwar meinen, dass es wenig originell ist, wieder einmal die mörderische Katze als handlungstragendes Motiv mit den verschiedensten Mythen über sie vorzufinden, allerdings erkennt die Leserschaft trotzdem Stephen Kings Handschrift; die unheimliche Katze zieht einfach immer noch und die Geschichte ist ein Muss für Horrorfans. In „Die schwarze Katze“ von Edgar Allan Poe wehrt sich die Samtpfote gegen die Misshandlungen, die sie und ihre liebende Besitzerin vom alkoholabhängigen Ehemann der Katzenliebhaberin erfahren und ist so gar nicht sanft. Als dieser letztendlich seine Frau ermordet und im Keller einmauert, verrät ihn die Katze als die Polizei eine Hausdurchsuchung vornimmt. Auch in Kings Kurzgeschichtenimmt Katze Rache an einem Tierquäler. Allerdings endet diese Geschichte brutaler und ist somit nichts für schwache Gemüter. Sie lässt einen sich nicht nur gruseln, sondern auch ekeln und sie mutiert sogar zu einem Schocker. Wer wie ich von Stephen King das Schauerlichste erwartet, wird hier auf jeden Fall nicht enttäuscht. Er erzeugt das pure Grauen und Entsetzen. Wo sich bei Poe eher unterschwelliges Grauen findet, steigert sich Kings Geschichte in blutrünstiges Schrecken. Sie beginnt wie die typische Schauerliteratur – ein kaltes, düsteres Haus im Winter, in dem der Tod daheim ist – endet aber als schrecklicher Horror. Zugleich findet sich doch auch Kritik an Tierversuchen und es wird gezeigt, dass Tiere sehr wohl fühlende und denkende Lebewesen sind, wofür die eigenwilligen und in der Persönlichkeit zwiespältigen Katzen durchaus Paradebeispiele sind, was jeder Mensch weiß, der eine Katze als Haustier hat. Nicht umsonst sind sie ein wiederkehrendes Motiv in der Horror- und Schauerliteratur.

Die schöne Traurigkeit in Deadpool 2 | Gedankenspiel

Deadpool und Deadpool 2 gehören zu den besten Vertretern der Comicverfilmungen, die wir in den letzten Jahren genießen durften. Durch diese Duologie wurden nicht nur R-Rated Comicverfilmungen populärer, sondern auch die Mischung aus Action und Humor wurde gekonnt auf die Leinwand gebannt. Es gab bereits vorher Comicverfilmungen, die einen härteren Ton anschlugen, siehe die Blade Trilogie, aber erst Ryan Reynolds als Deadpool schaffte es dieses Untergenre so populär zu machen. Den peinlichen Deadpool, ironischerweise auch von Ryan Reynolds verkörpert, aus X-Men: Origins Wolverine ignorieren wir lieber aber der ist inzwischen sowieso nicht mehr im Kanon.

Im heutigen Beitrag möchte ich über einen eher unterschwelligen Ton in Deadpool 2 sprechen, der zwar immer wieder angesprochen wird, aber bisher nie wirklich im Fokus stand. Ich beziehe mich in diesem Fall auf die Melancholie und Düsternis, die im Film immer wieder durchschimmert und sehr viel zur Charakterentwicklung beiträgt. An dieser Stelle spreche ich eine Spoilerwarnung für alle aus die Deadpool 2 noch nicht gesehen haben. An alle anderen gilt meine Bitte eure Meinung in den Kommentaren zu hinterlassen.

Ich werde den Beitrag in drei Punkte unterteilen, die sich allerdings überschneiden werden:

  • Deadpool & Vanessa
  • Cable
  • Russel und das Heim

Deadpool & Vanessa

Die Romanze ist untrennbar mit dem Superheldenfilm verbunden, da sie als Belohnung für den Helden am Ende seiner beschwerlichen Reise dient. In Deadpool sowie Deadpool 2 ist die Beziehung von Wade Wilson aka Deadpool und Vanessa der Antrieb für unseren Anti-Helden. Dabei ist die Beziehung so glaubhaft wie ich es noch in keiner anderen Comicverfilmung gesehen habe. Als Vanessa in Deadpool 2 stirbt, bricht für Wade die Welt zusammen und er stürzt in eine tiefe Sinnkrise. Getrieben von Schuldgefühlen will der Held seinem Leben ein Ende machen, kann dies aber durch seine Heilungskräfte nicht. Im Super Duper Cut von Deadpool 2 sieht man mehrere Versuche, wie sich Wade das Leben nehmen will. Erst die Freundschaft von Colossus und ein Gespräch mit Vanessa, in einer Art Zwischenwelt von Diesseits und Jenseits, gibt Wade die angestrebte Erlösung und er möchte Buße tun, indem er den jungen Mutanten Russel davon abhält einen kaltblütigen Mord zu begehen, was ihn und die Zukunft für immer verändern würde …

Die Szenen in denen Deadpool in seiner Depressionen sowie seinen Schuldgefühlen versinkt gehört zu den heimlichen Höhepunkten des Films. Dies gilt auch für seine durchscheinenden Tendenzen als richtiger Held, der schmutzig kämpft, um das richtige zu tun.

Cable

Cable ist ein Mutant aus der Zukunft, der in die Vergangenheit reist, im Russel zu töten, was den Tod seiner Familie verhindert. Das dies ein Paradoxon auslösen würde sei jetzt mal dahingestellt aber X-Men & Zeitreisen gehört eben zusammen.

Was Cable antreibt, ist sein Wunsch nach Rache und Schuldgefühle, weil er Russel nicht früher getötet hat. Ihm wurde alles genommen und nun lässt er von seiner Mission nicht ab, was zwangsläufig zum Konflikt mit Deadpool führt, der Russel „retten“ möchte, um seine Schuld gegenüber Vanessa zu tilgen.

Josh Brolin schafft es meisterhaft sowohl die Zielstrebigkeit als auch den inneren Schmerz von Cable glaubhaft rüber zubringen. Allein durch die Mimik verleiht der Schauspieler dem Mutanten aus der Zukunft eine eigene Ausdrucksstärke und merkliche Verzweiflung, wenn die Mission nicht so verläuft wie geplant. Dazu kommt die markante Stimme von Klaus-Dieter Klebsch, die bereits Thanos in Avengers: Infinity War so viel Wiedererkennungswert verlieh.

Russel und das Resozialisierungsheim für Mutanten

Russel ist ein vollschlanker Teenager mit der Fähigkeit Hitze in seiner Hand zu sammeln und diese in Form von Energiewellen abzugeben. Wie andere jungen Mutanten kommt auch Russel ins Essex Haus, einem Heim für Mutanten, in dem den Kindern der Umgang mit ihren Kräften ausgetrieben wird.

Durch die Folter im Heim sowie der Ablehnung durch Deadpool im Mutanten-Gefägnis „Eisbox“ schließt sich Russel mit dem hochgefährlichen Mutanten Juggernaut zusammen um sich an allen zu Rächen, die ihm wehtaten und gleichzeitig jeden fertigzumachen, der ihm blöd kommt.

Interessant finde ich die Etablierung eines Mutantenheims sowie eines eigenen Gefängnisses, was auf die kommenden Ereignisse im Film Logan beziehungsweise den geheimen Regierungsprojekten an Mutanten (Waffe Plus Programm, Waffe X, Waffe XI, …) schließen lässt. Außerdem ist der Name des Heims sehr interessant. Das „Essex House“ sehe ich als Anspielung auf den Mutanten Mr. Sinister aka Nathaniel Essex an. Mister Sinister ist übrigens kein geborener Mutant, sondern ein sogenannter Mutierter, ein künstlich erschaffener Mutant, wie Deadpool.


Ich finde es bemerkenswert, wie viel Subtext Deadpool 2 mit sich bringt, wenn man bedenkt, dass der Film an sich bereits sehr viel im Vordergrund zu erzählen hat, voller Anspielungen ist und eine Wagenladung an Figuren unterbringen muss. Deadpool 2 gehört für mich zu den Filmhighlights des Jahres 2018 und zu den besten Comicverfilmungen der letzten 10 Jahre. Ich hoffe in Zukunft kommen mehr R-Rated Comicverfilmungen, gern auch abseits des Superheldengenres, die einen starken Gegenpol zu den regulären Genrevertretern bilden.

Das wars soweit von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Hier sind meine restlichen Beiträge zum Thema Deadpool:

Cops | Review

Titel: Cops
Originaltitel: Cops
Regie: Stefan A. Lukacs
Laufzeit: 91 Minuten
Erscheinungsjahr: 2018
Genre: Thriller, Drama

Ich mag Filme aus Österreich sehr gern. Neben einem breiten Spektrum an Genres haben diese Filme eine eigene Atmosphäre. Heute geht es mir um Cops, ein Werk welches sich mit der Sondereinheit Wega beschäftigt.

Kernfakten zum Film

Titel: Cops

Originaltitel: Cops

Regie: Stefan A. Lukacs

Laufzeit: 91 Minuten

Erscheinungsjahr: 2018

Genre: Thriller, Drama


Handlung

Christoph Horn, genannt Burschi, ein Mitglied der Wega, eine Sondereinheit der Wiener Polizei, in Ausbildung. Während eines Einsatzes erschießt er in vermeintlicher Notwehr einen psychisch kranken Mann, der seinen Vorgesetzten „Konsti“ attackiert. Burschi wird für seine Tat als Held innerhalb der Wega gefeiert, leider aber bald unter Panikattacken und Trauma-Symptomen. Nach außen hin mimt er weiterhin den starken Mann, aber im inneren droht Burschi zu brechen, wodurch er sich in Gewaltexzesse flüchtet.

Meine Meinung

Cops ist hart, brutal und emotionslos aber gleichzeitig einfühlsam, menschlich und emotional. Die beiden Seiten der Medaille, der knallharte Wega-Beamte sowie der Mensch in der Uniform werden ausführlich beleuchtet und besonders im Protagonisten Burschi, gespielt von Laurence Rupp, glaubhaft vereint. Während er von der Wega felsenfest überzeugt ist, bröckelt seine Welt nur die Gewalt immer weiter, bis die Menschlichkeit hinter der Uniform zum Vorschein kommt. Gleiches trifft auch auf seine Mentor Konstantin „Konsti“ Blago zu, der bereits zu lange Teil der Einheit ist.

Wien als Schauplatz funktioniert sehr gut und wenn man den österreichischen Dialekt weglässt könnte Cops überall auf der Welt spielen. Die Szene wirkt so vertraut und gleichzeitig international fremd, was noch verstärkt wird, wenn man als Zuseher gewisse Gebäude oder Straßen wiedererkennt.

Fazit

Zusammengefasst ist Cops ein spannender Thriller, der auch den großen Blockbustern aus den USA durchaus das Wasser reichen kann. Die Besetzung liefert eine starke Performance ab, der Schauplatz Wien ist passen und die Spannungskurve steigt stetig an, bis der Film in einem emotionalen Finale endet.

Wer einen spannenden, deutschsprachigen Film sucht oder einfach einen abendfüllenden Thriller sehen möchte, wird mit Cops viel Freude haben.

Von mir bekommt der Film die Wertung sehenswert!

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Tattoo Nr. 8 | Storytime

Ich war gestern erneut tätowieren und ich genieße es jedes mal. Auf dem untenstehenden Bild sehr ihr Rußmännchen aus dem wunderbaren Animationsfilm „Chihiros Reise ins Zauberland„, den ich jedem empfehlen. Die Blumen sind eine Eigenkreation von mir und meiner Tätowiererin!

In naher Zukunft wird dieser Bereich noch erweitert!

Kurze Info am Rande, das Tattoo wurde freihändig gezeichnet.

Meine anderen Tattoos in Beiträgen:

Nerve (Roman) | Review

Titel: Nerve 
Originaltitel: Nerve
Autor: Jeanne Ryan
Seiten: 320
Verlag: cbt

Langsam aber sicher steigere ich meinen Konsum an regulären Büchern und dank der Umfrage-Funktion von Instagram sind die Bücher auch relativ abwechslungsreich.

Heute geht es mit um Nerve, einem Genrehybriden aus Techno-Thriller, Jugend- & Abenteuerroman.

Den gleichnamigen Film habe ich auch bereits rezensiert:

Kernfakten zum Buch

Titel: Nerve

Originaltitel: Nerve

Autor: Jeanne Ryan

Seiten: 320

Verlag: cbt


Handlung: Zwischen Romanze & Mutprobe

Nerve ist der Name eines neuen populären, aufregenden und sich in der gesetzlichen Grauzone bewegenden Online-Spiel das monatlich viele Teenager sowie anonyme Beobachter und Sponsoren begeistert. Wer bei Nerve teilnimmt, muss unterschiedlichste Challenges, teils harmlos, teils gefährlich absolvieren, um wertvolle Preise zu gewinnen. Da die Betreiber von Nerve völlig anonym sind aber die Spieler quasi alles von sich preisgeben, dank des Internets, sind alle Preise persönlich auf die Spieler personalisiert und je wertvoller der mögliche Gewinn wird, umso motivierter sind die Spieler. Andererseits genießen Nerve Teilnehmer einen kurzlebigen Ruhm im Internet. Somit lockt Nerve die Spieler sowohl mit Belohnungen als auch mit kurzlebigen Ruhm an.

Die Hauptfigur ist Vee, eine schüchterne Teenagerin, die an Nerve teilnimmt, um zu beweisen, dass sie Dinge tun kann, die eigentlich nicht zu ihr passen und weil die Preise einfach zu verlockend sind. Während sie zu Beginn noch harmlosen „Probe-Challenges“ teilnimmt, unterstützt wird sie dabei von ihrem Schulkollegen Tommy, ändert sich alles, als der attraktive Ian ihr Partner wird. Die beiden nehmen an den Qualifikationsrunden teil und werden schließlich für das preis trächtige Finale, die sogenannten Live-Runden, ausgewählt. Schnell stellt sich heraus das die Grenze zwischen Spiel & Ernst sehr schmal ist und die Macher von Nerve entscheiden, wann das Spiel vorbei ist.

Meine Meinung zum Buch

Ich mag die Grundidee von Nerve und wurde während des Lesens mehr als einmal an den „Challenge-Wahnsinn“ von Youtube erinnert, wenngleich die Ereignisse im Buch wesentlich extremere Auswirkungen haben. Man merkt stark die Sensationsgeilheit der Spielemacher sowie der Teilnehmer da die Zahl der „Follower“ mit jeder riskanten Challenge weiter ansteigt. Auch ist die Motivation von Vee bei Nerve mitzumachen zu Beginn noch nachvollziehbar aus dem oben genannten Grund jedoch verändern sich die Beweggründe im weiteren Verlauf und Vee droht in den Strudel aus Sucht nach Ruhm sowie der Verlockung auf die Preise zu versinken. Trotz aller fragwürdigen Motivationen bleibt Vee der am besten ausgearbeitete Charakter in Nerve während der Rest der namentlich genannten Figuren wie Ian, Syd oder Micki eher blass bleiben oder gar wie klassische Stereotypen aufgebaut sind.

Abseits der Handlung verdient das Tempo ein Lob, auch wenn die Geschichte in der Mitte, während einer der längsten Challenges, etwas zäh wird. Im Gegensatz zur Verfilmungen sind die Challenges des Romans wesentlich interessanter wenngleich die besagte Challenge in der Mitte, Vee muss sich als Prostituierte ausgeben, etwas zu lang ist für das eigene Wohl.

Fazit

Alles in allem ist Nerve ein solider Techno-Thriller, der wesentlich besser funktioniert als die Verfilmung und interessante Ideen umsetzt. Das Prinzip eines gläsernen Menschen, der den Betreibern hinter Nerve quasi schutzlos ausgeliefert ist aber mit kurzweiligem Ruhm sowie personalisierten Preisen gelockt werden. Gleiches gilt auch für die Beobachter (Watcher) die Spieler auf Schritt und Tritt verfolgen, was auch in Belohnungen resultiert.

Wer also einen soliden Thriller sucht, der trotz schwächelnder Charaktere einige interessante Konzepte sowie Themen wie Gier, Sensationsgeilheit oder den Verlust jeglicher Privatsphäre thematisiert wird mit Nerve seine oder ihre Freude haben.

Ich vergebe für Nerve die Wertung lesenswert!

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Wer ist … Venom? | Gedankenspiel [Wer ist …? #4]

Ich wurde von der lieben Mara aka Ainu89 gebeten eine Ausgabe Wer ist … ? über Venom zu machen. Da ich für Wunsche und Anregungen grundlegend offen bin, komme ich der Bitte gern nach. Wer ist also dieser Venom, der gerade seinen eigenen Film bekommen hat?

Venom ist ein Alien und gehört der Rasse der Symbionten (auch Klyntar genannt) an. Die Symbionten verbinden sich mit ihren Wirten und bilden somit eine fixe Einheit. Weiters ist es den Symbionten möglich die Persönlichkeit des Wirts zu beeinflussen in dem die dunkelsten Wünsche angesprochen werden. Ebenso werden die körperlichen Eigenschaften (Stärke, Schnelligkeit) verbessert und der Träger kann zudem übermenschliche Fähigkeiten erhalten.

Seinen ersten Auftritt hatte Venom in The Amazing Spider-Man #252 (Mai 1984) als das berühmte schwarze, lebende Kostüm von Spider-Man und seinen vollwertigen Auftritt als Venom hatte der Charakter in The Amazing Spider-Man #299 (Cameo) bzw. #300 (May 1988).

Im Laufe seiner langen Karriere hat Venom, der neben seinem „Sohn“ Carnage wohl der ikonischste Symbiont ist, eine Vielzahl von Menschen als Wirte benutzt. Namentlich hat er im Kanon folgende Personen als Wirte genutzt:

  • Peter Parker (Spider-Man)
  • Eddie Brock (Klassischer Venom)
  • Anne Weying (Erste She-Venom)
  • Patricia Robertson (Zweite She-Venom)
  • Mac Gargan (Scorpion & dritter Venom)
  • Flash Thompson (Space Knight Venom)
  • Tel-Kar (Kree & Venom Symbiont)
  • Lee Price
  • Angelo Fortunanto

So vielfältig wie seine Wirte sind auch die Fähigkeiten von Venom und die schauen wir uns jetzt genauer an.

Venoms klassische Fähigkeiten sind die Veränderung seines Körpers sowie seiner Körperteile, er ist quasi in der Lage seinen Arm zu verlängern um Gegner aus der Distanz zu attackieren. Er kann weiters Stacheln aus seinem Körper heraus bilden, um seine Feinde zu attackieren oder sich zu verteidigen. Außerdem kann sich Venom tarnen, in dem er seine Farbe ändert.

Seit der Verbindung mit Spider-Man besitzt Venom alle klassischen Fähigkeiten der freundlichen Spinne, inklusive dem Spinnen von Netzen sowie dem Spinnensinn, was ihn für Peter quasi unsichtbar macht. Hinzu kommen erhöhte Stärke sowie Ausdauer. Allerdings nimmt Venom nicht nur Fähigkeiten seiner Wirte an, sondern bietet auch Vorteile. So erhöht die Verbindung mit einem Symbionten die Stärke eines Menschen und fördert den Muskelaufbau.

Trotz all seiner Fähigkeiten ist Venom jedoch nicht unbesiegbar. Wie alle Symbionten ist auch Venom äußerst anfällig gegenüber hohen Tönen (Ultraschall) und Feuer. Einen Kampf mit der Human Torch oder dem X-Men Banshee würde Venom also nicht heil überstehen.

Ich finde das Konzept der Symbionten sehr interessant und besonders Venom ist ein faszinierender Charakter, der im Laufe seiner über dreißigjährigen Karriere unterschiedlichste Wandlungen durchgemacht hat. Begann Venoms Karriere als Kostüm von Spider-Man, wurde der Symbiont schließlich zu einem Erzfeind von Spider-Man. Trotz aller Differenzen mussten sich Venom und Spidey verbünden, um den psychopathischen Carnage zu stoppen. Eddie Brock und Venom waren zunächst als Schurken aktiv, wurden dann jedoch zu sporadischen Anti-Helden und im Laufe der Zeit übernahmen viele andere Personen die Rolle als Wirt für Venom. Mit Flash Thomson verschlug es den Symbionten sogar zu den Guardians of the Galaxy, bis er wieder auf die Erde (zu Eddie) zurückkehrte und mit Venomized sogar sein eigenes Event bekam.

Schade finde ich, das es bisher keinen wirklich überzeugenden Realfilm mit Venom gegeben hat wobei Tom Hardy den Charakter Eddie Brock äußerst sympathisch verkörpert. Auch wenn ich mich inzwischen eher auf der DC Seite des Zauns sehe, gehört Venom zu den wenigen Marvel Comicserien, die ich noch lesen möchte und werde.

Ich hoffe, euch hat dieser kleine Überblick über Venom gefallen. Wenn ihr Vorschläge für weitere Figuren für dieses Format habt lasst es mich wissen!

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Die restlichen Wer ist … ? Beiträge:

Mein Resident Evil 6 „Trauma“| Gedankenspiel

Teil 3 meines Halloween Specials und heute bewegen wir uns in der Kategorie Videospiel!


Resident Evil 6. Dieses Spiel ist meine persönliche Nemesis und jener Ableger der meine Liebe zum Resident Evil Franchise für Jahre hinweg negativ beeinflusst hat. Im heutigen Beitrag möchte ich meine Vorgeschichte zu Resident Evil 6, meine allgemeine Meinung zum Spiel und anschließend die Auswirkungen dieser kleinen Katastrophe mit euch teilen. Fangen wir mit der Vorgeschichte an und drehen die Zeit zurück.

Vor Resident Evil 6

Wir schreiben das Jahr 2012. Ich war wesentlich jünger, was auf der Hand liegt und ein totaler Fan von Resident Evil. Kein anderes Franchise im Horrorgenre (Videospiele) konnte mich derart begeistern wie Resident Evil, obwohl es mit Silent Hill, Dead Space, Dead Island und Dead Rising einige namhafte Konkurrenten gab. Auf dem Nintendo Gamecube habe ich die Resident Evil Ableger 0, 1, 3 & 4 gespielt während auf der Playstation 2 die Teile Outbreak 1, Outbreak 2 sowie Dead Aim angesagt waren. Den fünften Teil habe ich damals mit einer Freundin im Online-Multiplayer bezwungen, was unglaublich unterhaltsam war und uns einige Nächte gekostet hat. Das Leben war einfach und schön doch dann kam die Ankündigung zu Resident Evil 6 und ich war völlig im Hype. Ein neuer Ableger mit wirklich schicker Optik und bekannten Helden wie Chris Redfield und Leon S. Kennedy. Ich sollte mich sehr täuschen.

Meine allgemeine Meinung zu Resident Evil 6

Resident Evil 6 entfernt sich, wie bereits seine Vorgänger RE 4 und RE 5, weiter vom Horrorgenre und wählt einen actionlastigeren Ansatz. Das ist im Grunde nicht schlecht, aber ich bevorzuge klassischen Survival-Horror und kann mit dem damals neuen Subgenre Action-Horror nur wenig anfangen. Zumindest in Bezug auf Resident Evil.
Was ich dem Spiel zugutehalten muss, ist die vorbildliche Inszenierung da die Bedrohung durch den C Virus global wirkt und sichtbare Schäden anrichtet und zum Beispiel einen Großteil der Bewohner Shanghais infiziert oder der Präsident der USA infiziert wird und stirbt. Außerdem werden die Hauptfiguren sinnvoll in die Geschichte integriert und agieren zunächst allein, treffen jedoch im Verlauf ihrer jeweiligen Kampagnen immer wieder aufeinander. Somit wird die Handlung nicht nur stark inszeniert, sondern auch aus mehreren Blickwinkeln erzählt, was sich motivierend auf den Spieler auswirken kann, um alle Kampagnen zu spielen.

Das klingt jetzt gar nicht so negativ. Warum hat mir Resident Evil 6 die Lust auf das Franchise verdorben, wenn ich doch die Inszenierung so schätze? Die Antwort ist sehr simpel. Durch den neuen Fokus auf die Action geht das altbekannte Resident Evil Gefühl, welches seit Teil 5 kaum noch vorhanden war, endgültig verloren. Hat man sich in den alten Teilen durch dunkle Tunnel, Forschungslabore, rätselhafte Anwesen oder meinetwegen durch die Hölle von Racoon City bewegt, fühlt sich das Gameplay von Resident Evil 6 wie ein Gears of War ohne Deckung suchen an. Besonders schlimm hat es die Redfield Kampagne getroffen, die sich wie ein x-beliebiger Third-Person-Shooter der damaligen Ära angefühlt hat und jeglichen Horror vermissen lässt. Man schießt sich durch unzählige Gegnerhorden aber, ohne das Gefühl der Hoffnungslosigkeit gegen eine zielstrebige Masse an infizierten Feinden zu kämpfen wie damals in Teil 4 oder 5.
Die Kampagne von Leon orientiert sich noch etwas stärker an den alten Teilen, schafft es jedoch nicht in puncto Atmosphäre an den vierten Teil oder die älteren Ableger anzuknüpfen. Auch in dieser Kampagne liegt der Fokus sehr stark auf der Action, was in einem völlig übertriebenen Bosskampf mündet, der selbst den klassischen Edeltrash der Reihe in den Schatten stellt. Wenn sich ein Mensch durch den Virus in einen T-Rex verwandelt und dann zum Schmetterling wird, ist selbst bei einem Hardcore-Fan wie mir der Ofen aus.
Die beiden restlichen Kampagnen um Wesker’s Sohn Jake Muller und Ada Wong sind mir nur mehr lückenhaft im Gedächnis geblieben, was schon Armutszeugnis genug ist. Allerdings ist mir ein schier unsterblicher Boss in Erinnerung geblieben den ich damals, wie heute als Nemesis verschnitt, mit weniger denkwürdigem Namen abstemple.

Nach Resident Evil 6

Rückblickend betrachtet war Resident Evil 6 die logische Weiterentwicklung der Reihe, aber diese Evolution habe ich damals nicht so klar gesehen wie ich sie heute. Nach meinem ersten Durchlauf, den ich nur mit Widerwillen durchgezogen haben, war ich von Resident Evil sehr enttäuscht. Zu viel Action, zu wenig Horror, zu wenig unheimliche Atmosphäre und auch die Bossgegner konnten mich nicht begeistern, egal wie übertrieben sie auch sein mochten. So kam es dann das ich die nächsten Jahre damit verbrachte die Ableger Operation: Racoon City, Umbrella Corps, Revelations, Revelations 2, Umbrella Chronicles sowie Darkside Chronicles zu ignorieren und neue Spiele im Horrorgenre zu probieren. Im Endeffekt blieb ich bei Silent Hill und Dead Island, welche inzwischen auch auf dem Friedhof der toten Spieleserien liegen.
Wie fasse ich das ganze jetzt zusammen? Resident Evil 6 ist ein Spiel mit einer hervorragenden Inszenierung, das die Reihe logisch weiterentwickelt und die bisher immer lokale Bedrohung des Virus in eine globale Bedrohung umwandelt. Allerdings vergisst Resident Evil 6 seine Wurzeln als einer der Wegbereiter des Survival-Horrors (neben dem inzwischen toten Alone in the Dark) und gibt sich der Action hin. Ich werde mit Sicherheit Resident Evil 6 irgendwann eine zweite Chance geben aber bis dahin habe ich dank diesem Beitrag mit dem Thema abgeschlossen.

Habt ihr Resident Evil gespielt oder gibt es Videospiele die für eure Leidenschaft für eine bestimmte Spielereihe nachhaltig gestört haben? Lasst es mich in den Kommentaren wissen!

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Venom | Review

Titel: Venom
Originaltitel: Venom
Regie: Ruben Fleischer
Laufzeit: 113 Minuten
Erscheinungsjahr: 2018
Genre: Comicverfilmung

Venom ist eine Comicverfilmung, basierend auf dem gleichnamigen Anti-Helden aus den Marvel Comics und der erste Film von Sony’s eigenem Filmuniversum, basierend auf die Figuren um Spider-Man. Wie immer bei aktuellen Kinofilmen werde ich große Spoiler vermeiden und an dieser Stelle gibt es noch eine kleine Ankündigung. Die liebe Mara aka Ainu89 hat mich zu einem Exkurs über Venom gebeten. Dieser Beitrag folgt in den nächsten Tagen. Kommen wir zurück zum Film!


Kernfakten zum Film

Titel: Venom

Originaltitel: Venom

Regie: Ruben Fleischer

Laufzeit: 113 Minuten

Erscheinungsjahr: 2018

Genre: Comicverfilmung


Handlung: Die Origin-Story, die zu spät kam

Der Film eröffnet mit dem Absturz einer Rakete der Life Foundation, die während einer Mission im All vier fremde Lebensformen, sogenannte Symbionten, gefunden hat. Drei der vier Symbionten können nach dem Absturz in die Obhut der Life Foundation gebracht werden. Ein Außerirdischer verschwindet jedoch …

Eddie Brock (Tom Hardy), ein in San Francisco lebender Enthüllungsjournalist gerät mit dem Vorsitzenden der Life Foundation, Dr. Carlten Drake (Riz Ahmned), aneinander als Eddie während eines Interviews Dr. Drake mit den Gerüchten über Menschenversuche, die sein Konzern betreibt, konfrontiert. Diese Konfrontation stellt sich als Untergang für Eddies Karriere heraus jedoch erhält er Unterstützung von Dr. Dora Skirth (Jenny Slate) um der Welt das wahre Gesicht ihres Chefs zu zeigen. Eddie bricht in die Labore der Life Foundation ein, wird dort aber mit dem Symbionten Venom infiziert. Das ungleiche Duo muss zusammenarbeiten sich vor der Privatarmee der Life Foundation zu wehren und gleichzeitig Carlton Drake aufhalten, der sinistere Pläne verfolgt.

Meine Meinung zum Film

Venom ist definitiv kein kompletter Reinfall, allerdings fehlt mir der „Wow Effekt“ den Deadpool vor einigen Jahren ausgelöst hat. Was ich dem Film zugutehalten muss, ist die Beziehung zwischen Eddie Brock und dem Symbionten Venom, die klar das Highlight des Films ist und diese beiden Figuren am besten ausbaut. Beide Figuren beeinflussen sich gegenseitig in ihrem Verhalten, was auch die Grundlage für den Humor des Films begründet.

Die Handlung orientiert sich teilweise an den Geschichten  „Venom: Tödlicher Beschützer“ und „Planet der Symbionten“ und das spiegelt sich auch der Darstellung des Titelgebenden Anti-Helden wider. In diesem Film ist Venom kein Superschurke, der der freundlichen Spinne aus der Nachbarschaft das Leben schwer macht, sondern ein zunächst bösartiges Alien, dass zum Anti-Helden und Beschützer von San Francisco avanciert. Leider werden die Beweggründe für Venoms Wandel nur rudimentär etabliert aber das ist nichts im Vergleich zum Klischeebeladenen Bösewicht Dr. Carlten Drake, der durchaus edle Ziele verfolgt, aber diese mit derart abgedroschenen Mitteln umsetzt, dass jeder andere böse Wissenschaftler die Augen verdrehen würde. Der Film an sich fühlt sich an einigen Stellen stark geschnitten an und gewisse Szenen und Ereignisse würden logischer wirken, wenn die jeweiligen Szenen länger wären. Aus Spoilergründen werde auf die genannten Szenen nicht genauer eingehen.

Was ich allerdings loben muss, ist die Darstellung von Venom an sich. Der Charakter erinnert mich gerade zu Beginn des Films an die Finsternis aus der Image Comicserie „The Darkness“ und in seinem vollen Ausmaß wirkt das Alien sehr imposant. Ein Detail, was mir gefällt ist, die offenkundig leicht flüssige Konsistenz seiner Haut wodurch Venom sehr lebendig wirkt. Wie ein außerirdischer Organismus, der seine Gestalt verändern kann.

Fazit

Zusammengefasst ist Venom eine solide Comicverfilmung dessen größte Stärke die Beziehung zwischen Eddie und Venom ist, während die größte Schwäche in der Handlung liegt. Der Plot braucht einige Zeit um in Fahrt zu kommen und sobald Venom zum ersten mal richtig in Erscheinung ist, wird der Film wirklich gut! Außerdem etabliert der Film gleich noch ein paar Figuren um Eddie Brock/Venom wie Carnage oder She-Venom, was definitiv Potenzial für weitere Filme bietet. Tom Hardy’s Darstellung als Venom hat mir sehr gut gefallen und die Rolle als düsterer Anti-Held, der das Recht trotzdem am rechten Fleck hat, passt zum Schauspieler.

Ich vergebe für Venom die Wertung bedingt sehenswert, da der Film zwar durchaus Spaß macht, aber das Genre sich seit Venoms ersten Auftritt stark weiterentwickelt hat.

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Hellboy Vol. 1: Seed of Destruction | Review

Titel: Hellboy Vol. 1: Seed of Destruction
Autor: Mike Mignola
Zeichner: Mignola
Verlag: Dark Horse Comics
Sprache: Englisch
Seiten: 128
Erschienen: 30. März 2004

Teil 2 des Halloween Specials auf meinem Blog. Dieses mal in der Kategorie Comic!


Um etwas Abwechslung in die Comic Reviews zu bringen habe ich mir ein paar Comics von anderen Verlagen, hauptsächlich Image, besorgt und da der Monat Oktober mit dem Thema Horror verbunden ist, bietet sich Mike Magnolas Hellboy Epos perfekt für eine Rezension an!

Kernfakten zum Comic

Titel: Hellboy Vol. 1: Seed of Destruction
Autor: Mike Mignola
Zeichner: Mignola
Verlag: Dark Horse Comics
Sprache: Englisch
Seiten: 128
Erschienen: 30. März 2004


Handlung

Wir schreiben das Jahr 1944. Das Dritte Reich steht mit dem Rücken zur Wand und droht den Zweiten Weltkrieg zu verlieren. Ein wahnsinniger Magier namens Grigori Rasputin beschwört ein Dämon um den Nazis mithilfe des Projekts „Ragna Rok“ doch noch zum Sieg zu verhelfen.

Die Beschwörung ist erfolgreich, aber statt einem Dämon wird ein teufelsähnliches Kind, genannt Hellboy, beschworen der in die Obhut des amerikanischen Professors Trevor „Boom“ Bruttenholm kommt.

Viele Jahre später ist aus dem Kind ein Erwachsener geworden und Hellboy ist Mitglied des BRPD, dem Bureau for Paranormal Research and Defense. Nach dem Tod seines Ziehvaters, Professor Bruttenholm, stellt Hellboy nachforschungen an und gelangt dabei zum alten Sitz der Familie Cavendish. Zusammen mit seinen Kollegen Abe Sapien und Liz Sherman wird das Trio von Lady Cavendish willkommen geheißen. Nachdem die Drei ihre Zimmer bezogen haben, beginnt der amphibische Abe Sapien seine Untersuchung während Liz verschwindet und Hellboy mit Froschdämonen kämpft.

Cavendish Hall entpuppt sich als Todesfalle und die drei BRPD Agenten müssen nicht nur gegen Froschdämonen kämpfen, sondern auch gegen Rasputin antreten und dessen irren Plan einen gottähnlichen Dämon zu beschwören, vereiteln.

Meine Meinung

Hellboy Vol. 1 glänzt durch eine umfangreiche und dichte Handlung, die im Horrorgenre zu Hause ist und sich am Werk des Großmeisters H. P. Lovecraft bedient. Dabei ist die Struktur sehr gelungen und auch die Spannung baut sich immer weiter auf bis zum epochalen Finale.

Neben der Handlung mit der cleveren Struktur gefällt mir der Zeichenstil extrem gut. Mike Magnola schafft es gekonnt markante Figuren mit albtraumhaften Monstern und bildgewaltigen Landschaften zu kombinieren. Diese Mischung wird noch intensiver durch den Einsatz dunkler Farbtöne, die eine unheilschwangere Atmosphäre erzeugen und perfekt als Umsetzung für jede klassische Horrorgeschichte, egal ob von Poe oder Lovecraft, dienen könnte. Interessant ist auch die Darstellung der Gesichter da der Zeichenstil keine detaillierten Emotionen zulässt aber die Figuren fremdartig faszinierend wirken lässt.

Fazit

Alles in allem bildet Seed of Destruction einen gelungenen Einstieg in die Hellboy-Serie, dessen Spannung sich kontinuierlich aufbaut und neben der interessanten Handlung mit äußerst starken Bildern glänzt!

Von mir erhält Hellboy Vol. 1: Seed of Destruction die Wertung lesenswert!

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Tom Clancy’s Jack Ryan (Amazon Original) Staffel 1 | Review

Name: Tom Clancy’s Jack Ryan
Staffeln: 1
Episoden: 8 in 1 Staffel
Sender: Amazon Video
Genre: Thriller

Nach Six Staffel 1 & 2 war meine Vorfreude auf Tom Clancy’s Jack Ryan groß und die Vorfreude wurde nochmal gesteigert, als ich den Trailer gesehen habe. Ob sich die Vorfreude bezahlt gemacht hat, erfahrt ihr jetzt!

Kernfakten zur Serie:

Name: Tom Clancy’s Jack Ryan

Staffeln: 1

Episoden: 8 in 1 Staffel

Sender: Amazon Video

Genre: Thriller


Handlung

Jack Ryan arbeitet seit 4 Jahren als Analyst für die CIA, hat einen Doktortitel in Ökonomie und war bei den Marines. Als er ein Muster in den Transaktionen und in der Kommunikation entdeckt, muss er seinen sicheren Schreibtisch verlassen um einen gefährlichen Terroristen, genannt Suleiman (Mann des Friedens), zu stoppen der einen vernichtenden Terroranschlag gegen die USA plant. Eine Hetzjagd durch Europa, den Nahen Osten und Afrika beginnt.

Meine Meinung

Die Serie bietet eine spannende Handlung mit interessantem Subplot, da der Zuseher nicht nur viel Zeit mit Jack Ryan (John Krasinski) und dessen Vorgesetzten James Greer (Wendell Pierce) verbringt, sondern auch den Gegenspieler Suleiman (Ali Suliman) und dessen Familie kennenlernt, die einen eigenen Nebenstrang spendiert bekommen. Interessant finde ich auch den Nebenstrang um den Drohnenpiloten Victor Polizzi, den der Krieg gegen den Terror sichtlich mitnimmt. Die Besetzung im Allgemeinen empfand ich als sehr gelungen, besonders John Krasinski verkörpert Jack Ryan hervorragend und schafft es durch seine Mimik sowie Ausstrahlung etwas Auflockerung in die ernste Thematik zu bringen. Aber auch die restlichen Schauspieler in der Hauptbesetzung, sowohl in Ryans Umfeld als auch im Lager der Terroristen, fügen sich stimmig ins Gesamtbild ein.

Neben einer spannenden Handlung sowie starken Besetzung ist die deutsche Lokalisierung sehr hochwertig und der Soundtrack unterstreicht die Höhepunkte in der Geschichte sehr stimmig. Ein weiterer Punkt, den ich loben muss ist die Variation an Schauplätzen. Die Serie spielt unter anderem in den USA, in Frankreich, Syrien und dem Jemen. Es ist dieser „internationale“ Aspekt, der mir auch bereits an der Serie Six so gefallen hat.

Fazit

Alles in allem ist Tom Clancy’s Jack Ryan eine gelungene Umsetzung der Vorlage von Altmeister Tom Clancy und zeigt einen jüngeren Jack Ryan in seiner Anfangszeit. Die Besetzung ist sehr stark und weiß zu gefallen ebenso wie Handlung, Soundtrack und Lokalisierung.

Ich vergebe für Tom Clancy’s Jack Ryan Staffel 1 das Prädikat sehenswert und freue mich auf Staffel 2!

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Exkurs: Conjuring Franchise | Gedankenspiel [Gastbeitrag von Ma-Go]

Vielen Dank an Ma-Go für diesen tollen Gastbeitrag und den Anfang des Halloween Specials 2018, was diverse Beiträge zum Thema Horror umfasst! 😊


Hallo liebe DerStigler-Leser,

ich bin Ma-Go vo Ma-Go Filmtipps und ich darf heute im Rahmen des Halloween Specials als Gastautor ein bisschen was über einen meiner Lieblingshorrorfilme und dessen Wirkung erzählen. Die Rede ist von „The Conjuring“ aus dem Jahr 2013, der mittlerweile eine ganze Reihe an Ablegern hervorgebracht hat. Im folgenden Beitrag möchte ich euch ein paar Hintergründe zum ursprünglichen Film von James Wan zusammenfassen und das Filmuniversum ein bisschen näher bringen, welches sich daraus entwickelte. Los geht’s!

In „The Conjuring“ geht es um die beiden Dämonologen Ed und Lorraine Warren (Patrick Wilson und Vera Farmiga), die sich darauf spezialisiert haben paranormalen Erscheinungen auf den Grund zu gehen. Die Filmfiguren der Warrens basieren auf realen Personen, die vor allem in den 1960er und 70er Jahren einige sog. Spukhäuser untersucht haben und ihre Erfahrungen und Ergebnisse später in Büchern veröffentlichten. Einige dieser Werke dienten bereits vor „The Conjuring“ als Vorlage für mehr oder weniger populäre Horrorfilme. Zu den bekanntesten Werken dürfte hier der Film „Amityville Horror“ aus dem Jahr 1979 zählen, der übrigens 2005 wenig erfolgreich neu verfilmt wurde. Im Laufe ihrer Karriere gründeten die Warrens zudem eine Art okkultes Museum, in dem verfluchte und übernatürliche Artefakte aufbewahrt wurden und noch heute werden. Eines dieser tatsächlich existierenden Objekte ist die besessene Puppe Annabelle, die auch in „The Conjuring“ einen unheimlichen Auftritt hat.

In „The Conjuring“ geht es um einen Fall der Warrens, den die „Geisterjäger“ in einem ihrer zahlreichen Berichte veröffentlichten. Darin geht es um eine Familie aus Rhode Island, die ihr neues Heim bezieht, um kurze Zeit später feststellen zu müssen, dass es dort spukt. In ihrer Verzweiflung nimmt die Familie Kontakt zu den beiden Dämonologen auf, die sich natürlich der Sache annehmen und das Haus untersuchen. Und so nimmt das Unheil seinen Lauf.

Was sich zunächst wie ein gewöhnlicher und bereits mehrfach gesehener Spukhausgruselfilm anhört, ist für mich einer besten Genrebeiträge der letzten Jahre. Auch wenn Regisseur James Wan in seinem Film keineswegs das Rad des Horrorfilms neu erfindet, beweist er ein sehr gutes Gespür für die Atmosphäre seines Films und ein exzellentes Timing der Schockmomente darin. Dazu kommt, dass „The Conjuring“ in einem Punkt den allermeisten Horrorfilmen haushoch überlegen ist. Und das sind die beiden Hauptfiguren des Films, Ed und Lorraine Warren. Ich gebe zu, dass ich ein großer Vera Famiga Fan und deshalb nicht ganz unvoreingenommen bin. Dennoch finde ich, dass beide Figuren vielschichtig und authentisch sind. Wo in anderen Horrorfilmen auf stereotype Charakterhülsen gesetzt wird, haben wir es in „The Conjuring“ mit „echten“ Menschen zu tun, die Angst haben, Zweifel an der Sinnhaftigkeit ihrer Arbeit haben und ständig zwischen der Gefahr des Jobs und deren Auswirkungen auf ihr Privatleben abwägen müssen.

The Conjuring“ kam bei Kritikern und Publikum so gut an, dass bereits kurz nach der Veröffentlichung des Films bekannt wurde, dass bereits mehrere Ableger des Kassenschlagers in Planung seien. Mittlerweile ist „The Conjuring“ der Kern eines stetig wachsenden Universums, über das ich euch einen aktuellen Überblick geben möchte.

2013 – The Conjuring

2014 – Annabelle

Nachdem die oben bereits angesprochene Puppe Annabelle dem Publikum in „The Conjuring“ das Fürchten lehrte, bekam sie prompt einen eigenen Film, in dem sie, vor den Ereignissen aus „The Conjuring“ angesiedelt, ein Ehepaar terrorisiert. Die Warrens tauchen hier nicht auf und abgesehen von der Puppe selbst basiert hier meines Wissens nichts auf wahren Begebenheiten.

2016 – The Conjuring 2

Hier geht es wie bereits in „The Conjuring“ um einen der dokumentierten Fälle der Warrens. Dieses mal reisen Ed und Lorraine nach England, wo sie dem berühmten Enfield Poltergeist auf den Zahn fühlen. Der Film spielt sechs Jahre nach den Ereignissen aus dem ersten Teil, nämlich im Jahr 1977. Hier taucht auch eine unheimliche Nonne auf, die wie Annabelle aus dem ersten Teil, später auch noch einen eigenen Film bekommen sollte.

2017 – Annabelle Creation

In diesem Film handelt es sich quasi um ein Prequel des Spin-Offs um die besagte Gruselpuppe. Klingt kompliziert ist aber im Grunde ganz einfach. Der Film spielt bereits im Jahr 1955. Die Warrens tauchen auch hier nicht auf. Dafür erfährt der Zuschauer alles über den Urspung der Puppe und wie alles begann.

2018 – The Nun

Erst vor wenigen Wochen kam mit „The Nun“ der bis hier her aktuellste Film der Reihe in die Kinos. Darin springen wir handlungstechnisch zurück ins Jahr 1951, wo in einem alten Kloster jene Nonne ihr Unwesen treibt, die wir bereits in „The Conjuring 2“ kennenlernen.

Für alle, die die Reihe chronologisch sehen wollen hier noch mal in der zeitlich richtigen Reihenfolge:

1951 – The Nun (2018)

1955 – Annabelle Creation (2017)

1970 – Annabelle (2014)

1971 – The Conjuring (2013)

1977 – The Conjuring 2 (2016)

Für die Zukunft wurde bereits offiziell bestätigt, dass das Conjuring-Universum um mindestens zwei Filme erweitert wird. 2019 soll mit „Annabelle 3“ die unheimliche Puppe zurückkommen, bevor wir 2020 mit „The Conjuring 3“ das dritte Abenteuer der Warrens erleben werden. Bis dahin habt ihr ja noch genug Zeit euch die bisherige Reihe in Ruhr zu Gemüte zu führen. Viel Spaß und angenehmes Gruseln wünscht euch

Euer Ma-Go

Habt ihr Filme des Conjuring-Universums gesehen? Was ist euer Favorit? Und wie steht ihr zum Thema Filmuniversen und -reihen?


Eigenwerbung von DerStigler

In eigener Sache!

Liebe Leserinnen und Leser,

es wird mal wieder Zeit etwas auf dem Blog zu verändern. Eigentlich wollte ich diese Umstellung erst Anfang 2019 einführen, aber der September hat mir gezeigt, dass es sinnvoller jetzt bereits damit anzufangen.

Es wird ab Oktober 2018 nicht mehr täglich einen Beitrag geben, weil ich mich lieber auf Qualität statt auf Quantität stützen möchte. Somit werden euch zwar weniger Beiträge erwarten, die nach Möglichkeit aber bedeutend wertiger und interessanter sein werden. Was definitiv erhalten bleiben wird, sind die klassischen Rezensionen in den Kategorien Film, Videospiel und Literatur aber besonders im Bereich Film möchte ich möglichst interessante Vertreter auswählen, über die nicht bereits mehrfach geschrieben wurde.

Die Beitragsserien Throwback Thursday, Fotografie, Wer ist..? und Loot of the Day bleiben erhalten, allerdings wird es keine Monatsrückblicke mehr in der klassischen Form geben, weil gerade diese Beiträge am lieblosesten waren.

Das Bloggen macht mir auch weiterhin extrem viel Spaß und freue mich euch in Zukunft mit klassischen Rezensionen und hochwertigeren Beiträgen zu beglücken.

Was ich im Oktober gern angehen möchte, weil es auch thematisch passt, ist die zweite Staffel meiner Rezensionsserie zu Re:Member und wie im September setze ich mir erneut 3 – 4 Videospiele, die ich durchspielen möchte.

Im September hatte ich mir folgende Spiele vorgenommen:

Im Oktober möchte ich folgende Spiele durchspielen:

  • Mega Man 11
  • Assassins Creed Odyssey
  • The World ends with you REDUX

Somit wäre eigentlich alles wichtige gesagt. Wir lesen uns im nächsten Beitrag und ich hoffe euch in Zukunft mit interessanteren und wesentlich hochwertigeren Beiträgen versorgen zu können.

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!