Zuletzt gesehen #5: Rings & The Last Witch Hunter | Gedankenspiel

Herzlich willkommen zur ersten Folge von „Zuletzt gesehen“ im neuen Jahr. Heute geht es mir um Filme, die richtig gut hätten sein können, aber an verschiedenen Problemen krankten. Viel Spaß!


Rings 

Bei Rings handelt es sich um den dritten Teil der amerikanischen Ring-Filme, die als Remake der japanischen Ringu angesehen werden, welche wiederum auf dem japanischen Roman The Ring und dessen Nachfolgern basieren. Außerdem gibt es noch die koreanische Verfilmung The Ring Virus. Die japanischen Ring-Filme kenn ich (noch) nicht, aber die beiden ersten amerikanischen Filme habe ich gesehen und die sind meiner Meinung nach ganz okay. Kommen wir nun also zu Rings.

Der dritte Teil spielt 13 Jahre nach Ring, den Zusammenhang müsst ihr selbst suchen und handelt von Julia die sich um ihren Freund Holt sorgt der auf dem College das ebenso legendäre wie mysteriöse wie tödliche Video erforscht. Als Julia den Fluch auf sich nimmt, um Holt zu retten, macht das Paar eine erstaunliche Entdeckung.

Das Beste an Rings ist der clevere Titel, denn durch das S wird das Vorhandensein von vielen Killervideos verdeutlicht. Was jedoch nicht funktioniert, ist der fehlende Spannungsbogen und die, selbst für das Ringu Franchise, abstruse Handlung mit einem Video im Video.

Zusammengefasst ist Rings kein kompletter Ausfall, aber hat die Reihe diesen Film unbedingt gebraucht? Wenn man mich fragt, dann nicht. Rings bringt dem Franchise nichts Neues und ist im Endeffekt nicht mehr als der klägliche Versuch, eine alte Horrorreihe für die aktuelle Generation an Filmfans zurückzubringen. Es fehlt der billige Charme der japanischen Filme und die durchgehend düstere Atmosphäre der alten amerikanischen Teile.


The Last Witch Hunter

Im fernen Jahr 2010 stand The Last Witch Hunter auf der sogenannten Black List Hollywoods, die die beliebtesten unverfilmten Skripte enthält. Im Jahr 2015 erschien The Last Witch Hunter unter der Regie von Breck Eisner mit Vin Diesel in der Hauptrolle.

Im Zentrum steht der unsterbliche Hexenjäger Kaulder, der im Namen der Organisation Axt & Kreuz für den Erhalt des Waffenstillstands zwischen Menschen und Hexen als eine Art Gesetzeshüter fungiert. Als der Belial die Hexenkönigin, Kaulders Erzfeindin und der Grund für seine Unsterblichkeit, wiederbeleben möchte, muss der Hexenjäger mit Glatze alles aufbieten, um die Welt zu retten.

The Last Witch Hunter hat ein hervorragendes Word-Building, welches mich positiv an Werke wie Hellblazer, oder die Blade-Filme erinnert. Diese zweite, magische Gesellschaft im Schatten übt einen großen Reiz aus und ich hätte gern viel mehr über diese  Welt erfahren. Leider krankt The Last Witch Hunter neben dem hölzernen Schauspiel aller Beteiligten an einer zu kurzen Laufzeit, um den Zuseher wirklich in den Bann zu ziehen. The Last Witch Hunter hätte als Serie mit ein bis zwei Staffeln wesentlich besser funktioniert, da man sich so mehr auf die Figur des Kaulder, die Hexen und die Welt selbst hätte konzentrieren können. Das geplante Sequel wird es vermutlich nie geben, da der Film ein kommerzieller Misserfolg war.

Im Vergleich zu Rings schafft es The Last Witch Hunter, Spannung zu erzeugen und kann durch starke Bilder und eine interessante Welt überzeugen, wobei man von Letzterem wesentlich mehr hätte sehen müssen. Vielleicht kommt irgendwann eine Serienadaption, die das komplette Potential von The Last Witch Hunter ausschöpft.


Das war die fünfte Folge von „Zuletzt gesehen“ und wir lesen uns im nächsten Beitrag wieder!

Zuletzt gesehen #4: Idiocracy, Edge of Tomorrow, Small Soldiers | Gedankenspiel

Nach all den Horrorfilmen im Oktober wird es Zeit, wieder andere Genres unsicher zu machen. Für die heutige Ausgabe habe ich 3 Filme ausgewählt, die schon lange auf meiner Liste stehen.


Idiocracy (2006/USA/84 Minuten)

Den Anfang macht Idiocracy, den ich als echten Geheimtipp bezeichnen würden. Bei dieser Science-Fiction-Komödie wird eine dystopische Zukunft dargestellt, in der eine degenierte Gesellschaft kurz vor dem Ende steht.

Zu Beginn des Films wird die These geäußert, dass in der modernen Gesellschafft Intelligenz & Bildung keine Selektionsvorteile sein müssen. Dazu werden zwei Beispiele gezeigt.

Zum einen ein Akademiker-Ehepaar, welches in 15 Jahren Ehe immer wieder Gründe nennt warum ein Kind für sie gerade ungünstig ist und zum anderen eine chaotische Unterschichtsfamilie die sich planolos vermehrt. Die Zukunftsvision zeigt also einen massiven Rückgang von Bildung und Überbevölkerung. Zu Beginn der Handlung werden der Armee-Bibliothekar Joe (IQ 100, sprich der durchschnittliche Amerikaner) und die Prostituierte Rita im Zuge eines geheimen Militärprojekts eingefroren, um ein Jahr später wieder aufgetaut zu werden. So soll bewiesen werden, dass der Kryoschlaf möglich ist. Das Projekt wird fallen gelassen und die beiden Protagonisten müssen sich im Jahr 2505 zurechtfinden. Im Laufe der Jahrhunderte ist die Gesellschaft immer weiter verdummt und grundlegende Probleme wie die Müllentsorgung. oder Missernten können nicht mehr gelöst werden. Die Welt steht somit am Abgrund, jedoch wird Joe durch eine von Umständen zum Retter der Welt bestimmt, da er klüger ist als jeder andere Mensch.
Idiocracy hätte mit Leichtigkeit ein Kultfilm werden können, jedoch wurde dies durch fehlendes Marketing versäumt. Der Film besticht durch eine sinnvolle Botschaft (lesen bildet), gute Schauspieler und ein gut geschriebenes Drehbuch. Die Probleme dieser dystopischen werden mehr mit Charme & Witz als mit Ernst & Pessimismus dargestellt, was dem Film eine etwas hellere Grundstimmung verleiht. Dennoch bleiben die Probleme gravierend.

Ich halte Idiocracy für einen äußerst sehenswerten Film und kann ihn nur weiterempfehlen. Wer einen Geheimtipp sucht, sollte einen Blick wagen!


Edge of Tomorrow (2014/USA/113 Minuten)

Edge of Tomorrow basiert auf dem japanischen Werk „All you need is kill“ und gehört dem von mir geliebten Military-Science-Fiction Genre an. Regie führte Doug Liman (Barry Seal: Only in America) und in den Hauptrollen sind unter anderem Tom Cruise (Top Gun), Emily Blunt (Looper) & Bill Paxton (Aliens) zu sehen.

Die Mimics, eine Alienrasse, haben weite Teile Kontinentaleuropas erobert. Diese Rasse tritt in drei Erscheinungsformen auf. Zum einen das Drohnen-Heer, die Alphas, welche das Heer befehligen & das Omega-Mimic. Letzeres dient als übergeordnetes Gehirn und kontrolliert alle anderen Mimics. Wann immer ein Alpha-Mimic stirbt, setzt das Omega die Zeit um einen Tag zurück. Somit ist dem Omega der künftige Tagesverlauf und der Mimic den Menschen jeweils einen Schritt voraus.< strong>US-Major Bill Cage (Tom Cruise) wird wegen Befehlsverweigerung verhaftet und zum Private rekrutiert. Als Teil der Abteilung J soll er an einer Landungsoperation namens Downfall teilnehmen. Die Operation soll eine Wende gegen die Mimics bringen, endet jedoch in einem Desaster. Cage tötet bei der Operation einen Alpha-Mimic dessen Blut daraufhin in seinen Körper übergeht.

Er erhält die Fähigkeit im Falle seines Todes die Zeit immer einen Tag zurückzustellen. Somit wird Cage die einzige Chance, den Krieg zu gewinnen, ist jedoch in einer Zeitschleife gefangen. Einzig die Kriegsheldin Rita Vrataski (Emily Blunt) glaubt Cage, dass er die Zeit zurückdrehen kann, da sie diese Fähigkeit auch mal besessen hat. Leben. Sterben. Wiederholen. So kann man die Prämisse des Films am besten beschreiben. Ich habe noch nie einen Film erlebt, in dem der Protagonist einen so dermaßen steinigen Weg beschreitet, um sein Ziel zu erreichen. Tom Cruise Rolle Bill Cage wird durch den Film gezerrt, getreten & geworfen, nur um nach seinem Tod den Tag erneut zu erleben.
Vom Look finde ich den Film sehr ansprechend. Mich erinnert Edge of Tomorrow an eine filmische Mischung aus Call of Duty: Infinite Warfare und Prey. Die Mimics erinnern vom Design her stark an die gleichnamige Alienspezies aus dem 2017 erschienen Actionspiel. Ob da ein Zusammenhang ist besteht ist mir nicht bekannt.

Alles in allem ist Edge of Tomorrow ein actiongeladener Science-Fiction-Film mit einer starken Besetzung, einer interessanten Thematik und einem sehenswerten Look. Mir hat der Film überraschend gut gefallen und ich kann ihn weiterempfehlen. Wer Military-Science-Fiction mag, kommt auf seine (oder ihre) kosten.


Small Soldiers (1998/USA/108)

Zum Abschluss gibt es noch einen Klassiker aus meiner Kindheit. Small Soldiers ist ein Film mit Science-Fiction & Action Elementen von Joe Dante, der uns bereits die Kultfilme Gremlins, Gremlins 2 und Piranhas beschert hat.

Die Handlung von Small Soldiers ist recht simpel, aber auch äußerst unterhaltsam. Nachdem der Rüstungskonzern Globotech eine kleine Spielzeugfirma aufgekauft hat, müssen deren zwei Mitarbeiter Irwin & Larry eine Reihe von interaktiver Actionfiguren entwickeln.< strong>Larry entwickelt die sechs Soldaten der Commando Elite, um actionorientierte Kinder anzusprechen, während Irwin die Gruppe der Gorgonauts, Creatirefiguren, die Kinder zum Lernen animieren sollen und friedlich sind, entwickelt.

Als Basis für die Figuren dient ein neuartiger Prozessorchip mit selbstschreibender K.I. Somit können beide Figurengruppen selbständig handeln & entwickeln quasi ein Eigenleben.< strong>Die Geschichte dreht sich um den Konflikt zwischen den Prototypen der Commandos & Gorgonauts, während der dreizehnjährige Alan und einige weitere Menschen in den Kampf hineingezogen werden.

Trotz seines Alters von knapp 20 Jahren verfügt Small Soldiers über eine hochwertige Animationstechnik. Die Actionfiguren sind hervorragend animiert und bewegen sich, soweit die damalige Zeit zuließ, realistisch. Die Commandos & Gorgonauts sind auch die wahren Sympathieträger des Films. So hört man Thomas Danneberg als Chip Hazard, dem Anführer der Commandos. Thomas Danneberg leiht seine markante Stimmung auch Arnold Schwarzenegger, was dem Film wiedererkennungswert verleiht.

Zusammengefasst ist Small Soldiers ein sehenswerter Spielfilm mit Charme & Kultstatus.
Das war die vierte Folge „zuletzt gesehen“, die sich unbeabsichtigt mit dem Thema Science-Fiction befasst hat. Ich hoffe, ihr wurdet gut unterhalten und wir lesen uns im nächsten Beitrag wieder!

Zuletzt gesehen #2: Phantasm 1, Kingsman, Green Lantern | Gedankenspiel

Willkommen zur zweiten Folge von „zuletzt gesehen“ und heute habe ich einen bunten Strauß an verschiedenen Filmen für euch. Viel Spaß!


Phantasm 1 – Das Böse (1979, Horrorfilm, USA)

Beginnen wir mit einem interessanten Horror/Sci-Fi Hybrid aus dem Jahr 1979. Phantasm besticht durch einen stimmigen Soundtrack, gute Schauspieler & einem interessanten Bösewicht. Der Tall Man, gespielt von Angus Scrimm, ist ein perfektes Beispiel dafür, wenn der Bösewicht durch Mimik, Gestik & Haltung gruseln soll. Mich erinnert der Tall Man etwas an den Slenderman, nur eben wirkungsvoller.
Die Handlung ist schnell erklärt. Mike, ein Teenager, lebt nach dem Tod seiner Eltern bei seinem Bruder Jody in Oregon. Auf dem örtlichen Friedhof entdeckt er zufällig die seltsamen Aktivitäten des Tall Man. Dieser hievt den Sarg eines kürzlich verstorbenen ohne Mühe in sein Auto. Niemand glaubt Mike aber als dieser einen Beweis für den Tall Man abliefern kann nehmen Mike, Jody & dessen bester Kumpel Reggie den Kampf gegen das Böse auf.
Ich habe vor der Sichtung auf Amazon noch nie von diesem Film gehört oder gelesen. Was mich überrascht hat, war die gelungene Gruselatmosphäre und das Phantasm, bis auf ein paar Szenen, ohne Blut & explizite Gewalt auskommt.
Alles in allem hat mir Phantasm 1 sehr gut gefallen, aus oben genannten Gründen.


Kingsman – The Secret Service (2014, Comicverfilmung, USA/Vereintes Königreich)

Es geht mit einer Comicverfilmung weiter. Kingsman – The Secret Service basiert auf dem Comic The Secret Service, welche unter anderem von Mark Miller geschrieben wurde. Regie führte Matthew Vaughn, der sich durch Kick-Ass (auch von Marvel) einen Namen gemacht hat.

Eggsy, ein talentiert & hochbegabter jugendlicher, der in schlechten sozialen Umständen aufwächst, wird Harald „Galahad“ Hart für die Organisation Kingsman angeworben da sein Vater bereits mit Harald zusammengearbeitet hat aber leider verstarb. Harald übergab Eggsy (voller Name Gary) eine Tapferkeitsmedaille mit einer Telefonnummer, falls er jemals Hilfe brauchen sollte. Während Eggsy zum Kingsman, einem Agenten der gleichnamigen Organisation, die weltweit und unabhängig von Regierung & Gesetz agieren, ausgebildet wird ,entwickelt der Menschenfreund Richmond Valentine einen bösartigen Masterplan. Den Plan werde ich aufgrund des Spoilers nicht verraten.
Kingsam ist ein rasanter, spannender & witziger Actionfilm der durch die kreativen Gadgets, den grandiosen Schauspielern & einer überzogenen Handlung. Meine Highlights waren Samuel L. Jackson als Oberschurke Richmond Valentine den man nicht ernst nehmen kann & Colin Firth als Agent Galahad.

Ich möchte nicht zu viel über den Film verraten, da dieser äußerst sehenswert ist und von seinen Charakteren lebt. Wer also, wie ich, Kingsman ausgelassen hat, sollte ihn auf jeden Fall nachholen. Fans von Action- und Agentenfilmen kommen definitiv auf ihre kosten!


Green Lantern (2011, Comicverfilmung, USA)

Wie fange ich über Green Lantern an. Im Vorfeld habe ich weitestgehend negative Kommentare über diesen Film gelesen und diese sind auch berechtigt aber der Film ist kein kompletter Ausfall. Fangen wir jedoch von vorne an! Green Lantern ist eine Comicverfilmung aus dem Jahr 2011 und hätte ursprünglich ein DC Filmuniversum begründen sollen, was jedoch floppte.
Hal Jordan, gespielt vom grandiosen Ryan Reynolds, ist ein talentierter Testpilot, der als Kind den Tod seines Vaters miterlebte. Eines Tages findet Hal ein abgestürztes Raumschiff und die im Sterben liegende Green Lantern Abin Sur. Von ihm erhält Hal einen Ring und zum Green Lantern, einem Mitglied der gleichnamigen intergalaktischen Sicherheitstruppe.
Aus den Tiefen des Weltalls nähert sich eine große Gefahr namens Parallax, das diese gelbe Macht der Angst nutzt. Mithilfe seiner neuen Fähigkeiten als Green Lantern muss Hal Jordan seine Heimat vor dem gefürchteten Parallax retten.
Der Film ist ein klassischer Origin-Film, wie man sie im Genre der Comicverfilmungen häufig sieht. Leider mangelt es Hal Jordan an zu wenig Persönlichkeit & Tiefgang, um einen überzeugenden Helden zu spielen. Leider ändert auch Ryan Reynolds, der ein genialer Schauspieler ist, nur wenig daran. Dazu kommt Mark Strong als Sinestro, der zwar als Mentor eingeführt wird und sich für die Zukunft als Schurke anbietet, aber auch kaum Tiefgang mitbringt. Vom Rest des Casts möchte ich nun nicht anfangen außer das diese solide spielen. Die besten Schauspieler bringen nichts, wenn das Drehbuch mies ist.
Was mir hingegen sehr gefällt ist zum einen das Design von Parallax und zu anderen das organisch wirkende Kostüm der Green Lanterns. Dem Gegenüber stehen Effekte, die eher peinlich sind, Stichwort Rennbahn.
Zusammengefasst ist Green Lantern eine bemühte Comicverfilmung, die zwar talentierte Schauspieler hat aber unter einem schwachen Drehbuch leidet. Ich halte Green Lantern für keinen kompletten Ausfall aber nach heutigen Maßstäben spielt dieser Film doch eher im unteren Segment mit!


Das wars soweit von meiner Seite. Ich hoffe euch hat die zweite Folge von zuletzt gesehen gefallen und wir lesen uns im nächsten Beitrag wieder!