Das Filmjahr 2018, ein Rückblick auf die erste Jahreshälfte | Storytime

2018 gehört zu den stärksten Filmjahren, die ich bisher aktiv verfolgt habe. Es sind viele sehr gute und einige grandiose Filme erschienen, die mit Sicherheit einen Platz unter den modernen Klassikern verdient haben. In diesem Beitrag will ich kurz auf ein paar denkwürdige Filme eingehen und die entsprechenden Beiträge verlinken. Dabei werde ich die Filme nach Genres einteilen.


Thriller (gesehen: 6)

Alles Geld der Geld – Wertung: sehenswert

Mit Alles Geld der Welt kehrt Ridley Scott zur alten Form zurück und inszeniert eine spannende Geschichte, basierend auf wahren Begebenheiten, die sich langsam aufbaut und die von den Hauptfiguren getragen wird.

Wind River – Wertung: sehenswert

Weniger pompös wie Alles Geld der Welt und eher unter dem Radar ist Wind River erschienen aber hinter diesem Film verbirgt sich ein sehr spannender Thriller mit starker Besetzung, dichter Atmosphäre und genialem Höhepunkt.

Game Night: sehenswert

Äußerst unterhaltsamer und spannender Thriller der durch so manchen Twist überrascht.

A Beautiful Day – Wertung: besonders sehenswert

Ein modernes Meisterwerk mit interessanten Stilmitteln, einem grandiosen Hauptdarsteller und einer simplen aber spannenden Handlung.

Gringo – Wertung: bedingt sehenswert

Grundlegend ein solider Film allerdings wollte der Funke bei mir nicht überspringen und ein paar Minuten Laufzeit weniger hätten nicht geschadet.

Zu Red Sparrow werde ich mich in einem anderen Beitrag äußern.


Horror (gesehen: 10)

Insidious 4 – Wertung: bedingt sehenswert

Mittelmäßiger Horrorfilm mit Elementen des Fantasygenres und mein erster Film des aktuellen Kinojahres aber genau der Film den ich immer vergessen.

The Ritual – Wertung: bedingt sehenswert

Mittelmäßiger Horrorfilm mit interessanten Ansätzen aber keiner Nachhaltigkeit um lange im Gedächtnis zu bleiben.

Die letzte Party deines Lebens – Wertung: sehenswert

Gelungener Horror-Thriller aus Österreich, der etwas an Freitag der 13te erinnert und durch eine spannende Handlung glänzt.

Winchester – Wertung: sehenswert

Solider Horrorfilm, der leider etwas unter dem Radar erschienen ist aber durch ein interessantes Konzept punktet.

A Quiet Place – Wertung: besonders sehenswert

Künstlerisch wertvoller und hervorragend gemachter Horrorfilm. Die Stille als Stilmittel funktioniert hervorragend und fesselt bis zum Schluss!

The Heretics – Wertung: sehenswert

Solider Horrorfilm mit starkem Finale und echt grausigem Boddyhorror.

Hereditary – Wertung: sehenswert

Ähnlich hervorragend wie A Quiet Place aber mit einem etwas vorhersehbareren Plottwist.

Zu Day of the Dead: Bloodline, Verónica und Wahrheit oder Pflicht werde ich mich in einem anderen Beitrag äußern.


Drama/Historienfilm (gesehen: 4)

Three Billboards outside Ebbing, Missouri – Wertung: sehenswert

Mitreißendes Drama mit spannender Handlung, bissigem Humor und einer grandiosen Besetzung.

Darkest Hour – Wertung: sehenswert

Hervorragend inszeniertes Historiendrama mit starker Besetzung, starken Bildern und einem zur höchstform auflaufenden Gary Oldman.

Arthur & Claire – Wertung: sehenswert

Charmanter Film mit Lokalheld Josef Hader, der in seine Paraderolle dem „Grantscherm“ schlüpft und eine interessante Reise auf der Suche nach dem Sinn des Lebens antritt.

Die Verlegerin – Wertung: sehenswert

Grundlegend solider Film von Altmeister Steven Spielberg, der allerdings gegen die Konkurrenz etwas abfällt.


Comicverfilmung/Cartoon/Anime (gesehen: 7)

Black Panther – Wertung: sehenswert

Bildgewaltiger MCU Film mit etwas dünner Handlung aber hochwertigen Effekten und starker Technik.

Avengers: Infinity War – Wertung: absolut sehenswert

Der bisher wichtigste MCU Film und die bisher gewaltigste Comicverfilmung.

Deadpool 2 – Wertung: sehenswert

Zu diesem Film braucht man nicht viel sagen!

Batman: Gotham by Gaslight – Wertung: sehenswert

Spannender Animationsfilm und gelungene Verfilmung eines kultigen DC Comics.

Batman Ninja – Wertung: sehenswert

Überladende Handlung aber äußerst ausgefallener Stil und die Animation ist sehr hochwertig.

Godzilla: Planet der Monster – Wertung: sehenswert

Wer Godzilla mag kommt um diesen Film nicht herum. Die Handlung ist interessant und der ganze Stil sehr ansprechend.

Luis und die Aliens – Wertung: bedingt sehenswert

Mittelmäßiger Animationsfilm den man nicht unbedingt sehen muss.


Der ganze Rest

Greatest Showman – Wertung: sehenswert

Wunderschöner Musikfilm mit starker Besetzung, solider Handlung und tollem Soundtrack.

Shape of Water – Wertung: sehenswert

Ein wunderschönes Märchen und interessanter Genremix. Der beste Fantasyfilm des Jahres.

Full Metal Alchemist – Wertung: sehenswert

Wer weder den Manga noch den Anime kennt, kann hier einen Blick riskieren, da der erste Handlungsbogen zusammengefasst wird.

Der Sex Pakt – Wertung: sehenswert

Äußerst unterhaltsame Komödie die durch etwas derberen Humor und eine starke Besetzung glänzt.

Tomb Raider – Wertung: sehenswert

Solider Actionfilm der die Vorlage gelungen adaptiert und die Handlung etwas sinnvoller anpasst im Bezug auf eine Fortsetzung.

Game Over, Man! – Wertung: sehenswert

Äußerst unterhaltsamer Netflix Original Film, der durch etwas abgedrehten Humor und drei sympathische Hauptfiguren glänzt.

Rampage – Wertung: sehenswert

Solider, bildgewaltiger und actiongeladener Sommerblockbuster, der überraschend viel aus der Videospielvorlage rausholt.

Pacific Rim: Uprising – Wertung: bedingt sehenswert

In allen Punkten schwächer als sein Vorgänger, was mich schockiert, da sich ein Monsterfilm quasi von selbst erzählen kann.

Jurassic World: Das gefallene Königreich – Wertung: bedingt sehenswert

Schlechter als sein Vorgänger in der Handlung dafür mit minimal besserer Inszenierung gewisser Szenen aber im Endeffekt ein mittelmäßiger Blockbuster.


Das war mein kurzer, eigentlich echt langer, Rückblick über das erste Halbjahr 2018. Danke an alle die bis hierher durchgehalten haben. Welche Filme haben euch 2018 gefallen oder nicht gefallen? Lasst es mich in den Kommentaren wissen!

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Kino Doublefeature #1: Gringo & A Beautiful Day| Review

Titel: Gringo
Originaltitel: Gringo
Laufzeit: 110 Minuten
Erscheinungsjahr: 2018
Produktionsland: USA

Titel: A Beautiful Day
Originaltitel: You Were Never Really Here
Laufzeit: 90 Minuten
Erscheinungsjahr: 2017
Produktionsland: USA, UK, FR

Herzlich willkommen zum ersten Kino Doublefeature auf meinem Blog. In diesem Format werde ich in regelmäßigen Abständen zwei Filme, die ich an einem Tag im Kino gesehen habe, besprechen. Den Anfang für dieses Format machen Gringo & A Beautiful Day.

An dieser Stelle ein großes Danke an Ainu89 & Felix, die mich auf dieses Format gebracht haben! Dieser Beitrag ist euch gewidmet.

Eine kleine Info am Rande. Entsprechende Kino Doublefeatures werden auf Instagram oder meiner Facebook Seite im Vorfeld angekündigt. Es lohnt sich also mir auf diesen Plattformen zu folgen. *Schleichwerbung Ende*


Gringo (2018)

Fangen wir also mit Gringo an, einem Film den ich wegen des Trailers für eine klamaukhafte Komödie gehalten habe aber eines besseren belehrt wurde!


Harold Soyinka arbeitet für das Unternehmen Cannabax Technologies, dass eine Marihuana Pille entwickelt hat und diese in Mexiko entwickeln lässt. Bei einer Besichtigung des Werks mit seinen Vorgesetzten Richard (Joel Edgerton) & Elaine (Charlize Theron) erfährt Harold, von seinen Kollegen ungewollt, das er seinen Job verlieren wird. Als auch noch aufkommt das Harolds Frau eine Affäre hat bricht für den Protagonisten die Welt zusammen.

Er verlässt in der Nacht sein Hotelzimmer und täuscht seine eigene Entführung vor um von Cannabax genug Geld zu erpressen um ein neues Leben anfangen zu können. Dabei wird eine Serie von Ereignissen losgetreten die Harold auf eine Reise zu sich selbst schickt und die dreckigen Geschäfte von Cannabax behandelt. Natürlich darf auch ein örtliches Kartell nicht fehlen um das Chaos zu komplettieren.

Der Plot wird aus vielen Sichtweisen erzählt was dem Film eine gewisse Komplexität verleiht aber auch der Übersicht auf lange Sicht schadet da gewisse Entwicklungen nicht immer klar nachvollziehbar sind.


Was die Besetzung angeht kann man von einer soliden Truppe sprechen wobei Charlize Theron trotz ihrer eher kleinen Nebenrolle den Rest locker an die Wand spielt.

Joel Edgerton liefert wie gewohnt eine solide Performance und spielt besser als im 0815 Agentenfilm Red Sparrow. Sehr gut gefallen hat David Oyelowo, der glaubhaft spielt und durch diese, teil schmerzhafte, Odyssey zu sich selbst finden kann.


Zusammengefasst ist Gringo ein unterhaltsamer Kriminalfilm mit humoristischen & dramatischen Elementen dem ein oder zwei Perspektiven weniger, zugunsten der Dynamik beziehungsweise Übersicht, nicht geschadet hätten. Ich vergebe für Gringo das Prädikat sehenswert, da sich die Unübersicht in der Handlung relativ schnell löst wenn der Film vorbei ist.


A Beautiful Day

A Beautiful Day, im Original You Were Never Really Here, ist ein Thriller-Melodrama Hybrid und einer der (leider) wenigen Filme bei denen eine Frau Regie führte.


Joe ist ein Kriegsveteran und es hat sich zur Aufgabe gemacht Frauen sowie Mädchen zu retten, die dem organisierten Sexhandel zum Opfer gefallen sind. Weiters tötet er so auch Kinderschänder, unter denen sich immer wieder, teils hochrangige, Politiker befinden.

In seinem nächsten, für die Handlung relevanten, Job soll Joe die minderjährige Tochter eines Staatssenators retten. Der Senator kann sich, bedingt durch den Wahlkampf jedoch nicht an die Polizei wenden. Für Joe und auch den Zuseher beginnt eine Reise in die Abgründe der Seele.

A Beautiful Day ist speziell. Der Film ist definitiv nicht für jeden geeignet aber wer das Drama aufmerksam verfolgt und sich offen mit dem Charakter Joe auseinandersetzt wird eines der faszinierendsten Filmerlebnisse des Jahres haben.


Das liegt unter anderem daran das die Regiesseirin nicht nur den Sehsinn beanspruchen will sondern auch den Gehörsinn und mithilfe der Kamera auch den Tastsinn.

Durch ein Einsatz einer besonderen Geräuschkulissen, die von Flüstern über lauten Umgebungsgeräuschen bis zu seltsam verstörenden, fast psychodelischen Musikstücken ala Silent Hill reicht, wird eine sehr dichte Grundatmosphäre erzeugt die nur noch von den starken Bildern und Hauptdarsteller Joaquin Phoenix verstärkt wird.

Die Kamerarbeit von A Beautiful Day zeichnet sich diverse Stilmittel aus. Zum einen gibt es immer wieder Aufnahmen von Joes Körper die wirken als ob man ein zerstörtes Kunstwerk betrachtet. Jedes Detail, die Narben, der mächtige Körperbau, das bärtige Gesicht, fügt sich zu einem großen Ganzen zusammen.

Dazu kommen schnelle Schnitte und perspektiven lassen den Zuseher wissen, dass Gewalt ausgeübt wurde aber man sieht „nur“ das Ergebnis aber nicht die Tat. Auf Blutspritzerein und groteskte Gewaltdarstellung verzichtet, wie es im Mainstream allzu gern verwendet wird, wird hier verzichtet. Viel mehr spielt der Film mit der Melancholie & der vernarbten Seele des Protagonisten. Dem gegenüber stehen Flashbacks aus Joe‘s Kindheit die sich unpassend anfühlen und komplett Gegensätzlich wirken.

Joaquin Phoenix schafft es perfekt die innere Zerissenheit des Protagonisten zu porträtieren und dabei über weite Strecken eine Maske der Gefühlslosigkeit zu zeigen. Wenn dann allerdings Emotionen aus dem Charakter herausbrechen sind diese mehr als glaubhaft dargestellt.


Alles in allem ist A Beautiful Day ein sehr spannender Thriller mit interessanten Stilmitteln der auf mehr als einer Ebene fasziniert. Der Protagonist ist vielschichtig und durch den Subtext sowie die Flashbacls erfährt man einiges über den Protagonsiten Joe. Wer sich auf den Film einlässt wird mit einem besonderen Erlebnis belohnt. Ich vergebe für A Beautiful Day die Wertung besonders sehenswert!

Das war das erste Kino Doublefeature. Ich hoffe euch hat dieses neue Konzept gefallen und wir lesen uns im nächsten Beitrag!