Ein kurzer Kommentar zu … Taran und der Zauberkessel

Vor einiger Zeit habe ich einen der wildesten Disneyfilme aller Zeiten gesehen, der sogar um 13 Minuten geschnitten wurde. Von Taran und der Zauberkessel war ich ehrlich gesagt positiv überrascht. Warum das so war erfahrt ihr nun in knackiger Form!

Taran ist ein Hilfsschweinehüter, der davon träumt ein großer Krieger zu werden. Als sein schutzbefohlenes Schwein Hen Wen eine Vision hat wird er damit beauftragt das Schwein in Sicherheit zu bringen. Natürlich scheitert der Auftrag und Hen Wen wird vom schrecklichen gehörnten König entführt. Auf Tarans Quest das Schwein zu retten und den gehörnten König zu besiegen findet er neue Gefährten, die sich mit ihm zusammen der Finsternis stellen …

Ich mag die Handlung des Films. Sie weist eine gewisse Epik auf, ähnlich wie Raya und der letzte Drache, ist aber wesentlich düsterer im Ton, als man es von Disney gewohnt ist.

Auch wenn der Film auf Kinderbüchern basiert, hätte ich ihn stilistisch und optisch eher in ein Dark Fantasy Setting für junge Erwachsene geschoben.

Die beiden obengenannten Gründe sind auch dafür verantwortlich warum sich Taran und der Zauberkessel trotz seines Alters noch frisch anfühlt aber auch roher als andere Werke des Mäusekonzerns. Kurz gesagt ist der Film erfrischend anders und durchaus einen Blick wert.

Ich hatte definitiv meinen Spaß!

Rot (Pixar Film 2022) | Review

Titel: Rot
Originaltitel: Turning Red
Regie: Domee Shi
Laufzeit: 100 Minuten
Releae: 2022

Rot aka Turning Red ist ein Film mit Roten Pandas über Rote Pandas von Pixar und das reicht eigentlich bereits aus um ein sehr guter Film zu sein. Okay, es gibt mehr über den Film zu sagen, aber da ich Rote Pandas gerade zu vergöttere, war meine Vorfeude entsprechend groß und im Vergleich zu Encanto (dem aktuellsten Disney Film) wurde ich hier vollends überzeugt!


Die dreizehnjährige Meilin Lee arbeitet im Tempel ihrer Eltern für ein gutes Verhältnis mit ihrer Mutter. Als diese sie einiges Tages vor ihrem Schwarm unbewusst bloßstellt, wird Meilin vom Geist eines Roten Pandas beseelt. Wann immer Meilin ab diesem Moment starke Emotionen fühlt, verwandelt sie sich in eine struppige Fellkugel. Das stellt ihr Familien- und Sozialleben vor eine schwere Herausforderung, die für ordentlich Chaos sorgt …

Wie man es von Pixar gewohnt ist, wird eine kinderfreundliche Geschichte erzählt, die aber auch Erwachsene zu unterhalten weiß. Gleiches gilt auch für den Humor, der den schmalen Grad der Wirksamkeit für Kinder wie Erwachsene mit Bravur meistert. Auch an Kreativität mangelt es Rot nicht, da der Film sowohl beim Setting, als auch der grundlegenden Thematik mit der Roten Panda Fixierung eine ideale Einbettung im Coming of Age Genre schafft.

Auch die Charaktere sind durchwegs sympathisch. Hier wird viel mit Stereotypen gespielt, was sehr gut funktioniert, da diese teils gnadenlos überzeichnet sind und somit fast wie Parodien auf klassische Figurenmodelle wirken.

Es gibt bei Rot auch einiges auf die Augen und Ohren. Die Animation des Films ist absolut großartig, was auch dem äußerst hochwertigen Art Design geschudelt ist. Bei Pixar schafft man es immer wieder optisch anspruchsvolle Filme zu kreieren und diese dann noch akustisch so hochwertig zu unterlegen. Der Soundtrack ist grandios, auch die deutsche Synchronisation braucht sich nicht zu verstecken!


Zusammengefasst ist Rot eine gewohnt hochwertige Produktion der Pixar Schmiede, die sich vor anderen Werken des Studios und der Konkurrenz nicht zu verstecken braucht. Für Fans von Animationsfilmen ist Rot eine Pflichtsichtung und wer ein Disney+ Abo hat darf sich diesen Film auch nicht entgehen lassen!

Ich kann Rot bedenkenlos empfehlen, nicht nur wegen der oben genannten Stärken, sondern auch wegen dem Umstand, dass die Roten Pandas im Fokus dieses Films stehen, und wer kann diesen süßen Kreaturen bitte widerstehen?

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

The Batman (2022) | Review

Titel: The Batman
Originaltitel: The Batman
Regie: Matt Reeves
Laufzeit: 177 Minuten
Release: 2022

Seit 3.3.22 läuft The Batman im Kino und ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass ich mich nicht auf diesen Film gefreut hätte. Bei kaum einem anderen Superhelden sind meine Erwartungen so hoch wie beim dunklen Ritter und mit diesem Film wird uns ein bildgewaltiges Epos präsentiert, welches den Batman-Mythos meisterhaft verarbeitet und mit weiteren Genres vermengt!


Gotham City wird von einer Mordserie erschüttert. Der Riddler tötet die Mächtigen der Stadt und hinterlässt Rätsel für Batman deren Lösungen zu einem Geheimnis führen, welches die Stadt in einen endlosen Abgrund werfen könnte. Batman muss sich dem Riddler entgegenstellen und dabei in die Abgründe der Stadt vordringen …

Das war nur eine sehr grobe Zusammenfassung, was aber nicht darüber hinweg täuschen soll, wie viel Tiefgang der Film bietet. Erzählerisch wird man von Minuten 1 an gefesselt, bis die Handlung in einem großen letzten Akt alle Fäden zusammenführt und ein Twist den nächsten Jagd.

Dabei fällt auch die lange Laufzeit kaum ins Gewicht, weil sich die Handlung einfach perfekt in die knapp 180 Minuten einfügt. Es gibt keine Fill oder sinnlose Szenen. Alles treibt die Handlung voran oder entwickelt die Figuren weiter, was Haupt- wie Nebenfiguren sehr facettenreich gestaltet.

Viele Elemente des Films basieren auf diversen klassischen Batman Comics, was für Fans nette Details bietet, Neulinge in den Batman Mythos einführt und allgemein die Atmosphäre weiter verdichtet. Ein Beispiel ist hierfür das entstehende Batmobil, was ein netter Verweis auf dem Umstand ist, dass sich Batman in seinem zweiten Jahr befindet und erst seine Ausrüstung zusammenbauen muss.

Einer der wichtigsten Aspekte von The Batman ist der Cast, welcher im Vorfeld für Skepsis sorgte. Meiner Meinung nach kann man alle Bedenken in den Wind schießen, da die Besetzung einfach nur grandios ist. Sei es Robert Pattinson, dessen Batman sich in einem Entwicklungsprozess vom Rächer zum Symbol befindet, oder Jeffrey Wright, der als James Gordon hinter der Maske Gothams und die Abgründe der Stadt, sowie der Mächtigen erkennt.

Die Schurkengalerie um Paul Dano (Riddler), John Turturro (Falcone) und Colin Farrel (Pinguin) weiß sehr zu gefallen, da sie sehr kontrastreich sind. Während Pinguin der Handlanger des viel gefährlicheren Falcone ist, dominiert der Riddler als ebenso genialer, wie gestörter Schurke die Riege an Feinden des dunklen Ritters. Im Zusammenhng mit dem Setting und der Handlung ist der Riddler auch die perfekte Wahl als Hauptschurke, da er als Spiegelbild des Jokers funktioniert.

Damit meine ich, dass der Joker Batman auf einer psychologischen Ebene fordert, während der Riddler sich auf intellektueller Ebene mit der alten Fledermaus misst. Somit ist die Wahl für einen Crime-Noir Thriller perfekt getroffen worden.

Abseits des Casts und der Handlung punktet The Batman mit einer äußerst dichten Atmosphäre und einer steil ansteigenden Spannungskurve, die sich immer wieder in gut gesetzten Spitzen entlädt. Dies geschieht entweder durch Plottwists oder äußerst wirkungsvolle Actionszenen, von denen es gemessen an der Laufzeit wenige gibt, aber jede ist dafür extrem wirkungsvoll!

Die finale Abrundung dieses Pakets bietet der überaus stimmige Soundtrack, der alles am Film noch wirkungsvoller macht!


Zusammengefasst ist The Batman eine herausragende Comicverfilmung, die frischen Wind ins Genre bringt, den Batman-Mythos grandios neuinterpretiert und dabei für jeden geeignet ist. Fans und Neulinge können diesen Film bedenkenlos sehen und kommen voll auf ihre Kosten aufgrund der oben genannten Stärken. Ich bin vollends von diesem Film überzeugt, da hier die Mischung aus Genrehybrid und detailverliebter Comicverfilmung perfekt getroffen wurde.

Wer den Film noch nicht gesehen hat, sollte dies schnell nachholen, da man hier ein einzigartges Werk im ansonsten eher stagnierenden Genre Comicverfilmungen erhält!

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Grease (1978) | Review

Titel: Grease (1978)
Originaltitel: Grease (1978)
Regie: Randal Kleiser
Laufzeit: 110 Minuten
Release: 1978

Ich bin nicht der größte Fan von Musicalfilmen, was seltsam anmutet, da ich Disneyfilme mit Gesang sehr mag, ABER dank meiner besseren Hälfte bin ich in den Genuss von Grease (1978), welcher auf dem 1971 erschienen Musical basiert, gekommen.

Mich hat Grease (1978) absolut begeistert und warum das so ist erfahrt ihr jetzt!


Die Handlung des Film verfolgt die Liebesgeschichte von Danny Zuko und Sandy Olsson. Beide lernen sich in den Sommerferien kennen und verlieben sich ineinander. Obwohl Sandy eigentlich nach Australien hätte zurück müssen, ziehen ihre Eltern überraschend um und sie besucht die Rydell Highschool.

Dort trifft sie Danny wieder und beide wollen ihre Romanze erneut aufleben lassen. Selbstverständlich läuft dies nicht problemlos und besonders die Einmischung der Gangs T-Birds, Pink Ladies sowie Scorpions sorgt für Chaos …


Grease (1978) schreit nach Nostalgie und schwingt die 50er Jahre Keule wie kaum ein anderer Film. Die Handlung ist simpel, macht aber Spaß und wird durch die zahlreichen Gesangseinlagen amgenehm aufgelockert. Beim Soundtrack besteht massive Ohrwurmgefahr und sie ergänzen auch wunderbar die Handlung des Films, was für eine angenehme Synergie sorgt.

Neben den zum Glück nicht übersetzen Songs verdient die Choreografie ein großes Lob, da diese großartig ist und die teilweise völlig abgedrehte Persönlichkeit der Figuren widerspiegelt. Generell mag ich das gewollte Overacting sehr, da dieses glaubhaft wirkt und die Charaktere wie aufgeweckte Schüler wirken.

Auch der Cast hat mir sehr gefallen, da dieser in Kombination mit der teils flappsigen Synchronisation äußerst sympathisch wirkt.


Alles in allem ist Grease (1978) ein absoluter Gute Laune Film, der über seine gesamte Laufzeit hinweg unterhält und neben Nostalgie viel Sympathie versprüht. Wer mit Musicalfilmen liebäugelt kann bedenkenlos reinschauen, aber auch Leute wie ich kommen auf ihre Kosten, da wir hier einen verdammt guten Film haben, welcher nicht umsonst zum Kultfilm wurde!

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Moonfall (2022) | Review

Titel: Moonfall
Originaltitel: Moonfall
Regie: Roland Emmerich
Laufzeit: 130 Minuten
Release: 2022

Ich hätte nicht geglaubt Moonfall im Kino zu sehen, aber auf den Vorschlag eines guten Freundes haben wir den Weg ins Lichtspielhaus aufgenommen und uns das neue Werk von Roland Emmerich „gegönnt“.

Was wirklich passiert, wenn der Mond auf die Erde kracht weiß niemand, aber Emmerich liefert eine trashige Antwort in Filmform ab, die gut beginnt, aber sich im Verlauf zieht wie ein Kaugummi …


Im Jahr 2011 wird eine NASA-Mission während einer Wartungsarbeit von Anomalie angegriffen. Dabei stirbt ein Astronaut. Jo Fowler übersteht die Mission, kann aber keine Aussage während der darauffolgenden Anhörung machen, da sie Bewusstlos war und dem Augenzeugen Brian Harper wird nicht geglaubt …

2021. Zehn Jahre später hat der Mond seine Bahn verändert und er bewegt sich spiralförmig auf die Erde zu. Das ungleiche Trio aus Brian Harper, Jo Fowler und dem Verschwörungstheoretiker K.C. Houseman fasst einen Plan die Erde zu retten!


Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht über die Handlung verraten, da diese trotz massiver narrativer Schwächen in den ersten beiden Akten eine relativ solide Geschichte erzählt. Im letzten Akt überlädt sich die Handlung selbst mit Exposition, was schlussendlich dazu führt, dass die „Mysthik“ aka Spannung gebrochen und der Film unnötig gestreckt wirkt.

30 bis 45 Minuten weniger hätten einerseits der Handlung geholfen, da diese entschlackt worden wäre und andererseits wäre das Tempo wesentlich höher, was in weiterer Folge der Spannung gut täte.

Abseits dieser gravierenden Probleme macht Moonfall eine relativ gute Figur was den Cast und die Inszenierung angeht. Erstgenannter Punkt zeichnet sich durch eine gute Chemie zwischen den drei Hauptfiguren und mit den zahlreichen Nebenfiguren aus, während der zweite Punkt sich auf die teils sehr starken Bilder bezieht. Ja das CGI sieht nicht wirklich gut aus, aber bei den wenigen Ausnahmen erreicht Moonfall eine gewisse Epik und Bildgewaltheit!


Zusammengefasst mag Moonfall über 2/3 Drittel seiner Laufzeit kein schlechter Film sein, aber besonders das Finale raubt dem Werk so ziemlich jede kleine Stärke. Dies führt dazu, dass der Film stark anfängt, aber nach hinten hin immer stärker abbaut, bis man sich am Ende fragt, wann der Krampf endlich endet. Ich kann den Film nicht wirklich empfehlen, da selbst mein Fanherz für Trash hier nicht genug Sympathie aufbauen kann. Ein Blick kann vielleicht nicht schaden, wenn man Moonfall für einen Filmabend sichten will, aber das wars dann auch bereits!

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

M.O.D.O.K. Staffel 1 | Review (Star Original)

Titel: Marvel’s M.O.D.O.K.
Folgen: 10
Staffeln: 1
Laufzeit: ca. 23 – 25 Minuten
Release: 2021

Ich LIEBE die Stop-Motion Technik. Diese Technik und der damit verbundene Stil haben für mich einen ganz eigenen Charme, welcher es schafft mich immer wieder zu begeistern. Außerdem mag ich es, wenn Marvel Projekte abseits des üblichen MCU Stils veröffentlicht. M.O.D.O.K. ist eines dieser Projekte und diese Serie macht verdammt viel Spaß!


Die Serie dreht sich um den Superschurken Modok (Mental/Mobile/Mechanized Organism Designed Only for Killing) und dessen Versuche die Herrschaft über seine Organisation A.I.M. zurückzuerlangen, damit er seinen Plan die Weltherrschaft weiter verfolgen kann.

Dabei muss sich Modok unzähligen skurillen Situationen stellen, sich mit seiner Familie beschäftigen und eine zeitreisende Version von sich selbst bekämpfen …


M.O.D.O.K. ist dieses eine andere Projekt von Marvel. Der Humor ist wesentlich derber als man es von aktuellen Serien Marvels gewohnt ist und vor Gewaltdarstellung schreckt man auch nicht zurück. Letzteres kann durch den Animationsstil massivst überzeichnet werden, was teilweise in Absurditäten mündet, die andere Vertreter des derben Humors überbietet.

Andererseits kann die Serie auch ernst sein und in einzelnen Episoden einiges an Tiefgang erreichen. Besonders im Staffelfinale fährt die Serie erzählerisch zur Höchstform auf und schließt die über mehrere Folgen aufgebaute Saga mit dem zeitreisenden Modok ab. Selbstverständlich wird dadurch der Weg zu einer zweiten Staffel geebnet.

Ich kann jedoch absolut nachvollziehen, wenn man nichts mit der Serie anfangen kann, da sowohl der Humor als auch der Animationsstil eher speziell sind. Dafür kann M.O.D.O.K. aber mit einer großen Portion Identität glänzen, da sie sich selbst von anderen R-Rated Comicverfilmungen abhebt!

Abschließend kann ich für M.O.D.O.K. eine Empfehlung aussprechen, wenn man kein Problem mit derben Humor, teils übertriebener Gewalt und der Stop-Motion Technik hat. Die Serie trifft einen speziellen Geschmack bei der Zielgruppe, aber mich hat dieses Machwerk an Absurditäten absolut gecatcht. Ich hoffe auf eine zweite Staffel und vertreibe mir die Zeit bis dahin mit Hit-Monkey!

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Ein kurzer Kommentar zu … Monster Hunter (Film)

Das Genre der Videospielverfilmungen ist schon sehr unterhaltsam, da man nie weiß, ob man einen guten Film (Sonic the Hedgehog, Tomb Raider v. 2018 und MortalKombat) oder kompletten Müll (Silent Hill: Revelation) bekommt. Besonders beim Regisseur Paul W. Anderson ist diese Unsicherheit überaus stark. Es dürfte also niemanden wundern, dass meine Erwartungen bei der Monster Hunter Verfilmung eher niedrig waren und trotzdem wurde ich enttäuscht. Ein wahres Kunststück!

Artemis kommandiert eine kleine Militärpatrouille, die eine verschwundene Einheit sucht, zu welcher der Funkkontakt abrupt gerissen ist. Durch einen mysteriösen Sandsturm gelangt die Truppe von Artemis in eine fremde Welt. Dort wird das Team von spinnenähnlichen Monstern attackiert, denen bis auf Artemis alle Soldaten zum Opfer fallen. Artemis überlebt die Kämpfe gegen die Monster und trifft auf Hunter. Nach anfänglichen Reibereien verbünden sich beide um in dieser Welt zu überleben …

Bei einer Laufzeit von 103 Minuten verplempert Monster Hunter einen Großteil seiner Laufzeit für den Kampf gegen die monströsen Spinnen, die sinnlosen Schlägereien mit Hunter und dem nichtaufbauen einer Handlung. Erst in den letzten 30 Minuten entwickelt sich langsam eine Handlung, die auch Elemente aus den Spielen nutzt, aber das rettet den Gesamteindruck auch nicht mehr. Die typischen Monster Hunter Elemente sind nette Gimmicks und lassen den Film als Ableger des Franchise durchgehen, aber die Handlung ist so belanglos wie sie nur sein kann. 

Die Figuren sind alle durch die Bank weg austauschbar und auch das Storytelling ist nicht wirklich vorhanden. Was hingegen gut funktioniert sind die Kämpfe und das Design der Monster. Ersteres verleiht dem Film etwas Tempo, was dringend benötigt wird, da der Rest bereits öde ist. Leider endet der Film plötzlich im Endkampf was auf eine Fortsetzung schließen lässt, die hoffentlich nicht kommt.

Zusammengefasst ist Monster Hunter kein guter Film. Er funktioniert als hirnloser Actionfilm ganz okay, aber selbst unter dieser Voraussetzung gibt es bessere Filme. Ich kann dieses Machwerk nicht wirklich empfehlen. Wenn man ihn gratis bei Netflix o.ä. sieht kann man ihn sich gönnen, aber es gibt definitiv bessere Alternativen!

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Star Trek: Enterprise | Logbucheintrag #1

Das Star Trek Franchise. Unendliche Weiten. Dies sind die Aufzeichnungen des Bloggers DerStigler, der seine ersten Schritte in diesem gewaltigen Universum tätigt.

Das Star Trek Franchise. Unendliche Weiten. Dies sind die Aufzeichnungen des Bloggers DerStigler, der seine ersten Schritte in diesem gewaltigen Universum tätigt.

Was die drei großen STAR Franchise angeht, war Star Wars lange Zeit mein Favorit, gefolgt von Star Gate und Star Trek kam zum Schluss, da ich mit diesem Franchise die wenigsten Berührungspunkte hatte. Dies hat sich durch meine bessere Hälfte geändert, welche mich in dieses Universum eingeführt hat und dank dem Input von Chris entstand der Titel „Logbucheintrag“ als exklusives Format, in dem ich meine Erfahrungen niederschreibe und somit mit neutralem Blick an diese umfassende Materie herangehe. Wie viele Beiträge es geben wird, kann ich nicht sagen, aber ich bin motiviert diese unendlichen Weiten zu entdecken!

Die Serie Star Trek: Enterprise ist eine Prequel Serie und ist im Zeitraum 2151 – 2155 und somit 90 Jahre nach dem ersten Kontakt mit der Spezies der Vulkanier. Auch wenn die Vulkanier wichtige Alliierte der Menschen sind, betrachten sie diese auch sehr argwöhnisch und besetzen den Posten des ersten Offiziers (& Wissenschaftsoffizier) mit T’Pol. Sie soll auch Beobachterin auf dem Schiff dienen. 

In den ersten beiden Staffeln dreht sich die Handlung um die ersten Erkundungen der Enterprise, den Kontakten mit andere Völkern, ersten kleineren Konflikten und der Vorstellung aller wichtigen Crewmitglieder, sowie dem sogenannten „Temporalen Kalten Krieg“. Während der Ton in den ersten beiden Staffeln noch relativ fröhlich ist, ändert sich dies ab Staffel drei. Nach einem verheerenden Angriff auf die Erde wird die Enterprise in die delphische Ausdehnung geschickt, um die Spezies der Xindi daran zu hindern eine Superwaffe zu bauen, welche die Erde vernichten kann.

Staffel 4 schlägt schließlich Brücken zu bekannten Star Trek Elementen, wie der Föderation freier Planeten, dem Eugenischen Krieg und dem dunklen Spiegeluniversum. Auch hier bleibt der Ton konstant düster, wodurch die Serie quasi in zwei Hälften geteilt wird; zumindest was die Tonalität angeht.

Ich muss gestehen, dass diese Serie wohl der perfekte Einstieg ins Star Trek Universum ist, da S.T. Enterprise eine handwerklich hervorragende Serie ist, sehr spannend geschrieben wurde und durch den durchwegs sympathischen Cast zu überzeugen weiß. Die deutsche Synchronisation verstärkt diesen Umstand nur noch. Auch wenn die einzelnen kleinen und großen Handlungsbögen schwanken, was Spannung und Epik angeht, so ist die Serie durchwegs sehr sehenswert und erinnert mich von der Struktur her an Star Gate SG 1. Während die ersten Folgen eher lose miteinander verknüpft sind, bilden sich immer komplexere Handlungsbögen heraus, auf die auch später noch Bezug genommen wird.

Dazu kommen viele Details, wie kleine Veränderungen am Aussehen der Figuren im Verlauf der Staffeln, oder die stetige Ausarbeitung der Hauptfiguren, was diese vertieft und im Lauf der Serie teilweise sehr stark verändert.

Alles in allem ist Star Trek: Enterprise eine sehr unterhaltsame Sci-Fi Serie und die gerade für Neulinge interessant. Es fehlen zwar noch viele grundlegende Elemente im Universum, aber im weiteren Verlauf sind dafür die Grundsteine gelegt und als Neulinge wächst man quasi mit der Crew der ersten Enterprise mit.

Ich kann diese Serie empfehlen und vom aktuellen Standpunkt aus hat sich dieser Erstkontakt mit dem Universum wirklich gelohnt!

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Star Wars Visions (Disney+ Original) | Review

2021 ist ein großartiges Jahr für mein Star Wars Fandom. The Mandalorian hat mein Fandom geheilt. Mit Rogue One & Solo habe ich zwei großartige Filme gesehen (Beiträge folgen bei Zeiten) und mit Star Wars Visions wurde ich ebenfalls sehr gut unterhalten. Außerdem bildet diese Anthologie-Serie den Auftakt zur nächsten Anime-Offensive mit dem Unteritel GX!

Wie beim letzten Mal werde ich in regelmäßigen Abständen diverse Anime in formatübergreifenden Beiträgen vorstellen und die diesmalige Laufzeit beträgt ein Jahr. Sprich von Dezember 2021 bis Dezember 2022. Genug davon, es geht um Star Wars!


In Star Wars Visions präsentieren 9 Animestudios je einen Kurzfilm, der im Star Wars Universum angesiedelt ist. Die einzelnen Kurzfilme sind völlig autark zueinander und gehören nicht zwangsläufig zum offiziellen Kanon.

Warum die Medien Anime & Star Wars nicht früher kombiniert wurden ist mir nach dieser Serie schleierhaft. Ja die Qualität der einzelnen Folgen schwankt mitunter aber was gelegentlich an Qualität fehlt wird mit Kreativität ausgeglichen. Zentrale Themen sind der Kampf zwischen Jedi & Sith oder die Herrschafft des Imperiums, aber trotzdem erzählen die einzelnen Folgen grundlegend interessante Geschichten.

Besonders die Folgen „Das Duell“, „Die neunte Jedi“, „TO-B1“ & „Der Alte“ teilen sich das Thema Jedi vs Sith, sind aber stilistisch äußerst hochwertig und erzählen dabei spannende Geschichten, die auch für sich als Serie stehen könnten. Dies gilt aber auch für die Folge „Tatooine Rhapsodie“, die thematisch eine völlig andere Richtung einschlägt und die Musik in den Fokus stellt.

Die deutsche Lokalisierung ist sehr hochwertig und die Figuren sind durchgehend sehr gut mit Sprechern besetzt von denen ich das Gefühl habe, sie wissen über was sie sprechen. Auch der Soundtrack ist hörenswert und passt perfekt zum japanisch angehauchten Star Wars.

All diese Punkte führen mich zu einer essenziellen Frage; kann ich Star Wars Visions empfehlen? Ja kann ich!

Auch wenn die Serie qualitativ schwankt, ist sie breit genug gefächert, um für Jeden etwas zu bieten. Sowohl alte wie neue Fans können ihren Spaß mit der Serie haben und besonders die diversen Duelle in der Serie sind mehr als sehenswert. Wer also Interesse an einer japanischen Interpretation des Star Wars Mythos hat kann hier bedenkenlos reinschauen.

Das war von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Der etwas andere Weihnachtsfilm! | The Nightmare before Christmas Review

Dieser Beitrag ist ein Teil von buchperlenblogs Adventkalender und wenn ich schon kein Weihnachtsspecial mache, kann ich mich zumindest an einem tollen Projekt beteiligen. Danke dafür an dieser Stelle!

Ich will seit Jahren einen Beitrag zu Henry Selicks Grusical, basierend auf einer Tim Burton Geschichte, schreiben und was bietet sich besser an als die besinnliche Weihnachtszeit? Zu Halloween kann jeder einen Kommentar zu Nightmare before Christmas ablassen und etwas ähnliches denkt sich auch der Protagonist des Films Jack Skellington.

Er ist der Kürbiskönig von Halloween Town und ein Vorbild für jeden. Jack verfällt jedoch in Melancholie, da er es leid ist jedes Jahr dasselbe zu tun. Während eines Waldspaziergangs findet er einen Baumkreis. Jeder Baum steht für einen anderen Feiertag und Jack landet in Christmas Town, der Weihnachtsstadt. Völlig begeistert von der bunten Umgebung und der heiteren Stimmung beschließt Jack seine Mitbewohner von Halloween Town dazu zu bewegen selbst Weihnachten zu feiern. Als er im Zuge der Vorbereitungen auch noch den Weihnachtsmann entführen lässt beginnt der Albtraum vor Weihnachten …


Die größte Stärke von Nightmare before Christmas ist die morbide aber auch magische Atmosphäre, welche sich immer in Projekten wiederspiegelt in die Tim Burton involviert ist. Alles wirkt liebevoll und gleichzeitig angenehm gruselig. Ich meine, wie viele Filme schaffen es albtraumhafte Monster als putzige Helfer oder gar als sympathischen Helden darzustellen?

Vielleicht ist es auch die Mischung aus Halloween (das Gruselwusel Fest) und Weihnachten (als Teil der Raunächte, die ebenfalls gruselig sind), welche den atmosphärischen Reiz des Films ausmacht. Es fallen definitiv mehrere Segmente zusammen, die die Atmosphäre so dicht machen.

Man bezeichnet den Film gern als „Puppen Grusical“, da Gesangseinlagen vorkommen, das Setting eher ins Horrorgenre gehört und die Figuren durch Stop-Motion zum Leben erweckt werden. Diese Mischung, mit vielen Verweisen auf andere Genres, funktioniert ebenso gut wie die facettenreiche Atmosphäre und harmoniert mit dieser einfach großartig.


Abschließend kann ich nur meinen Hut vor Henry Selicks Arbeit ziehen. Besser hätte es Meister Burton nicht machen können. Der Film nutzt bekannte Elemente der Burton Werke, kriegt dabei die Identität seines Schöpfers aufgedrückt und bietet zahllose Details in denen man sich verlieren kann. Nightmare before Christmas ist nicht nur ein großartiger, sondern auch ein zeitloser Film, welcher auch nach knapp 30 Jahren nichts von seiner Magie verloren hat.

Für Jung & Alt geeignet kann sich Nightmare before Christmas auch mit den großen Kinderfilm-Klassikern aus dem Osten wie Westen messen, selbst wenn das Setting spezieller ist aber es sind die vielen besonderen Kleinigkeiten des Films, welche eine Sichtung (oder viele weitere) immer sehenswert macht!

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Ein kurzer Kommentar zu … The Last Duel

Ridley Scott gehört meiner Meinung nach zu den größten Filmemachern aller Zeiten und hat weithin bekannte Klassiker aber auch versteckte Perlen erschaffen. Mit The Last Duel begibt sich Meister Scott ins Mittelalter und erzählt die Geschichte zwei Adeliger im Kampf durch Gottesurteil!

Frankreich am 29. Dezember 1386. Ser Jean de Carrouges hat den Junker Jacques Le Gris (sein ehemaliger bester Freund) angeklagt, da seine Frau Marguerite de Carrouges behauptet von Le Gris vergewaltigt worden zu sein. Im Zuge des Gerichtsprozesses wurde mit Zustimmung des Königs Karl VI ein Schiedskampf durch Gottesurteil entschieden. Eine Partei (de Carrouges oder Le Gris) lügt und der Sieger des Duells auf Leben und Tod wird die Wahrheit sprechen durch Gottes Entscheidung …

The Last Duel lebt von zwei Symmetrien, die den gesamten Film beherrschen. Einerseits die Erzählung der Handlung aus der Sicht der drei Hauptfiguren, was in Kapiteln geschieht, und andererseits das Zusammenspiel der drei Hauptdarsteller Matt Damon (Jean de Carrouges), Adam Driver (Jacques Le Gris) sowie Jodie Comer (Marguerite de Carrouges). Auch wenn die Gesamtlaufzeit mit 153 Minuten etwas zu lang ist, um die Spannung permanent zu halten holt das Duell am Ende alles raus und liefert einen harten Kampf ab, bei dem man sich an Game of Thrones erinnert fühlt.

Allgemein ist die Tonalität von The Last Duel sehr düster wirkt dafür aber glaubhaft und ist herrlich dreckig. Somit lässt sich abschließend sagen, dass ich eine Lanze für The Last Duel brechen muss. Trotz einer gewissen Länge macht der Film verdammt viel Spaß und unterhält bis zum titelgebenden Duell am Ende sehr gut. Für Mittelalter-Fans ist der Film ein wahres Fest, aber wer historische Dramen mag, kann gern reinschauen. Ich habe die Sichtung nicht bereut!

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Ein kurzer Kommentar zu … R.I.P.D. – Rest in Peace Department

Comicverfilmungen außerhalb des Dunstkreises von Marvel/Disney und DC/Warner haben es oftmals sehr schwer. Egal ob es um die Erschaffung einer stabilen Fanbase geht oder die Anerkennung von Pressestimmen. Dazu kommt auch der zu erwartende Mangel an Vetrauen in die Marke, siehe Dredd als bestes Beispiel.

Heute geht es mir um R.I.P.D. – Rest in Peace Department, basierend auf der gleichnamigen Comicserie des Dark Horse Verlags und dieser Film kann trotz seines eher schlechten Rufs untehalten. Warum? Nun das kläre ich jetzt auf!

Nachdem Detective Nick Walker von seinem Partner während eines Einsatzes erschossen wird und im Jenseits landet, wird er dem R.I.P.D. als Partner von Sheriff Roy Pulsifer zugeteilt. Die beiden haben die Aufgabe dämonsiche Seelen aufzuspüren und dem jüngsten Gericht zuzuführen. Während ihrer Arbeit stößt das ungleiche Duo jedoch auf eine Verschwörung, die beide Welten ins Chaos stürzen könnte …

Ich kenne die Comicvorlage zum Film nicht und kann daher keinen Vergleich ziehen, aber R.I.P.D. kann Spaß machen, sofern man die Erwartungen zurückschraubt. Der Film ist typisches Popcorn Kino und das ist vollkommen okay.

Als Highlight des Films kann man die Symmetrie von Ryan Reynolds, Jeff Bridges und Kevin Bacon ansehen. Diese drei Schauspieler liefern jeweils eine tolle Performance ab und haben auch eine gute Chemie zusammen.

Bereue ich die Sichtung von R.I.P.D.? Nein tue ich nicht. Er ist kein Meisterwerk, aber ein lustiger Action-Film für einen Filmabend und manchmal reicht das völlig aus, selbst für eine Comicverfilmung. Man muss nicht mit jedem Vetreter das Genre komplett neu erfinden!

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Ein kurzer Kommentar zu … Willy’s Wonderland

Nicolas Cage ist DER Schauspieler für Filme, die unter dem Radar fliegen. Mit Mandy und die Farbe aus dem All hat Meister Cage für mich bewiesen, dass er nicht nur in großen Filmen glänzen kann, sondern auch in kleineren Werken eine starke Performance abliefert. Mit Willy’s Wonderland wird ein weiterer Film aus diesem Spektrum hinzugefügt.

Nachdem sein Auto eine Panne erleidet landet der namenlose Protagonist (Nicolas Cage) in Hayesville, Nevada. Um die Reparatur für das Auto zu bezahlen wird ihm die Reinigung des verlassenen Lokals Willys Wonderland als Nachtarbeit angeboten. Der Protagonsit nimmt den Deal an. Über Nacht soll er das Lokal reinigen und Morgen bekommt er seinen reparierten Wagen. Der Haken an der Sache ist die Truppe von Killerrobotern (mechanische Stofftiere), die das Willys Wonderland bewohnen …

Okay, Willy’s Wonderland ist die Five Nights at Freddy’s Verfilmung, nach der nie jemand gefragt hat und nein, es gibt keine Bezüge zum genannten Videospiel-Franchise, ABER verdammt funktioniert der Film gut. Die Handlung ist sehr simpel und macht Spaß während Nicolas Cage eine äußerst interessante Performance abliefert. Ohne Text und nur mit einer stoischen Miene macht er den mörderischen Puppen das Leben schwer, während er seinem Job nachgeht.

Der Rest des Casts ist ebenfalls sehr solide, aber auch die restlichen Aspekte des Films funktionieren hervorragend miteinander. Besonders der Soundtrack und die Effekte sind absolut top.

Zusammengefasst ist Willy’s Wonderland ein kleiner, skurriler, aber sehr sehenswerter Film, dessen Zielgruppe wohl eher klein ist, aber wer sich mit absurden Horror-Komödien anfreuden kann, sollte einen Blick (oder zwei) riskieren.

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Finch (Apple Original Films) | Review

Titel: Finch
Originaltitel: Finch
Regie: Miguel Sapochnik
Laufzeit: 115 Minuten
Release: 2021

Finch ist der Grund warum ich mein Apple TV Abo reaktiviert habe und das sagt wohl schon einiges aus, da dieser Streamingdienst für mich seit der Veröffentlichung das Schlusslicht unter den Anbietern dargestellt hat. Ein Blick auf das offizielle Poster hat allerdings mein Interesse geweckt und die Sichtung hat sich definitiv gelohnt!


In einer dystopischen Zukunft ist ein Großteil der Welt durch eine Sonneneruption in eine unbewohnbare Wüste geworden. Starke ultraviolette Strahlung und Temperaturen von über 65 Grad sind ebenso normal wie extreme Wetterphänomene.

Der Robotik-Ingeneur Finch lebt mit seinem Hund Goodyear in seinem unterirdischen Labor des Unternehmens für das er einst gearbeitet hat. Aufgrund einer schweren Erkrankung baut er einen Roboter, der sich um Goodyear kümmern soll, falls Finch stirbt.

Eines Tages wird St. Louis, die „Festung“ von Finch, zur möglichen Todesfalle da 15 extreme Wetterphänomene im Stadtgebiet aufeinanderprallen werden, was einen Megasturm entfesseln würde.

Also machen sich Finch, Goodyear und Jeff (so nennt sich der Roboter) auf den Weg nach Westen. San Francisco wartet …


Erzählerisch setzt Finch keine neuen Akzente, da man die Handlung und Elemente daraus bereits aus anderen Filmen wie I Robot, I am Mother oder Wall-E kennt. Das ist aber nicht wirklich schlimm, denn Finch ist ein Film mit viel Herz und im ansonsten episch angelegeten Sci-Fi- bzw Weltuntergangssetting ist das eine willkommene Abwechslung. Über weite Strecken ist der Film angenehm ruhig und verzichtet auf Actionszenen, was auch eine überraschende Stärke ist.

Finch verbindet die Genres Science-Fiction, Road Movie und in kleinem Maße Coming-of-Age miteinander, was wunderbar harmoniert und dem Film seine ebenso heitere wie traurige Atmosphäre verleiht.

Die größte Stärke des Films bildet das Trio der Hautpfiguren. Goodyear ist einfach ein Hund, bildet aber das Kernstück der Handlung, denn sein (Über)Leben gilt als höchstes Ziel für Finch und Jeff. Tom Hanks liefert als Ingeneur Finch eine großartige Performance ab und verkörpert einen Einzelgänger, der sich nichts aus Teamplay macht, aber eine enge Bindung zu Goodyear hat.

Jeff ist auf einer Metaebene der Vorläufer großer Roboter des Kinos wie C-3PO oder Wall-E. Durch sein kindliches Wesen muss Jeff noch viel über die Welt lernen und die simple Symmetrie mit dem Mensch Finch ist genial. Während sich menschliches Leben dem Ende nähert wird das maschinelle Leben langsam lebensfähig. Die Figur Jeff ist von Anfang an sympathisch und wird sehr schnell die zentralste Hauptfigur.

Während der Reise nach San Francisco präsentiert Finch wunderschöne, menschenleere Landschaften und vermittelt äußerst glaubhaft den Charakter eines Road Movies. Dadurch erhält der Film auch Eigenheiten eines Kammerspiels und die Atmosphäre von Finch wird durch diese Reise umso dichter. Der absolut hörenswerte Soundtrack tut sein übriges!


Zusammengefasst ist Finch ein absolut sehenswerter Genrehybrid dessen Schlichtheit seine größte Stärke ist. Der Film verfügt über viel Herz und selbst wenn man alles bereits woanders gesehen hat, wird dennoch von der Symmetrie der Figuren gerührt sein. Ich kann den Film ohne Bedenken weiterempfehlen, da man hier ein rundes Werk bekommt, dessen Ruhe ein angenehmer Kontrast zum normalerweise actionlastigen Science-Fiction ist.

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Mortal Kombat (2021) | Review

MORTAL KOMBAT (stellt euch jetzt bitte die MK Titelmelodie vor) ist die dritte Live Action Adaption der Prügelspiel Serie für‘s Kino und ich muss gestehen, dass ich mit dem Mortal Kombat Franchise bisher kaum was anfangen konnte.

Meine Berührungspunkte mit den Spielen beschränken sich auf Teil 9 & 10 sowie den Cousins Injustice 1 & 2. Letztere haben aber auch nur das Gameplay mit der Reihe gemeinsam. Trotz dieser geringen Berührungspunkte habe ich dem Film eine Chance gegeben und ich wurde äußerst positiv überrascht!

Unsere Geschichte beginnt im 17. Jahrhundert und erählt den Höhepunkte der Fehde zwischen Bi-Han und Hanzo Hasashi, den späteren Kriegern Sub-Zero und Scorpion (später mehr dazu).

In der Gegenwart hat die Erde aka Earthrealm bereits 9 von 10 Mortal Kombat Turniere verloren. Wenn die Erde 10 Tuniere in Folge verliert wird sie von Outworld erobert. Der seelenfressende Magier Shang Tsung schickt seinen Assassinen Sub-Zero zur Erde, um eine alte Prophezeiung zu verhindern, welche das Kommen neuer Champions ankündigt, die das Tunier gewinnen könnten. Ein besonderes Drachenmal dient als Zeichen für alle neuen Champions.

Der ehemalige Profi-MMA Kämpfer Cole ist einer dieser Champions. Als er von Sub-Zero attackiert wird, rettet ihn der Söldner Jax, welcher ihm den Auftrag gibt seine Partnerin Sonya zu finden.

Nach einigen Schwierigkeiten gelangen Cole, Sonya, Jax und der zwielichtige Kano zum Tempel von Raiden, dem Schützer von Earthrealm. Dort werden sie von Raiden, Liu Kang und Kung Lao zu Champions trainiert und rüsten sich für die Schlacht gegen Champions von Outworld, welcher zu Beginn alles andere als fair verläuft. Doch durch eine Idee von Cole erzwingen die Krieger der Erde das Tunier, was Shang Tsung zu verhindert versuchte …


Mortal Kombat (2021) ist eine großartige Videospielverfilmung, setzt aber einiges an Vorwissen voraus. Besonders die Figuren aus dem MK sollte man bereits kennen, da es zwar Charakterentwicklung und Tiefgang gibt, aber dieser nicht im Fokus steht.

Im Mittelpunkt stehen die Kämpfe und das namensgebende Turnier, wobei sich der Film, trotz des vorausgesetzten Vorwissens, genug Zeit nimmt um die grundlegenden Dinge zu erklären. Dies ergibt auch die Erfindung des neuen Charakters Cole, da diesem „Neuling“ alles erklärt werden muss (oder zumindest was die Macher für wichtig hielten) ohne, dass sich die ZuseherInnen dämlich vorkommen.

Das absolute Highlight des Films ist meiner Meinung nach die Sub-Zero & Scorpion Fehde. Diese ist nicht nur der perfekte Einstieg im Film und eines der Highlights im Finale, sondern könnte etwas ausgebaut auch sein eigenes Spin-off sein. Natürlich sind auch die brutalen Kämpfe, berühmten Sätze aus den Filmen und die speziellen Angriffe aus den Videospielen mit dabei.


Mortal Kombat (2021) ist ein Liebesbrief an die Fans und abseits davon ein sehr guter Film. Akustisch wie optisch recht hochwertig, mit vielen Querverweisen auf die Vorlagen und dazu mit Humor garniert ist Mortal Kombat (2021) ein sehenswerter Film, dem leider eine gewisse Einsteigerfreundlichkeit fehlt. Gönnen kann man ihn sich aber definitiv!

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Eine Woche in der Filmhölle: Dragon Ball Evolution

Herzlich Willkommen zum ersten Tag der „Filmhölle“! Ihr habt mir eine große Auswahl von euren Hassfilmen geschickt und daraus habe ich nun sieben …

Eine Woche in der Filmhölle: Dragon Ball Evolution

Danke für die Aufnahme meiner „Empfehlung“ in dieses Projekt. 🙈

Nightbooks | Review | Netflixers #33

Titel: Nightbooks
Originaltitel: Nightbooks
Regie: David Yarovesky
Laufzeit: 103 Minuten
Release: 2021

Der Oktober ist ja der Monat des Gruselns und demnach passt es auch Beiträge mit „gruseligen“ Themen zu verfassen. Nightbooks ist ein Fantasy-Horrorfilm basierend auf dem gleichnamigen Jugendbuch.

2021 unter der Regie von David Yarovesky (produziert von der Legende Sam Raimi) für Netflix erschienen zeichnet sich der Film durch die Eigenschaft des „kindgerechten Horrors“ aus. Damit meine ich die Mischung aus kindlicher Fantasie gepaart mit einer Prise Horror, der jedoch genauso hart ist, wie es Jugendliche verkraften sollten.

Worum gehts in Nightbooks? Der junge Horrorfan Alex gerät durch eine Verkettung dummer Zufälle in das Apartment der Hexe Natacha und wird von ihr als Geschichtenerzähler versklavt. Er muss ihr jeden Abend eine neue Geschichte erzählen oder die schrecklichen Konsequenzen ertragen. Im Apartment lernt er auch das Mädchen Yazmin kennen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten beschließen die Beiden sich aus der Sklaverei zu befreien. Das erweist sich nicht nur schwerer als erwartet, sondern offenbar mehr als erwartet …

Ich mag Nightbooks. Der Film hat ein großartiges Tempo und entwickelt sich erzählerisch sehr gut. Vom eher traurigen Anfang über den gruseligen Mittelteil bis zum großen Finale bietet der Film nicht nur eine breite Palette an Emotionen, sondern auch eine spannende Geschichte, welche die Frage „wer bin ich?“ aufwirft und sie (für den Film) befriedigend beantwortet.

Den Cast empfinde ich als sehr sympathisch, wobei dieser schön kompakt ist. Alle drei Hauptdarsteller haben eine tolle Chemie miteinander und besonders Krysten Ritter geht in ihrer Rolle als grausame, exzentrische Hexe vollends auf. Auch die Effekte können sich sehen lassen. Besonders die „Monster“ sorgen mit dem mysteriösen Apartment, sowie der dunklen Tonalität für eine dichte Atmosphäre.

Letztere nimmt besonders zum Ende hin düstere Züge an und man merkt besonders hier die Produzentenarbeit von Horrormeister Sam Raimi.

Zusammengefasst ist Nightbooks ein toller Gruselfilm für Jung & Alt, der auch Leuten gefallen kann, welche eher weniger mit dem Horrorgenre anfangen können. Ich kann den Film definitiv weiterempfehlen und bedanke mich für die Aufmerksamkeit.

Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Ein kurzer Kommentar zu … Das schaurige Haus

2021 ist wohl das interessanteste Filmjahr seit langer Zeit für mich. Ohne die Kinos (oder zumindest in sehr eingeschränkter Form) findet sehr viel über Streamingdienste statt. Somit konnte ich einiges Filme des letzten Jahres nachholen, unter anderem das schaurige Haus, ein Gruselfilm aus Österreich, welcher sehr gute Kritiken eingefangen hat, aber für mich eine herbe Enttäuschung war.

Okay bei Horrorfilmen habe ich ohnehin keine hohen Ansprüche mehr und auch, wenn der Film ein paar Dinge gut macht ist er einfach zu langatmig, um bis zum Ende zu unterhalten. Dabei folgt der Film relativ streng das Konzept moderner Horrorfilme, was bereits bei der Handlung anfängt. Eine Familie (Mutter und zwei Söhne) aus Deutschland zieht in ein ländliches Dorf in Kärnten, weil die Mutter dort eine neue Arbeit bekommen hat. Sie ziehen in ein altes Haus, dass der Schauplatz eines Mordes war und von Geistern heimgesucht wurde. Die beiden Söhne gehen mit neu gefundenen Freunden dem Spuk auf den Grund und decken dabei den wahren Ablauf des Verbrechens auf.

Erzählerisch durchaus interessant, wenngleich nicht neu, aber leider relativ gezogen da die Handlung keinerlei neue Akzente in Genre setzt außer dem österreichischen Dialekt aber den hört man auch in anderen (Grusel)Filmen aus der Alpenrepublik. Auch die Schauspieler liefern eine solide Performance ab aber ebenso wie die „Horror-Effekte“ ist daran leider nichts besonderes oder gruseliges. Was ich dem Film aber zugute halten muss und hier funktionieren alle Komponenten, die einzelnen an Problemchen, sehr gut zusammen, ist die Atmosphäre des Films. Diese ist von Anfang an angenehm düster, teils bedrückend und auch etwas traurig. Hier holt das schaurige Haus einiges raus, aber das rettet den Gesamteindruck nicht.

Alles in allem ist das schaurige Haus kein schlechter und hat nette Ansätze bleibt aber am Ende des Tages ist der Film recht zäh und für seine relativ lange Laufzeit, gemessen am Horrorgenre Durchschnitt, zu langatmig. Eine Empfehlung kann ich nicht wirklich aussprechen aber wer einen deutschsprachigen Gruselfilm sehen will, kann ihn auf Netflix streamen.

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Ein kurzer Kommentar zu … Mandy

Zwei Genres, die sehr gut zusammenpassen sind Horror & Fantasy. Entweder als Dark Fantasy zusammen gemischt oder einzeln mit den jeweiligen Elementen aus dem anderen Genre funktioniert der Mix eigentlich sehr gut. In der ersten Jahreshälfte 2021 habe ich den Mandy von 2018 nachgeholt und das war ein echt wilder Ritt, was bereits bei der Prämisse anfängt.

Im fernen Jahr 1983 lebt der Holzfäller Red mit seiner Frau Mandy in einer abgeschiedenen Hütte. Eines Tages wird Mandy von Jeremiah, dem gestörten Anführer einer Endzeitsekte, entdeckte und dieser will die Frau für sich haben. Also der Irre ein paar dämonenhafte Biker, die völlig unter Drogen stehen, zum Haus des Pärchens um Mandy zu entführen. Es läuft nicht alles wie geplant, Mandy wird bei lebendigem Leib verbrannt und Red begibt sich auf einen blutigen Rachefeldzug gegen die Sekte und die Biker.

Mandy ist eine verdammt ambitionierte Hommage an die Ära des Videotheken-Horrors (1980er), wo man sich stumpfe und brutale Filme noch in der Videothek ausgeliehen hat. Allerdings ist der Film sehr hochwertig produziert und zelebriert durchgehend eine eigene Ästhetik, welche die „alten Vibes“ der 80er Jahre Horrorfilme neu aufleben lässt und dabei seine Märchenhaftigkeit auf Händen trägt. Irgendwo zwischen Horrorfilm-Hommage der 80er Jahre, düsterem Fantasyfilm & Barbarenfilm angesiedelt findet Mandy seinen eigenen Platz in der modernen Filmlandschaft.

Ich kann den Film definitiv empfehlen, da man so einen wilden Genremix nur sehr selten finden wird!

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Raya und der letzte Drache | Review

Titel: Raya und der letzte Drache
Originaltitel: Raya and the Last Dragon
Regie: Paul Briggs & Dean Wellins
Laufzeit: 107 Minuten
Release: 2021

Mit Raya und der letzte Drache macht Disney einiges anders, als man es bisher gewohnt war. Weg vom klassischen westlichen Fantasy. Kein Märchen, oder eine Erzählung und kein Gesang, obwohl letzteres sehr gut gepasst hätte. Trotz seiner erfrischenden Ansätze ist Raya und der letzte Drache kein Meisterwerk, aber ein weiterer Schritt in die richtige Richtung der kommenden Disney-Animationsfilme!


Kernfakten vom letzten Drachen

Titel: Raya und der letzte Drache
Originaltitel: Raya and the Last Dragon
Regie: Paul Briggs & Dean Wellins
Laufzeit: 107 Minuten
Release: 2021

500 Jahre vor Beginn der Handlung: Die Menschen des Landes Kumandra leben in Harmonie mit den Drachen, deren Magie die Natur beeinflusst. Eines Tages tauchen die finsteren Druun auf und bringen Schrecken über die Menschen indem sie sie versteinern. Die letzten Drachen bündeln ihre Kräfte und bannen die Gefahr durch die Druun, werden dadurch aber ebenfalls versteinert


6 Jahre vor Beginn der Handlung: Die Menschen leben in 5 Clans zusammen, welche die verschiedenen Gebiete von Kumandra umfassen. In der Region Herz steht der Tempel von Sisu, wo das gleichnamige Amulett ruht und das letzte Stück Drachenmagie ist. Der Vater von Raya ist der festen Überzeugung, dass alle Clans zusammenleben können und Kumandra als Nation erneut enstehen kann. Wegen eines unbedachten Fehlers von Raya zerbricht das Amulett von Sisu und die Druun kehren zurück.

Sechs Jahre später bereist Raya die Welt um die Bruchstücke von Sisu’s Amulett von den restlichen Clans zurückzufordern, um die Druun zu vertreiben und alle versteinerten Menschen zurück zu bringen. Dabei findet Raya den Drachen Sisu und zusammen mit einer Gruppe von Außenseitern begibt sich Raya auf die Quest ihre Welt zu retten …


Man merkt Raya und der letzte Drache den Willen an, mehr sein zu wollen als ein klassischer Disey-Film. Thematisch wie erzählerisch bedient sich der Film einer (für Disney) frischen Materie und geht mehr in Richtung Abenteuer/Fantasyfilm für junge Erwachsene, als ein klassischer Kinderfilm. Außerdem sieht man durchaus den Versuch düsterer und ernster sein zu wollen, was aber nicht konsequent durchgezogen wird.

Gleiches gilt für die Handlung. Diese ist wesentlich epischer angelegt, aber es mangelt an Tiefgang in der Welt und den Figuren, um sich über eine „Skizzierung“ zu erheben. Es sind viele lobenswerte Ansätze erkennbar, aber leider wird aus dem interessanten Grundmaterial nicht genug gemacht. Hier wäre wohl ein Zweiteiler besser gewesen, um die faszinierende Welt Kumandras so auszuarbeiten, wie sie es verdient hätte. Als Gegenpart zu den drei weiblichen Hauptfiguren, hätte eine storyrelevante männliche Figur nicht geschadet. Eine ähnliche Konstellation wie in Vaiana hätte dem Kader an Hauptfiguren für etwas mehr Varianz gut getan.

Okay, genug Genörgel darüber was man an der Story verbessern könnte. Eine Stärke von Raya und der letzte Drache, welche sich nicht von der Hand weisen lässt, ist der Look des Films. Die verschiedenen Regionen und Clans sind unterschiedlichen Völkern Asiens zugeordnet, was viel Abwechslung für das Auge bietet. Auch technisch ist der Film über jede Kritik erhaben und beweist die hohe Qualität von Disney’s Animationstechnik.

Im Gegensatz zu den Live-Action Remakes (bis auf Ausnahmen), kommt Raya und der letzte Drache mit einer hochwertigen deutschen Synchronisation des Weges, aber auch der Soundtrack gefällt durch epische sowie klassische Stücke. Was mir bei Raya und der letzte Drache aber fehlt, ist der EINE Song, welcher untrennbar mit dem Film verbunden ist. Ein hervorragender Soundtrack ist toll, aber jeder Disney-Film braucht meiner Meinung nach den einen prägenden Song, den man in Dauerschleife abseits des Films hört. Sowas fehlt Raya und der letzte Drache, was sehr schade ist.


Alles in allem, macht Raya und der letzte Drache viel richtig und traut sich neue Wege zu beschreiten, aber die erhoffte Weiterentwicklung der Disney-Animationsfilme bleibt leider aus. Man geht mit diesem Film einen Schritt in die richtige Richtung, aber leider nicht weit genug und das ist sehr schade. Raya und der letzte Drache hat sich ein sehenswert definitiv verdient aber der erhoffte moderne Klassiker blieb leider aus.

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

The Lion King (2019) | Review

Titel: Der König der Löwen
Originaltitel: The Lion King
Regie: Jon Favreau
Laufzeit: 118 Minuten
Release: 2019

Bevor ich zur eigentlichen Rezension komme, muss ich euch vorwarnen. Da ich ein Disney+ Abo habe, wird es in den nächsten Wochen einige Beiträge zu den modernen Disneyfilmen, sprich den Live Action/CGI Remakes, geben. Zu König der Löwen habe ich einen relativ geringen, nostaglischen Bezug, da meine Kindheit durch Mulan geprägt wurde, aber das macht nichts. So konnte ich ohne verklärten Blick auf den 2019er Film blicken und was ich gesehen habe, hat mir sehr gut gefallen!


Kernfakten aus dem Löwenrudel

Titel: Der König der Löwen
Originaltitel: The Lion King
Regie: Jon Favreau
Laufzeit: 118 Minuten
Release: 2019


Simba ist der Sohn von Mufasa, dem König des geweihten Landes und wird eines Tages dessen Königreich erben. Als der junge Löwe von seinem zwielichtigen Onkel Scar in eine Schlucht gelockt wird, mit dem Vorwand Simbas Brüllen zu finden, droht dem jungen Löwe Gefahr durch eine Herde Gnus. Dies ist Teil des finsteren Plans von Scar Simba zu töteten, um seinem Bruder Mufasa zu schaden. Dieser möchte seinem Sohn zu Hilfe eilen, kann ihn retten wird aber von Scar in den Tod „geworfen“.

Simba, in tiefer Trauer über seinen Verlust, wird von Scar fortgejagt und dieser übernimmt schlussendlich die Kontrolle über das Löwenrudel, zusammen mit den Hyänen als seinen Helfern. Das geweihte Land versinkt in Dunkelheit. Simba flüchtet sich in die Wüste und wird dort vom Erdmännchen Timon sowie dem Warzenschwein Pumbaa gerettet. Beide bringen ihn in eine Oase und lehren im die Lebensweiheit „Hakuna Matata“.

Jahre später ist Simba zu einem prächtigen Löwen herangewachsen, der sein Leben vollends genießt. Als jedoch Nala, eine Jugendfreundin Simbas, in der Oase auftaucht muss sich der junge Prinz seinem Erbe stellen …


Die Story des Film ist inzwischen über 20 Jahre alt und funktioniert damals wie heute wirklich ausgezeichnet. Neben einer tollen Abenteuergeschichte, vermittelt der König der Löwen (2019) ein paar wirklich schöne Botschaften (von denen besonders die Hakuna Matata Thematik für Erwachsene greifbar ist) und nutzt einige Elemente der Heldenreise.

Weiters ist der Look des Films äußerst ansehnlich und die Grenze zwischen CGI & Realaufnahmen, im speziellen von der Landschaft, verschwimmt gern mal. Auch bei den Tieren steht öfters die Frage im Raum, ob diese nun CGI sind oder echte Tiere. Vor allem anderen schafft es The Lion King (2019) Emotionen mit starken Bildern zu vermitteln und die Gedanken über Computereffekte beiseite zu schieben. Kurzer Schwank aus dem Off: The Lion King (2019) ist der erste Disneyfilm seit langem, bei dem ich weinen musste. So viel also zu den Emotionen.

Ein wirklich großes Lob muss ich an die SynchronspecherInnen aussprechen. Ich habe den Film im O-Ton gesehen und der gesamte Cast liefert eine grandiose Performance ab. Besonders Chiwetel Ejiofor (The Old Guard) schafft es, Scar mit seiner Stimme wohl zum größten Arsch aller Disneyschurken zu machen, aber auch die restliche Besetzung weiß, wen und über was sie sprechen. In Kombination mit dem Soundtrack gibts also einiges auf die Ohren!


Alles in allem, ist The Lion King (2019) ein hervorragendes „Remake“, welches optisch wie akustisch zu Gefallen weiß. Sowohl für nostalgische Fans, als auch für moderne Cineasten geeignet, kann man The Lion King (2019) bedenkenlos empfehlen und somit vergebe ich die verdiente Wertung sehenswert+ !

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Immortals – Krieg der Götter | Review

Titel: Immortals
Originaltitel: Krieg der Götter
Regie: Tarsem Singh
Laufzeit: 110 Minuten
Release: 2011

Nach Kampf der Titanen (2010) kommt nicht Zorn der Titanen, sondern Immortals aka Krieg der Götter. Der Film hat durch seine Thematik (ein kruder Mix aus mehreren griechischen Mythen) mein Interesse geweckt und Netflix sei Dank habe ich ihn nun gesehen.

Ähnlich wie bei Kampf der Titanen (2010) habe ich keinen guten Film erwartet und auch nicht bekommen aber trotzdem hat Immortals einige Stärken, die man nicht von der Hand weisen kann. Dafür muss ich aber etwas ausholen!


Kernfakten aus der Antike

Titel: Immortals
Originaltitel: Krieg der Götter
Regie: Tarsem Singh
Laufzeit: 110 Minuten
Release: 2011


Wir schreiben das Jahr 1228 vor Christus. Hyperion, der grausame König von Heraklion, will sich an den Göttern für eine unterlassene Hilfe in der Vergangenheit rächen und die Titanen entfesseln. Dazu sucht er nach dem Epeiros-Bogen, mit dem er die Titanen aus deren Gefängnis im Berg Tartaros befreien kann.

Die Olympianer wissen von Hyperions Plan aber laut einem alten Gesetz dürfen sich die Götter nicht in die Geschicke der Menschen einmischen. Zeus wählt den jungen Mensch Theseus aus, um als sein Champion die Welt zu retten. In Gestalt eines alten Mannes bildet Zeus somit unerkannt den angehenden Helden aus.

Als Hyperion die Heimat von Theseus attackiert und dessen Mutter tötet, schwört der junge Held bittere Rache am grausamen König. Zusammen mit einem Orakel und einem Krieger flieht er aus der Sklaverei Hyperions, um sich auf eine schwere Quest zu geben deren Ziel die Rettung der Welt ist …


Immortals (ich bevorzuge den englischen Titel) ist kein guter Film. Die Charaktere sind zu platt und persönlichkeitslos, die Handlung zu klischeebeladen und die Stärken des Films werden einfach nicht genug genutzt. Was Immortals wirklich gut macht ist die Action!

Wenn Theseus gegen die Schergen von Hyperion kämpft oder die Olympianer in Zeitlupe gegen die Titanen kämpft schöpft der Film sein Potential aus und liefert geniale Schlachten ab. Dabei wird sehr viel Wert auf die Inszenierung gesetzt und eine gewisse Ästhetik geschaffen, die stark an 300 erinnert. Ergänzend dazu muss man gewisse Designentscheidungen loben. Die Olympianer sehen in ihren goldenen Rüstungen imposant aus, wenngleich die Schauspieler etwas zu „schmächtig“ wirken für Götter aber auch die Titanen sehen echt creepy aus, wenngleich mein Bild von der griechischen Titanen etwas imposanter ist.

Was den Cast angeht stiehlt Hauptdarsteller Henry Cavill allen anderen die Show und glänzt neben seiner Performance durch das markante Spiel mit der Mimik. Auch wenn er 2011 noch nicht so ein Monster war wie heute wirkt Cavill schon imposant.

Über die Nähe zur griechischen Mythologie möchte ich ehrlich gesagt nicht viele Worte verlieren, ausser das der Film sich verschiedene Mythen nimmt und einen wilden Mix macht, welcher der Handlung absolut nicht gut tut und viele Details eher überflüssig macht. Da wäre ein Fokus auf die Action, ähnlich wie in Kampf der Titanen (2010) besser gewesen und man hätte mehr Monster aus der griechischen Mythologie verheizen können.


Am Ende des Tages ist Immortals aka Krieg der Götter ein stumpfer Action-Fantasy-Film mit einem kruden Mic aus diversen griechischen Mythen, der in vielen Punkten nicht überzeugt aber dafür Action bietet, von der man zu wenig sieht, und hat einen tollen Hauptdarsteller hat.

Dem Film hätte ein Fokus auf die Action und die Äthsetik der Kämpf gut getan aber dies wurde leider versäumt und das schmälert den Gesamteindruck. Somit vergebe ich für Immortals aka Krieg der Götter ein bedingt sehenswert!

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrat!

#amLeben (Netflix Original) | Review [Netflixers goes Asia #4]

Titel: #amLeben
Originaltitel: #Saraitda
Regie: Cho Il-hyeong
Laufzeit: 98 Minuten
Release: 2020

Die Netflixers Sonderstaffel geht in die vierte Runde und heute beschäftige ich mich mit einem koreanischen Zombiefilm. Wie man weiß liebe ich dieses „Subgenre“ des Subgenres Zombiefilm und nach Train to Busan, Seoul Station, Kingdom Staffel 1 & 2 sowie Peninsula kommt nun #amLeben dran!


Kernfakten aus der Isolation

Titel: #amLeben
Originaltitel: #Saraitda
Regie: Cho Il-hyeong
Laufzeit: 98 Minuten
Release: 2020


Die Netflixers


Protagonist Junu, Vlogger und Streamer, verbringt sehr viel Zeit Zuhause, um seiner Arbeit nachzugehen. Während eines Livestreams wird er durch den Chat auf die Nachrichten aufmerksam, in der von Krawallen sowie dem Ausbruch eines Virus. Während Junu allein in seiner Wohnung ist, sind seine Eltern unterwegs und informieren ihren Sohn per Handy über deren Sicherheit.

Nach und nach verschlimmert Junu’s Situation immer als er gegen Infizierte kämpfen muss und erfährt, dass seine Eltern ebenfalls Opfer der Zombies wurden. Als Junu’s geringe Vorräte zuneige gehen und er über Selbstmord nachdenkt, flackert ein Licht der Hoffnung auf. Auf der gegenüberliegenden Seite des großen Wohnkomplexes flackert ein Licht in einer Wohnung auf. Eine weitere Überlebende befindet sich im Komplex und Junu fasst neuen Mut am Leben zu bleiben, um auf Rettung zu hoffen. Der Kampf, um das Leben beginnt für Junu und Yubin, die andere Überlebende …


Die zentralen Themen von #amLeben sind Isolation und Einsamkeit und genau diese Themen werden im Film konstant in den Fokus gerückt. Dazu kommt eine gewisse Hoffnungslosigkeit, welche die Atmosphäre des Films, zusätzlich zum Genre, der Prämisse und den zentralen Themen weiter verdichtet. Sehr interessant ist auch die Inszenierung des Films. #amLeben präsentiert sich nicht nur als Zombiefilm, sondern auch als ein Drama, ein Survival-Film und ein Postapokalyptischer Film.

Ein weiteres Lob geht an den Cast von #amLeben. Die Schauspieler durch die Bank weg sehr glaubhaft und man kauft ihnen ihre inneren Konflikte ab. Besonders die beiden Hauptfiguren Junu und Yubin haben eine hervorragende Chemie miteinander. Man merkt, dass der Film nicht nur spannend erzählt und großartig inszeniert, sondern auch glaubhaft geschriebene Charaktere bietet.

Mein absolutes Highlight sind allerdings die Zombies von #amLeben, die nicht richtig ekelhaft aussehen, sondern auch sehr furchteinflößend sind, wie auch in anderen koreanischen Zombiefilmen. Wobei laufende Zombies generell gruselig sind. Das hat uns auch schon Dying Light beigebracht.


Alles in allem ist #amLeben ein hervorragender Zombiefilm der eigentlich in allen Punkten zu gefallen weiß aber besonders durch die Handlung und die Thematiken glänzt. Wie alle koreanischen Zombiefilme weicht auch #amLeben von der klassischen Struktur des Zombiefilms ab und verleiht dem Werk etwas mehr Tiefgang. Wer sich für koreanische Film, Horrorfilme und/oder Zombiefilme begeistern kann, darf bei #amLeben gern einen Blick riskieren.

Ich vergebe ein verdientes sehenswert+, da für die Höchstwertung noch ein bisschen an der Spannungskurve gefehlt hat aber ich jammere wieder auf hohem Niveau.

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Io (Netflix Original) | Review [Netflixers #32]

Titel: Io
Originaltitel: Io
Regie: Jonathan Helpert
Laufzeit: 96 Minuten
Release: 2019

Die Netflixers gehen in Runde 32 und für die heutige Ausgabe habe ich mir den Science-Fiction-Postapokalys-Fantasy Hybrid-Film Io ausgewählt. Warum habe ich diesen Film ausgewählt? Nun ich mag Genre-Hybriden und Io ist mein Lieblingsmond des Jupiter!


Kernfakten von Jupiter

Titel: Io
Originaltitel: Io
Regie: Jonathan Helpert
Laufzeit: 96 Minuten
Release: 2019


Die Netflixers


Im Zuge einer Klimakatastrophe sind ein Großteil zahlreiche Menschen sowie alle Vögel & Meerestiere an toxischer Luft gestorben. Die Erde steht kurz vor der Unbewohnbarkeit. Mithilfe von 100 Raumschiffen wurden viele Überlebende zu einer Raumstation in der Umlaufbahn des Jupitermondes Io gebracht, von wo aus die Reise zu einer neuen Welt beginnen soll.

Sam Walden ist eine der letzten Überlebenden auf der Erde und führt die Arbeit ihres Vaters, ein Verfahren zur Reinigung der Atmosphäre zu entwickeln, fort. Ihr Freund Elon, ein Überlebender auf der Io Station bittet sie, mit dem letzten Shuttle zu ihm zu kommen. Eines Tages trifft Micah, ein weiterer Überlebender in der Enklave der Familie Walden ein, auf der Suche nach Sams Vater.

Einige Zeit später beschließen die beiden mit dem letzten Shuttle die Erde wirklich zu verlassen, um Sam die Last der Arbeit ihres Vaters zu nehmen …


Io ist ein interessanter Film. Klar die Prämisse sowie das Setting sind nicht neu und bereits im Genre etabliert aber die Thematik Klimakatastrophen geht immer und ist in den letzten Jahren immer „wichtiger“ geworden, wenn man auch auf unsere Welt blickt.

Abseits davon lebt der Film von seiner ruhigen Atmosphäre und dem langsamen Tempo. Es gibt keine aufregende Action, sondern viele ruhige Momente in denen die beiden Hauptfiguren ihren Gedanken nachgehen oder sich austauschen. Ebenso bleibt der Film in der Erzählung der bodenständig und baut nur ein paar Twists ein für die Spannung oder einen kleineren Aha-Effekt.

Was ich an Io loben muss, sind die ruhigen aber starken Bilder, welche leider zu selten vorkommen und wenn dann zu kurz, um vollends zu wirken. Egal ob Szenen mit dem Ballon von Micah oder Blicke auf Io, es sind diese Aufnahmen die eine ruhige Stärke ausstrahlen.


Alles in allem ist Io ein gelungener, ruhiger Science-Fiction, den man sich durchaus ansehen kann und der einige Stärken aber leider sein volles Potenzial nie ausschöpft. Ich mag den Film und den Cast, sowie den ruhigen Minimalismus mit den dennoch starken Bildern aber gegen andere Genrekollegen wie beispielsweise I am Mother hat Io keine Chance.

Trotzdem ist Io ein netter Film für zwischendurch, den man sehen kann. Ich vergebe ein sehenswert- !

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Kampf der Titanen (2010) | Review

Titel: Kampf der Titanen
Originaltitel: Clash of the Titans
Regie: Louis Leterrier
Laufzeit: 102 Minuten
Release: 2010

Ich hatte letztens wieder Lust auf stumpfe Unterhaltung und was bietet sich da besser an als ein US-amerikanischer Fantasyfilm, der auf der griechischen Mythologie basiert. Also hat sich Kampf der Titanen auf meinen Bildschirm geschlichen und mich erstaunlich gut unterhalten, trotz seiner Schwächen!


Kernfakten vom Olymp

Titel: Kampf der Titanen
Originaltitel: Clash of the Titans
Regie: Louis Leterrier
Laufzeit: 102 Minuten
Release: 2010


Das Königshaus von Argos stellt sich gegen den Glauben an die Götter und ruft die Ära der Menschen aus. Als eine Truppe Soldaten aus Argos eine Statue des Zeus zerstört, werden sie von Hades getötet. Bei diesem Ereignis stirbt die Ziehfamilie des Halbgottes Perseus. Jener wird gerettet und nach Argos gebracht. Dort erscheint Hades im Auftrag des Zeus und stellt dem Königshaus von Argos ein Ultimatum wegen ihrer Blasphemie und Hybris. In zehn Tagen wird der Kraken (war das nicht ein nordisches Monster?) die Stadt Argos vernichten, sofern die Menschen der Stadt nicht ihre Prinzessin opfern. Dabei wird Perseus als Halbgott entlarvt, der nach einigen Problemen auf eine Quest geschickt wird, den Untergang von Argos zu verhindern. Dabei wird er von einigen erfahrenen Soldaten aus Argos begleitet, ebenso wie von der Halbgöttin Io.


Kampf der Titanen war bereits 2010 kein übermäßig guter Film und im Jahr 2021 hat sich dieser Umstand nicht geändert. Trotzdem muss man dem Streifen eine interessante Prämisse zugutehalten und auch die Handlung hat durchaus ihre Stärken. Dazu kommt das Setting in Antiken Griechenland, was einfach immer (okay fast immer) cool ist.

Die Figuren sind ebenfalls interessant geschrieben, wenngleich so manches Schauspiel etwas hölzern wirkt. Faszinierend ist aber der Umstand, wie viele heute bekannte Gesichter man in diesem Film versammelt sieht. Egal ob Mads Mikkelsen (Polar), Luke Evans (Die Schöne und das Biest) oder Liam Cunningham (Game of Thrones) und viele mehr. An einem guten Cast mangelt es Kampf der Titanen von 2010 nicht!

Über die Nähe zur griechischen Mythologie lasse ich mich nicht aus, da diverse kreative Freiheiten mit dem Medium Film einhergehen. Was mich bis heute aber irritiert, ist der Kraken, den ich eher in die nordische Sagenwelt verfrachtet hätte, und das Design der Götter. Klar sie sehen imposant aus in ihren funkelnden Rüstungen, aber wirklich passend wirken sie nicht. Dies ist aber wohlgemerkt das Gemäkel eines God of War Fans, der das Design dieser Serie liebt.

Effekttechnisch ist Kampf der Titanen für sein Alter immer noch ansehnlich und besonders die Monster wissen zu gefallen. Dazu kommen äußerst sehenswerte Kämpfe!


Alles in allem ist Kanpf der Titanen kein überragender Film und will es auch nicht sein. Die verschiedenen Aspekte des Films harmonieren überraschend gut miteinander und ergeben ein solides Komplettpaket, was aus dem Film keinen Meilenstein macht, aber stumpfe Unterhaltung, der man sich gedankenlos hingeben kann. Wer sich mit Filmen, basierend auf der griechischen Mythologie, anfreunden kann und keinen Meilenstein der Filmgeschichte erwartet, kann bei Kampf der Titanen von 2010 bedenkenlos reinschauen!

Ich vergebe ein sehenswert- !

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Asterix im Land der Götter | Review

Titel: Asterix im Land der Götter
Originaltitel: Astérix: Le Domaine des dieux
Regie: Alexandre Astier, Louis Clichy
Laufzeit: 84 Minuten
Release: 2014

Ich habe schon seit meiner Kindheit keinen Asterix Film mehr gesehen aber kürzlich habe ich Asterix im Land der Götter gesichtet und warum mich der Film positiv überrascht hat, erfahrt ihr jetzt!


Römische Kernfakten

Titel: Asterix im Land der Götter
Originaltitel: Astérix: Le Domaine des dieux
Regie: Alexandre Astier, Louis Clichy
Laufzeit: 84 Minuten
Release: 2014


Ganz Gallien ist vom Imperium Roman besetzt, nun das stimmt nur zum Teil. Ein kleines Dorf leistet seit erbitterten Widerstand und um diesen endlich zu brechen, fasst Cäsar einen perfiden Plan. Vor den Toren des Dorfes soll eine Trabantenstadt für freizeithungrige Römer errichtet werden. In den Galliern soll die Lust nach Luxus und Reichtum geweckt werden und so soll der Widerstand brechen.

Der Plan scheint aufzugehen aber Asterix, Obelix, Miraculix & Troubadix lassen sich nicht so leicht vom Prunk Roms blenden …


Meine Erwartungen gegenüber Asterix im Land der Götter waren nicht besonders hoch, aber ich wurde mehr als positiv überrascht. Der Film hat eine spannende Handlung, die durch die Charaktere und den simplen (aber genialen) Plan Cäsars getragen wird. Dazu kommt ein hervorragender Dialogwitz, was den Film für eine erwachsene aber auch eine jugendliche Zielgruppe reizvoll macht.

Optisch ist Asterix im Land der Götter etwas gewöhnungsbedürftig wegen dem beinah wachsähnlichen CGI Look, aber der Film ist ein würdiger Erbe der Zeichentrickfilme aus meiner Kindheit. Die Figuren sind klar erkennbar und der Stil braucht sich auch nicht vor der großen Konkurrenz aus den USA verstecken.

Akustisch liefern die Sprecher, besonders jene von Asterix & Oberlix, eine solide Performance ab und verleihen den Figuren ihre bekannten Persönlichkeiten!


Zusammengefasst ist Asterix im Land der Götter ein solider und unterhaltsamer Animationsfilm für Jung & Alt mit einer spannenden Handlung, einem schicken Stil und einer soliden akustischen Untermalung. Der Film hebt sich aus dem Standard des Genres durch seinen Dialogwitz heraus und wer sich für die Abenteuer von Asterix & Obelix begeistern kann, kann einen Blick riskieren. Ich vergebe für Asterix im Land der Götter ein verdientes sehenswert!

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Space Force (Netflix Original) Staffel 1 | Review [Netflixers #31]

Titel: Space Force
Originaltitel: Space Force
Folgen: 10+
Staffeln: 1+

Eine neue Folge Netflixers und eine neue Serien-Review aber keine Sorge, beim nächsten Mal geht es mit einem Film weiter. Space Force hatte ich schon sehr lange auf der Liste und ich bin froh diese Serie Ende 2020 von der Liste streichen zu können, während ich mich auf Staffel 2 freue!


Kernfakten on the moon

Titel: Space Force
Originaltitel: Space Force
Folgen: 10+
Staffeln: 1+


Die Netflixers


Mark Naird, seines Zeichens ehemaliger Air-Force-General, bekommt die Aufgabe die 2019 neue gegründete Space Force aufzubauen, um wieder Menschen auf den Mond zu bringen. Dabei arbeitet er mit einem Team Wissenschaftler unter der Leitung von Dr. Adrian Mallory zusammen, was nicht immer reibungslos abläuft und simultan dazu muss der Präsident vom Erfolg der Space Force überzeugt werden, während die PR ebenfalls stimmen muss. Allerdings wollen nicht nur die Amerikaner auf den Mond …

Space Force folgt der klassischen Sitcom-Struktur und präsentiert pro Folge ein neues „Abenteuer“ für das ungleiche Paar Mark & Adrian, die sich mehr als einmal in die Haare kriegen, wegen ihrer unterschiedlichen Ansichten. Dabei schlägt die Serie auch gern mal ins Family-Sitcom Genre, was das Szenario etwas auflockert.

Es gibt zwei Gründe um Space Force zu sichten:

  1. Die Serie ist die Fabel vom hysterischen Affen und dessen hilflosen Helfern. Alle Mitarbeiter der Space Force agieren in Angst vor den völlig unberechenbaren Launen ihres Geldgebers, dem Präsidenten der USA, bei dem es sich offenkundig um Donald Trump handelt. Das Hochleistungspersonal hat das große Ziel vor Augen, muss sich aber beinah permanent mit kleinen Zielen zufriedengeben, wie einem Schimpansen im All.
  2. Das Zusammenspiel von Steve Carell als Mark Naird und John Malkovich als Adrian Mallory ist das humoristische Glanzstück der Serie. Beide Schauspielern liefern eine großartige Performance ab wobei die Figur des Naird erst durch Meister Malkovich zur Höchstform aufläuft, in puncto Humor & Sympathie.

Alles in allem ist Space Force eine unterhaltsame Sitcom, mit einer interessanten Thematik, deren volles Potenzial noch nicht ausgeschöpft wurde, aber ein solider Grundstock wurde gelegt. Wer eine kurze Sitcom sucht, die den Irrsinn Amerikas zum Teil widerspiegelt kann Space Force eine Chance geben.

Ich freue mich auf Staffel 2 und vergebe für Space Force Staffel 1 die Wertung sehenswert- !

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Ein paar Gedanken zu The Grudge (2020)

Na bum, das war wohl nichts. Das 2020er Remake zu The Grudge wollte ich seit dem ersten Trailer sehen, nach knapp einem Jahr konnte ich den Film nachholen und naja das Prädikat Mittelmaß beschreibt den Film sehr gut, aber fangen wir ganz von vorne an.

Worum geht es in The Grudge (2020)?

Im Zentrum der Handlung steht die alleinerziehende Mutter Detektivin Muldoon, die im Zuge ihrer Ermittlungen mit dem titelgebenden Fluch in Verbindung. Wann immer jemand mit rasender Wut stirbt, entsteht ein tödlicher Fluch, in Form eines Geistes, der nicht ortsgebunden ist und sich an Personen, die den Ort des Geschehens aufsuchen, heften kann. Der Film erzählt auf mehreren Ebenen, wie der Fluch entstanden ist und wie sich Detektivin Muldoon mit dem Horror auseinandersetzen muss.

Die altbekannte Prämisse neu aufgewärmt. Statt Japan nun Amerika bzw einem eifersüchtigen Ehemann ein Kindsmord (okay schon wieder) und ein Film, dessen durchaus dichte Atmosphäre von billigen Jump Scares total zerbröselt wird.

Ich kann mich mit dieser Spielart des Horrors durchaus anfreunden, aber das The Grudge/Ju-On Franchise zeigt bereits intern, wie man die bekannte Prämisse besser umsetzen kann und Gewalt (teils arg grotesk) wesentlich wirkungsvoller einsetzt.

Man muss aber fairerweise sagen, dass der Film zwischen seinen Jump Scares eine sehr dichte Atmosphäre aufbaut und durchaus spannend ist, aber jedesmal, wenn die Atmosphäre ihren Höhepunkt erreicht, merkt man schmerzlich, dass ein Jump Scare gleich ins Haus steht. Das ist im Horrorgenre eine gängige Praxis, aber man kann dennoch anders Spannung und Grusel erzeugen.

Nochmal ein paar Worte zur Handlung. Diese folgt einer ähnlichen Erzählstruktur wie das restliche Franchise auf mehreren Zeitebenen. Zum Ende hin wird alles aufgelöst, was den Gesamteindruck allerdings schmälert, da so kein Raum für eigene Interpretationen bleibt und der Endtwist völlig konträr zur regulären Fluch-Thematik wirkt.

Meiner Meinung nach wäre es sinnvoller gewesen, das Grundthema des Fluchs zu nehmen und daraus eine eigene Handlung zu stricken, die zwar im gleichen Universum spielt (vielleicht mit ein paar Querverweisen auf die anderen Filme?) aber ansonsten völlig losgelöst ist. The Grudge (2020) klammert sich etwas zu sehr an die Erzählmuster der alten Filme, was mit Japan als Setting funktioniert hat, aber im Remake komplett unübersichtlich wirkt.

Am Ende bleibt The Grudge (2020) ein netter Versuch, die amerikanische Linie des Grudge/Ju-On Franchise fortzuführen, der jedoch in die Mittelmäßigkeit abdriftet und am Ende nichts Neues hinzufügt, ausser einen Film, der zu verschachtelt für‘s eigene Wohl ist. Es wäre definitiv sinnvoller gewesen, das Grundthema zu nehmen und einen neuen Weg zu beschreiten, der die alten Filme ehrt, im gleichen Universum spielt und dabei seine eigene Identität aufbaut. Dann hätte der plumpe Cliffhanger am Ende des Films wohl mehr Lust auf eine Fortsetzung gemacht und wär kein Klischee.

Habe ich es also bereut, den Film zu sehen? Ne ganz sicher nicht. Ich bin froh, den Film von meiner Liste streichen zu können und auch bereits Ju-On: Origins war nicht perfekt, hat mich aber gut unterhalten.

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Blood of Zeus (Netflix Original) Staffel 1 | Review [Netflixers #30]

Titel: Blood of Zeus
Originaltitel: Blood of Zeus
Folgen: 8
Staffeln: 1
Release: 2020

Huch was ist da los? Eigentlich werden im Netflixers Format nur Netflix Original Filme besprochen, aber wir haben beschlossen, ab Folge 30 auch Netflix Original Serien zu behandeln. Den Anfang dieser „dritten“ Staffel von Netflixers macht die Animationsserie Blood of Zeus!


Kernfakten vom Olymp

Titel: Blood of Zeus
Originaltitel: Blood of Zeus
Folgen: 8
Staffeln: 1
Release: 2020


Im Zentrum der Handlung von Blood of Zeus steht der Halbgott Heron, dessen Schicksal es ist, den Olymp und die Welt vor einer kombinierten Gefahr aus Giganten sowie Dämonen zu retten. Abseits des Hauptstrangs wird der Zwist zwischen den Olympianern, im Kern Zeus gegen Hera, sowie der Werdegang des Dämonenanführers Seraphim behandelt.

Diese drei Stränge überlappen sich regelmäßig und bilden, zusammen mit einigen Flashbacks, eine ebenso spannende wie dramatische Geschichte. Den Autoren ist es hervorragend gelungen, verschiedene Elemente der griechischen Mythologie zu kombinieren und das Quellmaterial sinnvoll zu nutzen.

Optisch zeichnet sich Blood of Zeus durch einen düsteren Stil aus, der etwas an die Castlevania Serie erinnert, nur mit noch düsteren Akzenten. Dies passt auch sehr gut zum Setting und der Handlung.

Allerdings kann Blood of Zeus nicht nur optisch, sondern auch akustisch überzeugen. Neben einem Soundtrack, der perfekt zum Epos der Thematik passt, liefern die Synchronsprecher eine grandiose Arbeit ab und wissen durchgehend zu überzeugen. Egal ob Mensch, Dämon oder Gott, die Sprecher wissen, wen sie sprechen und über was gesprochen wird.


Alles in allem ist Blood of Zeus eine hochwertige Animationsserie, die klar auf ein älteres Publikum abzielt und diese Zielgruppe schonungslos bedient. Die Story weiß definitiv zu gefallen, ebenso wie das Setting und der Look. Wer also ein Abenteuer in der griechischen Mythologie sucht und sich bereits mit God of War vergnügt hat, sollte Blood of Zeus definitiv eine Chance geben.

Mich konnte die Serie sehr gut unterhalten und ich hoffe auf eine zweite Staffel!

Somit vergebe ich ein verdientes sehenswert+ !

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag.

Der Marsianer – Rettet Mark Watney | Review

Titel: Der Marsianer – Rettet Mark Watney
Originaltitel: The Martian
Regie: Ridley Scott
Laufzeit: 144 Minuten
Release: 2015

Ridley Scott ist einer der besten Filmemacher aller Zeiten. Egal ob Alien, Gladiator, Legende, Blade Runner, Alles Geld der Welt, oder Thelma & Louise, Scott schafft es immer wieder, bildgewaltige Filme zu erschaffen, aber auch einprägsame Figuren zu kreieren.

Heute geht es mir um Der Marsianer – Rettet Mark Watney, der auf Anhieb in meine Top 15 Science-Fiction Filme gekommen ist!


Kernfakten vom Mars:

Titel: Der Marsianer – Rettet Mark Watney
Originaltitel: The Martian
Regie: Ridley Scott
Laufzeit: 144 Minuten
Release: 2015


Handlung von der Marsianer spielt auf zwei Ebenen. Einerseits wird das Schicksal von Mark Watney beschrieben, der im Zuge des Abbruchs der Marsmission „Ares III“ auf dem Planeten, für tot gehalten, zurückgelassen wird und andererseits arbeitet die NASA an einem tollkühnen Projekt, den Astronauten zu retten, als sie erkennen das Mark Watney noch am Leben ist.

Während die NASA also an verschiedenen Konzepten für die Rettung arbeitet und sich vor einer PR Krise schützen will, muss Mark auf dem Mars seine Ressourcen, vor allem die Lebensmittel, aufstocken und sein Wissen als Botaniker nutzen, um auf dem roten Planeten etwas anzubauen.

Jedoch drängt die Zeit, da die Ressourcen von Mark dennoch knapp sind und der Mars nicht lebensfreundlich ist …


Eine der größten Stärken von der Marsianer ist es, eine eigentlich sehr ruhige Handling äußerst spannend zu erzählen und dabei auf die ansonsten genretypische Epik des Genres zu verzichten. Der Film baut seine Spannung auf der simplen Prämisse und dem allgegenwärtigen Zeitdruck auf, was über die gesamte Laufzeit hinweg großartig funktioniert. Die Charaktere, allen voran Hauptfigur Mark Watney, sind großartig geschrieben und man fiebert einerseits mit den Figuren auf der Erde mit aber auch mit Mark, in dessem Überlebenskampf auf dem roten Planeten. Man muss aber auch Matt Damon loben, welcher eine grandiose Performance abliefert und es schafft, den Zuseher mit viel Charme an sich zu binden und mit ihm mitzufiebern, wenn er beispielsweise Kartoffeln auf dem Mars anbaut, oder in seinen Videotagebüchern lapidar über seine Situation beziehungsweise den Fortschritt seines Plans berichtet.

Der Marsianer – Rettet Mark Watney ist neben den bereits genannten Stärken ein sehr intelligenter Blockbuster, der äußerst plausibel wirkt und eine realistische Note birgt, was sich eigentlich mit dem Science-Fiction Genre beißt, aber im Regelfall ein Zeichen für die hervorragenden Genrevertreter ist.

Weiters bietet der Film gewaltige Bilder, die den Realismus weiter unterstreichen und man meinen könnte, es wäre tatsächlich auf dem Mars gedreht worden.


Zusammengefasst muss man Der Marsianer – Rettet Mark Watney einfach dafür loben, ein intelligent, „relasistischer“ und durchgehend spannender Science-Fiction Film zu sein, der ohne viel Pathos, die genretypische Überhöhung, oder viele Explosionen auskommt. Am Ende des Tages ist Der Marsianer – Rettet Mark Watney ein bodenständiger Film, dessen Fokus auf der Ästhetik, der Handlung, den Figuren und den starken Bildern liegt. Genau deshalb hat sich dieser Film die Wertung absolut sehenswert vollends verdient.

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag.

Soul (2020)| Review

Titel: Soul
Originaltitel: Soul
Regie: Peter Docter
Laufzeit: 100 Minuten
Release: 2020

Soul ist ein Film mit Herz und das überrascht auch nicht, da Pete Docter (Oben, Wall•E) Regie führte und am Drehbuch mitgewirkt hat. Also habe ich mich auf den Film gefreut und konnte ihn sehr genießen!


Kernfakten aus dem Jenseits

Titel: Soul
Originaltitel: Soul
Regie: Peter Docter
Laufzeit: 100 Minuten
Release: 2020


Joe Gardner hat sein Leben dem Jazz verschrieben. Er arbeitet als Musiklehrer in New York, hat aber schon immer davon geträumt ein berühmter und erfolgreicher Jazzmusiker zu werden. Als sein Traum plötzlich in greifbare Nähe rückt fällt er auf dem Weg zu einem Auftritt in einen Gullideckel. Dabei landet er in einer anderen Dimension.

Joes Seele wird dabei von seinem Körper getrennt. Er landet auf dem Weg zum Jenseits, von dem er jedoch entkommt und an einen Ort namens „Davorseits“ gelangt. Dort entwickeln Seelen ihre Leidenschaften und Persönlichkeiten, bevor sie als Neugeborene auf die Welt kommen. Joe lernt 22 kennen, eine Seele mit trüben Blick auf das Leben. Als beide in vertauschten Körpern (22 in Joes Körper und Joe im Körper einer Katze) beginnt für beide die Reise, ihre richtigen Körper zu erlangen und 22‘s Leidenschaft zu entdecken …


Lasst mich den offenkundigen Elefanten im Raum ansprechen. Soul ist kein Film, der sich ausschließlich an ein junges Publikum richtet. Ganz im Gegenteil ist Soul eher für ein erwachsenes Publikum ausgelegt, da viele der behandelten Thematiken und der Plot allgemein für ältere Zuseher geschrieben ist. Das zentrale, wenngleich unausgesprochene, Thema ist Joe‘s Midlife-Crisis, was sich klar vom „Glaub an deine Träume!“ Einheitsbrei abhebt.

Viel mehr steht die Suche nach dem Sinn des Lebens im Vordergrund und offenkundige Herzenswünsche treten in den Hintergrund gegenüber Dingen, die wesentlich wichtiger erscheinen. Dies merkt man besonders gegen Ende des Films, wenn Joe lernt, was wirklich ist und auch 22 eine tiefgreifende Veränderung erlebt.

Dabei muss man positiv anmerken, dass der Film keine befriedigende Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens, aber dafür eine allgemeine Antwort gibt, mit der man gut leben kann und die Raum für eigene Gedanken lässt. Abgedroschene Metaphern werden ebenso vermieden, wie ein mahnender Zeigefinger. Man merkt also, dass der Film auf erzählerischer Ebene sehr viel richtig macht und neben einem Wohlfühleffekt am Ende auch gewichtige Themen anspricht, die für jeden Erwachsenen relevant sind. Auch verliert sich der Film nicht in endloser Philosophie, sondern bleibt stets stringent in seiner Erzählung und baut nebenbei einen eigenen Kosmos auf.

Stilistisch bietet Soul einen angenehmen Kontrast aus dem relastischen New York und den jenseitigen Welten. Abstrakte Konzepte kollidieren mit Realismus und ergeben, ähnlich wie bei Alles steht Kopf, eine äußerst interessante Mischung, deren künstlerischen Wert man nicht verachten sollte.

Ergänzt wird dies durch einen hörenswerten Soundtrack und eine hochwertige deutsche Synchronisation.


Zusammengefasst ist Soul ein sehr schöner, anspruchsvoller und hochwertiger Pixar Film, dessen Zielgruppe klar ein älteres Publikum ist, aber das wird sehr gut unterhalten. Natürlich ist der Film auch kinderfreundlich, man merkt aber definitiv die Fokussierung auf ältere Zuseher. Ich kann Soul definitiv empfehlen und der Film bildet einen grandiosen Abschluss für ein Filmjahr 2020, oder einen starken Start ins Jahr 2021.

Ich vergebe für Soul die Wertung sehenswert+ !

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

The Old Guard (Netflix Original) | Review [Netflixers – A Superbros Original #29]

Titel: The Old Guard
Originaltitel: The Old Guard
Regie: Gina Prince-Bythewood
Laufzeit: 125 Minuten
Release: 2020

Nach einer viel zu langen Pause geht Netflixers in die 29e Runde und eines kann ich jetzt schon versprechen. Ab 2021 kommt Netflixers wieder regelmäßiger!

Heute beschäftige ich mich mit der Comicverfilmung The Old Guard, basierend auf der gleichnamigen Graphic Novel von Greg Rucka, einem großartigen Autor!


Die Netflixers Übersichtsseite


Unsterbliche Kernfakten

Titel: The Old Guard
Originaltitel: The Old Guard
Regie: Gina Prince-Bythewood
Laufzeit: 125 Minuten
Release: 2020


Die Geschichte von The Old Guard dreht sich um die titelgebende „alte Garde“, eine Söldnereinheit deren Mitglieder einen Heilfaktor besitzen, der sie quasi unsterblich macht. Ihre Anführerin ist Andy, die bereits als Andromache von Scythia in der Antike lebte.

In Afghanistan findet die Truppe Nile Freeman, eine US-Soldatin, der die Kehle aufgeschlitzt wurde, die jedoch eine der Unsterblichen ist und sich selbst geheilt hat. Nach einigem hin und her schließt sich Nile der „alten Garde“, die sich gegen den macht- und geldgierigen Merrick zur Wehr setzen müssen. Dieser möchte das Geheimnis der „alten Garde“ lösen um mit deren Heilfaktor seine Vermögen weiterzuvermehren.

Der Kampf gegen Merricks Schergen beginnt …


Die Prämisse von The Old Guard nicht übermäßig spannend und könnte auch in einem Wolverine Deadpool Team-Up Comic stattfinden aber dennoch verfügt der Film über einige Stärken, die ihn aus der Masse der Comicverfilmungen etwas hervorheben.

Zum einen ist The Old Guard ein R-Rated Film, ähnlich wie die großen Brüder Logan & Deadpool, was diesem Netflix Original sehr zugutekommt. Die Action sowie die Choreografie der Kampfszenen sind hervorragend und wenn das gesamte Team zusammenkämpft, machen sie tatsächlich den Eindruck eines perfekt eingespielten Teams. Ergänzt wird dies durch den Einsatz von Klingen- & Schusswaffen. Auch sind die Kämpfe in The Old Guard meist roh und brutal aber nicht überstilisiert, sondern wirken wie reale Gefechte zwischen normalen Menschen und Unsterblichen, die aber Schmerz empfinden können.

Der Cast von The Old Guard verdient ebenfalls lobende Worte. Die Truppe um Charlize Theron (Andy) wirkt, wie bereits erwähnt eine eingespielte Truppe, aber auch gleichzeitig wie eine Familie, deren Mitglieder aus verschiedenen Epochen stammen. Joe (Marwan Kenzari) und Nicky (Luca Marinelli) verleihen dem Team auch etwas wärmendes, als homosexuelles Paar.

Harry Melling verkörpert den Antagonisten Merrick und wow, er schafft es perfekt ein gieriges Arschloch zu verkörpern der seine Gier hinter noblen Zielen versteckt.

Was mich zu Beginn etwas abgeschreckt hat, war die lange Laufzeit von 125 Minuten, was bei einer „neuen“ Marke immer etwas abschreckend sein kann. The Old Guard verfügt aber über ein hervorragendes Tempo und entwickelt sich über die gesamte Laufzeit hinweg sehr gut.


Zusammengefasst ist The Old Guard eine äußerst solide Comicverfilmung dessen rauer Ton und Thematik zu unterhalten wissen. Auch ohne die Comicvorlage zu kennen, kann man der Handlung problemlos folgen und als Action-Film funktioniert The Old Guard, dessen Stärken klar auf der Hand liegen.

Wer eine Comicverfilmung sucht, die abseits von Marvel & DC existiert, kann bei The Old Guard gern einen Blick riskieren. Mich hat der Film unterhalten können. Ich vergebe ein verdientes sehenswert!

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Whiplash | Review

Titel: Whiplash
Originaltitel: Whiplash
Regie: Damien Chazelle
Laufzeit: 106 Minuten
Release: 2014

Eigentlich kann ich diese Rezension mit einem Beitrag zusammenfassen. Whiplash ist ein grandioser Film, den man unbedingt gesehen haben sollte!

Da mich dieser Film jedoch so sehr überzeugt hat, muss ich mehr ins Detail gehen.


Harte Kernfakten

Titel: Whiplash
Originaltitel: Whiplash
Regie: Damien Chazelle
Laufzeit: 106 Minuten
Release: 2014


Andrew Neiman ist ein talentierter Schlagzeuger, der das (fiktive) Shaffer Conservatory of Music in New York besucht. Eines Tages wird er von Terence Fletcher, dem Leiter der Studioband, entdeckt und zu einer Probe eingeladen. Fletcher versucht seine Schüler durch verbale Demütigung und sadistische Strenge zu Höchstleitungen zu treiben. Obwohl Andrew schnell das Prinzip von „Zuckerbrot und Peitsche“ durchschaut, lässt er sich darauf ein, was schlussendlich in einem Unfall mit fatalen Folgen endet …


Die Handlung von Whiplash mag in geschriebener Form nicht wirklich spannend klingen, aber der Schein trügt. Durch sein langsames Tempo bauscht sich der Film selbst immer mehr auf und man kann nicht andersals mit Andrew mitzufiebern, in seinem Bestreben der Beste zu werden und das ist auch gleichzeitig die Kernthematik des Films. Was ist man bereit für die eigene Karriere und Leidenschaft zu opfern? Wie weit ist man bereit zu gehen?

Diese beiden Fragen sind zentral für den Film und werden unterbewusst dem Zuseher fast über die gesamte Laufzeit gestellt. Man merkt dies auch am Hauptcharakter Andrew, dessen Ziel sich auch auf sein soziales Umfeld auswirkt.

An dieser Stelle muss ich auch die beiden Hauptdarsteller loben. Miles Teller verkörpert sympathisch und sehr authentisch den Hauptcharakter Andrew der bis an seine Grenzen und oftmals darüber hinaus geht, um sein Ziel aber auch die Anerkennung von Fletcher zu erreichen. J. K. Simmons (aka J. Jonah Jameson aus den Sam Raimi Spider-Man Filmen) spielt den sadistischen Lehrer Terence Fletcher, dessen Ziele zwar nobel sind aber seine Mittel, um diese zu erreichen, sind mehr als fragwürdig. Simmons schafft es glaubhaft einen guten Lehrer und gleichzeitig das gigantische Arschloch zu verkörpern.

Es sind Teller und Simmons, die den Film auf der schauspielerischen Ebene tragen und dafür sorgen, dass man sich an die beiden Figuren im Speziellen erinnert.


Alles in allem ist Whiplash ein grandioser Film, der absolut authentisch die Frage nach dem Preis des Erfolgs stellt und dabei mit erzählerischer Wucht auf den Zuseher einwirkt. Die relativ simple Prämisse entwickelt sich zu einem mitreißenden Musikthriller, der durch Teller und Simmons nur noch intensiver wird. Damien Chazelle beweist sein Geschick was Erzählung, Charakterdarstellung und Entwicklung angeht von Minute eins an, bis der Abspann einsetzt.

Somit ist Whiplash ein absolut sehen- und hörenswerter Film, der klug erzählt wird und seine knapp 50 Auszeichnungen verdient hat. Wer Whiplash noch nicht gesehen hat, soll dies schleunigst nachholen!

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Justice League Dark: Apokolips War | Review

Titel: Justice League Dark: Apokolips War
Originaltitel: Justice League Dark: Apokolips War
Regie: Matt Peters & Christina Sotta
Laufzeit: 90 Minuten
Release: 2020

Die DC Universe Animated Original Movies, kurz DCAOU, sind schon ein echtes Brett und gigantisches Film-Multiversum in sich mit diversen Zeitlinien und Reihen innerhalb des großen Franchise. Ich habe bei weitem nicht alle Filme des Labels gesehen aber fast alle, die ich gesehen habe, wussten mich zu unterhalten. Oh und das DCAOU ist nicht zu verwechseln mit dem DCAU, aber den Unterschied zwischen den beiden Bezeichnungen spare ich mir für einen anderen Tag auf!

Heute geht es mir um den Film Justice League Dark: Apokolips War, dessen Zeitlinie unter anderem Justice League Dark, Constantine: City of Demons und Justice Leage vs. Teen Titans beinhaltet.


Apokalyptische Kernfakten

Titel: Justice League Dark: Apokolips War
Originaltitel: Justice League Dark: Apokolips War
Regie: Matt Peters & Christina Sotta
Laufzeit: 90 Minuten
Release: 2020


Der Film startet mit dem Treffen der Justice League und aller Alliierten. Während Superman zusammen mit der Liga einen großen Angriff auf die Welt Apokolips startet, um Darkseid zuvorzukommen die Erde zu attackieren, bilden die Teen Titans die Verteidigungslinie.

Zwei Jahre später …

Der Angriff schlug fehl und zahlreiche Helden wurden gefoltert und/oder getötet. Darkseid hat die Erde erfolgreich erobert und Liga-Mitglieder wie Batman oder Lex Luthor auf seine Seite gezogen. Superman, stark geschwächt und gebrandmarkt mit Kryptonit, sucht zusammen mit Raven erneut Verbündete, um Darkseid doch zu besiegen und die Erde zu retten. Die beiden scharen unter anderem (meinen Boy) John Constantine, Etrigan der Dämon, Damian Wayne, Lady Shiva und das Suicide Squad um sich für einen finalen Schlag.

Die entscheidende Schlacht um die Erde beginnt, aber die Chance auf den Sieg steht auf Messers Schneide …


Es ist unglaublich wie viele Figuren in Justice League Dark: Apokolips War untergebracht werden und wie viel Handlung in dem Film steckt, ohne das er überladen wirkt. Im Gegenteil wirkt Justice League Dark: Apokolips War mehr wie das Finale einer großen Odyssey, in deren Verlauf man eine große Palette an Helden kennengelernt hat und man von vielen Abschied nehmen muss. Erzählerisch bietet der Film neben einem interessanten Setting viele ebenso interessante Figuren, die auch innerhalb der 90 Minuten ein paar Entwicklungen durchlaufen, deren Anfang in vorigen Filmen liegt.

Man muss aber nicht alle vorigen Filme aus der Zeitlinie gesehen haben, um den Film zu verstehen, da der Plot simpel genug ist, um schnell verstanden werden zu können. Auch die meisten Figuren erklären sich von selbst.

Justice League Dark: Apokolips War gibt es nach aktuellem Stand nur in englischer Sprachausgabe(?), was aber kein Problem ist, da die englische Synchro unglaublich gut ist. Die Sprecher liefern alle einen grandiosen Job ab und erwecken den Eindruck zu wissen, wen oder über was sie da gerade sprechen. Meine Highlights in diesem Bereich sind John Constantine, Harley Quinn, Batman und Damian Wayne, wobei alle Sprecher einen super Job machen.

Ein weiteres Lob muss ich für die Inszenierung aber auch die Animation aussprechen, da beides in Justice League Dark: Apokolips War großartig ist. Der Film sieht hervorragend aus und hat den perfekten düsteren Look, wie man ihn von einem DC Film erwartet. Dazu kommen hochwertige Animationen, was man besonders in den Kämpfen merkt. Lobend erwähnen muss ich in diesem Fall den Kampf des Suicide Squad gegen die mutierten Paradämonen. Dieser ist nicht nur großartig animiert und inszeniert, sondern unterstreicht auch den Namen des Teams …


Alles in allem ist Justice League Dark: Apokolips War ein hervorragender Film aus dem DCAOU Label und ein würdiger Abschluss einer großen Saga. Vom Anfang über den düsteren Mittelteil bis zum bitter-süßen Finale weiß der Film zu gefallen und am Ende kann ich nur eine Empfehlung für Justice League Dark: Apokolips War aussprechen. Wer sich für Animationsfilme im DC Universum begeistern kann, sollte bei diesem Werk vorbeischauen und am besten gleich noch alle Vorgängerfilme sichten. Ich vergebe für Justice League Dark: Apokolips War ein sehenswert+ und bin gespannt, was die Zukunft bringen wird.

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Dragon’s Dogma (Netflix Original) Staffel 1 | Kurzkommentar

Titel: Dragon’s Dogma
Episoden: 7
Staffeln: 1
Sender: Netflix
Release: 2020

Dragon’s Dogma ist meine Lieblingsmarke von Capcom, die nie wirklich fortgesetzt wurde (zumindest außerhalb von Japan) aber zum Glück erschien 2020 auf Netflix ein Anime, der die Handlung des Spiels adaptiert. Das ist besser als garnichts!


Titel: Dragon’s Dogma
Episoden: 7
Staffeln: 1
Sender: Netflix
Release: 2020


Die Handlung des Anime ist ähnlich simpel wie die der Videospielvorlage. Protagonist Ethan wird sein Herz aus der Brust gerissen von einem Drachen, der seine Heimat attackiert und seine Geliebte tötet. Durch dieses Ereignis wird Ethan zum Erweckten, dessen Aufgabe darin besteht den Drachen zu erschlagen und sein Herz zurückzufordern. Begleitet wird er von einer Vasallin namens Hannah. Während die Beiden ihre Mission vollziehen muss Ethan aufpassen nicht selbst zu einem Monster zu werden …

Und passend dazu tragen die Titel der sieben Episoden jeweils den Namen einer der sieben Todsünden. Die einzelnen Folgen behandeln auch grob eine der Todsünden, verpackten in einem kleinen Abenteuer, was schließlich dem Gesamtplot dient. Erzählerisch kann Dragon’s Dogma durchaus gefallen und auch thematisch macht die Serie was her. Dazu kommt dazu ein düsterer und rauer Ton, der perfekt zum Genre Dark-Fantasy passt und mich an eine Light-Version von Berserk erinnert, was definitiv positiv ist.

Optisch setzt Dragon’s Dogma auf einen CGI-Anime Stil, der mir persönlich besser gefällt, als bei anderen Anime, die ebenso auf diesen Stil gesetzt haben. Auch akustisch kann Dragon’s Dogma überzeugen, durch eine hochwertige deutsche Synchronisation und einen tollen Soundtrack, der ebenfalls sehr gut zum Genre Dark-Fantasy passt.

Zusammengefasst ist Dragon’s Dogma ein kleiner aber sehr unterhaltsamer Anime, basierend auf einem großartigen Videospiel, der durch sei hohes Tempo, die wenigen aber knackigen Folgen, das Setting und die technische Aufarbeitung zu gefallen weiß. Für Fans des Videospiels definitiv einen Blick wert und wer einen Dark-Fantasy Anime sucht, der ähnlich zu Berserk ist, darf bei Dragon’s Dogma gerne einen Blick riskieren. Ich kann die Serie weiterempfehlen.

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Ruf der Wildnis (Film) | Review

Titel: Ruf der Wildnis
Originaltitel: The Call of the Wild
Regie: Chris Sanders
Laufzeit: 100 Minuten
Release: 2020

Das Kinojahr 2020 ist nun (leider) endgültig vorbei. Inzwischen habe ich, dank den diversen großen Streamingdiensten, einige Kinofilme des aktuellen Jahres nachholen können. Neben der Spion von nebenan und Bad Boys for Life habe ich auch Ruf der Wildnis gesehen dessen weniger vorteilhafter Trailer davon ablenkt, wie schön dieser Film ist!


Wilde Kernfakten

Titel: Ruf der Wildnis
Originaltitel: The Call of the Wild
Regie: Chris Sanders
Laufzeit: 100 Minuten
Release: 2020


Zur Zeit des Goldrauschs im späten 19. Jahrhundert lebt Buck, ein großer Bernard/Scotch Collie, zufrieden mit seinem Herrchen im Bundesstaat Kalifornien. Eines Nachts wird Buck entführt und nach Yukon verschifft, wo er als Schlittenhund arbeiten soll. Nach anfänglichen Schwierigkeiten verdient sich Buck den Respekt der anderen Schlittenhunde, sowie seines neuen Besitzers Perrault.

Das Leben als Schlittenhund währt nicht lange, da die Postroute durch einen Telegraphen ersetzt werden soll. Nach einem unschönen Besitzerwechsel kommt Buck zu John Thornton. Beide beschließen in die Wildnis zu gehen und über den Rand der Yukon-Karte zu reisen …


Was definitiv für Ruf der Wildnis spricht, sind die gewaltigen Landschaftsaufnahmen, die etwas durch den teils übertriebenen Einsatz von CGI getrübt werden. Dennoch hat der Look des Films einen gewissen Charme, der sich nicht von der Hand weisen lässt. Besonders der Hund Buck sieht großartig aus und harmoniert mit Hauptdarsteller Harrison Ford ähnlich gut wie der Velociraptor Blue mit Chris Pratt in Jurassic World (wow das ist mal ein Vergleich).

Erzählerisch macht Ruf der Wildnis einiges her und lässt sich grob in drei Akte unterteilen, die ein tolles Gesamtbild ergeben. In Akt 1 lernen wir Buck kennen und begleiten ihn bei seinen ersten Abenteuern. Akt 2 behandelt das Zusammenleben von Buck & Thornton und der finale Akt ist schließlich die finale Annahme des Rufs der Wildnis.

Ich mag die Handlung und Erzählweise von Ruf der Wildnis sehr. Der Film erinnert mich etwas an Alpha. Im Zentrum der Geschichte steht einerseits die Beziehung von Menschen und Hund aber auch andererseits wilde Wesen im Inneren, dass sich in der Natur Yukons frei entfalten kann. Dazu kommt eine starke emotionale Komponente, die den Film auch Tiefgang bei den Figuren verleiht.


Alles in allem mag Ruf der Wildnis nicht die beste Romanverfilmung aller Zeiten sein, ist aber ein sehr schöner Abenteuerfilm mit einer liebevollen Handlung, starken Bildern, guten Schauspielern und manchmal zu viel CGI. Mich hat der Film äußerst positiv überrascht und wer sich mit Abenteuerfilmen in der ungezähmten Natur anfreunden kann, sollte bei Ruf der Wildnis einen Blick riskieren. Ich vergebe die Wertung sehenswert- !

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Knives Out – Mord ist Familiensache | Kurzkommentar

Titel: Knives Out – Mord ist Familiensache
Originaltitel: Knives Out
Regie: Rian Johnson
Laufzeit: 132 Minuten
Release: 2019/20

Das Genre der Kriminalfilme hat viele Sub-Genres aber Knives Out gehört zu den Genrevertretern der alten Schule und setzt auf zwei Plotpunkte. Die Konstellation der Figuren und den Mord an sich. Beides ergibt die Rahmenhandlung, zusammen mit der Arbeit von Detektiv Benoit Blanc.


Titel: Knives Out – Mord ist Familiensache
Originaltitel: Knives Out
Regie: Rian Johnson
Laufzeit: 132 Minuten
Release: 2019/20


Aber worum gehts eigentlich in Knives Out? Der erfolgreiche Krimiautor Harlan Thrombey wird am Morgen nach seinen 85. Geburtstag tot in seinem Zimmer aufgefunden. Während die Polizei zuerst von einem Suizid ausgeht, befragen die Polizisten Elliot und Wagner die verbliebenen Familienmitglieder um etwaige Fragen zu klären. Bei der Befragung ist auch der Detektiv Benoit Blanc anwesend. Um seine Hypothesen bestätigen zu lassen, befragt Blanc als letzte Person Harlans Pflegerin Marta Cabera.

Aus dieser Befragung entwickelt sich dann der eigentliche Spaß von Knives Out, wenn immer klarer wird, in welcher Beziehung die einzelnen Familienmitglieder zu Harlan standen und wer welches Motiv haben könnte der Mörder zu sein. Das macht ehrlich gesagt sehr viel Spaß und jede weitere Enthüllung erhöht die Spannungskurve. Obwohl ich es sehr genossen habe dabei mitzufiebern, wer nun die Tat begannen hat und aus welchem Grund, muss ich sagen, dass mir Knives Out einen Tick zu lang war fürs eigene Wohl. Ich mag das Whodunit Konzept sehr, da man so eine Vielzahl an facettenreichen Charakteren erhält, aber auf die gesamte Laufzeit gemessen wären wohl 10 bis 20 Minuten weniger Laufzeit besser gewesen.

Trotzdem ist Knives Out ein großartiger Film, der das Genre des klassischen Kriminalfilms mit Bravour wiederbelebt und durch die komplexe Handlung, den grandiosen Cast sowie einem erfrischenden Setting glänzt. Ich kann den Film definitiv weiterempfehlen und bin auf die angekündigte Fortsetzung gespannt!

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Pinocchio (2019) | Review

Titel: Pinocchio (2019)
Originaltitel: Pinocchio (2019)
Regie: Matteo Garrone
Laufzeit: 124 Minuten
Release: 2019

Auf Pinocchio (2019) bin ich durch Trailer aufmerksam geworden, mit denen man quasi in den sozialen Netzwerken überflutet wurde. Da mich die Vorschauen grundlegend angesprochen haben, wollte ich dem Film eine Chance geben und ob sich Pinocchio (2019) lohnt, erfahrt ihr jetzt!


Kernfakten aus Holz

Titel: Pinocchio (2019)
Originaltitel: Pinocchio (2019)
Regie: Matteo Garrone
Laufzeit: 124 Minuten
Release: 2019


Der einsame und in Armut lebende Geppetto wird durch ein fahrendes Puppentheater dazu inspiriert, selbst eine Puppe zu schnitzen. Er bearbeitet einen Holzstamm mit seltsam belebten Eigenschaften und als der Stamm langsam die Form eines Jungen annimmt, erwacht die Puppe schließlich zum leben. Geppetto nennt seine Schöpfung Pinocchio. Als Pinocchio zur Schule gehen soll, büchst er aus und wird vom fahrenden Puppentheater mitgenommen.

Der Besitzer des Theaters lässt ihn jedoch frei, mit der Aufgabe, ein paar Goldstücke zu seinem Vater zu bringen, damit dieser nicht immer in Armut leben muss. So beginnt für Pinocchio eine gewaltige Odyssey, während sich Geppetto in schier endloser Trauer auf die Suche nach seinem Sohn macht und dafür sogar einen Ozean überqueren will, um ihn in Amerika zu suchen …


Pinocchio (2019) erzählt die Geschichte um die flunkernde Puppe nicht neu, tut dies jedoch mit sehr viel Charme und Herz. Die Reise von Pinocchio nach Hause und das Lernen, dass jede Tat Konsequenzen mit sich bringt, kann bis zum Ende unterhalten, aber auch die Liebe zwischen Vater und Sohn gehört zu den größten Stärken des Films. Hier muss ich Roberto Benigni loben, der dem Charakter des Geppetto viel Persönlichkeit und Herz verleiht. Man nimmt ihm den verarmten Tischler, dessen größter Schatz sein eigener Sohn ist und für den er alles tun würde, selbst bis ans Ende der Welt reisen, einfach ab.

Abseits davon bietet Pinocchio (2019) eine Vielzahl an interessanten Figuren, die alle durchgehend interessant und einprägsam sind. Besonders die Märchenfiguren glänzen durch einen eigenwillig nüchternen Stil. Damit meine ich, dass sie so real wie möglich aussehen, aber dennoch einen Touch Fantasy besitzen, um klar als solche Figuren erkannt zu werden.

Ebenfalls lobend muss man die Schauplätze erwähnen, welche keinen Märchenlook aufweisen, sondern durchgehend realistisch sind und manchmal ein unheimliches Flair aufkommen lassen. Das passt auch ideal zum wechselnden Ton des Films, der von hell bis dunkel reicht.


Alles in allem ist Pinocchio (2019) ein schöner Märchenfilm, der abseits von Disney entstanden ist und sich traut, auch die dunklen Töne europäischer Märchen zu streifen. Die bekannte Botschaft des Märchens wird schön auf den Film übertragen und trotz seiner Laufzeit von knapp über 2 Stunden kommt keine Langeweile auf. Ganz im Gegenteil weiß Pinocchio (2019) sehr zu gefallen und gehört zu meinen Fantasy-Highligts 2020. Ich vergebe für Pinocchio (2019) die Wertung sehenswert+ !

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Freddy vs. Jason | Kurzkommentar| Gruselween Vol. 2 #22

Titel: Freddy vs. Jason
Originaltitel: Freddy vs. Jason
Regie: Ronnie Yu
Laufzeit: 97 Minuten
Release: 2003

Erinnert ihr euch noch an die Zeit als Freddy Krueger und Jason Voorhees im angehenden Jahrtausend große Nummern im Horrorgenre waren, bevor sie nach ihren jeweiligen Reboots in der Versenkung verschwanden? Nun ich erinnere mich auch nur noch dunkel an diese Zeit, da es im Horrorgenre inzwischen ganz andere Schwergewichte gibt.

2003 erschien das Crossover beiden Schwergewichte Nightmare und Freitag der 13. mit dem schlichten Titel Freddy vs. Jason und da ich diesen Film erst kürzlich wieder genossen habe gibt es dazu einen Kurzkommentar.


Gruselwusel Kernfakten

Titel: Freddy vs. Jason
Originaltitel: Freddy vs. Jason
Regie: Ronnie Yu
Laufzeit: 97 Minuten
Release: 2003


Die Handlung von Freddy vs. Jason ist herrlich simpel aber auch dadurch so unterhaltsam. Freddy Krueger schmort in der Hölle und hat seine Macht verloren. Niemand hat mehr Angst vor ihm, niemand erinnert sich mehr an ihn. Nun hat er jedoch einen Masterplan geschmiedet, um zurückzukehren. Er manipuliert den ebenfalls in der Hölle schmorenden Jason Voorhees, damit dieser wieder zum Leben erwacht und in der Elm Street zu morden beginnt, damit sich die Leute wieder an Freddy erinnern. Letztendlich geht der Plan nur bedingt auf und beide Killer gehen in der realen Welt aufeinander los während einige „normale“ Menschen, also die zweite Truppe der Hauptfiguren, versuchen die beiden Monster zu vernichten.

Man kann über die Qualität dieses Films streiten, genauso wie über die beiden Filmreihen, die das Crossover bilden, aber ach du meine Güte, was kann man mit Freddy vs. Jason Spaß haben, wenn man eine der beiden Filmreihen oder im besten Fall beide Reihen mag. Die Geschichte ist herrlich simpel. Das Werk ist eine nette Hommage an das japanische Monster-Kino und eskaliert in einen überspitzen Slaher-Film, der seine eigenen Genrekonventionen sprengt.

Kurz um ist Freddy vs. Jason ein herrlicher Spaß für Genrefans und Fans der beiden Filmreihen Nightmare und Freitag der 13., die mit diesem Werk definitiv ihren Spaß haben werden. Wer weder was mit den Filmreihen noch mit dem Genre selbst was anfangen kann, sollte sich einfach „Wenn die Gondeln Trauer tragen“ ansehen, da dies ein Klassiker des Horrorfilms ist.

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Peninsula | Review | Gruselween Vol. 2 #17

Titel: Peninsula
Originaltitel: Bando
Regie: Yeon Sang-ho
Laufzeit: 116 Minuten
Release: 2020

Ich bin ein großer Fan von Regisseur Yeon Sang-ho. Egal ob Train to Busan, Seoul Station oder Telekinse. Bisher konnte mich dieser Mann dreimal von seinen Fähigkeiten überzeugen und Peninsula wusste mich auch zu überzeugen trotz seiner Unterlegenheit gegenüber den Vorgängern.


Gruselwusel Kernfakten

Titel: Peninsula
Originaltitel: Bando
Regie: Yeon Sang-ho
Laufzeit: 116 Minuten
Release: 2020


4 Jahre sind seit dem Ausbruch des Virus in Südkorea vergangen. Der Soldat Jung-seok lebt ein bescheidenes Leben in Hongkong, wartet auf seinen Status als Flüchtling und befindet sich allgemein in einer recht prekären Lage. Eines Tages bekommen er, sein Schwager Cheol-min und zwei weitere Exi-Koreaner das Angebot einen Geldtransporter in Seoul zu bergen und mit dem Anteil ein neues Leben zu beginnen. Sie nehmen das Angebot an und werden am Hafen von Seoul abgesetzt, der Standort des Transportes ist bekannt aber die simple Mission entwickelt sich zum Höllentrip, da nicht nur Zombies die Straßen Seouls unsicher machen. Auch gesetzlose Militärs treiben ihr Unwesen in den Straßen …

Peninsula erzählt eine allgemein simplere Geschichte als seine Vorgänger, spricht, es gibt weniger emotionalen Tiefgang und/oder Gesellschaftskritik aber dafür konzentriert sich der Film wesentlich auf die Action sowie ein höheres Tempo, was definitiv für Peninsula spricht. Generell hält sich der Film auch weniger mit der Charakterentwicklung auf und präsentiert einfach gezeichnete Figuren, von denen ein paar, beispielsweise Jung-seok, noch etwas vertieft werden aber man dabei keine unauslotbaren Tiefen erreicht.

Dafür bietet Peninsula sehr viel Action, rasante Verfolgungsjagden durch das zerstörte Seoul, unheimlich und schnelle Zombies sowie zwei herrlich irre Bösewichte, deren Motivationen simple aber nachvollziehbar sind. Zur Action lässt sich sagen, dass diese teilweise auf CGI basiert und andererseits auf organischen Effekten, was eine interessante Kombination ergibt aber auch das Bild des „koreanischen Zombies“ (schnell, aggressiv, widerstandsfähig) weiter festigt. Ein Lob geht ebenfalls an den Komponisten Mowg, der Peninsula eine starke akustische Note verleiht und besonders in emotionalen Momenten die richtigen Töne trifft.


Zusammengefasst ist Peninsula in der Handlung schwächer als seine Vorgänger aber dennoch ein rasanter Action-Horrorfilm mit Drama-Elementen, der von Minuten eins an zu unterhalten weiß und dessen hohes Tempo die Laufzeit von knapp zwei Stunden schnell zu vergehen lassen weiß. Wer sich auch nur ein bisschen für Horrorfilme, Zombiefilme und/oder Film aus Südkorea begeistern kann, sollte Peninsula eine Chance geben, da wir hier einen weiteren grundsoliden Vertreter des koreanischen Zombiefilms haben, die eigentlich immer zu unterhalten wissen. Ich vergebe ein verdientes sehenswert+ !

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Unknown User: Dark Web Kurzkommentar | Gruselween Vol. 2 #16

Unknown User von 2014 gehört zu den interessanteren Horrorfilmen, die ich in den letzten Jahren gesehen habe und Unknown User: Dark Web gefällt mir ähnlich gut, wenngleich aus anderen Gründen. Deshalb ist es wieder Zeit für einen Kurzkommentar!

Die Handlung des Films ist recht schnell erklärt, was dem Tempo des Films guttut und von der Dummheit der Hauptfigur zeugt, also ein Horrorklischee gleich zu Beginn. Der Programmierer Matias nimmt unerlaubterweise von einem Internetcafe einen Laptop mit, der bei den Fundsachen lag. Mithilfe dieses Geräts will er eine App für die amerikanische Zeichensprache entwickeln, damit er mit seiner Freundin kommunizieren kann. Als er einen Skype-Gruppenchat mit seinen Freunden startet und die Gruppe auf die verstörenden Dateien, die auf dem Laptop gespeichert sind, stößt befinden sie sich in größter Gefahr. Der Vorbesitzer des Laptops will sein Gerät zurück und dessen Arbeitgeber werden auch auf den Umstand aufmerksam …

Eine der größten Stärken von Unknown User: Dark Web ist die Optik, da der Film sich zu 99% auf den Desktops der Hauptfiguren abspielt und die Figuren durch die Webcams gezeigt werden. Außerdem wirkt der Film sehr authentisch. Während Matias sich seiner schrecklichen Situation immer mehr bewusst wird, reden die anderen Figuren ganz normal miteinander und die drohende Gefahr baut sich schleichend immer weiter auf, bis das Grauen schließlich völlig über die Gruppe hereinbricht.

Zusammengefasst kann man sagen, dass Unknown User: Dark Web nicht so innovativ wie sein Vorgänger ist, aber eine interessante Handlung bietet, ein populäres Thema für Cyber-Gruselgeschichten bedient und eine ebenso clevere wie düstere Fortsetzung ist. Das macht durchaus einen Blick wert!

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Die Hatchet Quadrologie | Gedankenspiel | Gruselween Vol. 2 #14

Ich habe ein Herz für trashige Horrorfilme und besonders für jene, die eine bestimmte Thematik behandeln wollen. Die Hatchet Quadrologie möchte die klassischen Splatter/Slasher/Gore alten Ära hochleben lassen und das schaffen die Filme auf mehreren Ebenen.

Zuerst jedoch ein paar Kernfakten. Die Hatchet Filme (Teil 1 – 3 und Victor Crowley) erschienen im Zeitraum von 2006 bis 2017 und behandeln im Kern den Überlebenskampf von armen Teufeln gegen den übermenschlichen „Mutanten“ Victor Crowley, der im Laufe der Zeit den Jason Voorhees macht und unsterblich wird.

Dabei bilden die Filme 1 bis 3 eine Einheit und bauen zeitlich direkt aufeinander auf während der vierte Film ein zeitlich versetztes Sequel bildet. Als kreativer Kopf hinter dem Franchise steht Adam Green, der bei drei Filmen Regie führte, einen produzierte und bei allen das Drehbuch verfasste und somit seine Schöpfung stark selbst bearbeiten konnte, was man auch merkt.

Grundlegend mag die Hatchet Quadrologie nicht die hohe Filmkunst sein aber bei all dem Trash besitzen die Filme viel Charme und das liegt nicht nur an den total übertriebenen Effekten, sondern auch an den sympathischen Schauspielern und deren Klischeerollen.

Man merkt bereits, dass ich den Filmen recht wohlwollend gegenüberstehe, obwohl die Filme niemals zu meinen liebsten Genrevertreten gehören werden oder gar eine 100%e Empfehlung bekommen werden. Was man der Quadrologie zugute halten muss, ist die relativ kompakte Laufzeit pro Film, die simplen Handlungen pro Film und das recht hohe Tempo der einzelnen Filme.

Somit kann man die Hatchet Filme perfekt für einen Marathon nutzen, auch wenn der Trash mit jedem weiteren Film und besonders zum Ende hin etwas schmerzen kann.

Somit lässt sich zusammen, dass die Hatchet Quadrologie weit davon entfernt ist, die hohe Filmkunst zu sein aber dennoch sind die Filme ein äußerst interessant Ausflug in den Versuch, die klassische Ära des amerikanischen Splatter/Gore/Slash der „alten Zeit“ wiederzubeleben und dieser Versuch gelingt den Filmen sehr gut.

Wer sich also für trashige Horrorfilme begeistern kann, die eigenen Ansprüche runterschrauben kann und kein Problem mit überspitzter Gewalt hat, sollte den Filmen eine Chance geben und wer weiß? Vielleicht entwickelt sich ein ebenso unterhaltsamer Marathon, wie ich ihn hatte.

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Treehouse of Horror | | Gruselween Vol. 2 #13 [Gastbeitrag]

Sie gehören ebenso zu Halloween wie schlechte Kostüme und Berge von Süßigkeiten: die besonderen, dem Feiertag des Gruselns gewidmeten Folgen der Simpsons.

Sie gehören ebenso zu Halloween wie schlechte Kostüme und Berge von Süßigkeiten: die besonderen, dem Feiertag des Gruselns gewidmeten Folgen der Simpsons. Bereits in der zweiten Staffel bekamen die Zuschauer die erste Sonderfolge zu sehen, welche bei uns „Horror frei Haus“, im Original allerdings „Treehouse of Horror“ genannt wurde. Ein Titel, der Anklang fand, und so, ganz der Tradition bekannter Horrorfilme folgend, einfach beibehalten wurde – jeweils um die entsprechende Zahl ergänzt. Doch während Jason 12, Freddy 9 und Scream gar nur 4 Filme spendiert bekommen hat, flimmerte 2019 die 29te „Treehouse of Horror“-Episode über die hiesigen Bildschirme. Für viele Fans bilden diese Episoden das absolute Highlight einer jeden Staffel, erst recht in den letzten paar Jahren, in denen die Qualität der übrigen Episoden, wenn man der Mehrzahl der Stimmen Glauben schenkt, stetig nachgelassen hat. Allerdings stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage, ob der Zahn der Zeit tatsächlich keinerlei Spuren an den Halloween-Episoden hinterlassen hat? Oder ob sie einfach nur im Vergleich zu den übrigen Folgen den kreativen Höhepunkt darstellen?

Um mir selbst, und euch, diese Fragen beantworten zu können, habe ich in den letzten Tagen so ziemlich alle Halloween-Folgen gebingt und muss gleich einmal festhalten, dass mir durchaus ein paar Änderungen und Entwicklungen aufgefallen sind, welche der Qualität der einzelnen Episoden in meinen Augen nicht gerade förderlich waren. 

Da wäre zum einen wohl eine der augenscheinlichsten Änderungen: Die Episodenlänge und damit einhergehende Streichung der einleitenden Narration. Hört sich so zusammengefasst ein wenig kompliziert an, ist aber eigentlich ganz einfach. Zu Beginn der Serie hatten die Macher, wenn es um die Halloween-Folgen ging, noch ein wenig Spielraum die Länge der Episoden betreffend. Eine willkommene Prise Freiheit, welche die Verantwortlichen damit honorierten, dass sie die Episoden wie kleine Erzählungen aufbauten, welche amüsante Anmoderationen durch die Simpsons selbst erhielten. Einmal tritt Marge zu Beginn der Folge vor den Vorhang, um die Zuschauer vor der in Bälde gezeigten Brutalität zu warnen, ein anderes Mal flaniert Bart durch eine Galerie und verknüpft die Geschichten mit den Bildern oder Homer tritt als Meister des Suspense, Alfred Hitchcock, in Erscheinung. Diese Formen der Einleitungen bildeten nicht nur einen schönen Rahmen für die einzelnen Geschichten, sondern hoben die Halloween-Episoden damit auch deutlich von den übrigen ab. Leider wurde die Laufzeit dann nach einigen Jahren doch angepasst, weshalb sich die Verantwortlichen lieber auf die einzelnen Erzählungen konzentrieren wollten und die kleinen Einleitungen wegließen. 

Eine weitere größere, allerdings rein subjektive und daher auch nicht sichtbare Veränderung liegt in der Qualität der einzelnen Segmente. Klar, hier und da sind auch heute unter den drei Geschichten in einer Episode noch kleine komödiantische Perlen zu finden, aber alles in allem ließ mich beim Schauen der Episoden der Gedanke nicht los, dass die Macher irgendwie ihren Biss verloren haben. Mal ein Beispiel: Es gab zwar auch schon bei den älteren Folgen immer wieder mal Geschichten, die quasi eins zu eins bereits bestehende Horrorfilme imitierten und das Komische der Prämisse oder auch der Ereignisse darlegten, dabei stets gespickt mit zusätzlichen Easter Eggs, Reverenzen oder Franchise-übergreifenden Gags. Doch die Mehrzahl der Segmente bestand aus selbst zusammengezimmerten kleinen Geschichten, die Hommage und Persiflage in einem darstellten. Hier wurden bekannte Horror-Elemente und Klischee geschickt miteinander verwoben, gegeneinander ausgespielt und dabei gekonnt auf die Schippe genommen. Gags waren natürlich vorhanden, aber sinnvoll in eine Narrative eingebunden, der ebenso viel Aufmerksamkeit zuteil wurde. Betrachtet man sich dagegen Halloween-Episoden jüngeren Datums wird man das Gefühl nicht los, dass es sich nur mehr um eine Aneinanderreihung von blöden Sprüchen und Slapstick-Einlagen handelt. Es gibt zwar auch noch eine Geschichte, die das Ganze lose zusammenhält, aber diese wirkt immer öfter ungewohnt blutleer, seelenlos und lieblos – eben genau so, wie der Rest der Serie inzwischen auch.

Um damit auf meine Fragen vom ersten Absatz zurückzukommen: Ich finde durchaus, dass man auch bei den Halloween-Episoden eine gewisse Ermüdungserscheinung wahrnehmen kann, dass diese aber nach wie vor das kreative Highlight der einzelnen Staffeln bilden. Solange ich die Wahl habe, werde ich mir aber trotzdem immer lieber die „Classics“ anschauen und mich krummlachen, wenn die Lehrer die Kinder zu Würstchen verarbeiten, Homer ohne Bier und Fernsehen langsam durchzudrehen beginnt oder aus Versehen in die dritte Dimension stolpert.


Vielen Dank an Mara für diesen tollen Gastbeitrag. Schaut doch Mal auf ihrem Blog vorbei!

Shakma| Review| Gruselween Vol. 2 #10

Titel: Shakma
Originaltitel: Shakma
Regie: Tom Logan
Laufzeit: 101 Minuten
Release: 1990

He es wird mal wieder Zeit für einen Tierhorrorfilm und da Crawl wirklich gut war, muss heute ein semi-beschissener Genrevetreter mit Kultfilm-Ruf her. Damit herzlich willkommen zu Shakma, der Film wo einen der Affe laust (oder eher zerfetzt).


Gruselwusel Kernfakten

Titel: Shakma
Originaltitel: Shakma
Regie: Tom Logan
Laufzeit: 101 Minuten
Release: 1990


Unter der Leitung von Professor Sörensen trifft sich eines Abends eine Gruppe Studenten in der lokalen medizinischen Fakultät, um ein beliebtes Rollenspiel in echt nachzuspielen. Schon bald merkt die Gruppe, dass sie zusammen mit dem Pavian Shakma, der eigentlich für tot gehalten wurde, im Gebäude eingesperrt sind. Der Pavian ist extrem aggressiv, brutal und begibt sich auf die Jagd nach den Opferlämmern, die schon bald einen knallharten Überlebenskampf führen müssen …

Bevor ich zu den Punkten komme, bei denen man vom wilden Affen gebissen wird, ein paar lobende Worte. Shakma punktet durch eine relativ dichte Atmosphäre und den ungewollten Humor durch die dummen Aktionen der Schauspieler und die manchmal abstrusen Dialoge. Mit Shakma hat man ein interessantes „Monster“ und der Kampf Primat vs Primat hat schon was.

Leider verfügt der Film über eine kaum nennenswerte Spannungskurve, eine dezente Langatmigkeit sowie die miese Performance der Schauspieler, was zusammen den Gesamteindruck ziemlich runterzieht. Klar der ungewollte Humor durch die relativ dummen Protagonisten ist ein schwacher Pluspunkt, aber dies täuscht nicht darüber hinweg wie dämlich, die ausgeführten Handlungen sind. Dazu kommt eine etwas abenteuerliche deutsche Synchronisation, die perfekt zum Trash von Shakma passt.

Ich kann, aber verstehen, warum dieser Film einen gewissen Kultstatus erlangt hat und ja Shakma hat durchaus Charme, wenngleich nicht viel aber er ist vorhanden.

Alles in allem kann ich Shakma nur bedingt weiterempfehlen, da der Film nicht wirklich gut ist und äußerst zäh seine 101 Minuten Laufzeit abklopft, die man in anderer (besserer) Form bereits von anderen Genrevertretern kennt. Wer dennoch ein Herz für trashigen Horrorfilme hat, sollte einen Blick riskieren. Allen anderen sollten lieber einen besseren Film sehen.

Somit vergebe ich die Wertung bedingt sehenswert!

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Ju-On: Origins | Review| Gruselween Vol. 2 #8

Titel: Ju-On: Origins
Originaltitel: 呪怨:呪いの家
Episoden: 6 in 1 Staffel
Laufzeit pro Folge: ca. 30 Minuten
Sender: Netflix

2020 ist ein wirklich komisches Serienjahr. Es hat stark angefangen aber nach dem ersten Quartal relativ stark nachgelassen … zumindest für mich persönlich. Kaum eine Serie war interessant genug, damit ich bis zum Ende dran bliebt ABER Ju-On: Origins war interessant genug und hatte die perfekte Laufzeit um mich bis zum Ende zu unterhalten!


Gruselwusel Kernfakten

Titel: Ju-On: Origins
Originaltitel: 呪怨:呪いの家
Episoden: 6 in 1 Staffel
Laufzeit pro Folge: ca. 30 Minuten
Sender: Netflix


Eine richtige Handlung erzählt Ju-On: Origins nicht, sondern behandelt mehrere Handlungsstränge deren Hauptfiguren alle mit dem verfluchten Haus, dem zentralen Element des Franchise, in Verbindung stehen. Was anfangs noch sehr verwirrend ist, bleibt es teilweise auch bis zum Staffelfinale aber es gibt auch einige AHA-Momente, wenn bestimmte Begebenheiten oder Ereignisse aus einem anderen Blickwinkel betrachtet werden und plötzlich aufgeschlüsselt werden.

Ju-On: Origins ist auch keine richtige Horrorserie, sondern mehr ein Drama mit dem Thema der häuslichen Gewalt, was nicht nur ein Kontrast zum restlichen Franchise darstellt, trotz Parallelen, sondern auch zu ein paar der härtesten Szenen führt, die ich bisher im Grusel- Horror- und/oder Dramagenre gesehen habe. Ohne zu spoilern kann ich jedem empfehlen sich auf harte Szenen einzustellen, die das Thema häusliche Gewalt äußerst plastisch darstellen.

Thematisch aber auch atmosphärisch schlägt Ju-On: Origins einen harten Ton, was zum restlichen Franchise passt und gleichzeitig eine neue Stufe an Härte etabliert. Richtig gruselig wird die Serie nie, aber eine gewisse unheimliche Note schwingt durch die gesamte Staffel mit und besonders zum Ende erreicht ein gewisses Maß an Grusel.

Abschließend stellt sich die Frage ob Ju-On: Origins empfehlenswert ist? Nun jein. Einerseits ist die Serie ein interessantes Prequel und ein angenehmer Kontrast zum restlichen Ju-On Franchise aber die Serie hat durchaus ihre Probleme. Für Fans ist die Serie definitiv einen Blick wert und alle anderen sollten mal in die erste Folge reinschauen. Ich vergebe ein sehenswert- !

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Die Farbe aus dem All (2020) | Review| Gruselween Vol. 2 #6

Titel: Color Out of Space
Originaltitel: Die Farbe aus dem All (2020)
Regie: Richard Stanley
Laufzeit: 113 Minuten
Release: 2020

Achja H. P. Lovecraft und die Verfilmungen seines Werks. Im Regelfall kommt, da nur Bullshit bei raus ABER es gibt auch Ausnahmen und zu denen gehört die aktuelle Verfilmung von die Farbe aus dem All!


Gruselwusel Kernfakten

Titel: Color Out of Space
Originaltitel: Die Farbe aus dem All (2020)
Regie: Richard Stanley
Laufzeit: 113 Minuten
Release: 2020


Im Zentrum der Handlung steht die Familie Gardner, die einen abgelegenen Bauernhof im ländlichen New England bezieht, um der Hektik des 21. Jahrhunderts zu entkommen. Während sich die Familie sich an ihr neues Leben gewöhnt kracht eines Abends ein Meteorit in deren Vorgarten. Das Objekt scheint mit dem Boden zu verschmelzen und die Umgebung sowie die Raum-Zeit mit einer seltsamen jenseitigen Farbe zu infizieren. Zum Leidwesen der Familie muss diese feststellen, dass die Farbe jedes Lebewesen, auch Menschen, mutieren lässt …


Die Farbe aus dem All kombiniert den klassischen, schleichenden Lovecraft-Wahnsinn mit dem Untergenre des Body-Horrors was überraschend gut funktioniert und die Eigenschaft des unbeschreiblichen Horrors, der ein markantes Merkmal von H. P. Lovecrafts Geschichten ist, ideal einfängt. Die titelgebende Farbe sorgt auch für die markante Optik des Films und der anfängliche Wahnsinn entwickelt sich zur neonfarbenen Hölle mit grotesken Monster, die jedoch eine eigentümliche Faszination aufweisen. Generell muss man dem Film eine eigene Ästhetik zusprechen, die es in der Form nur selten im Horrorgenre gibt. Die außerirdische Farbe entwickelt sich zu einer fluoreszierenden, halluzinogenen & psychedelischen Macht, die schlussendlich alles dominiert.

Abgesehen von der wirklich imposanten Bildsprache verfügt die Farbe aus dem All über einen äußerst soliden Cast. Besonders die Schauspieler der Familie Gardner, angeführt von Nicolas Cage liefern einen tollen Job ab und verkörpern glaubhaft den langsamen aber stetig stattfindenden geistigen Verfall. Interessant ist auch wie jedes Familienmitglied einen ganz persönlichen Wahn entwickelt der immer weiter voranschreitet, um schlussendlich vollends auszubrechen.

Somit lässt sich zusammenfassen , dass die Farbe aus dem All eine äußerst solide Lovecraft-Verfilmung ist, aber auch für sich genommen ein sehr guter Horrorfilm ist, dessen groteske Note auch länger im Gedächtnis bleibt. Wer sich für H. P. Lovecraft begeistern kann, Horrorfilme mit Science-Fiction Elementen und Body-Horror mag oder einfach nur einen Film mit Nicolas Cage sucht sollte der Farbe aus dem All eine Chance geben.

Ich vergebe ein verdientes sehenswert+ !

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrat!

Crawl | Review| Gruselween Vol. 2 #4

Titel: Crawl
Originaltitel: Crawl
Regie: Alexandre Aja
Laufzeit: 88 Minuten
Release: 2019

Kein Halloween Special ohne Tierhorrorfilm und deshalb geht es in Gruselween #4 um Crawl, der das Horrorgenre mit dem Katastrophenfilm verschmilzt!


Gruselwusel Kernfakten

Titel: Crawl
Originaltitel: Crawl
Regie: Alexandre Aja
Laufzeit: 88 Minuten
Release: 2019


Während der Hurrikansaison nimmt die Hochleistungsschwimmerin Haley an einem Wettbewerb teil. Ein Hurrikan der Stufe 5 ist auf Kollisionskurs mit Florida und die Bevölkerung wird, wegen einer Warnung des Bundesstaates, dazu aufgerufen, sich in Sicherheit zu bringen.

Allen Warnungen und Straßensperren zum Trotz begibt sich Haley zum Haus ihres Vater, den sie telefonisch nicht erreichen kann. Im Haus findet sie ihren verletzten Vater im Keller, der dort von Alligatoren attackiert wurde. Wegen dem starken Regen und daher ansteigenden Wasserspiegel gelangen die Prädatoren in die Wohnsiedlung von Haleys Vater. Die beiden müssen nicht nur gegen den Hurrikan bestehen, sondern sich auch gegen die Alligatoren erwehren …


Eine klassische Eigenschaft des Tierhorrorfilms ist es, Logiklöcher in der Handlung, oder allgemein unlogische Elemente mit Humor zu überspielen. Dieses „Stilmittel“ fehlt in Crawl jedoch völlig. Der Film weist eine absolut ernste Atmosphäre auf, ist über weite Strecken sehr düster und konfrontiert die Hauptfiguren beinah konstant mit der doppelten Bedrohung durch Natur und Tier.

Selbst die gelegentliche Überstilisierung (Stichwort; Pistole im Rachen des Alligators) hat einen düsteren Touch und passt sich der allgemeinen Atmosphäre an. Was ebenfalls lobend erwähnt werden muss, ist die stetig ansteigende Spannungskurve, die ab dem Erreichen von Haely im Haus ihres Vaters an Fahrt aufnimmt.

Auch die Schauspieler agieren ungewöhnlich logisch, was im Horror- und speziell im Tierhorrorgenre eher selten ist. Besonders Kaya Scodelario als Protagonistin Haley verkörpert eine kluge und starke Frau, deren Überlebenswille, ebenso wie die Sorge um ihren Vater, zum emotionalen Anker für den Zuseher wird.

Neben der Atmosphäre und dem Cast sind auch die Spezialeffekte durchaus sehenswert und die Kombination aus undurchsichtigen Wasserflächen mit der potenziellen Gefahr aus der „Tiefe“ verdichtet die Atmosphäre enorm. Obwohl dieses Stilmittel viel Platz für Jump Scares bieten würde, ist Crawl sehr sparsam, was dieses Klischee angeht.


Alles in allem ist Crawl ein äußerst solider Horrorfilm und ein großartiger Tierhorrorfilm, dessen Stärken klar die Stimmung, Atmosphäre und Spannungskurve sind. Die Handlung ist angenehm simpel und das gilt auch für die generelle Prämisse des Films, aber genau hier liegt der Reiz. Manchmal braucht es keine tiefgründige Botschaft, oder großangelegte Handlung, sondern nur den Kampf von Menschen gegen Tier und Natur ums Überleben.

Somit hat sich Crawl die Wertung sehenswert+ definitiv verdient.

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Der Leuchtturm | Review | Gruselween Vol. 2 #2

Titel: Der Leuchtturm
Originaltitel: The Lighthouse
Regie: Robert Eggers
Laufzeit: 109 Minuten
Release: 2019

Es geht weiter mit Gruselween Vol. 2 und heute beschäftige ich mich mit einem äußerst interessanten Film. Die Rede ist von der Leutchtturm und was den Film in mehreren Aspekten besonders macht erfahrt ihr jetzt!


Gruselwusel Kernfakten

Titel: Der Leuchtturm
Originaltitel: The Lighthouse
Regie: Robert Eggers
Laufzeit: 109 Minuten
Release: 2019


Im späten 19. Jahrhundert treten der alteingesessene Seefahrer Tom Wake und seiner neuer Gehilfe Ephraim Winslow eine vierwöchige Schicht als Leuchtturmwärter an. Wake teilt sich selbst die Nachtschichten im Leuchtturm und den Kochdienst zu, während Ephraim alle niederen Arbeiten bekommt, wie putzen, flicken, oder Kohle für die Dampfmaschine heranschaffen.

Während Ephraims Misstrauen über den mysteriösen Tod seines Vorgängers wächst und die Isolation immer erdrückender wird, entwickelt er einen regelrechten Hass auf den tyrannischen Tom. Als ein plötzlich aufkommender mächtiger Sturm die Schicht um unbestimmte Zeit verlängert, spitzt sich die Situation zwischen den beiden Wärtern immer weiter zu und der Wahnsinn beginnt an beiden zu nagen …


Der Leuchtturm nutzt zahlreiche alte Seefahrer Legenden als Vorlage, was dem Film einen ganz eigenen Grundton gibt, und könnte gleichzeitig perfekt in der Welt von H. P. Lovecraft angesiedelt sein. Als schwarz-weiß Film verfügt der Leuchtturm bereits über einen herausstechenden Look aber auch die Atmosphäre wirkt wesentlich dichter und unheimlicher als in anderen Genrekollegen. Dieser Eindruck wird durch das Grundthema Wahnsinn, die Visionen Ephraims und dem grandiosen Schauspiel der beiden Hauptdarsteller verstärkt.

Robert Pattinson und William Dafoe liefern eine großartige Perfomance ab, haben eine perfekte Chemie miteinander und laufen zu absoluten Höchstleistungen auf wenn sie sich ihren Ekstasen hingeben. Beide verkörpern den geistigen Verfall, durch lange Isolation, äußerst glaubhaft und durch die Beobachtung des Zusehers entsteht ein eigenwillier Voyorismus, wenn man die Figuren in ihren intimsten Momenten, aber auch bei ihren Abstiegen in die menschlichen Abgründe begleitet.

Was dem Film ebenfalls zugute gehalten werden muss, ist die virtuose Kameraarbeit von Jarin Blaschke, in der einerseits das Geschehen immer vollständig im Blick gehalten, aber auch gleichzeitig der vermittelte Horror zum Ausdruck gebracht wird. Unterstrichen wird dies durch eine bohrende Soundkulisse aus natürlichen Klängen (Meeresrauschen und das Horn des Leuchtturm), was angenehm an Silent Hill erinnert, aber keine Symphonie des Grauens bildet, sondern zur geistigen Abnutzung der beiden Hauptfiguren beiträgt.


Kurz und knapp ist der Leuchtturm ein äußerst empfehlenswerter Horrorfilm, der in vielen Aspekten von den modernen Stilmitteln des Genres abweicht und auf kreative Art mit den Themen Wahnsinn, Einsamkeit, Isolation und Seefahrerlegenden umgeht. Wer sich für Horrorfilme mit psychologischem Einschlag begeistert, oder ein Fan des Lovecraft-Horrors ist, kann bei diesem Film bedenkenlos eine Sichtung durchführen. Somit vergebe ich für der Leuchtturm die Wertung absolut sehenswert!

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

The Babysitter – Killer Queen (Netflix Original) | Review [Netflixers – A Superbros Original #28]

Titel: The Babysitter – Killer Queen
Originaltitel: The Babysitter – Killer Queen
Regie: McG
Laufzeit: 101 Minuten
Release: 2020

In Ausgabe 28 der Netflixers (leider kein verfrühtes Gruselween) sprechen ich und Felix über die Fortsetzung zu The Babysitter.


Satanische Kernfakten

Titel: The Babysitter – Killer Queen
Originaltitel: The Babysitter – Killer Queen
Regie: McG
Laufzeit: 101 Minuten
Release: 2020


Die Netflixers


The Babysitter: Killer Queen

Danke an die Unterstützer & Patroni von DerStigler: Hexe, Pitter, JamesVermont

Flavors of Youth: International Version (Netflix Original) | Review [Netflixers goes Asia #3]

Titel: Flavors of Youth
Originaltitel: 肆式青春 / 詩季織々
Regie: Li Haoling, Jiaoshou Yi Xiaoxing, Yoshitaka Takeuch
Laufzeit: 75 Minuten
Release: 2018

Letztes Mal waren wir in Indien und heute besuchen wir sowohl China, als auch Japan in der Gemeinschaftsproduktion Flavors of Youth, welcher erneut ein Anthologiefilm ist und ebenso die Netflixers mit der Anime-Offensive 2020 kombiniert!


Kernfakten aus der Erinnerung

Titel: Flavors of Youth
Originaltitel: 肆式青春 / 詩季織々
Regie: Li Haoling, Jiaoshou Yi Xiaoxing, Yoshitaka Takeuch
Laufzeit: 75 Minuten
Release: 2018


Die Netflixers

Anime-Offensive 2020


Flavors of Youth erzählt drei Geschichten aus drei verschiedenen Städten, was im Vergleich zu Ghost Stories ein höheres Tempo erlaubt und sich dank der relativ kurzen Laufzeit des Films, 75 Minuten, auf das wesentliche konzentriert.

The Rice Noodles (Geschichte Nr. 1) handelt von den Erinnerungen eines jungen Mannes an die Zeit mit seiner Großmutter auf dem Land, wo die beiden regelmäßig San Xian Nudeln gegessen haben und diese perfekt waren, weil sie von Hand zubereitet wurden. Das zentrale Thema der Geschichte ist die Erinnerung an vergangene und allen voran unbeschwerte Zeiten, aber auch die zwangsläufige Veränderung von Dingen, dargestellt durch die Nudeln, wird thematisiert. Was man der Geschichte definitiv zugute halten muss, ist die Regung von nostalgischen Gefühlen, ohne zu sehr in Kitsch zu verfallen. Kurzum, ein starker Einstieg in den Film.

A Little Fashion Show erzählt die Geschichte von Yi Lin, die mit ihrer Schwester Lulu zusammenlebt. Yi Lin arbeitet als Modell und Lulu ist eine Studentin an einer Modeschule. Im Zentrum der Geschichte steht neben der Beziehung zwischen den Schwestern, die langsam bröckelnde Karriere von Yi Lin und ihr selbstauferlegter Leistungsdruck, der ihre Situation nur noch weiter verschlimmert. Dank ihrer Schwester und ihrem Manager bekommt Yi Lin eine zweite Chance und das Leben der beiden Schwestern wendet sich zum besseren. Auch die zweite Geschichte besticht durch Emotionen und bringt auch eine sehr schöne Botschaft mit, die sich klar gegen den permanenten Leistungsdruck ausspricht und daran erinnert, die wichtigen Dinge im Kopf zu behalten.

Love in Shanghai erzählt die Geschichte von Li Mo und dessen anfangs freundschaftlicher Beziehung zu Xiao Yu, die nach deren Schulabschluss in die Brüche ging. Viele Jahre später will Li Mo wissen, was sich auf der letzten Kassette von Xiao Yu befindet und begibt sich auf die Suche nach einem Kassettenrekorder im mordernen Shanghai. Die dritte und abschließende Geschichte empfand ich, trotz des Ansatzes als bitter-süße Liebesgeschichte, als die Schwächste. Das Grundthema ist sehr interessant, aber dennoch hat es dieser Kurzfilm nicht geschafft, mich vollends abzuholen.


Alles in allem ist Flavors of Youth ein sehr schöner Animationsfilm, der drei grundlegend tolle Geschichten erzählt und dabei wertvolle Botschaften vermittelt. Japanische Animationstechniken und chinesische Erzählweisen harmonieren großartig miteinander, was Flavors of Youth zu einer sehr interessanten Erfahrung macht, die sich angenehm von anderen Animes abhebt. Wer sich für Anthologiefilme begeistern kann und/oder Anime mag, kann bei Flavors of Youth gern einen Blick riskieren.

Ich vergebe für Flavors of Youth die Wertung sehenswert.

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!


Danke an die Unterstützer & Patroni von DerStigler: Hexe, Pitter, JamesVermont

Chef of Horror

... wie backe ich den perfekten Horror?

books and phobia

- Ein Blog für Bücher, Comics & Co. im Kampf gegen Depressionen & Phobien

Lass mal lesen!

Books for Kids & Teens

Nerd mit Nadel

Comics - Lesen - Häkeln - DIY

Comicneuling

Comicreviews und News

Klappe!

Das Filmmagazin

Blütensthaub

Ralph Butler

Arvon's Inn

Home for Tabletop Ethusiasts

SPIELKRITIK.com

Games. Kultur. Kritik.

Seitenfetzer

Bücher und Manga - 100% subjektiv

Survivethis

News rund um Survival & Horror

Lesezeichen - Kunstblog

Hier findest du Kritiken, Reviews und Kommentare zu Büchern, Serien, Filmen und Musik!

SERIENOASE

Podcast über ostasiatische Serien und Filme