Happy Halloween!

Happy Halloween meine Lieben. Gruselween Vol. 2 endet mit dem heutigen Tag und das Special hat mir dieses Jahr echt viel Spaß gemacht. Im Laufe des Novembers wird eine Übersichtsseite mit allen Beiträgen erscheinen und ab 02.11.2020 geht es mit dem regulären Programm weiter.

2021 wird Masters of Horror in die zweite Runde gehen und ich freue mich jetzt schon auf dieses Special, sowie das kommende Weihnachtsspecial im Dezember.

Genießt also das Fest des Gruselns und wir haben für euch eine Liste zusammengestellt mit Filmen, die man sich definitiv geben kann an diesem Tag:

Und abseits dieser Liste findet ihr unter dem Tag Horrorfilm noch ganz viel mehr Beiträge zu diesem Thema!

Resident Evil 5 | Gedankenspiel | Gruselween Vol. 2 #9

Seit der Gründung des Blogs habe ich bereits sehr viel über das Resident Evil Franchise geschrieben und es gibt einfach so viel über dieses Medien-Franchise zu sagen. Nun wird es endlich Zeit ein paar Gedanken über Resident Evil 5 zu verlieren. Das letzte gute und erste schlechte Resident Evil vor der neuen Ära.

Erzählerisch knüpft Resident Evil 5 an die Ereignisse der Teil 1 – 3 an und etabliert gleichzeitig einen neuen Status quo. S.T.A.R.S. und Umbrella gibt es nicht mehr. Chris Redfield und Jill Valentine sind Teil der BSAA, die sich der Bekämpfung von B.O.W.‘s (Biowaffen) gewidmet hat.

Zusammen mit seiner neuen Partnerin Sheva wird Chris nach Afrika geschickt um den B.O.W. – Waffenhändler Irving festzunehmen. Natürlich ist dies nur ein Teil einer größeren Handlung, in der Wesker erneut auftaucht und die Weöt unterjochen will, aber auch die totgeglaubte Jill Valentine ist nicht ganz tot.

Erzählerisch macht Resident Evil 5 vieles richtig und bietet wie der Nachfolger Teil 6 eine größere Handlung, deren Inszenierung wesentlich epischer ausfällt und somit mehr in Richtung cineastischer Erzählung/Inszenierung geht. Klar die Geschichte würde wohl kaum Preise gewinnen aber im Großen und Ganzen ist sie echt gut gelungen.

Bevor ich mit den positiven Punkten fortfahre gibt es einen Schlenker zu meinem größten Problem mit dem Spiel. Die K.I. des Charakters der vom Computer gesteuert wird, meistens Sheva, ist strunz dumm und hat keinerlei Gespür für die Verwaltung kostbarer Munition. Gibt man ihr eine Waffe mit genügend Munition ist ein Großteil innerhalb eines Kapitels verschossen, aber der Elektroschocker als einzige Waffe ist auch keine Lösung, weil das Spiel je nach Schwierigkeitsstufe ganz schön hart werden kann.

Daher rate ich von einer Solo-Erfahrung mit Resident Evil 5 ab und empfehle lieber eine Online-Koop Sitzung oder Couch-Koop, wobei ich meine besten Erfahrungen mit dem Spiel im Online-Koop mit einer Freundin hatte, mit der ich das Spiel mehrmals beendet habe.

Sich per Sprachchat über Taktiken absprechen, gemeinsam an Rätseln knobeln oder einfach Geld/Schätze famen, um sich bessere Ausrüstung zu kaufen. Alles macht per Online-Koop wesentlich mehr Spaß und die Erfahrung ist gleich intensiver, wenn zwei Spieler die Hauptfiguren übernehmen, um Wesker sowie seine Handlanger mal ordentlich in den Arsch zu treten.

Dazu kommt die Möglichkeit Ressourcen untereinander auszutauschen, was der taktischen Komponente zugutekommt und es beiden Spielern erlaubt unterschiedliche Arsenale mit in die Schlacht zu nehmen.

Wenn man die semi-episch inszenierte Handlung mit der großartigen kooperativen Komponente verbindet, wird Resident Evil 5 zu einer unglaublichen Erfahrung, die der Singleplayer niemals erreicht. Es macht zu zweit einfach viel mehr Spaß die gewaltigen Bosse zu besiegen und am Ende Wesker das Grinsen aus dem Gesicht zu prügeln.

Somit lässt sich zusammenfassen, dass mein Wohlwollen gegenüber Resident Evil 5 in erster Linie dem Online-Koop geschuldet ist und nur durch die dumme K.I. im Singleplayer getrübt wird. Damit ist Resident Evil 5 für mich das letzte gute (alte) Resident Evil und das erste schlechte (alte) Resident Evil.

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Ju-On: Origins | Review| Gruselween Vol. 2 #8

Titel: Ju-On: Origins
Originaltitel: 呪怨:呪いの家
Episoden: 6 in 1 Staffel
Laufzeit pro Folge: ca. 30 Minuten
Sender: Netflix

2020 ist ein wirklich komisches Serienjahr. Es hat stark angefangen aber nach dem ersten Quartal relativ stark nachgelassen … zumindest für mich persönlich. Kaum eine Serie war interessant genug, damit ich bis zum Ende dran bliebt ABER Ju-On: Origins war interessant genug und hatte die perfekte Laufzeit um mich bis zum Ende zu unterhalten!


Gruselwusel Kernfakten

Titel: Ju-On: Origins
Originaltitel: 呪怨:呪いの家
Episoden: 6 in 1 Staffel
Laufzeit pro Folge: ca. 30 Minuten
Sender: Netflix


Eine richtige Handlung erzählt Ju-On: Origins nicht, sondern behandelt mehrere Handlungsstränge deren Hauptfiguren alle mit dem verfluchten Haus, dem zentralen Element des Franchise, in Verbindung stehen. Was anfangs noch sehr verwirrend ist, bleibt es teilweise auch bis zum Staffelfinale aber es gibt auch einige AHA-Momente, wenn bestimmte Begebenheiten oder Ereignisse aus einem anderen Blickwinkel betrachtet werden und plötzlich aufgeschlüsselt werden.

Ju-On: Origins ist auch keine richtige Horrorserie, sondern mehr ein Drama mit dem Thema der häuslichen Gewalt, was nicht nur ein Kontrast zum restlichen Franchise darstellt, trotz Parallelen, sondern auch zu ein paar der härtesten Szenen führt, die ich bisher im Grusel- Horror- und/oder Dramagenre gesehen habe. Ohne zu spoilern kann ich jedem empfehlen sich auf harte Szenen einzustellen, die das Thema häusliche Gewalt äußerst plastisch darstellen.

Thematisch aber auch atmosphärisch schlägt Ju-On: Origins einen harten Ton, was zum restlichen Franchise passt und gleichzeitig eine neue Stufe an Härte etabliert. Richtig gruselig wird die Serie nie, aber eine gewisse unheimliche Note schwingt durch die gesamte Staffel mit und besonders zum Ende erreicht ein gewisses Maß an Grusel.

Abschließend stellt sich die Frage ob Ju-On: Origins empfehlenswert ist? Nun jein. Einerseits ist die Serie ein interessantes Prequel und ein angenehmer Kontrast zum restlichen Ju-On Franchise aber die Serie hat durchaus ihre Probleme. Für Fans ist die Serie definitiv einen Blick wert und alle anderen sollten mal in die erste Folge reinschauen. Ich vergebe ein sehenswert- !

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Die seltsame Ästhetik des Body-Horrors| Gedankenspiel [Masters of Horror #11]

Was haben Resident Evil, Silent Hill, Dead Space, der Zombiefilm und Werke wie The Thing oder Die Fliege gemeinsam? Sie alle (und viele mehr) nutzen den Body-Horror als Stilmittel.

Masters of Horror Übersichtsseite

Beim Body-Horror handelt es sich um ein Stilmittel aber auch Subgenre des Horrorfilms bei dem die destruktive Veränderung des (meistens) menschlichen Körpers im Fokus steht. Egal ob Verstümmelungen, Mutationen, Metamorphosen oder starke Deformationen. Dieses Stilmittel ist ebenso vielfältig, wie das Horrorgenre abwechslungsreich ist.

Es ist faszinierend wie der Body-Horror dargestellt wird. Im Regelfall handelt es sich um einen schmerzhaften Prozess der über längere Zeit gehen kann oder zügig und besonders schmerzhaft voranschreitet. Ein Beispiel hierfür wäre der Kultfilm An American Werewolf in London (Anm. einer meiner absoluten Lieblingsfilme! 🖤). Die Gestaltwandlung des Protagonisten wird in einer langen, schmerzhaften Szene dargestellt ist aber inszenatorisch wie handwerklich wie ästhetisch die Krone des Werwolf-Films. Dabei wird ohne Blut oder Gore eine starke Nutzung des Body-Horrors präsentiert, aber noch bildgewaltigere Beispiele sind Die Fliege, Das Ding aus einer anderen Welt und Videodrome, die den Body-Horror mit anderen Ausrichtungen des Horrors kombinieren aber besonders die Veränderung des menschlichen Körpers wird in diesen Beispielen so explizit, schockierend aber auch faszinierend ästhetisch dargestellt.

Aber nicht nur im Medium Film, sondern auch in der Literatur und besonders in den bebilderten Medien Comic sowie Manga gibt es reichlich Beispiele für Body-Horror. Das beste Beispiel für die Manga wäre Junji Ito, der gern mit grotesken Bildern der destruktiven Veränderung menschlicher Körper fröhnt. Spiral & Gyo sind zwei hervorragende Werke die zeigen welch ekelerregender, aber schrecklich faszinierender Body-Horror in Bildern gebannt werden kann. Dabei muss man beiden Werken aber auch dem Gesamtwerk Ito‘s eine ganz eigene Ästhetik zuschreiben, die in dieser Form unerreicht ist.

Im Bereich der Comics gibt es zwar viele Graphic Novels aus dem Horrorgenre, aber mit groteskem Body-Horror hält man sich hier eher zurück. The Walking Dead mit seiner sich wandelnden Darstellung der Untoten, sprich dem fortschreitenden Verwesungsgrad, ist ein gutes Beispiel.

Auch bei den Videospielen gibt es Beispiele für Body-Horror. Besonders die Resident Evil & Dead Space Spiele werfen dem Spieler gern grotesk mutierte Menschen (aber auch Tiere) vor deren Veränderung nicht nur schmerzhaft, sondern auch wirklich ekelhaft aussehen. Mein Lieblingsbeispiel aus dem Segment Videospiele ist William Birkin aus Resident Evil 2, der sich einen Virus spritze, nachdem er von seinem Arbeitgeber verraten wurde. Birkin ist auch das beste Beispiel was für Mutationen die Viren der Umbrella Corp. verursachen können.

Besonders im Remake wird das Leiden von Dr. Birkin sehr plastisch dargestellt und für einen Endboss bekommt man ziemlich viel Mitleid für den leidenden Mutanten.

Was will ich mit diesem Beitrag also aussagen? Nun simpel ausgedrückt will ich meine Liebe zum Body-Horror mit diesen Zeilen zum Ausdruck bringen, denn die eigenwillige Ästhetik, die dieses Stilmittel des Horrors hervorbringt, erzeugt auch einen ganz eigenen Reiz, den nicht jeder nachvollziehen kann, aber dem man sich auch nicht entziehen kann, sofern man sich darauf einlässt.

Wie steht ihr zum Thema Body-Horror? Lasst es mich gern in den Kommentaren wissen.

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Mein H. P. Lovecraft „Trauma“ | Storytime [Masters of Horror #9]

Heute gibt es mal keine Rezension oder ein Gedankenspiel, sondern etwas persönliches.

Ich bin ein großer H. P. Lovecraft Fan, was inzwischen niemanden mehr überraschen sollte. So sehr ich Lovecraft auch mag, so sehr hat mich sein Werk auch beeinflusst. Nicht nur hat sich mein Blick auf das Horrorgenre völlig verändert, nein auch mein Respekt auf die Macht von Geschichten hat sich dank Lovecraft auf lange Sicht verändert. Von all den Werken Lovecrafts gibt es jedoch eine Geschichte, die sich in mein Gedächtnis eingebrannt hat und um die geht heute.

Träume im Hexenhaus ist eine Kurzgeschichte, die im Jahr 1933 erschienen ist und von einem Mann handelt der sich ein Zimmer im „Hexenhaus“ in Arkham mietet, von dem man sagt, dass es verflucht ist. Kurz nach seinem Einzug wird der Protagonist im Traum von einer seltsamen Kreatur namens Brown Jenkins besucht und Nacht für Nacht von immer schlimmeren Alpträumen heimgesucht bis die Grenze von Traum und Realität verschwimmt …

Okay die Beschreibung mag nach nicht viel klingen aber Lovecrafts Beschreibungen erzeugten bei meiner ersten Lesung intensivere Bilder in meinem Kopf, als alle andere Kurzgeschichten von ihm. Es stimmte alles und die Handlung hatte das gewisse Etwas, was mich völlig in seinen Bann zog aber mit eher ungeahnten Folgen. Je weiter ich die Geschichte las, umso schlimmer wurden meine eigenen Alpträume, in denen ich mich in die Rolle des Protagonisten versetzt sah. Auch lange, nachdem ich die Geschichte beendet hatte, litt ich unter Alpträumen, wenngleich ich mich nicht mehr an sie erinnere. Ich wachte aber monatelang immer um die gleiche Nachtzeit auf. Irgendwann hat sich das gelegt und ich lese immer noch gern Lovecraft Kurzgeschichten aber Träume im Hexenhaus seit der ersten Lesung vor gut 5 Jahren nicht mehr gelesen. Dafür hat mich diese Geschichte einfach zu sehr mitgenommen …

Habt ihr auch bereits ähnliche Erfahrungen mit Geschichten in geschriebener Form gemacht? Lasst es mich gern in den Kommentaren wissen.

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Die Until Dawn Erfahrung | Gedankenspiel [Masters of Horror #7]

Ich bin ein großer Fan von B-Movies und Until Dawn ist, ebenso wie Man of Medan, eine Zelebrierung des B-Movie/Teeny-Slasher Genres. Wie bereits im Man of Medan Beitrag erwähnt gehört Until Dawn zu meinen liebsten Playstation 4 Spielen und halte diesen Teil für außergewöhnlich im Genre des interaktiven Films. Was dieses Spiel so hervorhebt, erzähle ich euch jetzt!

Zuerst noch ein paar trockene Fakten und Trivias. Until Dawn wurde im Jahr 2012 für die Playstation 3 als Spiel mit Fokus auf die Move-Steuerung angekündigt, danach wurde es jedoch schnell ruhig um den Titel. Relativ überraschend wurde das Spiel schließlich für die Playstation 4 angekündigt ohne Bewegungssterung. Als Entwickler zeigt sich Supermassive Games verantwortlich, die auch Hidden Agenda und Man of Medan entwickelt haben. Die verwendete Engine ist die Umbra3, welche auch für Killzone: Shadow Fall verwendet wurde.

Im Jahr 2014 treffen sich die Freunde Sam, Josh, seine Zwillingsschwestern Hannah und Beth, Jessica, Emily, Matt, Ashley sowie Chris zu ihrem alljährlichen Winterausflug in der Berghütte in den Blackwood Pines auf Mount Washington. Wegen eines grausamen Streichs kommt es zu einer Tragödie in deren Zuge die Schwestern Hannah und Beth spurlos verschwinden.

Ein Jahr später trifft die restliche Truppe erneut zusammen, da Josh seine Clique in die Berghütte eingeladen hat. Die anfangs idyllische Atmosphäre weicht immer weiter einer düsteren Atmosphäre. Scheinbar ist die Gruppe nicht allein in den Blackwood Pines. Etwas Böses treibt sein Unwesen auf diesem Berg und fordert Opfer …

Until Dawn kombiniert das Genre des Teenie-Slashers mit paranormalem Horror und legt dabei einen großen Fokus auf die Interaktion zwischen den Hauptfiguren. Storytechnisch ist Until Dawn ebenso wie der geistige Nachfolger Man of Medan eine Zelebrierung der klassischen B-Movies und verwendet auch mehrere Stereotypen des Horrorgenres wie die Schlampe, die Zicke, den Sportler oder den (etwas) nerdigen Streber. Fast schon konträr ist der Bruch mit anderen gängigen Klischees wie dem Tod des Afroamerikaners als ersten aus der Gruppe oder der genretypischen Sexszene.

Das Hauptmerkmal von Until Dawn ist das Gameplay, dass den Schmetterlingseffekt thematisiert. Dieser Effekt besagt das kleinste Aktionen bereits Reaktionen ungeahnten Ausmaßes annehmen können. Mit dieser Eigenschaft gehört Until Dawn zu den verzweigtesten Videospielen der modernen Zeit und übertrumpft sogar die Quantic Dream Spiele, welche ja bereits für ihren enorm hohen Wiederspielwert und der verwinkelten Spielstruktur bekannt sind.

Im Endeffekt handelt sich bei Until Dawn um einen Genremix aus Surival Horror, interaktiven Film und Action-Adventure, in dem man abwechselnd verschiedene Charaktere steuert, deren Primärziel das Überleben ist. Jede Aktion des Spielers beeinflusst den weiteren Spielverlauf, was Abwechslung beschert und dank verschiedener Enden zu mehreren, unterschiedlichen Spielverläufen motiviert. Selbstverständlich gibt es ein paar Sammelaufgaben die einerseits die Spielwelt vertiefen und andererseits den Spielverlauf marginal beeinflussen.

Das Gameplay gehört zu den größten Stärken von Until Dawn und weiß den Spieler zu motivieren unterschiedliche Lösungsansätze zu probieren, um möglichst alle Hauptfiguren am Leben zu erhalten.

Optisch war Until Dawn im Jahr 2016 eine Offenbarung und zeigte die Möglichkeiten der aktuellen Konsolengeneration. Details des „Urspiels“ für die Playstation 3 waren noch erkennbar, wurden jedoch technisch massiv aufgebessert. So wurden die Charaktermodelle durch hochwertiges Motion Capturing mit namhaften Schauspielern wie Rami Malek und Hayden Panettiere erschaffen, was auch gleichzeitig eine realistische Darstellung von Emotionen ermöglicht. Weiters ist das Schauspiel der Hauptfiguren äußerst hochwertig und hebt die Qualität des Genremix noch weiter heraus. Nicht nur optisch, sondern auch inszenatorisch gehört Until Dawn zu den besten interaktiven Filmen. Nach einem Prolog der die Grundprämisse skizziert und die Hauptfiguren grob etabliert folgt das Hauptspiel, in dem die Figuren vertieft werden und sich der Horror langsam auf drei Ebenen aufbaut. Until Dawn baut seinen Horror auf einer physischen, einer psychologischen und einer paranormalen Ebene auf die sich im Verlauf des Spiels immer mehr vermischen und mit diversen Jump Scares garniert werden. Durch die weite Verzweigtheit der Entscheidungen des Spielers ändert sich auch der Spielverlauf mit jedem Durchgang und dann gibt es noch den Psychologen. Wie im aktuellen Man of Medan gibt es eine externe Figur, die mit dem Spieler direkt interagiert und seine Handlungen analysiert. Dieses Feature ist auch nach 4 Jahren immer noch genial und vertieft die Spielerfahrung ungemein erweitert.

Zusammengefasst ist Until Dawn eine einmalige Erfahrung, dank eines interessanten Genremix, sowohl auf erzählerischer als auch auf spielerischer Ebene. Wie jeder interaktive Film baut, auch Until Dawn auf eine eigene Identität, die klar erkennbar ist und durch die Nutzung verschiedener Elemente sowie Mechaniken, von denen einige bis heute Einzigartig beziehungsweise herausragend sind, erschaffen wird. Auch nach vier Durchläufen habe ich immer noch nicht alles im Spiel gesehen und es ist wirklich gigantisch, wie umfangreich dieser Titel ist. Der Wiederspielwert ist enorm und das Schmetterlingseffekt-System zeigt auf, wie verwinkelt ein Horrorspiel sein kann. Was Until Dawn aber auch so hervorhebt, ist die Mischung aus Film und Videospiel, da kaum ein interaktiver Film so viel Gameplay bietet und abseits der Quick-Time-Events viel Spielraum zu erkunden bietet, um die unterschiedlichen Schauplätze zu erkunden. Selbstverständlich ist dies auch perfekt für die Entwickler, um Grafik-Muskeln spielen zu lassen und zu zeigen, wie atmosphärisch man ein Spiel präsentieren kann.

Für mich ist Until Dawn nicht nur ein besonders spielenswertes Videospiel, sondern auch ein Aushängeschild der PS4 in puncto Qualität sowie ein moderner Klassiker des Horrorgenres aber auch des interaktiven Films. Daher verzeiht man auch gern kleinere technische Fehler in der Optiker oder gelegentliche Freezes. Wer eine Playstation 4 hat, sollte Until Dawn auf jeden Fall spielen!

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Operation: Overlord (Film) | Review [Masters of Horror(?) #5]

Ein Film, der mich seit dem ersten Trailer abgeschreckt hat, ist Operation: Overlord, basierend auf dem gleichnamigen Comic. Vor einigen Tagen habe ich den Film dank Amazon Prime gesehen und dieser Genremix hat mich echt überrascht.

Der Film spielt im Jahr 1944. Am Abend vor der Operation Overlord, der großen Landungsmission, im Zweiten Weltkrieg, wird das Flugzeug eines Vorkommandos hinter den feindlichen Linien abgeschossen. Die vier Überlebenden des Absturzes begeben sich in ein nahegelegenes Dorf, um ihre Mission, einen Funkturm zerstören, nachzukommen. Als die Truppe das Dorf erreicht findet sie ein geheimes Labor in dem die Nazis an Supersoldaten experimentieren. Ein knallharter Überlebenskampf im Feindesland beginnt …

Operation: Overlord ist wahrscheinlich der hochwertigste B-Movie aller Zeiten. Die Geschichte liegt irgendwo zwischen Wolfenstein und Resident Evil, was bedeutet, dass die Handlung ebenso trashig, wie unterhaltsam ist und zu unterhalten weiß.

Was man dem Film zugutehalten muss ist der Irrsinn, den Operation: Overlord wie ein Aushängeschild vor sich her trägt. Das eigentlich ernste Setting des Zweiten Weltkriegs wird durch den Zombie-Body-Horror angenehm aufgelockert und was eigentlich kontraproduktiv sein sollte trägt zu einer eigenwilligen Atmosphäre bei, die durchaus spannende Momente bietet. An manchen Stellen ist Operation: Overlord auch durchaus gruselig, wobei die Action klar im Fokus steht.

Der Cast weiß ebenfalls zu gefallen und besonders Pilou Asbaek als Hauptsturmführer Wafner liefert eine solide Performance ab, die das Feindbild der Nazis so glaubhaft darstellt, dass das Wolfenstein Franchise stolz wär.

Wie bereits erwähnt setzt Operation: Overlord auch auf Body-Horror und dieser wird äußerst plastisch in Szene gesetzt. Dazu entsteht auch ein gewisser Ekelfaktor, was die Qualität der Effekte nochmals unterstreicht.

Alles in allem hat mich Operation: Overlord positiv überrascht, wenngleich der Film das Aushängeschild des modernen B-Movies ist. Edeltrash wechselt sich mit Qualität ab und ergibt einen Film, der zu unterhalten weiß aber auch gleichzeitig seinen Irrsinn stolz vor sich her trägt.

Ich vergebe für Operation: Overlord die Wertung sehenswert-, da der Film für eine spezielle Zielgruppe zu empfehlen ist, die sich mit Werken wie Resident Evil oder Wolfenstein besonders anfreunden können.

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Warum Resident Evil nicht sterben kann! | Gedankenspiel [Masters of Horror #4]

Achja Resident Evil, die wohl ikonischste und langlebigste Serie unter den Horrorspielen. Seit über 20 Jahren „beglückt“ uns Capcom mit unterhaltsamen Spielen, die ein gigantisches Universum erschufen, aber eine eigentlich trashige und sehr klischeebehaftete Rahmenhandlung erzählen.

Warum kann diese Reihe aber, trotz teils schlechter, teils fragwürdiger, Spiele einfach nicht sterben? Nun dies lässt sich simpel beantworten und liegt der große Vorteil von Resident Evil in den Eigenschaften Variation, Evolution und Neuinterpretation. Um dies zu erläutern, muss ein Umstand klar sein; die Kernreihe des Franchise besteht aus Trilogien, die im Laufe der Zeit erweitert wurde.

Hier sei auch angemerkt, dass die Trilogien inkl. erweiternde Spiele immer einen anderen Fokus gesetzt haben.

Die klassische Trilogie umfasst Resident Evil 1, 2, 3 und wurde mit Code Veronica & Zero weiter vertieft. Hier liegt der Fokus mehr auf dem Survival-Horror und Rätsel Aspekt während Teil 3 schon etwas action-lastiger wurde.

Danach kam die Action-Horror Trilogie mit den Teilen 4, 5 & 6 wobei Teil 4 immer noch starke Elemente der klassischen Teile beinhaltet, während Teil 5 & 6 die Action in den Fokus rückten. Auch wenn ich von dieser Entwicklung überhaupt kein Fan bin, ist es die logische Entwicklung der Reihe. Die Spin-off’s Revelations 1 & 2 waren ebenfalls actionreicher, während das Resident Evil 2 Remake den momentanen Höhepunkt der Serie darstellt, weil das beste aus beiden Trilogien übernommen wurde.

Aktuell befindet sich die Serie in der „narrativen“ Trilogie, die mit dem Backwood-Survival-Horror-Spiel Resident Evil 7 begründet wurde. Wie sich diese Trilogie in Zukunft entwickeln wird, ist ungewiss aber ich bin ein großer Fan der Ego-Perspektive und der Rückkehr klassischer Elemente wie dem Ressourcenmanagement oder dem knappen Inventar.

Neben der Kernreihe gibt es eine Vielzahl an Ablegern, die teils völlig andere Richtungen einschlagen oder gleich zu Deviraten, die jedoch heute keine Bewandtnis haben. Die Outbreak Spiele gingen mehr in Richtung Action-Adventure und versuchten Horror, Action und Adventure-Elemente zu kombinieren, was auch sehr solide funktionierte, dank vieler Hauptfiguren mit unterschiedlichen Fähigkeiten.

Eine völlig andere Richtung schlugen die Light Gun-Shooter Reihen Umbrella Chronicles und Survivor ein, welche eher an Arcade-Spiele wie House of the Dead angelehnt sind. Operation Racoon City war der klägliche Versuch eines Third-Person-Shooters und Umbrella Corps war/ist ein Online-Shooter, über den jedoch niemand spricht, was mich überhaupt nicht überrascht.

Dazu kommen einige Handheld Spiele und unzählige Ports sowie Remastered (seltener Remakes) damit auch wirklich jeder in den Genuss der wichtigsten Teile kommen kann.


Die Resident Evil Spielereihe bietet eine große Spielepalette in unterschiedlichen Genres mit und unterschiedlichen Fokussen. Wann immer ein Konzept nicht mehr wirklich funktioniert hat, wurde die Reihe weiterentwickelt oder hat sich selbst neu erfunden. Selbstverständlich haben nicht alle Experimente funktioniert ABER eines hat uns Capcom mit Resident Evil (und seinen zahlreichen Deviraten) gezeigt: Vielfalt und Abwechslung sind etwas Gutes, da besonders das Horrorgenre spielerisch wie erzählerisch öfters Gefahr läuft in eine gewisse Monotonie abzurutschen. Auch wenn nicht jedes Resident Evil ein Meisterwerk ist, so gibt es einige herausragende Titel in dieser Reihe und einen gewissen Charme versprüht jedes Resident Evil, ganz gleich wie trashig es am Ende des Tages ist.

Ich kenne keine andere Spieleserie, die es geschafft hat sich immer wieder neuzuerfinden und dabei gleichzeitig öfters neu erfindet. Ich bin gespannt, wie sich das Franchise in den kommenden Jahren entwickeln wird und ob es Capcom weiterhin gelingen wird die Serie vom Abrutschen in die Bedeutungslosigkeit zu bewahren.

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!


Bei Interesse verlinke ich euch weitere Beiträge zum Thema Resident Evil sowie den angesprochenen Deviraten:

Resident Evil 0 Review

Resisent Evil 1 (Remake) Review

Resident Evil 2 Remake Review

Resident Evil 4 Review

Resident Evil 6 Trauma

Resident Evil 7 Review

Exkurs: Resident Evil Devirate

Die Man of Medan Erfahrung | Gedankenspiel [Masters of Horror #3]

Until Dawn ist eines meiner liebsten Videospiele der Playstation 4 Ära. Kein Wunder also, dass meine Erwartungen zu Man of Medan, dem aktuellen Projekt des Studios Supermassive Games dementsprechend groß waren. Warum Man of Medan in gewissen Punkten seinen geistigen Vorgänger übertrifft, aber ihm auch gleichzeitig unterliegt, will ich heute erklären.

Selbstverständlich könnt ihr mir eure Meinungen und Sichtweisen zu diesem interaktiven Film in die Kommentare schreiben.


Man of Medan ist der erste Teil der The Dark Pictures Anthologieserie, einer Reihe von Videospielen des Entwicklers Supermassive Games, die interaktive Gruselgeschichten erzählen aber dabei unabhängig voneinander sind.


Vier Amerikaner, die beiden Brüder Alex & Brad, Julia (Alex Freundin) und ihr Bruder Conrad machen einen Tauchausflug in den Südpazifik. Auf dem gemieteten Boot The Duke of Milan steht die Gruppe unter dem „Kommando“ von Félicité DuBois. Als die Truppe mit ein paar einheimischen Fischern aneinandergrät werden die 5 jungen Erwachsenen und die Fischer im Zuge eines Sturms an das Geisterschiff „Ourang Medan“ gespült. Die schlimmsten Alpträume der Truppe werden auf dem Schiff wahr und die fünf Hauptfiguren müssen einen Weg runter vom Schiff finden, überleben und gleichzeitig die „Entführer“ überwinden.

Ein harter Kampf beginnt bei dem die Grenzen zwischen Realität und Horrorvisionen immer weiter verschwimmen …


Erzählerisch baut Man of Medan eine extrem dichte Atmosphäre auf, die Until Dawn in nichts nachsteht, und setzt dank der engen Gänge des Schiffs auf eine gewisse Isolation. Die Hauptfiguren und somit auch der Spieler können dem Schrecken des Schiffs nur schwer entkommen. Im späteren Verlauf verschwimmen auch die Grenzen zwischen Realität und den paranormalen Erscheinen, was Man of Medan eine starke Surrealität einbringt. Atmosphärisch und erzählerisch weiß Man of Medan über weite Strecken definitiv zu gefallen!

Dem Gegenüber steht der Umstand, dass man den Twist, sprich, was es mit dem Horror aufsich hat, relativ früh erahnen kann. Hier hätten die Autoren gern den Spieler mehr im dunklen lassen können, um selbst die Antworten finden zu können, was aber auch nicht wirklich nötig gewesen wäre. Zu viel Exposition in einer Gruselgeschichte raubt dem Werk einen Teil oder die komplette Mystik. In Man of Medan geschieht dies nur teilweise danke mehrere Kniffe, die auch bereits im geistigen Vorgänger gab.

Da hätten wir den Kurator, der sich als übergeordneter, externer Erzähler zu Wort meldet und den Spieler in kryptischen Botschaften über sein Spielverhalten informiert. Zur Handlung trägt diese Figur nur indirekt etwas bei, aber ähnlich wie der Psychologe in Until Dawn regt auch diese Figur zum Hinterfragen der Aktionen des Spielers an.


Ein weiterer Kniff liegt im Gameplay. Der Schmetterlingseffekt aus Until Dawn wurde übernommen aber an das neue Spiel angepasst und aufgeteilt. Nun wird die Handlung sowohl von Aktionen als auch von Eigenschaften der Hauptfiguren beeinflusst, wobei die Aktionen mehr Gewicht haben als die Eigenschaften. Ergänzend dazu kann man schicke Gemälde finden die Vorahnungen auf mögliche Ereignisse gewähren. In meinem Durchlauf ist keine einzige Vorahnung eingetroffen, was mich zur nächsten Stärke des Spiels bringt: Wiederspielwert. Wie so ziemlich alle Vertreter des interaktiven Films/FMV Genres bietet auch Man of Medan einen hohen Grad an Wiederspielbarkeit und lädt zu mehreren Durchläufen mit unterschiedlicher Spielweise ein. Somit bietet das Spiel neben einer Langzeitmotivation, als Kontrast zur recht kurzen Spielzeit, auch eine gewisse Motivation für Achievmentjäger.

Was Man of Medan jedoch über den Klee hebt, sind die drei Spielmodi. Man kann das Spiel ganz klassisch allein Spielen oder zu zweit in einem Online-Coop ODER zu fünft im Filmabend-Modus. Im letztgenannten Modus können bis zu fünf Personen eine Figur wählen und das Gamepad wird dann entsprechend herumgereicht, was ich für eine unfassbar gute Idee halte. Es ist auch dieser Modus der mich an Hidden Agenda, auch von Supermassive Games, erinnert.

Der hohe Wiederspielwert, in Kombination mit den unterschiedlichen Spielmodi macht den größten Reiz an Man of Medan aus und dank der kurzen Spielzeit bleibt auch die Langzeitmotivation erhalten.


Wenn es um die Technik von Man of Medan geht, muss ich allerdings etwas nörgeln, wenngleich es auf hohem Niveau ist. Die optische Inszenierung in Kombination mit der Soundkulisse funktioniert hervorragend, was durch die bereits erwähnte Isolation gesteigert wird.

Allerdings ist die Darstellung des Wassers nicht immer hübsch geglückt, man muss jedoch einräumen, dass die Darstellung des flüssigen Elements für jeden Entwickler ein großes Problem darstellen kann. Was jedoch sehr gefällt sind die menschlichen Figuren und die Monster, die mit ziemlicher Sicherheit durch hochwertiges Motion Capturing dargestellt werden.


Alles in allem ist Man of Medan eine gelungene Erfahrung und ein weiterer gelungener Vertreter des interaktiven Films. Das Spiel kommt nicht ganz an die Klasse seines Vorgängers heran, weißt jedoch bei gewissen Aspekten einen besseren oder weiterentwickelten Einsatz auf.

Ich kann das Spiel auf jeden Fall weiterempfehlen und freue mich darauf in Kürze Until Dawn näher beleuchten zu können.

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Ein Blick auf den Zombiefilm | Gedankenspiel [Masters of Horror #2]

Ein ebenso altes wie ehrwürdiges wie trashiges Subgrenre des Horrorfilms ist der Zombiefilm. Diese Art des Horrorfilms arbeitet mit einer Urangst der Menschheit und dem Tod/Zerfall des menschlichen Körpers sowie der Rückkehr der Verstorbenen in den Kreis der Lebenden. In Kombination mit aktuellen politischen und gesellschaftlichen Themen wird diese schrecklich, faszinierende Angst immer wieder neu aufgearbeitet. Im heutigen Beitrag möchte ich euch in die Geschichte dieses alten Subgenres mitnehmen und die diversen Untergruppen näherbringen.


Lasst uns zuerst die beiden grundlegenden Ausrichtungen des Horrorfilms beleuchtet und wie sich der Zombiefilm einfügt. Primär arbeiten Horrorfilme mit zwei Arten der Bedrohung:

  1. Der Horror endet mit dem biologischen Tod der Bedrohung: Dies betrifft beispielsweise Tierhorrorfilme oder Hybriden mit Thriller-Elementen.
  2. Der Horror beginnt mit dem biologischen Tod der Bedrohung: Dies betrifft Filme mit metaphysischem Ansatz wie The Grudge oder Poltergeist.

Der Zombiefilm lässt sich primär in die zweite Sparte einordnen, da besonders in frühen Zombiefilmen die Untoten durch schwarze Magie erschaffen wurden. Allerdings wurde mit der Einführung des Zombievirus quasi ein weiteres Subgenre geschaffen, und zwar der Infiziertenfilm.

Ganz simpel ausgedrückt:

Der Zombiefilm beginnt im Regelfall mit dem biologischen Tod der Bedrohung und die Zombies werden entweder durch einen Virus oder durch Magie geschaffen. Zweiteres trifft auch auf den Mumienfilm zu.


Somit haben wir geklärt was es mit dem Zombiefilm auf sich hat. Nun werfen wir einen Blick auf die sehr lange Geschichte dieses Subgenres. Für eine bessere Übersicht werden die Geschichte in Jahrzehnte einteilen!

1900 bis 1910er Jahre

Der erste „Zombiefilm“ ist auch gleichzeitig die erste Verfilmung eines Klassikers der Welt/Schauerliteratur. Frankenstein, basierend auf dem gleichnamigen Buch von Mary Shelley, ist ein 13 minütiger Film aus dem Jahr 1910. Der Film galt Jahrzehnte lang als verschollen, ein Sammler erstand 1950 eine Kopie des Films, jedoch wurde deren Existenz erst in den 70er Jahren bekannt und weitere 30 Jahre sollte es dauern, bis der Film öffentlich zugänglich wurde.

1920er Jahre

Die 20er Jahre waren die Glanzzeit des deutschen Impressionismus. In diesen schwarz-weiß Stummfilmen wurden Horror- und Science-Fiction-Elemente miteinander verschmolzen, was tote Körper zu Opfern unkontrollierbarer Wissenschaft werden ließ. Somit wird quasi an Frankenstein angeknüpft aber gleichzeitig mit sozialkritischen Themen experimentiert. Besonders Metropolis von Fritz Lang hat diese Ära stark beeinflusst und viele Elemente/Stilmittel/Kniffe etabliert die sowohl Science-Fiction als auch Horrorfilme auf Jahrzehnte beeinflusst haben. Somit wird vom klassischen Zombie abgewichen und eher eine Art „Terminator“-ähnliche Kreatur erschaffen.

Diese Ära des Zombiefilms ist mitunter eine der spannendsten, da man hier eine der wohl faszinierendsten Interpretation des Untoten geschaffen hat und gleichzeitig den Weg für andere große Filmgenres inklusive Nebengenres gelegt hat. Auch die Caligari Film dürfen nicht unerwähnt bleiben wegen des Einflusses und der ebenfalls spanenden Interpretation.

1930er Jahre

Weg von den ganzen Wissenschaftlern und hin zu einer weiteren speziellen Interpretation des Zombiefilms. In den 30er Jahren wurde das erste mal ein eher traditionelles Bild des Zombies dargestellt, indem bekannte Klischees der Vodoo Religion verwendet wurden. In dieser Zeit entstanden Filme wie White Zombie oder Ich folgte einem Zombie.

1940er Jahre

Als der Zweite Weltkrieg die Welt in Brand steckte erschienen kaum Horrorfilme, da die Realität des Krieges der wahre Horror war.

1950er Jahre

In den 50er Jahren wurden dem Genre keine neuen Akzente hinzugefügt …

1960er Jahre

… was sich bis in die späten 60er fortsetzte, dann ändert sich jedoch alles. 1968 erschien The Night of the Living Dead von George A. Romero. Dieser Film etablierte den Zombiefilm wie man ihn heute kennt. Der Zombie wurde zu einem Synonym für menschenfressenden Untoten, der im Regelfall nur dann getötet werden kann, wenn man das Gehirn irreparabel beschädigt.

1970er Jahre

Nach dem gigantischen Hype von Night of the Living Dead wurden Zombies grundlegend verändert. Die Untoten entstanden nur mehr selten durch Magie, sondern öfters durch atomare Katastrophen, biologische/chemische Unfälle oder durch menschliches Versagen.

Im Jahr 1978 entstand George A. Romeros Klassiker Zombie (Dawn of the Dead), der einen gigantischen Boom um das Subgenre Zombiefilm auslöste, aber leider der letzte genredefinierende Film von Meister Romero sein sollte.

1980er Jahre

Die 80er Jahre waren zahlreichen Horrorkomödien und/oder grotesken Zombiefilmen geprägt. Durch den exzessiven Einsatz von Splatter/Gore Szenen wurden die Filme ebenso trashig, wie sie gnadenlos überzeichnet wurden. Populäre Filme aus dieser Ära waren unter anderem Großangriff der Zombies, Ein Zombie hing am Glockenseil und Re-Animator.

Neben Filmen aus den USA waren auch spanische, mexikanische und italienische Genrevertreter häufig gesehen.

1990er Jahre

In den 90er Jahren ging das Interesse am Zombiefilm langsam aber stetig zurück. Peter Jackson (Herr der Ringe, Der Hobbit) legte mit seiner Splatter-Horror-Zombie-Komödie Brain Dead den Grundstein für eine Generation an überzeichneten Horrorkomödien.

2000er Jahre

Die 2000er richteten erneut den Fokus des Genres aus. In den Vordergrund rückten realitätsnahe Szenarien und 28 Days Later spaltete das Genre in zwei Zweige. Den Zombiefilm mit Untoten und den Infiziertenfilm mit lebenden „Zombies“. Letztgenannter Zweig erhielt mit Werken wie den [REC] Filmen und Rammbock mehr Tiefgang während die Resident Evil Reihe, Return of the Living Dead und diverse Einzelfilme den klassischen Zombiefilm bedienten.

Fido, I am Legend und Land of the Dead beschäftigten sich mit der Entwicklung einer eigenen Zivilisation der Zombies, die sich neben der unsrigen entwickelt mit eigenen Regeln und Hierarchien. Auch wenn keiner dieser Film das Genre veränderte wurde mehr Tiefgang etabliert als zuvor. Man bewegte sich im letzten Jahrzehnt weiter weg vom klassischen Gore, um weitaus mehr Tiefgang im Genre zu etablieren.

2010er Jahre

In den 2010er Jahren entstanden viele trashige Mockbuster, diverse Fortsetzungen großer Reihen und Remakes klassischer Zombiefilme aber auch TV-Serien mit Zombies wurden sehr populär. Hier seien Kingdom, The Walking Dead und Z Nation erwähnt, die quasi die Speerspitze des Genres stellen.

Mit Cabin in the Woods, Warm Bodies, The Dark, Maggie, Evil Dead (Remake/Reboot/Sequel des zeitlosen Klassikers von Sam Raimi), Train to Busan, Seoul Station und World War Z erschienen einige sehr gute sowie äußerst kreative Genrevertreter, die zwar das Genre nicht neu erfinden sich aber erfolgreich dem Trash entgegenstellen.


Langsam näher wir uns dem Ende des Beitrags. Der Zombiefilm gehört zu den interessantesten Subgenres des Horrorfilms und dieser Beitrag soll quasi als grober Überblick für dieses gigantische Subgenre dienen. Es gibt noch so viel mehr Werke, die man beleuchten kann, die eine Erwähnung verdienen oder schlichtweg Kultstatus erreicht haben, aber dies würde den begrenzten Rahmen eines solchen Beitrags sprengen. Trotz vieler mittelmäßiger bis mieser Filme kann man gerade dieser Gattung des Horrorfilms eine eigene, faszinierende Ästhetik nicht absprechen, da man in kaum einem anderen Subgenre des Horrorfilms so sehr mit der Art sowie mit dem Aussehen der Bedrohung spielen kann.

Ich hoffe, dieser Beitrag war, interessant für euch und ich bedanke mich für die Aufmerksamkeit. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Gibt es ein Horrorgenre in Videospielen? | Gedankenspiel [Masters of Horror #1]

Herzlich willkommen zum ersten Beitrag des Masters of Horror Halloween Special auf meinem Blog. Im Zuge dieses Specials will ich den Fokus im Oktober stärker auf Beiträge legen, die sich mit dem Horrorgenre und dessen zahlreichen Ausrichtungen beschäftigen.

Am Anfang will ich gleich eine Frage in den Raum werfen, die mit ziemlicher Sicherheit für Kontroversen sorgen kann.

Sowohl im Film als auch in der Literatur gibt es bestimmte Stilmittel und Eigenschaften, die das Horrorgenre klar abgrenzen. Sei es nun auf akustischer, optischer oder schriftlicher Ebene.

Bei den Videospielen sieht die Sache etwas anders aus, da wir des hier mit einem interaktiven Medium zu tun haben. Es gibt aber keine wirklich klar definierten Spielmechaniken, die für ein Horrorgenre sprechen, da selbst das bekannte Ressourcenmanagement in anderen Genres zum tragen. Das Horrorgenre soll grundlegend Horror, also eine gesteigerte Form der Angst, beim Zuseher hervorrufen aber dies wirkt sich auf jeden anders wie beim Horror/Gruselfilm.

Gibt es also ein Horrorgenre in Videospielen? JA gibt es, aber die Kunst dieser Form des Genres liegt in der Kombination der Eigenschaften des Horrorfilms beziehungsweise der Schauerliteratur mit Spielmechaniken aus anderen Genres. Ob das Spiel dann Angst verursacht oder nicht liegt in erster beim Team des Entwicklers und dessen Fähigkeit den Horror in Videospielform zu bannen. Ein paar gute Beispiele für „aktiven“ Horror, sprich der Spieler interagiert mit der Spielwelt, kämpft gegen Monster und muss mit seinen Ressourcen haushalten, sind Resident Evil (Action-Adventure mit Rätseln), Silent Hill (Action-Adventure mit Rätseln), Dead Space (Third-Person-Shooter), Castlevania (Plattformer) und Alien Isolation (Stealth-Adventure).

Es gibt, aber auch passive Horrorspiele bei denen der Spieler aus der Ego-Perspektive die Spielwelt erkunden aber selten Interaktionen durchführen muss oder gar Kämpfe bestreitet beziehungsweise mit Ressourcen sparsam umgehen muss. In diese Sparte fallen auch die horrorlastigen Walking Simulatoren. Gute Beispiele wären Layers of Fear, The Park und Slender the eight pages. Einen besonderen Fall nehmen VR Spiele in diesem Genre ein, da die dortige Immersion am intensivsten für den Spieler ist. Schließlich ist man mitten im Geschehen. Aus persönlicher Erfahrung kann ich hier das Paranormal Activity Spiel empfehlen, dass mich ziemlich fertig gemacht hat.

Außerdem gibt es dann noch das Genre des interaktiven Films mit Until Dawn und Man of Medan aber diese Spiele wird nochmal eigens im Detail besprochen werden!

Man merkt also, ja es gibt ein Horrorgenre in Videospielen, besonders die Kategorie Survival-Horror, sprich die Kombination eines Adventures mit Ressourcenmanagement und einem gruseligen Setting, mit den wohl populärsten sowie wichtigsten Spielen dieser Gattung ist unentbehrlich für diese Entwicklung des Genres. Es somit die Kunst die klassischen Horrorelemente zu nehmen und sie harmonisch mit einem vorgefertigten Spielprinzip zu kombinieren. Dies kann mitunter für etwas Monotonie sorgen, aber dieses Problem kennt auch der Horrorfilm gut genug!

Was ist eure Meinung zu diesem Thema? Gibt es ein Horrorgenre? Was macht ein gutes Horrorspiel für euch aus? Legt ihr mehr Wert auf die Handlung/Inszenierung oder das Gameplay oder seid ihr so wie ich ein Fan des gesunden Mittelwegs? Lasst es mich gern wissen!

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Halloween Special: H. P. Lovecraft | Gedankenspiel

Das ist Howard Philips Lovecraft. Dieser gute Mann gehört zu den einflussreichsten Autoren der phantastischen Horrorliteratur des letzten Jahrhunderts und hat mit dem von ihm geschaffenen Cthullu-Mythos zahlreiche Autoren beeinflusst. Aber auch Abseits der Horrorliteratur findet man die Einflüsse Lovecrafts. So tragen das Arkham Asylum aus den Batman Comics von DC und der Charakter Arkham aus Devil May Cry 3 den Namen einer Stadt des Lovecraft Universums. Weitere Beispiele sieht man zB im MMORPG World of Warcraft (die Alten Götter), in den Werken des deutschen Autoren Walter Moers oder auch im Bereich Musik, da sich Bands nach Lovecraft benannt haben oder seine Werke/Thematiken/Wesen in unterschiedlichsten Genres verarbeitet haben.

Was macht diesen H. P. Lovecraft aber so besonders? Horrorgeschichten kann ja jeder schreiben! Diese, zugegeben reißerische, Aussage mag zwar stimmen aber es bedarf viel Talent, um über Jahrzehnte hinweg die Ängste der Menschen anzusprechen. Das Werk von Lovecraft beschäftigt sich grundlegend mit dem übernatürlichen Horror und der Angst des Menschen vor dem Unbekannten. Seien es nun unbekannte Wesen, die vor uns verborgen leben oder geheimes Wissen, welches viel zu gefährlich für den Menschen ist. Ein weiteres Thema ist der Wahnsinn, der die Protagonisten in den meisten Lovecraft Geschichten ereilt sobald den armen Seelen klar wird, was es mit den grob beschrieben Wesen auf sich oder die Wesen auf die Protagonisten der Geschichten aufmerksam werden.

Das Gesamtwerk von H. P. Lovecraft lässt sich grob in drei Kategorien einteilen:

  • Klassische Schauergeschichten: In diese Kategorie fallen viele der frühen Kurzgeschichten Lovecrafts, die vom Werk des Edgar Allan Poe inspiriert wurden und oft alte, unheimliche Häuser oder Friedhöfe als Schauplatz haben. Die klassischen Schauergeschichten sind nicht miteinander verbunden, wurden aber von Albträumen inspiriert.
  • Traumweltgeschichten: Dies sind mystische beziehungsweise mythische Kurzgeschichten, die weniger mit Horror aber umso mehr mit dem Fantasy Genre zu tun haben und im Regelfall von exotischen Städten, verbotenen Bergen, fremden Ländern sowie geheimnisvollen Göttern handeln. Ein zusammenhängendes Element sind mehrfach wiederkehrende Figuren wie ein gewisser Kuranes oder der Traumreisende Randolph Carter.
  • Mythosgeschichten: Ein großer Teil von Lovecrafts heutigem Ruhm basiert auf dem lose zusammenhängenden Kreis von Kurzgeschichten und Erzählungen, die sich mit einem uralten Übel sowie der verborgenen Mystik hinter der Realität befassen. In diesen Geschichten werden auch Lovecrafts populärste Wesen wie Cthullu, Dagon, Mutter Hydra, Atathoth und Tsathoggua thematisiert.

Obwohl diese drei Hauptkategorien unabhängig voneinander existieren greifen gewisse Motive von einer Kategorie auf die andere über.

Neben den oben genannten drei Arten von Geschichten hat H. P. Lovecraft noch viele Gedichte, Essays und dutzende Briefe verfasst.

Trotz seines gewollt antiquierten Stils, der sich in puncto Wortwahl stark am 18. Jahrhundert orientiert und manche Geschichten unnötig zäh erscheinen lässt, ist das Gesamtwerk von Howard Philips Lovecraft faszinierend und prägend für die moderne Horrorliteratur. Besonders seine Mythosgeschichten um Cthullu haben einen gewaltigen Einfluss auf die Horrorliteratur und die Popkultur genommen. Um diesem Beitrag eine persönliche Note zu verleihen, liste ich jetzt meine 5 Lieblingsgeschichten von H. P. Lovecraft auf.

  • Träume im Hexenhaus: Dank dieser Geschichte hatte ich für längere Zeit Schlafstörungen, aber trotzdem handelt es sich hierbei um meine absolute Lieblingsgeschichte von Lovecraft.
  • Hypnos: Diese Geschichte erzeugt in meinem Kopf die intensivsten Bilder, obwohl sich der Horrorfaktor eher in Grenzen hält. Immer, wenn ich diese Geschichte lese, sind die Farben schwarz und rot bei den erzeugten Bildern vorherrschend.
  • Herbert West der Re-Animator: Kennt ihr die trahsigen Re-Animator Filme? Diese Trilogie basiert auf einer Kurzgeschichte von H. P. Lovecraft, die eine interessante Thematik verfolgt und mich entfernt an Frankenstein erinnert.
  • Die Ratten im Gemäuer: Das war eine der ersten Lovecraft Geschichten, die ich gelesen habe und besonders der grausige Höhepunkt der Geschichte fesselt mich immer wieder aufs neue.
  • Das Bild im Haus: Eine weitere klassische Horrorgeschichte, die sich mit dem Thema Kannibalismus beschäftigt.

Ich bin froh vor gut 4 Jahren einen Kurzgeschichtenband von H. P. Lovecraft in einer örtlichen Bücherei gefunden zu haben. Das Werk von Lovecraft hat meine Einstellung zum Thema Horror und Horrorliteratur entscheidend geprägt, mich kritischer werden lassen aber auch offener für unterschiedliche Strömungen in der Horrorliteratur werden lassen. Vermutlich hätte ich ohne die Lovecraft Geschichten niemals Bram Stokers Dracula gelesen oder so eine Faszination für Stephen King entwickelt. Ich kann das Gesamtwerk von Lovecraft grundlegend jedem empfehlen der auf der Suche nach Schauer/Horrorliteratur ist und einem älteren Schreibstil offen gegenübersteht.

Lasst mich dieses Special mit einem Zitat aus der Geschichte The Nameless City beenden.

„That is not dead which can eternal lie, and with strange aeons even death may die.“

Ich wünsche euch ein schönes Halloween und fröhliches gruseln!

Mein Resident Evil 6 „Trauma“| Gedankenspiel

Teil 3 meines Halloween Specials und heute bewegen wir uns in der Kategorie Videospiel!


Resident Evil 6. Dieses Spiel ist meine persönliche Nemesis und jener Ableger der meine Liebe zum Resident Evil Franchise für Jahre hinweg negativ beeinflusst hat. Im heutigen Beitrag möchte ich meine Vorgeschichte zu Resident Evil 6, meine allgemeine Meinung zum Spiel und anschließend die Auswirkungen dieser kleinen Katastrophe mit euch teilen. Fangen wir mit der Vorgeschichte an und drehen die Zeit zurück.

Vor Resident Evil 6

Wir schreiben das Jahr 2012. Ich war wesentlich jünger, was auf der Hand liegt und ein totaler Fan von Resident Evil. Kein anderes Franchise im Horrorgenre (Videospiele) konnte mich derart begeistern wie Resident Evil, obwohl es mit Silent Hill, Dead Space, Dead Island und Dead Rising einige namhafte Konkurrenten gab. Auf dem Nintendo Gamecube habe ich die Resident Evil Ableger 0, 1, 3 & 4 gespielt während auf der Playstation 2 die Teile Outbreak 1, Outbreak 2 sowie Dead Aim angesagt waren. Den fünften Teil habe ich damals mit einer Freundin im Online-Multiplayer bezwungen, was unglaublich unterhaltsam war und uns einige Nächte gekostet hat. Das Leben war einfach und schön doch dann kam die Ankündigung zu Resident Evil 6 und ich war völlig im Hype. Ein neuer Ableger mit wirklich schicker Optik und bekannten Helden wie Chris Redfield und Leon S. Kennedy. Ich sollte mich sehr täuschen.

Meine allgemeine Meinung zu Resident Evil 6

Resident Evil 6 entfernt sich, wie bereits seine Vorgänger RE 4 und RE 5, weiter vom Horrorgenre und wählt einen actionlastigeren Ansatz. Das ist im Grunde nicht schlecht, aber ich bevorzuge klassischen Survival-Horror und kann mit dem damals neuen Subgenre Action-Horror nur wenig anfangen. Zumindest in Bezug auf Resident Evil.
Was ich dem Spiel zugutehalten muss, ist die vorbildliche Inszenierung da die Bedrohung durch den C Virus global wirkt und sichtbare Schäden anrichtet und zum Beispiel einen Großteil der Bewohner Shanghais infiziert oder der Präsident der USA infiziert wird und stirbt. Außerdem werden die Hauptfiguren sinnvoll in die Geschichte integriert und agieren zunächst allein, treffen jedoch im Verlauf ihrer jeweiligen Kampagnen immer wieder aufeinander. Somit wird die Handlung nicht nur stark inszeniert, sondern auch aus mehreren Blickwinkeln erzählt, was sich motivierend auf den Spieler auswirken kann, um alle Kampagnen zu spielen.

Das klingt jetzt gar nicht so negativ. Warum hat mir Resident Evil 6 die Lust auf das Franchise verdorben, wenn ich doch die Inszenierung so schätze? Die Antwort ist sehr simpel. Durch den neuen Fokus auf die Action geht das altbekannte Resident Evil Gefühl, welches seit Teil 5 kaum noch vorhanden war, endgültig verloren. Hat man sich in den alten Teilen durch dunkle Tunnel, Forschungslabore, rätselhafte Anwesen oder meinetwegen durch die Hölle von Racoon City bewegt, fühlt sich das Gameplay von Resident Evil 6 wie ein Gears of War ohne Deckung suchen an. Besonders schlimm hat es die Redfield Kampagne getroffen, die sich wie ein x-beliebiger Third-Person-Shooter der damaligen Ära angefühlt hat und jeglichen Horror vermissen lässt. Man schießt sich durch unzählige Gegnerhorden aber, ohne das Gefühl der Hoffnungslosigkeit gegen eine zielstrebige Masse an infizierten Feinden zu kämpfen wie damals in Teil 4 oder 5.
Die Kampagne von Leon orientiert sich noch etwas stärker an den alten Teilen, schafft es jedoch nicht in puncto Atmosphäre an den vierten Teil oder die älteren Ableger anzuknüpfen. Auch in dieser Kampagne liegt der Fokus sehr stark auf der Action, was in einem völlig übertriebenen Bosskampf mündet, der selbst den klassischen Edeltrash der Reihe in den Schatten stellt. Wenn sich ein Mensch durch den Virus in einen T-Rex verwandelt und dann zum Schmetterling wird, ist selbst bei einem Hardcore-Fan wie mir der Ofen aus.
Die beiden restlichen Kampagnen um Wesker’s Sohn Jake Muller und Ada Wong sind mir nur mehr lückenhaft im Gedächnis geblieben, was schon Armutszeugnis genug ist. Allerdings ist mir ein schier unsterblicher Boss in Erinnerung geblieben den ich damals, wie heute als Nemesis verschnitt, mit weniger denkwürdigem Namen abstemple.

Nach Resident Evil 6

Rückblickend betrachtet war Resident Evil 6 die logische Weiterentwicklung der Reihe, aber diese Evolution habe ich damals nicht so klar gesehen wie ich sie heute. Nach meinem ersten Durchlauf, den ich nur mit Widerwillen durchgezogen haben, war ich von Resident Evil sehr enttäuscht. Zu viel Action, zu wenig Horror, zu wenig unheimliche Atmosphäre und auch die Bossgegner konnten mich nicht begeistern, egal wie übertrieben sie auch sein mochten. So kam es dann das ich die nächsten Jahre damit verbrachte die Ableger Operation: Racoon City, Umbrella Corps, Revelations, Revelations 2, Umbrella Chronicles sowie Darkside Chronicles zu ignorieren und neue Spiele im Horrorgenre zu probieren. Im Endeffekt blieb ich bei Silent Hill und Dead Island, welche inzwischen auch auf dem Friedhof der toten Spieleserien liegen.
Wie fasse ich das ganze jetzt zusammen? Resident Evil 6 ist ein Spiel mit einer hervorragenden Inszenierung, das die Reihe logisch weiterentwickelt und die bisher immer lokale Bedrohung des Virus in eine globale Bedrohung umwandelt. Allerdings vergisst Resident Evil 6 seine Wurzeln als einer der Wegbereiter des Survival-Horrors (neben dem inzwischen toten Alone in the Dark) und gibt sich der Action hin. Ich werde mit Sicherheit Resident Evil 6 irgendwann eine zweite Chance geben aber bis dahin habe ich dank diesem Beitrag mit dem Thema abgeschlossen.

Habt ihr Resident Evil gespielt oder gibt es Videospiele die für eure Leidenschaft für eine bestimmte Spielereihe nachhaltig gestört haben? Lasst es mich in den Kommentaren wissen!

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Gruselween 2017 | Gedankenspiel

Für das diesjährige Halloween-Special hatte ich einige Ideen. Zuerst wollte ich eine umfangreiche Reihe über Lovecraft starten, gab diese jedoch wieder auf, da Lovecraft einen äußerst sperrigen Stil hat. Die nächste Idee wäre ein umfangreicher Beitrag zum Thema Horrorspiele. Aus Zeitmangel muss dieser Beitrag jedoch warten. Schließlich kam mir eine ganz simple Idee. Ich stelle euch meine fünf liebsten Horrorfilme & fünf liebsten Horrorspiele vor, beschreibe sie kurz und verlinke euch entsprechende Beiträge. Viel Spaß!


Horrorfilme

Von all den Horrorfilmen, die ich bisher gesehen habe, ist es schwer fünf auszuwählen, die ich als meine Favoriten bezeichnen würde. Mein Kriterium ist der Mehrwert, sprich ich kann diese Filme immer sehen.

Der Exorzist (1974/122 Minuten/USA)

Den Anfang macht mein All-Time Favorite. Bei der Exorzist handelt es sich um einen Horrorfilm aus den 70er Jahren, der wirklich unter die Haut geht.
Die Handlung ist schnell zusammengefasst. Das Mädchen Regan leidet unter massiven Veränderungen in ihrem Verhalten. Zum einen ist sie die liebe Tochter und im nächsten Moment reagiert sie extrem aggressiv und flucht. Ihre Verhaltensstörung wird immer schlimmer. In ihrer Verzweiflung wendet sich Regans Mutter an die Kirche, um dort Hilfe zu erhalten. Ein Exorzismus scheint nach einer ersten Begutachtung unausweichlich.
Der Exorzist gehört zu den Horrorfilmen, die viel Wert auf die Atmosphäre legen und sich langsam entwickeln. Der Horror zeigt sich schleichend, wird jedoch bereits in den ersten Minuten etabliert und erzeugt ein allgegenwärtiges Gefühl des Unwohlseins.
Der Film hat viele denkwürdige Szenen die sicht einbrennen und unter die Haut gehen. Meine Schockszene Nummer 1 ist jene, in der man das Gesicht des Dämons sieht. In keinem anderen Film, der sich mit Dämonen beschäftigt, habe ich mich so sehr vor dem Antlitz des Bösen gefürchtet wie hier.
Alles in allem kann ich der Exorzist uneingeschränkt weiterempfehlen. Für mich ist dieser Film trotz seines Alter der wirkungsvollste & schockierendste reine Horrorfilm, den es gibt.


Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt (1979/117 Minuten/USA)

Alien 1 ist einer der einflussreichsten Science-Fiction Horrorfilme, die es gibt und hat großen Einfluss auf das moderne Kino genommen. Da ich die Alien-Filme in einer eigenen Reihe durchnehmen möchte, fasse ich diesen Abschnitt auf das Wesentliche zusammen.
Die Crew des Raumfrachters Nostromo wird durch ein Notsignal zu einem fremden Planeten geleitet. Auf diesem Planeten findet die Crew ein abgestürztes Raumschiff mit Dutzenden Eiern einer unbekannten Spezies an Bord. Ein Crewmitglied wird von einem frisch geschlüpften Parasiten angefallen und zurück zur Nostromo gebracht. Ein schwerer Fehler, wie sich herausstellen wird.
H. R. Gigers Xenomorph hat das moderne Kino und die Filmmonster nachhaltig beeinflusst. War ein Vampir oder ein Werwolf vorher das gruseligste Monster aus Hollywood, wurden mit dieser Kreatur neue Maßstäbe gesetzt.
Es ist jedoch der allgemeine Look, der Alien 1 so besonders macht. Statt eines sterilen und schönen Raumschiffs ist die Nostromo düster, eng, wirkt dreckig und was die Technik angeht eher praktisch gestaltet.
Ein weiteres Merkmal ist neben der stetigen Spannungskurve, eine Anzahl an Subplots um die Nebencharaktere zu beleuchten und Sigourney Weavers Rolle als erste Actionheldin, wobei sie in Aliens: Die Rückkehr zur Hochform auflaufen wird.
Mehr zum ersten Alien-Film wird es in der 2018 kommenden Beitragsserie geben.


Dawn of the Dead (2004/105 Minuten/USA)

Zack Snyder gehört zu meinen liebsten Filmemachern überhaupt. Jeder seiner Filme besitzt eine ganz eigene Ästhetik und einen eigenen Charakter. Egal ob visuell ansprechende Filme wie Sucker Punch und 300 oder epochale Filme wie Dawn of Justice. Jeder Snyder Film hat, ähnlich wie die Filmographie von Ridley Scott einen eigenen Charakter. Bei der Fachpresse kommen viele Filme der beiden Regieseure nicht gut an, ich werde jedes mal hervorragend unterhalten.
Dawn of the Dead von 2004 ist das Remake des Klassikers von George Romero von 1978, der als Zombie bei uns vermarktet wurde.
Die Handlung dreht sich um eine bunte Truppe von Überlebenden, die sich in einem Einkaufszentrum verschanzen, während sich außerhalb die Untoten sammeln. Der Film nimmt sich viel Zeit, um die Figuren zu beleuchten und sie zu entwickeln. So entstehen nicht nur gut geschriebene Dialoge, sondern sehr glaubhafte Figuren. Ein großes Lob geht an den Cast und den Autoren des Drehbuchs James Gunn, schon wieder so ein Filmemacher, den ich mag.
Dawn of the Dead von 2004 gehört zu den besten modernen Zombiefilmen. Die Darstellung von Gewalt und der Charakterentwicklung ist ausgeglichen, was für eine gelungene Dynamik sorgt.


An American Werewolf in London (1981/97 Minuten/USA)

American Werewolf, so der kürzere Titel, gehört zu den besten Werwolfsfilmen, die ich je gesehen habe. Das liegt an der gelungenen Mischung aus schwarzem Humor & Horroreffekten. Im Laufe der Handlung verschwimmen immer weiter die Grenzen zwischen Realität und Traum.

Die beiden Studenten Jack & David reisen durch Europa. Im nordenglischen Hochmoor kommen die beiden ins Dörfchen East Proctor, dessen Bewohner scheinbar etwas zu verbergen haben. In der örtlichen Kneipe sehen die beiden Freunde ein Pentagramm an der Wand und werden von den Dorfbewohnern aus der Kneipe gejagt nachdem sie nach dessen Sinn gefragt. Vorher erhalten die beiden den Tipp, sich vor dem Mond zu hüten und nicht die Straße zu verlassen.

Natürlich ist gerade Vollmond und die beiden kommen von der Straße ab. Zur Belohnung werden sie von einem Werwolf attackiert. Während Jack stirbt, überlebt David schwer verletzt und kommt in ein Londoner Krankenhaus. Von Albträumen geplagt beginnt der Fluch des Werwolfs in David zu wirken.

Was Werwolfsfilme angeht gehört American Werewolf zu den besseren Genrevertretern und punktet mit Witz, guten Effekten sowie einem sympathischen Cast.


Tanz der Teufel (1981/85 Minuten/USA)

Tanz der Teufel oder Evil Dead ist ein künstlerisch wertvoller und experimenteller Horrorfilm von Sam Raimi. Der Film war seiner Zeit viele Jahre voraus und trotz seines B-Movie Charakters muss man dem Film neben Kreativität auch Qualität zusprechen.
Mehr mehr lesen will folgt untenstehenden Link:

Tanz der Teufel/Evil Dead (1981) | Review


Horrorspiele

Horrorspiele auszuwählen ist immer schwierig, da es kein einheitliches Genre für Horrorspiele gibt. Damit meine ich, dass Horrorspiele in der Regel eines oder mehrere Genres in sich vereinen. Alle Horrorspielen haben jedoch ein gruseliges Setting, den Kampf gegen übernatürliche oder biologische Bedrohungen sowie einen Fokus auf Ressourcenmanagment gemeinsam.


Resident Evil Remake (GC, PS3/4, Wii, Xbox 360/One)

Das Remake des ersten Resident Evil gehört, trotz der Altersschwächen (zB. Tank-Steuerung) zu den besten Spielen des Horrorgenres. Besonders die Atmosphäre ist auch nach über 10 Jahren immer noch sehr stimmungsvoll.
Wer mehr lesen will folgten diesem Link:

Resident Evil HD Remasterd | Review


Silent Hill 2 (PS2, Xbox, PC)

Es gab mal eine Zeit, da war Silent Hill eine feste Größe im Horrorgenre. Nach vielen Jahren voller Fehlschlägen und miesen Entscheidungen fiel Silent Hill in die Bedeutungslosigkeit. Aus dem geplanten Silent Hills wurde bekanntlich auch nichts.
2001 sah die Sache jedoch anders aus. Silent Hill 1 war ein Erfolg und Teil 2 nutzte die Stärken der PS2 voll aus.
Hauptcharakter James Sunderland reist nach Silent Hill, nachdem er einen Brief seiner verstorbenen Frau erhalten hat. Einmal in Silent Hill angekommen muss er die Stadt nach seiner Frau durchsuchen. Dabei muss er gegen das Grauen, in Form von deformierten Monstern und dem mysteriösen Pyramide Head, antreten. Faszinierend ist der Umstand, dass alle Monster aus dem Unterbewusstsein von James stammen und verschiedene Aspekte seiner Psyche repräsentieren. Dabei entstehen pervertierte Versionen seiner Fantasien, wobei er auch tatsächlich sehr Krank sein könnte. Silent Hill 2 lädt zur reichhaltigen Interpretation ein und fesselt weiters mit einer dichten Atmosphäre.
Mein einziges Problem ist die grausige Steuerung des Spiels, ähnlich wie bei Resident Evil.


Layers of Fear (PC, PS4, Xbox One)

Platz Nummer 3 geht an die psychodelische Reise in die kranke Psyche eines Malers und die Aufarbeitung seiner tragischen Schicksalsschläge.
Layers of Fear ist ein Adventure aus der Ego-Perspektive in dem man das Anwesen des namentlich unbekannten Malers erkundet. Dabei wird die Geschichte, welche bereits düster beginnt, im Laufe des Spiels immer gruseliger und verstörender.
Es ist die dichte Atmosphäre, die den Reiz von Layers of Fear ausmacht. Dazu erzählt das Spiel keine richtige Story. Der Spiele muss sich die Handlung erarbeiten und aufmerksam nach Hinweisen such. So erschließt sich einem Schritt für Schritt das gesamte Ausmaß des Grauens.
Zusätzlich gibt es noch einen interessanten DLC, der das Kind des Malers behandelt und die Geschichte um weitere Facetten erweitert.


Dying Light (PS4, Xbox One, PC)

Ein Open-World-Horror-Ego-RPG ist ein seltsamer Genremix aber Dying Light gelingt diese Mischung hervorragend und gehört zu den besten Zombiespielen auf dem Markt. Man kann dieses Spiel als eine optimierte Version von Dead Island ansehen. In allen Punkten es Verbesserungen und das Parkoursystem erlaubt eine schnelle Fortbewegung durch die Spielwelt.
Dank eines Online Coop-Modus können bis zu vier Freunde gleichzeitig durch die Stadt Harran streifen, was ebenfalls sehr unterhaltsam ist.
Wer Dead Island mochte, wird Dying Light ebenfalls mögen. Alle anderen sollten ebenfalls einen Blick auf dieses Spiel werfen.


Alien: Isolation (PS3/4, Xbox 360/One, PC)

Zum Abschluss noch ein Spiel welches locker auf Platz 1 hätte landen aber da ich es noch nicht durchgespielt habe wäre dies unfair.
In Alien: Isolation spielt man die Tochter von Ripley, der Heldin der Alien-Filme und erkundet eine Raumstation die den Kontakt zur Außenwelt abgebrochen hat. Dabei trifft man auf das namensgebende Alien und hofft Ripley zu finden.
Alien: Isolation punktet mit einer starken Technik und der besonderen K.I. des Aliens. Dieses Wesen bewegt sich selbstständig durch die Spielwelt und kann überall auftauchen. So entsteht neben dem Gefühl der Isolation eine gewisse Panik wo & wann der Xenomorph erneut auftauchen wird, um sein Opfer zu töten.
Dieses Spiel ist die perfekte Brücke zwischen Film 1 & 2. Die Geschichte ist frisch, das Spiel ist fordernd und die Technik sehr stark. Warum habe ich es aber noch nicht durchgespielt? Nun Alien: Isolation ist ein sehr schweres Spiel, da man sich der Logik des Franchises folgend, kaum gegen den Xenomorph wehren kann.
Im Idealfall flieht man und hofft sich verstecken zu können. Die Chancen sind jedoch sehr gering …
Dieses Spiel würde ich nur Fans des Alien-Franchises empfehlen, da das ganze Spiel purer Fanservice ist.


Das war soweit mein Halloween Special 2017. Was sind eure liebsten Horrorfilme/spiele? Schreibt mir eure Meinung in die Kommentare und wir lesen uns im nächsten Beitrag!