Der DerStigler Adventskalender | Tür 24

Das Team von DerStigler wünscht euch frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Wir lesen uns ab dem 01.01.2021 wieder!

Der DerStigler Adventskalender | Tür 7

„Weihnachten ist keine Jahreszeit. Es ist ein Gefühl!“

Weihnachten ist meine liebste Zeit im Jahr. Das Haus wird gemütlich geschmückt und überall leuchtet und glitzert es. Die Welt scheint still zu stehen. Alle Probleme sind für einen kurzen Moment vergessen. Das einzige was jetzt zählt, ist die gemeinsame Zeit mit der Familie und den Freunden.

„Weihnachten ist keine Jahreszeit. Es ist ein Gefühl!“

Vielen Dank an moni_80_sch für dieses tolle Bild! 😊

Spider-Man & Venom: Double Trouble | Review [Gastbeitrag]

Titel: Spider-Man & Venom: Double Trouble
Autor: Mariko Tamaki
Zeichner: Gurihiru
Seiten: 112
Verlag: Marvel

Vielen Dank an @nerd.ics für diesen tollen Gastbeitrag! Schaut doch mal bei seinem Instagram vorbei!


Spidey und Venom leben in einer Wohnung als Buddieszusammen und begehen ihren WG Alltag. Klingt strange? Ist es auch, aber gleichzeitig auch so schräg das man den Comic unbedingt lesen will und rausfinden will was da dahinter steckt.


Kernfakten:

Titel: Spider-Man & Venom: Double Trouble
Autor: Mariko Tamaki
Zeichner: Gurihiru
Seiten: 112
Verlag: Marvel


Zur Story, wie schon erwähnt beginnt die Story damit das Venom und Spider-Man in einer Wohnung leben und Venom beschlossen hat ein besserer Superheld zu werden. Aber Venom wäre nicht Venom wenn er der brave hilfsbereite Mitbewohner wäre und so sieht man wie er Spidey das essen weg isst oder sich zum Beispiel auch die Nachbarin, Spider-Woman, sich über ihn beschwert, da er seinen Müll einfach auf ihren Balkon schmeisst. Gleichzeitig sieht man das Venom auf den Green Goblin trifft, welcher scheinbar noch die eine oder andere Rechnung mit ihm offen hat, was wiederum später im Comic noch wichtig wird.


Was man von Anfang an merkt ist, dass Venom einen Hintergedanken hat bei dem Ganzen und das ganze mündet dann schließlich darin, das Venom eine Maschine entwickelt hat durch die Spider-Man und er über Nacht die Körper tauschen und somit Venom plötzlich in Spider-Man steckt und umgekehrt. An diesem Punkt beginnt dann die Story endgültig richtig spaßig zu werden, jedoch will ich auch gar nicht mehr darüber schreiben, da es sonst zu viel Spoiler wäre.

Ich habe von Mariko Tamaki vor kurzem Harley Quinn – Breaking Glass gelesen und war von dem Comic so sehr begeistert, dass ich einfach noch mehr von ihr lesen wollte. Spider-Man & Venom: Double Trouble ist ganz klar ein Titel bei dem man bedenken muss das es kein klassischer Superheldencomic ist, der in irgendein Universum oder eine Chronologie passt. Es ist ein Comic der unterhalten soll, der Spaß machen soll und der einem auch mal eine alternative Storyline bringt abseits von den klassischen Dingen. Ich muss sagen alle diese Punkte erfüllt der Comic.
Es ist ein Comic der auch sehr junge Jugendliche ansprechen soll, was sich im Zeichenstil, welcher mir sehr gut gefällt, zeigt und gleichzeitig kann ich ihn aber auch jedem Erwachsenen empfehlen und er ist natürlich sehr einsteigerfreundlich, da man kein Vorwissen benötigt.

Derzeit ist der Comic nur in Englisch erhältlich, aber ich hoffe das er es auch zu einer deutschen Übersetzung schafft, denn alles in allem ist das eine ganz große Leseempfehlung von mir!


An dieser Stelle nochmals Danke für diesen tollen Gastbeitrag und ich hoffe euch hat diese Rezension gefallen! Wir lesen uns im nächsten Beitrag wieder!

Nerds mit Akzent: Doomsday Clock | Podcast

Im finalen Beitrag des Doomsday Clock – Watchmen Specials reden wir über das Event und das drumherum!

Link zum Podcast: Doomsday Clock Talk

DC Rebirth Omnibus – Der perfekte Sammelband für alle DC-Fans (und solche, die es noch werden wollen) | Gedankenspiel [Gastbeitrag]

Danke an die liebe Ainu89 für diesen tollen Gastbeitrag!

Es ist noch gar nicht allzu lange her, da habe ich an genau dieser Stelle darüber geschrieben, wieso mein kalter Sprung in die Tiefen der Marvel-Comics nach hinten los gegangen ist. Zu unübersehbar schienen die Wissenslücken, zu unzusammenhängend die Geschichten, zu unübersichtlich und groß die sich vor mir auftuenden Welten. Um ganz ehrlich zu sein, ich war enttäuscht und verschreckt, dass mir die gezeichneten und gedruckten Vorlagen zu ein paar meiner liebsten Film-Franchises so wenig gaben und wollte das Thema „Ich und amerikanische Comics“ schon ad acta legen. #

Doch DerStigler, dem ich an dieser Stelle nicht nur für das Zurverfügungstellen des ganzen Lesestoffs danken möchte, sondern auch für die Gelegenheit, dass ich meine Gedanken und Erfahrung zu diesem hier mit euch teilen darf, ermutigte mich dazu, einmal dem DC-Universum eine Chance zu geben. So nahm ich mir also den durchaus ziemlich dicken, gebundenen Wälzer namens „DC Universe Rebirth Omnibus“ zur Brust und was soll ich sagen: Ich war hellauf begeistert. Obwohl einem auch hier sofort bewusst wird, das man wohl einige wichtige Geschehnisse verpasst hat, fühlt man sich doch nie überfordert oder außen vor, da DC mit diesem „Neustart“ offensichtlich ganz bewusst darauf aus war, auch neue Leser für sich gewinnen zu können, und deswegen die essentiellen, von Neueinsteigern verpassten, Ereignisse mit Hilfe von Rückblenden und Voice-overn in die laufende Geschichte einbaut. So macht sich statt Frust Neugierde breit und man möchte am liebsten auch gleich noch jene Hefte lesen, auf welche die Rückblenden Bezug nehmen.

Der Omnibus-Band eignet sich auch deswegen so gut für einen Einstieg, weil hier die ersten Hefte der wichtigsten Reihen an einem Ort zusammengefasst wurden – das all diese Hefte auch noch zusätzlich bei der Zählung von vorne beginnen und man somit nicht bei Heft #255, sondern bei Heft #1 einsteigt, ist die zusätzliche Kirsche auf der Sahnetorte. Dadurch wird nämlich eine schöne Übersichtlichkeit gewährleistet, da der Leser sofort weiß, dass er einfach nur Heft #2 dieser Serie zur Hand nehmen muss, wenn er wissen möchte, wie es weitergeht. Doch nicht nur Neulinge dürften ihre Freude an dem Sammelband haben, denn auch für Fans ist es eine hervorragende Möglichkeit den Beginn dieses Relaunch problemlos nachzulesen, und zusätzlich auch noch die vielen Anspielungen auf frühere Events zu entdecken. Meine 3 Highlights unter den Heften waren übrigens: „DC Universe: Rebirth“ (das es auch als Einzelheft gibt und in der Omnibus-Edition sozusagen als eine Art Prolog dient), „Justice League“ und „Batman Beyond“. Vor allem bei „Batman Beyond“ werde ich wohl noch einen genaueren Blick riskieren, da mich das futuristische Setting extrem reizt und das Heft im Omnibus-Band auf einem wirklich bösen Cliffhanger endet. Der erste Schritt hin zum DC-Comic-Fan ist also getan, mal schauen wohin mich der Weg noch führt. Danke auf jeden Fall, dass ihr hier vorbeigeschaut habt und wir lesen uns ja vielleicht nochmal – entweder hier oder auf meinem eigenen Blog.

Gedanken zu Doomsday Clock Band 4

Die Uhr steht auf zwölf und die Welt hält den Atem an. Das Ende ist da?

Die Uhr steht auf zwölf und die Welt hält den Atem an. Das Ende ist da?


Band 4 geht erzählerisch in eine völlig andere Richtung und erzählt die Geschichte aus der Sicht von Dr. Manhatten, der nach seiner Ankunft im regulären Multiversum die Geschichte von Superman immer wieder neu verändert hat. Dabei wird auch das Metaversum aufgedeckt, was dem DC Pantheon eine weitere Ebene an Tiefgang mitbringt.

Die Entstehungen der Parallelwelten werden thematisiert und es kommt schlussendlich zur Konfrontation von Superman und Dr. Manhatten, der es schafft den blauen Gott in einem langen Dialog davon zu überzeugen, dass es sich lohnt, die Welt zu retten.

Alles endet und alles beginnt mit dem letzten Sohn Kryptons. Das Metaversum bildet sich um Superman und dessen Epochen bilden das Multiversum. Rebirth, Flashpoint, die Crisis Events … das Metaversum wie das Multiversum und das Watchmen-Universum sind gewachsen. Alles ist gut …?

Der vierte Doomsday Clock Band bringt nur das Ende dieses Events, sondern auch gleichzeitig den Auftakt zu schier unendlichen Möglichkeiten im DC Universum aber auch im DC Multiversum und dem Kosmos der Watchmen. Vieles endet, vieles beginnt und schließlich stellt sich eine Frage: Was kommt jetzt? Doomsday Clock blickt auf mögliche Events in der Zukunft das große 5G von DC, über das ich jetzt noch den Mantel des Schweigens werfe.

Ich hoffe, euch hat diese Beitragsserie zu Watchmen-Doomsday Clock gefallen und ich bedanke mich bei allen, die daran mitgewirkt haben!

Am Ende bleibt nur noch ein Podcast über das Event und die Folgen davon sowie eine Kultfilm Beitrag zum Ultimate Cut aber darüber werde ich euch zeitnah informieren!


Mehr zu Watchmen


Danke an die Unterstützer & Patroni von DerStigler: Hexe, Pitter, JamesVermont

Gedanken zu Doomsday Clock Band 3

Unerbittlich rückt der Zeiger vor. Drei vor Zwölf und das Chaos breitet sich aus …!

Unerbittlich rückt der Zeiger vor. Drei vor Zwölf und das Chaos breitet sich aus …!


Die „Watchmen“ unter Ozymandias kommen auf ihrer Suche nach Dr. Manhatten, dank weiteren Verbündeten, immer weiter voran und der blaue Gott rückt in greifbare Nähe. Lügen und Offenbarungen drohen die Unternehmung jedoch an den Rand des Scheiterns zu bringen …

Gleichzeitig heizt sich die internationale Stimmung immer weiter auf. Russland, Israel, Kandhaq, Australien, China und viele mehr stellen ihre eigenen Metawesen-Teams auf, nachdem die USA beschuldigt werden im verborgenen künstliche Metawesen zu erschaffen. In Moskau kommt es zu einer fatalen Konfrontation. Firestorm stellt sich auf dem Roten Platz in Moskau seinem russischen Gegenstück und dessen Team, was in einer fatalen Konfrontation endet, in der zahlreiche Menschen verglast werden.

Als Superman vermitteln will, gerät er selbst ins Kreuzfeuer. In Kandhaq ist er nicht willkommen, in Russland hält man ihn für einen Kollaborateur von Firestorm, der nichts Böses will, und die USA wenden sich von ihm ab. Zeitgleich macht sich eine große Armee Metawesen auf den Weg zum Mars um Dr. Manhatten (dessen Präsenz dort festgestellt wurde) zu stellen und Wonder Woman hält eine Rede vor der UNO.


Der dritte Band von Doomsday Clock dient nicht nur als zweiter Akt im Event, sondern auch gleichzeitig als Vorbereitung für das große Finale. Je weiter die Handlung voranschreitet, umso schwieriger wird die Situation für die Helden sowie für die Welt, da sie beinah hilflos zusehen müssen wie alles dem Abgrund entgegen schlittert. Auch interessant ist Batmans Rolle, der quasi hilflos dabei zusieht wie sich die Situation immer weiter verschlimmert.

Erneut weiß der Comic auch auf einer optischen Ebene sehr zu gefallen, da es das kreative Team erneut schafft die Handlung sowie die düstere Atmosphäre perfekt in Bildern zu bannen. Auch die Schlacht zwischen den Helden und Dr. Manhatten ist sehr imposant, wenngleich man merkt, wie gering die Siegeschance gegen dieses Metawesen ist.

Im letzten Band wird dieses Drama aufgelöst werden aber zuerst noch ein paar Worte zur Supermen-Theorie. Dieses besagt nämlich, dass die USA über einen langen Zeitraum im geheimen Metawesen erschaffen haben, die dann für sie arbeiten. Wie viel an der Theorie dran ist, bleibt offen, da viele Metawesen ihre Kräfte durch Unfälle erhalten haben.


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Gedanken zu Doomsday Clock Band 2

Die Uhr steht auf sechs vor zwölf … das Ende(?) von allem rückt näher!


Ozymandias, Rohrschach II, Marionette & Mime sind auf der Erde von Batman, Superman und Co gelandet, um dort nach dem mächtigen Dr. Manhatten zu suchen, der ihre Welt retten könnte.

Das Team löst sich relativ schnell auf. Während Ozymandias bei einer Attacke des Watchmen Comedian schwere Verletzungen davontrug, ist Rohrschach II in Arkham Asylum gelandet und muss sich dort seinen Dämonen stellen. Gleichzeitig hinterlassen Mime und Marionette eine blutige Spur in Gotham, auf der Suche nach dem Joker …

Zwischen all den Flashbacks über Rohrschach II und dem tödliche Paar M & M spitzt sich die globale Lage gegen die Metawesen immer weiter zu. Die Superschurken Gothams versammeln sich, um über die nächsten Schritte zu verhandeln. Es gibt einen sicheren Hafen für alle. Kandhaq. Das Reich von Black Adam.


War der erste Doomsday Clock Band die Ouvertüre, dient Band 2 als erster Akt, um die generelle Situation sowie einige der Figuren weiter auszubauen. Atmosphärisch geht der Band genau in die richtige Richtung, um den ernst der Lage für alle Metawesen zu verdeutlichen. Niemand kann der kommenden Katastrophe entkommen und das Misstrauen gegen die Helden wächst immer weiter heran, durch die Supermen-Theorie, auf die wir in Band 3 zu sprechen kommen.

Nicht nur erzählerisch, inszenatorisch und atmosphärisch, sondern auch optisch gefällt der Band sehr gut, dank der großartigen Arbeit von Zeichner Gary Frank.

Ein paar Fragen werden geklärt, neue poppen auf und man fragt sich nur eines … wird Superman die Welt retten oder wird alles, was wir kennen, untergehen? Man kann gespannt bleiben!


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Gedanken zu Doomsday Clock Band 1

Die Uhr steht auf neun vor zwölf … das Ende naht!


Zwei Erden. Zwei Metawesen. Zwei Gruppen mit Superhelden. Einmal die Erde Prime mit Batman, Superman und der Justice League und dann die Welt der Watchmen mit dem klügsten Menschen der Welt, Ozymandias, und dem brutalen Rohrschach. Die Welten sterben und es wird Zeit, dass die Helden aufeinandertreffen!

Ich hatte bereits seit der ersten Ankündigung auf dieses Event das Gefühl, hier etwas Großes zu bekommen. Nachdem ich den ersten Band gelesen habe, war ich einerseits begeistert und andererseits positiv überrascht, wie hoch das Tempo der Handlung ist. Nach einer kurzen Einleitung geht das Event sofort zur Sache und wirft den Leser in die Handlung, deren Prämisse überraschend simpel ausgefallen ist. Da die Welt der Watchmen stirbt, reisen Ozymandias, Rohrschach II und zwei weitere Handlanger auf die Erde Prime, um dort Dr. Manhattan zu finden. Als sich die Suche schwieriger als erwartet herausstellt, werden Lex Luthor & Bruce Wayne, die beiden klügsten Menschen der Welt, aufgesucht.

Ich mag die simple Prämisse der Geschichte, die trotzdem Tiefgang bietet und vom üblichen „Superschurke bedroht die Welt/das Universum/das Multiversum“ Szenario erzählt.

Auf der optischen Ebene sieht Doomsday Clock hervorragend aus und der moderne Stil tut den Figuren wirklich gut. Dank den dunklen Farben wird auch das Szenario stärker hervorgehoben.

Der erste Band bildet einen starken Einstieg in das Doomsday Clock Event und es überrascht nicht wirklich, dass die Charaktere aus Watchmen so harmonisch zu den Figuren aus dem DC Universum passen. Besonders Rohrschach & Batman, oder Ozymandias & Lex Luthor ergeben sehr interessante Teams. Ich bin auf jeden Fall gespannt wie es weitergehen wird!


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Filmvergleich: Watchmen Kinofassung vs Ultimate Cut | Gastbeitrag von Ainu89

Nachdem DerStigler so nett war und mich gebeten hatte für sein Special zum Thema „Watchmen“ etwas beizusteuern, fiel die Überlegung zunächst auf die neue Sky-Serie.

Danke an Ainu89 für diesen tollen Vergleich!


Nachdem DerStigler so nett war und mich gebeten hatte für sein Special zum Thema „Watchmen“ etwas beizusteuern, fiel die Überlegung zunächst auf die neue Sky-Serie. Nachdem ich aber nun einmal kein Sky habe (und auch keines möchte), wurde aus der Idee nichts. Zum Glück war schnell die nächste gefunden, denn ich hatte meinem Mann erst zu Weihnachten den, endlich auch auf Deutsch erschienenen, „Ultimate Cut“ der Verfilmung geschenkt. Nach einer kurzen Rücksprache war also klar, es wird ein Filmvergleich zwischen der Kinoversion und dem Ultimate Cut. Mit dem Thema für den Artikel ging dann aber die nächste Überlegung einher: Wie sollte ich den Artikel gestalten? So ähnlich wie bei einem Wettkampf, wo ich die beiden Kontrahenten in unterschiedlichen Kategorien gegeneinander antreten lasse? Oder doch lieber etwas sachlicher, indem ich all die Unterschiede tabellarische anführe? Entschieden habe ich mich schließlich weder für das eine, noch für das andere, sondern einen dritten Weg gewählt, indem ich euch im Folgenden darlegen will, wieso ich die Ergänzungen und Erweiterungen des Ultimate Cut als sinnvoll erachte, für eine aller erste Sichtung aber dennoch immer die Kinoversion vorziehen und empfehlen würde.

Starten möchte ich aber erst einmal mit ein paar einleitenden Worten zu der Verfilmung an sich. 2009 war es soweit. Comicfans weltweit saßen gespannt in ihren Kinositzen, immerhin hatte sich ein Regisseur namens Zack Snyder, damals vor allem durch seine letzte Regiearbeit, die filmische Adaption des Comics „300“ bekannt, an die Verfilmung des unter Kennern äußerst beliebten Watchmen-Comic gewagt. Zu diesem Comic gibt es hier auf diesem Blog übrigens schon einen sehr spannenden Beitrag, den ich euch hiermit ans Herz legen möchte. Aber zurück zum Thema, die Erwartungen waren also groß, denn Snyder hatte mit besagter 300-Verfimung bewiesen, dass er ein unfehlbares Auge für Style und Coolness besaß. Und tatsächlich wurde „Watchmen“ zum Erfolg und zählt heute, ganz zu Recht, für viele zu den besten Comicverfilmungen aller Zeiten. Das war auch möglich, weil bereits die Kinoversion eine respektable Laufzeit von 163 Minuten vorweist, wodurch der Komplexität der Geschichte und Figuren genügend Rechnung getragen werden kann. Doch, wie bei jedem anderen Film auch, musste vieles auf dem Boden des Schneideraumes zurückgelassen werden. Kein Wunder also, dass, auch dank der anhaltenden Begeisterung für das Werk, es nicht lange dauerte, bis ein „Director’s Cut“ auf dem Markt erschien, der noch einmal zwanzig Minuten an Material drauflegte und so auf eine Laufzeit von knapp über zwei Stunden kommt. Doch das war den Verantwortlichen offenbar immer noch nicht genug, denn einige Zeit später entschieden sie sich, den Fans besagten „Ultimate Cut“ zu präsentieren. Dieser trumpft mit ganzen 215 Minuten Laufzeit auf und beweist damit eindrücklich, wer hier der Platzhirsch ist.

Natürlich sind auch hier die erweiterten und ergänzten Szenen des Director’s Cut enthalten, ein schönes Zuckerl, sicherlich, aber nichts was das Kraut wirklich fett machen würde. Manche Dialoge werden erweitert, einige ganz neue Szenen kommen hinzu, aber für das Verständnis der Geschichte wäre nichts davon wirklich dringend nötig gewesen – was wahrscheinlich mit ein Grund ist, wieso diese Ergänzungen zuerst dem Schnitt zum Opfer gefallen waren. Der größte und offensichtlichste Unterschied zwischen der Kinoversion und dem Ultimate Cut ist allerdings die Einfügung der Zeichentrickgeschichte „Tales of the Black Freighter“. Diese ist im Ultimate Cut in die Handlung eingewoben, sodass zwischendurch immer wieder Ausschnitte der gezeichneten Piratengeschichte eingeschoben werden. Diese Geschichte ist es, die dem Film eine neue Ebene verleiht, die sich einem zunächst nicht so recht erschließen möchte, im Nachhall allerdings ihr volles Potenzial offenlegt. Denn die düstere Mär von einem Seefahrer, der aufgrund eines Überfalls durch Piraten Schiffbruch erleidet, auf einer einsamen Insel anspült wird, feststellen muss, dass all seine Freunde gestorben sind und über dem unstillbaren Wunsch, seine Familie wieder sicher in die Arme schließen zu können, wahnsinnig wird, ist nichts weniger als eine Analogie auf die Haupthandlung und einige Charaktere. An dieser Stelle eine kurze Spoilerwarnung, denn es ist unmöglich darzulegen, worin die Ähnlichkeiten bestehen, ohne gewisse Handlungselemente zu verraten – ich werde mich allerdings bemühen, diese so vage wie möglich zu halten. Am offensichtlichsten kommt das verbindende Element der beiden Geschichten in der Figur der Ozymandias zum Vorschein. Ein Mann, der, von seinem eigenen Wahn getrieben, bis zum Schluss nicht einzusehen vermag, dass ihn sein eigener Verstand getäuscht hat und seine Taten keine Erlösung, sondern ein abscheuliches Verbrechen sind. Aber auch wenn wir uns die Figur des Dr Manhattan genauer anschauen, finden wir Gemeinsamkeiten, denn hier haben wir einen Mann, der sich quasi wie eine einsame Insel fühlt und seine Verbindung zu den Menschen, und dem Menschsein als solches, immer weiter zu verlieren droht, bis er schließlich zum scheinbaren Bösewicht der Geschichte mutiert. Und selbst Rorschach, als von Dämonen getriebene Seele, die so verbissen dem eigenen Moralkodex folgt, dass es ihm schließlich das Leben kostet, lässt sich ein Stück weit in „Tales of the Black Freighter“ wiederfinden. Nötig wäre diese zusätzliche Geschichte sicher nicht, immerhin bietet der Film auch ohne diesen Zeichentrick genügend Material, um einem all die beschriebenen Dilemma vor Augen zu führen. Unterhaltsam, und ein bisschen frischer Wind für alle, die den Film bereits mehrere Male gesehen hat, ist es aber auf jeden Fall – auch weil „Tales of the Black Freighter“ schon für sich genommen eine wirklich gelungene Zeichentrick-Kurzgeschichte ist.

Wie man sicher aus der obigen Beschreibung herauslesen kann, bin ich von dem Laufzeit-Biest namens Ultimate Cut durchaus angetan, und doch muss ich, wie in der Einleitung bereits angekündigt, sagen, dass ich niemandem, der den Film noch nicht kennt, diese Version empfehlen würde. Denn so spannend das Grübeln über die Verbindungen zwischen den beiden Geschichten auch sein kann, das Einfügen der einen in die anderen nimmt doch recht viel Tempo aus der eigentlichen Geschichte um die Watchmen und führt zu deutlich spürbaren, auf den ersten Blick recht willkürlichen und nutzlosen Unterbrechungen. Das mag für jemanden, der bereits weiß, wohin die Reise geht, nicht wirklich störend sein, wer allerdings die Geschichte zum aller ersten Mal in filmischer Form erleben möchte, dem würde ich zu der deutlich homogeneren, temporeicheren Kinoversion raten.

Das war es von meiner Seite aus, ich hoffe euch hat der Beitrag gefallen und wir lesen uns bald wieder – entweder hier oder auf meinem eigenen Blog 🙂 .


Mehr zu Watchmen – Doomsday Clock


Watchmen | Gedankenspiel [Gastbeitrag von Comic_Neuling]

Warum Watchmen ?
„Ganz schön harter Tobak“
„Interessante Wahl für jemanden, der noch so neu im Thema ist“

Vorwort von DerStigler

Dieser Beitrag stellt den Beginn eines umfassenden und plattformübergreifenden Specials zum Thema Watchmen & Doomsday Clock dar. Ich, Comic_Neuling, Comic_Nerd92 und Ainu89 werden zu diesem gigantischen Thema Beiträge verfassen, aber auch Podcasts aufnehmen, in denen wir versuchen werden, die Komplexität dieses Kolosses zu erfassen, zu erklären und verständlich darzulegen, warum, sowohl der Comic, der Film, als auch das Doomsday Clock Event wegweisend für die Branche sind.

Auf dieser Übersichtsseite werdet ihr in Zukunft alle Beiträge von WordPress, Instagram & dem Nerds mit Akzent Podcast über dieses Special finden. Nun heißt es Bühne frei für Comic_Neuling und seinen Watchmen Beitrag!


Warum Watchmen ?


„Ganz schön harter Tobak“


„Interessante Wahl für jemanden, der noch so neu im Thema ist“


„Ein absoluter Klassiker, aber ob es das Richtige für einen Neueinsteiger ist?“


Das waren mitunter Aussagen, die ich mir anhören durfte, als ich als kompletter Neueinsteiger im Thema Comics als Erstes zu Watchmen griff. Es war nicht ganz mein erster Comic, aber ich griff recht schnell zu Watchmen. Ohne wirkliches Vorwissen und nur durch den großen Namen angelockt, stürzte ich mich recht naiv in die dystopische Welt der Watchmen.

Alles, was ich über die Watchmen wusste, kannte ich aus der Film-Umsetzung von Zack Snyder. Doch dann fand der Comic bei mir ein neues Zuhause. Ich merkte sofort, selbst mit meinem begrenzten Comic-Horizont, dass ich hier etwas Besonderes in Händen hielt.


Schon das Cover von Dave Gibbons hat mich sehr beeindruckt. Die gelb-schwarze Farbgebung, die von einem roten Blutflecken geradezu beschmutzt wird und dem Einband somit direkt den düsteren Tonus des gesamten Werkes verpasst, hat mich direkt in die passende Stimmung versetzt.


Als ich den Comic zum ersten Mal aufschlug, fiel mir sofort das 9-Panel-Raster ins Auge. Dieses mag auf den ersten Blick recht einfach wirken, bietet dem Künstler jedoch eine besondere Möglichkeit und tolle Ebene für kreative Ideen. Zum Beispiel bietet die Aufteilung verschiedenste Möglichkeiten, um mit Farben und Bildern auf diversen Ebenen visuell beeindruckende Effekte zu schaffen.

Dieses Stilmittel wissen die beiden Künstler bis zum letzten Quäntchen auszuschöpfen und benutzten es für verschiedenste Ideen. Von einer überkreuz farblich abgestimmten Seite, bis zu einer halb unterteilten Splashpage ist hier wirklich alles an kreativem Wahnsinn zu finden.

Doch nicht nur optisch konnte mich dieses Meisterwerk begeistern. Die Erzählstruktur hat mich nach nur kurzer Zeit von sich überzeugen können. Ihre Art und Weise, die Story manchmal schnell voranzutreiben und dann doch wieder abrupt zu entschleunigen, ist wirklich einzigartig. Die immer wieder nach jedem Kapitel eingestreuten Tagebücher, Zeitungsartikel und Briefe schaffen es, der Welt eine ungemeine Tiefe zu verleihen. Nach einigen Seiten eröffnete sich dann in Form eines im Comic gelesenen Comic eine zweite Ebene, die mich anfangs doch etwas verwirrte.

Mit „Tales of the Black Freighter“ wurde jedoch bei genauerer Betrachtung eine schöne Reflektion des Geschehens im Comic eingebaut, die sich meistens auf das Handeln von Ozymandias bezieht.
Dies alles umrahmt eine Story, die kaum dramatischer und düsterer sein könnte.
Durch den Hintergrund, dass Sie quasi im kalten Krieg stattfindet und dieser auch das Kernstück der Problematik ist, hat die Geschichte sich für mich nochmals um einiges realitätsnäher angefühlt. Doch hier ergänzt sich die in unserer Welt stattgefundene Krise noch um einen weiteren Faktor, nämlich Dr. Manhattan, der durch seine Fähigkeiten sowohl Erlöser, als auch Verdammnis der Welt sein kann.
Das alles ist manchmal wirklich „schwerer Tobak“ und so hat sich der Comic auch teilweise wie ein Stück Arbeit angefühlt. Jedoch ist die Story einfach zu genial, um sie zur Seite zulegen und weiß einen immer wieder zu überraschen und auch zu schocken.
Doch war es nun ein Fehler, diesen Comic schön als Einsteiger zu lesen?
Mitnichten! Er ist ein Meisterwerk und das nicht nur in der Welt der Comics, sondern auch im gesamten Bereich der Literatur und Kunst.

Watchmen ist mehr als die Summe seiner Teile. Es ist eine abgerundete Erzählung, die unsere jüngere Geschichte nimmt und ad absurdum führt. Es ist eine Reise die jeder erlebt haben sollte, der sich auch nur ansatzweise für Literatur und Popkultur interessiert.


Autor des Beitrags: Comic_Neuling

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Mein Einstieg in die Welt der Marvel-Comics – ein erster (Fehl-)Versuch | Gastbeitrag von Ainu89

Vielen Dank an die liebe Mara aka Ainu89 für diesen tollen Gastbeitrag!

Es ist schon eine Weile her, da war DerStigler so nett und hat mir aus seiner beeindruckenden Comicsammlung ein paar Schmankerln herausgesucht – an dieser Stelle nochmal ein herzliches Dankeschön dafür. Anlass war meine große Begeisterung für das Marvel Cinematic Universe, kurz MCU, beziehungsweise Comicverfilmungen im allgemeinen, und der Start unseres gemeinsamen Specials „Comics sind mehr als Bilderbücher für Kinder“. Schlicht, ich wollte einfach gerne mal herausfinden, ob die gedruckte Welt von Marvel mich vielleicht genauso in ihren Bann ziehen könnte, wie es die Bewegtbilder tun. Die Auswahl, die mir DerStigler daraufhin zu Verfügung gestellt hat, kann man durchaus als vielfältig und abwechslungsreich beschreiben, also ideal geeignet für ein erstes zaghaftes Beschnuppern der Materie. Von den „X-Men“ in allen möglichen Konstellationen, über „Spider-Man“, den „neuen“ „Captain America“, bis hin zu „Deadpool“, von allem war etwas dabei – bei „Deadpool“ konnte ich mich sogar durch eine vierbändige Complete-Collection lesen. 

Und ich muss gleich mal vorweg sagen, dass mich die Geschichten teilweise wirklich mitgerissen haben, sodass ich am liebsten sofort das nächste Heft gelesen hätte – hier ist also nicht der Grund dafür zu finden, dass ich in der Überschrift von einem Fehlversuch spreche. Auch an den unterschiedlichen Zeichenstilen habe ich nichts auszusetzen, obwohl mir manche deutlich besser gefallen haben als andere. Mein Problem mit dem Einstieg lag tatsächlich dort verankert, wo ich es immer befürchtet hatte: beim Aufbau. Man muss sich das nur einmal vorstellen, den Comicverlag Marvel gibt es bereits seit dem Jahr 1939, also seit 81 Jahren. In dieser Zeit wurden dank sehr kreativer Köpfe unzählige Helden, Antihelden, Schurken und alles, was es so dazwischen gibt, erfunden und auf Papier gebannt. Schon früh kam man dabei auf die Idee, dass sich mit Crossovern der einzelnen Comicfiguren untereinander wunderbar nicht ganz so bekannte, oder überhaupt neue Charaktere bei den Lesern promoten und etablieren lassen. Außerdem musste man einsehen, dass man nur schwer, selbst vom noch so gewillten Leser, verlangen kann, bei einer Serie immer wieder bei Heft #1 aus dem Jahre Schnee anzufangen – bei „Captain America“ müsste man dafür tatsächlich bis ins Jahr 1939 zurückgehen. Reboots und Neustarts waren somit unumgänglich, wollte man seine beliebtesten Figuren nicht in den Ruhestand schicken. Und genau hier treten einem als Einsteiger die Schweißperlen auf die Stirn. Wo soll man anfangen? Welches Event sollte man auf jeden Fall gelesen haben? Gibt es Storylines, die man kennen sollte, bevor man mit dem Neustart beginnt? 

Viele Fans des Verlags antworten auf diese leicht überfordert vorgebrachten Bedenken dann gelassen: „Kein Stress, fang einfach mal bei irgendeinem Helden an, der dir gefällt, und dann siehst du eh, ob es was für sich ist“. Als jemand, der genau das gemacht hat, kann ich euch jetzt sagen, bei mir geht diese Taktik offenbar nicht wirklich auf. Ständig hatte ich beim Lesen das Gefühl, dass mir wichtige Informationen, die Figuren und ihre Beziehungen zueinander betreffend, fehlen. Es ist schon verständlich, dass man nicht immer wieder ganz bei Null anfangen kann, beziehungsweise das auch gar nicht muss, aber wenn man dann plötzlich erfährt, dass Wolverine und Storm offensichtlich ein Paar sind (oder waren), dann ist das zumindest für mich schon eine Info, zu der ich gerne etwas mehr Kontext hätte. Die Complete-Collection von „Deadpool“ machte die Sache für mich sogar noch deutlicher. Nachdem hier wirklich nur die Hefte der „Deadpool“-Reihe zusammengestellt wurden, nicht aber die Events, bei denen er involviert war als solche, kam es immer wieder dazu, dass eigentlich sehr spannende Geschichten einfach nicht weitergeführt wurden, da sie zu einem Crossover zählten und der nächste Teil wahrscheinlich in einem der „X-Men“ Comics zu finden gewesen wäre, oder vielleicht auch woanders. Das ist nämlich ein weiteres Manko, nie kann man im Heft herausfinden, wo die Geschichte denn weitergeht – oder ich war einfach nur zu blind, um diese Information zu finden. Will ich also zum Beispiel gerne den Rest des „Secret Invasion“-Events lesen, auf das ich einen kleinen Vorgeschmack in einem der „Deadpool“-Comics der Complete-Collection erhalten habe, muss ich erst ins Internet gehen und dort zu recherchieren beginnen, welche Hefte von welchen Superhelden denn jetzt eigentlich Teile dieser Geschichte enthalten. 

Vielleicht lassen sich meine Probleme mit dieser Art der Strukturierung aber auch einfach mit meinem Background zu dem Thema „Comics“ erklären. Als ich noch wirklich klein war, gab es in unserem Haushalt nämlich nur zwei „echte“ Comicreihen: „Lucky Luke“ und „Asterix“. Hier stellte sich nicht die Frage, welches Heft man sich jetzt kaufen sollte, beziehungsweise in welcher Reihenfolge man die einzelnen Hefte lesen muss – jedes Heft enthielt eine abgeschlossene Geschichte und die wichtigsten Charaktere wurden, sofern notwendig, zu Beginn eines jeden Heftes immer wieder vorgestellt. Neben diesen zwei klassischen Comicreihen beherbergten die heimischen Bücherregale vor allem das: Bücher. In meinen Teenager-Jahren entdeckte ich dann, bedingt durch den damaligen Boom im Free-TV, die Welt der Animes, und in weiterer Folge auch die der Mangas für mich. Und auch hier stellt sich nie die Frage: „Wo fange ich nur an?“. Selbst bei endlos scheinenden Serien wie „One Piece“ oder „Dragon Ball“ sind diese Fragen ganz leicht zu beantworten, nämlich bei Heft #1. Natürlich gibt es auch hier immer wieder Ableger oder Spin-Offs, aber auch diese fangen, ebenso wie die Hauptreihe, immer bei #1 an und werden dann fortlaufend nummeriert. Noch später entdeckte ich dann die Graphic Novels für mich, quasi bebilderte Romane, die ebenso eine angeschlossene, meist etwas umfangreichere Geschichte erzählen und somit nicht einmal einer Nummerierung bedürfen. Ich bin es also gewohnt, dass ich meine Geschichten, wenn schon nicht an einem Stück, so doch wenigstens in einer geordneten und nachvollziehbaren Art und Weise konsumieren kann, ohne mich erst groß im Internet informieren zu müssen, welches Heft aus welcher Reihe ich mir nun als nächstes kaufen müsste, beziehungsweise darum bangen muss, ob es besagtes Heft überhaupt noch zu erwerben gibt. 

Zusammengefasst lässt sich somit sagen, dass mein erster Versuch in die Comicwelt von Marvel hineinzufinden, trotz eigentlich spannender Geschichten und gefälligem Art-Design, nicht wirklich als geglückt bezeichnet werden kann. Vielleicht, oder besser gesagt wahrscheinlich, werde ich es zu einem anderen Zeitpunkt noch einmal versuchen, dann aber doch eher mit einem zusammengestellten Event zum Einstieg. Einstweilen bleibe ich doch lieber bei meinen Graphic Novels und Mangas.

Der wahre Grund, weshalb „Hereditary“ bei mir einen schalen Nachgeschmack hinterließ | Gedankenspiel [Gastbeitrag von Ainu89]

Vielen Dank an Mara aka Ainu89 für ihren tollen Beitrag zu meinem Halloween Special! 😊


Na gut, die Überschrift scheint ein wenig reißerisch aber eigentlich soll es in diesem Artikel nicht per se um den Film „Hereditary“ gehen; viel mehr möchte ich den Film als Beispiel für ein Phänomen heranziehen, welches ich seit einiger Zeit bei Horrorfilmen beobachte und welches mir leider viele meiner Sichtungen dieses Genres verdirbt. „Hereditary“ habe ich dabei aus zwei Gründen als Anschauungsmaterial zur Verdeutlichung meines Standpunktes genommen: erstens soll es hier nicht um irgendwelche null-acht-fünfzehn Vertreter des Genres gehen, sondern um jene besonderen und seltenen Perlen, die tatsächlich versuchen mit den Erwartungen des Publikums zu spielen und sich abseits von billigen Jump Scares und unmotiviert hingeklatschten Charakteren bewegen; zweitens ist es schlicht und ergreifend der aktuellste Film, der eben jenen erzählerischen Kniff beinhaltet, mit dem ich ein gewaltiges Problem habe. 

Bevor ich allerdings zu weiterführenden Erläuterungen ansetze, nenne ich das Kind einfach mal beim Namen: es geht um die Entscheidung mancher Autoren im letzten Drittel, oder manchmal sogar nur in den letzten 10 Minuten, alle zuvor etablierten Mysterien bis ins kleinste Detail aufzulösen. 

Das klingt jetzt etwas kryptisch, sogar beinahe nichtssagend und erklärt daher bereits ganz von selbst, weshalb ich einen Film als Beispiel benötige. Übrigens, da ich hier um meinen Standpunkt ausreichend zu erläutern auf wichtige Handlungselemente von „Hereditary“ im Detail eingehen werde, sei hiermit die obligatorische SPOILER-Warnung ausgesprochen. 

Grob umrissen geht es in dem Film um eine Familie, die nach dem Tod der Großmutter in einer Art kollektiver Trauerphase steckt. Wie üblich gehen alle Mitglieder ganz unterschiedlich mit dem Verlust um, doch speziell die noch im Kindesalter befindliche Enkelin legt plötzlich Verhaltensweisen an den Tag, die mehr als merkwürdig sind. Eines Tages geschieht ein weiteres Unglück und durch eine Verkettung von Ereignissen kommt eben jenes Kind ums Leben. Die Mutter, in ihrem Schmerz um ihre Mutter ebenso wie ihre Tochter in einer Art Lethargie gefangen, erhält eines Tages, durch eine Freundin ihrer verstorbenen Mutter, die Möglichkeit mit ihrer verstorbenen Tochter zu kommunizieren und muss nur allzu schnell feststellen, dass dabei Familiengeheimnisse ans Licht kommen, die besser im Verborgenen geblieben wären, und dass eine Verbindung zum Totenreich immer mit Konsequenzen einhergeht. 

So generisch sich der Plot vielleicht anfangs liest, so sehr muss man „Hereditary“ dafür loben, dass er genau das nicht ist (also, zum größten Teil). Denn die meiste Zeit des Films hat der Zuschauer kaum eine Ahnung davon, welch wirre und schräge Dinge da auf der Leinwand vor sich gehen und wohin die wilde Fahrt überhaupt führen soll. Doch genau diese Unwissenheit ist das, was einen in seinen Bann zieht, was einem das Blut in den Adern gefrieren lässt, was einem die Haare zu Berge stehen lässt. Weshalb baut das Mädchen sich eine Puppe aus einem toten Vogel, wieso schnalzt es immer so mit der Zunge, wer sind die ganzen Menschen auf der Beerdigung der Großmutter, die scheinbar nicht mal ihre Tochter kennt, was hat es mit den schrägen Dioramen auf sich, die die Mutter bastelt und woher kommt das frostig Verhältnis zwischen Mutter und Sohn??? All diese Fragen und mehr stellt sich der Zuschauer, während sich der Plot immer weiter von einem immersiven Drama hin zu einer abgedrehten Geschichte rund um einen bösen Dämon wandelt.

Dabei verrät er im Laufe der Zeit gerade genug, um die Vorstellungskraft und Kombinationsgabe des Publikums soweit anzufachen, dass sich die Theorien im Kopf nur so zu überschlagen beginnen. Doch dann, in den letzten 10 Minuten, treten die Macher in die meiner Meinung nach schlimmste Falle für einen Horrorfilm – sie lüften alle Geheimnisse in einer finalen Auflösung, die nur dazu dient dem Zuschauer klar und deutlich vor Augen zu führen, was das eben Gesehene genau zu bedeuten hatte. Und indem die Autoren sich dieser Methode bedienen, entschwindet plötzlich alles Unheimliche und ein eben noch grandioser Mindfuck-Horror verkommt zu einer generischen Mär über eine Dämon und ein paar seiner Anhänger. Noch schlimmer ist es, dass durch diese Entscheidung zur expliziten Aufklärung nicht nur das Ende ruiniert wird, sondern das solch ein Ende den gesamten Film rückblickend in Mitleidenschaft zieht. 

Aber ich werde schon wieder zu theoretisch, bleiben wir doch lieber am konkreten Beispiel und ich erzähle euch einfach, was am Ende des Films herauskommt: Die Großmutter gehörte einem satanischen Kult an, der einen Dämon aufgrund einer Prophezeiung mit Hilfe eines Gefäßes auf diese Welt bringen will. Der ursprüngliche Plan war es eigentlich dafür den erstgeborenen Enkel zu verwenden, aber da Mutter und Tochter damals ein sehr schwieriges Verhältnis miteinander hatten wurde daraus nichts. Um wieder Gutmachung zu leisten bekommt die Großmutter dafür ihre Enkelin nach deren Geburt in die Finger und verwendet diese ohne das Wissen der restlichen Familienmitglieder einstweilen als eine Art Übergangsgefäß. Nachdem alle schön in die vorgesehenen Bahnen gelenkt wurden und der Dämon alle Familienmitglieder bis auf das auserwählte männliche Gefäß vernichten konnte, bekommen wir eine letzte Einstellung in der alle Kultanhänger vor dem nun in menschlicher Gestalt existierende Dämon knien. 

Das war es, keine Fragen bleiben mehr offen, keine Mysterien im Dunkeln verborgen, auf jedes kleinste Geheimnis wird der Scheinwerfer gerichtet – und damit die Spannung, die Atmosphäre zerstört. Lasst es mich so umschreiben: viele Leute haben sich bei dem Film „Alien: Covenant“ darüber beschwert, dass man das Alien in einer Einstellung im hellen Tageslicht in seiner vollen Pracht zu sehen bekommt weil genau so etwas dem angsteinflößenden Part der Kreatur die Zähne zieht – und so ist es auch. Es ist das was wir nicht sehen, das was wir nicht verstehen, das was wir nicht erklären können, genau das, was uns die meiste Angst einjagt. Wenn man nun aber anfängt dem Zuschauer alles Vorzukauen und bis ins kleinste Detail offen zu legen, nimmt das dem Horror eben genau das – den Horror. 

Weshalb sich die Macher immer wieder dieses in meinen Augen fatalen Mittels bedienen, vermag ich nicht zu sagen. Vielleicht meinen sie, dass das Publikum nicht intelligent genug ist, um sich selbst einen Reim darauf zu machen? Vielleicht fürchten sie auch, dass das Publikum nicht intelligent genug ist, um einen Film zu mögen, der ein Mysterium bleibt? Vielleicht haben sie auch Angst davor, dass man ihnen vorwerfen könnte selber einfach keinen Plan gehabt zu haben und sie müssen dem Publikum so beweisen, dass dem nicht so ist? Wie gesagt, ich weiß es nicht…und werde es wohl auch nie verstehen. Das Einzige was ich weiß ist, dass es für mich weder ein guter Weg ist eine Geschichte zu erzählen noch sie enden zu lassen, und dass ich immer wieder traurig darüber bin, wie eine einzige schlechte Entscheidung einen ansonsten grandiosen Film ruinieren kann.