Godzilla 2: King of the Monsters oder wo liegt das Problem? | Gedankenspiel

Titel: Godzilla 2: King of the Monsters
Originaltitel: Godzilla: King of the Monsters
Regie: Michael Dougherty
Laufzeit: 132 Minuten
Erscheinungsjahr: 2019

Vor ein paar Tagen habe ich Godzilla 2: King of the Monsters gesehen und bereits viel Negatives im Vorfeld. Nach der Sichtung stelle ich mir eine einzige Frage: Wo liegt das Problem?

Ich muss heute eine Lanze für die alte atomare Echse brechen, die in ihrem inzwischen 35en Abenteuer zu sehen ist.

Anmerkung: Um meine Argumente besser zu erklären werde ich mich auch auf die beiden Vorgängerfilme beziehen.


Kernfakten zum Film:

Titel: Godzilla 2: King of the Monsters

Originaltitel: Godzilla: King of the Monsters

Regie: Michael Dougherty

Laufzeit: 132 Minuten

Erscheinungsjahr: 2019


Nun worum gehts eigentlich in Godzilla 2?

Die Organisation Monarch unterhält Außenposten auf der ganzen Welt um die Titanen (gigantische Monster wie Godzilla oder Mothra) zu erforschen. Als jedoch Bioterroristen mithilfe einer Wissenschaftlerin von Monarch den gigantischen Drachen Ghidorah befreien, im Irrglauben so das Ökosystem der Erde zu retten, beginnt die gigantische Schlacht um die Erde. Es kann nur einen König geben und dieser stammt nicht von den Menschen …


Nun gut die Handlung von King of the Monsters lässt sich bestenfalls als okay bezeichnen, ist aber keineswegs so furchtbar wie gern beschrieben wird. Wie in den japanischen Kaiju-Filmen dient die Handlung um die menschlichen Figuren nur als Rahmen für die Kämpfe zwischen den Monstern. Außerdem lässt sich eine Entwicklung im MonsterVerse erkennen. Godzilla (2014) fokussierte sich viel zu stark auf die Handlung und die ikonische Eidechse nur etwas mehr als 8 Minuten auf der Leinwand toben. Dieser Film musste auch sehr viele Elemente etablieren, daher ist die Seltenheit von Godzilla zwar verständlich aber trotzdem mein größter Kritikpunkt am Film. Kong: Skull Island macht das schon wesentlich besser und balancierte Handlung & Action mehr aus.

Godzilla 2: King of the Monster ist die logische Folge der Entwicklung und stellt die Kaijus richtigerweise in den Fokus, um sowohl dem titel gebenden Monster als auch den drei anderen Ikonen (Mothra, King Ghidorah & Rodan) mehr Screentime zu spendieren. Schließlich sollen auch diese Bestien im Fokus des Films stehen, da wir uns immer noch im Kaiju-Genre befinden.

Eine hochwertige oder gar völlig logische Handlung in einem Film zu suchen, der sich mit gigantischen Monstern beschäftigt, ist also der falsche Ansatz, um diesen Film wirklich zu genießen.

Abseits der Handlung, die da ist, weil ein Film im Regelfall eine Handlung braucht, sind die Technik, Inszenierung und das Sounddesign die wahre Stärke von King of the Monsters.

Das Design der im Film vorkommen Kaijus (repräsentativ Godzilla, Ghidorah, Mothra & Rodan) ist hervorragend und zeigt, wie gigantisch diese Kreaturen eigentlich sind. Dabei fällt auch der nette Kniff mit den Augen und der dezenten Mimik der Monster auf. Auf einer ganz rudimentären Ebene wird den Kreaturen, in Kombination mit deren Schreien, so etwas wie Persönlichkeit eingehaucht.

Wie zu erwarten setzt der Film auf die Inszenierung der Kämpfe und Auftritte der Monster, was sich besonders im letzten Akt bemerkbar macht, wenn es zur bildgewaltigen Schlacht zwischen den Titanen Godzilla und King Ghidorah kommt. Allerdings nutzt der Film eine für Kaiju-Filme äußerst sinnvolle Struktur. Zwischen jedem Kampf/Auftritt wird dem Zuseher etwas Handlung der menschlichen Figuren hingeschmissen, was auflockernd wirkt und etwas Zeit zum Verschnaufen gibt. Da die Handlung allerdings nur als Rahmen fungiert wirkt die erzählte Geschichte eher als Filler und Charakterentwicklung findet nur minimal statt.

Dies kann man dem Film allerdings verzeihen, da man mit starken Szenen und viel Action entlohnt wird. Besonders die beiden „großen“ Auftritte von Mothra als Lichtbringerin sind sehr beeindruckend oder der letzte Auftritt von Ghidorah vor dem Finale als Sturmbringer haben einen epischen Charakter. Allerdings hat auch die titel gebende Echse einige denkwürdige Auftritte, besonders wenn es zum Kampf kommt oder das markante Brüllen ertönt.

Wie bereits im 2014er Film ist auch in King of the Monsters die Geräuschkulisse hervorragend und verleiht den Monstern die nötige „Stimme“. Außerdem ist der Soundtrack erneut hervorragend. Ohnehin ist der Soundtrack/die Soundkulisse des MonsterVerse hervorragend.


Alles in allem ist Godzilla 2: King of the Monsters sicher kein tief greifendes Meisterwerk aber ein gelungener Kaiju-Film, der die Essenz der japanischen Filme gekonnt für eine westliche Adaption aufnimmt. Über die Qualität der Handlung mag man sich streiten können ABER dieser Aspekt ist nie das Kernelement, kann & darf niemals zu stark im Fokus stehen, da Filme dieser Art in erster Linie durch die Action unterhalten wollen. Es kommt auf die Erwartungen an, die man an einen Kaiju-Film an, aber das zu viel nicht übermäßig gut tut, sieht man sehr gut an Godzilla (2014), der zwar kein totaler Ausfall ist aber zu sparsam mit der titel gebenden Kreatur und dessen Gegner umgeht. Hier hingegen wird geklotzt und nicht gekleckert, was in einer simplen/seichten Handlung und sehr viel Action mündet.

Kurzum, hervorragendes Popcorn-Kino der für Fans von Kaiju-Filmen, großen CGI-Schlachten oder Sommerblockbustern perfekt geeignet ist. Wer mehr wert auf eine clevere oder tief greifende Handlung sollte sich eine Alternative suchen. Ich vergebe für Godzilla 2: King of the Monsters die Wertung sehenswert!

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

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