H.P. Lovecrafts Berge des Wahnsinns Teil 1 | Review [Rezensionsexemplar]

Titel: H.P. Lovecrafts Berge des Wahnsinns Teil 1
Autor: Gou Tanabe
Zeichner: Gou Tanabe
Seiten: 296
Verlagen: Carlsen

Ich mag die Werke von H.P. Lovecraft, was inzwischen niemanden mehr überraschen sollte, aber 2019/20 ist eine Bewunderung für den japanische Mangaka Gou Tanabe hinzugekommen, der es mit bravur schafft, die Werke des Altmeisters als Manga zu adaptieren.

An dieser Stelle ein großes DANKE an den Carlsen Verlag für das Bereitstellen des Rezensionsexemplars und nun begeben wir uns in den ersten Teil von Berge des Wahnsinns!


Titel: H.P. Lovecrafts Berge des Wahnsinns Teil 1
Autor: Gou Tanabe
Zeichner: Gou Tanabe
Seiten: 296
Verlagen: Carlsen


Mehr von Gou Tanabe:

Der Hund und andere Geschichten

Die Farbe aus dem All


Im Zuge einer großen Expedition in die Antarktis entdeckt das Team um den Geologen Dr. William Dyer neben seltsam organisch wirkendem Schiefergestein ein gigantisches schwarzes Gebirge. Die Beschaffenheit des Steins und der Strukturen sind mit nichts vergleichbar, was man bisher auf der Erde gefunden hat. In einer der Höhlen entdeckt Dyer seltsame urzeitliche Lebensformen, die beinah außerirdisch wirken, aber auch aus der dunklen Vorzeit, die im Necronomicon beschrieben wird, stammen könnte. Als der Funkkontakt zu Dyer abbricht, begibt sich sein Kollege mit einem Rettungsteam auf die Suche und findet mehr, als er erwartet …

Der erste Teil von H.P. Lovecrafts Berge des Wahnsinns etabliert das Grundgerüst der Handlung, baut dabei bereits eine Spannungskurve auf und führt den namenlosen Horror in die Handlung ein. Lobenswert ist an dieser Stelle das Kunststück von Gou Tanabe, einen Spannungsbogen in einer Geschichte aufzubauen, deren Prämisse, wegen dem aktuellen Foschungsstand, bereits komplett überholt ist. Dabei mutet Berge des Wahnsinns weniger wie eine Horror-, sondern mehr wie eine Science-Fiction-Geschichte an, die im weiteren Verlauf immer mehr dem Horror weicht. Hier liegt auch eine weitere Stärke des Autors, Horror zu etablieren, ohne ihn zu zeigen und damit die Fantasie des Lesers anzuregen.

Ebenso weiß die Inszenierung von Berge des Wahnsinns zu übereugen. Gou Tanabe hat bereits in den vorigen Werken bewiesen, dass er weiß, wie man Lovecraft in Bilder fesselt, aber hier übertrifft er sich regelmäßig selbst. Von starken Portraitierungen der Hauptfiguren über die außerirdisch anmutenden Kreaturen bis zu gewaltigen, epochalen Totalzeichnungen bietet der viele optische Akzente, was zum positiven Gesamtbild beiträgt!

Alles in allem ist H.P. Lovecrafts Berge des Wahnsinns Teil 1 ein großartiger Einstieg in die Erzählung des Altmeisters. Die Handlung wird spannend aufgebaut, der Horror baut sich im Hintergrund auf und die verschiedenen optischen Akzente runden das Gesamtbild ab!

Ich vergebe für H.P. Lovecrafts Berge des Wahnsinns Teil 1 ein wohlverdientes lesenswert+ und bedanke mich für die Aufmerksamkeit. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

H. P. Lovecrafts Die Farbe aus dem All (Manga) | Review [Rezensionsexemplar]

Titel: Die Farbe aus dem All
Autor: Gou Tanabe
Zeichner: Gou Tanabe
Seiten: 192
Verlag: Carlsen Manga
Release:

Es wird mal wieder Zeit für einen H. P. Lovecraft Manga. Nach Der Hund und andere Geschichten ist die Farbe aus dem All die zweite Adaption des Mangaka Gou Tanabe, der Horror des Altmeisters mit dem Medium Manga kombiniert.

Vielen Dank an den Carlsen Verlag für das Rezensionsexemplar! ❤️


Ein Landvermesser aus Arkham reist wegen dem Bau eines Staudamms in das dafür vorgesehene Tal. Dort erfährt er von einem alten Mann die Geschichte über die verfluchte Heide, dem Untergang einer dort lebenden Familie und dem Meteoriten, der die Farbe aus dem All auf die Erde brachte. Diese Geschichte verändert das Leben des Landvermessers für immer. Manchmal ist es besser, verfluchte Erde unter Wasser zu begraben …


Die Farbe aus dem All ist eine klassische Gruselgeschichte, deren Horror sich langsam im Hintergrund aufbaut, nur um als geballter Schrecken über seine armen Opfer herzufallen. Ergänzt wird der Horror durch Elemente des Body-Horrors, sowie Science-Fiction, wodurch sich ein spannender Mix ergibt, der auch über 80 Jahre nach der Urveröffentlichung noch Wirkung zeigt.

Mangaka Gou Tanabe schafft es erneut gekonnt, eine Geschichte von Altmeister Lovecraft in stimmungensvollen Bildern einzufangen und gleichzeitig die größte Stärke der Vorlage auszupielen. Die namensgebende Farbe aus dem All gleicht nichts, was man auf der Erde kennt. Somit ist es von Vorteil, dass der Manga in schwarz-weiß ist und es somit dem Leser überlassen bleibt, wie diese fremdartige Farbe aussehen mag.

Außerdem wird der schleichende Horror gekonnt in den Bildern gebannt und man merkt Panel für Panel, wie sich das Grauen weiter ausbreitet, bevor es schlussendlich über die Familie im Tal hereinbricht.


Zusammengefasst ist die Farbe aus dem All ein hervorragender Manga und eine mehr als würdige Umsetzung der klassischen Horrorgeschichte H.P. Lovecrafts. Erneut schafft es der Manga stilvoll einem Klassiker seinen eigenen Stempel aufzudrücken, ohne die Vorlage umzuändern. Für Fans von Lovecraft Geschichten oder Horrormanga im Allgemeinen ist dieser Band definitiv zu empfehlen. Daher vergebe ich ein verdientes Lesenswert+ !

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Mein H. P. Lovecraft „Trauma“ | Storytime [Masters of Horror #9]

Heute gibt es mal keine Rezension oder ein Gedankenspiel, sondern etwas persönliches.

Ich bin ein großer H. P. Lovecraft Fan, was inzwischen niemanden mehr überraschen sollte. So sehr ich Lovecraft auch mag, so sehr hat mich sein Werk auch beeinflusst. Nicht nur hat sich mein Blick auf das Horrorgenre völlig verändert, nein auch mein Respekt auf die Macht von Geschichten hat sich dank Lovecraft auf lange Sicht verändert. Von all den Werken Lovecrafts gibt es jedoch eine Geschichte, die sich in mein Gedächtnis eingebrannt hat und um die geht heute.

Träume im Hexenhaus ist eine Kurzgeschichte, die im Jahr 1933 erschienen ist und von einem Mann handelt der sich ein Zimmer im „Hexenhaus“ in Arkham mietet, von dem man sagt, dass es verflucht ist. Kurz nach seinem Einzug wird der Protagonist im Traum von einer seltsamen Kreatur namens Brown Jenkins besucht und Nacht für Nacht von immer schlimmeren Alpträumen heimgesucht bis die Grenze von Traum und Realität verschwimmt …

Okay die Beschreibung mag nach nicht viel klingen aber Lovecrafts Beschreibungen erzeugten bei meiner ersten Lesung intensivere Bilder in meinem Kopf, als alle andere Kurzgeschichten von ihm. Es stimmte alles und die Handlung hatte das gewisse Etwas, was mich völlig in seinen Bann zog aber mit eher ungeahnten Folgen. Je weiter ich die Geschichte las, umso schlimmer wurden meine eigenen Alpträume, in denen ich mich in die Rolle des Protagonisten versetzt sah. Auch lange, nachdem ich die Geschichte beendet hatte, litt ich unter Alpträumen, wenngleich ich mich nicht mehr an sie erinnere. Ich wachte aber monatelang immer um die gleiche Nachtzeit auf. Irgendwann hat sich das gelegt und ich lese immer noch gern Lovecraft Kurzgeschichten aber Träume im Hexenhaus seit der ersten Lesung vor gut 5 Jahren nicht mehr gelesen. Dafür hat mich diese Geschichte einfach zu sehr mitgenommen …

Habt ihr auch bereits ähnliche Erfahrungen mit Geschichten in geschriebener Form gemacht? Lasst es mich gern in den Kommentaren wissen.

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Halloween Special: H. P. Lovecraft | Gedankenspiel

Das ist Howard Philips Lovecraft. Dieser gute Mann gehört zu den einflussreichsten Autoren der phantastischen Horrorliteratur des letzten Jahrhunderts und hat mit dem von ihm geschaffenen Cthullu-Mythos zahlreiche Autoren beeinflusst. Aber auch Abseits der Horrorliteratur findet man die Einflüsse Lovecrafts. So tragen das Arkham Asylum aus den Batman Comics von DC und der Charakter Arkham aus Devil May Cry 3 den Namen einer Stadt des Lovecraft Universums. Weitere Beispiele sieht man zB im MMORPG World of Warcraft (die Alten Götter), in den Werken des deutschen Autoren Walter Moers oder auch im Bereich Musik, da sich Bands nach Lovecraft benannt haben oder seine Werke/Thematiken/Wesen in unterschiedlichsten Genres verarbeitet haben.

Was macht diesen H. P. Lovecraft aber so besonders? Horrorgeschichten kann ja jeder schreiben! Diese, zugegeben reißerische, Aussage mag zwar stimmen aber es bedarf viel Talent, um über Jahrzehnte hinweg die Ängste der Menschen anzusprechen. Das Werk von Lovecraft beschäftigt sich grundlegend mit dem übernatürlichen Horror und der Angst des Menschen vor dem Unbekannten. Seien es nun unbekannte Wesen, die vor uns verborgen leben oder geheimes Wissen, welches viel zu gefährlich für den Menschen ist. Ein weiteres Thema ist der Wahnsinn, der die Protagonisten in den meisten Lovecraft Geschichten ereilt sobald den armen Seelen klar wird, was es mit den grob beschrieben Wesen auf sich oder die Wesen auf die Protagonisten der Geschichten aufmerksam werden.

Das Gesamtwerk von H. P. Lovecraft lässt sich grob in drei Kategorien einteilen:

  • Klassische Schauergeschichten: In diese Kategorie fallen viele der frühen Kurzgeschichten Lovecrafts, die vom Werk des Edgar Allan Poe inspiriert wurden und oft alte, unheimliche Häuser oder Friedhöfe als Schauplatz haben. Die klassischen Schauergeschichten sind nicht miteinander verbunden, wurden aber von Albträumen inspiriert.
  • Traumweltgeschichten: Dies sind mystische beziehungsweise mythische Kurzgeschichten, die weniger mit Horror aber umso mehr mit dem Fantasy Genre zu tun haben und im Regelfall von exotischen Städten, verbotenen Bergen, fremden Ländern sowie geheimnisvollen Göttern handeln. Ein zusammenhängendes Element sind mehrfach wiederkehrende Figuren wie ein gewisser Kuranes oder der Traumreisende Randolph Carter.
  • Mythosgeschichten: Ein großer Teil von Lovecrafts heutigem Ruhm basiert auf dem lose zusammenhängenden Kreis von Kurzgeschichten und Erzählungen, die sich mit einem uralten Übel sowie der verborgenen Mystik hinter der Realität befassen. In diesen Geschichten werden auch Lovecrafts populärste Wesen wie Cthullu, Dagon, Mutter Hydra, Atathoth und Tsathoggua thematisiert.

Obwohl diese drei Hauptkategorien unabhängig voneinander existieren greifen gewisse Motive von einer Kategorie auf die andere über.

Neben den oben genannten drei Arten von Geschichten hat H. P. Lovecraft noch viele Gedichte, Essays und dutzende Briefe verfasst.

Trotz seines gewollt antiquierten Stils, der sich in puncto Wortwahl stark am 18. Jahrhundert orientiert und manche Geschichten unnötig zäh erscheinen lässt, ist das Gesamtwerk von Howard Philips Lovecraft faszinierend und prägend für die moderne Horrorliteratur. Besonders seine Mythosgeschichten um Cthullu haben einen gewaltigen Einfluss auf die Horrorliteratur und die Popkultur genommen. Um diesem Beitrag eine persönliche Note zu verleihen, liste ich jetzt meine 5 Lieblingsgeschichten von H. P. Lovecraft auf.

  • Träume im Hexenhaus: Dank dieser Geschichte hatte ich für längere Zeit Schlafstörungen, aber trotzdem handelt es sich hierbei um meine absolute Lieblingsgeschichte von Lovecraft.
  • Hypnos: Diese Geschichte erzeugt in meinem Kopf die intensivsten Bilder, obwohl sich der Horrorfaktor eher in Grenzen hält. Immer, wenn ich diese Geschichte lese, sind die Farben schwarz und rot bei den erzeugten Bildern vorherrschend.
  • Herbert West der Re-Animator: Kennt ihr die trahsigen Re-Animator Filme? Diese Trilogie basiert auf einer Kurzgeschichte von H. P. Lovecraft, die eine interessante Thematik verfolgt und mich entfernt an Frankenstein erinnert.
  • Die Ratten im Gemäuer: Das war eine der ersten Lovecraft Geschichten, die ich gelesen habe und besonders der grausige Höhepunkt der Geschichte fesselt mich immer wieder aufs neue.
  • Das Bild im Haus: Eine weitere klassische Horrorgeschichte, die sich mit dem Thema Kannibalismus beschäftigt.

Ich bin froh vor gut 4 Jahren einen Kurzgeschichtenband von H. P. Lovecraft in einer örtlichen Bücherei gefunden zu haben. Das Werk von Lovecraft hat meine Einstellung zum Thema Horror und Horrorliteratur entscheidend geprägt, mich kritischer werden lassen aber auch offener für unterschiedliche Strömungen in der Horrorliteratur werden lassen. Vermutlich hätte ich ohne die Lovecraft Geschichten niemals Bram Stokers Dracula gelesen oder so eine Faszination für Stephen King entwickelt. Ich kann das Gesamtwerk von Lovecraft grundlegend jedem empfehlen der auf der Suche nach Schauer/Horrorliteratur ist und einem älteren Schreibstil offen gegenübersteht.

Lasst mich dieses Special mit einem Zitat aus der Geschichte The Nameless City beenden.

„That is not dead which can eternal lie, and with strange aeons even death may die.“

Ich wünsche euch ein schönes Halloween und fröhliches gruseln!

Monatsrückblick: September 2017 | Storytime

Der September ist vorbei und es wird Zeit für einen Monatsrückblick.


Allgemeines

Im September war ich auf dem Blog recht aktiv und haben einige neue Formate etabliert, um den Überschuss an Filmen & Videospielen aus dem Backlog sinnvoll zu verarbeiten. Außerdem habe ich mit der talentierten Ainu89 ein großes Special rund um Stephen King gestartet. Zudem habe ich zusammen mit Jessica den Blog etwas überarbeitet, was das Layout angeht. Ich schätze, die Arbeit hat sich gelohnt. Weiters darf ich mich über Zuwachs freuen, denn der Blog hat nun stolze 63 Follower. Ich bedanke mich somit bei allen Lesern für die Treue & das Feedback.
Außerhalb war, wie üblich, die bekannte Mischung aus sozialen Kontakten, Arbeiten & Material für den Blog sammeln vertreten.


Filme

Ich war diesen Monat insgesamt fünfmal im Kino und habe folgende Filme gesehen:

–  Marvels The Inhumans

– Atomic Blonde

– Barry Seal

– Killers Bodyguard

– Stephen Kings IT
Die ersten drei Filme habe ich in einem ausführlichen Gedankenspiel verarbeitet. Den Link dazu findet ihr hier!
Zu IT möchte ich noch keine großen Worte verlieren. In den Beiträgen von mir & Ainu89 werdet ihr mehr über diesen Film erfahren.
Die Filme, die ich Zuhause gesehen habe, wurden in meinem „neuen“ Format „zuletzt gesehen“ bearbeitet.


Videospiele

Den September habe ich genutzt, um ein paar Spiele aus dem PS4 Backlog durchzuspielen. Unter diesem Link findet ihr meine Meinung zu folgenden Spielen:
– Deadpool

– Late Shift

– Darksiders
Was Neuerscheinungen angeht, habe ich mich auf der Switch ausgetobt. Insgesamt habe ich auch auf dieser Konsole drei Spiele gespielt:
The Binding of Isaac: Afterbirth+

– Rayman Legends Definitive Edition

– Mario + Rabbids: Kingdom Battle
Ersteres habe ich ja bereits reviewt und verlinkt. Zu den beiden anderen Spielen kommen, hoffentlich, im Oktober die Beiträge. Spoiler; beide Spiele gefallen mir sehr und beweisen mir erneut, wie famos die Spiele von Ubisoft sind. Die Partnerschaft zwischen Ubisoft & Nintendo macht sich wirklich bezahlt.


Literatur

Im literarischen Bereich war ich im September wieder abwechslungsreich. Neben meinem Liebling, Stephen King, habe ich mich mit H. P. Lovecraft, Joan K. Rowling & diversen DC Comics beschäftigt.
Links zu entsprechenden Beiträgen findet ihr hier:

Todesmarsch | Review

Das Bild | Review

Batman Detective Comics Vol. 1: Rise of the Batmen | Review

 


Das wars soweit mit dem Rückblick. Wir lesen uns im nächsten Beitrag wieder!