Mein Einstieg in die Welt der Marvel-Comics – ein erster (Fehl-)Versuch | Gastbeitrag von Ainu89

Vielen Dank an die liebe Mara aka Ainu89 für diesen tollen Gastbeitrag!

Es ist schon eine Weile her, da war DerStigler so nett und hat mir aus seiner beeindruckenden Comicsammlung ein paar Schmankerln herausgesucht – an dieser Stelle nochmal ein herzliches Dankeschön dafür. Anlass war meine große Begeisterung für das Marvel Cinematic Universe, kurz MCU, beziehungsweise Comicverfilmungen im allgemeinen, und der Start unseres gemeinsamen Specials „Comics sind mehr als Bilderbücher für Kinder“. Schlicht, ich wollte einfach gerne mal herausfinden, ob die gedruckte Welt von Marvel mich vielleicht genauso in ihren Bann ziehen könnte, wie es die Bewegtbilder tun. Die Auswahl, die mir DerStigler daraufhin zu Verfügung gestellt hat, kann man durchaus als vielfältig und abwechslungsreich beschreiben, also ideal geeignet für ein erstes zaghaftes Beschnuppern der Materie. Von den „X-Men“ in allen möglichen Konstellationen, über „Spider-Man“, den „neuen“ „Captain America“, bis hin zu „Deadpool“, von allem war etwas dabei – bei „Deadpool“ konnte ich mich sogar durch eine vierbändige Complete-Collection lesen. 

Und ich muss gleich mal vorweg sagen, dass mich die Geschichten teilweise wirklich mitgerissen haben, sodass ich am liebsten sofort das nächste Heft gelesen hätte – hier ist also nicht der Grund dafür zu finden, dass ich in der Überschrift von einem Fehlversuch spreche. Auch an den unterschiedlichen Zeichenstilen habe ich nichts auszusetzen, obwohl mir manche deutlich besser gefallen haben als andere. Mein Problem mit dem Einstieg lag tatsächlich dort verankert, wo ich es immer befürchtet hatte: beim Aufbau. Man muss sich das nur einmal vorstellen, den Comicverlag Marvel gibt es bereits seit dem Jahr 1939, also seit 81 Jahren. In dieser Zeit wurden dank sehr kreativer Köpfe unzählige Helden, Antihelden, Schurken und alles, was es so dazwischen gibt, erfunden und auf Papier gebannt. Schon früh kam man dabei auf die Idee, dass sich mit Crossovern der einzelnen Comicfiguren untereinander wunderbar nicht ganz so bekannte, oder überhaupt neue Charaktere bei den Lesern promoten und etablieren lassen. Außerdem musste man einsehen, dass man nur schwer, selbst vom noch so gewillten Leser, verlangen kann, bei einer Serie immer wieder bei Heft #1 aus dem Jahre Schnee anzufangen – bei „Captain America“ müsste man dafür tatsächlich bis ins Jahr 1939 zurückgehen. Reboots und Neustarts waren somit unumgänglich, wollte man seine beliebtesten Figuren nicht in den Ruhestand schicken. Und genau hier treten einem als Einsteiger die Schweißperlen auf die Stirn. Wo soll man anfangen? Welches Event sollte man auf jeden Fall gelesen haben? Gibt es Storylines, die man kennen sollte, bevor man mit dem Neustart beginnt? 

Viele Fans des Verlags antworten auf diese leicht überfordert vorgebrachten Bedenken dann gelassen: „Kein Stress, fang einfach mal bei irgendeinem Helden an, der dir gefällt, und dann siehst du eh, ob es was für sich ist“. Als jemand, der genau das gemacht hat, kann ich euch jetzt sagen, bei mir geht diese Taktik offenbar nicht wirklich auf. Ständig hatte ich beim Lesen das Gefühl, dass mir wichtige Informationen, die Figuren und ihre Beziehungen zueinander betreffend, fehlen. Es ist schon verständlich, dass man nicht immer wieder ganz bei Null anfangen kann, beziehungsweise das auch gar nicht muss, aber wenn man dann plötzlich erfährt, dass Wolverine und Storm offensichtlich ein Paar sind (oder waren), dann ist das zumindest für mich schon eine Info, zu der ich gerne etwas mehr Kontext hätte. Die Complete-Collection von „Deadpool“ machte die Sache für mich sogar noch deutlicher. Nachdem hier wirklich nur die Hefte der „Deadpool“-Reihe zusammengestellt wurden, nicht aber die Events, bei denen er involviert war als solche, kam es immer wieder dazu, dass eigentlich sehr spannende Geschichten einfach nicht weitergeführt wurden, da sie zu einem Crossover zählten und der nächste Teil wahrscheinlich in einem der „X-Men“ Comics zu finden gewesen wäre, oder vielleicht auch woanders. Das ist nämlich ein weiteres Manko, nie kann man im Heft herausfinden, wo die Geschichte denn weitergeht – oder ich war einfach nur zu blind, um diese Information zu finden. Will ich also zum Beispiel gerne den Rest des „Secret Invasion“-Events lesen, auf das ich einen kleinen Vorgeschmack in einem der „Deadpool“-Comics der Complete-Collection erhalten habe, muss ich erst ins Internet gehen und dort zu recherchieren beginnen, welche Hefte von welchen Superhelden denn jetzt eigentlich Teile dieser Geschichte enthalten. 

Vielleicht lassen sich meine Probleme mit dieser Art der Strukturierung aber auch einfach mit meinem Background zu dem Thema „Comics“ erklären. Als ich noch wirklich klein war, gab es in unserem Haushalt nämlich nur zwei „echte“ Comicreihen: „Lucky Luke“ und „Asterix“. Hier stellte sich nicht die Frage, welches Heft man sich jetzt kaufen sollte, beziehungsweise in welcher Reihenfolge man die einzelnen Hefte lesen muss – jedes Heft enthielt eine abgeschlossene Geschichte und die wichtigsten Charaktere wurden, sofern notwendig, zu Beginn eines jeden Heftes immer wieder vorgestellt. Neben diesen zwei klassischen Comicreihen beherbergten die heimischen Bücherregale vor allem das: Bücher. In meinen Teenager-Jahren entdeckte ich dann, bedingt durch den damaligen Boom im Free-TV, die Welt der Animes, und in weiterer Folge auch die der Mangas für mich. Und auch hier stellt sich nie die Frage: „Wo fange ich nur an?“. Selbst bei endlos scheinenden Serien wie „One Piece“ oder „Dragon Ball“ sind diese Fragen ganz leicht zu beantworten, nämlich bei Heft #1. Natürlich gibt es auch hier immer wieder Ableger oder Spin-Offs, aber auch diese fangen, ebenso wie die Hauptreihe, immer bei #1 an und werden dann fortlaufend nummeriert. Noch später entdeckte ich dann die Graphic Novels für mich, quasi bebilderte Romane, die ebenso eine angeschlossene, meist etwas umfangreichere Geschichte erzählen und somit nicht einmal einer Nummerierung bedürfen. Ich bin es also gewohnt, dass ich meine Geschichten, wenn schon nicht an einem Stück, so doch wenigstens in einer geordneten und nachvollziehbaren Art und Weise konsumieren kann, ohne mich erst groß im Internet informieren zu müssen, welches Heft aus welcher Reihe ich mir nun als nächstes kaufen müsste, beziehungsweise darum bangen muss, ob es besagtes Heft überhaupt noch zu erwerben gibt. 

Zusammengefasst lässt sich somit sagen, dass mein erster Versuch in die Comicwelt von Marvel hineinzufinden, trotz eigentlich spannender Geschichten und gefälligem Art-Design, nicht wirklich als geglückt bezeichnet werden kann. Vielleicht, oder besser gesagt wahrscheinlich, werde ich es zu einem anderen Zeitpunkt noch einmal versuchen, dann aber doch eher mit einem zusammengestellten Event zum Einstieg. Einstweilen bleibe ich doch lieber bei meinen Graphic Novels und Mangas.

Das Filmjahr 2018: Dramen | Podcast #3

Es geht weiter mit unserem großen Jahresrückblick zum Filmjahr 2018. Mit dabei ist wieder Mara aka Ainu89. Heute widmen wir uns den Dramen des Filmjahrs 2018!

Das Filmjahr 2018: Horrorfilme | Podcast #2

Podcast Folge 2. Heute geht es um die besten aber auch schlechtesten Horrorfilme, die ich & Mara im Filmjahr 2018 gesehen habe.


Der wahre Grund, weshalb „Hereditary“ bei mir einen schalen Nachgeschmack hinterließ | Gedankenspiel [Gastbeitrag von Ainu89]

Vielen Dank an Mara aka Ainu89 für ihren tollen Beitrag zu meinem Halloween Special! 😊


Na gut, die Überschrift scheint ein wenig reißerisch aber eigentlich soll es in diesem Artikel nicht per se um den Film „Hereditary“ gehen; viel mehr möchte ich den Film als Beispiel für ein Phänomen heranziehen, welches ich seit einiger Zeit bei Horrorfilmen beobachte und welches mir leider viele meiner Sichtungen dieses Genres verdirbt. „Hereditary“ habe ich dabei aus zwei Gründen als Anschauungsmaterial zur Verdeutlichung meines Standpunktes genommen: erstens soll es hier nicht um irgendwelche null-acht-fünfzehn Vertreter des Genres gehen, sondern um jene besonderen und seltenen Perlen, die tatsächlich versuchen mit den Erwartungen des Publikums zu spielen und sich abseits von billigen Jump Scares und unmotiviert hingeklatschten Charakteren bewegen; zweitens ist es schlicht und ergreifend der aktuellste Film, der eben jenen erzählerischen Kniff beinhaltet, mit dem ich ein gewaltiges Problem habe. 

Bevor ich allerdings zu weiterführenden Erläuterungen ansetze, nenne ich das Kind einfach mal beim Namen: es geht um die Entscheidung mancher Autoren im letzten Drittel, oder manchmal sogar nur in den letzten 10 Minuten, alle zuvor etablierten Mysterien bis ins kleinste Detail aufzulösen. 

Das klingt jetzt etwas kryptisch, sogar beinahe nichtssagend und erklärt daher bereits ganz von selbst, weshalb ich einen Film als Beispiel benötige. Übrigens, da ich hier um meinen Standpunkt ausreichend zu erläutern auf wichtige Handlungselemente von „Hereditary“ im Detail eingehen werde, sei hiermit die obligatorische SPOILER-Warnung ausgesprochen. 

Grob umrissen geht es in dem Film um eine Familie, die nach dem Tod der Großmutter in einer Art kollektiver Trauerphase steckt. Wie üblich gehen alle Mitglieder ganz unterschiedlich mit dem Verlust um, doch speziell die noch im Kindesalter befindliche Enkelin legt plötzlich Verhaltensweisen an den Tag, die mehr als merkwürdig sind. Eines Tages geschieht ein weiteres Unglück und durch eine Verkettung von Ereignissen kommt eben jenes Kind ums Leben. Die Mutter, in ihrem Schmerz um ihre Mutter ebenso wie ihre Tochter in einer Art Lethargie gefangen, erhält eines Tages, durch eine Freundin ihrer verstorbenen Mutter, die Möglichkeit mit ihrer verstorbenen Tochter zu kommunizieren und muss nur allzu schnell feststellen, dass dabei Familiengeheimnisse ans Licht kommen, die besser im Verborgenen geblieben wären, und dass eine Verbindung zum Totenreich immer mit Konsequenzen einhergeht. 

So generisch sich der Plot vielleicht anfangs liest, so sehr muss man „Hereditary“ dafür loben, dass er genau das nicht ist (also, zum größten Teil). Denn die meiste Zeit des Films hat der Zuschauer kaum eine Ahnung davon, welch wirre und schräge Dinge da auf der Leinwand vor sich gehen und wohin die wilde Fahrt überhaupt führen soll. Doch genau diese Unwissenheit ist das, was einen in seinen Bann zieht, was einem das Blut in den Adern gefrieren lässt, was einem die Haare zu Berge stehen lässt. Weshalb baut das Mädchen sich eine Puppe aus einem toten Vogel, wieso schnalzt es immer so mit der Zunge, wer sind die ganzen Menschen auf der Beerdigung der Großmutter, die scheinbar nicht mal ihre Tochter kennt, was hat es mit den schrägen Dioramen auf sich, die die Mutter bastelt und woher kommt das frostig Verhältnis zwischen Mutter und Sohn??? All diese Fragen und mehr stellt sich der Zuschauer, während sich der Plot immer weiter von einem immersiven Drama hin zu einer abgedrehten Geschichte rund um einen bösen Dämon wandelt.

Dabei verrät er im Laufe der Zeit gerade genug, um die Vorstellungskraft und Kombinationsgabe des Publikums soweit anzufachen, dass sich die Theorien im Kopf nur so zu überschlagen beginnen. Doch dann, in den letzten 10 Minuten, treten die Macher in die meiner Meinung nach schlimmste Falle für einen Horrorfilm – sie lüften alle Geheimnisse in einer finalen Auflösung, die nur dazu dient dem Zuschauer klar und deutlich vor Augen zu führen, was das eben Gesehene genau zu bedeuten hatte. Und indem die Autoren sich dieser Methode bedienen, entschwindet plötzlich alles Unheimliche und ein eben noch grandioser Mindfuck-Horror verkommt zu einer generischen Mär über eine Dämon und ein paar seiner Anhänger. Noch schlimmer ist es, dass durch diese Entscheidung zur expliziten Aufklärung nicht nur das Ende ruiniert wird, sondern das solch ein Ende den gesamten Film rückblickend in Mitleidenschaft zieht. 

Aber ich werde schon wieder zu theoretisch, bleiben wir doch lieber am konkreten Beispiel und ich erzähle euch einfach, was am Ende des Films herauskommt: Die Großmutter gehörte einem satanischen Kult an, der einen Dämon aufgrund einer Prophezeiung mit Hilfe eines Gefäßes auf diese Welt bringen will. Der ursprüngliche Plan war es eigentlich dafür den erstgeborenen Enkel zu verwenden, aber da Mutter und Tochter damals ein sehr schwieriges Verhältnis miteinander hatten wurde daraus nichts. Um wieder Gutmachung zu leisten bekommt die Großmutter dafür ihre Enkelin nach deren Geburt in die Finger und verwendet diese ohne das Wissen der restlichen Familienmitglieder einstweilen als eine Art Übergangsgefäß. Nachdem alle schön in die vorgesehenen Bahnen gelenkt wurden und der Dämon alle Familienmitglieder bis auf das auserwählte männliche Gefäß vernichten konnte, bekommen wir eine letzte Einstellung in der alle Kultanhänger vor dem nun in menschlicher Gestalt existierende Dämon knien. 

Das war es, keine Fragen bleiben mehr offen, keine Mysterien im Dunkeln verborgen, auf jedes kleinste Geheimnis wird der Scheinwerfer gerichtet – und damit die Spannung, die Atmosphäre zerstört. Lasst es mich so umschreiben: viele Leute haben sich bei dem Film „Alien: Covenant“ darüber beschwert, dass man das Alien in einer Einstellung im hellen Tageslicht in seiner vollen Pracht zu sehen bekommt weil genau so etwas dem angsteinflößenden Part der Kreatur die Zähne zieht – und so ist es auch. Es ist das was wir nicht sehen, das was wir nicht verstehen, das was wir nicht erklären können, genau das, was uns die meiste Angst einjagt. Wenn man nun aber anfängt dem Zuschauer alles Vorzukauen und bis ins kleinste Detail offen zu legen, nimmt das dem Horror eben genau das – den Horror. 

Weshalb sich die Macher immer wieder dieses in meinen Augen fatalen Mittels bedienen, vermag ich nicht zu sagen. Vielleicht meinen sie, dass das Publikum nicht intelligent genug ist, um sich selbst einen Reim darauf zu machen? Vielleicht fürchten sie auch, dass das Publikum nicht intelligent genug ist, um einen Film zu mögen, der ein Mysterium bleibt? Vielleicht haben sie auch Angst davor, dass man ihnen vorwerfen könnte selber einfach keinen Plan gehabt zu haben und sie müssen dem Publikum so beweisen, dass dem nicht so ist? Wie gesagt, ich weiß es nicht…und werde es wohl auch nie verstehen. Das Einzige was ich weiß ist, dass es für mich weder ein guter Weg ist eine Geschichte zu erzählen noch sie enden zu lassen, und dass ich immer wieder traurig darüber bin, wie eine einzige schlechte Entscheidung einen ansonsten grandiosen Film ruinieren kann.           

Thinner – Der Fluch | Review | All Hail to the King – Die Stephen King Verfilmungen #3

Nach meiner Review zu Die Verurteilten hat es automatisch jeder Film schwer. Dennoch möchte ich Thinner – Der Fluch eine faire Chance geben aber es ist allgemein bekannt, dass die Horrorfilme des King Werkes eher schwach sind. Ich bin gespannt, ob mich dieser Film aus dem Jahr 1996 begeistern wird!


Billy Halleck ist ein übergewichtiger Anwalt. Nach einem Abendessen, einer Autofahrt, inklusive Blowjob, überfährt Billy eine alte Zigeunerin. Mithilfe des befreundeten Richters und des ebenfalls befreundeten Polizeichefs wird Billy im anschließenden Prozess freigesprochen. Die Strafe erfolgt jedoch in Form des Vaters der toten, dem Zigeuner Tadzu Lempke. Dieser seltsame alte Mann belegt Billy, Richter Carry & Polizeichef Duncan je mit einem Fluch, der sich unterschiedlich auswirkt.
Billy verliert von diesem Ereignis an jeden Tag mehr und mehr Gewicht. Da unser „Held“ stark übergewichtig ist, ist die Freude groß. Die Freude schwenkt jedoch bald in Sorge um, als Billy immer weiter abmagert. Als schließlich Richter Carry verschwindet & Duncan Selbstmord begeht, wird eines klar. Billy muss den Fluch loswerden, bevor ihm die Zeit abläuft.


Thinner – Der Fluch ist eindeutig dem Horrorgenre zuzuordnen, wobei Elemente des Thrillers & des Bodyhorrors (Veränderung des Körpers) Einzug halten. Die Leistung der Schauspieler ist sehr durchwachsen. Bis auf den Hauptdarsteller Robert John Burke (Billy), der als einziger wirklich Charisma in den Film bringt, wirkt der Rest des Casts fast schon hölzern. Die deutsche Synchronisation tut ihr Übriges. Positiv anzumerken sind die Effekte, die einen gewissen Ekel erzeugen und der Soundtrack von Daniel Licht.


Das wars soweit meiner Seite. Wer mehr zum Thema Stephen King lesen möchte schaut auf den Blog von Ainu89  vorbei oder klickt auf diesen Link um alle Beiträge aus unserem Special in einer schicken Übersicht zu haben!

Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Die Verurteilten | Review | All Hail to the King! Stephen King Verfilmungen #2

Die Verurteilten ist ein Filmdrama aus dem Jahr 1994 (zehn Jahre vor dem erscheinen des Films Das geheime Fenster) und einer meiner liebsten Filme aller Zeiten. An dieser Stelle ein großes DANKE an Ainu89, das ich diesen Film übernehmen durfte.


Zu Beginn des Films, 1947, wird der Bankangestellte Andy Dufresne (Tim Robbins) wegen Doppelmord zu zweimal lebenslanger Haft verurteilt. Seine Strafe soll er in der gefürchteten Shawshank Strafanstalt absitzen. Von beginn passt Andy überhaupt nicht in die Szenerie der Strafgefangenen. Sein Leben wird durch die brutalen Wärter & sexuelle Übergriffe durch andere Insassen weiter erschwert.
Im Laufe der Zeit lernt er einige Mithäftlinge kennen und schließt Freundschaften. Sein bester Freund wird jedoch Red (Morgan Freeman), der wegen Mord schon zwanzig Jahre im Gefängnis ist. Dieser hat den Ruf alles zu besorgen, wenn der Gegenwert stimmt. Aufgrund seiner beruflichen Fähigkeiten steigt Andys Ruf bei den Gefangenen, den Wärtern & schließlich auch beim Direktor. Doch wer möchte schon sein ganzes Leben im Gefängnis leben, egal wie komfortabel es ist?


Die Verurteilten erzählt eine spannende, emotionale & fesselnde Geschichte. Der Film punktet mit einer hervorragenden Inszenierung, einer sehr starken Besetzung und einprägsamen Szenen. So hat sich die Szene als Andy im Gegenzug für einen Gefallen, dem er dem Oberwärter erwiesen hat, nur ein paar Bier für sich & seine Freunde gewünscht hat, eingeprägt. In dieser Szene war alles perfekt. Das Licht, die Stimmung und alles unterlegt mit Red’s Erzählstimme (Morgan Freemans deutsche Stimme), dass sie auf dem Dach sitzen und Bier trinken wie freie Männer.

Abgesehen von dieser Szene gibt es noch viele weitere starke Szenen, die dem Film zwei Eigenschaften verleihen: Glaubhaftigkeit & Emotion. Die Schauspieler tun ihr Übriges. Es gibt niemanden im Cast von dem ich behaupten könnte, er würde nicht glaubhaft oder gut spielen. Man nimmt Clancy Brown die Rolle als brutalen Captain Byron Hadley, Chef der Wachen, ab. Gleiches gilt für all jene die die Insassen, des Gefängnisses, spielen.

Der heimliche Star ist jedoch der Charakter Red. Auch wenn Andy Dufresne der Protagonist ist, fungiert Red als Erzähler & großer Sympathieträger.


Alles in allem ist Die Verurteilten ein bewegendes Filmdrama und eine der besten Stephen King Verfilmungen aller Zeiten. Es steckt so viel Mühe & Liebe in diesem Film wie in kaum einer anderen Kingverfilmung. Dazu kommt das erfrischende Genre zwischen Thrillern, Horrorfilmen & Horror-Thrillern. Mich wundert es nicht dass dieser Film an keiner Stelle langweilig wird bei diesem grandiosen & harmonierenden Darstellerensemble. Besonders Morgan Freeman & Tim Robbins sind ein perfektes Team.
Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag und bis dahin könnt ihr die tollen Beiträge von Ainu89 lesen!

Das geheime Fenster | Review | All Hail to the King! Stephen King Verfilmungen – eine Beitragsreihe von Ainu89 & DerStigler #1

Das geheime Fenster ist ein Thriller aus dem Jahr 2004, der zwei Personen kombiniert die ich sehr mag. Zum einen sieht man Johnny Depp in der Hauptrolle und zum anderen basiert die Handlung auf einer Novelle von Stephen King. Ob das für einen guten Film reicht, stellt sich nun heraus!


Nach der Trennung von seiner Frau lebt der an einer Schreibblockade leidende Schriftsteller Mort Rainey in einer abgelegenen Hütte. Als ob er nicht schon genügend Probleme hat, taucht ein seltsamer Kerl namens John Shooter auf. Dieser bezichtigt Rainey des Plagiats bei seiner Erzählung Das geheime Fenster. Shooter behauptet diese Geschichte 1997 verfasst zu haben. Rainey hat die Erzählung jedoch bereits 1995 in einem Magazin veröffentlicht. Shooter gibt Rainey drei Tage Zeit um besagtes Magazin als Beweis vorzulegen. Er warnt ihn, davor nicht die Polizei einzuschalten.
Ab dann spitzen sich die Ereignisse zu und die Grenze zwischen Realität & Fiktion verschwimmt immer mehr. Raineys Hund wird ermordet und das Haus seiner Ex-Frau brennt nieder. Als auch noch Personen aus seinem Umfeld ermordet werden, gipfelt dieses Drama in einem Höhepunkt mit schrecklicher Enthüllung.
Die Spannungskurve von Das geheime Fenster baut sich langsam aber kontinuierlich auf, bis sich dieses Drama komplett auflöst.


Mein Highlight des Films war das Zusammenspiel der Schauspieler Johnny Depp als Mort Rainey & John Turturro als John Shooter. Während Rainey eher weichlich ist, entpuppt sich Shooter als kalt, stark und äußerst gefährlich. Diese beiden Darsteller spielen den Rest der Besetzung mit Leichtigkeit an die Wand in punkto Charisma & Intension der Rolle. Besonders Johnny Depp nehme ich die Rolle als problembehafteten Schriftsteller ab.

Dazu kommt Effekte die entsprechend ihres Alters zwar altbacken aussehen aber ich mag Greenscreen. Besonders in älteren Filmen hat das einen eigenen Charme.


Alles in allem ist Das geheime Fenster ein spannender Thriller, der sich Zeit lässt, manchmal etwas zu viel Zeit aber mit dem Finale das verlorene Tempo wieder aufholt. Dazu kommt ein starker Cast und eine solide Technik. Wer eine Stephen King-Adaption sucht die nicht als Horrorfilm umgesetzt wurde, ist hier genau richtig.

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!