Ein kurzer Kommentar zu … Das schaurige Haus

2021 ist wohl das interessanteste Filmjahr seit langer Zeit für mich. Ohne die Kinos (oder zumindest in sehr eingeschränkter Form) findet sehr viel über Streamingdienste statt. Somit konnte ich einiges Filme des letzten Jahres nachholen, unter anderem das schaurige Haus, ein Gruselfilm aus Österreich, welcher sehr gute Kritiken eingefangen hat, aber für mich eine herbe Enttäuschung war.

Okay bei Horrorfilmen habe ich ohnehin keine hohen Ansprüche mehr und auch, wenn der Film ein paar Dinge gut macht ist er einfach zu langatmig, um bis zum Ende zu unterhalten. Dabei folgt der Film relativ streng das Konzept moderner Horrorfilme, was bereits bei der Handlung anfängt. Eine Familie (Mutter und zwei Söhne) aus Deutschland zieht in ein ländliches Dorf in Kärnten, weil die Mutter dort eine neue Arbeit bekommen hat. Sie ziehen in ein altes Haus, dass der Schauplatz eines Mordes war und von Geistern heimgesucht wurde. Die beiden Söhne gehen mit neu gefundenen Freunden dem Spuk auf den Grund und decken dabei den wahren Ablauf des Verbrechens auf.

Erzählerisch durchaus interessant, wenngleich nicht neu, aber leider relativ gezogen da die Handlung keinerlei neue Akzente in Genre setzt außer dem österreichischen Dialekt aber den hört man auch in anderen (Grusel)Filmen aus der Alpenrepublik. Auch die Schauspieler liefern eine solide Performance ab aber ebenso wie die „Horror-Effekte“ ist daran leider nichts besonderes oder gruseliges. Was ich dem Film aber zugute halten muss und hier funktionieren alle Komponenten, die einzelnen an Problemchen, sehr gut zusammen, ist die Atmosphäre des Films. Diese ist von Anfang an angenehm düster, teils bedrückend und auch etwas traurig. Hier holt das schaurige Haus einiges raus, aber das rettet den Gesamteindruck nicht.

Alles in allem ist das schaurige Haus kein schlechter und hat nette Ansätze bleibt aber am Ende des Tages ist der Film recht zäh und für seine relativ lange Laufzeit, gemessen am Horrorgenre Durchschnitt, zu langatmig. Eine Empfehlung kann ich nicht wirklich aussprechen aber wer einen deutschsprachigen Gruselfilm sehen will, kann ihn auf Netflix streamen.

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Ein kurzer Kommentar zu … Mandy

Zwei Genres, die sehr gut zusammenpassen sind Horror & Fantasy. Entweder als Dark Fantasy zusammen gemischt oder einzeln mit den jeweiligen Elementen aus dem anderen Genre funktioniert der Mix eigentlich sehr gut. In der ersten Jahreshälfte 2021 habe ich den Mandy von 2018 nachgeholt und das war ein echt wilder Ritt, was bereits bei der Prämisse anfängt.

Im fernen Jahr 1983 lebt der Holzfäller Red mit seiner Frau Mandy in einer abgeschiedenen Hütte. Eines Tages wird Mandy von Jeremiah, dem gestörten Anführer einer Endzeitsekte, entdeckte und dieser will die Frau für sich haben. Also der Irre ein paar dämonenhafte Biker, die völlig unter Drogen stehen, zum Haus des Pärchens um Mandy zu entführen. Es läuft nicht alles wie geplant, Mandy wird bei lebendigem Leib verbrannt und Red begibt sich auf einen blutigen Rachefeldzug gegen die Sekte und die Biker.

Mandy ist eine verdammt ambitionierte Hommage an die Ära des Videotheken-Horrors (1980er), wo man sich stumpfe und brutale Filme noch in der Videothek ausgeliehen hat. Allerdings ist der Film sehr hochwertig produziert und zelebriert durchgehend eine eigene Ästhetik, welche die „alten Vibes“ der 80er Jahre Horrorfilme neu aufleben lässt und dabei seine Märchenhaftigkeit auf Händen trägt. Irgendwo zwischen Horrorfilm-Hommage der 80er Jahre, düsterem Fantasyfilm & Barbarenfilm angesiedelt findet Mandy seinen eigenen Platz in der modernen Filmlandschaft.

Ich kann den Film definitiv empfehlen, da man so einen wilden Genremix nur sehr selten finden wird!

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Raya und der letzte Drache | Review

Titel: Raya und der letzte Drache
Originaltitel: Raya and the Last Dragon
Regie: Paul Briggs & Dean Wellins
Laufzeit: 107 Minuten
Release: 2021

Mit Raya und der letzte Drache macht Disney einiges anders, als man es bisher gewohnt war. Weg vom klassischen westlichen Fantasy. Kein Märchen, oder eine Erzählung und kein Gesang, obwohl letzteres sehr gut gepasst hätte. Trotz seiner erfrischenden Ansätze ist Raya und der letzte Drache kein Meisterwerk, aber ein weiterer Schritt in die richtige Richtung der kommenden Disney-Animationsfilme!


Kernfakten vom letzten Drachen

Titel: Raya und der letzte Drache
Originaltitel: Raya and the Last Dragon
Regie: Paul Briggs & Dean Wellins
Laufzeit: 107 Minuten
Release: 2021

500 Jahre vor Beginn der Handlung: Die Menschen des Landes Kumandra leben in Harmonie mit den Drachen, deren Magie die Natur beeinflusst. Eines Tages tauchen die finsteren Druun auf und bringen Schrecken über die Menschen indem sie sie versteinern. Die letzten Drachen bündeln ihre Kräfte und bannen die Gefahr durch die Druun, werden dadurch aber ebenfalls versteinert


6 Jahre vor Beginn der Handlung: Die Menschen leben in 5 Clans zusammen, welche die verschiedenen Gebiete von Kumandra umfassen. In der Region Herz steht der Tempel von Sisu, wo das gleichnamige Amulett ruht und das letzte Stück Drachenmagie ist. Der Vater von Raya ist der festen Überzeugung, dass alle Clans zusammenleben können und Kumandra als Nation erneut enstehen kann. Wegen eines unbedachten Fehlers von Raya zerbricht das Amulett von Sisu und die Druun kehren zurück.

Sechs Jahre später bereist Raya die Welt um die Bruchstücke von Sisu’s Amulett von den restlichen Clans zurückzufordern, um die Druun zu vertreiben und alle versteinerten Menschen zurück zu bringen. Dabei findet Raya den Drachen Sisu und zusammen mit einer Gruppe von Außenseitern begibt sich Raya auf die Quest ihre Welt zu retten …


Man merkt Raya und der letzte Drache den Willen an, mehr sein zu wollen als ein klassischer Disey-Film. Thematisch wie erzählerisch bedient sich der Film einer (für Disney) frischen Materie und geht mehr in Richtung Abenteuer/Fantasyfilm für junge Erwachsene, als ein klassischer Kinderfilm. Außerdem sieht man durchaus den Versuch düsterer und ernster sein zu wollen, was aber nicht konsequent durchgezogen wird.

Gleiches gilt für die Handlung. Diese ist wesentlich epischer angelegt, aber es mangelt an Tiefgang in der Welt und den Figuren, um sich über eine „Skizzierung“ zu erheben. Es sind viele lobenswerte Ansätze erkennbar, aber leider wird aus dem interessanten Grundmaterial nicht genug gemacht. Hier wäre wohl ein Zweiteiler besser gewesen, um die faszinierende Welt Kumandras so auszuarbeiten, wie sie es verdient hätte. Als Gegenpart zu den drei weiblichen Hauptfiguren, hätte eine storyrelevante männliche Figur nicht geschadet. Eine ähnliche Konstellation wie in Vaiana hätte dem Kader an Hauptfiguren für etwas mehr Varianz gut getan.

Okay, genug Genörgel darüber was man an der Story verbessern könnte. Eine Stärke von Raya und der letzte Drache, welche sich nicht von der Hand weisen lässt, ist der Look des Films. Die verschiedenen Regionen und Clans sind unterschiedlichen Völkern Asiens zugeordnet, was viel Abwechslung für das Auge bietet. Auch technisch ist der Film über jede Kritik erhaben und beweist die hohe Qualität von Disney’s Animationstechnik.

Im Gegensatz zu den Live-Action Remakes (bis auf Ausnahmen), kommt Raya und der letzte Drache mit einer hochwertigen deutschen Synchronisation des Weges, aber auch der Soundtrack gefällt durch epische sowie klassische Stücke. Was mir bei Raya und der letzte Drache aber fehlt, ist der EINE Song, welcher untrennbar mit dem Film verbunden ist. Ein hervorragender Soundtrack ist toll, aber jeder Disney-Film braucht meiner Meinung nach den einen prägenden Song, den man in Dauerschleife abseits des Films hört. Sowas fehlt Raya und der letzte Drache, was sehr schade ist.


Alles in allem, macht Raya und der letzte Drache viel richtig und traut sich neue Wege zu beschreiten, aber die erhoffte Weiterentwicklung der Disney-Animationsfilme bleibt leider aus. Man geht mit diesem Film einen Schritt in die richtige Richtung, aber leider nicht weit genug und das ist sehr schade. Raya und der letzte Drache hat sich ein sehenswert definitiv verdient aber der erhoffte moderne Klassiker blieb leider aus.

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The Lion King (2019) | Review

Titel: Der König der Löwen
Originaltitel: The Lion King
Regie: Jon Favreau
Laufzeit: 118 Minuten
Release: 2019

Bevor ich zur eigentlichen Rezension komme, muss ich euch vorwarnen. Da ich ein Disney+ Abo habe, wird es in den nächsten Wochen einige Beiträge zu den modernen Disneyfilmen, sprich den Live Action/CGI Remakes, geben. Zu König der Löwen habe ich einen relativ geringen, nostaglischen Bezug, da meine Kindheit durch Mulan geprägt wurde, aber das macht nichts. So konnte ich ohne verklärten Blick auf den 2019er Film blicken und was ich gesehen habe, hat mir sehr gut gefallen!


Kernfakten aus dem Löwenrudel

Titel: Der König der Löwen
Originaltitel: The Lion King
Regie: Jon Favreau
Laufzeit: 118 Minuten
Release: 2019


Simba ist der Sohn von Mufasa, dem König des geweihten Landes und wird eines Tages dessen Königreich erben. Als der junge Löwe von seinem zwielichtigen Onkel Scar in eine Schlucht gelockt wird, mit dem Vorwand Simbas Brüllen zu finden, droht dem jungen Löwe Gefahr durch eine Herde Gnus. Dies ist Teil des finsteren Plans von Scar Simba zu töteten, um seinem Bruder Mufasa zu schaden. Dieser möchte seinem Sohn zu Hilfe eilen, kann ihn retten wird aber von Scar in den Tod „geworfen“.

Simba, in tiefer Trauer über seinen Verlust, wird von Scar fortgejagt und dieser übernimmt schlussendlich die Kontrolle über das Löwenrudel, zusammen mit den Hyänen als seinen Helfern. Das geweihte Land versinkt in Dunkelheit. Simba flüchtet sich in die Wüste und wird dort vom Erdmännchen Timon sowie dem Warzenschwein Pumbaa gerettet. Beide bringen ihn in eine Oase und lehren im die Lebensweiheit „Hakuna Matata“.

Jahre später ist Simba zu einem prächtigen Löwen herangewachsen, der sein Leben vollends genießt. Als jedoch Nala, eine Jugendfreundin Simbas, in der Oase auftaucht muss sich der junge Prinz seinem Erbe stellen …


Die Story des Film ist inzwischen über 20 Jahre alt und funktioniert damals wie heute wirklich ausgezeichnet. Neben einer tollen Abenteuergeschichte, vermittelt der König der Löwen (2019) ein paar wirklich schöne Botschaften (von denen besonders die Hakuna Matata Thematik für Erwachsene greifbar ist) und nutzt einige Elemente der Heldenreise.

Weiters ist der Look des Films äußerst ansehnlich und die Grenze zwischen CGI & Realaufnahmen, im speziellen von der Landschaft, verschwimmt gern mal. Auch bei den Tieren steht öfters die Frage im Raum, ob diese nun CGI sind oder echte Tiere. Vor allem anderen schafft es The Lion King (2019) Emotionen mit starken Bildern zu vermitteln und die Gedanken über Computereffekte beiseite zu schieben. Kurzer Schwank aus dem Off: The Lion King (2019) ist der erste Disneyfilm seit langem, bei dem ich weinen musste. So viel also zu den Emotionen.

Ein wirklich großes Lob muss ich an die SynchronspecherInnen aussprechen. Ich habe den Film im O-Ton gesehen und der gesamte Cast liefert eine grandiose Performance ab. Besonders Chiwetel Ejiofor (The Old Guard) schafft es, Scar mit seiner Stimme wohl zum größten Arsch aller Disneyschurken zu machen, aber auch die restliche Besetzung weiß, wen und über was sie sprechen. In Kombination mit dem Soundtrack gibts also einiges auf die Ohren!


Alles in allem, ist The Lion King (2019) ein hervorragendes „Remake“, welches optisch wie akustisch zu Gefallen weiß. Sowohl für nostalgische Fans, als auch für moderne Cineasten geeignet, kann man The Lion King (2019) bedenkenlos empfehlen und somit vergebe ich die verdiente Wertung sehenswert+ !

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Immortals – Krieg der Götter | Review

Titel: Immortals
Originaltitel: Krieg der Götter
Regie: Tarsem Singh
Laufzeit: 110 Minuten
Release: 2011

Nach Kampf der Titanen (2010) kommt nicht Zorn der Titanen, sondern Immortals aka Krieg der Götter. Der Film hat durch seine Thematik (ein kruder Mix aus mehreren griechischen Mythen) mein Interesse geweckt und Netflix sei Dank habe ich ihn nun gesehen.

Ähnlich wie bei Kampf der Titanen (2010) habe ich keinen guten Film erwartet und auch nicht bekommen aber trotzdem hat Immortals einige Stärken, die man nicht von der Hand weisen kann. Dafür muss ich aber etwas ausholen!


Kernfakten aus der Antike

Titel: Immortals
Originaltitel: Krieg der Götter
Regie: Tarsem Singh
Laufzeit: 110 Minuten
Release: 2011


Wir schreiben das Jahr 1228 vor Christus. Hyperion, der grausame König von Heraklion, will sich an den Göttern für eine unterlassene Hilfe in der Vergangenheit rächen und die Titanen entfesseln. Dazu sucht er nach dem Epeiros-Bogen, mit dem er die Titanen aus deren Gefängnis im Berg Tartaros befreien kann.

Die Olympianer wissen von Hyperions Plan aber laut einem alten Gesetz dürfen sich die Götter nicht in die Geschicke der Menschen einmischen. Zeus wählt den jungen Mensch Theseus aus, um als sein Champion die Welt zu retten. In Gestalt eines alten Mannes bildet Zeus somit unerkannt den angehenden Helden aus.

Als Hyperion die Heimat von Theseus attackiert und dessen Mutter tötet, schwört der junge Held bittere Rache am grausamen König. Zusammen mit einem Orakel und einem Krieger flieht er aus der Sklaverei Hyperions, um sich auf eine schwere Quest zu geben deren Ziel die Rettung der Welt ist …


Immortals (ich bevorzuge den englischen Titel) ist kein guter Film. Die Charaktere sind zu platt und persönlichkeitslos, die Handlung zu klischeebeladen und die Stärken des Films werden einfach nicht genug genutzt. Was Immortals wirklich gut macht ist die Action!

Wenn Theseus gegen die Schergen von Hyperion kämpft oder die Olympianer in Zeitlupe gegen die Titanen kämpft schöpft der Film sein Potential aus und liefert geniale Schlachten ab. Dabei wird sehr viel Wert auf die Inszenierung gesetzt und eine gewisse Ästhetik geschaffen, die stark an 300 erinnert. Ergänzend dazu muss man gewisse Designentscheidungen loben. Die Olympianer sehen in ihren goldenen Rüstungen imposant aus, wenngleich die Schauspieler etwas zu „schmächtig“ wirken für Götter aber auch die Titanen sehen echt creepy aus, wenngleich mein Bild von der griechischen Titanen etwas imposanter ist.

Was den Cast angeht stiehlt Hauptdarsteller Henry Cavill allen anderen die Show und glänzt neben seiner Performance durch das markante Spiel mit der Mimik. Auch wenn er 2011 noch nicht so ein Monster war wie heute wirkt Cavill schon imposant.

Über die Nähe zur griechischen Mythologie möchte ich ehrlich gesagt nicht viele Worte verlieren, ausser das der Film sich verschiedene Mythen nimmt und einen wilden Mix macht, welcher der Handlung absolut nicht gut tut und viele Details eher überflüssig macht. Da wäre ein Fokus auf die Action, ähnlich wie in Kampf der Titanen (2010) besser gewesen und man hätte mehr Monster aus der griechischen Mythologie verheizen können.


Am Ende des Tages ist Immortals aka Krieg der Götter ein stumpfer Action-Fantasy-Film mit einem kruden Mic aus diversen griechischen Mythen, der in vielen Punkten nicht überzeugt aber dafür Action bietet, von der man zu wenig sieht, und hat einen tollen Hauptdarsteller hat.

Dem Film hätte ein Fokus auf die Action und die Äthsetik der Kämpf gut getan aber dies wurde leider versäumt und das schmälert den Gesamteindruck. Somit vergebe ich für Immortals aka Krieg der Götter ein bedingt sehenswert!

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#amLeben (Netflix Original) | Review [Netflixers goes Asia #4]

Titel: #amLeben
Originaltitel: #Saraitda
Regie: Cho Il-hyeong
Laufzeit: 98 Minuten
Release: 2020

Die Netflixers Sonderstaffel geht in die vierte Runde und heute beschäftige ich mich mit einem koreanischen Zombiefilm. Wie man weiß liebe ich dieses „Subgenre“ des Subgenres Zombiefilm und nach Train to Busan, Seoul Station, Kingdom Staffel 1 & 2 sowie Peninsula kommt nun #amLeben dran!


Kernfakten aus der Isolation

Titel: #amLeben
Originaltitel: #Saraitda
Regie: Cho Il-hyeong
Laufzeit: 98 Minuten
Release: 2020


Die Netflixers


Protagonist Junu, Vlogger und Streamer, verbringt sehr viel Zeit Zuhause, um seiner Arbeit nachzugehen. Während eines Livestreams wird er durch den Chat auf die Nachrichten aufmerksam, in der von Krawallen sowie dem Ausbruch eines Virus. Während Junu allein in seiner Wohnung ist, sind seine Eltern unterwegs und informieren ihren Sohn per Handy über deren Sicherheit.

Nach und nach verschlimmert Junu’s Situation immer als er gegen Infizierte kämpfen muss und erfährt, dass seine Eltern ebenfalls Opfer der Zombies wurden. Als Junu’s geringe Vorräte zuneige gehen und er über Selbstmord nachdenkt, flackert ein Licht der Hoffnung auf. Auf der gegenüberliegenden Seite des großen Wohnkomplexes flackert ein Licht in einer Wohnung auf. Eine weitere Überlebende befindet sich im Komplex und Junu fasst neuen Mut am Leben zu bleiben, um auf Rettung zu hoffen. Der Kampf, um das Leben beginnt für Junu und Yubin, die andere Überlebende …


Die zentralen Themen von #amLeben sind Isolation und Einsamkeit und genau diese Themen werden im Film konstant in den Fokus gerückt. Dazu kommt eine gewisse Hoffnungslosigkeit, welche die Atmosphäre des Films, zusätzlich zum Genre, der Prämisse und den zentralen Themen weiter verdichtet. Sehr interessant ist auch die Inszenierung des Films. #amLeben präsentiert sich nicht nur als Zombiefilm, sondern auch als ein Drama, ein Survival-Film und ein Postapokalyptischer Film.

Ein weiteres Lob geht an den Cast von #amLeben. Die Schauspieler durch die Bank weg sehr glaubhaft und man kauft ihnen ihre inneren Konflikte ab. Besonders die beiden Hauptfiguren Junu und Yubin haben eine hervorragende Chemie miteinander. Man merkt, dass der Film nicht nur spannend erzählt und großartig inszeniert, sondern auch glaubhaft geschriebene Charaktere bietet.

Mein absolutes Highlight sind allerdings die Zombies von #amLeben, die nicht richtig ekelhaft aussehen, sondern auch sehr furchteinflößend sind, wie auch in anderen koreanischen Zombiefilmen. Wobei laufende Zombies generell gruselig sind. Das hat uns auch schon Dying Light beigebracht.


Alles in allem ist #amLeben ein hervorragender Zombiefilm der eigentlich in allen Punkten zu gefallen weiß aber besonders durch die Handlung und die Thematiken glänzt. Wie alle koreanischen Zombiefilme weicht auch #amLeben von der klassischen Struktur des Zombiefilms ab und verleiht dem Werk etwas mehr Tiefgang. Wer sich für koreanische Film, Horrorfilme und/oder Zombiefilme begeistern kann, darf bei #amLeben gern einen Blick riskieren.

Ich vergebe ein verdientes sehenswert+, da für die Höchstwertung noch ein bisschen an der Spannungskurve gefehlt hat aber ich jammere wieder auf hohem Niveau.

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Io (Netflix Original) | Review [Netflixers #32]

Titel: Io
Originaltitel: Io
Regie: Jonathan Helpert
Laufzeit: 96 Minuten
Release: 2019

Die Netflixers gehen in Runde 32 und für die heutige Ausgabe habe ich mir den Science-Fiction-Postapokalys-Fantasy Hybrid-Film Io ausgewählt. Warum habe ich diesen Film ausgewählt? Nun ich mag Genre-Hybriden und Io ist mein Lieblingsmond des Jupiter!


Kernfakten von Jupiter

Titel: Io
Originaltitel: Io
Regie: Jonathan Helpert
Laufzeit: 96 Minuten
Release: 2019


Die Netflixers


Im Zuge einer Klimakatastrophe sind ein Großteil zahlreiche Menschen sowie alle Vögel & Meerestiere an toxischer Luft gestorben. Die Erde steht kurz vor der Unbewohnbarkeit. Mithilfe von 100 Raumschiffen wurden viele Überlebende zu einer Raumstation in der Umlaufbahn des Jupitermondes Io gebracht, von wo aus die Reise zu einer neuen Welt beginnen soll.

Sam Walden ist eine der letzten Überlebenden auf der Erde und führt die Arbeit ihres Vaters, ein Verfahren zur Reinigung der Atmosphäre zu entwickeln, fort. Ihr Freund Elon, ein Überlebender auf der Io Station bittet sie, mit dem letzten Shuttle zu ihm zu kommen. Eines Tages trifft Micah, ein weiterer Überlebender in der Enklave der Familie Walden ein, auf der Suche nach Sams Vater.

Einige Zeit später beschließen die beiden mit dem letzten Shuttle die Erde wirklich zu verlassen, um Sam die Last der Arbeit ihres Vaters zu nehmen …


Io ist ein interessanter Film. Klar die Prämisse sowie das Setting sind nicht neu und bereits im Genre etabliert aber die Thematik Klimakatastrophen geht immer und ist in den letzten Jahren immer „wichtiger“ geworden, wenn man auch auf unsere Welt blickt.

Abseits davon lebt der Film von seiner ruhigen Atmosphäre und dem langsamen Tempo. Es gibt keine aufregende Action, sondern viele ruhige Momente in denen die beiden Hauptfiguren ihren Gedanken nachgehen oder sich austauschen. Ebenso bleibt der Film in der Erzählung der bodenständig und baut nur ein paar Twists ein für die Spannung oder einen kleineren Aha-Effekt.

Was ich an Io loben muss, sind die ruhigen aber starken Bilder, welche leider zu selten vorkommen und wenn dann zu kurz, um vollends zu wirken. Egal ob Szenen mit dem Ballon von Micah oder Blicke auf Io, es sind diese Aufnahmen die eine ruhige Stärke ausstrahlen.


Alles in allem ist Io ein gelungener, ruhiger Science-Fiction, den man sich durchaus ansehen kann und der einige Stärken aber leider sein volles Potenzial nie ausschöpft. Ich mag den Film und den Cast, sowie den ruhigen Minimalismus mit den dennoch starken Bildern aber gegen andere Genrekollegen wie beispielsweise I am Mother hat Io keine Chance.

Trotzdem ist Io ein netter Film für zwischendurch, den man sehen kann. Ich vergebe ein sehenswert- !

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Kampf der Titanen (2010) | Review

Titel: Kampf der Titanen
Originaltitel: Clash of the Titans
Regie: Louis Leterrier
Laufzeit: 102 Minuten
Release: 2010

Ich hatte letztens wieder Lust auf stumpfe Unterhaltung und was bietet sich da besser an als ein US-amerikanischer Fantasyfilm, der auf der griechischen Mythologie basiert. Also hat sich Kampf der Titanen auf meinen Bildschirm geschlichen und mich erstaunlich gut unterhalten, trotz seiner Schwächen!


Kernfakten vom Olymp

Titel: Kampf der Titanen
Originaltitel: Clash of the Titans
Regie: Louis Leterrier
Laufzeit: 102 Minuten
Release: 2010


Das Königshaus von Argos stellt sich gegen den Glauben an die Götter und ruft die Ära der Menschen aus. Als eine Truppe Soldaten aus Argos eine Statue des Zeus zerstört, werden sie von Hades getötet. Bei diesem Ereignis stirbt die Ziehfamilie des Halbgottes Perseus. Jener wird gerettet und nach Argos gebracht. Dort erscheint Hades im Auftrag des Zeus und stellt dem Königshaus von Argos ein Ultimatum wegen ihrer Blasphemie und Hybris. In zehn Tagen wird der Kraken (war das nicht ein nordisches Monster?) die Stadt Argos vernichten, sofern die Menschen der Stadt nicht ihre Prinzessin opfern. Dabei wird Perseus als Halbgott entlarvt, der nach einigen Problemen auf eine Quest geschickt wird, den Untergang von Argos zu verhindern. Dabei wird er von einigen erfahrenen Soldaten aus Argos begleitet, ebenso wie von der Halbgöttin Io.


Kampf der Titanen war bereits 2010 kein übermäßig guter Film und im Jahr 2021 hat sich dieser Umstand nicht geändert. Trotzdem muss man dem Streifen eine interessante Prämisse zugutehalten und auch die Handlung hat durchaus ihre Stärken. Dazu kommt das Setting in Antiken Griechenland, was einfach immer (okay fast immer) cool ist.

Die Figuren sind ebenfalls interessant geschrieben, wenngleich so manches Schauspiel etwas hölzern wirkt. Faszinierend ist aber der Umstand, wie viele heute bekannte Gesichter man in diesem Film versammelt sieht. Egal ob Mads Mikkelsen (Polar), Luke Evans (Die Schöne und das Biest) oder Liam Cunningham (Game of Thrones) und viele mehr. An einem guten Cast mangelt es Kampf der Titanen von 2010 nicht!

Über die Nähe zur griechischen Mythologie lasse ich mich nicht aus, da diverse kreative Freiheiten mit dem Medium Film einhergehen. Was mich bis heute aber irritiert, ist der Kraken, den ich eher in die nordische Sagenwelt verfrachtet hätte, und das Design der Götter. Klar sie sehen imposant aus in ihren funkelnden Rüstungen, aber wirklich passend wirken sie nicht. Dies ist aber wohlgemerkt das Gemäkel eines God of War Fans, der das Design dieser Serie liebt.

Effekttechnisch ist Kampf der Titanen für sein Alter immer noch ansehnlich und besonders die Monster wissen zu gefallen. Dazu kommen äußerst sehenswerte Kämpfe!


Alles in allem ist Kanpf der Titanen kein überragender Film und will es auch nicht sein. Die verschiedenen Aspekte des Films harmonieren überraschend gut miteinander und ergeben ein solides Komplettpaket, was aus dem Film keinen Meilenstein macht, aber stumpfe Unterhaltung, der man sich gedankenlos hingeben kann. Wer sich mit Filmen, basierend auf der griechischen Mythologie, anfreunden kann und keinen Meilenstein der Filmgeschichte erwartet, kann bei Kampf der Titanen von 2010 bedenkenlos reinschauen!

Ich vergebe ein sehenswert- !

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Asterix im Land der Götter | Review

Titel: Asterix im Land der Götter
Originaltitel: Astérix: Le Domaine des dieux
Regie: Alexandre Astier, Louis Clichy
Laufzeit: 84 Minuten
Release: 2014

Ich habe schon seit meiner Kindheit keinen Asterix Film mehr gesehen aber kürzlich habe ich Asterix im Land der Götter gesichtet und warum mich der Film positiv überrascht hat, erfahrt ihr jetzt!


Römische Kernfakten

Titel: Asterix im Land der Götter
Originaltitel: Astérix: Le Domaine des dieux
Regie: Alexandre Astier, Louis Clichy
Laufzeit: 84 Minuten
Release: 2014


Ganz Gallien ist vom Imperium Roman besetzt, nun das stimmt nur zum Teil. Ein kleines Dorf leistet seit erbitterten Widerstand und um diesen endlich zu brechen, fasst Cäsar einen perfiden Plan. Vor den Toren des Dorfes soll eine Trabantenstadt für freizeithungrige Römer errichtet werden. In den Galliern soll die Lust nach Luxus und Reichtum geweckt werden und so soll der Widerstand brechen.

Der Plan scheint aufzugehen aber Asterix, Obelix, Miraculix & Troubadix lassen sich nicht so leicht vom Prunk Roms blenden …


Meine Erwartungen gegenüber Asterix im Land der Götter waren nicht besonders hoch, aber ich wurde mehr als positiv überrascht. Der Film hat eine spannende Handlung, die durch die Charaktere und den simplen (aber genialen) Plan Cäsars getragen wird. Dazu kommt ein hervorragender Dialogwitz, was den Film für eine erwachsene aber auch eine jugendliche Zielgruppe reizvoll macht.

Optisch ist Asterix im Land der Götter etwas gewöhnungsbedürftig wegen dem beinah wachsähnlichen CGI Look, aber der Film ist ein würdiger Erbe der Zeichentrickfilme aus meiner Kindheit. Die Figuren sind klar erkennbar und der Stil braucht sich auch nicht vor der großen Konkurrenz aus den USA verstecken.

Akustisch liefern die Sprecher, besonders jene von Asterix & Oberlix, eine solide Performance ab und verleihen den Figuren ihre bekannten Persönlichkeiten!


Zusammengefasst ist Asterix im Land der Götter ein solider und unterhaltsamer Animationsfilm für Jung & Alt mit einer spannenden Handlung, einem schicken Stil und einer soliden akustischen Untermalung. Der Film hebt sich aus dem Standard des Genres durch seinen Dialogwitz heraus und wer sich für die Abenteuer von Asterix & Obelix begeistern kann, kann einen Blick riskieren. Ich vergebe für Asterix im Land der Götter ein verdientes sehenswert!

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Ein paar Gedanken zu The Grudge (2020)

Na bum, das war wohl nichts. Das 2020er Remake zu The Grudge wollte ich seit dem ersten Trailer sehen, nach knapp einem Jahr konnte ich den Film nachholen und naja das Prädikat Mittelmaß beschreibt den Film sehr gut, aber fangen wir ganz von vorne an.

Worum geht es in The Grudge (2020)?

Im Zentrum der Handlung steht die alleinerziehende Mutter Detektivin Muldoon, die im Zuge ihrer Ermittlungen mit dem titelgebenden Fluch in Verbindung. Wann immer jemand mit rasender Wut stirbt, entsteht ein tödlicher Fluch, in Form eines Geistes, der nicht ortsgebunden ist und sich an Personen, die den Ort des Geschehens aufsuchen, heften kann. Der Film erzählt auf mehreren Ebenen, wie der Fluch entstanden ist und wie sich Detektivin Muldoon mit dem Horror auseinandersetzen muss.

Die altbekannte Prämisse neu aufgewärmt. Statt Japan nun Amerika bzw einem eifersüchtigen Ehemann ein Kindsmord (okay schon wieder) und ein Film, dessen durchaus dichte Atmosphäre von billigen Jump Scares total zerbröselt wird.

Ich kann mich mit dieser Spielart des Horrors durchaus anfreunden, aber das The Grudge/Ju-On Franchise zeigt bereits intern, wie man die bekannte Prämisse besser umsetzen kann und Gewalt (teils arg grotesk) wesentlich wirkungsvoller einsetzt.

Man muss aber fairerweise sagen, dass der Film zwischen seinen Jump Scares eine sehr dichte Atmosphäre aufbaut und durchaus spannend ist, aber jedesmal, wenn die Atmosphäre ihren Höhepunkt erreicht, merkt man schmerzlich, dass ein Jump Scare gleich ins Haus steht. Das ist im Horrorgenre eine gängige Praxis, aber man kann dennoch anders Spannung und Grusel erzeugen.

Nochmal ein paar Worte zur Handlung. Diese folgt einer ähnlichen Erzählstruktur wie das restliche Franchise auf mehreren Zeitebenen. Zum Ende hin wird alles aufgelöst, was den Gesamteindruck allerdings schmälert, da so kein Raum für eigene Interpretationen bleibt und der Endtwist völlig konträr zur regulären Fluch-Thematik wirkt.

Meiner Meinung nach wäre es sinnvoller gewesen, das Grundthema des Fluchs zu nehmen und daraus eine eigene Handlung zu stricken, die zwar im gleichen Universum spielt (vielleicht mit ein paar Querverweisen auf die anderen Filme?) aber ansonsten völlig losgelöst ist. The Grudge (2020) klammert sich etwas zu sehr an die Erzählmuster der alten Filme, was mit Japan als Setting funktioniert hat, aber im Remake komplett unübersichtlich wirkt.

Am Ende bleibt The Grudge (2020) ein netter Versuch, die amerikanische Linie des Grudge/Ju-On Franchise fortzuführen, der jedoch in die Mittelmäßigkeit abdriftet und am Ende nichts Neues hinzufügt, ausser einen Film, der zu verschachtelt für‘s eigene Wohl ist. Es wäre definitiv sinnvoller gewesen, das Grundthema zu nehmen und einen neuen Weg zu beschreiten, der die alten Filme ehrt, im gleichen Universum spielt und dabei seine eigene Identität aufbaut. Dann hätte der plumpe Cliffhanger am Ende des Films wohl mehr Lust auf eine Fortsetzung gemacht und wär kein Klischee.

Habe ich es also bereut, den Film zu sehen? Ne ganz sicher nicht. Ich bin froh, den Film von meiner Liste streichen zu können und auch bereits Ju-On: Origins war nicht perfekt, hat mich aber gut unterhalten.

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Der Marsianer – Rettet Mark Watney | Review

Titel: Der Marsianer – Rettet Mark Watney
Originaltitel: The Martian
Regie: Ridley Scott
Laufzeit: 144 Minuten
Release: 2015

Ridley Scott ist einer der besten Filmemacher aller Zeiten. Egal ob Alien, Gladiator, Legende, Blade Runner, Alles Geld der Welt, oder Thelma & Louise, Scott schafft es immer wieder, bildgewaltige Filme zu erschaffen, aber auch einprägsame Figuren zu kreieren.

Heute geht es mir um Der Marsianer – Rettet Mark Watney, der auf Anhieb in meine Top 15 Science-Fiction Filme gekommen ist!


Kernfakten vom Mars:

Titel: Der Marsianer – Rettet Mark Watney
Originaltitel: The Martian
Regie: Ridley Scott
Laufzeit: 144 Minuten
Release: 2015


Handlung von der Marsianer spielt auf zwei Ebenen. Einerseits wird das Schicksal von Mark Watney beschrieben, der im Zuge des Abbruchs der Marsmission „Ares III“ auf dem Planeten, für tot gehalten, zurückgelassen wird und andererseits arbeitet die NASA an einem tollkühnen Projekt, den Astronauten zu retten, als sie erkennen das Mark Watney noch am Leben ist.

Während die NASA also an verschiedenen Konzepten für die Rettung arbeitet und sich vor einer PR Krise schützen will, muss Mark auf dem Mars seine Ressourcen, vor allem die Lebensmittel, aufstocken und sein Wissen als Botaniker nutzen, um auf dem roten Planeten etwas anzubauen.

Jedoch drängt die Zeit, da die Ressourcen von Mark dennoch knapp sind und der Mars nicht lebensfreundlich ist …


Eine der größten Stärken von der Marsianer ist es, eine eigentlich sehr ruhige Handling äußerst spannend zu erzählen und dabei auf die ansonsten genretypische Epik des Genres zu verzichten. Der Film baut seine Spannung auf der simplen Prämisse und dem allgegenwärtigen Zeitdruck auf, was über die gesamte Laufzeit hinweg großartig funktioniert. Die Charaktere, allen voran Hauptfigur Mark Watney, sind großartig geschrieben und man fiebert einerseits mit den Figuren auf der Erde mit aber auch mit Mark, in dessem Überlebenskampf auf dem roten Planeten. Man muss aber auch Matt Damon loben, welcher eine grandiose Performance abliefert und es schafft, den Zuseher mit viel Charme an sich zu binden und mit ihm mitzufiebern, wenn er beispielsweise Kartoffeln auf dem Mars anbaut, oder in seinen Videotagebüchern lapidar über seine Situation beziehungsweise den Fortschritt seines Plans berichtet.

Der Marsianer – Rettet Mark Watney ist neben den bereits genannten Stärken ein sehr intelligenter Blockbuster, der äußerst plausibel wirkt und eine realistische Note birgt, was sich eigentlich mit dem Science-Fiction Genre beißt, aber im Regelfall ein Zeichen für die hervorragenden Genrevertreter ist.

Weiters bietet der Film gewaltige Bilder, die den Realismus weiter unterstreichen und man meinen könnte, es wäre tatsächlich auf dem Mars gedreht worden.


Zusammengefasst muss man Der Marsianer – Rettet Mark Watney einfach dafür loben, ein intelligent, „relasistischer“ und durchgehend spannender Science-Fiction Film zu sein, der ohne viel Pathos, die genretypische Überhöhung, oder viele Explosionen auskommt. Am Ende des Tages ist Der Marsianer – Rettet Mark Watney ein bodenständiger Film, dessen Fokus auf der Ästhetik, der Handlung, den Figuren und den starken Bildern liegt. Genau deshalb hat sich dieser Film die Wertung absolut sehenswert vollends verdient.

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Soul (2020)| Review

Titel: Soul
Originaltitel: Soul
Regie: Peter Docter
Laufzeit: 100 Minuten
Release: 2020

Soul ist ein Film mit Herz und das überrascht auch nicht, da Pete Docter (Oben, Wall•E) Regie führte und am Drehbuch mitgewirkt hat. Also habe ich mich auf den Film gefreut und konnte ihn sehr genießen!


Kernfakten aus dem Jenseits

Titel: Soul
Originaltitel: Soul
Regie: Peter Docter
Laufzeit: 100 Minuten
Release: 2020


Joe Gardner hat sein Leben dem Jazz verschrieben. Er arbeitet als Musiklehrer in New York, hat aber schon immer davon geträumt ein berühmter und erfolgreicher Jazzmusiker zu werden. Als sein Traum plötzlich in greifbare Nähe rückt fällt er auf dem Weg zu einem Auftritt in einen Gullideckel. Dabei landet er in einer anderen Dimension.

Joes Seele wird dabei von seinem Körper getrennt. Er landet auf dem Weg zum Jenseits, von dem er jedoch entkommt und an einen Ort namens „Davorseits“ gelangt. Dort entwickeln Seelen ihre Leidenschaften und Persönlichkeiten, bevor sie als Neugeborene auf die Welt kommen. Joe lernt 22 kennen, eine Seele mit trüben Blick auf das Leben. Als beide in vertauschten Körpern (22 in Joes Körper und Joe im Körper einer Katze) beginnt für beide die Reise, ihre richtigen Körper zu erlangen und 22‘s Leidenschaft zu entdecken …


Lasst mich den offenkundigen Elefanten im Raum ansprechen. Soul ist kein Film, der sich ausschließlich an ein junges Publikum richtet. Ganz im Gegenteil ist Soul eher für ein erwachsenes Publikum ausgelegt, da viele der behandelten Thematiken und der Plot allgemein für ältere Zuseher geschrieben ist. Das zentrale, wenngleich unausgesprochene, Thema ist Joe‘s Midlife-Crisis, was sich klar vom „Glaub an deine Träume!“ Einheitsbrei abhebt.

Viel mehr steht die Suche nach dem Sinn des Lebens im Vordergrund und offenkundige Herzenswünsche treten in den Hintergrund gegenüber Dingen, die wesentlich wichtiger erscheinen. Dies merkt man besonders gegen Ende des Films, wenn Joe lernt, was wirklich ist und auch 22 eine tiefgreifende Veränderung erlebt.

Dabei muss man positiv anmerken, dass der Film keine befriedigende Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens, aber dafür eine allgemeine Antwort gibt, mit der man gut leben kann und die Raum für eigene Gedanken lässt. Abgedroschene Metaphern werden ebenso vermieden, wie ein mahnender Zeigefinger. Man merkt also, dass der Film auf erzählerischer Ebene sehr viel richtig macht und neben einem Wohlfühleffekt am Ende auch gewichtige Themen anspricht, die für jeden Erwachsenen relevant sind. Auch verliert sich der Film nicht in endloser Philosophie, sondern bleibt stets stringent in seiner Erzählung und baut nebenbei einen eigenen Kosmos auf.

Stilistisch bietet Soul einen angenehmen Kontrast aus dem relastischen New York und den jenseitigen Welten. Abstrakte Konzepte kollidieren mit Realismus und ergeben, ähnlich wie bei Alles steht Kopf, eine äußerst interessante Mischung, deren künstlerischen Wert man nicht verachten sollte.

Ergänzt wird dies durch einen hörenswerten Soundtrack und eine hochwertige deutsche Synchronisation.


Zusammengefasst ist Soul ein sehr schöner, anspruchsvoller und hochwertiger Pixar Film, dessen Zielgruppe klar ein älteres Publikum ist, aber das wird sehr gut unterhalten. Natürlich ist der Film auch kinderfreundlich, man merkt aber definitiv die Fokussierung auf ältere Zuseher. Ich kann Soul definitiv empfehlen und der Film bildet einen grandiosen Abschluss für ein Filmjahr 2020, oder einen starken Start ins Jahr 2021.

Ich vergebe für Soul die Wertung sehenswert+ !

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

The Old Guard (Netflix Original) | Review [Netflixers – A Superbros Original #29]

Titel: The Old Guard
Originaltitel: The Old Guard
Regie: Gina Prince-Bythewood
Laufzeit: 125 Minuten
Release: 2020

Nach einer viel zu langen Pause geht Netflixers in die 29e Runde und eines kann ich jetzt schon versprechen. Ab 2021 kommt Netflixers wieder regelmäßiger!

Heute beschäftige ich mich mit der Comicverfilmung The Old Guard, basierend auf der gleichnamigen Graphic Novel von Greg Rucka, einem großartigen Autor!


Die Netflixers Übersichtsseite


Unsterbliche Kernfakten

Titel: The Old Guard
Originaltitel: The Old Guard
Regie: Gina Prince-Bythewood
Laufzeit: 125 Minuten
Release: 2020


Die Geschichte von The Old Guard dreht sich um die titelgebende „alte Garde“, eine Söldnereinheit deren Mitglieder einen Heilfaktor besitzen, der sie quasi unsterblich macht. Ihre Anführerin ist Andy, die bereits als Andromache von Scythia in der Antike lebte.

In Afghanistan findet die Truppe Nile Freeman, eine US-Soldatin, der die Kehle aufgeschlitzt wurde, die jedoch eine der Unsterblichen ist und sich selbst geheilt hat. Nach einigem hin und her schließt sich Nile der „alten Garde“, die sich gegen den macht- und geldgierigen Merrick zur Wehr setzen müssen. Dieser möchte das Geheimnis der „alten Garde“ lösen um mit deren Heilfaktor seine Vermögen weiterzuvermehren.

Der Kampf gegen Merricks Schergen beginnt …


Die Prämisse von The Old Guard nicht übermäßig spannend und könnte auch in einem Wolverine Deadpool Team-Up Comic stattfinden aber dennoch verfügt der Film über einige Stärken, die ihn aus der Masse der Comicverfilmungen etwas hervorheben.

Zum einen ist The Old Guard ein R-Rated Film, ähnlich wie die großen Brüder Logan & Deadpool, was diesem Netflix Original sehr zugutekommt. Die Action sowie die Choreografie der Kampfszenen sind hervorragend und wenn das gesamte Team zusammenkämpft, machen sie tatsächlich den Eindruck eines perfekt eingespielten Teams. Ergänzt wird dies durch den Einsatz von Klingen- & Schusswaffen. Auch sind die Kämpfe in The Old Guard meist roh und brutal aber nicht überstilisiert, sondern wirken wie reale Gefechte zwischen normalen Menschen und Unsterblichen, die aber Schmerz empfinden können.

Der Cast von The Old Guard verdient ebenfalls lobende Worte. Die Truppe um Charlize Theron (Andy) wirkt, wie bereits erwähnt eine eingespielte Truppe, aber auch gleichzeitig wie eine Familie, deren Mitglieder aus verschiedenen Epochen stammen. Joe (Marwan Kenzari) und Nicky (Luca Marinelli) verleihen dem Team auch etwas wärmendes, als homosexuelles Paar.

Harry Melling verkörpert den Antagonisten Merrick und wow, er schafft es perfekt ein gieriges Arschloch zu verkörpern der seine Gier hinter noblen Zielen versteckt.

Was mich zu Beginn etwas abgeschreckt hat, war die lange Laufzeit von 125 Minuten, was bei einer „neuen“ Marke immer etwas abschreckend sein kann. The Old Guard verfügt aber über ein hervorragendes Tempo und entwickelt sich über die gesamte Laufzeit hinweg sehr gut.


Zusammengefasst ist The Old Guard eine äußerst solide Comicverfilmung dessen rauer Ton und Thematik zu unterhalten wissen. Auch ohne die Comicvorlage zu kennen, kann man der Handlung problemlos folgen und als Action-Film funktioniert The Old Guard, dessen Stärken klar auf der Hand liegen.

Wer eine Comicverfilmung sucht, die abseits von Marvel & DC existiert, kann bei The Old Guard gern einen Blick riskieren. Mich hat der Film unterhalten können. Ich vergebe ein verdientes sehenswert!

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Whiplash | Review

Titel: Whiplash
Originaltitel: Whiplash
Regie: Damien Chazelle
Laufzeit: 106 Minuten
Release: 2014

Eigentlich kann ich diese Rezension mit einem Beitrag zusammenfassen. Whiplash ist ein grandioser Film, den man unbedingt gesehen haben sollte!

Da mich dieser Film jedoch so sehr überzeugt hat, muss ich mehr ins Detail gehen.


Harte Kernfakten

Titel: Whiplash
Originaltitel: Whiplash
Regie: Damien Chazelle
Laufzeit: 106 Minuten
Release: 2014


Andrew Neiman ist ein talentierter Schlagzeuger, der das (fiktive) Shaffer Conservatory of Music in New York besucht. Eines Tages wird er von Terence Fletcher, dem Leiter der Studioband, entdeckt und zu einer Probe eingeladen. Fletcher versucht seine Schüler durch verbale Demütigung und sadistische Strenge zu Höchstleitungen zu treiben. Obwohl Andrew schnell das Prinzip von „Zuckerbrot und Peitsche“ durchschaut, lässt er sich darauf ein, was schlussendlich in einem Unfall mit fatalen Folgen endet …


Die Handlung von Whiplash mag in geschriebener Form nicht wirklich spannend klingen, aber der Schein trügt. Durch sein langsames Tempo bauscht sich der Film selbst immer mehr auf und man kann nicht andersals mit Andrew mitzufiebern, in seinem Bestreben der Beste zu werden und das ist auch gleichzeitig die Kernthematik des Films. Was ist man bereit für die eigene Karriere und Leidenschaft zu opfern? Wie weit ist man bereit zu gehen?

Diese beiden Fragen sind zentral für den Film und werden unterbewusst dem Zuseher fast über die gesamte Laufzeit gestellt. Man merkt dies auch am Hauptcharakter Andrew, dessen Ziel sich auch auf sein soziales Umfeld auswirkt.

An dieser Stelle muss ich auch die beiden Hauptdarsteller loben. Miles Teller verkörpert sympathisch und sehr authentisch den Hauptcharakter Andrew der bis an seine Grenzen und oftmals darüber hinaus geht, um sein Ziel aber auch die Anerkennung von Fletcher zu erreichen. J. K. Simmons (aka J. Jonah Jameson aus den Sam Raimi Spider-Man Filmen) spielt den sadistischen Lehrer Terence Fletcher, dessen Ziele zwar nobel sind aber seine Mittel, um diese zu erreichen, sind mehr als fragwürdig. Simmons schafft es glaubhaft einen guten Lehrer und gleichzeitig das gigantische Arschloch zu verkörpern.

Es sind Teller und Simmons, die den Film auf der schauspielerischen Ebene tragen und dafür sorgen, dass man sich an die beiden Figuren im Speziellen erinnert.


Alles in allem ist Whiplash ein grandioser Film, der absolut authentisch die Frage nach dem Preis des Erfolgs stellt und dabei mit erzählerischer Wucht auf den Zuseher einwirkt. Die relativ simple Prämisse entwickelt sich zu einem mitreißenden Musikthriller, der durch Teller und Simmons nur noch intensiver wird. Damien Chazelle beweist sein Geschick was Erzählung, Charakterdarstellung und Entwicklung angeht von Minute eins an, bis der Abspann einsetzt.

Somit ist Whiplash ein absolut sehen- und hörenswerter Film, der klug erzählt wird und seine knapp 50 Auszeichnungen verdient hat. Wer Whiplash noch nicht gesehen hat, soll dies schleunigst nachholen!

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Justice League Dark: Apokolips War | Review

Titel: Justice League Dark: Apokolips War
Originaltitel: Justice League Dark: Apokolips War
Regie: Matt Peters & Christina Sotta
Laufzeit: 90 Minuten
Release: 2020

Die DC Universe Animated Original Movies, kurz DCAOU, sind schon ein echtes Brett und gigantisches Film-Multiversum in sich mit diversen Zeitlinien und Reihen innerhalb des großen Franchise. Ich habe bei weitem nicht alle Filme des Labels gesehen aber fast alle, die ich gesehen habe, wussten mich zu unterhalten. Oh und das DCAOU ist nicht zu verwechseln mit dem DCAU, aber den Unterschied zwischen den beiden Bezeichnungen spare ich mir für einen anderen Tag auf!

Heute geht es mir um den Film Justice League Dark: Apokolips War, dessen Zeitlinie unter anderem Justice League Dark, Constantine: City of Demons und Justice Leage vs. Teen Titans beinhaltet.


Apokalyptische Kernfakten

Titel: Justice League Dark: Apokolips War
Originaltitel: Justice League Dark: Apokolips War
Regie: Matt Peters & Christina Sotta
Laufzeit: 90 Minuten
Release: 2020


Der Film startet mit dem Treffen der Justice League und aller Alliierten. Während Superman zusammen mit der Liga einen großen Angriff auf die Welt Apokolips startet, um Darkseid zuvorzukommen die Erde zu attackieren, bilden die Teen Titans die Verteidigungslinie.

Zwei Jahre später …

Der Angriff schlug fehl und zahlreiche Helden wurden gefoltert und/oder getötet. Darkseid hat die Erde erfolgreich erobert und Liga-Mitglieder wie Batman oder Lex Luthor auf seine Seite gezogen. Superman, stark geschwächt und gebrandmarkt mit Kryptonit, sucht zusammen mit Raven erneut Verbündete, um Darkseid doch zu besiegen und die Erde zu retten. Die beiden scharen unter anderem (meinen Boy) John Constantine, Etrigan der Dämon, Damian Wayne, Lady Shiva und das Suicide Squad um sich für einen finalen Schlag.

Die entscheidende Schlacht um die Erde beginnt, aber die Chance auf den Sieg steht auf Messers Schneide …


Es ist unglaublich wie viele Figuren in Justice League Dark: Apokolips War untergebracht werden und wie viel Handlung in dem Film steckt, ohne das er überladen wirkt. Im Gegenteil wirkt Justice League Dark: Apokolips War mehr wie das Finale einer großen Odyssey, in deren Verlauf man eine große Palette an Helden kennengelernt hat und man von vielen Abschied nehmen muss. Erzählerisch bietet der Film neben einem interessanten Setting viele ebenso interessante Figuren, die auch innerhalb der 90 Minuten ein paar Entwicklungen durchlaufen, deren Anfang in vorigen Filmen liegt.

Man muss aber nicht alle vorigen Filme aus der Zeitlinie gesehen haben, um den Film zu verstehen, da der Plot simpel genug ist, um schnell verstanden werden zu können. Auch die meisten Figuren erklären sich von selbst.

Justice League Dark: Apokolips War gibt es nach aktuellem Stand nur in englischer Sprachausgabe(?), was aber kein Problem ist, da die englische Synchro unglaublich gut ist. Die Sprecher liefern alle einen grandiosen Job ab und erwecken den Eindruck zu wissen, wen oder über was sie da gerade sprechen. Meine Highlights in diesem Bereich sind John Constantine, Harley Quinn, Batman und Damian Wayne, wobei alle Sprecher einen super Job machen.

Ein weiteres Lob muss ich für die Inszenierung aber auch die Animation aussprechen, da beides in Justice League Dark: Apokolips War großartig ist. Der Film sieht hervorragend aus und hat den perfekten düsteren Look, wie man ihn von einem DC Film erwartet. Dazu kommen hochwertige Animationen, was man besonders in den Kämpfen merkt. Lobend erwähnen muss ich in diesem Fall den Kampf des Suicide Squad gegen die mutierten Paradämonen. Dieser ist nicht nur großartig animiert und inszeniert, sondern unterstreicht auch den Namen des Teams …


Alles in allem ist Justice League Dark: Apokolips War ein hervorragender Film aus dem DCAOU Label und ein würdiger Abschluss einer großen Saga. Vom Anfang über den düsteren Mittelteil bis zum bitter-süßen Finale weiß der Film zu gefallen und am Ende kann ich nur eine Empfehlung für Justice League Dark: Apokolips War aussprechen. Wer sich für Animationsfilme im DC Universum begeistern kann, sollte bei diesem Werk vorbeischauen und am besten gleich noch alle Vorgängerfilme sichten. Ich vergebe für Justice League Dark: Apokolips War ein sehenswert+ und bin gespannt, was die Zukunft bringen wird.

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Ruf der Wildnis (Film) | Review

Titel: Ruf der Wildnis
Originaltitel: The Call of the Wild
Regie: Chris Sanders
Laufzeit: 100 Minuten
Release: 2020

Das Kinojahr 2020 ist nun (leider) endgültig vorbei. Inzwischen habe ich, dank den diversen großen Streamingdiensten, einige Kinofilme des aktuellen Jahres nachholen können. Neben der Spion von nebenan und Bad Boys for Life habe ich auch Ruf der Wildnis gesehen dessen weniger vorteilhafter Trailer davon ablenkt, wie schön dieser Film ist!


Wilde Kernfakten

Titel: Ruf der Wildnis
Originaltitel: The Call of the Wild
Regie: Chris Sanders
Laufzeit: 100 Minuten
Release: 2020


Zur Zeit des Goldrauschs im späten 19. Jahrhundert lebt Buck, ein großer Bernard/Scotch Collie, zufrieden mit seinem Herrchen im Bundesstaat Kalifornien. Eines Nachts wird Buck entführt und nach Yukon verschifft, wo er als Schlittenhund arbeiten soll. Nach anfänglichen Schwierigkeiten verdient sich Buck den Respekt der anderen Schlittenhunde, sowie seines neuen Besitzers Perrault.

Das Leben als Schlittenhund währt nicht lange, da die Postroute durch einen Telegraphen ersetzt werden soll. Nach einem unschönen Besitzerwechsel kommt Buck zu John Thornton. Beide beschließen in die Wildnis zu gehen und über den Rand der Yukon-Karte zu reisen …


Was definitiv für Ruf der Wildnis spricht, sind die gewaltigen Landschaftsaufnahmen, die etwas durch den teils übertriebenen Einsatz von CGI getrübt werden. Dennoch hat der Look des Films einen gewissen Charme, der sich nicht von der Hand weisen lässt. Besonders der Hund Buck sieht großartig aus und harmoniert mit Hauptdarsteller Harrison Ford ähnlich gut wie der Velociraptor Blue mit Chris Pratt in Jurassic World (wow das ist mal ein Vergleich).

Erzählerisch macht Ruf der Wildnis einiges her und lässt sich grob in drei Akte unterteilen, die ein tolles Gesamtbild ergeben. In Akt 1 lernen wir Buck kennen und begleiten ihn bei seinen ersten Abenteuern. Akt 2 behandelt das Zusammenleben von Buck & Thornton und der finale Akt ist schließlich die finale Annahme des Rufs der Wildnis.

Ich mag die Handlung und Erzählweise von Ruf der Wildnis sehr. Der Film erinnert mich etwas an Alpha. Im Zentrum der Geschichte steht einerseits die Beziehung von Menschen und Hund aber auch andererseits wilde Wesen im Inneren, dass sich in der Natur Yukons frei entfalten kann. Dazu kommt eine starke emotionale Komponente, die den Film auch Tiefgang bei den Figuren verleiht.


Alles in allem mag Ruf der Wildnis nicht die beste Romanverfilmung aller Zeiten sein, ist aber ein sehr schöner Abenteuerfilm mit einer liebevollen Handlung, starken Bildern, guten Schauspielern und manchmal zu viel CGI. Mich hat der Film äußerst positiv überrascht und wer sich mit Abenteuerfilmen in der ungezähmten Natur anfreunden kann, sollte bei Ruf der Wildnis einen Blick riskieren. Ich vergebe die Wertung sehenswert- !

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Knives Out – Mord ist Familiensache | Kurzkommentar

Titel: Knives Out – Mord ist Familiensache
Originaltitel: Knives Out
Regie: Rian Johnson
Laufzeit: 132 Minuten
Release: 2019/20

Das Genre der Kriminalfilme hat viele Sub-Genres aber Knives Out gehört zu den Genrevertretern der alten Schule und setzt auf zwei Plotpunkte. Die Konstellation der Figuren und den Mord an sich. Beides ergibt die Rahmenhandlung, zusammen mit der Arbeit von Detektiv Benoit Blanc.


Titel: Knives Out – Mord ist Familiensache
Originaltitel: Knives Out
Regie: Rian Johnson
Laufzeit: 132 Minuten
Release: 2019/20


Aber worum gehts eigentlich in Knives Out? Der erfolgreiche Krimiautor Harlan Thrombey wird am Morgen nach seinen 85. Geburtstag tot in seinem Zimmer aufgefunden. Während die Polizei zuerst von einem Suizid ausgeht, befragen die Polizisten Elliot und Wagner die verbliebenen Familienmitglieder um etwaige Fragen zu klären. Bei der Befragung ist auch der Detektiv Benoit Blanc anwesend. Um seine Hypothesen bestätigen zu lassen, befragt Blanc als letzte Person Harlans Pflegerin Marta Cabera.

Aus dieser Befragung entwickelt sich dann der eigentliche Spaß von Knives Out, wenn immer klarer wird, in welcher Beziehung die einzelnen Familienmitglieder zu Harlan standen und wer welches Motiv haben könnte der Mörder zu sein. Das macht ehrlich gesagt sehr viel Spaß und jede weitere Enthüllung erhöht die Spannungskurve. Obwohl ich es sehr genossen habe dabei mitzufiebern, wer nun die Tat begannen hat und aus welchem Grund, muss ich sagen, dass mir Knives Out einen Tick zu lang war fürs eigene Wohl. Ich mag das Whodunit Konzept sehr, da man so eine Vielzahl an facettenreichen Charakteren erhält, aber auf die gesamte Laufzeit gemessen wären wohl 10 bis 20 Minuten weniger Laufzeit besser gewesen.

Trotzdem ist Knives Out ein großartiger Film, der das Genre des klassischen Kriminalfilms mit Bravour wiederbelebt und durch die komplexe Handlung, den grandiosen Cast sowie einem erfrischenden Setting glänzt. Ich kann den Film definitiv weiterempfehlen und bin auf die angekündigte Fortsetzung gespannt!

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Pinocchio (2019) | Review

Titel: Pinocchio (2019)
Originaltitel: Pinocchio (2019)
Regie: Matteo Garrone
Laufzeit: 124 Minuten
Release: 2019

Auf Pinocchio (2019) bin ich durch Trailer aufmerksam geworden, mit denen man quasi in den sozialen Netzwerken überflutet wurde. Da mich die Vorschauen grundlegend angesprochen haben, wollte ich dem Film eine Chance geben und ob sich Pinocchio (2019) lohnt, erfahrt ihr jetzt!


Kernfakten aus Holz

Titel: Pinocchio (2019)
Originaltitel: Pinocchio (2019)
Regie: Matteo Garrone
Laufzeit: 124 Minuten
Release: 2019


Der einsame und in Armut lebende Geppetto wird durch ein fahrendes Puppentheater dazu inspiriert, selbst eine Puppe zu schnitzen. Er bearbeitet einen Holzstamm mit seltsam belebten Eigenschaften und als der Stamm langsam die Form eines Jungen annimmt, erwacht die Puppe schließlich zum leben. Geppetto nennt seine Schöpfung Pinocchio. Als Pinocchio zur Schule gehen soll, büchst er aus und wird vom fahrenden Puppentheater mitgenommen.

Der Besitzer des Theaters lässt ihn jedoch frei, mit der Aufgabe, ein paar Goldstücke zu seinem Vater zu bringen, damit dieser nicht immer in Armut leben muss. So beginnt für Pinocchio eine gewaltige Odyssey, während sich Geppetto in schier endloser Trauer auf die Suche nach seinem Sohn macht und dafür sogar einen Ozean überqueren will, um ihn in Amerika zu suchen …


Pinocchio (2019) erzählt die Geschichte um die flunkernde Puppe nicht neu, tut dies jedoch mit sehr viel Charme und Herz. Die Reise von Pinocchio nach Hause und das Lernen, dass jede Tat Konsequenzen mit sich bringt, kann bis zum Ende unterhalten, aber auch die Liebe zwischen Vater und Sohn gehört zu den größten Stärken des Films. Hier muss ich Roberto Benigni loben, der dem Charakter des Geppetto viel Persönlichkeit und Herz verleiht. Man nimmt ihm den verarmten Tischler, dessen größter Schatz sein eigener Sohn ist und für den er alles tun würde, selbst bis ans Ende der Welt reisen, einfach ab.

Abseits davon bietet Pinocchio (2019) eine Vielzahl an interessanten Figuren, die alle durchgehend interessant und einprägsam sind. Besonders die Märchenfiguren glänzen durch einen eigenwillig nüchternen Stil. Damit meine ich, dass sie so real wie möglich aussehen, aber dennoch einen Touch Fantasy besitzen, um klar als solche Figuren erkannt zu werden.

Ebenfalls lobend muss man die Schauplätze erwähnen, welche keinen Märchenlook aufweisen, sondern durchgehend realistisch sind und manchmal ein unheimliches Flair aufkommen lassen. Das passt auch ideal zum wechselnden Ton des Films, der von hell bis dunkel reicht.


Alles in allem ist Pinocchio (2019) ein schöner Märchenfilm, der abseits von Disney entstanden ist und sich traut, auch die dunklen Töne europäischer Märchen zu streifen. Die bekannte Botschaft des Märchens wird schön auf den Film übertragen und trotz seiner Laufzeit von knapp über 2 Stunden kommt keine Langeweile auf. Ganz im Gegenteil weiß Pinocchio (2019) sehr zu gefallen und gehört zu meinen Fantasy-Highligts 2020. Ich vergebe für Pinocchio (2019) die Wertung sehenswert+ !

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Peninsula | Review | Gruselween Vol. 2 #17

Titel: Peninsula
Originaltitel: Bando
Regie: Yeon Sang-ho
Laufzeit: 116 Minuten
Release: 2020

Ich bin ein großer Fan von Regisseur Yeon Sang-ho. Egal ob Train to Busan, Seoul Station oder Telekinse. Bisher konnte mich dieser Mann dreimal von seinen Fähigkeiten überzeugen und Peninsula wusste mich auch zu überzeugen trotz seiner Unterlegenheit gegenüber den Vorgängern.


Gruselwusel Kernfakten

Titel: Peninsula
Originaltitel: Bando
Regie: Yeon Sang-ho
Laufzeit: 116 Minuten
Release: 2020


4 Jahre sind seit dem Ausbruch des Virus in Südkorea vergangen. Der Soldat Jung-seok lebt ein bescheidenes Leben in Hongkong, wartet auf seinen Status als Flüchtling und befindet sich allgemein in einer recht prekären Lage. Eines Tages bekommen er, sein Schwager Cheol-min und zwei weitere Exi-Koreaner das Angebot einen Geldtransporter in Seoul zu bergen und mit dem Anteil ein neues Leben zu beginnen. Sie nehmen das Angebot an und werden am Hafen von Seoul abgesetzt, der Standort des Transportes ist bekannt aber die simple Mission entwickelt sich zum Höllentrip, da nicht nur Zombies die Straßen Seouls unsicher machen. Auch gesetzlose Militärs treiben ihr Unwesen in den Straßen …

Peninsula erzählt eine allgemein simplere Geschichte als seine Vorgänger, spricht, es gibt weniger emotionalen Tiefgang und/oder Gesellschaftskritik aber dafür konzentriert sich der Film wesentlich auf die Action sowie ein höheres Tempo, was definitiv für Peninsula spricht. Generell hält sich der Film auch weniger mit der Charakterentwicklung auf und präsentiert einfach gezeichnete Figuren, von denen ein paar, beispielsweise Jung-seok, noch etwas vertieft werden aber man dabei keine unauslotbaren Tiefen erreicht.

Dafür bietet Peninsula sehr viel Action, rasante Verfolgungsjagden durch das zerstörte Seoul, unheimlich und schnelle Zombies sowie zwei herrlich irre Bösewichte, deren Motivationen simple aber nachvollziehbar sind. Zur Action lässt sich sagen, dass diese teilweise auf CGI basiert und andererseits auf organischen Effekten, was eine interessante Kombination ergibt aber auch das Bild des „koreanischen Zombies“ (schnell, aggressiv, widerstandsfähig) weiter festigt. Ein Lob geht ebenfalls an den Komponisten Mowg, der Peninsula eine starke akustische Note verleiht und besonders in emotionalen Momenten die richtigen Töne trifft.


Zusammengefasst ist Peninsula in der Handlung schwächer als seine Vorgänger aber dennoch ein rasanter Action-Horrorfilm mit Drama-Elementen, der von Minuten eins an zu unterhalten weiß und dessen hohes Tempo die Laufzeit von knapp zwei Stunden schnell zu vergehen lassen weiß. Wer sich auch nur ein bisschen für Horrorfilme, Zombiefilme und/oder Film aus Südkorea begeistern kann, sollte Peninsula eine Chance geben, da wir hier einen weiteren grundsoliden Vertreter des koreanischen Zombiefilms haben, die eigentlich immer zu unterhalten wissen. Ich vergebe ein verdientes sehenswert+ !

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Unknown User: Dark Web Kurzkommentar | Gruselween Vol. 2 #16

Unknown User von 2014 gehört zu den interessanteren Horrorfilmen, die ich in den letzten Jahren gesehen habe und Unknown User: Dark Web gefällt mir ähnlich gut, wenngleich aus anderen Gründen. Deshalb ist es wieder Zeit für einen Kurzkommentar!

Die Handlung des Films ist recht schnell erklärt, was dem Tempo des Films guttut und von der Dummheit der Hauptfigur zeugt, also ein Horrorklischee gleich zu Beginn. Der Programmierer Matias nimmt unerlaubterweise von einem Internetcafe einen Laptop mit, der bei den Fundsachen lag. Mithilfe dieses Geräts will er eine App für die amerikanische Zeichensprache entwickeln, damit er mit seiner Freundin kommunizieren kann. Als er einen Skype-Gruppenchat mit seinen Freunden startet und die Gruppe auf die verstörenden Dateien, die auf dem Laptop gespeichert sind, stößt befinden sie sich in größter Gefahr. Der Vorbesitzer des Laptops will sein Gerät zurück und dessen Arbeitgeber werden auch auf den Umstand aufmerksam …

Eine der größten Stärken von Unknown User: Dark Web ist die Optik, da der Film sich zu 99% auf den Desktops der Hauptfiguren abspielt und die Figuren durch die Webcams gezeigt werden. Außerdem wirkt der Film sehr authentisch. Während Matias sich seiner schrecklichen Situation immer mehr bewusst wird, reden die anderen Figuren ganz normal miteinander und die drohende Gefahr baut sich schleichend immer weiter auf, bis das Grauen schließlich völlig über die Gruppe hereinbricht.

Zusammengefasst kann man sagen, dass Unknown User: Dark Web nicht so innovativ wie sein Vorgänger ist, aber eine interessante Handlung bietet, ein populäres Thema für Cyber-Gruselgeschichten bedient und eine ebenso clevere wie düstere Fortsetzung ist. Das macht durchaus einen Blick wert!

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Die Hatchet Quadrologie | Gedankenspiel | Gruselween Vol. 2 #14

Ich habe ein Herz für trashige Horrorfilme und besonders für jene, die eine bestimmte Thematik behandeln wollen. Die Hatchet Quadrologie möchte die klassischen Splatter/Slasher/Gore alten Ära hochleben lassen und das schaffen die Filme auf mehreren Ebenen.

Zuerst jedoch ein paar Kernfakten. Die Hatchet Filme (Teil 1 – 3 und Victor Crowley) erschienen im Zeitraum von 2006 bis 2017 und behandeln im Kern den Überlebenskampf von armen Teufeln gegen den übermenschlichen „Mutanten“ Victor Crowley, der im Laufe der Zeit den Jason Voorhees macht und unsterblich wird.

Dabei bilden die Filme 1 bis 3 eine Einheit und bauen zeitlich direkt aufeinander auf während der vierte Film ein zeitlich versetztes Sequel bildet. Als kreativer Kopf hinter dem Franchise steht Adam Green, der bei drei Filmen Regie führte, einen produzierte und bei allen das Drehbuch verfasste und somit seine Schöpfung stark selbst bearbeiten konnte, was man auch merkt.

Grundlegend mag die Hatchet Quadrologie nicht die hohe Filmkunst sein aber bei all dem Trash besitzen die Filme viel Charme und das liegt nicht nur an den total übertriebenen Effekten, sondern auch an den sympathischen Schauspielern und deren Klischeerollen.

Man merkt bereits, dass ich den Filmen recht wohlwollend gegenüberstehe, obwohl die Filme niemals zu meinen liebsten Genrevertreten gehören werden oder gar eine 100%e Empfehlung bekommen werden. Was man der Quadrologie zugute halten muss, ist die relativ kompakte Laufzeit pro Film, die simplen Handlungen pro Film und das recht hohe Tempo der einzelnen Filme.

Somit kann man die Hatchet Filme perfekt für einen Marathon nutzen, auch wenn der Trash mit jedem weiteren Film und besonders zum Ende hin etwas schmerzen kann.

Somit lässt sich zusammen, dass die Hatchet Quadrologie weit davon entfernt ist, die hohe Filmkunst zu sein aber dennoch sind die Filme ein äußerst interessant Ausflug in den Versuch, die klassische Ära des amerikanischen Splatter/Gore/Slash der „alten Zeit“ wiederzubeleben und dieser Versuch gelingt den Filmen sehr gut.

Wer sich also für trashige Horrorfilme begeistern kann, die eigenen Ansprüche runterschrauben kann und kein Problem mit überspitzter Gewalt hat, sollte den Filmen eine Chance geben und wer weiß? Vielleicht entwickelt sich ein ebenso unterhaltsamer Marathon, wie ich ihn hatte.

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Shakma| Review| Gruselween Vol. 2 #10

Titel: Shakma
Originaltitel: Shakma
Regie: Tom Logan
Laufzeit: 101 Minuten
Release: 1990

He es wird mal wieder Zeit für einen Tierhorrorfilm und da Crawl wirklich gut war, muss heute ein semi-beschissener Genrevetreter mit Kultfilm-Ruf her. Damit herzlich willkommen zu Shakma, der Film wo einen der Affe laust (oder eher zerfetzt).


Gruselwusel Kernfakten

Titel: Shakma
Originaltitel: Shakma
Regie: Tom Logan
Laufzeit: 101 Minuten
Release: 1990


Unter der Leitung von Professor Sörensen trifft sich eines Abends eine Gruppe Studenten in der lokalen medizinischen Fakultät, um ein beliebtes Rollenspiel in echt nachzuspielen. Schon bald merkt die Gruppe, dass sie zusammen mit dem Pavian Shakma, der eigentlich für tot gehalten wurde, im Gebäude eingesperrt sind. Der Pavian ist extrem aggressiv, brutal und begibt sich auf die Jagd nach den Opferlämmern, die schon bald einen knallharten Überlebenskampf führen müssen …

Bevor ich zu den Punkten komme, bei denen man vom wilden Affen gebissen wird, ein paar lobende Worte. Shakma punktet durch eine relativ dichte Atmosphäre und den ungewollten Humor durch die dummen Aktionen der Schauspieler und die manchmal abstrusen Dialoge. Mit Shakma hat man ein interessantes „Monster“ und der Kampf Primat vs Primat hat schon was.

Leider verfügt der Film über eine kaum nennenswerte Spannungskurve, eine dezente Langatmigkeit sowie die miese Performance der Schauspieler, was zusammen den Gesamteindruck ziemlich runterzieht. Klar der ungewollte Humor durch die relativ dummen Protagonisten ist ein schwacher Pluspunkt, aber dies täuscht nicht darüber hinweg wie dämlich, die ausgeführten Handlungen sind. Dazu kommt eine etwas abenteuerliche deutsche Synchronisation, die perfekt zum Trash von Shakma passt.

Ich kann, aber verstehen, warum dieser Film einen gewissen Kultstatus erlangt hat und ja Shakma hat durchaus Charme, wenngleich nicht viel aber er ist vorhanden.

Alles in allem kann ich Shakma nur bedingt weiterempfehlen, da der Film nicht wirklich gut ist und äußerst zäh seine 101 Minuten Laufzeit abklopft, die man in anderer (besserer) Form bereits von anderen Genrevertretern kennt. Wer dennoch ein Herz für trashigen Horrorfilme hat, sollte einen Blick riskieren. Allen anderen sollten lieber einen besseren Film sehen.

Somit vergebe ich die Wertung bedingt sehenswert!

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Die Farbe aus dem All (2020) | Review| Gruselween Vol. 2 #6

Titel: Color Out of Space
Originaltitel: Die Farbe aus dem All (2020)
Regie: Richard Stanley
Laufzeit: 113 Minuten
Release: 2020

Achja H. P. Lovecraft und die Verfilmungen seines Werks. Im Regelfall kommt, da nur Bullshit bei raus ABER es gibt auch Ausnahmen und zu denen gehört die aktuelle Verfilmung von die Farbe aus dem All!


Gruselwusel Kernfakten

Titel: Color Out of Space
Originaltitel: Die Farbe aus dem All (2020)
Regie: Richard Stanley
Laufzeit: 113 Minuten
Release: 2020


Im Zentrum der Handlung steht die Familie Gardner, die einen abgelegenen Bauernhof im ländlichen New England bezieht, um der Hektik des 21. Jahrhunderts zu entkommen. Während sich die Familie sich an ihr neues Leben gewöhnt kracht eines Abends ein Meteorit in deren Vorgarten. Das Objekt scheint mit dem Boden zu verschmelzen und die Umgebung sowie die Raum-Zeit mit einer seltsamen jenseitigen Farbe zu infizieren. Zum Leidwesen der Familie muss diese feststellen, dass die Farbe jedes Lebewesen, auch Menschen, mutieren lässt …


Die Farbe aus dem All kombiniert den klassischen, schleichenden Lovecraft-Wahnsinn mit dem Untergenre des Body-Horrors was überraschend gut funktioniert und die Eigenschaft des unbeschreiblichen Horrors, der ein markantes Merkmal von H. P. Lovecrafts Geschichten ist, ideal einfängt. Die titelgebende Farbe sorgt auch für die markante Optik des Films und der anfängliche Wahnsinn entwickelt sich zur neonfarbenen Hölle mit grotesken Monster, die jedoch eine eigentümliche Faszination aufweisen. Generell muss man dem Film eine eigene Ästhetik zusprechen, die es in der Form nur selten im Horrorgenre gibt. Die außerirdische Farbe entwickelt sich zu einer fluoreszierenden, halluzinogenen & psychedelischen Macht, die schlussendlich alles dominiert.

Abgesehen von der wirklich imposanten Bildsprache verfügt die Farbe aus dem All über einen äußerst soliden Cast. Besonders die Schauspieler der Familie Gardner, angeführt von Nicolas Cage liefern einen tollen Job ab und verkörpern glaubhaft den langsamen aber stetig stattfindenden geistigen Verfall. Interessant ist auch wie jedes Familienmitglied einen ganz persönlichen Wahn entwickelt der immer weiter voranschreitet, um schlussendlich vollends auszubrechen.

Somit lässt sich zusammenfassen , dass die Farbe aus dem All eine äußerst solide Lovecraft-Verfilmung ist, aber auch für sich genommen ein sehr guter Horrorfilm ist, dessen groteske Note auch länger im Gedächtnis bleibt. Wer sich für H. P. Lovecraft begeistern kann, Horrorfilme mit Science-Fiction Elementen und Body-Horror mag oder einfach nur einen Film mit Nicolas Cage sucht sollte der Farbe aus dem All eine Chance geben.

Ich vergebe ein verdientes sehenswert+ !

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrat!

Crawl | Review| Gruselween Vol. 2 #4

Titel: Crawl
Originaltitel: Crawl
Regie: Alexandre Aja
Laufzeit: 88 Minuten
Release: 2019

Kein Halloween Special ohne Tierhorrorfilm und deshalb geht es in Gruselween #4 um Crawl, der das Horrorgenre mit dem Katastrophenfilm verschmilzt!


Gruselwusel Kernfakten

Titel: Crawl
Originaltitel: Crawl
Regie: Alexandre Aja
Laufzeit: 88 Minuten
Release: 2019


Während der Hurrikansaison nimmt die Hochleistungsschwimmerin Haley an einem Wettbewerb teil. Ein Hurrikan der Stufe 5 ist auf Kollisionskurs mit Florida und die Bevölkerung wird, wegen einer Warnung des Bundesstaates, dazu aufgerufen, sich in Sicherheit zu bringen.

Allen Warnungen und Straßensperren zum Trotz begibt sich Haley zum Haus ihres Vater, den sie telefonisch nicht erreichen kann. Im Haus findet sie ihren verletzten Vater im Keller, der dort von Alligatoren attackiert wurde. Wegen dem starken Regen und daher ansteigenden Wasserspiegel gelangen die Prädatoren in die Wohnsiedlung von Haleys Vater. Die beiden müssen nicht nur gegen den Hurrikan bestehen, sondern sich auch gegen die Alligatoren erwehren …


Eine klassische Eigenschaft des Tierhorrorfilms ist es, Logiklöcher in der Handlung, oder allgemein unlogische Elemente mit Humor zu überspielen. Dieses „Stilmittel“ fehlt in Crawl jedoch völlig. Der Film weist eine absolut ernste Atmosphäre auf, ist über weite Strecken sehr düster und konfrontiert die Hauptfiguren beinah konstant mit der doppelten Bedrohung durch Natur und Tier.

Selbst die gelegentliche Überstilisierung (Stichwort; Pistole im Rachen des Alligators) hat einen düsteren Touch und passt sich der allgemeinen Atmosphäre an. Was ebenfalls lobend erwähnt werden muss, ist die stetig ansteigende Spannungskurve, die ab dem Erreichen von Haely im Haus ihres Vaters an Fahrt aufnimmt.

Auch die Schauspieler agieren ungewöhnlich logisch, was im Horror- und speziell im Tierhorrorgenre eher selten ist. Besonders Kaya Scodelario als Protagonistin Haley verkörpert eine kluge und starke Frau, deren Überlebenswille, ebenso wie die Sorge um ihren Vater, zum emotionalen Anker für den Zuseher wird.

Neben der Atmosphäre und dem Cast sind auch die Spezialeffekte durchaus sehenswert und die Kombination aus undurchsichtigen Wasserflächen mit der potenziellen Gefahr aus der „Tiefe“ verdichtet die Atmosphäre enorm. Obwohl dieses Stilmittel viel Platz für Jump Scares bieten würde, ist Crawl sehr sparsam, was dieses Klischee angeht.


Alles in allem ist Crawl ein äußerst solider Horrorfilm und ein großartiger Tierhorrorfilm, dessen Stärken klar die Stimmung, Atmosphäre und Spannungskurve sind. Die Handlung ist angenehm simpel und das gilt auch für die generelle Prämisse des Films, aber genau hier liegt der Reiz. Manchmal braucht es keine tiefgründige Botschaft, oder großangelegte Handlung, sondern nur den Kampf von Menschen gegen Tier und Natur ums Überleben.

Somit hat sich Crawl die Wertung sehenswert+ definitiv verdient.

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Der Leuchtturm | Review | Gruselween Vol. 2 #2

Titel: Der Leuchtturm
Originaltitel: The Lighthouse
Regie: Robert Eggers
Laufzeit: 109 Minuten
Release: 2019

Es geht weiter mit Gruselween Vol. 2 und heute beschäftige ich mich mit einem äußerst interessanten Film. Die Rede ist von der Leutchtturm und was den Film in mehreren Aspekten besonders macht erfahrt ihr jetzt!


Gruselwusel Kernfakten

Titel: Der Leuchtturm
Originaltitel: The Lighthouse
Regie: Robert Eggers
Laufzeit: 109 Minuten
Release: 2019


Im späten 19. Jahrhundert treten der alteingesessene Seefahrer Tom Wake und seiner neuer Gehilfe Ephraim Winslow eine vierwöchige Schicht als Leuchtturmwärter an. Wake teilt sich selbst die Nachtschichten im Leuchtturm und den Kochdienst zu, während Ephraim alle niederen Arbeiten bekommt, wie putzen, flicken, oder Kohle für die Dampfmaschine heranschaffen.

Während Ephraims Misstrauen über den mysteriösen Tod seines Vorgängers wächst und die Isolation immer erdrückender wird, entwickelt er einen regelrechten Hass auf den tyrannischen Tom. Als ein plötzlich aufkommender mächtiger Sturm die Schicht um unbestimmte Zeit verlängert, spitzt sich die Situation zwischen den beiden Wärtern immer weiter zu und der Wahnsinn beginnt an beiden zu nagen …


Der Leuchtturm nutzt zahlreiche alte Seefahrer Legenden als Vorlage, was dem Film einen ganz eigenen Grundton gibt, und könnte gleichzeitig perfekt in der Welt von H. P. Lovecraft angesiedelt sein. Als schwarz-weiß Film verfügt der Leuchtturm bereits über einen herausstechenden Look aber auch die Atmosphäre wirkt wesentlich dichter und unheimlicher als in anderen Genrekollegen. Dieser Eindruck wird durch das Grundthema Wahnsinn, die Visionen Ephraims und dem grandiosen Schauspiel der beiden Hauptdarsteller verstärkt.

Robert Pattinson und William Dafoe liefern eine großartige Perfomance ab, haben eine perfekte Chemie miteinander und laufen zu absoluten Höchstleistungen auf wenn sie sich ihren Ekstasen hingeben. Beide verkörpern den geistigen Verfall, durch lange Isolation, äußerst glaubhaft und durch die Beobachtung des Zusehers entsteht ein eigenwillier Voyorismus, wenn man die Figuren in ihren intimsten Momenten, aber auch bei ihren Abstiegen in die menschlichen Abgründe begleitet.

Was dem Film ebenfalls zugute gehalten werden muss, ist die virtuose Kameraarbeit von Jarin Blaschke, in der einerseits das Geschehen immer vollständig im Blick gehalten, aber auch gleichzeitig der vermittelte Horror zum Ausdruck gebracht wird. Unterstrichen wird dies durch eine bohrende Soundkulisse aus natürlichen Klängen (Meeresrauschen und das Horn des Leuchtturm), was angenehm an Silent Hill erinnert, aber keine Symphonie des Grauens bildet, sondern zur geistigen Abnutzung der beiden Hauptfiguren beiträgt.


Kurz und knapp ist der Leuchtturm ein äußerst empfehlenswerter Horrorfilm, der in vielen Aspekten von den modernen Stilmitteln des Genres abweicht und auf kreative Art mit den Themen Wahnsinn, Einsamkeit, Isolation und Seefahrerlegenden umgeht. Wer sich für Horrorfilme mit psychologischem Einschlag begeistert, oder ein Fan des Lovecraft-Horrors ist, kann bei diesem Film bedenkenlos eine Sichtung durchführen. Somit vergebe ich für der Leuchtturm die Wertung absolut sehenswert!

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The Babysitter – Killer Queen (Netflix Original) | Review [Netflixers – A Superbros Original #28]

Titel: The Babysitter – Killer Queen
Originaltitel: The Babysitter – Killer Queen
Regie: McG
Laufzeit: 101 Minuten
Release: 2020

In Ausgabe 28 der Netflixers (leider kein verfrühtes Gruselween) sprechen ich und Felix über die Fortsetzung zu The Babysitter.


Satanische Kernfakten

Titel: The Babysitter – Killer Queen
Originaltitel: The Babysitter – Killer Queen
Regie: McG
Laufzeit: 101 Minuten
Release: 2020


Die Netflixers


The Babysitter: Killer Queen

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Ghost Stories (Netflix Original) | Review [Netflixers goes Asia #2]

Originaltitel: Ghost Stories
Titel: Ghost Stories
Regie: Karan Johar, Dibakar Banerjee Zoya Akhtar, Anurag Kashyap
Laufzeit: 144 Minuten
Release: 2020

In der ersten Netflixers goes Asia Ausgabe waren wir in Südkorea unterwegs. Heute machen wir einen Sprung nach Indien zum Anthologie-Horrorfilm Ghost Stories (ohne den Zusatz „Glaubst du an Geister?“)


Indische Kernfakten

Originaltitel: Ghost Stories
Titel: Ghost Stories
Regie: Karan Johar, Dibakar Banerjee Zoya Akhtar, Anurag Kashyap
Laufzeit: 144 Minuten
Release: 2020


Die Netflixers


Eine wirkliche Rahmenhandlung besitzt Ghost Stories aber dafür vier verschiedene Kurzfilme deren gemeinsames Thema die verschiedenen Spielarten des Horrors sind. Während Geschichte 1 noch eine klassische Gruselgeschichte ist wechselt die zweite Geschichte in den Surrealismus, was zwar nicht so erschreckend wirkt, aber äußerst starke Bilder vermittelt und in gewisser Weise mit dem Genre Body-Horror spielt.

In der dritten Geschichte verschlägt es einen Mann (den Namen erfahren wir nicht) in ein abgelegenes Kaff, wo er zwei Kinder trifft, die ihm erzählen, dass die Bewohner des Dorfes sich gegenseitig umgebracht haben und zu Monstern wurden. Also quasi eine Art Wendigo-Story, was mein persönliches Highlight und die spannendste der vier Geschichten ist.

Kurzfilm 4 handelt von einem arrangierten Ehepaar. Der Mann ist allerdings, ebenso wie seine Familie, etwas durchgeknallt, was eher ins Genre Komödie, denn Horror, oder Horror-Komödie fällt und ein etwas ungewöhnlicher Abschluss ist.

Obwohl ich die vier Kurzfilme grundlegend als recht gelungen empfunden habe, muss auch Platz für Kritik sein. Den Kurzfilmen fehlt, auf ihre Laufzeit gemessen, die nötige Spannungskurve des Horrorgenres um bis zum Ende zu unterhalten. Die Geschichte um die Krankenpflegerin (Film 1) und den Mann im abgelegenen Dorf (Film 3) erschaffen noch am ehesten eine gruselige Atmosphäre, aber allgemein sind die Filme etwas zu lang für‘s eigene Wohl.

Somit lässt sich zusammengefasst sagen, dass Ghost Stories ein interessanter Horror-Anthologiefilm ist, dessen größte Stärke klar die thematische Abwechslung in den vier Geschichten ist. Leider sind die Kurzfilme gern mal etwas zu lang für‘s eigene Wohl, was dann wiederum der Atmosphäre schadet. Dennoch ist Ghost Stories ein interessanter Film und definitiv einen Blick wert, wenn man einen indischen Film der anderen Art sehen will, trotz einiger Probleme.

Somit vergebe ich für Ghost Stories die Wertung sehenswert- !

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WALL·E – Der letzte räumt die Erde auf | Review

Titel: WALL·E – Der Letzte räumt die Erde auf
Originaltitel: WALL·E
Regie: Andrew Stanton
Laufzeit: 98 Minuten
Release: 2008

Ich habe eine Schwäche für die Filme von Pixar und mag Dystopien und Science-Fiction und Roboter. WALL·E ist also quasi dafür gemacht worden, um mich zu begeistern!


Staubige Kernfakten

Titel: WALL·E – Der Letzte räumt die Erde auf
Originaltitel: WALL·E
Regie: Andrew Stanton
Laufzeit: 98 Minuten
Release: 2008


Die Erde in ferner Zukunft. Wegen massiver Umweltverschmutzung gesteigertem Konsumverhalten und der darauffolgenden Vermüllung haben die Menschen ihre Heimat mit den Raumschiffen des BNL Konzerns verlassen. Ein Heer von Robotern des Wall•E Typs wurden zurückgelassen, um die Erde aufzuräumen. Anstatt diese Aufgabe in 5 Jahren, wie geplant, zu erledigen ist im Jahr 2805, 700 Jahre nach dem Exodus, ist nur noch der Roboter Wall•E übrig, welcher eine ein Bewusstsein entwickelt hat, nach Ersatzteilen für sich sucht und Dinge sammelt, die sein Interesse wecken.

Durch eine Kopie des Hello, Dolly! lernt er, dass es die Bestimmung von allen höheren Spezies ist sich zu verlieben. Eines Tages landet ein BNL Transporter auf der Erde und Wall•E trifft auf den „weiblichen“ Roboter Eve. Von da an ändert sich das Leben des kleinen Roboters für immer…


Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll. WALL·E ist auf vielen Ebenen ein grandioser Film. Im ersten Akt (40 Minuten) kommt der Film ohne Worte aus (bis auf die gesprochenen Eigennamen der beiden Roboter) und versprüht einerseits so viel Herz, wie kaum ein anderer Pixar Film ist, aber auch gleichzeitig eine überraschend harsche Kritik am Konsumverhalten der Menschen allgemein aber andererseits ist WALL·E äußerst zynisch aber auch düster.

Dies bemerkt man besonders an der Darstellung der Menschen als fette, faule Idioten. Mich erinnert diese, für Disney so dermaßen untypische, Darstellung stark an den Film Idiocrazy, welcher ebenfalls sehr clever war.

Clever ist das Stichwort. Die Handlung von WALL·E ist äußerst klug erzählt und beinhaltet überraschend viel Subtext, neben der herzerweichenden Beziehung zwischen Wall•E und Eve. Gleichzeitig ist die Atmosphäre in einem postapokalyptischen Setting sehr optimistisch, was ein krasser Gegensatz aber viel harmonischer ist als eigentlich sein sollte.

WALL·E begeistert aber nicht nur erzählerisch, sondern auch optisch. Egal ob es die dystopische Erde ist oder das Raumschiff der Menschen. Jeder Schauplatz versprüht viel Charme verblasst jedoch im Vergleich zu den beiden Hauptfiguren Wall•E & Eve, die so viel mehr Charme, Herz und Gefühl vermitteln als die meisten Figuren von Disney/Pixar.


Alles in allem ist WALL·E ein grandioser, emotionaler Film dessen größte Stärken die vielschichtige Handlung, der zynische Ton, die herzerwärmenden Charaktere, die schicke Handlung sowie die clevere Erzählweise sind.

Ich kann diesen Film absolut jedem WALL·E, da wir hier einen Animationsfilm haben, der für jede Zielgruppe geeignet ist und sehr viel Mehrwert bietet. Von mir bekommt WALL·E die Wertung absolut sehenswert!

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Red Heat | Review

Titel: Red Heat
Originaltitel: Red Heat
Regie: Walter Hill
Laufzeit: FSK 18: 104 Minuten / FSK 16: 99 Minuten
Release: 1988

Manchmal braucht man echt nicht viel um mich zu unterhalten. Man nehme eine moderate Laufzeit, ein paar bekannte Schauspieler, eine relativ klischeebeladene Handlung und ein paar Schießereien. Fertig ist die Action(-Komödie) Red Heat aus dem fernen Jahr 1988!


Sowjetisch-amerikanische Kernfakten

Titel: Red Heat
Originaltitel: Red Heat
Regie: Walter Hill
Laufzeit: FSK 18: 104 Minuten / FSK 16: 99 Minuten
Release: 1988


Nachdem er seiner Verhaftung, durch den sowjetischen Polizisten Ivan Danko, entronnen ist, flüchtet der georgische Drogendealer Viktor Rosta in die USA, nachdem er dessen Partner Yuri erschossen hat. Danko reist in die USA, um Rosta zurück in die Sowjetunion zu bringen und arbeitet dabei mit den Großstadtpolizisten Tom Gallagher und Art Ridzik zusammen.

Die Übergabe scheitert jedoch und Rosta kann, mithilfe einer Verbrechergang, fliehen. Danko und Art arbeiten nun, als konträres Team zusammen um Viktor Rosta endlich unschädlich zu machen …


Ich mag Red Heat. Erzählerisch nicht der anspruchsvollste Film aber ein spannender Actionfilm der zwischen der klassischen Polizeiarbeit und brachialen Schusswechseln springt, was dem Tempo guttut!

Aufgelockert werden die Handlung und das Setting durch den angewendeten Humor, welcher passend zur Zeit des Kalten Krieges, auf stichelnden Witzen gegenüber Amerikanerin oder Sowjets aufbaut aber auch Wortspiele, Anspielungen und die klassischen „One Liner“ des Genres nutzt.

Mein Highlight war jedoch das Zusammenspiel von Arnold Schwarzenegger und James Belushi. Es sind die völlig gegensätzlichen Charaktere, welche die zwei verkörpern, die den großen Reiz von Red Heat ausmachen. Ähnlich wie in Twins zeigt Schwarzenegger auch hier sein Talent für Buddy-Filme und besonders die markante, starre Mimik passt perfekt zum sowjetischen Polizisten, während Belushi einen eher lockeren Polizisten spielt, der die Regeln manchmal etwas biegt.


Zusammengefasst ist Red Heat nicht der große Klassiker des 80er Jahre Actionkinos aber ein durchaus solider Film der durch seine Mischung aus Action und Humor die bis zu 104 Minuten Laufzeit zu unterhalten weiß. Ebenso weiß der Cast, auch abseits der beiden Hauptrollen, zu überzeugen und wer auf der Suche nach einem Film für einen Film-und-Bier-Abend ist oder sich einfach gut unterhalten lassen will, sollte bei Red Heat einen Blick riskieren. Ich vergebe ein verdientes sehenswert!

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Guns Akimbo | Review

Titel: Guns Akimbo
Originaltitel: Guns Akimbo
Regie: Jason Lei Howden
Laufzeit: 97 Minuten
Release: 2019

Daniel Radcliff hat sich für mich seit Jahren als Schauspieler etabliert, der eine große Performance abliefert, sofern er in etwas „extravagante“ Rollen gesteckt wird. Horns, Swiss Army Man, Imperium und Die Frau in Schwarz sind ein paar Beispiele für Filme mit ihm, die ich für großartig erachte.

Umso mehr habe ich mich auf Guns Akimbo gefreut, den zweiten Film, den ich seit COVID-19 im Kino gesehen habe. Der erste Film war Tenet, aber da folgt die Rezension noch!


Schrille Kernfakten

Titel: Guns Akimbo
Originaltitel: Guns Akimbo
Regie: Jason Lei Howden
Laufzeit: 97 Minuten
Release: 2019


Der Spieleentwickler, Nerd, Loser und SJW Miles gerät mit der Organisation SKIZM aneinander, nachdem er in deren Live-Chat getrollt hat. Er wird von SKIZM dazu gezwungen, an deren „Gladiatorenkämpfen“ teilzunehmen, die hochgradig illegal sind und per Livestream übertragen werden. Ihm werden zwei Pistolen an seine Hände geschraubt und der Deal ist simpel. Miles muss in 24 Stunden die beste SKIZM Spielerin Nix ermorden, sonst stirbt er. Als zusätzliche Motivation wird seine Ex-Freundin Nova entführt. Die Uhr tickt und die SKIZM Zuseher wollen Blut sehen …


Guns Akimbo ist laut, bunt, schrill und anstrengend, aber verdammt unterhaltsam. In der Tradition von Filmen wie Crank setzt Guns Akimbo auf ein extrem hohes Tempo und einen höheren Gewaltgrad, dessen überstilisierte Darstellung perfekt zum Setting passt.

Allgemein weist Guns Akimbo einige satirische Elemente auf, was mal mehr, mal weniger gut funktioniert und den Versuch darstellt einem Film etwas Tiefgang zu verleihen, der gar nicht benötigt wird.

Was man dem Film definitiv zugute halten muss, ist die hervorragende Performance von Daniel Radcliff, der perfekt den nerdigen Charakter Miles verkörpert und dabei angenehm an Michael Cera als Scott Pilgrim erinnert, nur charismatischer. Leider merkt man dabei umso stärker, dass die restliche Besetzung im Direktvergleich etwas abfällt. Es gibt keine Totalausfälle in der Besetzung, aber man merkt klar, dass Radcliff den Film dominiert.

Wie eingangs erwähnt, hat Guns Akimbo ein hohes Tempo und schlägt einen etwas schrillen Ton an. Dies merkt man in den teils gnadenlos übertriebenen Actionszenen, deren größter Kontrast der Humor ist. Dieser ist mal vulgär, mal zynisch und mal sehr simpel gestrickt, aber äußerst passend zum Film, was gar nichts Schlechtes ist. Auch die offensichtlichen Vorbilder nutzen gern diese Art von Humor. Immer wieder wird mit Zeitlupen gearbeitet, was durchaus eine gewisse Ästhetik in die Actionszenen bringt und dem Film etwas Abwechslung verschafft.


Alles in allem mag Guns Akimbo nicht der große Actionkracher der zweiten Jahreshälfte 2020 sein, ist aber ein lauter, schriller, bunter und teils anstrengender Actionfilm, welcher über seine knackige Laufzeit von 97 Minuten zu unterhalten weiß. Selbstredend muss man für diese Spielart des Actionfilms empfänglich sein und ich gehöre definitiv zur Zielgruppe, aber auch nüchtern betrachtet ist Guns Akimbo durchaus ein solider Film. Zweifelsohne ist Daniel Radcliff und sein Schauspiel das Highlight des Films, aber, wie bei anderen Filmen mit ihm, ist das beinah schon eine konstante Eigenschaft.

Wer also schrille Actionfilme mag, sich für Daniel Radcliff begeistern kann, oder sehen will, was passiert, wenn man Hotline Miami mit Watch_Dogs mischt, sollte Guns Akimbo auf jeden Fall eine Chance geben. Ich vergebe ein verdientes sehenswert.

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Zoomania | Review

Titel: Zoomania
Originaltitel: Zootopia
Regie: Byron Howard, Rich Moore, Jared Bush (Co)
Laufzeit: 104 Minuten
Release: 2016

Ach Zoomania. Ein wirklich großartiger Film und einer meiner absoluten Filme der Walt Disney Animation Studios und warum das so ist erfahrt ihr jetzt!

Oh und in dem Film geht es um antropmorphe Tiere, was für schon grundlegend positiv ist.


Tierische Kernfakten

Titel: Zoomania
Originaltitel: Zootopia
Regie: Byron Howard, Rich Moore, Jared Bush (Co)
Laufzeit: 104 Minuten
Release: 2016


Judy Hopps hat es als erster Hase geschafft, die Ausbildung zur Polizistin zu absolvieren. Vom Bürgermeister der Metropole Zoomania, dem Löwen Leondre Lionheart, wird sie dem Zoomania Police Department, unter der Leitung des Büffels Bogo, zugeteilt. Dieser glaubt jedoch nicht an Judys Fähigkeiten und setzt sie als Politesse ein. Im Zuge ihrer Schichten kommt es zu einer Verfolgungsjagd, wegen der sie beinah suspendiert wird.

Sie verspricht der Otter-Dame, Ms. Otterton, den Fall ihres verschwundenen Mannes zu übernehmen. Als Druck von der Stadtverwaltung kommt, übergibt Chief Bogo den Fall von Otterton und 13 weiteren verschwundenen Säugetieren an Judy mit einem 48 Stunden Zeitlimit. Falls sie es nicht schaffen sollte, muss sie kündigen. Zusammen mit dem dezent zwielichtigen Fuchs Nick macht sich Judy daran, den Fall zu lösen und stößt auf eine gigantische Verschwörung …


Ich bin ehrlich gesagt sehr vom Konzept angetan, einen Thriller in Kinderform mit antropomorphen Tieren zu erzählen, der spannend ist, viel Charme versprüht und gewichtige Themen wie Akzeptanz, Rassismus, sowie Vorurteile behandelt. Beim Thema Rassismus bewegt sich Zoomania eine gewisse Zeit lang auf sehr dünnem Eis und driftet beinah in Richtung „Rassenlehre“ ab, schafft es jedoch, sich mit einer äußerst konstruierten Auflösung vom Eis wieder runter zu bewegen.

Abseits dieses etwas seltsamen Schlenkers, der wahrscheinlich aus der Problematik entstand, die grandiose Kernidee des Films auf eine kinoreife Laufzeit auszudehnen, werden die Themen Akzeptanz und Vorurteile sehr wertvoll behandelt, was sich in den cleveren Hauptfiguren Judy (Hase) und Nick (Fuchs) wiederspiegelt. Die Beziehung zwischen den beiden Figuren nimmt einen großen Bestandteil des Films ein und macht auch einen gewichtigen Teil des Charms aus.

Ähnlich wie in Vaiana, oder Mulan schafft es Disney auch bei Zoomania vorbildlich, intelligente und sympathische Hauptfiguren zu erschaffen, aber auch die Nebenfiguren haben ihren Reiz und gefallen durch die Merkmale, mit denen man sie klar unterscheiden kann, egal ob optisch, oder im Charakter.

Was ich ebenfalls lobend erwähnen muss, ist die Optik von Zoomania. Der Film sieht phantastisch aus, hat einen äußerst schönen Look und ist großartig inszeniert.


Zusammengefasst ist Zoomania, bis auf seinen kleinen, etwas kritischen Schlenker, ein großartiger Film, dessen Handlung, Figuren, Optik und Soundtrack vollends überzeugen. Mit diesem Film beweist Disney, wie man tolle Filme für Jung und Alt machen kann und zwar abseits des üblichen Märchen-Settings. Ich kann Zoomania vollends empfehlen, da allein die Grundidee bereits sehr unterhaltsam und erfrischend ist!

Somit erhält Zoomania ein verdientes sehenswert+ !

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Alpha (Film) | Review

Titel: Alpha
Originaltitel: Alpha
Regie: Albert Hughes
Laufzeit: 97 Minuten
Release: 2018

Seit knapp 2 Jahren ruht Alpha auf meiner Liste der Filme, die ich unbedingt sehen will. Endlich kann ich den Film von der Liste streichen und die Sichtung war sehr beeindruckend!


Kernfakten von vor unserer Zeit

Titel: Alpha
Originaltitel: Alpha
Regie: Albert Hughes
Laufzeit: 97 Minuten
Release: 2018


20.000 Jahre vor unserer Zeit. Der junge Kaeda, Sohn des Häuptlings, darf zum ersten Mal mit den anderen Männern des Stammes auf die Jagd gehen. Im Zuge der Jagd auf eine Büffelherde wird Kaeda verletzt und stürzt einen Abgrund hinab auf einen Felsvorsprung. Während er regungslos dort liegt, geben die Männer des Stammes, unter ihnen auch sein Vater, den Jungen schweren Herzens verloren.

Als Kaeda nach dem Abzug der Jäger erwacht, kann er sich in einen Sturzbach retten, verarztet sich selbst und sucht den Weg zurück zu seinem Stamm. Als er von Wölfen attackiert wird, kann er eines der Tiere verletzen, entwickelt jedoch eine, zu beginn schwierige, Beziehung zu selbigem Wolf, den er schließlich rettet. Zusammen machen sie sich auf den langen Weg zurück zur Siedlung des Stamms. Der Natur und den wilden Tieren zum Trotz …


Es gibt viele Filme, die in der Eiszeit angesiedelt sind, aber während die meisten das Leben in dieser Periode darstellen, konzentiert sich Alpha auf die Mischung aus Überlebenskampf und der Beziehung zwischen Kaeda und Alpha. Die beiden sind nicht von Beginn an Freunde, sondern müssen sich aneinander gewöhnen und Vertrauen zueinander aufbauen. Dies wirkt nicht nur glaubhaft, sondern macht auch den erzählerischen Reiz des Films aus, dem sich der Überlebenskampf als angenehmer Gegensatz beifügt.

Ebenfalls als Kontrast zu den starken Bildern in den ruhigen Momenten und dem emotionalen Band der beiden Figuren dienen die actionastigen Szenen, wenn beide auf die Jagd gehen, Kaeda in einen Fluss stürzt, oder beide dem erbarmungslosen Winter trotzen.

Was mich etwas rausgerissen hat, war der Einsatz von modernen Sprachen im Film, was allerdings logisch ist, um den Plot und die Figuren zu etablieren. Außerdem stelle ich es mir als ziemliche Zumutung vor, die Dialoge in einer prähistorischen Sprache darzustellen, die dann auch noch authentisch wirkt. Dennoch ist der Einsatz von Sprache sehr sparsam und viel wird über Mimik, sowie Gestik gemacht.

Die Effekte des Films sind sehr stark und besonders die prähistorischen CGI-Tiere wirken, obwohl man sie machmal als solche erkennt, sehr glaubhaft und real.


Alles in allem ist Alpha kein Meilenstein, oder moderner Klassiker, aber ein thematisch großartiger Film, dessen Fokus auf die Beziehung von Mensch und Tier wohl besonders Haustierbesitzern gefallen sollte. Eben hat der Film, dank seiner angenehmen Laufzeit von 97 Minuten ein hohes Tempo, was der Spannungskurve sehr gut tut. Wer sich für bildstarke Abenteuer in der Eiszeit begeistern kann, oder Filme schätzt, die die Beziehung zwischen Mensch und Tier fokussieren, sollte bei Alpha defintiv einen Blick riskieren. Mich hat der Film über seine Laufzeit hinweg sehr unterhalten können. Ich vergebe für Alpha die Wertung sehenswert+ !

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Horns (Film) | Review

Titel: Horns
Originaltitel: Horns
Regie: Alexandre Aja
Laufzeit: 120 Minuten
Release: 2013

Stephen King ist seit Jahrzeiten ein großer Name in der Literatur, aber auch sein Sohn Joseph Hillstrom King, Pseudonym Joe Hill, erfreut sich großer Popularität und was passiert, wenn literarische Werke populär werden? Richtig, sie werden verfilmt und Horns basiert auf dem gleichnamigen Roman. Kurzum heute geht es um Horns, der unter der Regie von Alexandre Aja entstand, dessen Werk ich wiederum sehr mag und damit schließt sich der Kreis, aber auch das Vorwort!


Gehörnte Kernfakten

Titel: Horns
Originaltitel: Horns
Regie: Alexandre Aja
Laufzeit: 120 Minuten
Release: 2013


Für Ignatius „Ig“ Perrish läuft es im Moment nicht optimal. Seine Freundin Merrin wird tot im Wald gefunden und er wird verdächtigt, der Mörder zu sein. Von seiner Unschuld ist kaum jemand, selbst aus seinem engsten Umfeld, überzeugt und er wird auf Schritt und Tritt von Reportern verfolgt. Eines Tages erwacht Ig mit Hörnern, die ihm aus dem Kopf wachsen. Von diesem Moment an erzählen ihm die Leute ihre dunkelsten Geheimnisse, sehnlichsten Wünsche und Sünden. Mit seiner neuen Gabe will Ig den Mörder von Merrin finden und taucht dabei in die Abgründe der menschlichen Seele hinab, stößt aber auch auf mehr, als er erwartet …

Horns vereint die Genres Drama und Horror zu einem dunklen Mix, der zu Beginn durch eine Prise schwarzen Humor aufgelockert wird, aber im Verlauf des Films einen immer dunkleren Ton anschlägt. Die Handlung entwickelt sich langsam aber stetig zu einem emotionalen Finale, das die Ab- und Beweggründe der Hauptfiguren mehrmals auf den Kopf stellt und durch einen soliden Twist zu unterhalten weiß. Zwar erfindet Horns mit seinem Plottwist im Finale das Genre nicht neu und man kann bereits im Vorfeld erahnen, wer der Mörder ist, aber die Inszenierung, in Kombination mit Merrins Hintergrundgeschichte, ergeben ein stimmiges Bild.

Effektechnisch gehört Horns zu den zahmeren Filmen von Alexandre Aja, was weniger Splatter/Gore, aber dafür eine dichte Dark-Fantasy Atmosphäre bedeutet. Dabei lässt sich auch hier ein Wandel vom etwas helleren ersten Akt bis zum düsteren finalen Akt erkennen.

Mit Horns beweist Daniel Radcliff, dass er zu weit mehr fähig ist, als nur Harry Potter zu verkörpern. Es ist die Performance von Radcliff, die den Film prägt und einen großen Teil der Atmosphäre erzeugt. Die Mischung aus Schuldbewusstsein, Verletzlichkeit, emotionaler Nackheit und dem Drang nach der Wahrheitsfindung machen die Darstellung von Ig Perrish durch Radcliff so besonders.

Alles in allem ist Horns ein interessanter Dark-Fantasy-Horror-Drama Hybrid, dessen größte Stärken die Atmosphäre und die Performance von Daniel Radcliff sind. Alleine schon wegen seines Genremix ist Horns, aber auch den beiden vorhin genannten Stärken und der interessanten Handlung kann man diesem Film eine Chance geben. Ich vergebe für Horns die Wertung sehenswert!

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Alita: Battle Angel | Review

Titel: Alita: Battle Angel
Originaltitel: Alita: Battle Angel
Regie: Robert Rodriguez
Laufzeit: 122 Minuten
Release: 2019

Mangaverfilmungen sind so eine Sache. Ein paar sind ganz gut aber nicht die hohe Filmkunst. Das gilt auch für Alita: Battle Angel, wobei ich bei diesem Film keinen Bezug zur Vorlage habe. Oh und das Cyberpunk Genre ist klasse, was schon mal für den Film spricht!


Kybernetische Kernfakten

Titel: Alita: Battle Angel
Originaltitel: Alita: Battle Angel
Regie: Robert Rodriguez
Laufzeit: 122 Minuten
Release: 2019


Mehr Mangaverfilmungen


Wir schreiben das Jahr 2563. Knapp 300 Jahre sind seit dem „Großen Krieg“ vergangen, in dessen Verlauf alle regulären Systeme der Erde zerfallen sind. Über der Stadt Iron City schwebt Zalem, die letzte der zwölf Himmelsstädte. Auf der Suche nach Ersatzteilen für seine Praxis findet Dr. Dyson Ido den Oberkörper eines weiblichen Cyborgs, der noch intakt ist.

Er gibt ihr einen nehen maschinellen Körper und wird zu ihrem Ziehvater. Ido gibt ihr den Namen Alita, nach seiner verstorbenen Tochter. Als herausfindet, dass ihr Ziehvater ein Kopfgeldjäger, ein Hunter-Warrior, ist und sie selbst die vergessene Kampftechniken der „Panzer-Kunst“ beherrscht wird sie in die dunklen Machenschaften in Iron City und des mysteriösen Nova von Zalem verstrickt …


Optisch ist Alita: Battle Angel ein beeindruckender Film, der nicht nur eine opulente dystopische Cyberpunk-Welt präsentiert, sondern auch das dreckige Flair der Mangavorlage einfängt. Die Mischung aus „perfekten“ Maschinen und der dreckigen Welt, mit Zalem als „verchromtes Paradies“, erzeugt einen stimmigen Kontrast. Was mich persönlich etwas rausgerissen hat, war das Design der Figur Alita, deren Chibi Augen mich dezent abgeschreckt haben, weil es zu künstlich gewirkt hat.

Was allerdings lobenswert ist, ist die Performance des Casts, bei dem besonders Christoph Waltz als moderner Frankenstein zu begeistern weiß aber auch seine Hintergrundgeschichte und Beweggründe sind klar nachvollziehbar. Auch der restliche Cast weiß zu gefallen und die Heldenreise von Alita gehört zu den größeren Stärken des Films. Leider ist die erste Hälfte von Alita: Battle Angel etwas langatmig aber ab der zweiten Hälft nehmen Tempo, Spannungsbogen und Action spürbar zu, was den Eindruck von Alita: Battle Angel wesentlich positiver gestaltet.

Eine Leistung von Alita: Battle Angel ist es die Gewalt der Vorlage umzusetzen, obwohl der Film kein R-Rating hat. Der Film ist nicht so „drastisch“ wie ein Deadpool oder ein Logan hat aber die nötige Brutalität, um die Dystopie und Gefährlichkeit der eigenen Welt zu unterstreichen.


Zusammengefasst ist Alita: Battle Angel ein solider Vertreter des Cyberpunks dessen größte Schwäche die zu lange Laufzeit und die große Menge an Story & World Building, die der Film in der ersten Hälfte durchbringen muss. Ab der zweiten Hälfte wird der Film wesentlich besser, was auch den Gesamteindruck, zusammen mit dem Cast und den genannten Plotpunkten, verbessert. Somit vergebe ich für Alita: Battle Angel die Wertung sehenswert- !

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!


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Vampire Hunter D: Bloodlust | Review

Titel: Vampire Hunter D: Bloodlust
Originaltitel: Banpaia Hantā Dī: Buraddorasuto
Regie: Yoshiaki Kawajiri
Laufzeit: 105 Minuten
Release: 2000

Eigentlich wollte ich die Anime-Offensive 2020 mit einem Netflix Anime zurückkehren lassen, habe mich dann aber für den großartigen Vampire Hunter D: Bloodlust entschieden, der auf dem dritten Roman der Vampire Hunter D Reihe basiert.


Blutsaugende Kernfakten

Titel: Vampire Hunter D: Bloodlust
Originaltitel: Banpaia Hantā Dī: Buraddorasuto
Regie: Yoshiaki Kawajiri
Laufzeit: 105 Minuten
Release: 2000


In einer dystopischen Zukunft stehen die Vampire, nach einer langen Herrschaft, am Rande der Vernichtung. Baron Meier Link, ein als wenig blutdürstig geltender Vampir, entführt die junge Charlotte. Während ihr Vater den Dhampir D mit der Rettung seiner Tochter beauftragt heuert ihr Bruder weitere Söldner an. Schließlich stellt sich heraus, dass Charlotte garnicht entführt wurde, sondern freiwillig mit ihrem Geliebten fortging. D und Leila schließen einen Pakt, dass derjenige der länger, lebt Blumen auf das Grab des Anderen legen soll. Als das Liebespaar die Burg Chaythe erreicht läuft den Söldnern die Zeit davon und eine weitere Partei schaltet sich ein …


Ich bin ehrlich gesagt sehr überrascht, dass der Genremix aus Western, viktorianischer Vampirgeschichte und Endzeitszenario so gut funktioniert. Der Film wirkt durch diese Mischung aus verschiedenen Genres weder abstrus noch überladen, sondern bietet eine stimmige Welt, die man auch für ihre Kreativität loben muss. Die Handlung selbst setzt im Genre des Vampir-Horrors zwar keine neuen Akzente, funktioniert aber gut genug um über die gesamte Laufzeit hinweg bei Laune zu halten.

Für das Jahr 2000 ist Vampire Hunter D: Bloodlust erstaunlich gut animiert aber auch inszeniert, selbst im Vergleich mit der Konkurrenz aus der Zeit. Die Atmosphäre schwankt von schaurigem Grusel über brachiale Action bis hin zum bildgewaltigen Abenteuer in einer düsteren Welt. Besonders zum Schluss hin nimmt der Horroranteil zu und erinnert beinah an eine alternative Variante von Castlevania.

Ebenfalls überraschend ist die hochwertige deutsche Synchronisation des Films, welche durch bekannte Sprecher wie Oliver Stritzel oder Christine Stichler glänzt. Grad für das Jahr 2000 ist eine hochwertige deutsche Synchronisation für einen Anime, der nicht vom Studio Ghibli ist, nicht selbstverständlich und äußerst löblich.

Auch der Stil von Vampire Hunter D: Bloodlust verdient eine Erwähnung, da der Film im Look alter Anime der 80er Jahre gehalten ist, diesen aber mit modernen Elementen vermischt, was für eine optische Abwechslung sorgt.


Zusammengefasst ist Vampire Hunter D: Bloodlust kein Meilenstein des Anime und keine Revolution im Vampirhorror ABER dafür ein solider Film, der verschiedene Genres nimmt und aus diesen einen spannenden Mix macht. Die Handlung wirkt manchmal nicht rund aber das Setting, die Synchro sowie die gesamte optische Präsentation wissen zu gefallen und der Genremix rundet das Komplettpaket ab. Wer auf der Suche nach einem unterhaltsamen Anime der frühen 2000er ist und Vampire mag, kann bei Vampire Hunter D: Bloodlust bedenkenlos reinschaun. Ich vergebe ein verdientes sehenswert!

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One Cut of the Dead | Gedankenspiel

Titel: One Cut of the Dead
Originaltitel: カメラを止めるな!
Regie: Shin’ichirô Ueda
Laufzeit: 96 Minuten
Release: 2017

Ich LIEBE das Zombiegenre. Ja es gibt viel Trash im Genre aber auch so manche Perle und One Cut of the Dead gehört definitiv zu den Perlen aber auch zu den Überraschungshits des Genres!

Anm.: Um One Cut of the Dead vernünftig beschreiben zu können, lässt sich so mancher kleiner Spoiler nicht vermeiden, aber ich werde mein Bestes tun, um niemanden das Filmerlebnis im Vorfeld zu vermiesen!


Kernfakten of the Dead

Titel: One Cut of the Dead
Originaltitel: カメラを止めるな!
Regie: Shin’ichirô Ueda
Laufzeit: 96 Minuten
Release: 2017


Die Handlung von One Cut of the Dead spielt auf zwei Ebenen. Im ersten Drittel erlebt der Zuseher, in Form eines One-Shots, die Dreharbeiten für einen Zombiefilm, der katastrophal verläuft und zu allem Überfluss offenkundig von echten Zombies gestürmt wird.

Die beiden nächsten Drittel beschäftigen sich mit den Figuren der Filmcrew, wie sie zusammenfinden, wie das Projekt entsteht und was tatsächlich während der Dreharbeiten passiert ist.

Ich muss One Cut of the Dead für seine äußerst originelle Handlung loben, die nicht nur clever erzählt wird, sondern auch einige Twists bietet und bis zum Ende hin für Aha-Momente sorgt. Während ich zu Beginn stark an der Qualität von One Cut of the Dead gezweifelt habe war ich am Ende von der Originalität des Films komplett überzeugt aber auch begeistert wie man an das Medium Film, sowie das Genre Zombiefilm als auch an den Stil einer Pseudodoku bzw. eines Making Of‘s herangehen kann.

Dazu kommt eine großartige Performance der Besetzung die verschiedene Aspekte beleuchtet wie den völlig überforderten Regisseur, die „untalentierte“ Schauspielerin oder den alkoholkranken Nebendarsteller. Die große Bandbreite an Figuren, in Kombination mit der cleveren Handlung führt zu allerlei absurden Situationen, was One Cut of the Dead eine ganz eigene Komik verleiht.

Zusammengefasst lässt sich One Cut of the Dead als ziemlicher unterhaltsamer Zombiefilm beschreiben, der sich auf kreative Art mit dem Genre auseinandersetzt aber auch andere Stilmittel clever bedient. Für mich war der Film definitiv ein Überraschungshit und ich kann ihn definitiv weiterempfehlen!

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Der Spion von nebenan | Review

Titel: Der Spion von nebenan
Originaltitel: My Spy
Regie: Peter Segal
Laufzeit: 101 Minuten
Release: 2020

Ich bin ein relativ großer Fan von Actionkomödien und neben dem Genre war auch der Trailer von der Spion von nebenan ein Grund für die Sichtung. Ob die sich gelohnt hat, erfahrt ihr jetzt!


Geheime Kernfakten

Titel: Der Spion von nebenan
Originaltitel: My Spy
Regie: Peter Segal
Laufzeit: 101 Minuten
Release: 2020


JJ ist ein CIA-Agent, der nach einem verpatzten Einsatz die Aufgabe bekommt eine Familie zu überwachen, da der Bruder der verwitweten Zielperson, Victor Marquez, plant eine atomare Waffe zu bauen und sich die Pläne mutmaßlich bei der Zielperson befinden. Als JJ und seine Partnerin von der neunjährigen Sophie, die Tochter der Zielperson, aufgedeckt werden entwickelt sich die Mission komplett anders als gedacht …


Der Spion von nebenan bietet ein paar echt gute Witze und weiß öfters gut zu unterhalten, bleibt aber die meiste Zeit über eine Komödie, die sich streng an die Regeln des Genres hält, aber auch keine Neuerungen bietet. Viel mehr nutzt der Film viele bereits im Genre etablierten Mechaniken und Thematiken, um eine absolut auf massentauglich getrimmte Action-Liebeskomödie zu erschaffen. Was jetzt ziemlich negativ klingt entpuppt als okayer Film, der aber im Finale, fahrt aufnimmt und Action etabliert, die gnadenlos übertrieben ist, aber bis auf das unnötige CGI ziemlich unterhält.

Beim Cast wirkt Dave Bautista wie ein stärker tätowierter Dwayne Johnson aber ohne jemals dessen Charisma auszustrahlen, beziehungsweise dessen Charme versprühen zu können. Vielmehr wissen die Darstellerinnen Chloe Coleman, Kristen Schaal und Parisa Fitz-Henley zu unterhalten, da diese nicht nur eine tolle Chemie untereinander haben, sondern auch sehr viel zum Charme und Humors des Films beitragen.


Zusammengefasst ist der Spion von nebenan eine mittelmäßige Action-Liebeskomödie, die dem Genre nichts Neues hinzugefügt aber durch die strikte Nutzung bereits etablierter Mechanismen und Thematiken kein kompletter Ausfall ist. Der Film ist simpel gesagt absolutes Mittelmaß, was eine Empfehlung erschwert, aber für einen Filmabend mit Freunden durchaus ausreicht. Somit bekommt der Spion von nebenan ein verdientes sehenswert- und ich bedanke mich für die Aufmerksamkeit.

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Parasite | Review

Titel: Parasite
Originaltitel: Gisaengchung
Regie: Bong Joon-ho
Laufzeit: 132 Minuten
Release: 2019

ENDLICH kann ich Parasite von meiner Watchlist streichen. Wie im Podcast zur Oscarverleihung 2020 erwähnt, steht der Film auf meiner Liste und die Sichtung von Bong Joon-ho‘s preisträchtigem Werk bereue ich absolut nicht!


Parasitäre Kernfakten

Titel: Parasite
Originaltitel: Gisaengchung
Regie: Bong Joon-ho
Laufzeit: 132 Minuten
Release: 2019


Die vierköpfige Familie Kim (bestehend aus Kim Ki-taek, seiner Frau Chung-sook, Sohn Ki-woo und Tochter Ki-jung) lebt in ärmlichen Verhältnissen ohne wirkliches Einkommen. Ki-woo erhält durch einen früheren Schulkollegen die Chance, als Nachhilfelehrer bei einer wohlhabenden Familie zu arbeiten.

Nach und nach holt Ki-woo seine Familie unter falschem Namen in den wohlhabenden Haushalt der Familie Park, auf Kosten der vorigen Angestelten. Somit nistet sich die Familie Kim im Haushalt der Parks ein und sie naschen vom Wohlstand ihrer Arbeitgeber. Das geht solange gut, bis alles aus dem Ruder läuft und sich die Ereignisse überschlagen …


Parasite ist eine geniale Gesellschaftssatire, deren westlicher Titel perfekt die Handlung und das Verhalten der Hauptfiguren präsentiert. Dem Zuseher wird ein tiefer Einblick in die koreanische Kultur gewährt und dabei entwickelt man Sympathie für die Hauptfiguren, trotz ihres asozialen Verhaltens.

Dazu kommt ein ebenso überraschender wie genialer Twist im letzten Akt, der die Verhältnisse komplett ändert und die Geschichte in einem unerwarteten Finale eskalieren lässt. Trotz seiner Laufzeit von über zwei Stunden wird Parasite nie langweilig, sondern unterhält bis zum Ende hin, was am angenehmen Tempo, den behandelten Themen und den cleveren Dialogen liegt, aber auch die Intrigen, um unliebsame Mitarbeiter los zu werden, wissen zu unterhalten.

Nicht nur die Handlung, die Thematiken und die Inszenierung wissen zu gefallen, sondern auch die Schauspieler liefern eine grandiose Performance ab und das Aufeinanderprallen von zwei Familien aus sozial völlig unterschiedlichen Welten bietet genug Material, um bis zum Ende zu begeistern.


Zusammengefasst ist Parasite ein großartiger Film aus Südkorea, der allein schon wegen seinem erzählerischen Konzept eine Sichtung wert ist, aber auch dank seiner zahlreichen anderen Stärken über die gesamte Laufzeit zu unterhalten weiß. Ich habe selten eine so clevere und unterhaltsame Gesellschaftssatire gesehen, was mich zur wohlverdienten Wertung absolut sehenswert führt, da Parasite von jedem Filmliebhaber ohne Bedenken gesehen werden kann!

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Arrival | Review

Titel: Arrival
Originaltitel: Arrival
Regie: Denis Villeneuve
Laufzeit: 117 Minuten
Release: 2016

Neben Passengers ist Arrival der zweite Science-Fiction-Film auf meiner Liste der Genrevertreter, die ich unbedingt sehen muss (weitere Rezensionen von dieser Liste folgen) und wie bei Passengers bereue ich die Sichtung von Arrival absolut nicht!


Außerirdische Kernfakten

Titel: Arrival
Originaltitel: Arrival
Regie: Denis Villeneuve
Laufzeit: 117 Minuten
Release: 2016


Als 12 außerirdische Raumschiffe an verschiedenen Orten auf der Welt landen werden die Linguistin Dr. Louise Banks und der Physiker Ian Donelly vom US-Militär für ein Team rekrutiert, dass mit den Aliens Kontakt aufnehmen soll. Nachdem der Erstkontakt kein Ergebnis liefert wird Louise damit beauftragt die Sprache der Aliens zu entschlüsseln damit Kommunikation möglich ist. Als der Besuch der Aliens von Seiten der Menschen zu eskalieren scheint, kommt alles anders als gedacht …


Arrival ist ein Genrevertreter dessen Grundkonzept äußerst clever und originell ist aber in seiner Komplexität den Zuseher nie überfordert, da sich die Geschichte zum Ende schlüssig zusammenfügt und in einem spektakulären Twist mündet, der weit von dem abweicht was man im Genre normalerweise erwartet.

Dazu kommt eine beinah schon nüchterne Kulisse des Raumschiffs, die aber in ihrer Einfachheit extrem starke Bilder erzeugt und die Aliens einerseits furchteinflößend aber auch faszinierend darstellt. An keiner Stelle wirkt Arrival billig, sondern wirkt durch die simple visuelle Aufmachung extrem stark und harmoniert perfekt mit seiner klugen, emotionalen Geschichte.

Wer durch den Fokus auf Linguistik, Sprache und Schrift etwas abgeschreckt sein könnte, kann beruhigt sein. Arrival ist zu keinem Zeitpunkt ein langatmiges Gedankenexperiment, sondern wird durch die beiden Hauptdarsteller (besonders durch Amy Adams als Louise) zu einem spannenden Geflecht aufgebaut und das Beobachten von Amy Adams wie sie eine Aliensprache dekodiert überzeugt mehr als es irgendein CGI Effektgewitter schaffen könnte!

Abschließend lässt sich Arrival als kühl inszenierter und (hochwertig) minimalistischer Science-Fiction-Film bezeichnen, dessen kluge Handlung den Zusher auf eine emotionale Reise mitnimmt, die sich am Ende harmonisch auflöst und einen Twist bietet, den man so nicht erwartet hätte. Ich kann Arrival bedenkenlos empfehlen, da der Film auch für Leute geeignet ist, die mit dem Genre eigentlich nichts anfangen können!

Somit bekommt Arrival ein absolut sehenswert, da ich seit I am Mother keinen so minimalistischen aber genialen Sci-Fi Film gesehen habe!

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Central Intelligence | Review

Titel: Central Intelligence
Originaltitel: Central Intelligence
Regie: Rawson Marshall Thurber
Laufzeit: 107 Minuten
Release: 2016

Ich bin ein riesiger Fan von Dwayne Johnson, aber erst seit knapp drei Jahren begeistert mich dieser Schauspieler mit jeder seiner Rollen. Von Felix habe ich den Film Central Intelligence empfohlen bekommen und der schlug in die gleiche Kerbe, wie die anderen Filme mit meinem liebsten Eierkopf!


Die actionlastigen Kernfakten

Titel: Central Intelligence
Originaltitel: Central Intelligence
Regie: Rawson Marshall Thurber
Laufzeit: 107 Minuten
Release: 2016


Mehr Filme mit Dwayne Johnson


Calvin Joyner führt ein normales Leben als Buchhalter und ist mit seiner High-School-Liebe verheiratet, aber er ist nicht wirklich zufrieden mit seinem Leben, weil ihm einst eine große Karriere vorausgesagt wurde. Das war vor 20 Jahren. Im Zuge eines Klassentreffens wird Calvin von seinem ehemaligen Mitschüler Robbie kontaktiert, der nun Bob Stone heißt und die letzten 20 Jahre trainiert hat. Als sich herausstellt, dass Bob ein flüchtiger CIA Agent ist, wird Calvin in eine irrsinnige Mission gezogen, in der nicht nur Bobs Ehrlichkeit und Calvins Loyalität getestet wird.


Central Intelligence ist eine recht simple Action-Komödie, deren größte Stärke ganz klar die Performance von Dwayne Johnson und Kevin Hart ist. Beide haben eine großartige Chemie miteinander und es ist extrem zu sehen, wie sich ihre konträren Rollen ergänzen. Dazu kommt eine schöne Botschaft, die der Film zum Schluss hin vermittelt.

Über die meiste Laufzeit hinweg bleibt Central Intelligence aber recht kompromislos und bedient sich bei klassischen Elementen des Action-Films aber auch der Buddy-Komödie, ohne irgendwelche nennenswerten Experimente. Das funktioniert soweit sehr gut, macht es für den Film aber schwer, sich aus der breiten Masse des Genres hervorzuheben. Somit entsteht der Eindruck einer gewissen Ambitionslosigkeit, die in den starken Momenten des Films von beiden Hauptdarstellern ausgehebelt wird.

Somit lässt sich zusammenfassen, dass Central Intelligence kein schlechter Film ist, aber sich über bereits etablierte Konventionen des Genres nicht hinauswagt und das sowohl erzählerisch wie inszenatorisch. Was den Film aber rettet und letztendlich gut macht, ist das grandiose Schauspiel von Kevin Hart & Dwayne Johnson, die mit ihrer großartigen Chemie zu begeistern wissen. Dazu kommt eine schöne Botschaft im Finale des Films. Von mir bekommt Central Intelligence die Wertung sehenswert!

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Passengers | Review

Titel: Passengers
Originaltitel: Passengers
Regie: Morten Tyldum
Laufzeit: 116 Minuten
Release: 2016

Ähnlich wie Arrvial (die Rezension dazu folgt in Kürze) ist auch Passengers seit einer halben Ewigkeit auf meiner Watchlist. Endlich konnte ich diesen Film nachholen!


Kerfakten

Titel: Passengers
Originaltitel: Passengers
Regie: Morten Tyldum
Laufzeit: 116 Minuten
Release: 2016


Das Raumschiff Avalon befindet sich mit 5000 Menschen im Kälteschlaf auf dem Weg zum Planeten Homestead II. Sowohl das Schiff, als auch der Planet werden von der Homestead Company verwaltet. 30 Jahre nach dem Start von der Erde hat eine der Schlafkapseln eine Fehlfunktion und der Mechaniker Jim Preston erwacht viel zu früh aus dem Schlaf. Eine Rückkehr in die Kapsel ist nicht möglich und eine Antwort auf einen Hilferuf erhält er frühestens in 55 Jahren. Nach einem Jahr, während dem er die ganze Station für sich hatte, sich mit einem Roboter „angefreundet“ hat und sich umbringen wollte entdeckt Jim die Schlafkapsel von Aurora. Durch einen Audiolog verliebt er sich in sie und als er sie schließlich aus dem Schlaf weckt, ändert sich das Schicksal der beiden für immer …

Zuerst mal die großen Pluspunkte von Passengers. Der Film sieht hervorragend aus und weiß nicht nur mit starken Bildern, sondern auch mit einigen optisch opulten Szenen zu gefallen. So weisen alle Szenen mit dem Swimmingpool des Raumschiffs, oder dem Weltall eine äußergewöhnliche Ästhetik auf, aber auch die Aufnahmen des Raumschiffs, innen wie außen, wissen zu gefallen.

Erzählerisch fällt Passengers leider etwas ab, trotz interessanter Themen und einer perfekten Prämisse für ein emotionales Drama. Man kann den Figuren ihr Dilemma auf jeden Fall abkaufen, wenngleich das Drama leider nie sein volles Potenzial ausschöpfen kann. So wird beispielsweise aus der Einsamkeit von Jim kaum was gemacht und dieses Thema wird auch etwas zu schnell abgehackt, um die maximale Wirkung zu erzielen.

Besonders zum Finale hin merkt man Passengers mit dem Einsatz eines actionlastigen Finales eine gewisse Formelhaftigkeit an, wobei dieses eine gewisse Spannung aufbaut, aber auch einen leicht beißenden Kontrast zum restlichen Film darstellt.

Alles in allem ist Passengers kein schlechter Film. Ja er bleibt hinter seinen Möglichkeiten und holt nicht das Maximum aus sich heraus, weiß aber trotzdem über seine Laufzeit von knapp 2 Stunden zu gefallen. Wer auf der Suche nach einem Science-Fiction-Liebes-Drama ist, sollte bei Passengers mal einen Blick riskieren. Man macht mit diesem Film grundlegend nichts falsch, was mich zu einem verdienten sehenswert führt!

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Code 8 | Review

Titel: Code 8
Originaltitel: Code 8
Regie: Jeff Chan
Laufzeit: 98 Minuten

2020 ist ein Jahr mit wenigen Superhelden/Comicverfilmungen, aber das ist nichts Schlechtes, denn so können Werke zur Geltung kommen, die normalerweise wahrscheinlich untergehen würden.

Code 8 basiert auf dem gleichnamigen Kurzfilm und entstanden unter der Regie von Jeff Chan sowie der Produktion von, unter anderen, den Amell Brüdern (Stephen Amell aus Arrow & Robbie Amell bekannt aus The Tomorrow People).


Titel: Code 8
Originaltitel: Code 8
Regie: Jeff Chan
Laufzeit: 98 Minuten


Die Zukunft. Vier Prozent aller Bewohner von Lincoln City sind mit Superkräften ausgestattet. Da die Superkräfte, welche unterschiedlich ausgeprägt sind, der Regierung ein Dorn im Auge sind, werden die Metawesen (Der DC Fanboy in mir erwacht!) von der Regierung streng überwacht, an den Rand der Gesellschaft gedrängt und somit driften sie immer weiter in die Armut aber auch in die Kriminalität ab. Um Geld für die Behandlung seiner schwerkranken Mutter zu verdienen, schließt sich Connor, ein Stufe 5 Electro, einem Verbrechersyndikat an, was ungeahnte Folgen für sein Leben hat …


Code 8 ist eine Mischung aus X-Men, den Infamous Spielen und dem klassischen Heist-Movie, was als Mix sehr gut funktioniert. Die Handlung hält, über die gesamte Laufzeit hinweg, bei der Stange, allerdings wird aus der Rassismus Thematik des Films (normale Menschen gegen die 4% mit Kräften) leider nicht mehr gemacht, obwohl sie im ersten Akt des Films einen großen Teil einnimmt.

Abgelöst wird der ethnische Konflikt durch eine Heist-Story, die jedoch sehr gut inszniert ist und der Spannungskurve des Films gut tut.

Eine der größten Stärken von Code 8 ist die Darstellung der Welt, die sich eindeutig auf den Spuren der X-Men und Infamous bewegt, aber stärker an der zweitgenannten Vorlage hängt, da auch in den Infamous Spielen die Menschen mit Superkräften streng beobachtet, gejagt und oft mit Missgunst gestraft werden.

Der Cast von Code 8 verdient ebenfalls ein Lob und besonders die Amell Brüder liefern jeweils eine tolle Performance ab, als zwei völlig konträre Figuren deren Sinn für das Richtige in unterschiedliche Richtungen geht!


Zusammengefasst ist Code 8 ein solider Science-Fiction-Thriller, der neben einer spannenden Handlung auch einen interessanten Genremix bietet. Leider wird aus der Rassismus-Thematik des ersten Akts nicht mehr gemacht im weiteren Verlauf des Films, aber dafür wird ein spannender Heist-Movie bis zum Finale geboten. Ich vergebe für Code 8 die Wertung sehenswert- !

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The Amazing Spider-Man (2012) | Review

Titel: The Amazing Spider-Man
Originaltitel: The Amazing Spider-Man
Regie: Marc Webb
Laufzeit: 136 Minuten
Release: 2012

Nach einer kleinen Pause kehrt der Spider-Friday auf DerStigler zurück und eigentlich wollte ich die beiden The Amazing Spider-Man Filme in einer Double Feature Review behandeln, habe mich dann dagegen entschiedenen, um mich vollends auf die einzelnen Filme zu stürzen!


Die trockenen Fakten zum Film

Titel: The Amazing Spider-Man
Originaltitel: The Amazing Spider-Man
Regie: Marc Webb
Laufzeit: 136 Minuten
Release: 2012


Nach dem Tod seiner Eltern lebt Peter Parker bei seinem Onkel und seiner Tante. In der Schule wird Peter von seinem Mitschüler Flash Thompson schikaniert und er fühlt sich zu Gwen Stacey hingezogen, die seine Gefühle zu erwidern scheint.

Eines Tages findet er im Keller eine Aktentasche seines Vaters, die eine Verbindung zu seiner Forschung bei Oscorp sowie zu Doktor Connors offenbart. Um mehr zu erfahren, schafft es Peter nach einigen Strapazen der Assistent von Connors zu werden. Während Peter durch den Biss einer genmanipulierten Spinne die Fähigkeiten bekommt, welche ihn zu Spider-Man machen, laufen die Experimente von Connors aus dem Ruder und er mutiert zur humanoiden Echse Lizard.

Während Peter den Verlust seines Onkels betrauert, der durch einen Raubüberfall stirbt, sich langsam an Gwen annähert und lernen muss, wie er seine Fähigkeiten für das Gute nutzt, will Lizard die Bewohner von New York in humanoide Reptielien, wie ihn, verwandeln.

Nach mehreren Begegnungen kommt es auf dem Dach des Oscorp-Towers zur finalen Schlacht. Spider-Man und Captain Stacey, Gwens Vater, stellen sich Lizard im finalen Kampf. Das Duo kann gewinnen, aber Captain Stacey stirbt an seinen erlittenen Wunden. Er entschuldigt sich bei Spider-Man und sagt ihm das die Stadt ihn braucht, bittet ihn aber auch sich von Gwen fernzuhalten. Es kommt zum Bruch mit Gwen, allerdings nicht ohne die Andeutung, dass er sich wohl nicht an das Versprechen halten kann …


Mein größtes Lob für The Amazing Spider-Man (2012) geht an Andrew Garfield und dessen großartige Performance, die auch nach 8 Jahren nicht an Charme aber auch an Autenzithät verloren hat. Er findet immer wieder den richtigen Ausdruck, die richtige Körperhaltung oder die richtigen Worte um glaubhaft DER Peter Parker/Spider-Man zu sein. Dazu kommt eine grandiose Chemie mit Emma Stone als Gwen Stacey, die eine starke, kluge aber auch liebevolle Partnerin für Spider-Man spielt.

Nicht nur die Haupt-, sondern auch die Nebenrollen sind hervorragend besetzt worden. Besonders Martin Sheen als Onkel Ben und Sally Field als Tante May sind sehr herzerwärmend aber auch äußerst authentisch als die treusorgende Familie für Peter.

Dem Film muss man aber auch eine virtuose Inszenierung zugutehalten. Marc Webbs Vision von Spider-Man ist hervorragend und gefällt von Anfang bis zum Ende. Die umfassende Handlung wird regelmäßig durch Kämpfe und/oder Drama aufgelockert, was dem Film ein hohes Tempo verleiht bis zum Finale. Außerdem glänzt The Amazing Spider-Man (2012) durch sehr viele starke Szenen, die erneut zeigen, dass Marc Webb sein Handwerk versteht!

Auch der Soundtrack, komponiert vom großartigen James Hornet, weiß sehr zu gefallen. Besonders das Titelthema ist ein gnadenloser Ohrwurm-Erzeuger, allerdings sorgt der Soundtrack auch für nötige Epik in vielen großartigen Szenen!


The Amazing Spider-Man (2012) ist ein grandioser Film und eine der besten Comicverfilmungen des letzten Jahrzehnts. Der Film besticht durch eine tolle Besetzung, eine meisterhafte Inszenierung und ein hohes Tempo, dass die überlange Laufzeit wie im Flug vergehen lässt. Wer sich für Spider-Man oder Comicverfilmungen begeistern kann oder einen tollen Einstieg in das Genre sucht, macht mit The Amazing Spider-Man (2012) nichts falsch. Ich vergebe für den Film die Wertung absolut sehenswert!

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Vaiana – Das Paradies hat einen Haken | Review

Titel: Vaiana – Das Paradies hat einen Haken
Originaltitel: Moana
Regie: Ron Clements & John Musker
Laufzeit: 103 Minuten
Release: 2016

Man nehme ein frisches Setting, tolle Lieder, eine spannende Handlung und ein Abenteuer auf hoher See. Fertig ist ein Animationsfilm, der mich sehr zu unterhalten weiß!

Damit herzlich willkommen zu meiner Vaiana (Moana) Rezension!


Vaiana ist nicht die Tochter des Stammeshäuptlings, sondern auch dessen designierte Nachfolgerin. Zusammen mit ihrem Stamm lebt sie auf der Insel Motunui in Polynesien. Als sich die Fischer beklagen, keinen Fang mehr zu machen und das Obst sowie Gemüse verfault, erfährt Vaiana von ihrer Großmutter, dass ihre Insel von Finsternis bedroht ist, wie auch so viele andere Inseln. Von ihr erfährt Vaiana auch von der Vergangenheit ihres Stammes als Seefahrer. Sie macht sich schließlich auf den Weg, um den Halbgott Maui davon zu überzeugen, der Göttin Te Fiti ihr „Herz“, ein mächtiges Artefakt, zurückzugeben, damit ihre Heimat gerettet werden kann …


Vaiana weicht vom klassischen Konzept der Disneyfilme ab und bewegt sich in erfrischend neuen Gewässern. Das Setting in Polynesien, sowie die Nutzung der Kultur/Mythologie der dort lebenden Menschen, wirkt unverbraucht und hebt den Film aus dem gigantischen Pool der Disney Animationsfilme hervor.

Die Handlung entwickelt sich etwas gemächlich, wird jedoch ab dem zweiten Drittel sehr spannend und bekommt eine gewisse Epik, die angenehm an die klassischen Disneyfilme des letzten Jahrhunderts erinnert. Generell hat Vaiana viele Eigenschaften klassischer Disneyfilme übernommen, wie die Wohlfühl-Botschaften, die trotteligen Tierbegleiter, oder die zahlreichen Lieder. Letztere sind zwar im O-Ton besser, nerven jedoch nicht in der deutschen Lokalisierung, wie es bei anderen Animationsfilmen der Fall ist.

Gegenüber den klassischen Merkmalen besitzt Vaiana einen deutlich moderneren Anstrich, der schon mit der titelgebenden Hauptfigur Vaiana anfängt, die, ähnlich wie Mulan, einen angenehmen Kontrast zu den beinah schon wehmütigen westlichen Prinzessinen bildet. Es ist ihre Intelligenz und Hitzköpfigkeit, die den Kontrast bildet und ein unterhaltsames Zusammenspiel mit Maui bildet, der an seiner Aufgabe wenig Interesse zeigt.


Zusammengefasst ist Vaiana ein toller Animationsfilm, der durch seine Handlung, die Charaktere, die Lieder, die Atmosphäre und der tollen Botschaft zu gefallen weiß. Das Tempo des Films ist hervorragend getroffen und Vaiana entwickelt sich genau richtig, um von Anfang an ebenso unterhalsam wie spannend zu sein.

Aus all den oben genannten Gründen vergebe ich für Vaiana die Wertung sehenswert+ !

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Blade of the Immortal (Film) | Review

Titel: Blade of the Immortal
Originaltitel: 無限の住人
Regie: Takashi Miike
Laufzeit: 141 Minuten
Release: 2017

Im Zuge der Anime-Offensive 2020 möchte ich den aktuellen Blade of the Immortal sehen. Bevor es soweit ist, habe ich mir den Live-Action Film mit dem gleichen Namen angesehen und er hat mich, trotz seiner Länge, sehr gut unterhalten!


Manji ist ein talentierter Schwertkämpfer, dem das Schicksal übel mitgespielt hat. Er kann nicht sterben, möchte aber seiner Schwester in den Tod folgen, die er nicht beschützen konnte. Durch Würmer in seinem Körper werden alle Wunden geheilt und selbst abgetrennte Gliedmaßen wachsen wieder an. 50 Jahre nach dem Tod seiner Schwester lernt er das Mädchen Rin kennen, die ihn für ihren Rachefeldzug rekrutieren will. Der mächtige Schwertkämpfer Anotsu und dessen Gefolge haben Rins Vater ermordert, als er sich weigerte, sich Anotsu anzuschließen.

Da Rin die Erinnerung an Manji‘s Schwester wieder erwachen lässt, willigt der Unsterbliche ein, ihr Leibwächter zu werden und ihr bei der Rache zu helfen …


Blade of the Immortal ist der 100te Film von Regisseur Takashi Miike, der ein Händchen dafür besitzt, Manga zu verfilmen. Man kennt Blade of the Immortal die episodenhafte Struktur der Mangavorlage an und diese stellt auch die Grundlage für den Spannungsbogen des Films dar. Jeder Schritt auf dem Pfad der Rache führt die Hauptfiguren ihrem Ziel näher, fügt aber auch dem Gesamtplot weitere Details hinzu.

Spannungsspitzen in Form der hervorragend choreografierten Duelle, sorgen dabei für den Kontrast zwischen den Dialogen. Obwohl Blade of the Immortal ein brutaler Film ist, dient die Gewalt als Stilmittel zur Intensivierung der Atmosphäre, statt bloße Massaker zu zelebrieren.

Der Film nimmt sich auch Zeit für seine beiden Hauptfiguren, um diese einzeln zu entwickeln, aber auch die Beziehung zwischen ihnen wird über die gesamte Laufzeit immer weiter ausgebaut.

Was mich bei Blade of the Immortal positiv überrascht hat, ist die hochwertige deutsche Synchronisation, bei der die Sprecher passend zu den Rollen gecastet wurden und diese den Figuren zum Teil ihre Identität verleihen.


Am Ende des Tages ist Blade of the Immortal ein sehr guter Film, der jedoch eher für eine bestimmte Zielgruppe ausgelegt ist. Fans von Takashi Miike kommen bei diesem Film auf ihre Kosten, aber auch Liebhaber von Mangaverfilmungen werden ihren Spaß mit diesem Werk haben. Wer jedoch mit dieser Art des Actionfilms nichts anfangen kann, sollte von Blade of the Immortal die Finger lassen.

Von mir bekommt der Film ein verdientes sehenswert!

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Der schwarze Diamant (Netflix Original) | Review [Netflixers – A Superbros Original #24]

Titel: Der schwarze Diamant
Originaltitel: Uncut Gems
Regie: Benny & Josh Safdie
Laufzeit: 130 Minuten

Der schwarze Diamant ist ein Film, dessen deutscher Titel etwas irreführend ist, weil im Zentrum ein schwarzer Opal steht, daher ist der englische Titel Uncut Gems (für ungeschliffene Edelsteine) schlüssiger!


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Howard ist ein jüdischer Schmuckhändler, der ein kleines Geschäft mitten im Diamantenviertel von New York betreibt. Ein Problem stellt allerdings Howards Spielsucht dar, die ihm immens hohe Schulden und Probleme mit Eintreibern bringt. Als er eines Tage eine lang ersehnte Lieferung von einem schwarzen Opal erhält, den er über Nacht verleiht, bricht sein fragiles Kartenhaus langsam zusammen …


Der schwarze Diamant lebt von seiner Handlung, die sich langsam entwickelt und der Zuseher dabei erblickt, wie der Protagonist unaufhaltsam in den Abgrund schlittert. Getragen wird der Film in erster Linie von Adam Sandler, der in diesem Werk seine (wahrscheinlich) beste Performance abliefert und einen ebenso anstrengenden, wie interessanten Charakter darstellt!

Auch die interessante Spannungskurve von Uncut Gems (der englische Titel klingt viel besser) muss erwähnt werden, da sich der Film sehr gemächlich entwickelt und auf keine bestimmte Spannungskurve hinsteuert, sondern langsam auf ein tragisches Finale hinarbeitet, dessen Ausgang im Vorfeld nicht gleich auszumachen ist, aber eine dunkle Vorahnung aufbaut.

Beim Genre bewegt sich Uncut Gems zwischen einem Drama, einer Komödie, sowie einem Krimi und ergibt so einen äußerst gelungenen Genremix, der dem Film sehr viele Facetten beschert.


Zusammengefasst ist Uncut Gems aka der schwarze Diamant ein sehr guter Film, mit der (wahrscheinlich) besten Adam Sandler Performance seiner Karriere. Erzählerisch, wie inszenatorisch ist der Film sehr gelungen und entwickelt sich in einem ganz eigenen Tempo, welches zu einem ebenso spannenden, wie dramatischen Höhepunkt führt.

Daher hat sich Uncut Gems die Wertung sehenswert verdient!


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The Purge – Election Year | Review

Titel: The Purge: Election Year
Originaltitel: The Purge: Election Year
Regie: James DeMonaco
Laufzeit: 109 Minuten

Die The Purge Quadrologie geht in die finale Runde und die Reihe hat sich mit dem zweiten & dritten Film echt gut entwickelt!


Mehr von The Purge:


Im Zentrum der Handlung steht die Senatorin Charlie Roan, eine Überlebende einer vorigen Purge, welche sich zur Wahl für die Präsidentin der Vereinigten Staaten hat aufstellen lassen. Ihr Ziel ist es die Purge abzuschaffen, gegen die bereits massiv protestiert wird. Als die jährliche Purge (siehe die andere Rezensionen, um was es bei der geht) anbricht, verbleibt Senatorin Roan in ihrem Haus, zusammen mit ihrem Sicherheitschef Leo (aus The Purge: Anarchy) und dessen Leuten.

Sie wird allerdings von Anhängern der Purge verraten und muss mit Leo flüchten, da ihr diese nach dem Leben trachten und in ihr eine Gefahr für das „neue“ Amerika sehen. Zur gleichen Zeit haben Joe und sein Marcos alle Hände voll zu tun ihren Laden vor purgenden Teenager zu verteidigen. Joe, Marcos, Charlie & Leo müssen, unterstützt von Laney und Dawn, die Nacht überstehen, gegen mordlüsterne Purger und schließlich gegen die politischen Gegner von Charlie antreten …


The Purge: Election Year setzt auf eine Mischung aus Polit-Thriller & Survival-Horror-Thriller, was überraschend gut harmoniert und sehr spannend inszeniert ist. Die Sozialkritik des Films wird sehr gut in den Part des Polit-Thrillers verarbeitet und die internen Machtkämpfe in den politischen Rängen der USA, um die Zukunft des Landes, sind sehr interessant.

Mein Highlight des Films sind aber alle Stellen an denen auf das Politische oder das Sozialkritische ge******en wird und die pure anarchistische Action abgeht. Wenn der Wahnsinn all jener die purgen wollen hervorbricht und der pure Überlebenskampf eintritt. Genau dann entfaltet der Film sein volles Potenzial und wird richtig unterhaltsam. Dies wird auch durch den tollen Cast unterstrichen der, wie im Vorgänger, eine tolle Performance abliefert!


Zusammengefasst ist The Purge: Election Year ein unterhaltsamer Genremix aus Polit-Thriller & Survival-Horror-Thriller, der spannende Charaktere bietet und dank der stetig ansteigenden Spannungskurve zu unterhalten weiß!

Ich vergebe für The Purge: Election Year ein verdientes sehenswert und freue mich, dass diese Reihe auf einer positiven Note endet!

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!


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Kikis kleiner Lieferservice | Review

Titel: Kikis kleiner Lieferservice
Originaltitel: 魔女の宅急便
Regie: Hayao Miyazaki
Laufzeit: 103 Minuten
Erscheinungsjahr: 1989

Die Anime Offensive 2020 meldet sich zurück und diese Folge, sowie die beiden Nächsten werden sich erneut mit den Ghibli Filmen beschäftigen. Eine gute Gelegenheit also, Filme nachzuholen, die ich noch nicht kenne, wie Kikis kleiner Lieferservice aus dem fernen Jahr 1989, basierend auf dem gleichnamigen Kinderbuch!


Die Anime Offensive 2020


Die junge Hexe Kiki verlässt mit 13 Jahren das Haus ihrer Eltern, um in der fremden Stadt ihr Hexenjahr zu absolvieren, damit sie ihre Hexenkräfte vervollständigen kann und somit die Tradition der Hexen erfüllt. Begleitet wird sie von ihrem Kater Jiji, der ihr helfend zur Seite steht und für jede Situation den passenden trockenen Spruch parat hat!

In ihrer Stadt der Wahl angekommen, versinkt Kiki anfangs in Verzweiflung, wie sie dort Fuß fassen und wo sie leben soll. Schnell findet sie jedoch Freunde und Unterkunft in einer Bäckerei. Ermutigt von der Besitzerin, beschließt Kiki einen eigenen Lieferservice zu eröffnen. Dabei kreuzt Tombo immer wieder ihren Weg, der die Welt von Kiki kräftig durcheinbar bringen wird.


Kikis kleiner Lieferservice ist ein liebevoller Animationsfilm, der es durchgehend schafft, eine gute Laune zu erschaffen und diese geschaffene Sympathie auch in den dunklen Phasen der Hauptfigur nicht verliert. Im Endeffekt erzählt der Film eine Geschichte über Selbstständigkeit, das Erwachsen werden, die erste Liebe und dem Finden von Freunden, bleibt dabei jedoch sehr bodenständig und wirkt zu keinem Moment überladen. Dies liegt daran, dass die einzelnen Themen der Geschichte harmonisch ineinander greifen und wie ein Uhrwerk als Gesamtheit hervorragend funktionieren. Ähnlich wie andere Filme, an denen Hayao Miazaki mitgewirkt hat, kombiniert auch Kikis kleiner Lieferservice Fantasy Elemente mit technischen Errungenschaften und zeigt eine Welt, in der Hexen ebenso natürlich sind wie Flugzeuge.

Trotz seines beachtlichen Alters verfügt Kikis kleiner Lieferservice über diesen bestimmten Ghibli Stil, wie ihn auch Das Schloss im Himmel, Das wandelnde Schloss, oder auch Prinzessin Mononoke haben, der einfach zeitlos wirkt und den Film zu jeder Zeit frisch wirken lässt, ohne erkennbare Spuren des Alters. Ebenso ist der Soundtrack, erneut aus der Feder des großartigen Joe Hisaishi, äußerst hörenswert und auch die deutsche Synchronisation zeugt wieder von hoher Qualität!


Zusammengefasst ist Kikis kleiner Lieferservice ein wunderbarer Animationsfilm mit vielen wertvollen Themen, einem tollen Soundtrack und einem zeitlosen Animationsstil, der auch nach all den Jahren immer noch zu gefallen weiß. Für jung und alt geeignet ist dieser Film zurecht ein kleiner Klassiker des Studio Ghibli und eine klare Empfehlung meinerseits. Mit diesem Film macht man grundlegend nichts falsch. Damit hat sich Kikis kleiner Lieferservice ein sehenswert+ total verdient!

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!


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The Purge – Anarchy | Review

Titel: The Purge: Anarchy
Originaltitel: The Purge: Anarchy
Regie: James DeMonaco
Laufzeit: 103 Minuten

Die The Purge Quadrologie geht in die dritte Runde. Nach einer viel zu langen Pause wohlgemerkt aber gut Ding braucht Weile!


Die andere The Purge Rezensionen:


Ein Jahr ist seit den Ereignissen des ersten Teils vergangen und erneut steht die Purge vor der Tür. Bei diesem jährlichen Ereignis sind für eine Nacht von 19 bis 7 Uhr alle Verbrechen, inklusive Mord erlaubt. Dadurch soll die Kriminalitätsrate & Arbeitslosenzahl gesenkt werden.

Im Zentrum der Handlung stehen Eva, Cali, Liz, Shane & Leo die, bis auf Leo, unfreiwillig an der Purge teilnehmen und keinen sicheren Hafen erreichen konnten beziehungsweise ihr Heim verlassen haben. Während Leo auf einem persönlichen Rachefeldzug ist schließen sich die anderen an, um zu überleben. Dabei muss die ungleiche Truppe sich mit vielfältigen Gefahren der Purge auseinandersetzen und die Nacht ist lang …


The Purge: Anarchy verzichtet auf die sozialkritischen Elemente des ersten Films und wirkt mehr, wie ein Survival-Horror-Thriller, der ab dem Beginn der Purge sehr gut unterhält, allerdings keiner festen Rahmenhandlung folgt. Vielmehr steht das Überleben der Truppe im Fokus, aber Leos Rachestory dient als ein Anker für die allgemeine Handlung.

Der Titel Anarchy ist Programm und statt Home-Invasion-Horror und aufgesetzter Sozialkritiker bekommt man knapp 90 Minuten pure Survival-Action mit Menschen, welche die Sau von der Kette lassen und inzwischen total von der Purge verblendet sind. Ergänzt wird dies durch ein paar moralische Konflikte deren Glaubhaftigkeit vom Cast ermöglicht wird. Dieser ist auch ziemlich gut gewählt und es macht Spaß der mit der Truppe mitzufiebern, wie sie die Nacht überstehen wollen.


Zusammengefasst ist The Purge: Anarchy sicherlich keine große Filmkunst aber ein verdammt unterhaltsamer Surivival-Horror-Thriller, der seinen Titel zum Programm macht und dabei überraschend gut zu unterhalten weiß!

Wenn ich einen The Purge empfehlen müsste, wäre es definitiv The Purge: Anarchy, da dieser Film alles kombiniert, was ich an The Purge mag!

Somit hat sich The Purge: Anarchy ein sehenswert verdient und ich bedanke mich für die Aufmerksamkeit. Wir lesen uns im nächsten Beitrag.


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Der Schacht (Netflix Original) | Review [Netflixers – A Superbros Original #23]

Titel: Der Schacht
Originaltitel: El Hoyo
Regie: Galder Gaztelu-Urrutia
Laufzeit: 94 Minuten

Nachdem unser Hirn im letzten Film auf kleiner Flamme weich gekocht wurde, wird es heute nicht nur tiefgründiger, sondern auch philosophischer mit einer gesunden Portion Horror.


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„Es gibt drei Arten von Leuten: die von oben; die von unten; die, die fallen.“

– Trimagasi: erste Worte im Film

Goreng hat sich freiwillig in den Schacht einweisen lassen, ein Gefängnis mit über 300 Ebenen. Nach sechs Monaten im Schacht soll er einen anerkannten Abschluss erhalten. Er erwacht auf der Ebene 48 mit seinem Zellennachbarn Trimagasi, der ihm widerwillig erste Informationen über das Gefängnis und den Alltag gibt. Je zwei Insassen sind für einen Monat auf einer Ebene und laden danach auf einer anderen. Von Ebene 1 bis 333 ist alles möglich. Im Boden jeder Ebene ist ein großes Loch. Einmal pro Tag wird ein Lift herabgelassen, auf dem sich erlesene Speisen befinden. Pro Ebene haben die Insassen zwei Minuten Zeit um zu essen. Je weiter der Lift nach unten fährt, umso weniger haben die Insassen zu essen. Goreng muss also nicht nur mit dem harten Alltag im Schacht klarkommen, sondern auch einen Sinn sowie Funken Menschlichkeit im Schacht finden …


Der Schacht ist ein sehr interessanter Film. Auf den ersten Blick will das Werk in die Kerbe von Cube schlagen, setzt den Fokus aber auf eine Allegorie auf den Kapitalismus, mit einem Klassensystem (Ober- und Unterschicht) sowie einer scharfen Kritik an sozialer Ungleichheit, mit dem daraus resultierenden Verlust von Menschlichkeit. Wer Oben ist, hat mehr und alle die darunter sind, sind weniger wert. Ein Dialog hat keinen Sinn. Gleichzeitig erfahren alle Insassen, sofern sie Überleben, das gleiche Schicksal mit der sozialen Ungerechtigkeit, sobald die Ebenen getauscht werden.

Ob sich dahinter ein soziales Experiment verbirgt, ist unklar, da der Film sehr wenig verrät, zumindest in den ersten beiden Akten. Im Finale werden dann doch ein paar Informationen mehr offenbart, die dem Film etwas die Dynamik sowie die Mystik nehmen. Schließlich ist es immer am spannendsten wenn man selbst Interpretationen zum Besten geben kann und sich Gedanken über die Hintergründe machen kann/muss.

Die verwendeten Themen heben sich klar vom typischen Einheitsbrei des Genres ab und lassen sehr viel Raum für Interpretation aber auch davon abgesehen bietet der Schacht eine dichte Atmosphäre und menschliche Abgründe, welche die Figuren im Gefängnis, zumindest die paar mit denen Goreng interagiert, interessant wirken lassen.

Einen großen Reiz übt das Gefängnis aus, welches in seiner Struktur endlos wirkt und beinah wie der Weg zum Himmel (nach oben), in die Hölle (nach unten) und mit dem Fegefeuer in der Mitte wirkt.


Der Schacht ist ein interessanter aber auch komplizierter Film, der auf den ersten Blick wie ein Verschnitt des Klassiker Cube wirkt, aber auf den zweiten Blick so viel mehr zeigt und zu bieten hat. Die sozialkritischen Themen werden clever verpackt und gleichzeitig offenkundig genutzt, um allen Zusehern in Nuancen den Tiefgang zu präsentieren aber nur denen, die etwas über den Film nachdenken, das volle Potenzial des Tiefgangs eröffnen. Leider verliert sich der Film zum Ende hin etwas zu sehr in Gewalt und verrät auch ein paar Details zu viel für das eigene Wohl.

Trotzdem vergebe ich für Der Schacht ein verdientes sehenswert- !

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!


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