Happy Halloween!

Happy Halloween meine Lieben. Gruselween Vol. 2 endet mit dem heutigen Tag und das Special hat mir dieses Jahr echt viel Spaß gemacht. Im Laufe des Novembers wird eine Übersichtsseite mit allen Beiträgen erscheinen und ab 02.11.2020 geht es mit dem regulären Programm weiter.

2021 wird Masters of Horror in die zweite Runde gehen und ich freue mich jetzt schon auf dieses Special, sowie das kommende Weihnachtsspecial im Dezember.

Genießt also das Fest des Gruselns und wir haben für euch eine Liste zusammengestellt mit Filmen, die man sich definitiv geben kann an diesem Tag:

Und abseits dieser Liste findet ihr unter dem Tag Horrorfilm noch ganz viel mehr Beiträge zu diesem Thema!

Resident Evil 5 | Gedankenspiel | Gruselween Vol. 2 #9

Seit der Gründung des Blogs habe ich bereits sehr viel über das Resident Evil Franchise geschrieben und es gibt einfach so viel über dieses Medien-Franchise zu sagen. Nun wird es endlich Zeit ein paar Gedanken über Resident Evil 5 zu verlieren. Das letzte gute und erste schlechte Resident Evil vor der neuen Ära.

Erzählerisch knüpft Resident Evil 5 an die Ereignisse der Teil 1 – 3 an und etabliert gleichzeitig einen neuen Status quo. S.T.A.R.S. und Umbrella gibt es nicht mehr. Chris Redfield und Jill Valentine sind Teil der BSAA, die sich der Bekämpfung von B.O.W.‘s (Biowaffen) gewidmet hat.

Zusammen mit seiner neuen Partnerin Sheva wird Chris nach Afrika geschickt um den B.O.W. – Waffenhändler Irving festzunehmen. Natürlich ist dies nur ein Teil einer größeren Handlung, in der Wesker erneut auftaucht und die Weöt unterjochen will, aber auch die totgeglaubte Jill Valentine ist nicht ganz tot.

Erzählerisch macht Resident Evil 5 vieles richtig und bietet wie der Nachfolger Teil 6 eine größere Handlung, deren Inszenierung wesentlich epischer ausfällt und somit mehr in Richtung cineastischer Erzählung/Inszenierung geht. Klar die Geschichte würde wohl kaum Preise gewinnen aber im Großen und Ganzen ist sie echt gut gelungen.

Bevor ich mit den positiven Punkten fortfahre gibt es einen Schlenker zu meinem größten Problem mit dem Spiel. Die K.I. des Charakters der vom Computer gesteuert wird, meistens Sheva, ist strunz dumm und hat keinerlei Gespür für die Verwaltung kostbarer Munition. Gibt man ihr eine Waffe mit genügend Munition ist ein Großteil innerhalb eines Kapitels verschossen, aber der Elektroschocker als einzige Waffe ist auch keine Lösung, weil das Spiel je nach Schwierigkeitsstufe ganz schön hart werden kann.

Daher rate ich von einer Solo-Erfahrung mit Resident Evil 5 ab und empfehle lieber eine Online-Koop Sitzung oder Couch-Koop, wobei ich meine besten Erfahrungen mit dem Spiel im Online-Koop mit einer Freundin hatte, mit der ich das Spiel mehrmals beendet habe.

Sich per Sprachchat über Taktiken absprechen, gemeinsam an Rätseln knobeln oder einfach Geld/Schätze famen, um sich bessere Ausrüstung zu kaufen. Alles macht per Online-Koop wesentlich mehr Spaß und die Erfahrung ist gleich intensiver, wenn zwei Spieler die Hauptfiguren übernehmen, um Wesker sowie seine Handlanger mal ordentlich in den Arsch zu treten.

Dazu kommt die Möglichkeit Ressourcen untereinander auszutauschen, was der taktischen Komponente zugutekommt und es beiden Spielern erlaubt unterschiedliche Arsenale mit in die Schlacht zu nehmen.

Wenn man die semi-episch inszenierte Handlung mit der großartigen kooperativen Komponente verbindet, wird Resident Evil 5 zu einer unglaublichen Erfahrung, die der Singleplayer niemals erreicht. Es macht zu zweit einfach viel mehr Spaß die gewaltigen Bosse zu besiegen und am Ende Wesker das Grinsen aus dem Gesicht zu prügeln.

Somit lässt sich zusammenfassen, dass mein Wohlwollen gegenüber Resident Evil 5 in erster Linie dem Online-Koop geschuldet ist und nur durch die dumme K.I. im Singleplayer getrübt wird. Damit ist Resident Evil 5 für mich das letzte gute (alte) Resident Evil und das erste schlechte (alte) Resident Evil.

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Ju-On: Origins | Review| Gruselween Vol. 2 #8

Titel: Ju-On: Origins
Originaltitel: 呪怨:呪いの家
Episoden: 6 in 1 Staffel
Laufzeit pro Folge: ca. 30 Minuten
Sender: Netflix

2020 ist ein wirklich komisches Serienjahr. Es hat stark angefangen aber nach dem ersten Quartal relativ stark nachgelassen … zumindest für mich persönlich. Kaum eine Serie war interessant genug, damit ich bis zum Ende dran bliebt ABER Ju-On: Origins war interessant genug und hatte die perfekte Laufzeit um mich bis zum Ende zu unterhalten!


Gruselwusel Kernfakten

Titel: Ju-On: Origins
Originaltitel: 呪怨:呪いの家
Episoden: 6 in 1 Staffel
Laufzeit pro Folge: ca. 30 Minuten
Sender: Netflix


Eine richtige Handlung erzählt Ju-On: Origins nicht, sondern behandelt mehrere Handlungsstränge deren Hauptfiguren alle mit dem verfluchten Haus, dem zentralen Element des Franchise, in Verbindung stehen. Was anfangs noch sehr verwirrend ist, bleibt es teilweise auch bis zum Staffelfinale aber es gibt auch einige AHA-Momente, wenn bestimmte Begebenheiten oder Ereignisse aus einem anderen Blickwinkel betrachtet werden und plötzlich aufgeschlüsselt werden.

Ju-On: Origins ist auch keine richtige Horrorserie, sondern mehr ein Drama mit dem Thema der häuslichen Gewalt, was nicht nur ein Kontrast zum restlichen Franchise darstellt, trotz Parallelen, sondern auch zu ein paar der härtesten Szenen führt, die ich bisher im Grusel- Horror- und/oder Dramagenre gesehen habe. Ohne zu spoilern kann ich jedem empfehlen sich auf harte Szenen einzustellen, die das Thema häusliche Gewalt äußerst plastisch darstellen.

Thematisch aber auch atmosphärisch schlägt Ju-On: Origins einen harten Ton, was zum restlichen Franchise passt und gleichzeitig eine neue Stufe an Härte etabliert. Richtig gruselig wird die Serie nie, aber eine gewisse unheimliche Note schwingt durch die gesamte Staffel mit und besonders zum Ende erreicht ein gewisses Maß an Grusel.

Abschließend stellt sich die Frage ob Ju-On: Origins empfehlenswert ist? Nun jein. Einerseits ist die Serie ein interessantes Prequel und ein angenehmer Kontrast zum restlichen Ju-On Franchise aber die Serie hat durchaus ihre Probleme. Für Fans ist die Serie definitiv einen Blick wert und alle anderen sollten mal in die erste Folge reinschauen. Ich vergebe ein sehenswert- !

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Halloween Special: H. P. Lovecraft | Gedankenspiel

Das ist Howard Philips Lovecraft. Dieser gute Mann gehört zu den einflussreichsten Autoren der phantastischen Horrorliteratur des letzten Jahrhunderts und hat mit dem von ihm geschaffenen Cthullu-Mythos zahlreiche Autoren beeinflusst. Aber auch Abseits der Horrorliteratur findet man die Einflüsse Lovecrafts. So tragen das Arkham Asylum aus den Batman Comics von DC und der Charakter Arkham aus Devil May Cry 3 den Namen einer Stadt des Lovecraft Universums. Weitere Beispiele sieht man zB im MMORPG World of Warcraft (die Alten Götter), in den Werken des deutschen Autoren Walter Moers oder auch im Bereich Musik, da sich Bands nach Lovecraft benannt haben oder seine Werke/Thematiken/Wesen in unterschiedlichsten Genres verarbeitet haben.

Was macht diesen H. P. Lovecraft aber so besonders? Horrorgeschichten kann ja jeder schreiben! Diese, zugegeben reißerische, Aussage mag zwar stimmen aber es bedarf viel Talent, um über Jahrzehnte hinweg die Ängste der Menschen anzusprechen. Das Werk von Lovecraft beschäftigt sich grundlegend mit dem übernatürlichen Horror und der Angst des Menschen vor dem Unbekannten. Seien es nun unbekannte Wesen, die vor uns verborgen leben oder geheimes Wissen, welches viel zu gefährlich für den Menschen ist. Ein weiteres Thema ist der Wahnsinn, der die Protagonisten in den meisten Lovecraft Geschichten ereilt sobald den armen Seelen klar wird, was es mit den grob beschrieben Wesen auf sich oder die Wesen auf die Protagonisten der Geschichten aufmerksam werden.

Das Gesamtwerk von H. P. Lovecraft lässt sich grob in drei Kategorien einteilen:

  • Klassische Schauergeschichten: In diese Kategorie fallen viele der frühen Kurzgeschichten Lovecrafts, die vom Werk des Edgar Allan Poe inspiriert wurden und oft alte, unheimliche Häuser oder Friedhöfe als Schauplatz haben. Die klassischen Schauergeschichten sind nicht miteinander verbunden, wurden aber von Albträumen inspiriert.
  • Traumweltgeschichten: Dies sind mystische beziehungsweise mythische Kurzgeschichten, die weniger mit Horror aber umso mehr mit dem Fantasy Genre zu tun haben und im Regelfall von exotischen Städten, verbotenen Bergen, fremden Ländern sowie geheimnisvollen Göttern handeln. Ein zusammenhängendes Element sind mehrfach wiederkehrende Figuren wie ein gewisser Kuranes oder der Traumreisende Randolph Carter.
  • Mythosgeschichten: Ein großer Teil von Lovecrafts heutigem Ruhm basiert auf dem lose zusammenhängenden Kreis von Kurzgeschichten und Erzählungen, die sich mit einem uralten Übel sowie der verborgenen Mystik hinter der Realität befassen. In diesen Geschichten werden auch Lovecrafts populärste Wesen wie Cthullu, Dagon, Mutter Hydra, Atathoth und Tsathoggua thematisiert.

Obwohl diese drei Hauptkategorien unabhängig voneinander existieren greifen gewisse Motive von einer Kategorie auf die andere über.

Neben den oben genannten drei Arten von Geschichten hat H. P. Lovecraft noch viele Gedichte, Essays und dutzende Briefe verfasst.

Trotz seines gewollt antiquierten Stils, der sich in puncto Wortwahl stark am 18. Jahrhundert orientiert und manche Geschichten unnötig zäh erscheinen lässt, ist das Gesamtwerk von Howard Philips Lovecraft faszinierend und prägend für die moderne Horrorliteratur. Besonders seine Mythosgeschichten um Cthullu haben einen gewaltigen Einfluss auf die Horrorliteratur und die Popkultur genommen. Um diesem Beitrag eine persönliche Note zu verleihen, liste ich jetzt meine 5 Lieblingsgeschichten von H. P. Lovecraft auf.

  • Träume im Hexenhaus: Dank dieser Geschichte hatte ich für längere Zeit Schlafstörungen, aber trotzdem handelt es sich hierbei um meine absolute Lieblingsgeschichte von Lovecraft.
  • Hypnos: Diese Geschichte erzeugt in meinem Kopf die intensivsten Bilder, obwohl sich der Horrorfaktor eher in Grenzen hält. Immer, wenn ich diese Geschichte lese, sind die Farben schwarz und rot bei den erzeugten Bildern vorherrschend.
  • Herbert West der Re-Animator: Kennt ihr die trahsigen Re-Animator Filme? Diese Trilogie basiert auf einer Kurzgeschichte von H. P. Lovecraft, die eine interessante Thematik verfolgt und mich entfernt an Frankenstein erinnert.
  • Die Ratten im Gemäuer: Das war eine der ersten Lovecraft Geschichten, die ich gelesen habe und besonders der grausige Höhepunkt der Geschichte fesselt mich immer wieder aufs neue.
  • Das Bild im Haus: Eine weitere klassische Horrorgeschichte, die sich mit dem Thema Kannibalismus beschäftigt.

Ich bin froh vor gut 4 Jahren einen Kurzgeschichtenband von H. P. Lovecraft in einer örtlichen Bücherei gefunden zu haben. Das Werk von Lovecraft hat meine Einstellung zum Thema Horror und Horrorliteratur entscheidend geprägt, mich kritischer werden lassen aber auch offener für unterschiedliche Strömungen in der Horrorliteratur werden lassen. Vermutlich hätte ich ohne die Lovecraft Geschichten niemals Bram Stokers Dracula gelesen oder so eine Faszination für Stephen King entwickelt. Ich kann das Gesamtwerk von Lovecraft grundlegend jedem empfehlen der auf der Suche nach Schauer/Horrorliteratur ist und einem älteren Schreibstil offen gegenübersteht.

Lasst mich dieses Special mit einem Zitat aus der Geschichte The Nameless City beenden.

„That is not dead which can eternal lie, and with strange aeons even death may die.“

Ich wünsche euch ein schönes Halloween und fröhliches gruseln!

Mein Resident Evil 6 „Trauma“| Gedankenspiel

Teil 3 meines Halloween Specials und heute bewegen wir uns in der Kategorie Videospiel!


Resident Evil 6. Dieses Spiel ist meine persönliche Nemesis und jener Ableger der meine Liebe zum Resident Evil Franchise für Jahre hinweg negativ beeinflusst hat. Im heutigen Beitrag möchte ich meine Vorgeschichte zu Resident Evil 6, meine allgemeine Meinung zum Spiel und anschließend die Auswirkungen dieser kleinen Katastrophe mit euch teilen. Fangen wir mit der Vorgeschichte an und drehen die Zeit zurück.

Vor Resident Evil 6

Wir schreiben das Jahr 2012. Ich war wesentlich jünger, was auf der Hand liegt und ein totaler Fan von Resident Evil. Kein anderes Franchise im Horrorgenre (Videospiele) konnte mich derart begeistern wie Resident Evil, obwohl es mit Silent Hill, Dead Space, Dead Island und Dead Rising einige namhafte Konkurrenten gab. Auf dem Nintendo Gamecube habe ich die Resident Evil Ableger 0, 1, 3 & 4 gespielt während auf der Playstation 2 die Teile Outbreak 1, Outbreak 2 sowie Dead Aim angesagt waren. Den fünften Teil habe ich damals mit einer Freundin im Online-Multiplayer bezwungen, was unglaublich unterhaltsam war und uns einige Nächte gekostet hat. Das Leben war einfach und schön doch dann kam die Ankündigung zu Resident Evil 6 und ich war völlig im Hype. Ein neuer Ableger mit wirklich schicker Optik und bekannten Helden wie Chris Redfield und Leon S. Kennedy. Ich sollte mich sehr täuschen.

Meine allgemeine Meinung zu Resident Evil 6

Resident Evil 6 entfernt sich, wie bereits seine Vorgänger RE 4 und RE 5, weiter vom Horrorgenre und wählt einen actionlastigeren Ansatz. Das ist im Grunde nicht schlecht, aber ich bevorzuge klassischen Survival-Horror und kann mit dem damals neuen Subgenre Action-Horror nur wenig anfangen. Zumindest in Bezug auf Resident Evil.
Was ich dem Spiel zugutehalten muss, ist die vorbildliche Inszenierung da die Bedrohung durch den C Virus global wirkt und sichtbare Schäden anrichtet und zum Beispiel einen Großteil der Bewohner Shanghais infiziert oder der Präsident der USA infiziert wird und stirbt. Außerdem werden die Hauptfiguren sinnvoll in die Geschichte integriert und agieren zunächst allein, treffen jedoch im Verlauf ihrer jeweiligen Kampagnen immer wieder aufeinander. Somit wird die Handlung nicht nur stark inszeniert, sondern auch aus mehreren Blickwinkeln erzählt, was sich motivierend auf den Spieler auswirken kann, um alle Kampagnen zu spielen.

Das klingt jetzt gar nicht so negativ. Warum hat mir Resident Evil 6 die Lust auf das Franchise verdorben, wenn ich doch die Inszenierung so schätze? Die Antwort ist sehr simpel. Durch den neuen Fokus auf die Action geht das altbekannte Resident Evil Gefühl, welches seit Teil 5 kaum noch vorhanden war, endgültig verloren. Hat man sich in den alten Teilen durch dunkle Tunnel, Forschungslabore, rätselhafte Anwesen oder meinetwegen durch die Hölle von Racoon City bewegt, fühlt sich das Gameplay von Resident Evil 6 wie ein Gears of War ohne Deckung suchen an. Besonders schlimm hat es die Redfield Kampagne getroffen, die sich wie ein x-beliebiger Third-Person-Shooter der damaligen Ära angefühlt hat und jeglichen Horror vermissen lässt. Man schießt sich durch unzählige Gegnerhorden aber, ohne das Gefühl der Hoffnungslosigkeit gegen eine zielstrebige Masse an infizierten Feinden zu kämpfen wie damals in Teil 4 oder 5.
Die Kampagne von Leon orientiert sich noch etwas stärker an den alten Teilen, schafft es jedoch nicht in puncto Atmosphäre an den vierten Teil oder die älteren Ableger anzuknüpfen. Auch in dieser Kampagne liegt der Fokus sehr stark auf der Action, was in einem völlig übertriebenen Bosskampf mündet, der selbst den klassischen Edeltrash der Reihe in den Schatten stellt. Wenn sich ein Mensch durch den Virus in einen T-Rex verwandelt und dann zum Schmetterling wird, ist selbst bei einem Hardcore-Fan wie mir der Ofen aus.
Die beiden restlichen Kampagnen um Wesker’s Sohn Jake Muller und Ada Wong sind mir nur mehr lückenhaft im Gedächnis geblieben, was schon Armutszeugnis genug ist. Allerdings ist mir ein schier unsterblicher Boss in Erinnerung geblieben den ich damals, wie heute als Nemesis verschnitt, mit weniger denkwürdigem Namen abstemple.

Nach Resident Evil 6

Rückblickend betrachtet war Resident Evil 6 die logische Weiterentwicklung der Reihe, aber diese Evolution habe ich damals nicht so klar gesehen wie ich sie heute. Nach meinem ersten Durchlauf, den ich nur mit Widerwillen durchgezogen haben, war ich von Resident Evil sehr enttäuscht. Zu viel Action, zu wenig Horror, zu wenig unheimliche Atmosphäre und auch die Bossgegner konnten mich nicht begeistern, egal wie übertrieben sie auch sein mochten. So kam es dann das ich die nächsten Jahre damit verbrachte die Ableger Operation: Racoon City, Umbrella Corps, Revelations, Revelations 2, Umbrella Chronicles sowie Darkside Chronicles zu ignorieren und neue Spiele im Horrorgenre zu probieren. Im Endeffekt blieb ich bei Silent Hill und Dead Island, welche inzwischen auch auf dem Friedhof der toten Spieleserien liegen.
Wie fasse ich das ganze jetzt zusammen? Resident Evil 6 ist ein Spiel mit einer hervorragenden Inszenierung, das die Reihe logisch weiterentwickelt und die bisher immer lokale Bedrohung des Virus in eine globale Bedrohung umwandelt. Allerdings vergisst Resident Evil 6 seine Wurzeln als einer der Wegbereiter des Survival-Horrors (neben dem inzwischen toten Alone in the Dark) und gibt sich der Action hin. Ich werde mit Sicherheit Resident Evil 6 irgendwann eine zweite Chance geben aber bis dahin habe ich dank diesem Beitrag mit dem Thema abgeschlossen.

Habt ihr Resident Evil gespielt oder gibt es Videospiele die für eure Leidenschaft für eine bestimmte Spielereihe nachhaltig gestört haben? Lasst es mich in den Kommentaren wissen!

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Gruselween 2017 | Gedankenspiel

Für das diesjährige Halloween-Special hatte ich einige Ideen. Zuerst wollte ich eine umfangreiche Reihe über Lovecraft starten, gab diese jedoch wieder auf, da Lovecraft einen äußerst sperrigen Stil hat. Die nächste Idee wäre ein umfangreicher Beitrag zum Thema Horrorspiele. Aus Zeitmangel muss dieser Beitrag jedoch warten. Schließlich kam mir eine ganz simple Idee. Ich stelle euch meine fünf liebsten Horrorfilme & fünf liebsten Horrorspiele vor, beschreibe sie kurz und verlinke euch entsprechende Beiträge. Viel Spaß!


Horrorfilme

Von all den Horrorfilmen, die ich bisher gesehen habe, ist es schwer fünf auszuwählen, die ich als meine Favoriten bezeichnen würde. Mein Kriterium ist der Mehrwert, sprich ich kann diese Filme immer sehen.

Der Exorzist (1974/122 Minuten/USA)

Den Anfang macht mein All-Time Favorite. Bei der Exorzist handelt es sich um einen Horrorfilm aus den 70er Jahren, der wirklich unter die Haut geht.
Die Handlung ist schnell zusammengefasst. Das Mädchen Regan leidet unter massiven Veränderungen in ihrem Verhalten. Zum einen ist sie die liebe Tochter und im nächsten Moment reagiert sie extrem aggressiv und flucht. Ihre Verhaltensstörung wird immer schlimmer. In ihrer Verzweiflung wendet sich Regans Mutter an die Kirche, um dort Hilfe zu erhalten. Ein Exorzismus scheint nach einer ersten Begutachtung unausweichlich.
Der Exorzist gehört zu den Horrorfilmen, die viel Wert auf die Atmosphäre legen und sich langsam entwickeln. Der Horror zeigt sich schleichend, wird jedoch bereits in den ersten Minuten etabliert und erzeugt ein allgegenwärtiges Gefühl des Unwohlseins.
Der Film hat viele denkwürdige Szenen die sicht einbrennen und unter die Haut gehen. Meine Schockszene Nummer 1 ist jene, in der man das Gesicht des Dämons sieht. In keinem anderen Film, der sich mit Dämonen beschäftigt, habe ich mich so sehr vor dem Antlitz des Bösen gefürchtet wie hier.
Alles in allem kann ich der Exorzist uneingeschränkt weiterempfehlen. Für mich ist dieser Film trotz seines Alter der wirkungsvollste & schockierendste reine Horrorfilm, den es gibt.


Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt (1979/117 Minuten/USA)

Alien 1 ist einer der einflussreichsten Science-Fiction Horrorfilme, die es gibt und hat großen Einfluss auf das moderne Kino genommen. Da ich die Alien-Filme in einer eigenen Reihe durchnehmen möchte, fasse ich diesen Abschnitt auf das Wesentliche zusammen.
Die Crew des Raumfrachters Nostromo wird durch ein Notsignal zu einem fremden Planeten geleitet. Auf diesem Planeten findet die Crew ein abgestürztes Raumschiff mit Dutzenden Eiern einer unbekannten Spezies an Bord. Ein Crewmitglied wird von einem frisch geschlüpften Parasiten angefallen und zurück zur Nostromo gebracht. Ein schwerer Fehler, wie sich herausstellen wird.
H. R. Gigers Xenomorph hat das moderne Kino und die Filmmonster nachhaltig beeinflusst. War ein Vampir oder ein Werwolf vorher das gruseligste Monster aus Hollywood, wurden mit dieser Kreatur neue Maßstäbe gesetzt.
Es ist jedoch der allgemeine Look, der Alien 1 so besonders macht. Statt eines sterilen und schönen Raumschiffs ist die Nostromo düster, eng, wirkt dreckig und was die Technik angeht eher praktisch gestaltet.
Ein weiteres Merkmal ist neben der stetigen Spannungskurve, eine Anzahl an Subplots um die Nebencharaktere zu beleuchten und Sigourney Weavers Rolle als erste Actionheldin, wobei sie in Aliens: Die Rückkehr zur Hochform auflaufen wird.
Mehr zum ersten Alien-Film wird es in der 2018 kommenden Beitragsserie geben.


Dawn of the Dead (2004/105 Minuten/USA)

Zack Snyder gehört zu meinen liebsten Filmemachern überhaupt. Jeder seiner Filme besitzt eine ganz eigene Ästhetik und einen eigenen Charakter. Egal ob visuell ansprechende Filme wie Sucker Punch und 300 oder epochale Filme wie Dawn of Justice. Jeder Snyder Film hat, ähnlich wie die Filmographie von Ridley Scott einen eigenen Charakter. Bei der Fachpresse kommen viele Filme der beiden Regieseure nicht gut an, ich werde jedes mal hervorragend unterhalten.
Dawn of the Dead von 2004 ist das Remake des Klassikers von George Romero von 1978, der als Zombie bei uns vermarktet wurde.
Die Handlung dreht sich um eine bunte Truppe von Überlebenden, die sich in einem Einkaufszentrum verschanzen, während sich außerhalb die Untoten sammeln. Der Film nimmt sich viel Zeit, um die Figuren zu beleuchten und sie zu entwickeln. So entstehen nicht nur gut geschriebene Dialoge, sondern sehr glaubhafte Figuren. Ein großes Lob geht an den Cast und den Autoren des Drehbuchs James Gunn, schon wieder so ein Filmemacher, den ich mag.
Dawn of the Dead von 2004 gehört zu den besten modernen Zombiefilmen. Die Darstellung von Gewalt und der Charakterentwicklung ist ausgeglichen, was für eine gelungene Dynamik sorgt.


An American Werewolf in London (1981/97 Minuten/USA)

American Werewolf, so der kürzere Titel, gehört zu den besten Werwolfsfilmen, die ich je gesehen habe. Das liegt an der gelungenen Mischung aus schwarzem Humor & Horroreffekten. Im Laufe der Handlung verschwimmen immer weiter die Grenzen zwischen Realität und Traum.

Die beiden Studenten Jack & David reisen durch Europa. Im nordenglischen Hochmoor kommen die beiden ins Dörfchen East Proctor, dessen Bewohner scheinbar etwas zu verbergen haben. In der örtlichen Kneipe sehen die beiden Freunde ein Pentagramm an der Wand und werden von den Dorfbewohnern aus der Kneipe gejagt nachdem sie nach dessen Sinn gefragt. Vorher erhalten die beiden den Tipp, sich vor dem Mond zu hüten und nicht die Straße zu verlassen.

Natürlich ist gerade Vollmond und die beiden kommen von der Straße ab. Zur Belohnung werden sie von einem Werwolf attackiert. Während Jack stirbt, überlebt David schwer verletzt und kommt in ein Londoner Krankenhaus. Von Albträumen geplagt beginnt der Fluch des Werwolfs in David zu wirken.

Was Werwolfsfilme angeht gehört American Werewolf zu den besseren Genrevertretern und punktet mit Witz, guten Effekten sowie einem sympathischen Cast.


Tanz der Teufel (1981/85 Minuten/USA)

Tanz der Teufel oder Evil Dead ist ein künstlerisch wertvoller und experimenteller Horrorfilm von Sam Raimi. Der Film war seiner Zeit viele Jahre voraus und trotz seines B-Movie Charakters muss man dem Film neben Kreativität auch Qualität zusprechen.
Mehr mehr lesen will folgt untenstehenden Link:

Tanz der Teufel/Evil Dead (1981) | Review


Horrorspiele

Horrorspiele auszuwählen ist immer schwierig, da es kein einheitliches Genre für Horrorspiele gibt. Damit meine ich, dass Horrorspiele in der Regel eines oder mehrere Genres in sich vereinen. Alle Horrorspielen haben jedoch ein gruseliges Setting, den Kampf gegen übernatürliche oder biologische Bedrohungen sowie einen Fokus auf Ressourcenmanagment gemeinsam.


Resident Evil Remake (GC, PS3/4, Wii, Xbox 360/One)

Das Remake des ersten Resident Evil gehört, trotz der Altersschwächen (zB. Tank-Steuerung) zu den besten Spielen des Horrorgenres. Besonders die Atmosphäre ist auch nach über 10 Jahren immer noch sehr stimmungsvoll.
Wer mehr lesen will folgten diesem Link:

Resident Evil HD Remasterd | Review


Silent Hill 2 (PS2, Xbox, PC)

Es gab mal eine Zeit, da war Silent Hill eine feste Größe im Horrorgenre. Nach vielen Jahren voller Fehlschlägen und miesen Entscheidungen fiel Silent Hill in die Bedeutungslosigkeit. Aus dem geplanten Silent Hills wurde bekanntlich auch nichts.
2001 sah die Sache jedoch anders aus. Silent Hill 1 war ein Erfolg und Teil 2 nutzte die Stärken der PS2 voll aus.
Hauptcharakter James Sunderland reist nach Silent Hill, nachdem er einen Brief seiner verstorbenen Frau erhalten hat. Einmal in Silent Hill angekommen muss er die Stadt nach seiner Frau durchsuchen. Dabei muss er gegen das Grauen, in Form von deformierten Monstern und dem mysteriösen Pyramide Head, antreten. Faszinierend ist der Umstand, dass alle Monster aus dem Unterbewusstsein von James stammen und verschiedene Aspekte seiner Psyche repräsentieren. Dabei entstehen pervertierte Versionen seiner Fantasien, wobei er auch tatsächlich sehr Krank sein könnte. Silent Hill 2 lädt zur reichhaltigen Interpretation ein und fesselt weiters mit einer dichten Atmosphäre.
Mein einziges Problem ist die grausige Steuerung des Spiels, ähnlich wie bei Resident Evil.


Layers of Fear (PC, PS4, Xbox One)

Platz Nummer 3 geht an die psychodelische Reise in die kranke Psyche eines Malers und die Aufarbeitung seiner tragischen Schicksalsschläge.
Layers of Fear ist ein Adventure aus der Ego-Perspektive in dem man das Anwesen des namentlich unbekannten Malers erkundet. Dabei wird die Geschichte, welche bereits düster beginnt, im Laufe des Spiels immer gruseliger und verstörender.
Es ist die dichte Atmosphäre, die den Reiz von Layers of Fear ausmacht. Dazu erzählt das Spiel keine richtige Story. Der Spiele muss sich die Handlung erarbeiten und aufmerksam nach Hinweisen such. So erschließt sich einem Schritt für Schritt das gesamte Ausmaß des Grauens.
Zusätzlich gibt es noch einen interessanten DLC, der das Kind des Malers behandelt und die Geschichte um weitere Facetten erweitert.


Dying Light (PS4, Xbox One, PC)

Ein Open-World-Horror-Ego-RPG ist ein seltsamer Genremix aber Dying Light gelingt diese Mischung hervorragend und gehört zu den besten Zombiespielen auf dem Markt. Man kann dieses Spiel als eine optimierte Version von Dead Island ansehen. In allen Punkten es Verbesserungen und das Parkoursystem erlaubt eine schnelle Fortbewegung durch die Spielwelt.
Dank eines Online Coop-Modus können bis zu vier Freunde gleichzeitig durch die Stadt Harran streifen, was ebenfalls sehr unterhaltsam ist.
Wer Dead Island mochte, wird Dying Light ebenfalls mögen. Alle anderen sollten ebenfalls einen Blick auf dieses Spiel werfen.


Alien: Isolation (PS3/4, Xbox 360/One, PC)

Zum Abschluss noch ein Spiel welches locker auf Platz 1 hätte landen aber da ich es noch nicht durchgespielt habe wäre dies unfair.
In Alien: Isolation spielt man die Tochter von Ripley, der Heldin der Alien-Filme und erkundet eine Raumstation die den Kontakt zur Außenwelt abgebrochen hat. Dabei trifft man auf das namensgebende Alien und hofft Ripley zu finden.
Alien: Isolation punktet mit einer starken Technik und der besonderen K.I. des Aliens. Dieses Wesen bewegt sich selbstständig durch die Spielwelt und kann überall auftauchen. So entsteht neben dem Gefühl der Isolation eine gewisse Panik wo & wann der Xenomorph erneut auftauchen wird, um sein Opfer zu töten.
Dieses Spiel ist die perfekte Brücke zwischen Film 1 & 2. Die Geschichte ist frisch, das Spiel ist fordernd und die Technik sehr stark. Warum habe ich es aber noch nicht durchgespielt? Nun Alien: Isolation ist ein sehr schweres Spiel, da man sich der Logik des Franchises folgend, kaum gegen den Xenomorph wehren kann.
Im Idealfall flieht man und hofft sich verstecken zu können. Die Chancen sind jedoch sehr gering …
Dieses Spiel würde ich nur Fans des Alien-Franchises empfehlen, da das ganze Spiel purer Fanservice ist.


Das war soweit mein Halloween Special 2017. Was sind eure liebsten Horrorfilme/spiele? Schreibt mir eure Meinung in die Kommentare und wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Exkurs: Rob Zombies Horrorfilme | Gedankenspiel

Aloha! Dieser Beitrag ist eine Fortsetzung zur 31 Review, die ich vor einiger Zeit geschrieben habe. Heute bespreche ich kurz die Horrorfilme von Rob Zombie. Folgende Filme werden heute vorgestellt:


* Haus der 1000 Leichen

* Devils Reject

* Halloween 1

* Halloween 2

* The Lords of Salem

31 werde ich an dieser Stelle nur verlinken, da eine doppelte Besprechung keinen Sinn macht und nun viel Spaß mit diesem Exkurs!


 

 

Haus der 1000 Leichen – 2003/LZ: 88 Min. (NTSC), 83 Min. (PAL Cut), 85 Min. (PAL Uncut)/Indiziert


Der erste
Rob Zombie Film, den ich gesehen habe, und ich schaue ihn echt gerne. Nüchtern betrachtet ist der Film nicht wirklich gut, hat aber einen ganzen eigenen & seltsamen Charme. Für den Film sprechen der Soundtrack, die solide Leistung der Schauspieler & die teilweise echt coolen Effekte. Negativ fallen die etwas abstruse Handlung, eine Gruppe von jungen Leuten wird abgeschlachtet, sowie der allgemein präsente Trashfaktor auf.


 

The Devil’s Rejects – 2005/LZ: 109 Min./FSK 18

Das ist die direkte Fortsetzung zu Haus der 1000 Leichen. War der Vorgänger noch einigermaßen lustig, so haben wir es hier mit einem ernsten & sehr brutalen Horrorfilm zu tun. Interessant ist der Rollentausch des Films. So wird die Mörderfamilie Firefly zu den Opfern, mit zweifelhaften Methoden und aus dem Sheriff der gnadenlose Jäger. Die Leistung der Schauspieler überzeugt & allgemein wirkt dieser Film um einiges hochwertiger. Schade, dass mit dem Ende des Films ein dritter Teil unmöglich wird, sofern es kein Prequel ist.


 

Halloween 1 – 2007/LZ: 105 Min. (Uncut Kinoversion)/116 Min. (Directors Cut)/110 Min. (Blu-Ray)/FSK: Keine Jugendfreigabe bzw. Indiziert)

Jetzt wird es schwierig, da ich bei
Halloween gespalten bin. Es gibt 2 Versionen (3 mit der Kinoversion die ich nicht kenne) von diesem Film und so habe ich zwei Meinungen zu diesem Film, beide sind aber eher negativ. Zum einen gibt es die normale Uncut Version, bei der wir es mit einem blutigen Slasher zu tun haben welcher den Geist des Originals weit verfehlt.

Zum anderen gibt es den Directors Cut, den ich zutiefst verabscheue und das hat einen, für mich, guten Grund. Ich hasse Vergewaltigungen in Horrorfilmen. Ja es gibt ein eigenes Genre dafür, Rape & Revenge Film, aber da weiß ich, was mich erwartet. In einem Teenie-Slasher Film will ich so was nicht sehen.


 

Halloween 2 – 2009 – LZ: 101 Min. (Kinofassung), 112 Min. (FSK Fassung), 114 Min. (SPIO/JK Fassung), 115 Min. (uncut) FSK: Keine Jungendfreigabe bzw. Indiziert

Hierbei handelt es sich um die direkte Fortsetzung von Halloween 1. Leider wurde der Film nicht besser, sondern schlechter. Die unheimliche Atmosphäre der ersten Teile konnte nicht erreicht werden dafür gibt es noch mehr brutale Morde & stumpfe Gewalt. Das wir es hier mit einem stumpfen Slasherfilm zu tun haben ist noch verschmerzbar, aber zwei Aspekte an diesem Film stören mich gewaltig.


1. Michael Myers spricht. Das wohl größte Sakrileg des gesamten Franchise & eine sehr dumme Entscheidung, was die Atmosphäre angeht. Michael ist der schwarze Mann ohne Gesicht & Stimme. Wenn das böse spricht, verliert es einen Teil seiner Macht.

2. Ich habe es schon angemerkt. Man sieht Michael ohne Maske, was ihn nun komplett uninteressant & nicht mehr gruselig macht.

In Kombination mit einer angedeuteten Vergewaltigung bilden Halloween 1 & 2 den Bodensatz der Rob Zombie Filme.


 

The Lords of Salem – 2012/LZ: 101 Minuten/FSK 16


Nachdem ich über die letzten Filme nur gemeckert habe, wird es nun wieder positiver. Bei
Lords of Salem handelt es sich um einen Horrorfilm mit Hexen-Thematik, was schon relativ kreativ ist. Handlungsort ist die Stadt Salem in den USA, welche durch die Hexenprozesse traurige Bekanntheit erlangte und auch der Handlungsort des Videospiels Murdered Soul Suspect ist.
Der Film setzt auf ein gemächliches Tempo und lässt das Grauen sich langsam entfalten. Dabei verschwimmt die Grenze zwischen Realität & Wahnsinn für die Protagonistin immer weiter bis zum grausigen, psychedelischen Höhepunkt. Dabei wird auf die genretypischen Jump-Scares verzichtet und mehr auf Atmosphäre, die Leistung der Schauspieler und dem Spiel mit Kameraschnitten sowie Effekten gearbeitet.


Zusammengefasst ist die Filmografie der Rob Zombie Horrorfilme zwar durchwachsen aber großteils sehenswert. Bis auf Halloween 1 & 2 kann ich jeden der vorgestellten Filme empfehlen. Es sei noch angemerkt, dass Rob Zombie an weiteren Filmen mitgewirkt hat, jedoch würde es den Rahmen sprengen diese vorzustellen und schließlich ging es heute um die R.B. Horrorfilme.

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns beim nächsten Mal wieder!

Halloween Special

Herzlich willkommen zu meinem Halloween Special, wenn schon Mainstream dann richtig. Zuerst wollte ich einen Exkurs über die beiden Kategorien des Horrorgenres, im Bereich der Videospiele, schreiben. Jedoch habe ich mich entschlossen ein etwas persönlicheres Thema anzusprechen und dabei die beiden großen Bereiche meines Blogs vereinen. Heute geht es um Angst. Ich stelle euch einmal mein gruseligstes Erlebnis in einem Videospiel und einmal den Film, vor welchen ich bis heute am beängstigenden finde. Viel Spaß!

Achtung Spoiler sind möglich!


 

Die Wiege – Der gruseligste Ort der Videospielwelt

Den Anfang macht das Level „Die Wiege“ aus Thief: Deadly Shadows. Über das Spiel selbst kann man sagen, dass es eines der besten Stealthspiele aller Zeiten, welches trotz Bugs über ein gutes Gameplay, eine schöne Grafik und eine äußerst düstere & gruselige Atmosphäre bietet.

Ein Level jedoch macht mich bis heute noch fertig, und auch wenn ich Deadly Shadows bereits zehn mal oder öfters durchgespielt habe, kostet es mich immer einiges an Überwindung um dieses Level zu schaffen.

Zuerst etwas Vorgeschichte zur „Wiege“ an sich. Die Wiege, im Original „The Cradle“ war früher ein Waisenhaus. Ein Kind starb dort unter mysteriösen Umständen. Dann wurde ein Teil des Hauses zu einer Irrenanstalt. Später brannte das Gebäude ab. Die Kinder wurden gerettet jedoch nicht alle Patienten des Irrenhauses. Die vermissten wurden nie gefunden.

Der Spieler sucht die Ruine des Hauses auf um Informationen über eine Hexe zu sammeln, von denen man im Spiel zwar immer wieder hört, sie jedoch nie sieht. Wenn man das Areal der Wiege betritt, überkommt einen bereits ein beklemmendes Gefühl. Die Szenerie ist abweisend und verheißt nichts Gutes. Mit Brettern vernagelte Fenster und Türen. Man kann das Gebäude nur über den Keller betreten.

Dann durchstreift man das Gebäude auf der Suche nach irgendeinem Hinweis oder Wertgegenständen, schließlich spielt man einen Dieb. Irgendwann bewegt man sich in Richtung des Dachbodens und zum ersten mal hört man etwas. Ein Rumpeln auf dem Dachboden. Wer sich nun denkt dass man das Gebäude wieder verlassen kann täuscht sich. Die Wiege lässt einen nicht mehr los.

Das Ziel der Mission ist es die Seele eines Mädchens zu befreien, welches in der Wiege gefangen ist. Jedoch wird man dabei selbst von der Wiege gefangen genommen und muss den Fluch brechen. Während der erste Teil der Mission, bevor man das Mädchen auf dem Dachboden trifft sehr beklemmend war und man nie wusste was als nächstes passiert bricht im zweiten Teil der richtige Horror aus. Die verschollenen Insassen sind leider nicht so tot, wie man es gern hätte und dabei sogar verdammt wehrhaft. Später kann/muss man sich ihnen sogar ohne Waffen stellen, was nicht sehr klug ist.

Ich muss die Entwickler wirklich loben. „Die Wiege“ ist nicht nur das gruseligste, sondern auch eines der atmosphärischsten Level, das ich jemals in einem Videospiel durchstreift habe. Hier stimmt einfach alles. Die schauerhafte Geschichte des Hauses, die Gerüchte um die Hexe, der Aufbau des Levels vom atmosphärischen Anfang bis zum Ausbruch des Grauens. Es ist einfach so unfassbar erschreckend, wenn man durch einen Gang schleicht, das Licht flackert, aus dem Schatten ertönt ein Schrei und schon bricht ein Wahnsinniger hervor. Als Dieb hält man nicht viel aus & muss flüchten oder man kämpft und riskiert ein schnelles Ende. Es ist aber auch bereits unheimlich, wenn man die Insassen nur beobachtet. Die seltsamen Bewegungen und das Gefühl, dass sie genau wissen dass man da ist, lassen einen selbst fast verrückt werden.

Bei meinem aller ersten Durchlauf von Thief: Deadly Shadows habe ich dieses Level nicht geschafft, weil es mir schlichtweg zu gruselig war. Heute schaffe ich es zwar aber dennoch grusle ich mich jedes mal dabei und bin heilfroh, wenn ich dieses Horrorhaus wieder verlassen kann.

Weiter geht es nun mit dem Horrorfilm, welchen ich bis heute am gruseligsten finde.


 

Der Exorzist – Atmosphäre & Grauen in Höchstform

Der Exorzist von 1973. Wo fange ich am besten an?

Zum ersten mal habe ich diesen Film im zarten Alter von 12 Jahren gesehen. Ich habe in der Nacht durch das TV-Programm gezappt und bin bei der Exorzist hängen geblieben. Der erste Overkill kam mit dem Gesicht des Dämons Pazuzu und die Szene, in der das kleine Mädchen Reagan kopfüber die Treppe runter läuft und Blut kotzt. Die Folge waren viele schlaflose Nächte und extreme Angst. Übrigens habe ich den Film damals nicht fertig gesehen.

In den letzten Jahren habe ich den Film immer wieder gesehen und inzwischen auch komplett. Das Gesicht des Dämons finde ich immer noch extrem gruselig. Interessant das mich ein Film, der über 40 Jahre auf dem Buckel hat, mehr gruselt als ein neuer Film wie Annabelle. Klar bei Annabelle habe ich mich auch gegruselt aber nur beim ersten mal.

Das ist für mich die große Stärke von der Exorzist. Wirkung. Das Grauen zeigt sich nicht nur im Gesicht des Dämons, sondern auch in der Machtlosigkeit der Figuren. Das kleine Mädchen Regan ist vom Dämon besessen und er ergreift immer mehr von ihr Besitz. Ihre Mutter und ihre Bediensteten können nichts gegen diese böse Macht ausrichten und wenden sich an die Kirche, welche einem Exorzismus erst nach einer Begutachtung zustimmt.

Ebenfalls müssen die Effekte gelobt werden. Wie bereits erwähnt ist die Maske des Dämons extrem gruselig. Die Farbsetzung. Die Augen. Die Zähne. Man sieht sie zwar nicht sehr oft im Film, aber diese Momente sind extrem Angst einflößend und gehören zu den Höhepunkten des Films. Auch die Maske der besessen Regan verdient eine Erwähnung. Vom süßen Mädchen zur besessen Kreatur. Man kann mit ihr eigentlich nur Mitleid haben.

Eine weitere Szene ist jene in der sich Regan mit dem Kreuz „selbst befriedigt“. Der Satz „Lass dich von Jesus ficken“ tut dabei sein übriges. Das meine ich mit Wirkung. Gotteslästerung hat man in Filmen Horrorfilmen aber eine Szene in der sich ein kleines Mädchen, welches besessen ist, mit einem Kreuz selbst verletzt ist etwas ganz anderes. Kein Wunder, das dieser Film damals eine Diskussion auslöste.

Der Exorzist hat eine Laufzeit knapp über 2 Stunden. Dabei setzt der Film auf einen langsamen Spannungsaufbau. Während man zu beginn zwar Böses ahnt jedoch nichts passiert häufen sich im weiteren Verlauf des Films die seltsamen Vorkommnisse. Seltsame Geräusche auf dem Dachboden, eine schwarze Messe in der örtlichen Kirche (man sieht das Ergebnis in einer Szene) und das immer auffälligere Verhalten von Regan. In Kombination mit dem stimmigen Soundtrack, der das langsame Grauen in Audioform ankündigt und der dichten Atmosphäre überzeugt der Film auch auf dieser Ebene.

Der Exorzist zog einige Nachfolger nach sich, von denen ich ein paar gesehen habe. Jedoch kommt keiner dieser Filme an das „Original“ ran. Generell kam für mich bisher kein Film mit Exorzismus-Thematik an diesen Klassiker heran.


Das war mein Halloween Special. Ich hoffe, es war für den einen oder anderen interessant. Wie immer freue ich mich über Feedback. Nun müsst ihr mich entschuldigen, ich muss mich wieder Titanfall 2 und World of Final Fantasy zuwenden. Bis bald!