Der Schacht (Netflix Original) | Review [Netflixers – A Superbros Original #23]

Titel: Der Schacht
Originaltitel: El Hoyo
Regie: Galder Gaztelu-Urrutia
Laufzeit: 94 Minuten

Nachdem unser Hirn im letzten Film auf kleiner Flamme weich gekocht wurde, wird es heute nicht nur tiefgründiger, sondern auch philosophischer mit einer gesunden Portion Horror.


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„Es gibt drei Arten von Leuten: die von oben; die von unten; die, die fallen.“

– Trimagasi: erste Worte im Film

Goreng hat sich freiwillig in den Schacht einweisen lassen, ein Gefängnis mit über 300 Ebenen. Nach sechs Monaten im Schacht soll er einen anerkannten Abschluss erhalten. Er erwacht auf der Ebene 48 mit seinem Zellennachbarn Trimagasi, der ihm widerwillig erste Informationen über das Gefängnis und den Alltag gibt. Je zwei Insassen sind für einen Monat auf einer Ebene und laden danach auf einer anderen. Von Ebene 1 bis 333 ist alles möglich. Im Boden jeder Ebene ist ein großes Loch. Einmal pro Tag wird ein Lift herabgelassen, auf dem sich erlesene Speisen befinden. Pro Ebene haben die Insassen zwei Minuten Zeit um zu essen. Je weiter der Lift nach unten fährt, umso weniger haben die Insassen zu essen. Goreng muss also nicht nur mit dem harten Alltag im Schacht klarkommen, sondern auch einen Sinn sowie Funken Menschlichkeit im Schacht finden …


Der Schacht ist ein sehr interessanter Film. Auf den ersten Blick will das Werk in die Kerbe von Cube schlagen, setzt den Fokus aber auf eine Allegorie auf den Kapitalismus, mit einem Klassensystem (Ober- und Unterschicht) sowie einer scharfen Kritik an sozialer Ungleichheit, mit dem daraus resultierenden Verlust von Menschlichkeit. Wer Oben ist, hat mehr und alle die darunter sind, sind weniger wert. Ein Dialog hat keinen Sinn. Gleichzeitig erfahren alle Insassen, sofern sie Überleben, das gleiche Schicksal mit der sozialen Ungerechtigkeit, sobald die Ebenen getauscht werden.

Ob sich dahinter ein soziales Experiment verbirgt, ist unklar, da der Film sehr wenig verrät, zumindest in den ersten beiden Akten. Im Finale werden dann doch ein paar Informationen mehr offenbart, die dem Film etwas die Dynamik sowie die Mystik nehmen. Schließlich ist es immer am spannendsten wenn man selbst Interpretationen zum Besten geben kann und sich Gedanken über die Hintergründe machen kann/muss.

Die verwendeten Themen heben sich klar vom typischen Einheitsbrei des Genres ab und lassen sehr viel Raum für Interpretation aber auch davon abgesehen bietet der Schacht eine dichte Atmosphäre und menschliche Abgründe, welche die Figuren im Gefängnis, zumindest die paar mit denen Goreng interagiert, interessant wirken lassen.

Einen großen Reiz übt das Gefängnis aus, welches in seiner Struktur endlos wirkt und beinah wie der Weg zum Himmel (nach oben), in die Hölle (nach unten) und mit dem Fegefeuer in der Mitte wirkt.


Der Schacht ist ein interessanter aber auch komplizierter Film, der auf den ersten Blick wie ein Verschnitt des Klassiker Cube wirkt, aber auf den zweiten Blick so viel mehr zeigt und zu bieten hat. Die sozialkritischen Themen werden clever verpackt und gleichzeitig offenkundig genutzt, um allen Zusehern in Nuancen den Tiefgang zu präsentieren aber nur denen, die etwas über den Film nachdenken, das volle Potenzial des Tiefgangs eröffnen. Leider verliert sich der Film zum Ende hin etwas zu sehr in Gewalt und verrät auch ein paar Details zu viel für das eigene Wohl.

Trotzdem vergebe ich für Der Schacht ein verdientes sehenswert- !

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!


Danke an die Unterstützer & Patroni von DerStigler: Hexe, Pitter, JamesVermont

Z Nation Staffel 5 | Review

Wir haben das Ende der Straße erreicht. Mit Z Nation Staffel 5 endet eine der besten, trashigsten, emotionalsten und unterhaltsamsten Serien, die ich jemals gesehen habe!

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Recap Staffel 1 bis 5:

Drei Jahre sind seit dem Ausbruch der Zombieapokalypse vergangen. In einem der letzten intakten Labore wird fieberhaft an einem Gegenmittel gearbeitet. Der Häftling Murphy trägt die Heilung für das Virus in sich und wird wegen der Zerstörung des Labors und somit aller dortigen Forschungen zur letzten Hoffnung der Menschheit. Eine Gruppe von Soldaten, die kurz nach Handlungsbeginn von einer Gruppe Überlbender abgelöst wird, soll Murphy nach Kalifornien bringen, da dort ein weiteres Labor ist.

Die Gruppe, im Kern bestehend aus Murphy, Lt. Roberta, Tommy 10k, Doc und Addy (die Besetzung wechselt im Laufe der Serie manchmal), macht sich auf den beschwerlichen Weg nach Kalifornien. Dabei wird das Team per Funk von Citizen Z unterstützt und muss gegen zahlreiche Gefahren ankämpfen, den „Dritten Weltkrieg“ überleben, sich mit den Menschen der scheinbaren Utopie Zona herumschlagen und gegen ein Drogenkartell kämpfen. Murphy wird dabei immer mehr klar, wie wichtig er für die Menschen wird und ernennt sich selbst zum Messias, der die Menschen in eine glorreiche Zukunft führen wird.

Durch all diese Abenteuer wächst die Gruppe immer mehr zusammen und nach Murphys Rückkehr zum Team machen sie sich auf den Weg, um die biologische Waffe „Schwarzer Regenbogen“ zu stoppen. Als dies nicht geschafft wird, beginnt erneut eine Ära für die Menschen …

Z Nation Staffel 1

Z Nation Staffel 2

Z Nation Staffel 3

Z Nation Staffel 4

Die Welt hat sich verändert seit der schwarze Regenbogen die Zombieplage eigentlich hätte ausrotten sollen. Anstatt die Untoten zu töten wurde ihr Bewusstsein reaktiviert. Somit wurden aus vielen Zombies sogenannte Talker, sprich Zombies mit Bewusstsein. Um nicht wieder zu Bestien zu werden, essen die Talker „Kekse“ mit geheimen Zutaten. Gleichzeitig entsteht eine neue Nation, Newmerica, in der Menschen und Talker friedlich miteinander zusammenleben sollen. Als jedoch an einem Wahltag ein Terroranschlag verübt wird entbrennt ein Konflikt zwischen Menschen und Talkern, in dessen Zuge auch der Vorrat an Keksen gefährlich schwindet. Das Team der ehemaligen Operation Bisswunde, Doc, Roberta, Tommy 10k und Murphy macht sich mit neuen Verbündeten auf, um das Geheimnis hinter den Keksen zu lüften und die Entstehung von Newmerica doch noch erfolgreich zu ermöglichen …

Das größte Problem aller Zombie-Serien ist der würdige Abschluss. Wie soll man eine Prämisse wie die Zombie-Apokalypse zufriedenstellend beenden? In dem das Ende der Welt niemals ein Ende findet, aber etwas neues erschaffen wird und genau das macht die fünfte Staffel von Z Nation. Zum letzten Mal rückt das Team zu einer gefährlichen Mission aus, mit neuen aber auch alten Gefährten, was den Nostalgiefaktor nochmal nach oben treibt.

Loben muss ich die Staffel für die erneute Kreativität und den allgegenwärtigen Irrsinn. Die Ideen mit Zombies, die über ein Bewusstsein verfügen, mag nicht neu sein, aber eine Nation, in der beide „Spezies“ zusammenleben und das Bewusstsein an eine Art Medikament gekoppelt ist, bedarf einer gewissen Kreativität. Dazu kommen immer wieder absurde Einlagen, oder teils irrsinnger Humor, der jedoch auch den Charme der Serie ausmacht.

Ebenfalls loben muss man die Besetzung. Besonders Kellita Smitha (Robert Warren), Keith Allan (Murphy), Nat Zang (Tommy 10k) und Russel Hodgkindson (Doc) liefern eine tolle Performance ab, die sie auch gleichzeitig zu den Aushängeschildern der Serie macht.

Zusammengefasst bildet Z Nation Staffel 5 einen sehr unterhaltsamen Abschluss der trashig-dramatisch-unterhaltsamen Zombieserie, die erneut durch eine Mischung aus Horror, Trash, Humor und einer etwas tiefgründigen Story zu begeistern weiß. Dazu kommt ein gemeiner Cliffhanger, der Lust auf mehr macht, aber wir haben hier das Ende des Weges erreicht. Mit Z Nation Staffel 5 endet eine der besten und abgedrehtesten Zombieserien überhaupt, aber es war unterhaltsam, dem Team bis zum Ende zu folgen.

Daher vergebe ich für Z Nation Staffel 5 die Wertung sehenswert+!

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns um nächsten Beitrag!

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Mein Alien Fandom | Gedankenspiel [Halloween Special 2019]

Zum Abschluss meines großen Halloween Specials 2019 widme ich mich einem Franchise, dass mich bereits seit vielen Jahren zu begeistern weiß. Dieser Beitrag wird nicht mein seit langem geplantes Alien Special ersetzen ABER euch einen Überblick darüber warum dieses Franchise so mag, trotz gewisser Schwächen. Dieser Beitrag wird sich in die Kategorien Filme, Videospiele & Comics einteilen.

Die Alien Filme

Ich weiß gar nicht mehr wann ich zum ersten mal einen Alien-Film gesehen habe. Es muss aber mindestens 14 Jahre zurückliegen, dass ich zum ersten mit dem Franchise in Kontakt gekommen bin.

Die klassische Filmreihe (Alien bis Alien: Die Wiedergeburt) begeistert mich seit je her während die Origin Filmreihe (Prometheus und Alien: Convenant) mir nur bedingt gefallen aber auch zu viel von der Mystik der Xenomporhs, den Aliens des Franchise, nehmen. Besonders Aliens: Die Rückkehr, der zweite Hauptfilm, gehört zu meinen absoluten Lieblingsfilmen überhaupt und ist auch mein Liebling unter den James Cameron Filmen.

Die Crossover Alien vs. Predator wissen zu unterhalten, wobei ich nur den zweiten Teil mit dem Untertitel Requiem empfehlen würde. Während Teil 1 durch grausiges CGI glänzt, ist Teil 2 Teenie-Slasher ohne wirkliche Identität.

Eine Besonderheit des Alien Franchise ist die Abwechslung in den Genres der einzelnen Filme. Vom reinen Actionfilm über Military-Science-Fiction bis hin zum Drama und einem Teenie-Slasher ist in dieser Film alles dabei was Herz begehrt.

Die Alien Videospiele

Mit den Videospielen des Franchise kam ich nur dreimal in Berührung. Mein Highlight unter den Videospielen ist Alien: Isolation, welches auch als Bindeglied zwischen Film 1 & 2 dient. Das Spiel macht auch einen wesentlich besseren Job als die gesamte Vorgeschichten-Filmreihe und ich finde es schade, dass die Kernreihe momentan nicht mehr fortgesetzt wird.

Ein weiteres Videospiel, dass ich gespielt habe war Alien: Colonial Marines, dass nach Teil 2 angesiedelt ist und somit als Bindeglied zwischen dem zweiten und dritten Film spielt. Das Spiel ist ein recht plumper Ego-Shooter ohne wirklichen Tiefgang, der zwar optisch in der Tradition des Franchise steht, aber ansonsten nicht viel zu bieten hat.

Zum Abschluss habe ich als Kind sehr gern den Light-Gun-Shooter in der Spielehalle des Kinos in meiner Heimatstadt gespielt und im Endeffekt ist das Spiel genau wie Colonial Marines, nur als Aracde-Automat.

Die Alien Comics

Dieses Segment ist für mich noch am ehesten Neuland, da ich bisher nur den Comic Alien: Salvation gelesen habe, der mich jedoch auf ganzer Linie begeistert hat. Ich habe noch einen Omnibusband mit den klassischen Alien-Comics, den ich beizeiten lesen werde. Es ist jedoch toll wie dieses Franchise immer wieder durch Comics aber auch Romane und Hörbücher erweitert wird. Das Universum des Alien Franchise ist gigantisch und steckt voller Geheimnisse. Die Comics repräsentieren dies am besten.


Alles in allem hat das Alien Franchise einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen und allein schon der Xenomorph gehört für mich zu den faszinierendsten Filmmonstern aller Zeiten. Ich hoffe inständig auf einen fünften Film der Hauptreihe oder eine Fortsetzung als Videospiel, da dieses Franchise einfach nicht untergehen darf. Für Fans von Science-Fiction Werken ist dieses Franchise ohnehin ein muss und wer noch nie mit der Reihe in Berührung kam, sollte dies tunlichst nachholen.

Ich wünsche euch nun ein wunderbares Gruselween 2019 und wir lesen uns im nächsten Beitrag wieder!

Black Summer (Netflix Original) Staffel 1 | Review

Name: Black Summer
Originaltitel: Black Summer
Staffeln: 1
Episoden: 8 in 1 Staffel
Sender: Netflix
Genre: Horror

Auf die Empfehlung meiner Freundin hin habe ich Black Summer gesehen. Dies war eine tolle Empfehlung da wir es hier mit dem Prequel zu Z Nation, einer von mir sehr geschätzten Serie, zu tun haben. Ob Black Summer mit Z Nation mithalten kann, erfahrt ihr jetzt!


Kernfakten zur Serie:

Name: Black Summer

Originaltitel: Black Summer

Staffeln: 1

Episoden: 8 in 1 Staffel

Sender: Netflix

Genre: Horror


Weitere Rezensionen & Beiträge zu Z Nation:


Handlung: Sommer des Todes

Sechs Wochen sind seit dem Ausbruch eines Virus, das Menschen in Zombies verwandelt, vergangen. Im Zentrum der Serie steht Rose, die von ihrer Tochter getrennt wurde und sich nun auf die Suche nach ihr begibt. Dazu muss sie zu einem Sportstadium gelangen, in dem sich offenbar ihre Tochter befindet.

Abseits davon müssen sich auch andere Überlebende in dieser brutalen, neuen Welt zurechtfinden. Schnell stellt sich die Frage nach der höheren Priorität … Menschlichkeit oder Überlebenswille?

Meine Meinung zur Staffel

Black Summer fängt richtig stark an und setzt von Anfang an auf eine hohe Spannungskurve. Dabei wird die Waage aus Gefahr/Horror durch die Zombies und Charakterentwicklung angemessen gehalten. Leider gerät dieses Konzept zum Finale hin etwas aus dem Gleichgewicht und wirkt etwas konfus.

Andererseits symbolisiert die hektische Kamera, auch Shaky Cam genannt, wie sie in Tanz der Teufel verwendet wird, der letzten Folgen hervorragend die wachsende Panik und Hoffnungslosigkeit der Überlebenden.

Ein weiteres Lob verdient die Struktur der einzelnen Folgen. Jede Folge verfolgt das gleiche Thema (Überleben) und teilt sich in einzelne Kapitel auf, die den Fokus auf andere Figuren legen, wodurch die Serie durchgehend frisch wirkt. Dazu kommt eine äußerst solide Besetzung denen man die Panik und den harten Überlebenskampf sowie die allgegenwärtige Angst glaubt.

Fazit

Alles in allem hat mir Black Summer sehr gut gefallen und die Serie kann durchaus mit Z Nation mithalten, wenngleich die „Hauptserie“ dank kreativer (und teils arg abgedrehter Ideen) sowie einprägsameren Charakteren eine bessere Figur macht. Für Black Summer spricht definitiv die düstere Atmosphäre und der stärkere Fokus auf den gnadenlosen Überlebenskampf der Menschen. Dazu kommt eine simple, aber interessante Rahmenhandlung deren Prämisse perfekt zum Zombiegenre passt. Leider erschwert das interessante Konzept der non-linearen Erzählung etwas die Übersicht über die Handlung.

Ich vergebe für Black Summer die Wertung sehenswert und widme mich nun der vierten Staffel von Z Nation sowie The Exorcist Staffel 1!

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Cry Baby (Roman) | Review

Titel: Cry Baby – Scharfe Schnitte

Originaltitel: Cry Baby

Autor: Gillian Flynn

Seiten: 336

Verlag: Fischer

Endlich habe ich es mal wieder geschafft einen richtigen Roman zu lesen. Cry Baby – Scharfe Schnitte ist das Debüt von Gillian Flynn, deren Magnum Opus Gone Girl weltweite Popularität genießt.

Kernfakten zum Buch

Titel: Cry Baby – Scharfe Schnitte

Originaltitel: Sharp Objects

Autor: Gillian Flynn

Seiten: 336

Verlag: Fischer


Handlung: Kindsmord in einer Kleinstadt

In Wind Gap, einer kleinen Stadt in Missouri, wird die Leiche eines kleinen Mädchens gefunden und ein weiteres wird vermisst. Camille Preaker, eine Journalistin in Chicago, muss nach Wind Gap reisen, um über die dortigen Ereignisse zu berichten. Recht wohl ist ihr nicht dabei, da sie aus Wind Gap stammt und ihr dortiges Leben die Hölle war. Kurz nachdem sie in Wind Gap angekommen ist, wird die Leiche des vermissten Mädchens gefunden. Camille macht sich daran den Fall zu bearbeiten und stellt sich dabei ihren eigenen Dämonen. Ein Abstieg in die persönlichen Abgründe beginnt …

Meine Meinung zum Buch

Cry Baby ist eine Mischung aus Psycho-Thriller und Familiendrama in dem gekonnt die Grausamkeit eines Mordes sowie die emotionalen Abgründe von Familien dargestellt werden. Im weiteren Verlauf der Geschichte merkt man den ansteigenden Wahnsinn in den Handlungen des engeren Figurenkreises.

Camille ist eine interessante Hauptfigur deren vielschichtiger Charakter einen inneren Schmerz und Wahnsinn überdeckt, der seines gleichen sucht. Während der Bearbeitung des Falls lernt der Leser sehr viel über Camille, ihre Familie und der Struktur von Wind Gap kennen, was die Fassade einer gewöhnlichen Kleinstadt bröckeln lässt. Dazu kommt ein interessanter Twist, wer der Mörder ist, da sich ein paar Verdächtige relativ herauskristallisieren lassen.

Wegen den immer wieder eingebauten Spannungsspitzen und Ausflügen in Camilles kaputte Vergangenheit bleibt die Geschichte bis zum Ende hin interessant. Begünstigt wird dies durch einen flüssigen Schreibstil der gekonnt Bilder im Kopf erzeugt.

Fazit

Alles in allem ist Cry Baby ein gelungener Mix aus Thriller und Familiendrama, der unter die Haut geht und bis zum Schluss hinunterhält. Wer einen spannenden Thriller sucht, der unter die Haut geht und sich nicht davor scheut die teils scheußlichen Abgründe des Menschen zu zeigen wird hier sehr gut unterhalten werden.

Ich vergebe die Wertung lesenswert und bedanke mich für die Aufmerksamkeit. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Kino Double Feature: Escape Room & Green Book| Review

Titel: Escape Room 
Originaltitel: Escape Room
Regie: Adam Robitel
Laufzeit: 100 Minuten
Genre: Horror
Erscheinungsjahr: 2019

Titel: Green Book – Eine besondere Freundschaft
Originaltitel: Green Book
Regie: Peter Farelly
Laufzeit: 131 Minuten
Genre: Drama
Erscheinungsjahr: 2018

Herzlich willkommen zu einem Format, dass ich schön länger nicht mehr verwendet habe. In den Kino Double Features rezensiere ich zwei Kinofilme, die ich an einem Abend gesehen habe. In der heutigen Ausgabe beschäftige ich mich mit Escape Room, dem geistigen Nachfolger zu Saw und dem Oscar prämierten Film Green Book – Eine besondere Freundschaft!


Die restlichen Kino Double Features

Kino Double Feature #1

Kino Double Feature #2

Kino Double Feature #3


Escape Room

Kernfakten zum Film

Titel: Escape Room

Originaltitel: Escape Room

Regie: Adam Robitel

Laufzeit: 100 Minuten

Genre: Horror

Erscheinungsjahr: 2019


Handlung

Sechs Fremde, aus unterschiedlichen sozialen Schichten und Lebensbereichen, erhalten eine Einladung um den neuesten Escape Room zu spielen und 10 000 Dollar zu gewinnen. Schnell stellt sich heraus, dass die Gruppe in Lebensgefahr schwebt, denn die Räume in denen es die Rätsel zu lösen gilt, entpuppen sich als Todesfallen. Zunächst widerwillig arbeiten die Fremden zusammen um die Räume zu meistern, die offenkundig mit den Geheimnissen der Teilnehmer zusammenhängen.

Meine Meinung zum Film

Escape Room ist eine Mischung aus Saw, Hostel und Cube, kommt jedoch nur bedingt an die „Qualität“ der drei Vorlagen ran. In puncto Qualität beziehe ich mich nur auf die Erstlinge der genannten Vorlagen!

Die Handlung an sich ist sehr interessant und erzählt neben der Rahmenhandlung auch ein paar Nebengeschichten um die Charaktere der sechs Figuren zu defininieren. Mein größter Kritikpunkt ist jedoch das Ende des Films, wenn aufgelöst wird was es mit dem Escape Room auf sich hat. Der Plottwist wird äußerst plump etabliert und erinnert zwar ein bisschen an Hostel aber eben mit dem Holzhammer erzählt.

Was mit gefallen hat sind die kreativen Räume, die alle das gleiche Ziel haben sich jedoch in der Struktur und dem „Thema“ ändern. Im Endeffekt hat man sich an Videospielen orientiert und die Räume als einzelne Level konzipiert. Hier entsteht auch die Spannung des Films, weil man gespannt ist welche Todesfalle nun auf die Truppe wartet.

Fazit

Alles in allem ist Escape Room wahrscheinlich nicht der Saw einer neuen Generation aber dafür ein solider Horrorfilm, der zwar an einem dummen Ende krankt jedoch in den ersten beiden Dritteln durchaus Spannung erzeugt und spaß macht. Ich vergebe für Escpae Room die Wertung sehenswert!


Green Book

Kernfakten zum Film

Titel: Green Book – Eine besondere Freundschaft

Originaltitel: Green Book

Regie: Peter Farelly

Laufzeit: 131 Minuten

Genre: Drama

Erscheinungsjahr: 2018


Handlung

Die Geschichte spielt in den USA des Jahres 1962. Der Afroamerikaner Don Shirley ist ein ebenso populärer wie begnadeter Pianist, der eine neue Tournee plant. Interessanterweise führt ihn die neue Tournee aus dem nördlichen und aufgeschlossenen New York in die stark konstervativen Südstaaten.

Als Fahrer wird der Italoamerikaner Tony Lip engagiert, der aus der Arbeiterklasse stammt und sich bisher mit Gelegenheitsjobs, z.B. als Türsteher, durchgeschlagen hat. Auf ihrer zwei monatigen Tournee muss sich das ungleiche Duo nicht nur miteinander anfreunden, sondern auch mit dem Teils unterschwelligen, teils offenkundigem Rassismus der Südstaatler klarkommen.

Meine Meinung zum Film

Green Book ist ein Biopic-Drama-Road Movie über Freundschaft und Rassismus, der gleich zwei Minderheiten in den USA zu den Hauptfiguren erhebt aber gleichzeitig mehrere Welten kollidieren lässt. Beispielsweise die Oberschicht in der Don Shirley verkehrt und als Gegensatz die Arbeiterklasse aus der Tony Lip stammt. Die Geschichte wird angenehm ruhig erzählt und kozentriert sich auf die beiden gänzlich unterschiedlichen aber äußerst sympathischen Hauptfiguren.

Man merkt dies besonders in der Charakterentwicklung wenn beide Figuren sich dem anderen öffnen und die Vorbehalte schrittweise ablegen. Der oben erwähnte Rassismus wird sowohl offen als auch versteckt gezeigt, worduch den Südstaaten wegen ihrer konservativen Haltung auf die Finger geklopft wird.

Obwohl ich den Film weiter oben als Drama beschrieben habe ist diese Bezeichnung nur bedingt richtig, da es war einen ernsten Ansatz gibt aber der Film genauso gut als Buddy-Movie angesehen werden kann, da die Freundschaft der beiden Hauptfiguren ganz klar im Fokus steht.

Fazit

Zusammengefasst ist Green Book ein Film, der trotz seines ernsten Hintergrunds viel Spaß macht und zwei Bevölkerungsgruppen der USA zusammenbringt, die wahrscheinlich sonst nicht viel miteinander zu tun hätten. Mir hat der Film sehr gefallen, was unter anderem am gelungenen Tempo des Films liegt, der seine Geschichte ohne wirkliche Längen über die Bühne bringt.

Ich vergebe für Green Book – Eine besondere Freundschaft die Wertung sehenswert!

Das wars auch schon mit diesem Double Kino Feature. Wir lesen/hören uns im nächsten Beitrag!

Das Filmjahr 2018: Dramen | Podcast #3

Es geht weiter mit unserem großen Jahresrückblick zum Filmjahr 2018. Mit dabei ist wieder Mara aka Ainu89. Heute widmen wir uns den Dramen des Filmjahrs 2018!

Sieben Minuten nach Mitternacht (Roman) | Review

Titel: Sieben Minuten nach Mitternacht
Originaltitel: A monster calls
Autor: Patrick Ness
Verlag: Goldmann

Nach einer gefühlten Ewigkeit melde ich mich mit einer richtigen Buch Review zurück. Die Grundidee zur Geschichte von Sieben Minuten nach Mitternacht stammt von Siobhan Dowd, die aufgrund ihres Todes die Idee nicht weiter ausbauen konnten. Der Autor Patrick Ness hat aus der Grundidee einen vollwertigen Roman geschaffen, der eine Mischung aus Drama, Fantasy und Jugendbuch ist.

Kernfakten zum Buch

Titel: Sieben Minuten nach Mitternacht

Originaltitel: A monster calls

Autor: Patrick Ness

Verlag: Goldmann


Im Zentrum der Handlung steht der dreizehnjährige Connor O‘Malley, der mit seiner Mutter in einem kleinen Haus nahe eines Friedhofs, mit einer großen Eibe, lebt. Connor erlebt jede Nacht den gleichen Albtraum, der ihn schreiend aufwachen lässt. Die Albträume haben begonnen, als die Krankheit bei seiner Mutter festgestellt wurde und die Behandlungen anfingen.

Eines Nachts bekommt Connor Besuch von einem Monster, dass aus der Eibe auf dem Friedhof entsteht und dem jungen Protagonisten drei Geschichten in mehreren Besuchen erzählen wird. Nach diesen Geschichten muss Connor die vierte Geschichte erzählen und diese wird die Wahrheit, seine Wahrheit sein.

Aus persönlicher Erfahrung weiß ich, dass das Thema Krebs sehr sensibel ist und hier muss ich den Autor für sein Fingerspitzengefühl loben, da die Thematik sehr behutsam angefasst wird. Weder Connor‘s Vater noch seine Großmutter konfrontieren ihn mit der unumstößlichen Wahrheit, obwohl die Familie O‘Malley in ihrem innersten genau weiß was passieren wird.

Die Geschichten des Monsters thematisieren im Kern den Dualismus, den jeder Mensch in sich trägt. Niemand ist nur gut oder nur böse. Jeder hat beide Seiten in sich und genau das soll durch die Geschichten vermittelt werden. Andererseits wird das Thema Mobbing angeschnitten in Form des Schülers Harry, der mit seiner Bande Connor schikaniert.

Neben all den verwendeten Thematiken verdient auch der Schreibstil und das Tempo ein Lob. Der Autor versteht es viel Handlung kompakt zu vermitteln, dabei die Handlung stetig weiterzuentwickeln und nicht in Langatmigkeit zu verfallen. Dabei entsteht ein relativ hohes Tempo, wobei die Entwicklung von Connor nicht vernachlässigt wird.


Alles in allem ist Sieben Minuten nach Mitternacht eine berührende Geschichte über einen schmerzhaften Abschied aber auch über einen hoffnungsvollen Neuanfang. Connor O‘Malley durchlebt unterschiedliche emotionale Phasen, die ihm dabei helfen seine innere Wahrheit zu akzeptieren. Es kommt selten vor, dass mich ein Buch so tief berührt hat, wie es Sieben Minuten nach Mitternacht getan schaffte. Der Fokus auf fünf Figuren, von denen nur eine konsequent ausgebaut wird, um den Leser einen emotionalen Anker zu haben ist ein cleverer Zug, der es schafft schwierige Themen einfühlsam zu nutzen.

Daher vergebe ich für diesen Roman die Wertung lesenswert!

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Christopher Robin | Review

Titel: Christopher Robin
Originaltitel: Christopher Robin
Regie: Marc Foster
Laufzeit: 104 Minuten
Erscheinungsjahr: 2018
Genre: Fantasy, Komödie, Drama

Gestern war ich in der Vorpremiere von Christopher Robin, dem neuesten Realfilm von Disney, der auf einem bekannten Trickfilm basiert. In diesem Fall ist die Vorlage Pu der Bär und es ist immer ein schöner, sonniger Tag, wenn Christopher Robin mit seinen Freunden spielen mag!

Kernfakten zum Film

Titel: Christopher Robin

Originaltitel: Christopher Robin

Regie: Marc Foster

Laufzeit: 104 Minuten

Erscheinungsjahr: 2018

Genre: Fantasy, Komödie, Drama


Christopher Robin ist nicht mehr der Junge, der er einst war, sondern ein Erwachsener mit Frau und Kind. Die Erlebnisse mit seinen Kindheitsfreunden Winnie Pooh, Tigger, Ferkel I-Ah, Rabbit, Eure, Kängs und Roo sind nur mehr blasse Erinnerungen.

Inzwischen arbeitet Christopher für Winslow Enterprises und fristet ein recht eintöniges Leben unter seinem Chef Giles. Als eines Tages plötzlich Winnie Pooh bei ihm auftaucht, der seine Freunde verloren hat, begibt sich Christopher auf ein Abenteuer um den Spaß am Leben wieder zu finden und sein Familienglück zu retten.

Christopher Robin erzählt eine simple aber stimmige Geschichte über Freundschaft, Familienglück und den Spaß am Leben. Dabei wechselt sich der Humor mit rührenden Szenen ab, allerdings hat der Film, bedingt durch ein langsames Tempo, ein paar Längen in der ersten Hälfte.


Technisch verdient die Animation der Stofftiere um den kultigen Bären Winnie Pooh ein großes Lob! Das CGI ist äußerst hochwertig, erweckt die Figuren zum Leben und beißt sich dabei nicht mit dem Realaufnahmen. Interessant ist auch das Detail des Alters, da Winnie Pooh durchaus älter wirkt und die Stofftiere allgemein den Eindruck alter aber immer noch geliebter Spielzeuge erwecken.

Pooh der Bär wirkt im Gesicht emotionsloser als seine älteren Versionen, hat aber etwas von einem alten Lehrmeister, der mit seinen Lehren den Spaß am Leben und das glücklich sein an sich vermitteln will. Die anderen Bewohner des hundert morgen Waldes kommen zwar auch vor, allerdings liegt der Fokus klar auf Christopher Robin und Pooh dem Bären.

Die „realen“ Schauspieler wissen ebenfalls zu gefallen. Besonders Ewan McGregor schafft es den (zu Beginn) freudlosen Christopher Robin zu spielen, der sein inneres Kind finden muss, um sowohl sein eigenes Leben als auch das seiner Familie zu verbessern.


Alles in allem ist Christopher Robin ein Liebesbrief an die alten Disneyfans, der seine Vorlage mit Respekt behandelt und pure Nostalgie versprüht. Trotz mancher Längen in der ersten Hälfte weiß der Film als Gesamtwerk zu gefallen und verdient sich die Wertung sehenswert!

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Six (Prime Exclusive) Staffel 1 | Review

Name: Six
Staffeln: 2
Episoden: 17 in 2 Staffeln
Sender: History, Amazon Video
Genre: Drama

Six habe ich schon lange auf meiner Watchlist stehen und endlich habe ich Staffel 1 sehen können. Ob sich der Ausflug in die Welt der NAVY-Seals gelohnt hat, erfahrt ihr in meiner Rezension.

Kernfakten zur Serie:

Name: Six

Staffeln: 2

Episoden: 17 in 2 Staffeln

Sender: History, Amazon Video

Genre: Drama


Die Handlung beginnt im Jahr 2014 in Afghanistan. Das Seal Team 6 soll Hatim Al-Muttaqi festnehmen, den Anführer eines großen Terrornetzwerkes. Allerdings geht die Mission schief und Richard „Rip“ Taggert, der Chief Troop des Teams, erschießt einen unschuldigen Zivilisten. Dieses Ereignis führt zu einem Konflikt innerhalb des Teams, in dessen Konsequenz Rip das Team verlässt und Sicherheitsberater einer Ölfirma wird.

Zwei Jahre später setzt die Rahmenhandlung in Nigeria ein. Bei der Eröffnung einer Mädchenschule fallen Rip, die Lehrerin Na‘omi, ihre Schülerinnen und zwei Mitarbeiter einer Ölfirma in die Hände der terroristischen Gruppe Boko Haram. Die Entführung kommt in die Medien, wodurch die USA und ein anderes Terrornetzwerk auf Rip aufmerksam werden. Das Seal Team 6 wird damit beauftragt ihren ehmaligen Kollegen zu retten, während das Terrornetzwerk Rip aus persönlichen Motiven in die Hände bekommen will.

Loben muss ich die Art der Präsentation. Six wird in drei Handlungssträngen und zwei Sichtweisen erzählt. Zum einen wird die Mission aus Sicht der Terroristen und dem US-Militär erzählt, während die persönlichen Probleme der Six Teammitglieder mit ihrer Mission kollidieren. Ein Gut-Böse Schema ist erkennbar, allerdings wird auf Stereotypen weitestgehend verzichtet und die Beweggründe der Figuren, besonders einiger Terroristen, werden interessant geschildert. Man merkt allerdings amerikanischen Patriotismus durchschimmern (Seals sind gut, weil sie für uns kämpfen, während Terroristen böse sind), was aber nachvollziehbar ist.

Was mir ebenfalls seht gut gefallen hat, ist die große Abwechslung an Schauplätzen. Die Serie spielt unter anderem in den USA, im Tschad, Nigeria und Lagos, wodurch die globale Bedrohung glaubhafter dargestellt wird.

Die Besetzung wartet mit einigen größeren Namen wie Walton Goggins (Tomb Raider, The Hateful Eight) als Richard „Rip“ Taggert oder Edwin Hoge (The Purge 1 – 3) als Robert Chase auf. So ziemlich alle Schauspieler des Seal Teams schaffen es glaubhaft sowohl die Soldaten als auch die Menschen hinter den Waffen zu verkörpern, was sich auch auf die Familien niederschlägt.

Technisch nutzt Six neben den zahlreichen Schauplätzen einige interessante Kniffe wie schnelle Schnitte oder das Einsetzen der Nachtsicht, was mir bereits in Sicario positiv aufgefallen ist. In regelmäßigen Abständen erreicht die Handlung einen Höhepunkt in der langsam aber stetig steigenden Spannungskurve, der dann mit einem passenden Soundtrack unterlegt wird, den ich allerdings abseits der Serie nicht hören würde.


Zusammengefasst gehört Six zu den interessanteren Serien im Exclusiv Angebot von Amazon. Die Rahmenhandlung wird spannend erzählt, nimmt sich Zeit um die Figuren zu entwickeln verfällt aber nicht in Langatmigkeit. Wer sich für Thriller mit Dramaelementen begeistern kann, darf gern einen Blick riskieren und wer Militärgeschichten mag, die angenehm an Tom Clancy erinnern, darf ebenso bedenkenlos reinschauen. Daher vergebe ich für Six Staffel 1 die Wertung sehenswert und hoffe auf ebenso starke zweite Staffel!

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Z Nation Staffel 3 | Review

Name: Z Nation
Staffeln: 4+
Episoden: 56 in 4+ Staffeln
Sender: Netflix, Amazon Video, Syfy
Genre: Horror

Neue Feinde, alte Verbündete und Veränderungen. All dies und etwas mehr bietet die dritte Staffel der großen Alternative zu Nation.


Für einen Überblick zu den Handlungen von Staffel 1 & 2 empfehle ich unten stehende Links, da ich mich nicht permanent wiederholen möchte.

Staffel 3 beginnt mit einer Rückblende, die relativ mittig in der zweiten Staffel 2 ansetzt. Dort hilft die Gruppe der Operation Bisswunde einer Gemeinschaft, die von einem Schurken, der als „Der Mann“ bekannt ist, bedroht wird. Bei diesem Gegenspieler handelt es sich um eine Art Söldner, der für die Menschen von Zona, einer Insel frei von den Zombies, arbeitet.

Nach dieser Rückblende wird direkt ans Finale von Staffel 2 (Achtung Spoiler) angeknüpft. Murphy beschließt sich nicht nach Zona bringen zu lassen und beißt Tommy 10k, Dr. Murch sowie ein paar Soldaten, die nun immun gegen den Zombievirus sind aber Murphys Befehlen folgen müssen. Unser Protagonist mit der blauen Haut will die Menschen in Mischwesen verwandeln, um sie unter seiner Führung in eine Zukunft ohne Angst zu führen. Seine Schar wächst immer weiter, allerdings stellt sich Tommy 10k immer wieder gegen Murphy und auch „Der Mann“ macht Jagd auf den selbst ernannten Messias.

Währenddessen verfolgen Warren, Doc, Addie und der geläuterte Hector, ein ehemaliger Killer des Zero-Kartells, die Spur der modernden roten Hand. Neu im Team ist eine Ärztin aus Asien, die Murphy sucht, um ein Heilmittel für ihr Volk herzustellen. Als Warren von den Mischwesen hört, will sie Murphy um jeden Preis stoppen. Als schließlich Lucy, Murphys Tochter, in die Fänge des Mannes gerät, verbünden sich die ehemaligen Gefährten von Operation Bisswunde erneut.


Storytechnisch geht Staffel 3 in eine neue Richtung und erklärt die Operation Bisswunde für (vorläufig?) beendet. Loben muss ich die Fokussierung auf Murphy, den Erretter der Menschen und Tommy 10k, der endlich die nötige Aufmerksamkeit bekommt. Diese beiden Figuren entwickeln sich hervorragend und bilden ein (unfreiwillig) funktionierendes Team.

Ebenso wird die Figur Citizen Z weiter ausgebaut, der verzweifelt versucht die Gruppe zu erreichen und unerwartete Hilfe bekommt. Was den Mann angeht, wird hier der wohl bisher beste Gegenspieler der gesamten Reihe etabliert. Seine Motivationen bleiben unklar, ebenso wie er heißt oder was seine Geschichte ist. Bekannt ist nur das er sein Handwerk versteht und sehr widerstandsfähig ist.

Neben der Charakterentwicklung wird auch die Welt von Z Nation weiter ausgebaut, wodurch die Atmosphäre bedrückender wird, da die Erde langsam aber sicher menschenleer wird. Auch wurde an der Inszenierung gearbeitet, was sich in einer konstanten Spannungskurve sowie einigen starken Bildern niederschlägt.


Zusammengefasst hat sich Z Nation in der dritten Staffel sehr gut weiterentwickelt und das bisherige Konzept über Bord geworfen um sich mehr zu einer epochalen Geschichte aufzubauen. Insgesamt macht diese Staffel den bisher wertigsten Eindruck und zeigt äußerst gelungen, was man aus dem Zombie-Genre noch alles rausholen kann. Ich vergebe für Z Nation Staffel 3 die Wertung sehenswert.

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Hereditary – Das Vermächtnis | Review

Titel: Hereditary – Das Vermächtnis
Originaltitel: Hereditary
Laufzeit: 128 Minuten
Erscheinungsjahr: 2018
Produktionsland: USA
Regie: Ari Aster

Es gibt Horrorfilme, die besonders sind. Sie bestechen durch besondere Stilmittel, eine außergewöhnliche Atmosphäre oder eine interessante Erzählweise. Hereditary gehört zu dieser kleinen Welle an experimentellen & besonderen Horrorfilmen aus den USA wie auch Get Out, A Quiet Place oder It Follows.


Nachdem Tod ihrer Mutter erbt, die Galeristin Annie Graham ein finsteres Schicksal, welches für ihre Familie weitreichende Konsequenzen hat. Denn die kürzlich verstorbene alte Dame scheint nach ihrem Ableben auf gespenstische Art immer noch da zu sein und in den Haushalt von Annie, ihrem Mann Steve, Sohn Peter und Tochter Charlie einzuziehen.

Paranormale Dinge geschehen und besonders Charlie scheint für diese Geschehnisse anfällig zu sein. Langsam aber sicher breitet sich das Grauen in der Familie Graham aus und ein Entkommen scheint unmöglich.

Hereditary setzt von Anfang an auf eine dichte Atmosphäre und spielt mit den Erwartungen des Zusehers. Die Ungewissheit, wann der Horror einsetzt, obwohl die Dunkelheit allgegenwertig ist, macht den großen Reiz dieses Films aus. Durch den Einsatz cleverer Kamerafahrten, die den Film fast wie ein Theaterstück wirken lässt, einer durchdringenden Soundkulisse und teilweise echt krassen Schnitten sowie Effekten bauscht sich Hereditary in surreale Höhen auf, die an Klassiker wie Rosemaries Baby erinnern aber der Regisseur Ari Aster schafft es seinem Film eine eigene Note zu geben, anstatt sich blind an alte Meisterwerke zu klammern.

Die Besetzung wurde perfekt ausgewählt, da es jeder Schauspieler glaubhaft schafft, den steigenden Wahnsinn zu vermitteln. Besonders Toni Collette als Annie Graham schafft es die verzweifelnde Mutter zu spielen, die dabei zusieht, wie alles in einen Strudel des Wahnsinns versinkt. Daneben kommt Alex Wolff als Peter Graham eine tragende Rolle als Opfer in diesem grausamen Drama zu.

Mein einziger Kritikpunkt wäre der etwas zu vorhersehbare finale Twist, aber dieser Umstand wird durch ein surreales Ende etwas entkräftet.


Zusammengefasst ist Hereditary ein außergewöhnlicher Horrorfilm, der durch seine dichte Atmosphäre glänzt und es schafft den Zuseher von Anfang zu fesseln. Der Horror entwickelt sich langsam im Hintergrund, bis er schließlich mit voller Wucht und himmelschreienden Wahnsinn über die Protagonisten hereinbricht. Der Film ist klar nicht für jeden Geschmack gedacht, wer sich aber auf einen Horrorfilm der anderen Art einlassen kann, wird mit einem intensiven Erlebnis belohnt. Ich vergebe für Hereditary – Das Vermächtnis die Wertung sehenswert!

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Weitere Beiträge zu Hereditary – Das Vermächtnis 

Super – Shut Up, Crime! | Review

Titel: Super, Shut Up Crime!
Originaltitel: Super
Laufzeit: 92 Minuten
Erscheinungsjahr: 2010
Produktionsland: USA

Im Jahr 2018 sind Superheldenfilme aus dem modernen Kino nicht mehr wegzudenken. Das sah im Jahr 2010, als die X-Men strauchelten, das MCU gerade im entstehen war und DC mit Batman glänzte, noch etwas anders aus.

Mit Super – Shut Up, Crime! hat James Gunn (Guardians of the Galaxy Vol. 1 & Vol. 2) einen ersten Schritt ins Superheldengenre gewagt und einen Film mit Humor & Herz erschaffen. Auf einen Vergleich mit Kick-Ass werde ich verzichten weil ich diese Filme nie komplett gesehen habe.


Frank ist ein Außenseiter dessen bisheriges Leben von Spott, Ernidriegungen, Mobbing und fehlendem Selbstwertgefühl geprägt war. Es gibt jedoch zwei perfekte Momente in seinem Leben. Zum einen die Hochzeit mit der schönen Sarah und zum anderen als er einem Polizisten half einen Verbrecher zu schnappen.

Eines Tages verlässt Sarah jedoch Frank für den charismatischen Strip-Club Besitzer Jacques, der nebenbei auch noch mit Drogen handelt wodurch er die ehemalige Drogensüchtige Sarah leicht unter seinen Einfluss bringen kann.

Frank verfällt in eine tiefe Deprission und kann diese erst durch eine Vision von Gott sowie dem heiligen Rächer (einr Serienfigur innerhalb des Films) ablegen. Er beschließt ein Held zu werden und erhält dabei, zu beginn ungewollt, Hilfe von der Comic-Verkäuferin Libby, die schließlich sein Side-Kick wird. Unter den Codenamen der blutrote Blitz (Frank) und Blitzie (Libby) nehmen die beiden den Kampf gegen das Verbrechen auf, mit dem Endziel Sarah aus den Fängen des bösen Jacques zu befreien.


Super – Shut Up, Crime! verwendet alle Elemente einer Comicverfilmung und garniert diese mit sehr schwarzem Humor. Frank benutzt, inspiriert durch Helden ohne Superkräfte (Iron Man, Batman, …), eine Rohrzange als Waffe, was jedoch eher an den Punisher erinnert da Frank äußerst brutal vorgeht. Die Gewalt ist jedoch massiv überspitzt und wird als Stilmittel eingesetzt, da ein Hieb mit einer Rohrzange eher selten unblutig endet.

Abseits der Gewalt hat der Film sehr viel Herz, was an den faszinierenden Figuren liegt, die eine gewisse Sympathie erzeugen. Selbst wenn sie wie im Fall von Michael Rooker (Schläger Abe) kaum Text haben. Man erfährt viel über Franks (Rainn Wilson) Gefühlswelt und er will ein Held sein, rächt sich aber gleichzeitig an Verbrechern für sein schlechtes Leben. Besonders Jacques, gespielt von Kevin Bacon, macht als Bösewicht eine große Figur und wird schnell zur Nemesis von Frank. Ellen Page schlüpft in die Rolle von Libby und möchte Frank unterstützung, vermutlich teils aus Bewunderung, teils als Fluchtversuch aus ihrem Leben.

Interessant ist auch der Wandel der beiden Hauptfiguren. Frank entwickelt sich von einem Loser zu einem Helden, gewinnt trotz Rückschlägen selbstvertrauen und gibt alles um seine geliebte Sarah zu befreien. Dabei werden keine Gefagenen gemacht und sein Hass auf das Verbrechen würde den Punisher (alias Frank Castle) stolz machen. Hier muss auch Rainn Wilsons grandiose Darbietung gelobt werden, die von viel Menschlichkeit geprägt ist.

Libby wird von einer grauen Maus, schnell zu einer psychpatischen Kämpferin für das Gute und muss dementsprechend von Frank in ihre Schranken verwiesen werden. Das erinnert mich am Jason Todd aka Robin aka Red Hood der ebenfalls brutal agierte und von Batman ermahnt wurde. Dabei schafft es Ellen Page glaubhaft die graue Maus aus dem Comicbuchladen und die manische Kämpferin der Gerechtigkeit zu spielen.

Unterlegt wird dieses bitterböse, humoristische Drama von einem stimmigen Soundtrack des großartigen Komponisten Tyler Bates.


Zusammengefasst ist Super – Shut Up, Crime! kein Meilenstein der Kinogeschichte und will es auch garnicht sein. Dieser Idipendentfilm ist mehr eine bitterböse Satire auf das Genre der Superhelden an sich, hat jedoch eine eigene Identität und dank der starken Besetzung viel Charme. Ich vergebe für Super – Shut Up, Crime! das Prädikat sehenswert, wer Kick-Ass nicht kennt schaut halt diesen Film.

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Rogue One: A Star Wars Story | Review

Titel: Rogue One: A Star Wars Story
Originaltitel: Rogue One: A Star Wars Story
Laufzeit: 134 Minuten
Erscheinungsjahr: 2016
Produktionsland: USA

Wer mich privat kennt, weiß es bereits, aber nun kann ich mich outen; ich mag Star Wars nicht wirklich. Das ist allerdings nur die halbe Wahrheit. Ich mag das Star Wars Universum von Disney nicht aufgrund der geringen Substanz im Vergleich zum „alten“ Star War Universum. Dennoch habe ich meine Vorbehalte über Board geworfen und dem Film eine faire Chance gegeben. Ob das was gebracht hat, erfahrt ihr jetzt!


Im Zentrum der Geschichte steht Jyn Erso, Tochter des imperialen Ingeneurs Galen Erso, die wegen diverser Straftaten unter falschem Namen vom Imperium gefangen genommen wird. Sie wird von der Rebellenallianz gerettet, gerät dadurch jedoch in deren Gefangenschaft aufgrund ihrer Herkunft.

Sie wird daher zusammen mit dem Rebellenoffizier Cassian Andor und K-2SO, ein umprogrammierter Droide, zum Planeten Jedha geschickt, um Kontakt zum Terroristen Saw Garrera aufzunehmen, denn dieses ehemalige Mitglieder der Rebellen hält Bodhi Rook, einen Deserteur des Imperiums, gefangen. Bodhi hat eine Botschaft von Jyns Vater geschmuggelt, in der dieser von einer Superwaffe des Imperiums spricht.

Als bekannt wird, dass das Imperium tatsächlich im Besitz der Superwaffe, des Todessterns, ist, scheint die junge Rebellenallianz zu scheitern, da ein Sieg unmöglich scheint. Jyn Erso nimmt die fatalistische Einstellung der Rebellen nicht hin und will die Pläne des Todessterns stehlen, um den Weg zur Freiheit der Galaxie zu ebnen. Zu diesem Zweck schließen sich ihr unter anderem Bodhi, Cassian und K-2SO an, wohl wissend, dass sie diese Mission wohl nicht überleben werden.

Rogue One bricht mit dem Konzept klassischer Star Wars Filme und fokussiert sich mehr auf den Krieg an sich. Sprich der klassische Kampf von Gut gegen Böse wird aufgeweicht, da die Rebellen nicht die moralisch überlegene Partei sind, als die sie früher gern gezeigt werden. Allerdings wäre in der Geschichte noch viel mehr Potential vorhanden im Bezug auf das Drama an sich. Das Team um Jyn begibt sich auf eine Mission, die mit hoher Wahrscheinlichkeit deren Leben fordern wird. Das kommt im Film leider nicht so gewichtig rüber, wie es möglich gewesen wäre.


Der Besetzung von Rogue One fehlt es leider an Charisma, um wirkliche Emotionen zu wecken, wenn die „Helden“ auf die Himmelfahrtsmission gehen. Sowohl Hauptdarstellerin Felicity Jones (Jyn), also auch Diego Luna als Rebellencaptain Cassian Andor schaffen es nicht, die Sympathie anderer Star Wars Hauptdarsteller zu wecken. Gleiches gilt aber auch für die Bösewichte, die eher zahnlos, als wirklich gefährlich wirken. Einzig Darth Vader bekommt einen denkwürdigen Auftritt und darf ein paar Rebellen attackieren.

Der einzige Charakter, der etwas Sympathie erzeugt, ist der Droide K-S2O, allerdings sieht man auch ihn zu selten im Film.

Technisch sieht Roge One hervorragend aus und besticht durch bildgewaltige Kulissen und abwechslungsreiche Schauplätze. Dabei werden die „Standardgebiete“ wie Lavawelt, Inselwelt oder Wüstenplanet abgedeckt, jedoch wirklich hübsch dargestellt.

Der Soundtrack von Michael Giacchino ist äußerst hörenswert und hält sich nah am Werk von John Williams, wirkt aber dennoch frisch genug, um eigenständig zu sein.


Alles in allem ist Rogue One: A Star Wars Story ein ganz passabler Star Wars Film, der sich durch seine Thematik vom restlichen Franchise abhebt, aber dennoch nicht sein volles Potential ausschöpft. Wenn sich der Film noch mehr auf die düsteren Aspekte des galaktischen Bürgerkriegs konzentriert hätte, wäre bestimmt ein düsterer Kriegsfilm im Star Wars Universum entstanden. Nach dem Abspann bleibt aber ein Science-Fiction Film mit düsterer Grundstimmung zurück, der den Zuckerguss von Disney in sich trägt. Ich vergebe für Roge One: A Star Wars Story das Prädikat bedingt sehenswert.

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Troja – Untergang einer Stadt (Netflix Exclusive) S1/E2: Bedingungen | Review

Name: Troja – Untergang einer Stadt
Staffeln: 1
Episoden: 8 in 1 Staffel
Sender: BBC One (UK) – Netflix (WW)
Genre: Fantasy

Troja – Fall einer Stadt, die Serienadaption des populären griechischen Mythos, geht in die zweite Runde. Wie bereits im letzten Beitrag spreche ich an dieser Stelle eine Spoilerwarnung aus.

Troja – Untergang einer Stadt Folge 1


In Folge 1 lernten wir Paris, in Wirklichkeit Alexander von Troja, kennen der nach einem glücklichen Zufall in seine Heimatstadt Troja zurückkehrt. Allerdings bringt Alexander großes Unheil über Troja als er, bedingt durch eine Weissagung der Göttin Aphrodite, die wunderschöne Helena aus Sparta entführt. Durch diese Tat beleidigt, sinnen die Könige Griechenlands auf Rache.

Die Ankunft von Alexander & Helena in Troja stört das politische Gleichgewicht des antiken Griechenlands massiv. König Agamemnon, Bruder des spartanischen Königs, schwört Rache für die Schmach und stellt ein gewaltiges Heer auf die Beine. Unter den Kriegern befinden sich berühmte Kämpfer wie Odysseus von Ithaka oder der fast unverwundbare Achilles. Nach gescheiterten Friedensverhandlungen kommt es zum ersten Aufeinandertreffen der beiden Armeen. Der lange, blutige trojanische Krieg hat begonnen.


Folge 2 führt den Trojanern die schweren Folgen von Alexanders Tat vor Augen und etabliert dabei viele neue Figuren. Besonders bekannte Namen aus der griechischen Mythologie wie Achilles oder Odysseus werden etabliert und bekommen in späteren Folgen bestimmt mehr Screentime.

Vom Tempo her ist auch diese Folge etwas langsamer und setzt den Fokus eher auf das Ausarbeiten der Figuren, was ganz passabel funktioniert.

Die deutsche Lokalisierung schwankt weiterhin zwischen sehr gut & dezent was trashig, was zwar Charme versprüht aber nicht sein muss.

Erwähnenswert ist die Schlacht am Ende der Episode als Trojaner & Griechen aufeinanderprallen. Begleitet wird die Schlacht von Hera und Athene die ihre Herose für die Schlacht segnen. Das sieht tatsächlich beeindruckend aus und hat eine gewisse Ästhetik, die ich sonst meistens vermisst habe.


Zusammengefasst macht Folge 2 einiges besser als die erste Episode und der Fokus wird genau richtig auf den kommenden Krieg sowie den persönlichen Schicksalen gelegt. Es besteht weiterhin Luft nach oben aber Troja nutzt mit Folge 2 das Quellenmarterial bereits besser. Ich vergebe für Folge 2 das Prädikat sehenswertund hoffe das die Qualität weiterhin gesteigert wird!

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Atypical (Netflix Original) Staffel 1 | Review

Name: Atypical
Staffeln: 1+
Episoden: 8 in 1+ Staffeln
Sender: Netflix
Genre: Drama

Bevor ich mich wieder Electric Dreams widme, möchte ich euch Atypical vorstellen, eine Mischung aus Drama und Teenager-Liebesgeschichte, die mich in den letzten Tagen des Februar unterhalten hat.


Im Zentrum der Geschichte steht Sam, ein achtzehnjähriger Teeanger mit Autismus. Nach einem Gespräch mit seiner Therapeutin möchte er Mädchen daten und die große Liebe finden.

Bedingt durch den Autismus ist dieses Vorhaben alles andere als leicht und Sam führt seine Familie auf einen Weg der Selbstfindung.

Atypical behandelt gewichtige Themen, unter anderem Liebe, soziale Ausgrenzung, Trauer und Trennung. Leider wird auf das Thema Autismus oftmals sehr pauschal eingegangen und der Fokus wird auf Nebenhandlungen gelegt. Es gibt jedoch immer wieder Momente, in denen direkt Sams Gefühlswelt behandelt und besonders die Pilotfolge sowie das Staffelfinale sind hervorragend geschrieben. Die übrigen sechs Folgen schwanken etwas in der Qualität jedoch ist der Unterhaltungswert recht hoch.

Ein interessanter Aspekt ist Sams Fixierung auf die Antarktis, durch die der Zuseher einiges über den kältesten Kontinent der Erde lernt.

Die Besetzung von Atypical ist etwas durchwachsen. Ich mag die Darsteller in meiner Altersgruppe, Keir Gilchrist als Sam oder Brigette Lundy-Paine als Casey aber zu den älteren Schauspielern wie Amy Okuda als Therapeutin Julia kann ich keinen wirklichen Draht aufbauen. Die einzige Ausnahme bildet Michael Rapaport als Sams Vater Doug, der etwas tragisches an sich hat.


Atypical ist lustig, traurig, einfühlsam und bewegend. Der Autismus wird etwas zu sehr pauschalisiert aber im großen & ganzen ist die Serie sehenswert und wenn man sich auf die Prämisse einlässt, wird man acht Folgen sehr gut unterhalten, trotz leichter Qualitätsschwankungen.

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Die dunkelste Stunde | Review

Titel: Die dunkelste Stunde
Originaltitel: Darkest Hour Laufzeit: 126 Minuten
Erscheinungsjahr: 2017
Produktionsland: UK

Ich mag Historienfilme, besonders jene aus dem vereinten Königreich. Bei Die dunkelste Stunde handelt es sich um ein autobiografisches Historiendrama, welches die ersten Wochen von Winston Churchills Regierungszeit behandelt.


Europa im Jahr 1940. Aufgrund der anfänglichen Misserfolge der Alliierten steuert das Kabinett Großbritanniens auf eine schwerwiegende Krise zu. Der konservative Premierminister Neville Chamberlain wird für die Misserfolge verantwortlich gemacht und muss abdanken.

Während die meisten Konservativen Lord Halifex als Chamberlains Nachfolger ansehen, akzeptiert die Opposition nur den umstrittenen ersten Lord der Admiralität Winston Churchill.

Als Churchill das Amt des Premierministers übernimmt, steht er vom ersten Tag an vor schier unüberwindbaren Herausforderungen. An der Westfront werden binnen kürzester Zeit die Beneluxstaaten überrannt, die französische Armee wird vernichtend geschlagen und die britische Armee sitzt in Dünnkirchen fest (siehe dazu meine Review zu Dunkirk). Während Halifex auf Friedensverhandlungen pocht, ist für Churchill klar, dass es mit Hitler keinen Frieden geben kann. Es muss ein heldenhafter Widerstand entfacht werden, um Europa vor dem Untergang zu bewahren.


Die dunkelste Stunde gefällt durch die starke Besetzung, aus der besonders Gary Oldman in seiner Rolle als Winston Churchill hervorsticht. Oldman schafft es sowohl den sturen, weitsichtigen Staatsmann als auch den besorgten Bürger zu spielen. In weiteren Rollen sieht man beispielsweise Stephen Dillane (Game of Thrones) als Lord Halifax oder Lily James als Churchills Assistentin Elizabeth Layton.

Allgemein zeichnet sich der Cast durch ein authentisches Schauspiel sowie gelungener Gestik & Mimik aus. Die ernste Grundstimmung wird durch gelegentlichen Humor, in erster Linie wegen Churchills verschrobener Art, aufgelockert.


Was ebenfalls positiv auffällt, ist die Inszenierung des Films. Wie bereits bei Dunkirk hält sich der Film nicht mit langen Erklärungen auf. Die Geschichte ergibt sich aus der zu Beginn in ein paar kurzen Sätzen erklärten Prämisse. Die restliche Handlung wird durch die Figuren selbst getragen, was durch die starke Besetzung hervorragend funktioniert.

Abgerundet wird die gesamte Präsentation durch den hörenswerten Soundtrack von Dario Marianelli, der bereits öfters mit Regisseur Joe Wright zusammengearbeitet hat.


Zusammengefasst ist Die dunkelste Stunde ein weiterer gelungener Historienfilm aus Großbritannien der mit starker Besetzung, hervorragender Inszenierung und einem hörenswerten Soundtrack auftrumpft. Ich vergebe ein Wohlverdientes sehenswert.

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Three Billboards Outside Ebbing, Missouri | Review

Titel: Three Billboards Outside Ebbing, Missouri
Originaltitel: Three Billboards Outside Ebbing, Missouri
Laufzeit: 116 Minuten
Erscheinungsjahr: 2017
Produktionsland: UK/USA

Ich mag schwarze Komödien. Diese bitter-süße Mischung aus Humor, Drama und Zynismus hebt diese Art Film aus der breiten Masse der Komödien klar hervor und verfügt über einen wesentlich feineren Humor, als die plumperen Komödien des Mainstream-Kinos.


Vor sieben Monaten wurde Mildred Hayes Tochter Angela in der Nähe ihres Elternhauses ermordet & vergewaltigt. Die Leiche wurde verbrannt. Vom Täter fehlt jede Spur und eine DNA brachte kein Ergebnis.

In ihrer Trauer und Wut über die in ihren Augen unfähige Polizei mietet Mildred drei Billboards (Werbetafel) für ein Jahr, um die Polizei zum Handeln zu zwingen.

Auf den drei Tafeln stehen in großen, schwarzen Lettern folgende Sätze:

„Raped While Dying.“ („Vergewaltigt beim Sterben.“)

„Still No Arrests?“ („Noch keine Verhaftungen?“)

„How come, Chief Willoughby?“ („Wie kommt das, Chief Willoughby?“)

Mit dieser Aktion erklärt Mildred der örtlichen Polizei den Krieg, was sowohl Zuspruch, als auch Widerstand in der Bevölkerung hervorruft. Das Interesse geht sogar soweit, dass ein lokaler Nachrichtensender über die Tafeln berichtet.

Three Billboards Outside Ebbing, Missouri erzählt eine ruhige Geschichte, die sowohl lustig ist, aber auch sehr rührend sein kann. Themen wie Schuld & Sühne, Vergewaltigung, Polizeibrutalität und im weiteren Sinne auch Rassismus, sowie Selbstjustiz lassen den Film nicht zu einer bissigen Komödie, sondern zu einer Art Tragik-Komödie werden. Dabei wird nicht stark auf die Tränendrüse gedrückt, sondern zu viel auf Humor gesetzt.


Ergänzt wird dieses Drama durch eine gelungene Besetzung talentierter Schauspieler, die alle bekannt scheinen, obwohl zumindest ich bis auf Caleb Landry Jones (Get Out) als Red und Peter Dinklage (Game of Thrones) als John niemanden wiedererkannt habe.

Was man den Schauspielern zugute halten muss, ist das authentische Schauspiel und dank eines hervorragenden Drehbuchs ihre vielschichtige Rolle. Keine Figur ist nur schwarz oder weiß, sondern wie im echten Leben irgendwas dazwischen. Besonders die Polizisten Sheriff Bill Willoughby (Woody Harrelson) und Officer Jason Dixon (Sam Rockwell) überraschen mehr als einmal im Film mit ihren Taten.

Abseits der Handlung, dem gelungenen Schauspiel und dem tollen Drehbuch glänzt Three Billboards mit einem stimmigen Soundtrack, der die bitter süße Melancholie ideal einfängt.


Was soll ich als Fazit schreiben? Wer schwarze Komödien mag, wird bei diesem Film auf seine (oder ihre) Kosten kommen. Gleiches gilt, wenn man Dramen, vielschichtige Geschichten oder Tragikkomödien mag. Ich habe von diesem Film nicht viel erwartet und wurde positiv überrascht. Daher vergebe ich ein verdientes sehenswert und wir lesen uns im nächsten Beitrag wieder!

Weitere Beiträge zu Three Billboards Outside Ebbing, Missouri:

The End of the F***ing World Staffel 1 (Netflix Original) | Review

Name: The End of the F***ing World
Staffeln: 1
Episoden: 8
Sender: Netflix
Genre: Dramedy

Die Review zu American Horror Story Staffel 2 muss noch etwas warten, da mir von Felix die Serie The End of the F***ing World empfohlen wurde. Danke dafür und nun viel Spaß mit meiner kurzen, spoilerfreien Review!


James ist siebzehn Jahre alt und glaubt, ein Psychopath zu sein. Als er auf die rebellische Alyssa trifft, brechen beide aus ihrem tristen und im Falle von Alyssa lieblosen Leben aus, um einen Neuanfang zu starten. Somit treten die beiden eine Kette von Ereignissen los, in deren Verlauf auch die Polizei eingeschalten wird und das Paar tiefgreifende Veränderungen durchmacht.

Die Rahmenhandlung von The End of the F***ing World ist simpel, jedoch liegt der Reiz in den faszinierenden Figuren, den abwechslungsreichen Themen, der Folgen, sowie der gelungenen Mischung aus Drama und schwarzem Humor.


Der Cast von The End of the F***ing World gefällt, wobei die beiden Hauptdarsteller Alex Lawther (James) & Jessica Barden den Rest der Besetzung an die Wand spielen. Dies liegt unter anderem an dem gekonnten Einsatz von Mimik und Gestik. Außerdem muss ich die Dialoge loben, die sehr gut ins Deutsche übersetzt wurden, was besonders bei britischen Serien nicht selbstverständlich ist. Ich blicke in deine Richtung Dr. Who.


The End of the F***ing World ist eine jener Serien, über die man nicht zu viel verraten will. Man muss sie selbst erleben und sich auf sie einlassen, denn gerade zu Beginn wirkt The End of the F***ing World sehr unnahbar, was sich jedoch nach der ersten Folge stark bessert. Mir hat diese Serie sehr gut gefallen und ich hoffe auf eine bald erscheinende zweite Staffel. The End of the F***ing World bekommt von mir das Prädikat sehenswert!

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Van Helsing (Netflix Original) Staffel 1 | Review

Name: Van Helsing
Staffeln: 2
Episoden: 23 in 2 Staffeln
Sender: Netflix
Genre: Fantasy, Drama, Horror

Endlich schaffe ich es, die Liste mit Serien abzuarbeiten, die seit Monaten wuchert. Heute geht es mir um die erste Staffel der Dark-Fantasy Serie Van Helsing!

An dieser Stelle eine kleine Spoilerwarnung! (Gravierende Plotpunkte werden nicht verraten.)


Vanessa, eine Nachfahrin des legendären Abraham van Helsing, erwacht aus einem dreijährigen Koma inmitten einer postapokalyptischen Welt. Vampire haben die Kontrolle über die Erde übernommen und herrschen mit grausamer Hand über die Menschheit. Es regt sich jedoch Widerstand von mehreren Seiten. Vanessa nimmt als letzte Hoffnung für die Menschheit den Kampf gegen die Vampire auf.

Ich wusste anfangs nicht, was ich von Van Helsing halten sollte. Zu Beginn wirkt die Serie extrem gehetzt, es werden viele Figuren etabliert und das Szenario wird grob vorgestellt, aber mit dem Fortlaufen der Folgen wird das Bild langsam klarer. Wir lernen die Ursache der Vampir-Herrschaft kennen, die Figuren werden mehr als nur Namen und langsam nimmt die Dystopie eine feste Form an. Kurz zusammengefasst braucht die Geschichte etwas bis sie in Fahrt kommt, aber sobald der Funke übergesprungen ist, gefällt die Handlung sehr.


Ähnlich wie die Handlung, brauchen auch die Figuren etwas, um in Fahrt zu kommen. Die beiden klaren Hauptrollen sind Johnathan Scarfe als der Marine Axel und Kelly Overton als Vanessa Van Helsing.

Erstgenannter macht seinen Job sehr gut und weckt schnell Symapthie beim Zuseher, da wir von diesem Charakter sehr viel erfahren. Sein langes Leben in der Isolation hat ihn gezeichnet, aber er glaubt an Vanessa und ihre Mission. Kelly Overton spielt zu Beginn etwas hölzern und wirkt unnahbar, was sich jedoch sehr schnell legt. Im weiteren Verlauf der Handlung entwickelt sich Vanessa zur Heldin der Menschheit, jedoch bleibt sie immer noch menschlich.

Die Antagonisten sind im Kern die Vampire, wobei hier besonders Dimitri, der Anführer der Vampire & Julius, ebenfalls ein mächtiger Blutsauger, zu erwähnen ist. Wie der Rest des Casts liefern auch die beiden Obervampire, gespielt von Paul Johansson (Dimitri) & Aleks Paunovic (Julius), ein solides Schauspiel ab.

Die Würze liegt in den Konflikten und der allgemeinen Chemie zwischen den Figuren. Konflikte unter den Menschen, aber auch unter den Figuren zeigen eine gewisse Brüchigkeit in der grausamen Herrschaft der Vampire. Die Konflikte unter den menschlichen Protagonist wirft die Frage auf, wie viel Menschlichkeit sich der Mensch in dieser Welt noch erlauben darf.


Zusammengefasst ist Van Helsing eine gelungene Serie mit dystopischen & Dark-Fantasy Elementen, die eine interessante Alternative zu anderen post-apokalyptischen Serien wie The Walking Dead oder Z Nation bildet. Während der Anfang etwas zäh ist, wird die erste Staffel sehr gut und bekommt eine stetige Spannungskurve. In Kombination mit dem hervorragenden Drehbuch und der guten Besetzung bekommt Van Helsing Staffel 1 das Prädikat sehenswert.

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Deepwater Horizon | Review

Das Genre der Katastrophenfilme besteht eigentlich fast nur aus trashigen Filmen. Zumindest fällt mir kein wirklich guter Vertreter dieses Genres ein. Dies änderte sich jedoch, als ich Deepwater Horizon von 2016 gesehen habe. Was mir an diesem Film so gefallen hat, erfahrt ihr jetzt!


Die Handlung dreht sich um die Mannschaft der Ölplattform Deepwater Horizon, welche im Jahr 2010 durch einen Brand und der anschließenden Explosion vollständig zerstört wurde. Dies hatte eine gewaltige ökologische Katastrophe zur Folge. Der Film basiert also, wie im Herzen der See, auf einer wahren Begebenheit und spielt auf hoher See. Zwei positive Voraussetzungen für mich, um den Film zu mögen

Mark Wahlberg schlüpft in die Rolle von Mike Williams, dem Chefelektriker der Deepwater Horizon. Seine Aufgabe ist es, die elektronischen Anlagen der Plattform zu warten. In den weiteren Hauptrollen haben wir Kurt Russel als Jimmy Harrel, den Chef der Deepwater Horizon, welcher unter keinen Umständen die Sicherheit der Arbeiter gefährden möchte. John Malkovic als Donald Vidrine, ein hohes Tier von BP, welcher Druck auf die Mannschaft ausübt, weil diese 43 Tage im Rückstand ist, brilliert in der Rolle des rücksichtslosen Geschäftsmannes. Als letztes wichtiges Mitglied haben wir Andrea Fleytas, gespielt von Gina Rodriguez, ein Mitglied der Brücke.
Die Handlung wird in erster Linie durch die Figuren getragen und es sind ihre Bemühungen, das Schlimmste zu verhindern, die mich so gefesselt haben. Die Protagonisten gehen bis an ihre Grenzen und riskieren ihr Leben, um die restliche Mannschaft zu retten.

Allgemein ist die Leistung der Schauspieler sehr gelungen und glaubwürdig. Dabei kommt das gute Drehbuch zum Einsatz. Beiläufig werden dem Zuschauer die Grundfunktionen einer Ölplattform erklärt. Somit sitzt man nicht ahnungslos vor dem Bildschirm und kann die Vorgänge bzw. das anbahnende Chaos besser verstehen.
Ein großes Lob verdient die Kameraarbeit. Regisseur Peter Berg zeigt Szenen mit Explosionen & Zerstörung, ohne dieses Chaos auszuschlachten.

Die Großaufnahmen des Brandes wirken sowohl imposant als auch erschreckend. Außerdem gibt es interessante Einblicke in das Bohrrohr oder Aufnahmen des Meeresbodens, wenn der Druck immer weiter zunimmt und man gespannt auf den Ausbruch des Chaos wartet.


Alles in allem in Deepwater Horizon ein packendes Drama und eine gute Aufarbeitung dieser Katastrophe. Man merkt, wie Profitgier & mangelnde Vorsicht alles ins Chaos stürzen lassen. Die Schauspieler leisten, von der Haupt- bis zur Nebenrolle, einen grandiosen Job. Dazu kommen ein gutes Drehbuch und eine lobenswerte Kameraarbeit. Ich kann diesen Film nur weiterempfehlen.

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns beim nächsten mal wieder.

Filmdaten

Orginaltitel

Deepwater Horizon

Deutscher Titel

Deepwater Horizon

Produktionsland

USA

Orginalsprache

englisch

Laufzeit

107 Min.

Regie

2016

Swiss Army Man | Review

Ich bin ein Fan von Daniel Radcliffe, auch wenn Harry Potter seine bisher markanteste Rolle war, so mag, ich jene Filme nach der H.P.-Ära inzwischen etwas lieber. Schließlich haben mir Filme wie die Frau in Schwarz, Imperium & Horns gezeigt, dass der gute Herr Radcliffe mehr kann, als nur einen Zauberlehrling spielen. Das sollte er auch mit dem heute thematisierten Film erneut beweisen können.


Eins vorweg, Swiss Army Man ist kein Film für die breite Masse & ganz klar kein Film bei dem man das Hirn ausschalten & sich berieseln lassen kann.

Aber eins nach dem anderen. Worum geht es eigentlich in Swiss Army Man?
Der schiffbrüchige Hank (gespielt von Paul Dano) möchte sich auf einer einsamen Insel das Leben nehmen.
Bevor es jedoch dazu kommt, erblickt Hank eine angespülte, regelmäßig flatulierende (furzen) Leiche, gespielt von Daniel Radcliffe. Er benutzt sie zuerst als Jet-Ski, um von der Insel zu fliehen, und trägt sie anschließend durch die Wildnis in der Hoffnung auf Zivilisation zu stoßen

Im Laufe des Trips durch die Wildnis beginnt Manny, so wurde die Leiche von Hank benannt, zu sprechen. Es entsteht eine Freundschaft zwischen Hank & Manny. Im Laufe ihrer zahlreichen Gespräche erklärt Hank, dem nicht ganz so toten, Manny wie die Gesellschaft funktioniert, was man tun darf & was nicht und was es seiner Meinung nach bedeutet am Leben zu sein.

Genau da liegt die große Stärke von Swiss Army Man. Die Dialoge wurden mit viel Herz & so clever geschrieben, wie ich es nur selten in einem Film erlebt habe. Mannys Fragen über die Gesellschaft, das Verhalten im Alltag und seinen Mitmenschen gegenüber, die Tatsache das man nicht (immer) sagen sollte, was man denkt, obwohl so viele Probleme damit gelöst werden können, regen zum Nachdenken an.


Noch ein paar Worte zu den Protagonisten selbst. Hank ist ein junger Mann, der vom Leben enttäuscht wurde und davon gelaufen ist, um sich das Leben zu nehmen. Sein einziger Wertgegenstand ist sein Handy mit dem Bild einer hübschen Frau, die mit ihm immer im Bus mitgefahren ist. Was es damit auf sich hat, werde ich an dieser Stelle verschweigen. Ihr wisst schon, Spoileralarm.

Manny ist eine Leiche, ich weiß sehr schockierend, welche zurück ins Leben findet & über besondere Fähigkeiten verfügt. Der Titel des Films „Swiss Army Man“ ist eine Zusammensetzung der Bezeichnung für ein Schweizer Taschenmesser & dem englischen Wort für Mann. Bei Manny handelt sich also um ein menschliches Schweizer Taschenmesser. Seine Fähigkeiten umfassen z.B. eine Funktion als Kompass oder als ziemlich ekelhafter Trinkwasserspender.

Beide Schauspieler haben eine gute Chemie miteinander. Paul Dano spielt einen enttäuschten aber liebenswerten Mann, der in die Rolle des „Lehrers“ schlüpft während Daniel Radcliffe den „Schüler“ spielt und die Welt erklärt bekommt. Garniert wird das ganze mit einem recht derben Humor jedoch ist es nie zu viel sondern genau an der Grenze zur Anrüchigkeit.


Zusammengefasst ist Swiss Army Man eine sehr emotionale, groteske Komödie mit philosophischen als auch dramatischen Themen. Gute geschriebene Dialoge, Schauspieler mit Herz und ein stimmungsvoller Soundtrack machen diesen Film zu einem wahren Juwel des Independent Films. Ich kann jedem empfehlen, diesem Streifen eine Chance zu geben.

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns beim nächsten mal!

Persönliche Note: Sehr Gut!

Filmdaten

Orginaltitel: Swiss Army Man

Deutscher Titel: Swiss Army Man

Produktionsland: USA

Orginalsprache: Englisch

Laufzeit: 97 Minuten

Regie: daniels – Daniel Kwan & Daniel Scheinert

Weitere Beiträge zum Thema:

„Swiss Army Man“ – Filmrezension

Kritik: Indie, Indie, Indie – Swiss Army Man