Warum es keine (vollwertige) Rezension zur Artemis Fowl Verfilmung geben wird! | Gedankenspiel

Titel: Artemis Fowl
Originaltitel: Artemis Fowl
Regie: Kenneth Branagh
Laufzeit: 95 Minuten
Release: 2020

Eigentlich wollte ich mich nach der Zoomania Review um Artemis Fowl kümmern, danach Oben rezensieren und dann mit den Netflixers bzw. der Anime-Offensive weitermachen. Diesen Plan muss ich aber etwas abändern …


Diebische Kernfakten

Titel: Artemis Fowl
Originaltitel: Artemis Fowl
Regie: Kenneth Branagh
Laufzeit: 95 Minuten
Release: 2020


… was ganz simpel an dem Umstand liegt, dass Artemis Fowl ein wahrer Krampf war zum Sichten. Ich hatte bereits im Vorfeld meine Bedenken und nach den ersten Presse/Userstimmen wurden diese nur noch stärker. Seit das Zeiträtsel weiß ich um die maue Qualität von Buchverfilmungen seitens Disney, aber Artemis Fowl markiert einen neuen Tiefpunkt, wobei nicht alles am Film schlecht ist.

So ist die Welt von Artemis Fowl äußerst interessant und durchaus eine Beachtung wert, aber der Film nimmt sich zu viel vor und will zu viel etablieren, um wirklich unterhaltsam zu sein. Leider wirkt die Handlung des Films äußerst belanglos und basiert offenkundig auf mehr, als einem Buch des Roman-Zyklus, aber allgemein wirkt der Streifen äußerst überladen und verwirrend!

Im Zentrum der Handlung steht der zwölfjährige Artemis Fowl, seines Zeichens Genie, der seinen Vater aus den Händen einer mysteriösen Gestalt retten will. Dazu muss er jedoch ein Artefakt der Elfen besorgen, von deren Existenz er durch die Aufzeichnungen seines Vaters erfährt. Nachdem er es schafft, eine Elfe gefangen zu nehmen, nimmt seine Unternehmung ungeahnte Ausmaße an.

Was erzählerisch durchaus spannend klingen mag, entpuppt sich als spannungslos erzählter „Thriller“, der nicht nur überladen ist, sondern auch qualitativ nicht zu überzeugen weiß. Sowohl die Schauspieler, als auch deren Performance wirken nicht überzeugend, sondern bestenfalls bemüht und Figuren, die mit CGI (teilweise, oder vollständig) dargestellt werden, können auch nicht überzeugen. Da hilft auch das durchaus ansehnliche Reich des Erdvolks, oder der tolle Soundtrack nicht mehr weiter.

Somit lässt sich nur noch sagen, dass man Artemis Fowl durchaus ignorieren kann und sich andere Filme aus Science-Fiction, Fantasy, oder dem Science-Fantasy Genre ansehen sollte. Die wesentlichen Kritikpunkte, die ich an dem Film habe, wurden bereits genannt. Es war ein echter Krampf und ganz ehrlich, ich habe es nichtmal bis zum Ende geschafft. Das war mir dann doch zu viel verschwendete Zeit.

Habt ihr Artemis Fowl gesehen? Was ist eure Meinung zum Film?

Ich bedanke mich für die Aufmerksamkeit. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!


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Horns (Film) | Review

Titel: Horns
Originaltitel: Horns
Regie: Alexandre Aja
Laufzeit: 120 Minuten
Release: 2013

Stephen King ist seit Jahrzeiten ein großer Name in der Literatur, aber auch sein Sohn Joseph Hillstrom King, Pseudonym Joe Hill, erfreut sich großer Popularität und was passiert, wenn literarische Werke populär werden? Richtig, sie werden verfilmt und Horns basiert auf dem gleichnamigen Roman. Kurzum heute geht es um Horns, der unter der Regie von Alexandre Aja entstand, dessen Werk ich wiederum sehr mag und damit schließt sich der Kreis, aber auch das Vorwort!


Gehörnte Kernfakten

Titel: Horns
Originaltitel: Horns
Regie: Alexandre Aja
Laufzeit: 120 Minuten
Release: 2013


Für Ignatius „Ig“ Perrish läuft es im Moment nicht optimal. Seine Freundin Merrin wird tot im Wald gefunden und er wird verdächtigt, der Mörder zu sein. Von seiner Unschuld ist kaum jemand, selbst aus seinem engsten Umfeld, überzeugt und er wird auf Schritt und Tritt von Reportern verfolgt. Eines Tages erwacht Ig mit Hörnern, die ihm aus dem Kopf wachsen. Von diesem Moment an erzählen ihm die Leute ihre dunkelsten Geheimnisse, sehnlichsten Wünsche und Sünden. Mit seiner neuen Gabe will Ig den Mörder von Merrin finden und taucht dabei in die Abgründe der menschlichen Seele hinab, stößt aber auch auf mehr, als er erwartet …

Horns vereint die Genres Drama und Horror zu einem dunklen Mix, der zu Beginn durch eine Prise schwarzen Humor aufgelockert wird, aber im Verlauf des Films einen immer dunkleren Ton anschlägt. Die Handlung entwickelt sich langsam aber stetig zu einem emotionalen Finale, das die Ab- und Beweggründe der Hauptfiguren mehrmals auf den Kopf stellt und durch einen soliden Twist zu unterhalten weiß. Zwar erfindet Horns mit seinem Plottwist im Finale das Genre nicht neu und man kann bereits im Vorfeld erahnen, wer der Mörder ist, aber die Inszenierung, in Kombination mit Merrins Hintergrundgeschichte, ergeben ein stimmiges Bild.

Effektechnisch gehört Horns zu den zahmeren Filmen von Alexandre Aja, was weniger Splatter/Gore, aber dafür eine dichte Dark-Fantasy Atmosphäre bedeutet. Dabei lässt sich auch hier ein Wandel vom etwas helleren ersten Akt bis zum düsteren finalen Akt erkennen.

Mit Horns beweist Daniel Radcliff, dass er zu weit mehr fähig ist, als nur Harry Potter zu verkörpern. Es ist die Performance von Radcliff, die den Film prägt und einen großen Teil der Atmosphäre erzeugt. Die Mischung aus Schuldbewusstsein, Verletzlichkeit, emotionaler Nackheit und dem Drang nach der Wahrheitsfindung machen die Darstellung von Ig Perrish durch Radcliff so besonders.

Alles in allem ist Horns ein interessanter Dark-Fantasy-Horror-Drama Hybrid, dessen größte Stärken die Atmosphäre und die Performance von Daniel Radcliff sind. Alleine schon wegen seines Genremix ist Horns, aber auch den beiden vorhin genannten Stärken und der interessanten Handlung kann man diesem Film eine Chance geben. Ich vergebe für Horns die Wertung sehenswert!

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!


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Flüstern des Meeres – Ocean Waves | Review

Titel: Flüstern des Meeres – Ocean Waves
Originaltitel: 海がきこえる
Regie: Tomomi Mochizuki
Laufzeit: 72 Minuten
Erscheinungsjahr: 1993

Mit Flüstern des Meeres – Ocean Waves habe ich aktiv meinen ersten Ghibli Film gesehen, an dem sowohl Hayao Miyazaki, als auch Joe Hisaishi nicht beteiligt waren, aber dennoch war Flüstern des Meeres – Ocean Waves trotz der daraus resultierenden Andersartigkeit keineswegs schlecht!


Die Anime Offensive 2020


Als die attraktive siebzehnjährige Rikako Mutō von ihrer Schule in Tokio nach Kōchi, auf die Insel Shikoku, wechselt, lernt sie die beiden langjährigen Freunde Taku Morisaki und Yutaka Matsuno kennen. Schnell wird die Freundschaft von Taku und Yukata auf die Probe gestellt, da sich eine Dreiecksbeziehung mit Rikako bildet, die durch ihre unnahbare Art das Leben der beiden alles andere als einfach macht. Während Rikako immer verschlossener wird, leidet die alte Freundschaft von Taku und Yutaka immer weiter. Dies führt schließlich zum Bruch …


Flüstern des Meeres – Ocean Waves kommt, im Gegensatz zu vielen anderen Ghibli Filmen, gänzlich ohne Fantasy Elemente aus und erzählt stattdessen ein Liebesdrama mit Coming of Age Elementen, dessen Handlung sehr bodenständig und wesentlich geerdeter ist, als in den meisten anderen Filmen dieses Genres. Das Herzstück des Films sind die drei Hauptfiguren und deren schwierige Beziehung zueinander, wobei sich der Film die Zeit nimmt, sowohl den Sympathieträger Taku, als auch die Unsympathieträgerin Rikako auszubauen.

Trotz seiner recht knappen Laufzeit, ebenfalls im Vergleich zu anderen Ghibli Filmen, kommt Flüstern des Meeres – Ocean Waves mit relativ detaillierten Figuren des Weges und verfügt über ein relativ hohes Tempo, wenngleich der erzählerische Tiefgang aus anderen Werken des Studios fehlt. Dies geht allerdings auch mit der kürzeren Laufzeit einher, oder simpler ausgedrückt: Der Film hat ein relativ hohes Tempo, ist aber bei weitem weniger spannend, als andere Werke des Studios.

Auch wenn der Film erzählerisch nicht so stark ist, verdient der Zeichenstil eine lobende Erwähnung. Dieser wirkt erfrischend anders, als die Werke von Meister Miyazaki, aber der Stil gibt Flüstern des Meeres eine ganz eigene Atmosphäre und wirkt auch recht erfrischend, wenngleich etwas weniger zeitlos. Der Soundtrack ist in diesem weniger stark, als in anderen Werken, unterstreicht jedoch das Drama um die Dreiecksbeziehung sehr gut und fügt sich angenehm in den Hintergrund ein. Auch die deutsche Lokalisierung ist gewohnt hochwertig und auch für die damalige Zeit herausragend, da gerade die 90er nicht die optimalste Zeit für deutsche Lokalisierungen im Bereich Anime waren.


Alles in allem ist Flüstern des Meeres – Ocean Waves kein Meisterwerk der jüngeren Mitarbeiter des Studio Ghibli, aber dafür ein solides Drama, um eine relativ komplexe Dreiecksbeziehung. Die Themen Liebe und Freundschaft werden geerdet vermittelt und der Film erzählt ohne Mätzchen seine bewegende Jugendgeschichte, deren Ende nochmal einiges herausholt. Selbst wenn der Film nicht den Kultstatus anderer Ghibli Filme erreicht, so weiß das Jugenddrama zu unterhalten und stellt einen angenehmen Kontrast zum restlichen Werk des Studio Ghibli dar. Somit bekommt Flüstern des Meeres – Ocean Waves von mir die Wertung sehenswert- !

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!


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Midway – Für die Freiheit | Review

Titel: Midway – Für die Freiheit
Originaltitel: Midway
Regie: Roland Emmerich
Laufzeit: 139 Minuten

Hey, endlich wieder ein Historiendrama auf dem Blog. Das hatten wir schon länger nicht mehr und dazu noch eines über den zweiten Weltkrieg. Auf Midway habe ich mich seit dem ersten Trailer gefreut, auch wenn Roland Emmerich nicht zu meinen bevorzugten Filmemachern zählt. Warum mir der Film trotzdem gut gefallen hat, erfahrt ihr jetzt!


Mehr Historienfilme

Die dunkelste Stunde

Dunkirk

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Outlaw King


Wir schreiben das Jahr 1937. Der Zweite Weltkrieg bahnt sich an, aber in Asien beginnt der Pazifikkrieg zwischen dem Kaiserreich Japan und China. Edwin T. Layton, der amerikanische Marineattache in Japan, erhält vom japanischen Admiral Yamamoto die indirekte Warnung, dass ein Kappen der Ölversorgung Japans durch die USA die radikalen Kräfte im Land stärken würde …

Drei Jahr später. Der Zweite Weltkrieg tobt in Europa und in Asien erobern die Japaner immer mehr Gebiete. Im Zuge eines Überraschungsangriff attackieren japanische Truppe den Marinestützpunkt Pearl Harbor, was die USA in den Krieg zwingt, um Asien und sich selbst vor dem japanischen Kaiserreich zu retten.


Midway schildert die Ereignisse des Pazifikkrieges vom Anfang 1937, über den Angriff auf Pearl Harbor, bis hin zur legendären Schlacht um Midway aus der Sicht verschiedener Figuren, vornehmlich dem Sturzkampfpiloten Richard Hasley Best. Dabei verzichtet der Film weitestgehend auf den Patriotismus, der eigentlich zu erwarten war, sondern schildert den Krieg recht schonungslos und zeigt die USA mehr als die Hälfte des Films mit dem Rücken zur Wand, was auch weitestgehend der Realität entspricht. Auf der anderen Seite wird auch die japanische Seite beleuchtet, die durchaus wissen, dass sie den Krieg langfristig nicht gewinnen können, wenn die USA ihr volles Potenzial entfesselt.

Ein großes Lob muss ich an den Cast aussprechen, der großteils zu überzeugen weiß und durch den die Atmosphäre des Krieges einerseits authentisch, amdererseits durch die stark inszenierten Bilder, die leider oftmals stark vom CGI geschwängert wurde, manchmal etwas überzogen wirkt. Die größte Herausforderung eines Historienfilms ist es, eine bekannte Geschichte so zu erzählen, das sie sich an historische Tatsachen hält, aber gleichzeitig spannend ist. Dieses Kusntstück schafft Midway sehr gut!

Zusammengefasst mag Midway sicher nicht das beste Historiendrama aller Zeiten sein, weiß aber seine historische Vorlage spannend zu erzählen und dabei (teilweise) interessante Charaktere zu etablieren, wobei auch ein klarer Hauptcharaker gestellt wird, der dem Zuseher als Anker dient. Die Bilder des Films sind sehr imposant, auch wenn man das CGI gut erkennt, was die Authentizität etwas leiden lässt. Ich vergebe für Midway die Wertung sehenswert!

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Der Schacht (Netflix Original) | Review [Netflixers – A Superbros Original #23]

Titel: Der Schacht
Originaltitel: El Hoyo
Regie: Galder Gaztelu-Urrutia
Laufzeit: 94 Minuten

Nachdem unser Hirn im letzten Film auf kleiner Flamme weich gekocht wurde, wird es heute nicht nur tiefgründiger, sondern auch philosophischer mit einer gesunden Portion Horror.


Die Netflixers Übersichtsseite


„Es gibt drei Arten von Leuten: die von oben; die von unten; die, die fallen.“

– Trimagasi: erste Worte im Film

Goreng hat sich freiwillig in den Schacht einweisen lassen, ein Gefängnis mit über 300 Ebenen. Nach sechs Monaten im Schacht soll er einen anerkannten Abschluss erhalten. Er erwacht auf der Ebene 48 mit seinem Zellennachbarn Trimagasi, der ihm widerwillig erste Informationen über das Gefängnis und den Alltag gibt. Je zwei Insassen sind für einen Monat auf einer Ebene und laden danach auf einer anderen. Von Ebene 1 bis 333 ist alles möglich. Im Boden jeder Ebene ist ein großes Loch. Einmal pro Tag wird ein Lift herabgelassen, auf dem sich erlesene Speisen befinden. Pro Ebene haben die Insassen zwei Minuten Zeit um zu essen. Je weiter der Lift nach unten fährt, umso weniger haben die Insassen zu essen. Goreng muss also nicht nur mit dem harten Alltag im Schacht klarkommen, sondern auch einen Sinn sowie Funken Menschlichkeit im Schacht finden …


Der Schacht ist ein sehr interessanter Film. Auf den ersten Blick will das Werk in die Kerbe von Cube schlagen, setzt den Fokus aber auf eine Allegorie auf den Kapitalismus, mit einem Klassensystem (Ober- und Unterschicht) sowie einer scharfen Kritik an sozialer Ungleichheit, mit dem daraus resultierenden Verlust von Menschlichkeit. Wer Oben ist, hat mehr und alle die darunter sind, sind weniger wert. Ein Dialog hat keinen Sinn. Gleichzeitig erfahren alle Insassen, sofern sie Überleben, das gleiche Schicksal mit der sozialen Ungerechtigkeit, sobald die Ebenen getauscht werden.

Ob sich dahinter ein soziales Experiment verbirgt, ist unklar, da der Film sehr wenig verrät, zumindest in den ersten beiden Akten. Im Finale werden dann doch ein paar Informationen mehr offenbart, die dem Film etwas die Dynamik sowie die Mystik nehmen. Schließlich ist es immer am spannendsten wenn man selbst Interpretationen zum Besten geben kann und sich Gedanken über die Hintergründe machen kann/muss.

Die verwendeten Themen heben sich klar vom typischen Einheitsbrei des Genres ab und lassen sehr viel Raum für Interpretation aber auch davon abgesehen bietet der Schacht eine dichte Atmosphäre und menschliche Abgründe, welche die Figuren im Gefängnis, zumindest die paar mit denen Goreng interagiert, interessant wirken lassen.

Einen großen Reiz übt das Gefängnis aus, welches in seiner Struktur endlos wirkt und beinah wie der Weg zum Himmel (nach oben), in die Hölle (nach unten) und mit dem Fegefeuer in der Mitte wirkt.


Der Schacht ist ein interessanter aber auch komplizierter Film, der auf den ersten Blick wie ein Verschnitt des Klassiker Cube wirkt, aber auf den zweiten Blick so viel mehr zeigt und zu bieten hat. Die sozialkritischen Themen werden clever verpackt und gleichzeitig offenkundig genutzt, um allen Zusehern in Nuancen den Tiefgang zu präsentieren aber nur denen, die etwas über den Film nachdenken, das volle Potenzial des Tiefgangs eröffnen. Leider verliert sich der Film zum Ende hin etwas zu sehr in Gewalt und verrät auch ein paar Details zu viel für das eigene Wohl.

Trotzdem vergebe ich für Der Schacht ein verdientes sehenswert- !

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Horse Girl (Netflix Original) | Review [Netflixers – A Superbros Original #20]

Titel: Horse Girl
Originaltitel: Horse Girl
Regie: Jeff Baena
Laufzeit: 103 Minuten

In letzter Zeit ziehe ich psychodelische Film wohl magisch an. Nach Midsommar und The Lodge ist Horse Girl der dritte Film, in dem die Grenze zwischen Realität und Traum verschwimmt.


Sarah, eine sozial isolierte Frau, arbeitet in einem Kunsthandwerksgeschäft, verbringt ihre Abende gern mit Mystery-Krimiserien und liebt Pferde. Als sie regelmäßig unter surrealen Träumen leidet, beginnt ihr Leben langsam aus den Fugen zu geraten. Sie beginnt die Wahrheit hinter ihre Träumen zu erkunden, so unglaublich sie auch sein mag. Trotz der gewichtigen Themen schafft es Horse Girl leider nicht, wirklichen Tiefgang zu erzeugen, oder dem Zuseher einen tiefen Blick in die Psyche der Protagonistin Sarah zu gewähren. Dennoch ist der Mix aus psychischer sowie sozialer Isolation, der daraus resultierenden geistigen Abnutzung und diversen Wahnvorstellungen/Verschwörungstheorien, verstärkt durch die fiktive Lieblingsserie Sarahs als Knotenpunkt, sehr interessant. Das Herzstück von Horse Girl ist ganz klar das Schauspiel von Alison Brie als Hauptfigur Sarah. Sie trägt den Film und nimmt den Zuseher, besonders im letzten Drittel des Films, auf eine surreale Reise in eine Welt jenseits der Realität mit.

Zusammengefasst mag Horse Girl kein Meisterwerk, oder gar genredefinierend sein, aber die Handlung, die Hauptdarstellerin und der Surrealismus wissen gut genug zu unterhalten, um eine Sichtung definitiv zu rechtfertigen. Somit hat sich Horse Girl, trotz mangelndem Tiefgang, die Wertung sehenswert verdient!

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Triple Frontier (Netflix Original) | Review [Netflixers – A Superbros Original #19]

Titel: Triple Frontier
Originaltitel: Triple Frontier
Regie: J. C. Chandor
Laufzeit: 125 Minuten

Wow Triple Frontier ist seit dem Release auf Netflix Teil meiner Watchlist und ENDLICH habe ich den Film gesehen, was sich durchaus gelohnt hat. Warum? Das erfahrt ihr jetzt!


Santiago „Pope“ Garcia rekrutiert vier seiner alten Kameraden, um ihn bei einer Mission zu Unterstützen das Vermögen eines Drogenbarons für die kolumbianische Regierung zu beschlagnahmen. Im Zuge ihrer Mission wird das Teammitlgied „Redfly“ Davis von der Gier übermannt, als das Vermögen des Drogenbarons wesentlich größer ist als erwartet. Als zwei Wachen ermordet werden, eskaliert die Mission und die Loyalität der ehemaligen Kameraden wird auf eine harte Probe gestellt. Triple Frontier ist ein interessanter Thriller, dessen Kernthemen Loyalität und Gier, sowie das Zusammenspiel beider Eigenschaften sind. Die Hauptfiguren werden regelmäßig der Frage ausgesetzt, ob sie bereit sind, für das eigene Wohl eine riesige Menge Geld wegzuwerfen, obwohl sie es dringend benötigen. Erzählerisch entwickelt sich der Film langsam, ist jedoch zu keinem Punkt langweilig, sondern hat ein relativ hohes Tempo, in dem die Figuren durch ihren Überlebenskampf geführt werden. Man muss aber auch erwähnen, dass die Glaubwürdigkeit der Situationen, in denen sich die Figuren entscheiden müssen, im Laufe der Handlung immer wieder etwas strapaziert wird.

Zusammengefasst ist Triple Frontier ein solider Thriller-Drama-Hybrid, der trotz seiner langen Laufzeit ein hohes Tempo bietet und in erster Linie von den Figuren, als von der Handlung lebt. Die Thematik mit den Veteranen, die nach ihrem Dienst in massive Probleme geraten, ist altbekannt, funktioniert dennoch sehr gut und die Besetzung der Hauptfiguren macht insgesamt einen sehr guten Job. Wer einen abendfüllenden Thriller, mit hohem Tempo, aber relativ geringer Spannungskurve sucht, sollte bei Triple Frontier einen Blick riskieren, da dieser Film wesentlich unterhaltsamer ist, als die meisten anderen Genrekollegen auf Netflix. Ich vergebe für Triple Frontier die Wertung sehenswert!

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The Highwaymen (Netflix Original) | Review | Die Netflixers – A Superbros Original #3

Titel: The Highwaymen
Originaltitel: The Highwaymen
Regisseur: John Lee Hancock
Laufzeit: 132 Minuten
Genre: Thriller
Erscheinungsjahr: 2019

Die Netflixers geht in die dritte Runde und nach den beiden eher mittelmäßigen Filmen wird es Zeit für etwas hochwertigeres!


Kernfakten zum Film

Titel: The Highwaymen

Originaltitel: The Highwaymen

Regisseur: John Lee Hancock

Laufzeit: 132 Minuten

Genre: Thriller

Erscheinungsjahr: 2019


Andere Netflixer Beiträge und Netflix Originals Rezensionen


Handlung

Die USA im Jahr 1934. Das Verbrecherduo Bonny & Clyde halten die Behörden der Nation in Atem und haben bereits einige Polizisten ermordet.

Nachdem die beiden den Ausbruch einiger Gefangener in Texas organisiert haben und danach sechs weitere Polizisten getötet haben übergibt die Gouverneurin Miriam A. Ferguson den Fall an Frank Hamer, einen ehemaligen Texas Ranger. Sein Auftrag lautet das Duo zu stoppen, koste es, was es wolle. Somit wird der Fall nun nicht nur vom FBI und der regionalen Polizei behandelt.

Zusammen mit seinem ehemaligen Partner Maney Gault begibt sich Frank auf die Suche nach Bonny & Clyde, was sich schwieriger gestaltet als erwartet. Ein bleihaltiger Showdown scheint während der Verfolgung immer unausweichlicher …

Meine Meinung zum Film

Ich wusste zu Beginn nicht so recht was ich mit dem Film anfangen, da ich keinen Bezug zu Bonny & Clyde habe aber somit konnte ich völlig unvoreingenommen an die Thematik herantreten und ich wurde zwei Stunden lang recht gut unterhalten. Das Zusammenspiel von Kevin Costner als Frank und Woody Harelson als Maney ist klar das Kernstück des Films.

Der Fokus der Handlung liegt weniger auf Bonny & Clyde, sondern auf den beiden alten Texas Rangern und wie sie sich auf die Jagd begeben, obwohl sie eigentlich ihren Ruhestand genießen wollen. Trotz mancher Längen in der Mitte des Films ist die Spannungskurve konstant hoch und besonders im finalen Akt wird hervorragend auf den Showdown hingearbeitet.

Fazit

Alles in allem ist The Highwaymen ein solider Kriminalfilm, der das Genre zwar nicht neu erfindet aber dank zwei hervorragenden Schauspielern in den Hauptrollen, guten Dialogen und etwas Witz über einen Großteil der Handlung hinweg unterhält. Ich vergebe für The Highwaymen die Wertung sehenswert, da der Film über mehr Stärken als Schwächen verfügt!

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Das Filmjahr 2018: Dramen | Podcast #3

Es geht weiter mit unserem großen Jahresrückblick zum Filmjahr 2018. Mit dabei ist wieder Mara aka Ainu89. Heute widmen wir uns den Dramen des Filmjahrs 2018!

Aquaman (DCEU) | Gedankenspiel

Titel: Aquaman (DCEU)
Originaltitel: Aquaman (DCEU)
Regie: James Wan
Laufzeit: 139 Minuten
Genre: Comicverfilmung
Erscheinungsjahr: 2018

Aquaman ist inzwischen ein fester Bestandteil des DCEU Filmuniversums. Nach einem ersten Auftritt in Dawn of Justice sowie einer prominenteren Rolle in Justice League, dem gescheiterten Crossover, hat der „Wassermann“ endlich seinen lang erwarteten Solofilm bekommen. Regie führte Horrormeister James Wan und der gute Mann hat gezeigt, dass er mehr kann als nur Horrorfime zu inszenieren.

Für diesen Film und alle kommenden Comicverfilmungen werde ich von klassischen Rezensionsformat absehen und mich eher auf die einzelnen Aspekte in Kombination mit meinem Comicwissen konzentrieren.

An dieser Stelle gilt eine kleine Spoilerwarnung!

Kernfakten zum Film

Titel: Aquaman (DCEU)

Originaltitel: Aquaman (DCEU)

Regie: James Wan

Laufzeit: 139 Minuten

Genre: Comicverfilmung

Erscheinungsjahr: 2018


Weitere Beiträge zum DCEU

Filme


Handlung & Figuren/Schauspieler

Aquaman erzählt mehrere Handlungsstränge und orientiert sich erzählerisch an Wonder Woman und Dawn of Justice wobei erstgenannter Film klar das primäre Vorbild ist. Der Zuseher erlebt sowohl den Streit um Atlantis Thron, den Werdegang von Arthur Curry zum richtigen Thron und den Aufstieg von Black Manta, der Nemesis von Aquaman. Wirkt der Film zu Beginn etwas gehetzt und übertrieben nimmt man sich in der Mitte mehr Zeit für die Charakterentwicklung sowohl aufseiten der Helden als auch der Schurken.

Jason Momoa verkörpert zwar einen kampferprobten Helden, der aber noch seinen Platz finden muss und eine Bestimmung zu erfüllen hat. Zuerst unfreiwillig in die Handlung hineingezogen entwickelt sich Arthur Curry/Aquaman im weiteren Verlauf zu einem richtigen Helden, weil er keine Wahl hat, aber genau das macht ihn heroisch. Als Sohn des Meeres und des Landes muss er, ganz wie in den Comics, die Brücke zwischen beiden Welten sein und den drohenden Krieg verhindern.

Als Gegenstück dient Patrick Wilson als Aquamans Halbbruder König Orm, der seine Welt (die Meere) retten möchte und sich vom tragischen König zum grausamen Eroberer entwickelt. Dazu kommt der Zwist mit Arthur und die Furcht vor dem Verlust des Throns. Orm sieht sich als der rechtmäßige Ocean Master und somit Herrscher der Weltmeere. Um alle Völker unter Wasser zu vereinen und der Oberwelt den Krieg zu bringen, geht er über Leichen.

Der „wahre“ Schurke des Films wird jedoch von Yahya Abdul-Mateen II verkörpert. David Kane ist zu Beginn ein Pirat entwickelt nach einer wenig erfreulichen Begegnung mit Aquaman einen brennenden Zorn auf den Helden und sinnt auf Rache. Seine „Motivation“ Black Manta zu werden ist die gleiche wie in den Comics und absolut nachvollziehbar. Ich vermute und hoffe auf einen weiteren Auftritt Black Mantas in kommenden Aquaman Filmen.

Den Abschluss im Kreis der relevanten Figuren bilden Mera (Amber Hear), Atlanna (Nicole Kidman) und Vulko (William Dafoe) die Aquaman in seiner Mission unterstützen beziehungsweise Atlanna ist als Aquamans Mutter dessen wichtigster Anker.

Stilmittel, CGI und Soundtrack

Aquaman baut unterschiedlichste Genreelemente in seinen Handlungssträngen, wirkt dabei jedoch nicht überladen, was mich ehrlich gesagt überrascht. So haben wir Elemente aus dem Drama sowie dem Fantasy, Science-Fiction, Action und Horrorfilm. Besonders die Horrorelemente von Aquaman sind eines der Highlights des Films und unterstreichen die Fähigkeiten von James Wan. Ein weiteres Stilmittel sind drehende Kameraaufnahme und eher längere Shots, die besonders in den teils überraschend brutalen Kämpfen eingesetzt werden. Dabei gewinnen die Gefechte eine dynamische Note und die Szenen wirken umfangreicher in der Inszenierung.

Eine positive Überraschung ist das CGI von Aquaman. Da der Film über weite Strecken unter Wasser spielt, müssen die Effekte hochwertig sein und dieser Fall tritt ein. In Kombination mit hervorragend platzierten Kamerawinkeln entstehen nicht nur beeindruckende Bilder, sondern auch eine überraschend realistische Darstellung der Völker unter Wasser. So sind auch die Bewegungen nicht mehr so lächerlich wie zu Zeiten von Aquaman. Die schnelle Fortbewegung der atlantischen Bewohner wirkt realistisch und erinnert an die hohe Geschwindigkeit der Amazonen oder der Kryptonier. Ebenso wirken die Kämpfe unter Wasser, dank dem CGI realistisch, weisen aber eine gewisse Trägheit, auf die durch das Wasser bedingt ist. Was ebenfalls positiv zu erwähnen wäre ist der Einsatz eines Filters über der Stimme, wenn die Figuren unter Wasser sprechen.

Der Soundtrack aus der Feder von Rupert Gregson-Williams passt perfekt zum Film und unterstreicht diese mysteriöse, gefährliche Welt unter Wasser.

Fazit

Zusammengefasst ist Aquaman der Beweis für DC/Warners Fähigkeit qualitativ hochwertige Solofilme, um ihre Helden zu produzieren. Im Kern behandelt der Film mehrere Handlungsstränge mit ernster Thematik, die durch etwas Humor und Augenzwinkern aufgelockert werden. Trotz mehrere Stränge sowie Genreelemente wirkt Aquaman nicht überladen und fügt sich zu einem befriedigenden Film zusammen. Aquaman schafft es gekonnt den Mikrokosmos der Comicvorlage zu etablieren und viele Elemente ins DCEU einzufügen die die Basis für kommende Filme legen. Ich kann diesen Film definitiv weiterempfehlen und bedanke mich für eure Aufmerksamkeit.

Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

BlacKkKlansman | Review

Titel: BlacKkKlansman
Originaltitel: BlacKkKlansman
Regie: Spike Lee
Laufzeit: 136 Minuten
Erscheinungsjahr: 2018
Genre: Drama

In meiner Rezension zu „Mein Name ist Somebody“ habe ich erwähnt, dass dieses Jahr bereits intensivere Dramen erschienen sind. BlacKkKlansman, basierend auf wahren Begebenheiten, fällt genau in diese Gruppe!

Kernfakten zum Film

Titel: BlacKkKlansman

Originaltitel: BlacKkKlansman

Regie: Spike Lee

Laufzeit: 136 Minuten

Erscheinungsjahr: 2018

Genre: Drama


Der Film spielt zur Zeit der Bürgerrechtsbewegung im Amerika der 1970er Jahre. Ron Stallworth wird, bedingt durch ein Zeitungsinserat, das erste afroamerikanische Mitglied der Polizei von Colorado Springs. Gelangweilt von seiner Tätigkeit im Archiv, die übliche Arbeit für Neulinge und konfrontiert mit dem permanenten Rassismus seiner Kollegen erbittet Stallworth um eine Versetzung in die verdeckte Ermittlung, die er auch bekommt.

Sein erster Einsatz führt ihn zu einer Rede des ehemaligen Black Panther Mitglieds Kwame Ture. Die Aufgabe ist simpel. Ron soll herausfinden, ob die Zuhörer, Mitglieder der afroamerikanischen Gemeinde, durch Ture‘s Rede aufgehetzt werden. Nach diesem Auftrag bewirbt sich Ron per Telefon beim örtlichen Büro des Ku-Klux-Klans, nachdem er ein Inserat jener Organisation in der Zeitung gelesen hat. Am Telefon gibt sich Rob als Rassist der übelsten Sorte aus und erhält schließlich die Möglichkeit zu einem Treffen.

Da ein Afroamerikaner beim Ku-Klux-Klan auffallen würde und definitiv kein gutes Leben hätte gibt sich Ron‘s Kollege, Detective Flip Zimmerman, als sein Double aus und geht verkabelt zum Treffen. So beginnt ein Katz und Maus Spiel, da Ron und Flip penibel darauf achten müssen nicht aufzufallen während sie diese kriminelle Organisation unterwandern.

BlacKkKlansman erzählt eine sehr spannende Geschichte, die zwar so manche Länge hat, aber allgemein sehr interessant ist. Es werden beide Seiten des Rassismus gezeigt mit Ron und Flip als neutrale Protagonisten in der Mitte. Interessant ist dabei die Prämisse, dass Ron Afroamerikaner ist und Flip ein Jude ist. Somit sind beide quasi „Todfeinde“ des Klans.

Interessant ist dabei die schonungslose Aufzeigung des Rassismus der damaligen Zeit und gegenseitiger Hass beider Volksgruppen (Afroamerikaner und Weiße) wobei beide aus unterschiedlichen Motiven handeln. Mit der Einbindung zweier neutraler Figuren wird die grundlegend ernste Atmosphäre etwas aufgelockert.


Neben der mehrschichtigen Handlung, die einiges an Subtext mitbringt, sind auch die Figuren sehr interessant, was einem starken Drehbuch und guten Schauspielern geschuldet ist!

Neben Ron Stallworth, dem groovigen Protagonisten und einer möglichst neutralen Einstellung gegenüber allen Parteien, ist Flip Zimmerman interessant, der sich als Ron‘s Double ausgibt, um im Klan Mitglied zu werden. Beide Figuren werden mit dem himmelschreienden Rassismus und Antisemitismus konfrontiert und Flip beginnt auch über seine Religion nachzudenken, die bisher nie ein großer Teil seines Lebens war.

Im Klan selbst herrschen unterschiedliche Strömungen vor, die zwar alle die Grundwerte vertreten aber diese unterschiedlich Radikal verkörpern. Hier sind besonders Walter, der aktuelle Chef der Zweigstelle und Felix interessant. Besonders letzterer macht einen wesentlich gefährlicheren und radikaleren Eindruck.

Man merkt also, dass neben der Handlung und dem Drehbuch die Schauspieler den Figuren die nötige Tiefe verleihen um glaubhaft zu wirken.


Alles in allem ist BlacKkKlansman ein stark inszeniertes Filmdrama, dass genau zur richtigen Zeit erschienen ist. Die Handlung ist komplex, vielschichtig aber auch gleichzeitig verständlich genug um nicht zu überfordern. Klare Schemen in der Dramaturgie sind erkennbar und die beiden Hauptfiguren, mit ihrer möglichst neutralen Position erlauben eine emotionale Bindung. Ich halte BlacKkKlansman aufgrund der behandelten Themen für einen der wichtigsten Filme des Jahres, da die dortigen Probleme auch in unserer Zeit aktuell sind. Aufgelockert wird der Film durch gezielt eingesetzten Humor, in Form einer gnadenlosen Überspitzung der behandelten Themen bevor der Ernst wieder einkehrt.

Ich vergebe für BlacKkKlansman die Sonderwertung absolut sehenswert!

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Reservoir Dogs | Review

Titel: Reservoir Dogs – Wilde Hunde
Originaltitel: Reservoir Dogs 
Regie: Quentin Tarantino
Laufzeit: 95 Minuten
Erscheinungsjahr: 1992

Ich bin ein riesiger Fan der Filme von Quentin Tarantino. Sein Gesamtwerk bedient verschiedene Genres und glänzt durch gemeinsame Merkmale wie eine starke Besetzung oder geniale Dialoge. Daher Asche auf mein Haupt, da ich erst kürzlich den Heist-Movie Reservoir Dogs gesehen habe.

Kernfakten zum Film

Titel: Reservoir Dogs – Wilde Hunde

Originaltitel: Reservoir Dogs

Regie: Quentin Tarantino

Laufzeit: 95 Minuten

Erscheinungsjahr: 1992

Genre: Heist Movie

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Der Film beginnt mit 8 Männern, die sich nur teilweise kennen, bei einem gemeinsamen Frühstück. Neben Diskussionen über ein Lied von Madonna und der Sinnhaftigkeit von Trinkgeld in einem Lokal erfährt man nur die Codenamen der Herren, die alle nach Farben benannt sind. Einzig der Anführer des Trupps Joe und sein Sohn „der nette Eddie“ tragen keine Codenamen.

Nach dieser Szene erfolgt ein Zeitsprung. Mr. Orange liegt schwer verletzt auf der Rückbank eines Autos während Mr. White am Steuer sitzt. Die beiden gelangen zu einer alten Lagerhalle, die als Treffpunkt dient. Kurz darauf trifft Mr. Pink ein, der den eben begangenen Raubüberfall auf einen Diamantenhändler als von Anfang an zu scheitern verurteilt bezeichnet, da sie an die Polizei verraten wurden. In der Gruppe muss sich also ein Maulwurf befinden. Als schließlich der psychopathische Mr. Blonde eintrifft, spitzt sich die Situation immer weiter zu, denn Mr. Blue und Mr. Brown sind getötet worden.


Reservoir Dogs spielt auf zwei Zeitebenen. Zum einen in der Gegenwart, wenn die vier Gangster in der Lagerhalle auf Joe warten und zum anderen wird in die Rückblenden die Vorgeschichte von einigen Mitgliedern des Coups gezeigt. So sieht man, wie sich Mr. Orangen auf den Einsatz vorbereitet oder Mr. Blonde rekrutiert wird.

Dabei liegt ein großer Fokus des Films auf den Dialogen zwischen den Figuren, die in Wortgefechten mit einer ganz eigenen Komik sowie Dynamik ausarten. Wirklich zur Handlung tragen die Dialoge nicht bei aber die Charaktere werden dadurch fein gezeichnet.


Zusammengefasst ist Reservoir Dogs ein pessimistisches Drama um Vertrauen und Verrat, dass auf Dialoge setzt um die Charaktere zu zeichnen aber ohne die Handlung zu überlasten. Die Gewalt wird kompromisslos und krass gezeigt, ist jedoch nie vorherrschend sondern dient als Stilmittel, um die Gefahr der Situation zu unterstreichen. Wer ein Fan von Tarantino ist kommt um diesen Film ohnehin nicht herum und wer auf der Suche nach einem gelungenen Heist-Movie ist, darf ebenfalls einen Blick riskieren. Daher bekommt Reservoir Dogs ein verdientes sehenswertvon mir!

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Hereditary – Das Vermächtnis | Review

Titel: Hereditary – Das Vermächtnis
Originaltitel: Hereditary
Laufzeit: 128 Minuten
Erscheinungsjahr: 2018
Produktionsland: USA
Regie: Ari Aster

Es gibt Horrorfilme, die besonders sind. Sie bestechen durch besondere Stilmittel, eine außergewöhnliche Atmosphäre oder eine interessante Erzählweise. Hereditary gehört zu dieser kleinen Welle an experimentellen & besonderen Horrorfilmen aus den USA wie auch Get Out, A Quiet Place oder It Follows.


Nachdem Tod ihrer Mutter erbt, die Galeristin Annie Graham ein finsteres Schicksal, welches für ihre Familie weitreichende Konsequenzen hat. Denn die kürzlich verstorbene alte Dame scheint nach ihrem Ableben auf gespenstische Art immer noch da zu sein und in den Haushalt von Annie, ihrem Mann Steve, Sohn Peter und Tochter Charlie einzuziehen.

Paranormale Dinge geschehen und besonders Charlie scheint für diese Geschehnisse anfällig zu sein. Langsam aber sicher breitet sich das Grauen in der Familie Graham aus und ein Entkommen scheint unmöglich.

Hereditary setzt von Anfang an auf eine dichte Atmosphäre und spielt mit den Erwartungen des Zusehers. Die Ungewissheit, wann der Horror einsetzt, obwohl die Dunkelheit allgegenwertig ist, macht den großen Reiz dieses Films aus. Durch den Einsatz cleverer Kamerafahrten, die den Film fast wie ein Theaterstück wirken lässt, einer durchdringenden Soundkulisse und teilweise echt krassen Schnitten sowie Effekten bauscht sich Hereditary in surreale Höhen auf, die an Klassiker wie Rosemaries Baby erinnern aber der Regisseur Ari Aster schafft es seinem Film eine eigene Note zu geben, anstatt sich blind an alte Meisterwerke zu klammern.

Die Besetzung wurde perfekt ausgewählt, da es jeder Schauspieler glaubhaft schafft, den steigenden Wahnsinn zu vermitteln. Besonders Toni Collette als Annie Graham schafft es die verzweifelnde Mutter zu spielen, die dabei zusieht, wie alles in einen Strudel des Wahnsinns versinkt. Daneben kommt Alex Wolff als Peter Graham eine tragende Rolle als Opfer in diesem grausamen Drama zu.

Mein einziger Kritikpunkt wäre der etwas zu vorhersehbare finale Twist, aber dieser Umstand wird durch ein surreales Ende etwas entkräftet.


Zusammengefasst ist Hereditary ein außergewöhnlicher Horrorfilm, der durch seine dichte Atmosphäre glänzt und es schafft den Zuseher von Anfang zu fesseln. Der Horror entwickelt sich langsam im Hintergrund, bis er schließlich mit voller Wucht und himmelschreienden Wahnsinn über die Protagonisten hereinbricht. Der Film ist klar nicht für jeden Geschmack gedacht, wer sich aber auf einen Horrorfilm der anderen Art einlassen kann, wird mit einem intensiven Erlebnis belohnt. Ich vergebe für Hereditary – Das Vermächtnis die Wertung sehenswert!

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Weitere Beiträge zu Hereditary – Das Vermächtnis 

Der Junge und das Biest | Review

Titel: Der Junge und das Biest
Originaltitel: Bakemono no Ko
Laufzeit: 119 Minuten
Erscheinungsjahr: 2015
Produktionsland: Japan

Mein Interesse an Animes ist dieses Jahr so stark, wie schon lange nicht mehr. Neben Devilman Crybaby, B: The Beginning und Your Name. habe ich endlich das Fantasyabenteuer Der Junge und das Biest gesehen.

Falls es jemand verpasst hat; hier geht es zum unboxing der Collectors Edition.


Nach dem plötzlichen Tod seiner Mutter soll der neunjährige Ren zu seinen Pflegeeltern ziehen, da sein Vater wegen der Scheidung seiner Eltern nicht auffindbar ist. Ren will jedoch nicht zu seinen Pflegeeltern ziehen, reißt aus und Shibuya.

Zur gleichen Zeit beschließt der König (Großmeister) von Jūgengai, dass es Zeit für einen Nachfolger wird, da er als Gott wiedergeboren werden möchte. Zur Auswahl stehen zwei Kandidaten. Zum einen Iōzen, ein ebenso mächtiger wie weiser Krieger und Vater zweier Söhne sowie der sehr starke aber allein lebende Kumatetsu. Der Großmeister rät Kumatetsu sich einen Schüler zu suchen um bessere Chancen zu haben der nächste Großmeister zu werden.

Als Kumatetsu durch Tokio wandert, entdeckt er zufällig Ren, den er zu seinem Schüler machen will, was der Junge aber ablehnt. Dennoch folgt Ren dem grimmigen Kumatetsu heimlich nach Jūtengai, dem Köngreich der Biester. Nach einigem hin und her wird Ren, der mit Kyūta einen neuen Namen erhält, der Schüler von Kumatetsu. Obwohl sich beide nicht wirklich verstehen, wird in den Jahren bis zum Entscheidungskampf der Nachfolge ein enges Band geschmiedet.


Der Junge und das Biest erinnert in den Grundzügen an die Harry Potter-Geschichten, da in beiden Fällen ein Junge aus seinem tristen Leben in unserer Welt in eine Fantasywelt gebracht wird. Ren muss lernen was es heißt erwachsen zu werden und seinen Platz in gleich zwei Welten finden. Interessant ist ebenfalls die Entwicklung von Kumatetsu. Zuerst ein rüpelhafter Einzelgänger muss er sehr schnell lernen wie es ist sowohl Lehrer als auch Vater zu sein. Kyūta wird der Mittelpunkt seiner Welt und spiegelt auch Kumatetsus Weg zum Erwachsenen wieder. Beide müssen ihren Platz finden, haben sich aber gegenseitig als Stützen.

Generell bedient sich der Film vieler Stilmittel und Thematiken. So sind drei der populärsten Elemente japanischer Filme (zerstrittene Teenager, Fabelwesen und epische Kämpfe) vorhanden. Die Kämpfe des Films werden dynamische und bildgewaltig inszeniert, was unter anderem an der hochwertigen Animationsqualität liegt.

Die wahre Stärke von Der Junge und das Biest liegt jedoch in den ruhigen Momenten, wenn Themen wie Liebe, Einsamkeit, Akzeptanz und Familie zum tragen kommen. Dann entfaltet der Film sein wahres Potenzial und nimmt den Zuseher auf eine emotionale Reise mit. Ein cleverer Kniff ist der Zeitraum der Handlung, da der Film über mehrere Jahre spielt, sieht man die Protagonisten wachsen und sich zu verändern, was aber auch auf die Nebenfiguren zutrifft.


Bevor ich mich in endlosen Details verliere, ziehe ich mein Fazit. Der Junge und das Biest ist ein hochwertiges, dramaturgisch wertvolles Fantasyabenteuer, das trotz seines Setting geerdet bleibt und im Kern eine Geschichte über Familie, Akzeptanz und das Erwachsenwerden ist. Dies wird so charmant und glaubhaft inszeniert, wie es nur wenige Filme schaffen. Ich halte Der Junge und das Biest für ein modernes Meisterwerk, welches sich neben anderen Größen wie Your Name. Akira,, Chihiros Reise ins Zauberland und Prinzessin Mononoke einreihen darf. Von mir erhält Der Junge und das Biest oder auch Bakemono no Ko das Prädikat besonders sehenswert.

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Super – Shut Up, Crime! | Review

Titel: Super, Shut Up Crime!
Originaltitel: Super
Laufzeit: 92 Minuten
Erscheinungsjahr: 2010
Produktionsland: USA

Im Jahr 2018 sind Superheldenfilme aus dem modernen Kino nicht mehr wegzudenken. Das sah im Jahr 2010, als die X-Men strauchelten, das MCU gerade im entstehen war und DC mit Batman glänzte, noch etwas anders aus.

Mit Super – Shut Up, Crime! hat James Gunn (Guardians of the Galaxy Vol. 1 & Vol. 2) einen ersten Schritt ins Superheldengenre gewagt und einen Film mit Humor & Herz erschaffen. Auf einen Vergleich mit Kick-Ass werde ich verzichten weil ich diese Filme nie komplett gesehen habe.


Frank ist ein Außenseiter dessen bisheriges Leben von Spott, Ernidriegungen, Mobbing und fehlendem Selbstwertgefühl geprägt war. Es gibt jedoch zwei perfekte Momente in seinem Leben. Zum einen die Hochzeit mit der schönen Sarah und zum anderen als er einem Polizisten half einen Verbrecher zu schnappen.

Eines Tages verlässt Sarah jedoch Frank für den charismatischen Strip-Club Besitzer Jacques, der nebenbei auch noch mit Drogen handelt wodurch er die ehemalige Drogensüchtige Sarah leicht unter seinen Einfluss bringen kann.

Frank verfällt in eine tiefe Deprission und kann diese erst durch eine Vision von Gott sowie dem heiligen Rächer (einr Serienfigur innerhalb des Films) ablegen. Er beschließt ein Held zu werden und erhält dabei, zu beginn ungewollt, Hilfe von der Comic-Verkäuferin Libby, die schließlich sein Side-Kick wird. Unter den Codenamen der blutrote Blitz (Frank) und Blitzie (Libby) nehmen die beiden den Kampf gegen das Verbrechen auf, mit dem Endziel Sarah aus den Fängen des bösen Jacques zu befreien.


Super – Shut Up, Crime! verwendet alle Elemente einer Comicverfilmung und garniert diese mit sehr schwarzem Humor. Frank benutzt, inspiriert durch Helden ohne Superkräfte (Iron Man, Batman, …), eine Rohrzange als Waffe, was jedoch eher an den Punisher erinnert da Frank äußerst brutal vorgeht. Die Gewalt ist jedoch massiv überspitzt und wird als Stilmittel eingesetzt, da ein Hieb mit einer Rohrzange eher selten unblutig endet.

Abseits der Gewalt hat der Film sehr viel Herz, was an den faszinierenden Figuren liegt, die eine gewisse Sympathie erzeugen. Selbst wenn sie wie im Fall von Michael Rooker (Schläger Abe) kaum Text haben. Man erfährt viel über Franks (Rainn Wilson) Gefühlswelt und er will ein Held sein, rächt sich aber gleichzeitig an Verbrechern für sein schlechtes Leben. Besonders Jacques, gespielt von Kevin Bacon, macht als Bösewicht eine große Figur und wird schnell zur Nemesis von Frank. Ellen Page schlüpft in die Rolle von Libby und möchte Frank unterstützung, vermutlich teils aus Bewunderung, teils als Fluchtversuch aus ihrem Leben.

Interessant ist auch der Wandel der beiden Hauptfiguren. Frank entwickelt sich von einem Loser zu einem Helden, gewinnt trotz Rückschlägen selbstvertrauen und gibt alles um seine geliebte Sarah zu befreien. Dabei werden keine Gefagenen gemacht und sein Hass auf das Verbrechen würde den Punisher (alias Frank Castle) stolz machen. Hier muss auch Rainn Wilsons grandiose Darbietung gelobt werden, die von viel Menschlichkeit geprägt ist.

Libby wird von einer grauen Maus, schnell zu einer psychpatischen Kämpferin für das Gute und muss dementsprechend von Frank in ihre Schranken verwiesen werden. Das erinnert mich am Jason Todd aka Robin aka Red Hood der ebenfalls brutal agierte und von Batman ermahnt wurde. Dabei schafft es Ellen Page glaubhaft die graue Maus aus dem Comicbuchladen und die manische Kämpferin der Gerechtigkeit zu spielen.

Unterlegt wird dieses bitterböse, humoristische Drama von einem stimmigen Soundtrack des großartigen Komponisten Tyler Bates.


Zusammengefasst ist Super – Shut Up, Crime! kein Meilenstein der Kinogeschichte und will es auch garnicht sein. Dieser Idipendentfilm ist mehr eine bitterböse Satire auf das Genre der Superhelden an sich, hat jedoch eine eigene Identität und dank der starken Besetzung viel Charme. Ich vergebe für Super – Shut Up, Crime! das Prädikat sehenswert, wer Kick-Ass nicht kennt schaut halt diesen Film.

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Wind River | Review

Titel: Wind River
Originaltitel: Wind River
Laufzeit: 107 Minuten
Erscheinungsjahr: 2017
Produktionsland: USA

Seit Avengers: Age of Ultron möchte ich einen Film mit Hawkeye und Scarlett Witch in den Hauptrollen, da Jeremy Renner und Elizabeth Olsen eine sehr gute Chemie miteinander haben. Mit Wind River habe ich zwar keine Comicverfilmung aber dafür einen sehr äußerst soliden Thriller bekommen.


Cory Lambert ist ein weißer Jäger und macht Jagd auf Raubtiere, die den Viehbestand gefährden. Als er drei Pumas, im Wind River Indianerreservat, verfolgt, findet er die Leiche der achtzehnjährigen, indigenen Natalie. Sie wurde körperlich misshandelt & vergewaltigt lief aber noch mehrere Meilen im Schnee, bevor sie an einer Lungenblutung starb. Cory unterstützt, auf Anfrage, die angeforderte FBI Agentin Jane Banner bei der Lösung des Falls, der sich als Trip in die weiß Hölle Wyomings und als Abstieg in die menschliche Seele erweist.

Über weite Strecken ist Wind River ein ruhiger Film, dessen Geschichte sich langsam erschließt aber unter die Haut geht. Corys Durst nach Rache wegen seiner vor Jahren, ähnlich wie Natalie, ermordeten Tochter macht aus ihm einen Anti-Helden, der auch in einen Western passen würde, was zum Teil auch dem Erscheinungsbild geschuldet ist. Verfolgt der Film über weite Strecken klassische Elemente eines Krimis überrascht die plötzliche Action durch ihre rohe und gnadenlose Gewalt umso.

Das Duo Jeremy Renner als Cory und Elizabeth Olsen funktioniert in ihrem inzwischen dritten gemeinsamen Film erneut hervorragend. Während Cory ein abgebrühter aber innerlich schwer verletzter Jäger ist, der die Spuren des Falls deutet, verkörpert Olsen zwar ein unerfahrene aber rechtschaffende junge Agentin die nur das richtige tun will, um den Fall zu lösen.

Ein weiterer starker Punkt des Films ist die Darstellung des Lebens im Indianerreservat, dass von Armut, Gewalt und allen voran sexueller Gewalt geprägt ist. Das Misstrauen der indigenen Bevölkerung des Reservats gegenüber Agentin Banet ist mehr als verständlich. Was ich schade finde, ist die Darstellung der schlechten Lebenslage der Bevölkerung aus den Augen von zwei weißen Protagonisten. Hier hätte man definitiv einen kleinen Seitenstrang etablieren können, ohne die Handlung wirklich auszubremsen.

Das Tempo von Wind River ist eher gemächlich und die Spannung etabliert sich bereits zu Beginn in einem fast schon mystischen Anfang. Die Action funktioniert durch schnelle Schnitte und den Verzicht auf Musik, was die Schusswaffen deutlich hervorhebt, sehr gut und ist wie bereits erwähnt gnadenlos. Wenn Musik zum Einsatz kommt, wird sie dazu verwendet um emotionale Szenen zu unterstreichen, was auch sehr gut funktioniert.


Wind River gehört zu der Sorte Film die bereits nach kurzer Zeit eine Sorgwirkung erzielen und den Zuseher nicht mehr los lässt. Es ist die Kombination aus düsterer Atmosphäre, durchgehender Spannung, starker Besetzung und eindringlicher Handlung, die den Reiz dieses Films ausmacht. Der Soundtrack rundet das Ganze noch ab. Ich vergebe für Wind River das Prädikat sehenswert aus eben genannten Gründen.

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Alles Geld der Welt | Review

Titel: Alles Geld der Welt
Originaltitel: All the Money in the World
Laufzeit: 132 Minuten
Erscheinungsjahr: 2017
Produktionsland: USA

Ridley Scott ist einer der größten Schöpfer aus Hollywood und hat uns mit sehr vielen Kultfilmen wie Alien, Legende, Blade Runner oder Gladiator beglückt. Nach Prometheus & Alien: Convenant wurde meine Liebe für Scotts neue Filme etwas getrübt. Dennoch setze ich in Alles Geld der Welt große Hoffnungen und ob sich diese Hoffnungen bezahlt machten, erfahrt ihr jetzt!


John Paul Getty III., Enkel des reichen Milliardärs J. P. Getty, wird in Rom entführt. Die Entführer fordern 17 Millionen Dollar Lösegeld. Gail Harris, ehemalige Getty und Mutter von J. P. dem Dritten, wendet sich in ihrer Not an ihren Ex-Schwiegervater. Der Alte mit dem Geld, wie er liebevoll genannt wird, ist jedoch nicht bereit die geforderte Summe zu bezahlen, da er kein Geld erübrigen kann. Er beauftragt den ehemaligen CIA-Vermittler Fletcher Chase diesen Fall zu untersuchen und Pauls Freilassung zu erwirken.

An dieser Stelle muss ich jedoch die Handbremse ziehen, um nicht zu viel zu verraten. Alles Geld der Welt erzählt eine vielschichtige Geschichte, die nicht nur mehrere Zeitebenen, sondern auch unterschiedliche Sichtweisen behandelt. Durch Rückblenden erfährt man mehr über die Familie Getty, was besonders Getty Senior als faszinierenden Charakter auftreten lässt. Die Spannungskurve bleibt stets aufrecht und hält den Zuseher mit einem angenehmen Tempo in Atmen hält.


Das liegt aber nicht nur am spannenden Drehbuch von David Scarpa, sondern auch an der starken Besetzung. In der Rolle von John Paul Getty Senior war ursprünglich Kevin Spacey vorgesehen, dieser wurde jedoch aus dem Film gestrichen wegen den Vorwürfen der sexuellen Belästigung. Ob Spacey die Rolle besser gespielt hätte, kann und will ich nicht beurteilen aber ich kann sagen, dass Christopher Plummer einen hervorragenden Job macht und den geldgierigen Öl-Tycoon äußerst glaubhaft mimt.

Unterstützt wird Plummer durch Mark Wahlberg in der Rolle als CIA Vermittler Fletcher Chase, der beweist, dass er auch in Filmen ohne viele Explosionen eine gute Figur macht und Michelle Williams, die als sorgende Mutter ebenfalls eine gute Figur macht. Dieses Trio hat eine sehr gute Chemie und trägt fast die gesamte. Handlung. Ergänzt wird das Trio durch Charlie Plummer als J. P. Getty III und Romain Duris der den Entführer Cinquanta spielt.


Alles Geld der Welt hat mich äußerst positiv überrascht. Ridley Scott beweist, dass er immer noch sein Handwerk versteht und knüpft an seine großen Erfolge an. Die Geschichte ist spannende inszeniert, hat ein angenehmes Tempo und wird durch die starke Besetzung getragen. Mein einziges Manko sind manch kleine Löcher in der Handlung, durch die gewisse Taten oder Umstände etwas unschlüssig erscheinen. Ich vergebe für Alles Geld der Welt ein wohlverdientes sehenswert, da wird es hier mit einem sehr spannenden Historiendrama & Thriller zu tun haben.

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Weitere Beiträge zu Alles Geld der Welt:

Mein „Kino Doppel Whopper“ #2 (Die dunkelste Stunde; Alles Geld der Welt) von Ainu89
Alles Geld der Welt von Wessels Filmkritik
Ridley Scott (VIII): Alles Geld der Welt – Skandalfilm? von Die Nacht der lebenden Texte
Isoldes Kinotipp: ALLES GELD DER WELT von Berlin ab 50

Arthur & Claire | Review

Titel: Arthur & Claire
Originaltitel: Arthur & Claire
Laufzeit: 98 Minuten
Erscheinungsjahr: 2017
Produktionsland: Ö, D, NL

Am 16.2.18 hatte ich das Glück & die Ehre in die Oberösterreichpremiere von Josef Haders neuen Film „Arthur & Claire“ zu gehen. Die Premiere wurde mit dem Event Mega Startreff kombiniert, bei dem Josef Hader und der Regisseur Miguel Alexandre den Film vorstellten.

Vor dem Einlass hatte ich das Glück mit Josef Hader ein Foto zu machen, bevor er den Fans wieder entrissen wurde.

 

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Ein sehr glücklicher Stigler mit Josef Hader.

 

Arthur & Claire ist eine Tragikkomödie, die als deutsch-österreichisch-niederländische-Koproduktion entstanden ist. Neben Josef Hader als Arthur übernimmt Hannah Hoekstra als Claire die zweite Hauptrolle und nun folgt meine kurze Review zu diesem Film.


Arthur reist nach Amsterdam, um in einer Klinik Sterbehilfe in Anspruch zu nehmen. Bevor er jedoch sein Leben beendet hat er noch einen letzten Abend Zeit um sich vorzubereiten. An diesem Abend begegnet er jedoch Claire, die ebenfalls ihr Leben beenden möchte und jenes schicksalhafte Treffen könnte beide Leben nachhaltig verändern.

Arthur & Claire spielt an einem einzigen Abend und beleuchtet zwei traurige Schicksale, deren Wunsch es ist, ihre Leben zu beenden. Per Zufall wird aber die Welt der beiden Hauptfiguren auf den Kopf gestellt und sie beginnen den Wert des Lebens erneut zu entdecken.

Die bittersüße Geschichte wird mit einer gelungenen Mischung aus Humor & Drama erzählt und Josef Hader beweist erneut sein Talent als Charakterdarsteller. Mir fällt aus dem deutschsprachigen Raum kein Schauspieler ein der so glaubhaft einen „Grantscherm“ spielt wie Herr Hader. Ein großes Lob verdient Hannah Hoekstra die ebenfalls hervorragend spielt. Ihre traurige Hintergrundgeschichte wird einfühlsam erzählt und Frau Hoekstra arbeitet sehr gut mit Mimik & Gestik, was ihrer Rolle Charme verleiht, was aber auch auf die Figur Arthur zutrifft.

Ich mag es wenn Film im O-Ton gezeigt werden. Arthur & Claire verwendet mit Deutsch, Englisch und Niederländisch gleich drei Sprachen, die jedoch keine Verwirrung erzeugen, sondern den Film äußerst authentisch wirken lassen.

Obwohl der Film in nur einer Nacht und nur in einer Stadt spielt, werden viele unterschiedliche Sets verwendet, was Amsterdam zu einem sehr facettenreichen Schauplatz macht.


Ich mag Arthur & Claire. Der Film hat sehr viel Charme, zwei Hauptdarsteller die sehr gut miteinander können und verpackt seine Tragik in Humor ohne das eigentliche Problem zu verwässern. Wer Filme aus Österreich oder Filme mit Josef Hader kann hier bedenkenlos reinschauen. Somit bekommt Arthur & Claire von mir ein verdientes sehenswert!

Ich hoffe sehr, dass der nächste Film aus Österreich, Die letzte Party deines Lebens, ebenfalls gut werden wird. Im Übrigen ist dieser Beitrag meine inzwischen 130. Film Review *Korken knallen*.

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Die dunkelste Stunde | Review

Titel: Die dunkelste Stunde
Originaltitel: Darkest Hour Laufzeit: 126 Minuten
Erscheinungsjahr: 2017
Produktionsland: UK

Ich mag Historienfilme, besonders jene aus dem vereinten Königreich. Bei Die dunkelste Stunde handelt es sich um ein autobiografisches Historiendrama, welches die ersten Wochen von Winston Churchills Regierungszeit behandelt.


Europa im Jahr 1940. Aufgrund der anfänglichen Misserfolge der Alliierten steuert das Kabinett Großbritanniens auf eine schwerwiegende Krise zu. Der konservative Premierminister Neville Chamberlain wird für die Misserfolge verantwortlich gemacht und muss abdanken.

Während die meisten Konservativen Lord Halifex als Chamberlains Nachfolger ansehen, akzeptiert die Opposition nur den umstrittenen ersten Lord der Admiralität Winston Churchill.

Als Churchill das Amt des Premierministers übernimmt, steht er vom ersten Tag an vor schier unüberwindbaren Herausforderungen. An der Westfront werden binnen kürzester Zeit die Beneluxstaaten überrannt, die französische Armee wird vernichtend geschlagen und die britische Armee sitzt in Dünnkirchen fest (siehe dazu meine Review zu Dunkirk). Während Halifex auf Friedensverhandlungen pocht, ist für Churchill klar, dass es mit Hitler keinen Frieden geben kann. Es muss ein heldenhafter Widerstand entfacht werden, um Europa vor dem Untergang zu bewahren.


Die dunkelste Stunde gefällt durch die starke Besetzung, aus der besonders Gary Oldman in seiner Rolle als Winston Churchill hervorsticht. Oldman schafft es sowohl den sturen, weitsichtigen Staatsmann als auch den besorgten Bürger zu spielen. In weiteren Rollen sieht man beispielsweise Stephen Dillane (Game of Thrones) als Lord Halifax oder Lily James als Churchills Assistentin Elizabeth Layton.

Allgemein zeichnet sich der Cast durch ein authentisches Schauspiel sowie gelungener Gestik & Mimik aus. Die ernste Grundstimmung wird durch gelegentlichen Humor, in erster Linie wegen Churchills verschrobener Art, aufgelockert.


Was ebenfalls positiv auffällt, ist die Inszenierung des Films. Wie bereits bei Dunkirk hält sich der Film nicht mit langen Erklärungen auf. Die Geschichte ergibt sich aus der zu Beginn in ein paar kurzen Sätzen erklärten Prämisse. Die restliche Handlung wird durch die Figuren selbst getragen, was durch die starke Besetzung hervorragend funktioniert.

Abgerundet wird die gesamte Präsentation durch den hörenswerten Soundtrack von Dario Marianelli, der bereits öfters mit Regisseur Joe Wright zusammengearbeitet hat.


Zusammengefasst ist Die dunkelste Stunde ein weiterer gelungener Historienfilm aus Großbritannien der mit starker Besetzung, hervorragender Inszenierung und einem hörenswerten Soundtrack auftrumpft. Ich vergebe ein Wohlverdientes sehenswert.

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Three Billboards Outside Ebbing, Missouri | Review

Titel: Three Billboards Outside Ebbing, Missouri
Originaltitel: Three Billboards Outside Ebbing, Missouri
Laufzeit: 116 Minuten
Erscheinungsjahr: 2017
Produktionsland: UK/USA

Ich mag schwarze Komödien. Diese bitter-süße Mischung aus Humor, Drama und Zynismus hebt diese Art Film aus der breiten Masse der Komödien klar hervor und verfügt über einen wesentlich feineren Humor, als die plumperen Komödien des Mainstream-Kinos.


Vor sieben Monaten wurde Mildred Hayes Tochter Angela in der Nähe ihres Elternhauses ermordet & vergewaltigt. Die Leiche wurde verbrannt. Vom Täter fehlt jede Spur und eine DNA brachte kein Ergebnis.

In ihrer Trauer und Wut über die in ihren Augen unfähige Polizei mietet Mildred drei Billboards (Werbetafel) für ein Jahr, um die Polizei zum Handeln zu zwingen.

Auf den drei Tafeln stehen in großen, schwarzen Lettern folgende Sätze:

„Raped While Dying.“ („Vergewaltigt beim Sterben.“)

„Still No Arrests?“ („Noch keine Verhaftungen?“)

„How come, Chief Willoughby?“ („Wie kommt das, Chief Willoughby?“)

Mit dieser Aktion erklärt Mildred der örtlichen Polizei den Krieg, was sowohl Zuspruch, als auch Widerstand in der Bevölkerung hervorruft. Das Interesse geht sogar soweit, dass ein lokaler Nachrichtensender über die Tafeln berichtet.

Three Billboards Outside Ebbing, Missouri erzählt eine ruhige Geschichte, die sowohl lustig ist, aber auch sehr rührend sein kann. Themen wie Schuld & Sühne, Vergewaltigung, Polizeibrutalität und im weiteren Sinne auch Rassismus, sowie Selbstjustiz lassen den Film nicht zu einer bissigen Komödie, sondern zu einer Art Tragik-Komödie werden. Dabei wird nicht stark auf die Tränendrüse gedrückt, sondern zu viel auf Humor gesetzt.


Ergänzt wird dieses Drama durch eine gelungene Besetzung talentierter Schauspieler, die alle bekannt scheinen, obwohl zumindest ich bis auf Caleb Landry Jones (Get Out) als Red und Peter Dinklage (Game of Thrones) als John niemanden wiedererkannt habe.

Was man den Schauspielern zugute halten muss, ist das authentische Schauspiel und dank eines hervorragenden Drehbuchs ihre vielschichtige Rolle. Keine Figur ist nur schwarz oder weiß, sondern wie im echten Leben irgendwas dazwischen. Besonders die Polizisten Sheriff Bill Willoughby (Woody Harrelson) und Officer Jason Dixon (Sam Rockwell) überraschen mehr als einmal im Film mit ihren Taten.

Abseits der Handlung, dem gelungenen Schauspiel und dem tollen Drehbuch glänzt Three Billboards mit einem stimmigen Soundtrack, der die bitter süße Melancholie ideal einfängt.


Was soll ich als Fazit schreiben? Wer schwarze Komödien mag, wird bei diesem Film auf seine (oder ihre) Kosten kommen. Gleiches gilt, wenn man Dramen, vielschichtige Geschichten oder Tragikkomödien mag. Ich habe von diesem Film nicht viel erwartet und wurde positiv überrascht. Daher vergebe ich ein verdientes sehenswert und wir lesen uns im nächsten Beitrag wieder!

Weitere Beiträge zu Three Billboards Outside Ebbing, Missouri:

Raw (Film) | Review

Titel: Raw
Originaltitel: Grave
Laufzeit: 98 Minuten
Produktionsland: Frankreich
Genre: Horror-Drama

Letztens habe ich das französisch-belgische Horrordrama Raw gesehen. Ein großer Pluspunkt vorweg, der Film entstand unter der Regie einer Frau, was weniger brachialen Horror, aber dafür mehr Gefühl verspricht. Raw wurde mir von Christian Luger, einem bekannten & Filmfan, empfohlen. Danke dafür!


Justine ist Vegetarierin und will, wie jeder in ihrer Clique, Tierärztin werden. Dazu besucht sie eine medizinische Fakultät, an der bereits ihre Schwester einen Lehrgang über ihr ist. Bei einem der zahlreichen Aufnahmerituale muss Justine eine rohe Hasenniere essen. Daraufhin bekommt sie eine Lebensmittelvergiftung und extremen Ausschlag am ganzen Körper.< strong>Der erstmalige Konsum von Fleisch verändert Justine. Ihr innerstes Wesen wird geweckt und sie bekommt Heißhunger auf Fleisch, egal von welchem Lebewesen.


Raw ist ein schonungsloser Film. So geizt er nicht mit offener Darstellung von Alkoholkonsum, Sexualität, Homosexualität und einer gewisser Note Gewalt, die schockiert & fasziniert. Dabei ist der Film keineswegs übertrieben, sondern erschreckend real.< strong>Das liegt unter anderem am grandiosen Schauspiel der Darsteller, die glaubhafter als so viele andere Schauspieler in Horrorfilmen wirken. Hier sei im besonderen Garance Marillier erwähnt. Sie verkörpert Protagonistin Justine und spielt ihre Rolle grandios. Zum einen ist sie eine unscheinbare graue Maus, wird im Laufe des Films jedoch immer mehr von ihrem animalischen Ich übernommen. Körperkontakt mit anderen Menschen ist eine Gefahr, nicht für Justine, sondern für die anderen.


Raw hat mich überrascht. Es gibt wesentlich brutalere Horrorfilme aus Frankreich, aber Raw besticht durch den Genre-Mix aus Horrorfilm & dem Drama, den hervorragenden Schauspielern, den eindrucksvollen Bildern, sowie der düsteren Stimmung. Raw geht unter die Haut und ist ein sehr intensives Filmerlebnis, wenn man sich auf den Film einlässt. Von mir erhält Raw das Prädikant sehenswert!

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Weitere Reviews zu Raw:

‚Raw‘ (2017) – Na dann Mahlzeit von Filmlichtung

Raw (2016) von Der Filmkürbis

Links zu Amazon:

Raw [Blu-ray]

Raw [DVD]

1922 (Netflix Original) | Review | All Hail to the King! Stephen King Verfilmungen #8

Das Stephen King Special geht nach einer weiteren Pause in die siebte Runde!

Das Stephen King Special geht nach einer weiteren Pause in die siebte Runde und erneut wurde der heutige Film für Netflix produziert. 1922 basiert auf der gleichnamigen Novelle von King, wobei ich den Film nur als Film bewerten kann, da ich die Vorlage nicht kenne.


Wir schreiben das Jahr 1922. Der Farmer Wilfried James lebt mit seiner Frau Arlette und seinem Sohn Henry in Hemingford, Nebraska. Auf sein Haus ist Wilfried ebenso stolz wie auf seine 30 Hektar Land. Als Arlette‘s Vater stirbt, erbt sie dessen 40 Hektar Land und will es verkaufen, um das mühsame Landleben gegen ein komfortables Stadtleben einzutauschen.
Wilfried will das Land seiner Väter nicht verlassen, was unweigerlich zum Konflikt mit seiner Frau führt. Der Streit zieht sich über Tage hinweg und als sie auch noch Henry mit zu sich nehmen will eskaliert die Situation. Wilfried manipuliert seinen Sohn und stachelt ihn gegen Arlette auf. Schließlich töten die beiden Arlette und werfen ihre Leiche in den Brunnen. Doch mit ihrem Tod kommen die Ratten..


1922 fällt laut Wikipedia in das Genre Horrorfilm, wobei ich den Film eher als Thriller mit einem Hauch Familiendrama beschreiben würden. Ja es gibt übernatürliche & auch leicht gruselige Elemente aber im Grunde lebt der Film von der komplizierten Vater-Sohn-Beziehung und dem Verfall des Protagonisten. Geistig wie physisch. Für beide Arten des Verfalls können die Ratten verantwortlich gemacht werden die mit Arlettes Tod auftauchen und ein fester Bestandteil von Wilfrieds Leben werden. Wo er ist, sind auch die pelzigen Kreaturen.
Ich mag den strukturellen Aufbau des Films. Beginnend am eigentlichen Ende der Handlung sitzt Wilfried in einem Zimmer und schreibt einen Brief. Der Inhalt des Briefes bildet die Ereignisse der Rahmenhandlung.


Die Regel das Stephen King Verfilmungen aus dem Horrorgenre nicht gut sind, greift bei diesem Film nicht da 1922 neben sehr guten Schauspielern, eine interessante Geschichte und ein relativ frisches Setting bietet. Die Mischung aus Thriller, Gruselfilm und Familiendrama ist gelungen, wirft aber auch die Frage auf was der Film denn nun sein möchte? 1922 will ein Film über einen Mann sein, der seine Heimat nicht verlassen möchte und dafür über Leichen geht. Das dabei sein Leben zerbricht, ist eine logische Folge.

Ich kann 1922 als gelungene Kingverfilmung bezeichnen, die weitestgehend ohne Horrorelemente auskommt und mehr auf seinen Cast, die Handlung sowie die Atmosphäre setzt!

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag und wer mehr zu Stephen King lesen will, folgt diesen Links:

ES/IT (2017) | Review

Der Talisman | Review

Todesmarsch | Review

Sie – Misery | Review

Sprengstoff | Review

Der dunkle Turm (Film 2017) | Review

All Hail to the King! Stephen King Verfilmungen – eine Beitragsreihe von Ainu89 & DerStigler

Special: All Hail to the King! (Stephen King Verfilmungen – Eine Beitragsreihe von Ainu89 & DerStigler)

Seoul Station & Train to Busan | Double Feature Review

Heute begeben wir uns nach Südkorea und ergründen in zwei Filmen die Auswirkungen einer Zombieapokalypse auf der koreanischen Halbinsel. Viel Spaß!


Seoul Station ist ein südkoreanischer Animationsfilm aus dem Jahr 2016 (2017 für Europa), der unter der Regie Yeon Sang-ho entstanden ist. Der Film behandelt den Ausbruch einer Zombieapokalypse und bildet die Vorgeschichte zu Train to Busan.

Ein, scheinbar schwer verletzter, Obdachloser irrt durch die Straßen von Seoul. Hilfe bekommt er nur von einem befreundeten Obdachlosen. Trotz der Bemühungen des Freundes stirbt der Obdachlose, kehrt jedoch als Untoter zurück.
Zur gleichen Zeit zerstreitet sich das Pärchen Gi-ung & Hye-seon weil sich Hye-seon prostituieren soll um die Miete zu bezahlen. Im Ergebnis dieses Streits läuft Hye-seon fort. Zusammen mit Hye-seon’s Vater, Seog-ku, sucht Gi-ung nach seiner Freundin als das Chaos des lebenden Todes über Seoul hereinbricht.


Seoul Station setzt von Anfang an auf eine düstere Atmosphäre und ist mehr ein Sozialdrama als ein Zombiefilm. Die Themen Armut, Obdachlosigkeit & Prostitution stehen im Vordergrund, was die Missstände in Südkorea aufzeigt.
Das Chaos entwickelt sich langsam aber sicher, da sich die Infektion immer weiter ausbreitet und die Polizei mit der Lage überfordert ist. Als das Verteidigungsministerium mit dem Militär die Kontrolle über Seoul übernimmt, eskaliert die Situation endgültig.
Die Geschichte selbst wird durch die drei Hauptfiguren getragen die zusammenfinden wollen und dabei durch die Hölle gehen müssen.


Ein großes Lob geht an die Sprecher welche mit viel Emotion den Figuren eine Stimme verleihen. Dabei scheut Seoul Station auch nicht vor Kraftausdrücken zurück.
Die Animationsqualität, besonders die der Untoten, ist sehr hochwertig auch wenn die Mimik, der lebenden oftmals ein klein wenig hölzern wirkt. Mir ist jedoch klar, dass das meckern auf hohem Niveau ist.


Alles in allem lebt Seoul Station von seiner Handlung und wird in erster Linie von der bedrückenden Atmosphäre getragen. Die drei Hauptfiguren ergänzen dieses Drama dann komplett.
Bevor ich jedoch ein endgültiges Fazit ziehe, kommt nun die Review zu Train to Busan.


Während Seoul Station ein Animationsfilm ist, haben wir es bei Train to Busan mit einem Realfilm aus dem Jahr 2016 zu tun. Regie führte wieder Yeon Sang-ho.


Der Fondsmanager Seok-woo lässt sich von seiner Tochter Su-an überreden, an ihrem Geburtstag mit dem Schnellzug nach Busan zu fahren. Dort lebt Su-an’s Mutter, die sie seit der Scheidung ihrer Eltern kaum noch gesehen hat.
Kurz bevor der Zug von Seoul abfährt, gelangen zwei Personen an Bord. Zum einen ein Obdachloser und ein Mädchen, welches am Bein verletzt ist. Als besagtes Mädchen eine Zugbegleiterin anfällt, breitet sich das Zombievirus im Zug aus. Nach den ersten Konfrontationen bildet sich eine relativ große Gruppe von überlebenden um Seok-woo und seine Tochter sowie um Sang-hwa und dessen schwangere Frau Sung-Kyung.
Während die Überlebenden durch die Medien erfahren das es in Seoul zu Krawallen gekommen ist, erhält Seok-woo die Information das Busan sicher ist. Eine Zugfahrt durch die Hölle der Untoten beginnt.


Train to Busan setzt auf Action, ein hohes Tempo & fein gezeichnete Charaktere. Die Zombies in diesem Film sind äußerst agil und mehr als einmal brechen sie quasi als Welle über die Überlebenden herein. Dies unterstreicht die kollektive Gefahr, die von den Untoten ausgeht. Ein Zombie kann, leicht, überwunden werden aber als Welle sinken die Überlebenschancen gen Null.
Die Spannung von Train to Busan setzt sich aus der Kombination von Konflikten innerhalb der Überlebenden, des Platzmangels im Zug und der permanenten Gefahr durch die Untoten zusammen.
Der Cast überzeugt mit authentischem Schauspiel und zeitweiligem over acting, was jedoch nicht negativ auffällt.


Für sich genommen sind sowohl Seoul Station als auch Train to Busan sehenswerte Filme, die jeweils einen anderen Schwerpunkt haben. Seoul Station ist ein sozialkritisches Drama, dass Themen wie Armut & Prostitution behandelt während Train to Busan ein eher actionlastiger Zombiefilm, mit einem Hauch Familiendrama, ist. Ich kann beide Filme sehr empfehlen würde jedoch Train to Busan den Vorzug geben, wegen dem höheren Tempo und der besser gelungenen Spannungskurve.
Das wars soweit von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

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Seoul Station [Blu-ray]

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Weitere Beiträge zum Thema Seoul Station & Train to Busan:

Gestern Gesehen: ‚Train to Busan‘ (2016)

Filmlogbuch Nr.120 – Train to Busan

Kritik: Das koreanische Zombiespektakel Train to Busan.

Die Verurteilten | Review | All Hail to the King! Stephen King Verfilmungen #2

Die Verurteilten ist ein Filmdrama aus dem Jahr 1994 (zehn Jahre vor dem erscheinen des Films Das geheime Fenster) und einer meiner liebsten Filme aller Zeiten. An dieser Stelle ein großes DANKE an Ainu89, das ich diesen Film übernehmen durfte.


Zu Beginn des Films, 1947, wird der Bankangestellte Andy Dufresne (Tim Robbins) wegen Doppelmord zu zweimal lebenslanger Haft verurteilt. Seine Strafe soll er in der gefürchteten Shawshank Strafanstalt absitzen. Von beginn passt Andy überhaupt nicht in die Szenerie der Strafgefangenen. Sein Leben wird durch die brutalen Wärter & sexuelle Übergriffe durch andere Insassen weiter erschwert.
Im Laufe der Zeit lernt er einige Mithäftlinge kennen und schließt Freundschaften. Sein bester Freund wird jedoch Red (Morgan Freeman), der wegen Mord schon zwanzig Jahre im Gefängnis ist. Dieser hat den Ruf alles zu besorgen, wenn der Gegenwert stimmt. Aufgrund seiner beruflichen Fähigkeiten steigt Andys Ruf bei den Gefangenen, den Wärtern & schließlich auch beim Direktor. Doch wer möchte schon sein ganzes Leben im Gefängnis leben, egal wie komfortabel es ist?


Die Verurteilten erzählt eine spannende, emotionale & fesselnde Geschichte. Der Film punktet mit einer hervorragenden Inszenierung, einer sehr starken Besetzung und einprägsamen Szenen. So hat sich die Szene als Andy im Gegenzug für einen Gefallen, dem er dem Oberwärter erwiesen hat, nur ein paar Bier für sich & seine Freunde gewünscht hat, eingeprägt. In dieser Szene war alles perfekt. Das Licht, die Stimmung und alles unterlegt mit Red’s Erzählstimme (Morgan Freemans deutsche Stimme), dass sie auf dem Dach sitzen und Bier trinken wie freie Männer.

Abgesehen von dieser Szene gibt es noch viele weitere starke Szenen, die dem Film zwei Eigenschaften verleihen: Glaubhaftigkeit & Emotion. Die Schauspieler tun ihr Übriges. Es gibt niemanden im Cast von dem ich behaupten könnte, er würde nicht glaubhaft oder gut spielen. Man nimmt Clancy Brown die Rolle als brutalen Captain Byron Hadley, Chef der Wachen, ab. Gleiches gilt für all jene die die Insassen, des Gefängnisses, spielen.

Der heimliche Star ist jedoch der Charakter Red. Auch wenn Andy Dufresne der Protagonist ist, fungiert Red als Erzähler & großer Sympathieträger.


Alles in allem ist Die Verurteilten ein bewegendes Filmdrama und eine der besten Stephen King Verfilmungen aller Zeiten. Es steckt so viel Mühe & Liebe in diesem Film wie in kaum einer anderen Kingverfilmung. Dazu kommt das erfrischende Genre zwischen Thrillern, Horrorfilmen & Horror-Thrillern. Mich wundert es nicht dass dieser Film an keiner Stelle langweilig wird bei diesem grandiosen & harmonierenden Darstellerensemble. Besonders Morgan Freeman & Tim Robbins sind ein perfektes Team.
Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag und bis dahin könnt ihr die tollen Beiträge von Ainu89 lesen!