Nightbooks | Review | Netflixers #33

Titel: Nightbooks
Originaltitel: Nightbooks
Regie: David Yarovesky
Laufzeit: 103 Minuten
Release: 2021

Der Oktober ist ja der Monat des Gruselns und demnach passt es auch Beiträge mit „gruseligen“ Themen zu verfassen. Nightbooks ist ein Fantasy-Horrorfilm basierend auf dem gleichnamigen Jugendbuch.

2021 unter der Regie von David Yarovesky (produziert von der Legende Sam Raimi) für Netflix erschienen zeichnet sich der Film durch die Eigenschaft des „kindgerechten Horrors“ aus. Damit meine ich die Mischung aus kindlicher Fantasie gepaart mit einer Prise Horror, der jedoch genauso hart ist, wie es Jugendliche verkraften sollten.

Worum gehts in Nightbooks? Der junge Horrorfan Alex gerät durch eine Verkettung dummer Zufälle in das Apartment der Hexe Natacha und wird von ihr als Geschichtenerzähler versklavt. Er muss ihr jeden Abend eine neue Geschichte erzählen oder die schrecklichen Konsequenzen ertragen. Im Apartment lernt er auch das Mädchen Yazmin kennen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten beschließen die Beiden sich aus der Sklaverei zu befreien. Das erweist sich nicht nur schwerer als erwartet, sondern offenbar mehr als erwartet …

Ich mag Nightbooks. Der Film hat ein großartiges Tempo und entwickelt sich erzählerisch sehr gut. Vom eher traurigen Anfang über den gruseligen Mittelteil bis zum großen Finale bietet der Film nicht nur eine breite Palette an Emotionen, sondern auch eine spannende Geschichte, welche die Frage „wer bin ich?“ aufwirft und sie (für den Film) befriedigend beantwortet.

Den Cast empfinde ich als sehr sympathisch, wobei dieser schön kompakt ist. Alle drei Hauptdarsteller haben eine tolle Chemie miteinander und besonders Krysten Ritter geht in ihrer Rolle als grausame, exzentrische Hexe vollends auf. Auch die Effekte können sich sehen lassen. Besonders die „Monster“ sorgen mit dem mysteriösen Apartment, sowie der dunklen Tonalität für eine dichte Atmosphäre.

Letztere nimmt besonders zum Ende hin düstere Züge an und man merkt besonders hier die Produzentenarbeit von Horrormeister Sam Raimi.

Zusammengefasst ist Nightbooks ein toller Gruselfilm für Jung & Alt, der auch Leuten gefallen kann, welche eher weniger mit dem Horrorgenre anfangen können. Ich kann den Film definitiv weiterempfehlen und bedanke mich für die Aufmerksamkeit.

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Ein kurzer Kommentar zu … Mandy

Zwei Genres, die sehr gut zusammenpassen sind Horror & Fantasy. Entweder als Dark Fantasy zusammen gemischt oder einzeln mit den jeweiligen Elementen aus dem anderen Genre funktioniert der Mix eigentlich sehr gut. In der ersten Jahreshälfte 2021 habe ich den Mandy von 2018 nachgeholt und das war ein echt wilder Ritt, was bereits bei der Prämisse anfängt.

Im fernen Jahr 1983 lebt der Holzfäller Red mit seiner Frau Mandy in einer abgeschiedenen Hütte. Eines Tages wird Mandy von Jeremiah, dem gestörten Anführer einer Endzeitsekte, entdeckte und dieser will die Frau für sich haben. Also der Irre ein paar dämonenhafte Biker, die völlig unter Drogen stehen, zum Haus des Pärchens um Mandy zu entführen. Es läuft nicht alles wie geplant, Mandy wird bei lebendigem Leib verbrannt und Red begibt sich auf einen blutigen Rachefeldzug gegen die Sekte und die Biker.

Mandy ist eine verdammt ambitionierte Hommage an die Ära des Videotheken-Horrors (1980er), wo man sich stumpfe und brutale Filme noch in der Videothek ausgeliehen hat. Allerdings ist der Film sehr hochwertig produziert und zelebriert durchgehend eine eigene Ästhetik, welche die „alten Vibes“ der 80er Jahre Horrorfilme neu aufleben lässt und dabei seine Märchenhaftigkeit auf Händen trägt. Irgendwo zwischen Horrorfilm-Hommage der 80er Jahre, düsterem Fantasyfilm & Barbarenfilm angesiedelt findet Mandy seinen eigenen Platz in der modernen Filmlandschaft.

Ich kann den Film definitiv empfehlen, da man so einen wilden Genremix nur sehr selten finden wird!

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Ein paar Gedanken zu The Grudge (2020)

Na bum, das war wohl nichts. Das 2020er Remake zu The Grudge wollte ich seit dem ersten Trailer sehen, nach knapp einem Jahr konnte ich den Film nachholen und naja das Prädikat Mittelmaß beschreibt den Film sehr gut, aber fangen wir ganz von vorne an.

Worum geht es in The Grudge (2020)?

Im Zentrum der Handlung steht die alleinerziehende Mutter Detektivin Muldoon, die im Zuge ihrer Ermittlungen mit dem titelgebenden Fluch in Verbindung. Wann immer jemand mit rasender Wut stirbt, entsteht ein tödlicher Fluch, in Form eines Geistes, der nicht ortsgebunden ist und sich an Personen, die den Ort des Geschehens aufsuchen, heften kann. Der Film erzählt auf mehreren Ebenen, wie der Fluch entstanden ist und wie sich Detektivin Muldoon mit dem Horror auseinandersetzen muss.

Die altbekannte Prämisse neu aufgewärmt. Statt Japan nun Amerika bzw einem eifersüchtigen Ehemann ein Kindsmord (okay schon wieder) und ein Film, dessen durchaus dichte Atmosphäre von billigen Jump Scares total zerbröselt wird.

Ich kann mich mit dieser Spielart des Horrors durchaus anfreunden, aber das The Grudge/Ju-On Franchise zeigt bereits intern, wie man die bekannte Prämisse besser umsetzen kann und Gewalt (teils arg grotesk) wesentlich wirkungsvoller einsetzt.

Man muss aber fairerweise sagen, dass der Film zwischen seinen Jump Scares eine sehr dichte Atmosphäre aufbaut und durchaus spannend ist, aber jedesmal, wenn die Atmosphäre ihren Höhepunkt erreicht, merkt man schmerzlich, dass ein Jump Scare gleich ins Haus steht. Das ist im Horrorgenre eine gängige Praxis, aber man kann dennoch anders Spannung und Grusel erzeugen.

Nochmal ein paar Worte zur Handlung. Diese folgt einer ähnlichen Erzählstruktur wie das restliche Franchise auf mehreren Zeitebenen. Zum Ende hin wird alles aufgelöst, was den Gesamteindruck allerdings schmälert, da so kein Raum für eigene Interpretationen bleibt und der Endtwist völlig konträr zur regulären Fluch-Thematik wirkt.

Meiner Meinung nach wäre es sinnvoller gewesen, das Grundthema des Fluchs zu nehmen und daraus eine eigene Handlung zu stricken, die zwar im gleichen Universum spielt (vielleicht mit ein paar Querverweisen auf die anderen Filme?) aber ansonsten völlig losgelöst ist. The Grudge (2020) klammert sich etwas zu sehr an die Erzählmuster der alten Filme, was mit Japan als Setting funktioniert hat, aber im Remake komplett unübersichtlich wirkt.

Am Ende bleibt The Grudge (2020) ein netter Versuch, die amerikanische Linie des Grudge/Ju-On Franchise fortzuführen, der jedoch in die Mittelmäßigkeit abdriftet und am Ende nichts Neues hinzufügt, ausser einen Film, der zu verschachtelt für‘s eigene Wohl ist. Es wäre definitiv sinnvoller gewesen, das Grundthema zu nehmen und einen neuen Weg zu beschreiten, der die alten Filme ehrt, im gleichen Universum spielt und dabei seine eigene Identität aufbaut. Dann hätte der plumpe Cliffhanger am Ende des Films wohl mehr Lust auf eine Fortsetzung gemacht und wär kein Klischee.

Habe ich es also bereut, den Film zu sehen? Ne ganz sicher nicht. Ich bin froh, den Film von meiner Liste streichen zu können und auch bereits Ju-On: Origins war nicht perfekt, hat mich aber gut unterhalten.

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Happy Halloween!

Happy Halloween meine Lieben. Gruselween Vol. 2 endet mit dem heutigen Tag und das Special hat mir dieses Jahr echt viel Spaß gemacht. Im Laufe des Novembers wird eine Übersichtsseite mit allen Beiträgen erscheinen und ab 02.11.2020 geht es mit dem regulären Programm weiter.

2021 wird Masters of Horror in die zweite Runde gehen und ich freue mich jetzt schon auf dieses Special, sowie das kommende Weihnachtsspecial im Dezember.

Genießt also das Fest des Gruselns und wir haben für euch eine Liste zusammengestellt mit Filmen, die man sich definitiv geben kann an diesem Tag:

Und abseits dieser Liste findet ihr unter dem Tag Horrorfilm noch ganz viel mehr Beiträge zu diesem Thema!

Freddy vs. Jason | Kurzkommentar| Gruselween Vol. 2 #22

Titel: Freddy vs. Jason
Originaltitel: Freddy vs. Jason
Regie: Ronnie Yu
Laufzeit: 97 Minuten
Release: 2003

Erinnert ihr euch noch an die Zeit als Freddy Krueger und Jason Voorhees im angehenden Jahrtausend große Nummern im Horrorgenre waren, bevor sie nach ihren jeweiligen Reboots in der Versenkung verschwanden? Nun ich erinnere mich auch nur noch dunkel an diese Zeit, da es im Horrorgenre inzwischen ganz andere Schwergewichte gibt.

2003 erschien das Crossover beiden Schwergewichte Nightmare und Freitag der 13. mit dem schlichten Titel Freddy vs. Jason und da ich diesen Film erst kürzlich wieder genossen habe gibt es dazu einen Kurzkommentar.


Gruselwusel Kernfakten

Titel: Freddy vs. Jason
Originaltitel: Freddy vs. Jason
Regie: Ronnie Yu
Laufzeit: 97 Minuten
Release: 2003


Die Handlung von Freddy vs. Jason ist herrlich simpel aber auch dadurch so unterhaltsam. Freddy Krueger schmort in der Hölle und hat seine Macht verloren. Niemand hat mehr Angst vor ihm, niemand erinnert sich mehr an ihn. Nun hat er jedoch einen Masterplan geschmiedet, um zurückzukehren. Er manipuliert den ebenfalls in der Hölle schmorenden Jason Voorhees, damit dieser wieder zum Leben erwacht und in der Elm Street zu morden beginnt, damit sich die Leute wieder an Freddy erinnern. Letztendlich geht der Plan nur bedingt auf und beide Killer gehen in der realen Welt aufeinander los während einige „normale“ Menschen, also die zweite Truppe der Hauptfiguren, versuchen die beiden Monster zu vernichten.

Man kann über die Qualität dieses Films streiten, genauso wie über die beiden Filmreihen, die das Crossover bilden, aber ach du meine Güte, was kann man mit Freddy vs. Jason Spaß haben, wenn man eine der beiden Filmreihen oder im besten Fall beide Reihen mag. Die Geschichte ist herrlich simpel. Das Werk ist eine nette Hommage an das japanische Monster-Kino und eskaliert in einen überspitzen Slaher-Film, der seine eigenen Genrekonventionen sprengt.

Kurz um ist Freddy vs. Jason ein herrlicher Spaß für Genrefans und Fans der beiden Filmreihen Nightmare und Freitag der 13., die mit diesem Werk definitiv ihren Spaß haben werden. Wer weder was mit den Filmreihen noch mit dem Genre selbst was anfangen kann, sollte sich einfach „Wenn die Gondeln Trauer tragen“ ansehen, da dies ein Klassiker des Horrorfilms ist.

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Unknown User: Dark Web Kurzkommentar | Gruselween Vol. 2 #16

Unknown User von 2014 gehört zu den interessanteren Horrorfilmen, die ich in den letzten Jahren gesehen habe und Unknown User: Dark Web gefällt mir ähnlich gut, wenngleich aus anderen Gründen. Deshalb ist es wieder Zeit für einen Kurzkommentar!

Die Handlung des Films ist recht schnell erklärt, was dem Tempo des Films guttut und von der Dummheit der Hauptfigur zeugt, also ein Horrorklischee gleich zu Beginn. Der Programmierer Matias nimmt unerlaubterweise von einem Internetcafe einen Laptop mit, der bei den Fundsachen lag. Mithilfe dieses Geräts will er eine App für die amerikanische Zeichensprache entwickeln, damit er mit seiner Freundin kommunizieren kann. Als er einen Skype-Gruppenchat mit seinen Freunden startet und die Gruppe auf die verstörenden Dateien, die auf dem Laptop gespeichert sind, stößt befinden sie sich in größter Gefahr. Der Vorbesitzer des Laptops will sein Gerät zurück und dessen Arbeitgeber werden auch auf den Umstand aufmerksam …

Eine der größten Stärken von Unknown User: Dark Web ist die Optik, da der Film sich zu 99% auf den Desktops der Hauptfiguren abspielt und die Figuren durch die Webcams gezeigt werden. Außerdem wirkt der Film sehr authentisch. Während Matias sich seiner schrecklichen Situation immer mehr bewusst wird, reden die anderen Figuren ganz normal miteinander und die drohende Gefahr baut sich schleichend immer weiter auf, bis das Grauen schließlich völlig über die Gruppe hereinbricht.

Zusammengefasst kann man sagen, dass Unknown User: Dark Web nicht so innovativ wie sein Vorgänger ist, aber eine interessante Handlung bietet, ein populäres Thema für Cyber-Gruselgeschichten bedient und eine ebenso clevere wie düstere Fortsetzung ist. Das macht durchaus einen Blick wert!

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Die Hatchet Quadrologie | Gedankenspiel | Gruselween Vol. 2 #14

Ich habe ein Herz für trashige Horrorfilme und besonders für jene, die eine bestimmte Thematik behandeln wollen. Die Hatchet Quadrologie möchte die klassischen Splatter/Slasher/Gore alten Ära hochleben lassen und das schaffen die Filme auf mehreren Ebenen.

Zuerst jedoch ein paar Kernfakten. Die Hatchet Filme (Teil 1 – 3 und Victor Crowley) erschienen im Zeitraum von 2006 bis 2017 und behandeln im Kern den Überlebenskampf von armen Teufeln gegen den übermenschlichen „Mutanten“ Victor Crowley, der im Laufe der Zeit den Jason Voorhees macht und unsterblich wird.

Dabei bilden die Filme 1 bis 3 eine Einheit und bauen zeitlich direkt aufeinander auf während der vierte Film ein zeitlich versetztes Sequel bildet. Als kreativer Kopf hinter dem Franchise steht Adam Green, der bei drei Filmen Regie führte, einen produzierte und bei allen das Drehbuch verfasste und somit seine Schöpfung stark selbst bearbeiten konnte, was man auch merkt.

Grundlegend mag die Hatchet Quadrologie nicht die hohe Filmkunst sein aber bei all dem Trash besitzen die Filme viel Charme und das liegt nicht nur an den total übertriebenen Effekten, sondern auch an den sympathischen Schauspielern und deren Klischeerollen.

Man merkt bereits, dass ich den Filmen recht wohlwollend gegenüberstehe, obwohl die Filme niemals zu meinen liebsten Genrevertreten gehören werden oder gar eine 100%e Empfehlung bekommen werden. Was man der Quadrologie zugute halten muss, ist die relativ kompakte Laufzeit pro Film, die simplen Handlungen pro Film und das recht hohe Tempo der einzelnen Filme.

Somit kann man die Hatchet Filme perfekt für einen Marathon nutzen, auch wenn der Trash mit jedem weiteren Film und besonders zum Ende hin etwas schmerzen kann.

Somit lässt sich zusammen, dass die Hatchet Quadrologie weit davon entfernt ist, die hohe Filmkunst zu sein aber dennoch sind die Filme ein äußerst interessant Ausflug in den Versuch, die klassische Ära des amerikanischen Splatter/Gore/Slash der „alten Zeit“ wiederzubeleben und dieser Versuch gelingt den Filmen sehr gut.

Wer sich also für trashige Horrorfilme begeistern kann, die eigenen Ansprüche runterschrauben kann und kein Problem mit überspitzter Gewalt hat, sollte den Filmen eine Chance geben und wer weiß? Vielleicht entwickelt sich ein ebenso unterhaltsamer Marathon, wie ich ihn hatte.

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Scary Stories to Tell in the Dark Kurzkommentar| Gruselween Vol. 2 #12

Über Scary Stories to Tell in the Dark habe ich im Vorfeld relativ viel Positives gehört und auch das Cover des Films hat mich sehr neugierig gemacht. Zum Glück gibt es den Film auf Netflix und eine Sichtung später kann ich in einem Kurzkommentar meine Meinung zum Film mit euch teilen.

Über Scary Stories to Tell in the Dark habe ich im Vorfeld relativ viel Positives gehört und auch das Cover des Films hat mich sehr neugierig gemacht. Zum Glück gibt es den Film auf Netflix und eine Sichtung später kann ich in einem Kurzkommentar meine Meinung zum Film mit euch teilen.

Worum gehts in Scary Stories to Tell in the Dark? Kurz gesagt dreht sich die Handlung um eine Gruppe von Teenagern, angeführt von einem Mädchen namens Stella, die ein mysteriöses Buch finden, welches die Gedanken von Menschen liest und gruselige Geschichten rundum deren Ängste dreht. Die Gruppe muss also das Geheimnis hinter dem Buch lösen …

Ich mag Scary Stories to Tell in the Dark, auch wenn die Rahmenhandlung nur bedingt interessant ist aber die einzelnen Gruselgeschichten machen den Film durchaus sehenswert, da diese äußerst clever geschrieben sind und den Horror auf subtile Art vermitteln, wobei auch die Themen der Gruselgeschichten variieren und durch gut platzierte Pointen zum Schockmoment führen.

Somit lässt sich zusammenfassen, dass Scary Stories to Tell in the Dark definitiv einen Blick wert ist. Der Film erfindet das Genre nicht neu, ist aber ein unterhaltsamer Gruselfilm für zwischendurch!

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47 Meters Down: Uncaged | Review

Titel: 47 Meters Down: Uncaged
Originaltitel: 47 Meters Down: Uncaged
Regie: Johannes Roberts
Laufzeit: 89 Minuten
Release: 2019

47 Meters Down ist einer der besten Vetreter des Hai-Horrorfilms, okay das ist keine Überraschung, wenn man den Rest des Subgenres betrachtet. Daher waren auch meine Erwartungen an das stand alone Sequel 47 Meters Down: Uncaged! entsprechend…

Ob sich die Sichtung gelohnt hat, erfahrt ihr jetzt!


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47 Meters Down: Uncaged Nicole, Sasha, Alexa und Mia begeben sich auf einen Höhlentauchgang in eine versunkene Stadt der Maya. Der Trip entwickelt sich zum Horror, als das Quartett in das Jagdgebiet von Weißen Haien gerät, für die sie das perfekte Fressen sind. Mit sinkendem Sauerstoff beginnt ein Kampf ums überleben. War 47 Meters Down ein spannender Survival-Thriller mit Horrorelementen, wirkt Uncaged etwas zu reißerisch für‘s eigene Wohl. Ein großes Lob verdient die dichte Atmosphäre des Films, auch wegen der entstehenden klaustrophobischen Stimmung, welcher die vier Hauptfiguren ausgesetzt sind. Leider setzt Uncaged etwas zu oft auf formelhafte Jump Scares, was der Atmosphäre des Films langfristig nicht gut tut und die Gefahr des Höhlentauchens in den Hintergrund rückt. Hier wäre eine harmonischere Mischung aus den Gefahren des Höhlentauchens, den Haien, sowie dem immer knapper werdenden Sauerstoff hilfreicher gewesen. Was definitiv ein Lob verdient, ist das Tempo, mit dem die Handlung erzählt wird. Die Handlung schreitet zügig voran und hält sich nur selten mit ausbremsenden Details auf. Zum Ende hin nimmt die Action etwas überhand und eine Spitze jagt die andere, was etwas zu over the top ist. Zusammengefasst ist 47 Meters Down: Uncaged ein solider Hai-Horrorfilm, der es jedoch nicht schafft, die dichte Atmosphäre des Vorgängers, oder gar dessen Nervenkitzel zu erreichen. Trotz dieser Schwächen ist 47 Meters Down: Uncaged qualitativ hochwertiger als viele andere Genrekollegen, die nur durch puren Trash glänzen. Somit vergebe ich für 47 Meters Down: Uncaged die Wertung sehenswert!

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Der Unsichtbare (2020) | Review

Titel: Der Unsichtbare
Originaltitel: The Invisible Man
Regie: Leigh Whannell
Laufzeit: 125 Minuten
Release: 2020

Das Studio Blumhouse Productions unter Jason Blum verdient meinen vollsten Respekt, auch wenn ich nicht mit allen Produktionen was anfangen kann. Es ist eine Kunst, aus kostengünstigen Filmen den maximalen Profit herauszuholen. Der Unsichtbare, das „stand alone Reboot“ des Darkverse, fällt genau in diese Kerbe. 7 Millionen Dollar an Kosten und ein Einspielergebnis von über 100 Millionen Dollar … das nennt man profitabel!


Eines Nachts flüchtet Cecilia vor ihrem Ehemann Adrian, einem genialen Wissenschaftler, mit dem sie in einer gewalttätigen Beziehung lebt. Die Flucht gelingt dank ihrer Schwester Alice & ihres Jugendfreunds James. Kurz darauf erhält Cecilia die Nachricht von Adrians Suizid. Er hinterlässt ihr ein großes Vermögen, sofern sie keine Straftat begeht und sie nicht für unzurechnungsfähig erklärt wird. Ihr Glück vom neuen Leben verwandelt sich schnell in die pure Hölle, als sie etwas, oder jemand verfolgt … jemand Unsichtbares …


Als der Abspann einsetzte, verspürte ich Verwunderung, Begeisterung und etwas Wehmut. Einerseits war ich äußerst positiv überrascht, wie gut der Unsichtbare im Vergleich zu seinen indirekten Vorgängern ist und gleichzeitig ist es schade, dass die Lizenzen von Dracula & der Mumie so gefloppt sind.

Der Unsichtbare ist ein großartiger Horrorfilm und ein mehr als würdiges Remake, das in erster Linie von seiner dichten, stellenweise beinah erdrückenden, Atmosphäre lebt und eine ebenso simple, wie spannende Handlung in sich birgt. Diese wartet zum Ende hin mit einigen Twists auf und setzt auf eine Mischung aus psychologischem Terror, Thriller- Elementen, sowie klassischen Horrorfilm Mechanismen, wie Jump Scares. Letztere sind jedoch weniger plump, als in anderen Filmen, sondern verstärken die Surrealität mancher Szenen, wenn sich die Frage stellt, ob Cecilia verrückt ist, oder wirklich verfolgt wird.

Ein weiteres Lob muss ich an den Cast von der Unsichtbare vergeben, wobei Elisabeth Moss als Cecilia Kass den Film trägt und dem Zuseher als Identifikationsfigur, Anker und gleichzeitig tragische Protagonistin dient. Der restliche Cast weiß ebenfalls zu gefallen und verstärkt die dichte Atmosphäre des Films nur noch weiter.


Zusammengefasst ist der Unsichtbare ein spannender, teils gruseliger, teils mitreißender Horrorfilm, der zeigt, wie man einen Klassiker der Universal Studios modern interpretieren kann und gleichzeitig etwas Neues schafft, während das Alte geehrt wird!

Wer auf der Suche nach einem gelungenen Horrorfilm der klassischen Konventionen mit einem eigenen Charme verbindet und dabei mehr als nur plumpen Horror bietet wird mit der Unsichtbare viel Spaß haben. Ich vergebe für den Film die Wertung absolut sehenswert, da hier gezeigt wird wie moderne Universal Horrorfilme sein müssen!


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3 from Hell | Review

Titel: 3 from Hell
Originaltitel: 3 from Hell
Regie: Rob Zombie
Laufzeit: 115 Minuten
Release: 2019

Ein Film auf meiner Watchlist, den ich aber beinah vergessen hatte, weil niemand davon spricht, ist 3 from Hell. Dabei handelt es sich um das zweite Sequel zu Haus der 1000 Leichen.

Ob aller gute Dinge drei sind, oder 3 from Hell doch kein höllischer Spaß ist, erfahrt ihr jetzt!


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Seit den Ereignissen von Haus der 1000 Leichen und The Devil‘s Rejects sind 10 Jahre vergangen. Trotz ihrer zahlreichen Schusswunden haben die drei letzten Mitglieder der Firefly Familie, Otis, Baby & Captain Spaulding überlebt, warten aber im Gefängnis auf ihre Todesstrafe. Diese wird auch an Spaulding vollstreckt, allerdings gelingt Otis mit dem Mithäftling Winslow die Flucht. Beide fassen den Plan, Baby ebenfalls zu befreien, was gelingt und schließlich flüchten die Drei nach Mexiko …


3 from Hell ist kein reiner Horrorfilm, sondern mehr ein eigenwilliger Genremix aus Horrorfilm, Thriller und Roadmovie, was überraschend gut harmoniert. Interessant ist auch die Charakterisierung der Hauptfiguren, sprich den Mitgliedern der Familie Firefly. Im ersten Teil war die Familie eine Ansammlung kranker Irrer mit einer Vorliebe für‘s Töten. Der zweite Film machte aus den Jägern die Gejagten und verlieh den Figuren einen gewissen Tiefgang. In 3 from Hell bekommt die Entwicklung ein weiteres Kapitel und macht aus den Killern fast schon tragische Soziopathen mit einer (un)gesunden Portion Menschenverachtung, deren Wunsch darin besteht, irgendwo in Mexiko ein friedliches Leben von Alkohol und Sex zu führen, weit weg von ihren Häschern.

Erzählerisch geht 3 from Hell somit den Weg von The Devil‘s Rejects weiter und erzählt einen etwas anderen Plot über die Serienmörder.

Abseits der Handlung merkt man auch wie der Gewaltgrad etwas zugunsten der Erzählung zurückgeschraubt wurde, die Farbe rot aber immer noch sehr präsent ist, was auch sein muss!

Die wohl eigenwilligste Eigenschaft von 3 from Hell und den Protagonisten ist die Sympathie, die man für die drei während des Films entwickelt. Obwohl sie grausam und menschenverachtend sind, das Foltern lieben, aber auch vor einem Mord nicht zurückschrecken, kommt man nicht drumherum, die Figuren auf eine ganz krude Art sympathisch zu finden. Dies liegt an der tollen Performance von Bill Moseley als Otis, Sherry Moon Zombie als Baby & Jeff Daniel Philips als Winslow, die den Figuren genug Tiefgang verleihen, um sie auch als Menschen zu sehen und nicht nur als Monster.


Zusammengefasst ist 3 from Hell tatsächlich ein höllischer Spaß bedingt durch die Inszenierung, die Handlung, sowie die drei Hauptfiguren. Auf eine krude Art & Weise macht es Spaß, die drei auf ihrer vermeintlich letzten Odyssey zu begleiten. Wer sich für Rob Zombie Filme begeistern kann, wird mit 3 from Hell definitiv seinen Spaß haben, was dem Film ein verdientes sehenswert einbringt!

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Countdown | Review

Titel: Countdown
Originaltitel: Countdown
Regie: Justin Dec
Laufzeit: 90 Minuten
Erscheinungsjahr: 2019

Ein Kriegsfilm, eine Anti-Kriegsfilm Satire, ein Anime und jetzt ein Horrorfilm. Mein Kinojahr 2020 wechselt sich angenehm ab!

Warum Countdown, trotz seiner Mittelmäßigkeit, eine Sichtung wert ist, erfahrt ihr jetzt!


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Quinn ist eine frischgebackene Krankenschwester, hat aber ausser familiären Problemen auch noch ganz andere Sorgen. Als sie und ihre Kollegen sich eine App heruntergeladen haben, die sagt, wann du stirbst, hat sie laut der Applikation nur noch drei Tage zu leben. Zu allem Überfluss wird Quinn von einer seltsamen Gestalt heimgesucht. Als sie per Zufall Matt kennenlernt, der eine ähnlich kurze restliche Lebenszeit hat, beginnen sie Nachforschungen anzustellen, finden dabei aber mehr, als sie möchten.
Countdown erfindet das Genre nicht, aber das muss der Film auch gar nicht, da alle Zutaten für einen soliden Horrorfilm vorhanden sind. Die Handlung ist grundlegend spannend, hat wenig Crinch und bietet eine interessante Thematik, welche sich aber nicht zu ernst nimmt. Leider wird durch die Exposition für‘s eigene Wohl erneut zu viel verraten und der erwähnte Crinch setzt genau an diesen Stellen ein.
Dem Gegenüber muss man einen sympathischen Cast erwähnen, der sowohl Humor in den Film bringt, aber das Drama mit der ablaufenden Lebenszeit glaubhaft mimt. Effekttechnisch merkt man Countdown leider sein relativ kleines Budget an, wobei der Film die begrenzten Ressourcen wirklich gelungen nutzt. Der genretypische Dämon ist interessant gestaltet, wirkt aber leider weniger unheimlich, als es möglich wär. Dafür weiß der Film seine langsam aufgebauten Schockmomente ideal zu nutzen und den Zuseher ein ums andere mal zu gruseln.
Alles in allem ist Countdown ein durschnittlicher Horrorfilm für das Mainstream-Kino, der sich nicht allzuweit von bekannten Konventionen weg traut, aber grundlegend kein Ausreißer nach unten. Kurz und knapp ein durchschnittlicher Horrorfilm, mit einer durchaus interessanten Prämisse und einer gesunden Prise Humor. Somit verdient sich Countdown die Wertung sehenswert!

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Cargo (Netflix Original) | Review [Netflixers – A Superbros Original #12]

Cargo gehört zu den vielen Filmen, die seit Ewigkeiten auf meiner „Review‘s zum Schreiben“ Liste vergammeln. Endlich hat mich aber die Motivation gepackt, den Film von seinem Leid zu erlösen!

Die Netflixers Übersichtsseite

In der australischen Wildnis breitet sich eine tödliche Seuche aus. Andy, seine Frau und deren Tochter Rosie flüchten auf einem Hausboot, welches jedoch bald aufgegeben werden muss, da Andy‘s Frau mit der Seuche infiziert wird. Während der weiteren Flucht in einem Auto baut Andy wegen einem Zombie einen Unfall und wird durch seine, inzwischen infizierte, Frau gebissen.

Andy bleiben noch 48 Stunden, bis er sich verwandelt. Sein Ziel ist klar, er will einen neuen Beschützer für Rosie, sowie einen sicheren Ort für sie suchen …

Cargo geht weg vom klassischen Zombiehorror und wählt einen wesentlich stärkeren Fokus auf den Hauptcharakter, was nicht nur erfrischend wirkt, sondern auch das Familiendrama ins Zentrum der Handlung setzt. Ergänzt wird der erfrischende Ansatz durch das grandiose Schauspiel von Martin Freeman, dem die Rolle des sterbenden Familienvaters, der einen sicheren Hafen für seine Tochter sucht, hervorragend steht.

Durch die ungewöhnliche Herangehensweise an das Zombiegenre lässt sich auch die großteils fehlende Gewalt verschmerzen, da das Drama wesentlich intensiver wirkt, als jeder Splatter, aber auch die Grausamkeit des Menschen, wenn die Zivilisation zerfällt, trägt viel zu einer dichten Atmosphäre bei.

Zusammengefasst ist Cargo kein Film, der das Zombiegenre neu erfindet, ABER trotzdem ein intensives Horrordrama, welches über die gesamte Laufzeit hinweg gefällt und besonders Martin Freemans Schauspiel weiß zu gefallen!

Daher vergebe ich für Cargo die Wertung sehenswert!

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Eli (Netflix Original) | Review [Netflixers – A Superbros Original #10]

Herzlich willkommen zur (quasi) zweiten Staffel der Netflixers, dem Format, in dem allein oder in Zukunft (wirklich) über Filme des Streamingdienstes Netflix spreche/schreibe. Den Anfang für diese Staffel macht der Horror-Thriller von 2019. Viel Spaß!

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Im Zentrum der Handlung steht Eli, ein Junge der schwer krank ist und massive allergische Schocks erleidet, sobald er ins Freie geht. Um seiner ebenso seltenen wie schrecklichen Krankheit Herr zu werden, suchen seine Eltern mit ihm eine spezielle Klinik auf, die sehr vielversprechend wirkt. Schon bald wird Eli jedoch Zeuge paranormaler Phänome …

Was man Eli zugute halten muss, ist die unheimliche Atmosphäre und die gut platzierten Schockmomente. Das liegt auch daran, dass über weite Strecken des Films nicht klar ist, was eigentlich in der Privatklinik los ist. Der Twist zum Schluss hin ist interessant, wenngleich er das Genre nicht neu erfindet.

Ein Problem des Films ist das Tempo. Sobald die Handlung in Fahrt kommt, wird kurz darauf die Handbremse angezogen und er plätschert wieder vor sich hin bis zur nächsten Spitze. Das macht einen eigentlich sehr interessanten Film relativ zäh und raubt auch einen Teil der gruseligen Atmosphäre, die zu den großen Stärken des Films gehört.

Alles in allem ist Eli kein außergewöhnlicher aber solider Horrorfilm, der durch seine dichte Atmosphäre glänzt, an der das Setting, der Cast, sowie die wohlplatzierten Schocker beteiligt sind. Andererseits hat der Film ziemliche Probleme mit dem Tempo, sowie der dadurch immer wieder brechenden Spannungskurve, wobei der Twist am Ende einiges rausholt.

Ich vergebe für Eli die Wertung sehenswert-, denn für einen Filmabend mit Freunden, oder alleiniges Gruseln taugt der Film auf jeden Fall!

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Brightburn | Review

Also auf Brightburn (Son of Darkness) habe ich mich bereits seit dem ersten Trailer gesehen und passend zum Halloween habe ich den Film endlich gesehen!

Eins vorweg; man merkt deutlich das James Gunn an diesem Film mitgewirkt hat, da er bereits öfters bewiesen hat wie man „Superheldenfilme“ außerhalb des Mainstreams machen kann!

Das Ehepaar Tori & Kyle Breyers wünscht sich ein Kind aber bisher blieb den beiden dies verwehrt. Eines Nachts stürzt ein Raumschiff in der Nähe ihres Farmhauses ab. Die beiden nehmen das dort gefundene Baby auf und nennen es Brandon. Er wird wie ihr leiblicher Sohn erzogen.

Zehn Jahre später sendet das Raumschiff, welches vom Ehepaar Breyers in der Scheune versteckt wird, Signale aus die Brandon wahrnimmt und anziehen. Dabei wird irgendwas in Brandon verändert und er entdeckt übermenschliche Fähigkeiten an sich, was ihn psychisch immer weiter abdriften lässt. Brandon will gutes tun, aber er ist unberechenbar …

Klären wir gleich das Offensichtlichste zu Beginn. Brightburn (Son of Darkness) orientiert sich stark an der Superman Origin, wandelt diese jedoch in einen Horrorfilm um und nutzt logischerweise keine Querverweise zum Mann aus Stahl von DC. Diese Grundidee, einen Horrorfilm der lose auf einem weltbekannten Superhelden basiert, finde ich seit der ersten Ankündigung äußerst erfrischend. Allerdings würde Brightburn auch ohne diese Inspiration ein solider Supernatural-Science-Fiction-Horrorfilm sein.

Eine der Stärken von Brightburn ist die fehlende Exposition warum Brandon auf der Erde ist und was seine Mission beziehungsweise, ob er überhaupt eine hat. In Bezug auf die Prämisse wäre zu viel Exposition auch kontraproduktiv.

Auch wenn der Film nicht sein volles Potenzial an Horror/Terror ausschöpft wird eine unheimliche Atmosphäre erschaffen, was in erster Linie am Brandon Darsteller Jackson A. Dunn liegt, der einen völlig kalten sowie unnahbaren Metamenschen spielt, aus dem man nur schwer bis überhaupt nicht schlau wird. Auch der Rest des Casts gefällt wobei der Fokus des Films klar auf der Familie Breyer liegt, was jedoch am sinnvollsten ist.

Dank einer überschaubaren Laufzeit von 90 Minuten hat Brightburn ein angenehm hohes Tempo, allerdings hätte auch eine längere Laufzeit nicht geschadet, da dies die Atmosphäre und Charakterentwicklung weiter gefördert hätte. Besonders Brandon/Brightburn hätte gern noch mehr Einblicke in seine Gedankenwelt erhalten können und somit eine tiefere Entwicklung zum Monster durchleben können.

Zusammengefasst ist Brightburn ein äußerst solider Supernatural-Science-Fiction-Horrorfilm, der eine interessante Interpretation einer bekannten Geschichte bietet und dabei den Weg zum Horrorfilm einschlägt. Der Film hat ein angenehm hohes Tempo und weiß grundlegend zu unterhalten, schafft es allerdings nicht sein volles Potenzial auszuschöpfen. Ich vergebe für Brightburn (Son of Darkness) die Wertung sehenswert, da wir hier einen ebenso unterhaltsamen wie erfrischenden Horrorfilm bekommen, der sich traut zumindest teilweise vom Mainstream abzuweichen.

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5 gute Horrorfilme für ein gelungenes Gruselween! | Gedankenspiel

Passend zu Halloween empfehlen ich & Rene von 11ersfilmkritiken jeweils fünf Horrorfilme. Seinen Beitrag findet ihr hier!

Wie immer für solche Listen gilt, dass es meine Liste ist und selbstverständlich gibt es unzählige gute Horrorfilme, die man für Halloween sichten kann, aber wir üblich hat jeder seine eigenen Vorlieben. Falls ein Film sehenswerte Fortsetzungen hat, werde ich diesen auf einen Platz packen. Da wir das nun geklärt haben starten wir mit der Liste!

#5: Tanz der Teufel & das Evil Dead Franchise

1978 fing es mit dem Kurzfilm Within the Woods an und drei Jahre später erschien mit Tanz der Teufel einer der besten Horrorfilme aller Zeiten, der seiner Ära um Jahre vorausging, dank toller visueller Kniffe (wenn man schmale Budget bedenkt) und einiger revolutionärer Elemente.

Die Handlung um Ash, seine Freunde und das Buch der Toten sollte bereits bekannt sein aber wer Interesse hat, kann hier mehr lesen!

Ich bin ein riesiger Fan von Tanz der Teufel und dem gesamten Franchise. Egal ob Evil Dead 2 oder Armee der Finsternis. Die Ur-Trilogie ist bis heute sehenswert und das Reboot/Sequel ist ein wunderbar blutiger Horrorspaß. Dazu kommt eine verdammt unterhaltsame Serie mit drei Staffeln, die die Filme würdig fortsetzt.

Tanz der Teufel Review

Tanz der Teufel 2 Review

#4: An American Werewolf in London

Ein zeitloser Klassiker und meiner Meinung nach der beste Werwolfsfilm aller Zeiten, der nicht altert und jedesmal aufs neue sehenswert ist!

Mehr kann man dazu nicht sagen. Ein absoluter Pflichtfilm für Horrorfans!

#3: The Conjuring & das Conjuring-Universe

Das (wahrscheinlich) beste moderne Horrorfilm-Universum und eine Reihe an Filmen die vor Kreativität nur so strotzt. Dank insgesamt vier Linien findet sich im Conjuring Universum für jeden Geschmack etwas. Egal ob es nun die Annabelle Trilogie, die Hauptserie oder ein weiteres Spin-off ist. Die Conjuring Filme und ihre Ableger wissen definitiv zu unterhalten!

Conjruing Gedankenspiel

Annabelle Gedankenspiel

Annabelle Creation Review

Annabelle Comes Home Review

Annabelle Comes Home (englische) Review

The Nun

Lloronas Fluch

#2: High Tension & die neue französische Härte

Wie bereits erwähnt sind französische Horrorfilme sehr speziell aber auch sehr unterhaltsam, wenn man mit einen wirklich hohen Gewaltgrad sowie einer dichten Atmosphäre leben kann. Im Besonderen kann ich hier High Tension empfehlen, der sehr spannend ist und bis zum Ende hin fesselt.

Ergänzend zu diesem Film gibt es einen Haufen weiterer gelungener moderner Horrorfilme aus Frankreich wie Martyrs, Frontiers, Inside oder Raw.

Raw Review

#1: Der Exorzist (1973)

Über 40 Jahre alt und meiner Meinung nach immer noch der beste Horrorfilm aller Zeiten. Der Exorzist weiß trotz seines Alters immer noch zu überzeugen und arbeitet mit einer gewissen schonungslosigkeit, die moderne Filme aus diesem Subgenre nicht mehr haben.

Ein weiter Pflichtfilm und definitiver Kultfilm, der seinen Status mehr als verdient!

Das waren fünf Filmempfehlungen für Halloween von mir. Schreibt mir doch mal in die Kommentare welche Film ihr euch gern zu Halloween anseht!

Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Texas Chainsaw Massacre: Die Rückkehr | Review [Masters of Horror(?) #12]

Lange Zeit habe ich darauf gewartet den vierten Teil der klassischen The Texas Chainsaw Massacre Filmreihe zu sehen und obwohl ich die Sichtung nicht bereue, war der Film sehr speziell.

Masters of Horror Übersichtsseite

Auf dem Heimweg von ihrem Abschlussball nehmen Jenny, Sean, Barry und Heather eine Abkürzung durch einen dunklen Wald (Klischee #1 & #2). Plötzlich wird das Auto der Gruppe von einem Jeep angefahren. Der Fahrer scheint bewusst. Während Sean bei der Unfallstelle bleibt suchen Jenny, Barry und Heather Hilfe. Das Grauen nimmt langsam seinen Lauf und die Gruppe gerät Stück für Stück in die Fänge der Sawyer-Familie bestehend aus Vilmer, Darla, W.E. (der Typ mit gefühlt 1000 Zitaten im Kopf), Leatherface und Grandpa (den man gleich wieder vergessen kann). Ein grausamer Kampf ums überleben beginnt …

Okay Texas Chainsaw Massacre – Die Rückkehr oder auch The next Generation ist bei Gott kein guter Film, könnte aber auch viel schlechter sein. Ja der Film ist über weite Strecken eine einzige Crinch Compilation, aber es gibt auch gute Aspekte, wie die deutsche Synchronisation, welche zwischen herrlichem Trash und durchaus überzeugender Arbeit schwankt. Außerdem muss ich Matthew McConaughey loben, der einen geradezu genialen Psychopathen verkörpert und zur Höchstform aufläuft.

Was aber auf keine Kuhhaut geht, ist die Darstellung von Leatherface. Keine Ahnung was diese Interpretation darstellen soll, aber dem gnadenlosen Kettensägenmörder der vorigen Filme wird diese Darstellung nicht gerecht, auch wenn die Darstellung als Transe irgendwie ulkig wirkt, aber bis auf ein penetrantes und nervtötendes Geschrei bietet die Figur in diesem Film nichts.

Mir kommt Texas Chainsaw Massacre – Die Rückkehr wie eine groteske Komödie vor, allerdings ohne irgendeinen nennenswerten Witz. Ich kann den Film nicht mal als Edeltrash bezeichnen, weil mir bis auf die bereits erwähnten positiven Punkte nichts an dem Film zusagt.

Alles in allem ist Texas Chainsaw Massacre – Die Rückkehr der schlechteste Ableger der Filmreihe den ich bisher gesehen habe und unterbietet sogar den miesen zweiten Teil der klassischen Serie um Längen. Der Film ist eine wahre Crinch Compilation des Horrorfilms mit wenigen Stärken, vielen Schwächen und null Charme. Bis auf einen Matthew McConaughey, der wirklich gut spielt, kann ich dem Film nur sehr wenig abgewinnen.

Daher vergebe ich ein wohlverdientes nicht sehenswert und bedanke mich für die Aufmerksamkeit!

Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Die seltsame Ästhetik des Body-Horrors| Gedankenspiel [Masters of Horror #11]

Was haben Resident Evil, Silent Hill, Dead Space, der Zombiefilm und Werke wie The Thing oder Die Fliege gemeinsam? Sie alle (und viele mehr) nutzen den Body-Horror als Stilmittel.

Masters of Horror Übersichtsseite

Beim Body-Horror handelt es sich um ein Stilmittel aber auch Subgenre des Horrorfilms bei dem die destruktive Veränderung des (meistens) menschlichen Körpers im Fokus steht. Egal ob Verstümmelungen, Mutationen, Metamorphosen oder starke Deformationen. Dieses Stilmittel ist ebenso vielfältig, wie das Horrorgenre abwechslungsreich ist.

Es ist faszinierend wie der Body-Horror dargestellt wird. Im Regelfall handelt es sich um einen schmerzhaften Prozess der über längere Zeit gehen kann oder zügig und besonders schmerzhaft voranschreitet. Ein Beispiel hierfür wäre der Kultfilm An American Werewolf in London (Anm. einer meiner absoluten Lieblingsfilme! 🖤). Die Gestaltwandlung des Protagonisten wird in einer langen, schmerzhaften Szene dargestellt ist aber inszenatorisch wie handwerklich wie ästhetisch die Krone des Werwolf-Films. Dabei wird ohne Blut oder Gore eine starke Nutzung des Body-Horrors präsentiert, aber noch bildgewaltigere Beispiele sind Die Fliege, Das Ding aus einer anderen Welt und Videodrome, die den Body-Horror mit anderen Ausrichtungen des Horrors kombinieren aber besonders die Veränderung des menschlichen Körpers wird in diesen Beispielen so explizit, schockierend aber auch faszinierend ästhetisch dargestellt.

Aber nicht nur im Medium Film, sondern auch in der Literatur und besonders in den bebilderten Medien Comic sowie Manga gibt es reichlich Beispiele für Body-Horror. Das beste Beispiel für die Manga wäre Junji Ito, der gern mit grotesken Bildern der destruktiven Veränderung menschlicher Körper fröhnt. Spiral & Gyo sind zwei hervorragende Werke die zeigen welch ekelerregender, aber schrecklich faszinierender Body-Horror in Bildern gebannt werden kann. Dabei muss man beiden Werken aber auch dem Gesamtwerk Ito‘s eine ganz eigene Ästhetik zuschreiben, die in dieser Form unerreicht ist.

Im Bereich der Comics gibt es zwar viele Graphic Novels aus dem Horrorgenre, aber mit groteskem Body-Horror hält man sich hier eher zurück. The Walking Dead mit seiner sich wandelnden Darstellung der Untoten, sprich dem fortschreitenden Verwesungsgrad, ist ein gutes Beispiel.

Auch bei den Videospielen gibt es Beispiele für Body-Horror. Besonders die Resident Evil & Dead Space Spiele werfen dem Spieler gern grotesk mutierte Menschen (aber auch Tiere) vor deren Veränderung nicht nur schmerzhaft, sondern auch wirklich ekelhaft aussehen. Mein Lieblingsbeispiel aus dem Segment Videospiele ist William Birkin aus Resident Evil 2, der sich einen Virus spritze, nachdem er von seinem Arbeitgeber verraten wurde. Birkin ist auch das beste Beispiel was für Mutationen die Viren der Umbrella Corp. verursachen können.

Besonders im Remake wird das Leiden von Dr. Birkin sehr plastisch dargestellt und für einen Endboss bekommt man ziemlich viel Mitleid für den leidenden Mutanten.

Was will ich mit diesem Beitrag also aussagen? Nun simpel ausgedrückt will ich meine Liebe zum Body-Horror mit diesen Zeilen zum Ausdruck bringen, denn die eigenwillige Ästhetik, die dieses Stilmittel des Horrors hervorbringt, erzeugt auch einen ganz eigenen Reiz, den nicht jeder nachvollziehen kann, aber dem man sich auch nicht entziehen kann, sofern man sich darauf einlässt.

Wie steht ihr zum Thema Body-Horror? Lasst es mich gern in den Kommentaren wissen.

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Im Hohen Gras | Review [All Hail to the King #15/ Die Netflixers #9/ Masters of Horror(?) #8]

Willkommen zu einem ganz besonderen Beitrag. Im Hohen Gras ist eine tolle Kurzgeschichte von Stephen King & Joe Hill aber auch eine interessante Filmumsetzung der Geschichte. Da dies aber auch ein Netflix Original ist, ist diese Rezension ein Crossover der Formate Netflixers, All Hail to the King und Masters of Horror!

Weiterführende Übersichtsseiten:

Masters of Horror

All Hail to the King

Die Geschwister Becky & Cal sind auf dem Weg nach San Diego, da Becky ihr Baby abtreiben möchte. Als die beiden bei einer alten Kirche halten für eine Pause hören sie aus einem nahen hohen Grasfeld Hilferufe. Ein Junge namens Toben hat sich im hohen Gras verirrt und kommt nicht mehr raus. Die Geschwister machen sich auf die Suche nach dem Jungen ins hohe Gras, merken aber schon bald das hier irgendwas nicht stimmt. Das Gras lässt einen nicht mehr frei …

Ich mag das Konzept und besonders die Mystik, welche im Film aufgebaut wird. Dazu kommt der Umstand, dass zwar viel erklärt wird im Laufe der Handlung aber dies eher Stück für Stück und nicht in einem großen Twist. Leider hat der Film ein Problem mit der Spannungskurve und in seiner Erzählstruktur, da das Werk wegen der eher kurzen Vorlage zum Schluss hin arg gestreckt wird.

Trotz eines interessanten Aufbaus im Hintergrund, schafft es der Film nicht sein volles Potenzial auszuschöpfen und wird knapp nach der Hälfte langatmig, was es schwer macht, bis zum trotzdem gut inszenierten Finale durchzuhalten.

Dem Gegenüber steht ein toller Cast und eine dichte Atmosphäre die besonders in der ersten Hälfte des Films sehr zu unterhalten weiß aber leider an der bereits erwähnten Langatmigkeit krankt. Was die Besetzung angeht, gibt es zwar niemanden den man besonders loben kann, aber es sticht auch niemand nach unten hin aus.

Alles in allem ist im hohen Gras eine solide Stephen King Verfilmung, die leider an diversen Problemen krankt, aber kein totaler Ausfall ist. Eine kürzere Laufzeit hätte dem Film definitiv gutgetan und der Langatmigkeit entgegengewirkt. Trotz allem verwendet der einige nette Details und baut eine dichte Atmosphäre auf, was die Wertung lesenswert- rechtfertigt!

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Operation: Overlord (Film) | Review [Masters of Horror(?) #5]

Ein Film, der mich seit dem ersten Trailer abgeschreckt hat, ist Operation: Overlord, basierend auf dem gleichnamigen Comic. Vor einigen Tagen habe ich den Film dank Amazon Prime gesehen und dieser Genremix hat mich echt überrascht.

Der Film spielt im Jahr 1944. Am Abend vor der Operation Overlord, der großen Landungsmission, im Zweiten Weltkrieg, wird das Flugzeug eines Vorkommandos hinter den feindlichen Linien abgeschossen. Die vier Überlebenden des Absturzes begeben sich in ein nahegelegenes Dorf, um ihre Mission, einen Funkturm zerstören, nachzukommen. Als die Truppe das Dorf erreicht findet sie ein geheimes Labor in dem die Nazis an Supersoldaten experimentieren. Ein knallharter Überlebenskampf im Feindesland beginnt …

Operation: Overlord ist wahrscheinlich der hochwertigste B-Movie aller Zeiten. Die Geschichte liegt irgendwo zwischen Wolfenstein und Resident Evil, was bedeutet, dass die Handlung ebenso trashig, wie unterhaltsam ist und zu unterhalten weiß.

Was man dem Film zugutehalten muss ist der Irrsinn, den Operation: Overlord wie ein Aushängeschild vor sich her trägt. Das eigentlich ernste Setting des Zweiten Weltkriegs wird durch den Zombie-Body-Horror angenehm aufgelockert und was eigentlich kontraproduktiv sein sollte trägt zu einer eigenwilligen Atmosphäre bei, die durchaus spannende Momente bietet. An manchen Stellen ist Operation: Overlord auch durchaus gruselig, wobei die Action klar im Fokus steht.

Der Cast weiß ebenfalls zu gefallen und besonders Pilou Asbaek als Hauptsturmführer Wafner liefert eine solide Performance ab, die das Feindbild der Nazis so glaubhaft darstellt, dass das Wolfenstein Franchise stolz wär.

Wie bereits erwähnt setzt Operation: Overlord auch auf Body-Horror und dieser wird äußerst plastisch in Szene gesetzt. Dazu entsteht auch ein gewisser Ekelfaktor, was die Qualität der Effekte nochmals unterstreicht.

Alles in allem hat mich Operation: Overlord positiv überrascht, wenngleich der Film das Aushängeschild des modernen B-Movies ist. Edeltrash wechselt sich mit Qualität ab und ergibt einen Film, der zu unterhalten weiß aber auch gleichzeitig seinen Irrsinn stolz vor sich her trägt.

Ich vergebe für Operation: Overlord die Wertung sehenswert-, da der Film für eine spezielle Zielgruppe zu empfehlen ist, die sich mit Werken wie Resident Evil oder Wolfenstein besonders anfreunden können.

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Puls (2016) Review [All hail to the King! #12]

Titel: Puls
Originaltitel: Cell
Regie: Tod Williams
Laufzeit: 98 Minuten
Erscheinungsjahr: 2016
Genre: Horror

Hallo Kinder!

Das Stephen King Special geht in die inzwischen dreizehnte Runde und bevor ich mich ein paar Serien, basierend auf King-Werken stürze, möchte ich mich einem äußerst interessanten Vertreter des Infiziertenfilms widmen. Pulse (OT: Cell) basiert auf dem gleichnamigen Roman von Stephen King und kombiniert die Genres Horror, Science-Fiction und bis zu einem gewissen grad Infiziertenfilm wobei ein Techno-Virus weit außerhalb der Norm ist.


Kernfkaten des Grauens

Titel: Puls

Originaltitel: Cell

Regie: Tod Williams

Laufzeit: 98 Minuten

Erscheinungsjahr: 2016

Genre: Horror


Link zur Übersichtseite des Specials:


Handlung: Der Wahnsinn aus dem Smartphone

Clayton „Clay“ Ridell ist ein desillusionierter Künstler, der vor einem Jahr seine Familie verlassen hat, in der Hoffnung eine Graphic Novel zu veröffentlichen. Am Flughafen von Boston hofft er einen Flug zu bekommen, um wieder mit seiner Familie zusammenzukommen. Nachdem der Akku seines Smartphones den Dienst verweigert und er ein Münztelefon benutzt wird plötzlich ein seltsames Signal (später der Puls genannt) weltweit über mobile Netzwerke gesendet. Jeder der ein Smartphone benutzt verwandelt sich in eine rasende, gemeingefährliche Bestie und verliert den Verstand.

Mit knapper Not kann sich Clay vom Flughafen retten und schließt sich mit dem Zugführer und Vietnamveteran Tom zusammen. Später schließen sich Alice und Jordan der Gruppe an. Neben dem Überlebensziel im Kampf gegen die „Phoner“ möchte Clay nach New England reisen, um seine Familie zu finden. Dabei erfährt die Gruppe vom mysteriösen König des Internets (Raggedy Man) …


Die Thematik von Pulse ist im Kern sehr spannend und auf dem Papier, klingt das wirklich großartig, aber leider ist der Film so generisch wie nur irgendmöglich und kommt als beinah plumper Zombie/Infiziertenfilm mit Science-Fiction Elementen des Weges.

Der Einstieg des Films ist sehr gelungen und geht recht schnell in das Chaos und den Horror der „Phoner Krise“ über, allerdings flacht die Spannungskurve bis zu Mitte des Films wieder etwas ab. Mir gefällt die Idee, dass sich die Phoner entwickeln können und die Situation für die Gruppe immer gefährlicher wird, aber der Film schafft es nur bedingt eine emotionale Bindung zwischen den Figuren und dem Zuseher aufzubauen. Im krassen Gegensatz zu den eigentlich interessanten Figuren der King-Werke haben wir hier eine recht platte Truppe, trotz einer starken Besetzung mit Namen wie Samuel L. Jackson und John Cusack.


Am Ende des Tages ist Puls ein mittelmäßiger Film und eine mittelmäßige Stephen King Verfilmung, die sich aus dem Einheitsbrei des Genres nur durch die Prämisse mit den Smartphones hervorhebt. Ich schätze selbst Genrefrans werden ihre Probleme haben den Film vollständig zu genießen. Wenn man allerdings das Hirn ausschaltet und sich einfach nur berieseln lässt wird ein man paar gute Szenen bekommen und eine trotz aller Schwächen interessante Aufarbeitung des Infiziertenfilms.

Ich vergebe für Puls die Wertung bedingt sehenswert!

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Errementari – Der Schmied und der Teufel (Netflix Original) | Review | Die Netflixers – A Superbros Original #4

Titel: Errementari – Der Schmied und der Teufel
Originaltitel: Errementari – The Devil and the Blacksmith
Regie: Paul Urkijo Alijo
Laufzeit: 98 Minuten
Genre: Dark-Fantasy
Erscheinungsjahr: 2017

Mit Filmen aus Spanien habe ich bisher durchwachsene Erfahrungen gemacht. Während mir der Horrorfilm [REC] sehr gut gefallen hat, war Veronica eine gigantische Enttäuschung. Im Zuge des Netflixer Formats habe ich mir Errementarl angesehen, ein Film der auf einer Sage beruht.


Kernfakten zum Film

Titel: Errementari – Der Schmied und der Teufel

Originaltitel: Errementari – The Devil and the Blacksmith

Regie: Paul Urkijo Alijo

Laufzeit: 98 Minuten

Genre: Dark-Fantasy

Erscheinungsjahr: 2017


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Handlung

Spanien im 19. Jahrhundert. Der Beamte Alfredo untersucht im Auftrag der Regierung das Dorf Errementari, da der ansässige Schmied Patxi angeblich mit dem Teufel im Bunde steht. Als sich ein Waisenkind in die Hütte des Schmieds schleicht eskalieren die Ereignisse …

Meine Meinung zum Film

Ein großer Pluspunkt des Films ist die interessante Geschichte. Mir ist die Vorlage völlig unbekannt, daher war sowohl die Handlung als auch das Setting sehr erfrischend. Leider schwächelt die Besetzung etwas bis auf den Darsteller des Dämons, der durch grandioses „over acting“ glänzt und immer wieder eskaliert.

Dies führt mich zu den Effekten die durchaus hochwertig sind und besonders der Dämon sieht grandios aus. Weiters funktioniert das Spiel von Licht & Schatten sehr gut, was der unheimlichen Atmosphäre gut tut.

Fazit

Zusammengefasst ist Errementari – Der Schmied und der Teufel ein interessanter Dark-Fantasy Film mit Horrorelementen der durch seine Handlung sowie die düstere Atmosphäre glänzt aber bei der Besetzung etwas schwächelt. Wer aber auf der Suche nach einer „Märchenverfilmung“ ist kann hier gerne einen Blick riskieren, während alle anderen eine Alternative suche. Für Genrefans bietet der Film einiges und bekommt von mir die Wertung sehenswert!

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Superbros #S2/E1: Get Out & Wir | Podcast

Superbros Staffel2/Folge

Sabrina (Netflix Orignal) | Review | Die Netflixers – A Superbros Original #2

Titel: Sabrina 
Originaltitel: Sabrina
Regie: Rocky Soraya
Laufzeit: 113 Minuten
Genre: Horror
Erscheinungsjahr: 2018

Ich habe ein Fable für trashige Filme, Horrorfilme und Filme aus Asien. Zum Glück vereint Sabrina, der dritte Teil der Doll-Reihe, all diese Eigenschaften in sich!

Kernfakten zum Film

Titel: Sabrina

Originaltitel: Sabrina

Regie: Rocky Soraya

Laufzeit: 113 Minuten

Genre: Horror

Erscheinungsjahr: 2018


Handlung: Standards aus der Hölle

Nach dem Tod ihrer Mutter lebt die kleine Vanya bei ihrem Onkel Aiden und dessen Frau Maira. Vanya kann ihren Verlust nur schwer verkraften und ist in einer depressiven Phase, bekommt jedoch von ihrem Onkel eine Sabrina Puppe geschenkt. Nachdem Vanya das Spiel Charlie’s Pencil gespielt und somit ihre Mutter beschworen hat ereignen sich übernatürliche Ereignisse. Offenbar wurde ein Dämon beschworen, der nun in der Puppe haust und Mairs tyrannisiert. Es steckt jedoch mehr dahinter …

Meine Meinung zum Film

Sabrina verwendet so ziemlich jedes Klischee des „Puppen-Dämonen-Horrors“, dass man sich vorstellen kann und wirkt schablonenhaft, hat aber gewisse Momente und Vorzüge die den Film vor einer totalen Katastrophe retten. So sieht die Maske des Dämons nicht schlecht aus und vermittelt sowohl etwas dämonisches als auch sehr böses. Weiters verzichtet der Film eher auf plumpe Jump Scares und baut seine „Schockmomente“ langsam im Hintergrund auf. Leider ist der Film etwas zu lange fürs eigene Wohl und besonders die letzten 20 Minuten beziehungsweise einige Flashbacks hätte man durchaus streichen können, um dem Film etwas Mystik zu lassen. Zu viel Erklärung hat in diesem Fall der Spannung geschadet.

Die Performance der Schauspieler schwankt zwischen amateurhaft, nicht nachvollziehbar und ganz okay.

Fazit

Zusammengefasst ist Sabrina ein absolut durchschnittlicher Horrorfilm, der nicht wirklich gut aber auch nicht wirklich schlecht. Hier standardisierte Genrekost geboten, die unterhält, aber weit davon entfernt ist wirklich zu begeistern.

Daher bekommt Sabrina von mir die Wertung bedingt sehenswert.

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Friedhof der Kuscheltiere (2019) | Review [All hail to the King! #10]

Titel: Friedhof der Kuscheltiere 
Originaltitel: Pet Sematary
Regie: Kevin Kölsch, Dennis Widmyer
Laufzeit: 101 Minuten
Genre: Horror, Romanverfilmung
Erscheinungsjahr: 2019

Wow das Stephen King Special hat eine wirklich lange Pause eingelegt, aber nun wird auch dieses Herzensprojekt von mir endlich fortgesetzt und passend zum Release von Friedhof der Kuscheltiere widme ich mich der aktuellsten Adaption von Stephen Kings Roman über Untote Katzen und gruselige Katzen!

An dieser Stelle eine kleine Spoilerwarnung wobei ich mich nur auf Infos beziehen werde, die auch in den Trailern gezeigt wurden!


Kernfakten zum Film

Titel: Friedhof der Kuscheltiere

Originaltitel: Pet Sematary

Regie: Kevin Kölsch, Dennis Widmyer

Laufzeit: 101 Minuten

Genre: Horror, Romanverfilmung

Erscheinungsjahr: 2019


Die Übsersicht zum Stephen King Special:


Handlung: Manchmal ist der Tod besser …

Um mehr Zeit mit seiner Familie verbringen zu können hat Louis Creed seinen Job als Arzt in der Notaufnahme an den Nagel gehängt, um mit seiner Familie mehr Zeit verbringen zu können. Dazu hat er ein Haus in Ludlow, im tiefsten Mains, gekauft und dabei auch noch einen Hektar Wald inklusive Haustierfriedhof erworben.

Als eines Tages die Katze der Familie Creed, ein Kater namens Church, überfahren wird, erfährt Louis durch seinen Nachbarn Jud von einem mysteriösen Ort jenseits des Friedhofs. Jud und Louis begraben Church auf einem alten Indianerfriedhof. Als jedoch der Kater kurze Zeit später zurückkehrt, wenngleich auch wesentlich aggressiver als vorher und Louis Frau Rachel alptraumhafte Visionen von ihrer toten Schwester hat, hält das Grauen einzug in das Leben der Familie Creed …

Meine Meinung zum Film

Im Vergleich zum Roman und zum alten Film aus den 80er Jahren nimmt die 2019er Adaption einige Änderungen vor, die jedoch nicht störend, sondern eher logisch und frisch wirken. So ist die Wahl des Wiedergängers vom kleinen Jungen auf ein etwas älteres Mädchen clever gewählt, weil man so mehr Möglichkeiten für den Horror und die Handlungen des Untoten hat.

Der Film baut eine sehr dichte Atmosphäre auf, die sich bereits in Minute 1 etabliert und dann danach kontinuierlich ansteigt. Dem Zuseher wird durch den geschickten Einsatz von Jump Scares, welche die Grenzen zwischen Realität und Surrealismus immer weiter verschwimmen lassen, kaum Zeit zum atmen gelassen. Jede neue Szene kann einen weiteren Schrecken parat halten, was perfekt zum Grundthema einer Stephen King Geschichte passt. Das Böse kann sich hinter allem verstecken, auch hinter unscheinbaren Dingen. Mit diesem Hintergedanken wirken die Figuren Louis Creed und Jud umso tragischer, da sie eigentlich gute Intensionen haben aber die Tür zum Grauen aufstoßen …

Die Besetzung wird klar von Jason Clark als Louis Creed und John Lithgow als Jud Crandall getragen. Besonders zweitgenannter verleiht seiner Rolle sehr viel Gewicht und Persönlichkeit, was aus einer simplen Nebenrolle eine tragende Figur macht.

Fazit

Alles in allem ist die 2019er Verfilmung von Friedhof der Kuscheltiere eine interessante Neuverfilmung, die einige Änderungen in der Handlung vornimmt, was jedoch nicht störend, sondern erfrischend wirkt. Dazu kommt eine dichte Atmosphäre, die perfekt zum Setting passt und das Grauen hervorragend einfängt!

Was moderne Stephen King Verfilmungen angeht gehört dieser Vertreter definitiv zu den besten! Ich vergebe für Friedhof der Kuscheltiere (2019) die Wertung sehenswert.

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Polaroid | Review | Podcast Rezension #1

Titel: Polaroid
Originaltitel: Polaroid
Regie: Lars Klevberg
Laufzeit: 88 Minuten
Genre: Horror
Erscheinungsjahr: 2019

Herzlich willkommen zur ersten Rezension im Audioformat. Heute geht es um den Horrorfilm Polaroid, von dem ich nichts erwartet habe aber nicht enttäuscht wurde!

Wertung: bedingt sehenswert!

Polaroid ist ein solider Mainstream-Horrorfilm, der weder wirklich gut noch wirklich schlecht ist. Als Besonderheiten sind die Prämisse und der Soundtrack zu erwähnen. Ein, zwei gut platzierte Jump-Scares erschrecken dank des überraschend lauten Geräuschpegels.

Kernfakten zum Film

Titel: Polaroid

Originaltitel: Polaroid

Regie: Lars Klevberg

Laufzeit: 88 Minuten

Genre: Horror

Erscheinungsjahr: 2019

Die Re-Animator Trilogie | Gedankenspiel

Titel: Re-Animator
Originaltitel: Re-Animator
Regie: Stuart Gordon
Laufzeit: 86 Minuten (Unrated), 104 Minuten (Integral)
Genre: Horror
Erscheinungsjahr: 1985


Titel: Bride of the Re-Animator
Originaltitel: Bride of the Re-Animator
Regie: Brian Yunza
Laufzeit: 97 Minuten
Genre: Horror
Erscheinungsjahr: 1989


Titel: Beyond Re-Animator
Originaltitel: Beyond Re-Animator
Regie: Brian Yunza
Laufzeit: 92 Minuten
Genre: Horror
Erscheinungsjahr: 2003

Herzlich willkommen zu diesem Beitrag und dem Pilot für ein neues Projekt als Ergänzung zum Format Kultfilm (ja da kommen auch wieder neue Beiträge aber ich lasse mir offen wann es weitergeht). Im heutigen Beitrag möchte ich euch die Re-Animator Trilogie vorstellen. An dieser Stelle ein großes DANKE an die Mitarbeiter des Capelight Verleihs für die Bereitstellung des Pressematerials!


Die Re-Animator Trilogie besteht (logischerweise) aus drei Filmen mit einem Hauch Edeltrash und basiert auf der Kurzgeschichte Herbert West – Der Re-Animator von meinem Boy H. P. Lovecraft. Ergänzend zu den Filmen gibt es ein Musical, welches scheinbar sehr populär war.

Alle drei Filme waren massiver Zensur, Indizierung oder dem Einbau von humoristischen Elementen unterworfen, um für ein breites Publik verdaulich zu sein.


Re-Animator

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Kernfakten zum Film

Titel: Re-Animator

Originaltitel: Re-Animator

Regie: Stuart Gordon

Laufzeit: 86 Minuten (Unrated), 104 Minuten (Integral)

Genre: Horror

Erscheinungsjahr: 1985


Fangen wir mit dem Film an, der auch gleichzeitig zum Kultfilm avancierte und als Musical umgesetzt wurde. In Re-Animator verfolgen wir das Leben des jungen aber sehr verschlossenen Medizinstudenten Herbert West, der in der Schweiz ein neuartiges Serum erfunden hat, mit dem sich totes Gewebe reanimieren lässt. Nach einem Zwischenfall flüchtet West mit einem Stipendium an die Miskatonic Universitätsklinik, um sein Studium am menschlichen Gehirn fortzusetzen zu können. Dabei nistet er sich beim Medizinstudenten Dan Cain, der eine geheime Liebschaft zur Tochter des Dekans pflegt. Wegen seiner eigenbrötlerischen Art ist Herbert West weder bei der Tochter des Dekans, noch bei Prof. Dr. Hill, der ein Gehirnspezialist ist und die Ausbildung der Student über hat, wirklich beliebt. Insgeheim hat Herbert ein Serum entwickelt mit dem er totes Gewebe reanimieren kann, je frischer, desto besser. Sein erstes Versuchsobjekt ist die Katze von Megan, Dan’s Freundin. Allerdings reagiert der Probat extrem aggressiv weswegen Herbert und David, der zum (unfreiwilligen) Assistenten wurde, das Tier erneut töten müssen. Als die beiden Studenten der Fakultät verwiesen werden, Dr. Hill vom Serum erfährt und Megan Zeugin der Reanimation wird eskalieren die Ereignisse da das dynamische Duo Herbert & Dan ihre Versuche auf Menschen ausweiten und immer rücksichtsloser werden. Das Chaos mündet schließlich in einem Scharmützel zwischen dem Untoten Prof. Dr. Hill mit seiner Zombietruppe und den beiden Ex-Studenten.

Dr. Hill
Dr. Hill’s Kopf agiert als Bösewicht des Films.

Es überrascht mich ehrlich gesagt nicht, dass gerade dieser Film den Kultstatus erlangt hat. Zum einen ist dieser Film mit äußerst hoher Wahrscheinlich die hochwertigste Adaption einer Geschichte von H. P. Lovecraft und zum anderen hat dieser Film ein sehr angenehmes Tempo. Im Verlauf der Geschichte verschwimmt die Grenze zwischen Leben und Tod immer weiter bis sich dieses Drama in einem grotesken Finale auflöst oder sich zumindest teilweise auflöst. Schließlich gibt es zwei Fortsetzungen.

Effekt technisch weiß Re-Animator ebenfalls zu überzeugen, trotz seines stolzen Alters von über 30 Jahren entsteht ein gewisser Ekel, wenn der Horror richtig einsetzt.

Alles in allem kann ich diesen Film sowohl für Genrefans als auch für experimentierfreudige Liebhaber empfehlen, die einen blutigen und alten Horrorfilm sehen wollen.


Bride of the Re-Animator

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Kernfakten zum Film

Titel: Bride of the Re-Animator

Originaltitel: Bride of the Re-Animator

Regie: Brian Yunza

Laufzeit: 97 Minuten

Genre: Horror

Erscheinungsjahr: 1989


Was passiert, wenn man Re-Animator mit Frankensteins Braut und humoristischen Elementen mischt? Man erhält eine groteske Horrorkomödie, die den 1985er Re-Animator fortsetzt und dabei eine Art Parodie auf Frankensteins Braut sein soll. Funktioniert das? Naja sagen wir’s so, der Fokus von Bride of the Re-Animator liegt eher auf den Splatter/Gore Effekten, die der Film vorbildlich ausreizt.

Worum gehts in Bride of the Re-Animator?

8 Monate sind seit dem Massaker an der Miskantonic Universität vergangen. Herbert West und Dan Cain arbeiten in einem Krisengebiet, als Ärzte um ihre Forschungen weiter auszubauen. Zurück in Arkham setzen beide ihre Forschungsergebnisse in die Tat um, was sowohl in grotesken Mutanten aber auch in einem großen Projekt resultiert. Um Megan, die im ersten Teil verstarb, ins Leben zurückzuholen bauen Herbert und Dan ihr einen neuen Körper, der quasi wie Frankensteins Monster, aus vielen Leichenteilen besteht. Zu allem Überfluss kehrt Dr. Hill ebenfalls ins Leben zurück und möchte mit einer kleinen aber schlagkräftigen Truppe Rache nehmen. Wie man es von der Trilogie gewohnt ist, endet das „Drama“ in einem blutigen Höhepunkt.

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Dr. Hill kehrt zurück!

Bride of the Re-Animator hat den Zusatztitel „H. P. Lovecrafts“ ebenso wie Teil 1 verdient, da ein paar Fragmente der Kurzgeschichte ihren Weg in den Film gefunden haben wie die eingesperrten Zombies im Sanatorium. Die Handlung entwickelt sich, wie im ersten Teil relativ langsam aber man merkt, deutlich wie sich das Grauen immer weiter aufbaut, um sich schlussendlich in einem blutig morbiden Finale zu entladen.

Überraschend hochwertig fallen die praktischen Effekte aus, die trotz ihres stattlichen Alters immer noch einen gewissen Ekelfaktor aufweisen. Auf äußerst morbide Art faszinieren die Effekte, die zeitweise eine groteske Note erhalten, wenn beispielsweise Herbert West seine „Mutanten“ erschafft.

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Die titelgebende Braut.

Alles in allem erfindet Bride of the Re-Animator das Genre nicht neu, gefällt aber durch die relativ interessante Geschichte, der guten Performance von Jeffrey Combs als Herbert West und den gelungenen Effekten. Wer auf der Suche nach einem morbid blutigen Horrorspaß ist, kann gerne einen Blick in den Film werfen!


Beyond Re-Animator

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Kernfakten zum Film

Titel: Beyond Re-Animator

Originaltitel: Beyond Re-Animator

Regie: Brian Yunza

Laufzeit: 92 Minuten

Genre: Horror

Erscheinungsjahr: 2003


So einer noch. Beyond Re-Animator erschien im Jahr 2003 unter der Regie von Brian Yunza und wie so oft sind die dritten Teile eines Franchise die Schwächsten, was auch auf diesen Film zutrifft.

Nach den Ereignissen im zweiten Teil, in dem sich Herbert West eine Frau basteln wollte ähnlich wie in Frankenstein, landet der wahnsinnige Doktor im Gefängnis. Am Ort des damaligen Geschehens war nur ein kleiner Junge, der sich eine Spritze mit dem grünen Serum einsteckte. Die Handlung setzt dreizehn Jahre später an. Herbert West sitzt immer noch im Gefängnis, setzt seine Experimente aber an Ratten fort und scheint kurz vor dem entscheidenden Durchbruch zu stehen. Der Junge von damals ist inzwischen ein Erwachsener und als Arzt tätig. Wegen seiner Faszination für das Mittel von West lässt er sich als Gefängnisarzt in die Anstalt versetzen, in der auch Herbert West ist. Beide setzen die Experimente fort. Als jedoch ein toter wiederbelebt wird und zur gleichen Zeit ein großer Gefangenenaufstand ausbricht nehmen beide Katastrophen Kurs aufeinander, um sich in einem gigantischen Desaster zu entladen.

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Alter Protagonist, neuer Gehilfe.

Storytechnisch fügt Beyond Re-Animator der Trilogie nichts Neues hinzu, sondern erzählt eine abgewandelte Form der Geschichte des ersten Teils. Man merkt sehr schnell in welche Richtung der Film geht, aber das ist in diesem Fall nichts Schlechtes, da man so sehr gut nachvollziehen kann wie sich das Chaos entwickelt.

Was Beyond Re-Animator sehr gut macht sind die Effekte, die den altbekannten Ekel erzeugen und in Kombination mit dem Teils abgedrehten Humor eine ziemlich groteske Note bekommt.

Zusammengefasst ist Beyond Re-Animator sicherlich der schwächste Teil der Trilogie glänzt aber durch die Spezialeffekte und die grotesk-humoristische Note.


Das wars mit einem kleinen Exkurs über die Re-Animator Trilogie. Alles in allem machen die drei Filme viel Spaß und glänzen durch die leicht unterschiedlichen Ausrichten. Wer sich mal richtige Oldschool Horrorfilme ansehen möchte macht bei dieser Trilogie eigentlich nichts verkehrt!

Ich bedanke mich für die Aufmerksamkeit und wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Das Filmjahr 2018: Horrorfilme | Podcast #2

Podcast Folge 2. Heute geht es um die besten aber auch schlechtesten Horrorfilme, die ich & Mara im Filmjahr 2018 gesehen habe.


Halloween (2018) | Review

Kernfakten zum Film
Titel: Halloween
Originaltitel: Halloween
Regie: David Gordon Green
Laufzeit: 106 Minuten
Genre: Horror
Erscheinungsjahr: 2018

Halloween ist vorbei und was bietet sich besser an als über den elften Halloween Film, mit dem schlichten Titel Halloween, zu schreiben? Ich verbinde mit diesem Franchise kaum positive Erinnerungen aber trotzdem habe ich mir unvoreingenommen den aktuellen Ableger angesehen. Ob mich der Film überzeugen konnte erfahrt ihr jetzt!

Kernfakten zum Film

Titel: Halloween

Originaltitel: Halloween

Regie: David Gordon Green

Laufzeit: 106 Minuten

Genre: Horror

Erscheinungsjahr: 2018


Handlung: Die gleiche Geschichte, nur 40 Jahre später

40 Jahre sind seit den grausamen Morden in Haddonfield vergangen. Michael Mayers wurde nach dem Beschuss durch seinen Psychiater Dr. Loomis verhaftet und erneut in einer Psychiatrie inhaftiert. Genau am vierzigsten Jahrestag der Morde gelingt Michael während eines Transports in eine neue Anstalt die Flucht und er begibt er sich wieder auf einen mörderischen Trip nach Haddonfield um sein altes Ziel, Laurie Strode, zu töten. Doch Laurie hat die letzten 40 Jahre genutzt um sich auf diesen Kampf vorzubereiten …

Meine Meinung zum Film

Halloween von 2018 ignoriet alle Vorgänger, Gott sei Dank auch die grausigen Rob Zombie Filme und knüpft an das Ende aller ersten Films von 1978 an. Das ist im Grunde keine schlechte Idee, da so Altlasten über Bord geworfen werden und somit frischer Wind ins Franchise gebracht wird.

An dieser Stelle muss ich den ersten Auftritt von Michael Mayers loben, in dem der Mörder sehr wirkungsvoll in Szene gesetzt wurde. Allgemein sind die Auftritte und Szenen mit Michael im Fokus sehr stimmig. Durch den geschickten Einsatz von Kamefahrten und Perspektiven dominiert Michael viele Szenen sowohl im Vordergrund als auch im Hintergrund. Besonders eine Stelle hat mir sehr gut gefallen als die Kamera Michael von hinten verfolgt hat und der Zuseher dem Killer quasi über die Schulter schauen konnte.

Leider schafft es Halloween (2018) auf Dauer nicht eine kontinuirliche Spannungskurve aufzubauen, da der Film viel zu schnell ins klassische aber nicht mehr zeitgemäße Muster des Slashersfilms verfällt und sich der Fokus von den Figuren auf die Jagd des Michael Mayers verlagert. Es verhält sich ähnlich wie mit The First Purge. Beide Filme haben interessante Ansätze, verlieren sich dann aber lieber in einer mörderischen Hatz ohne Tiefgang. Ein großes Lob verdient allerdings noch der Soundtrack von Altmeister John Carpenter der die Figur des Michael Mayers perfekt untermalt!

Fazit

Alles in allem ist Halloween (2018) kein kompletter Reinfall. Der Film hat seine wirkungsvollen Momente und besonders der Einstieg ist sehr gelungen, mit der Etablierung von Michael Mayers als gesichtslosen Bösewicht. Trotzdem schafft es der Film auf Dauer nicht viel Spannung zu erzeugen, punktet aber im Gegenzug mit interessanten Kameraarbeiten. Was die Maßstäbe des Halloween Franchise angeht spielt der 2018er Ableger im oberen Mittelfeld mit. Daher vergebe ich für Halloween (2018) die Wertung bedingt sehenswert und freue mich über ein besseres Machwerk als die miesen Rob Zombie Ableger des Franchise.

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Tanz der Teufel 2 | Review

Kernfakten zum Film
Titel: Tanz der Teufel II – Jetzt wird noch mehr getanzt
Originaltitel: Evil Dead II – Dead by Dawn
Regie: Sam Raimi
Laufzeit: 81 Minuten (Cut), 84 Minuten (Uncut)
Genre: Horror
Erscheinungsjahr: 1987

Der vorletzte Beitrag des Halloween Specials und ich freue mich einen Ableger aus dem ikonischen Evil Dead/Tanz der Teufel Franchise zu rezensieren!


Tanz der Teufel 1, aus dem Jahr 1981, ist ein Kultfilm und war stilistisch seiner Zeit um Jahre voraus. Was hingegen Tanz der Teufel 2 sein soll, ist nicht ganz klar aber das finden wir hoffentlich in meiner Rezension heraus.

Kernfakten zum Film

Titel: Tanz der Teufel II – Jetzt wird noch mehr getanzt

Originaltitel: Evil Dead II – Dead by Dawn

Regie: Sam Raimi

Laufzeit: 81 Minuten (Cut), 84 Minuten (Uncut)

Genre: Horror

Erscheinungsjahr: 1987

Link zur Rezension des ersten Teils:


Handlung: Ein Buch, ein Wald, ein Held

Evil Dead 2 beginnt mit einer Rückblende. Ash, der Protagonist und seine Freundin Linda machen Urlaub in einer, ziemlich heruntergekommenen, Hütte im Wald. Dort findet Ash ein Tonbandgerät eines Professors und das mysteriöse Buch der Toten. Als Ash das Tonband abspielt werden Passagen aus dem Buch angespielt und dämonische Kräfte werden beschworen. Diese Kräfte übernehmen schließlich die Kontrolle über Linda, welche von Ash in Notwehr getötet wird. Nachdem er seine Freundin begraben hat, wird Ash von den bösen Mächten im Wald attackiert.

An den Flashback anknüpfend wird Ash von der dämonischen Macht attackiert und durch den Wald geschleudert. Nach einer kurzen Phase der Besessenheit kann Ash verschnaufen, als die Sonne das Böse vertreibt. Eine Flucht aus dem Wald ist trotzdem unmöglich da der einzige Ausweg, eine Brücke, zerstört wurde. Ash ist also im Wald gefangen und muss sich mit den Kräften des Bösen messen.

Kurze Zeit später treffen bei der Hütte Annie, die Tochter des erwähnten Professors, ihr Freund Jake sowie das Paar Ed und Bobbie Joe bei der Hütte ein. Nach einer Meinungsverschiedenheit verbünden sich die vier unglücklichen Seelen mit Ash, um gemeinsam gegen das Böse zu kämpfen und die dämonische Macht wieder zu versiegeln …

Meine Meinung zum Film

Tanz der Teufel II ist fast 1 : 1 der gleiche Film wie Tanz der Teufel unterscheidet sich aber trotzdem in einigen Punkten von der Vorlage. Man merkt dem zweiten Teil deutlich das höhere Budget und somit die besseren Effekte an. Die Greenscreens sehen wertig aus und besonders die Stop-Motion Figur der Untoten Linda weiß zu gefallen. Stop-Motion ist ohnehin eine, meiner Meinung nach, zeitlose Technik. Hieß das Buch der Toten im Erstling noch Naruton Demonto, baute man im zweiten eine Anspielung auf H. P. Lovecraft ein und benannte das Buch in Necronomicon Ex-Mortis um, was sehr gut zur Thematik passt!

Die Handlung ähnelt in den Grundzügen sehr stark dem ersten Teil, weist aber sowohl Aspekte einer Fortsetzung als auch einer Neuverfilmung auf. In beiden Filmen besteht die Gruppe aus fünf Personen allerdings weiß Ash, im Vergleich zum ersten Teil, bereits über die Gefahr bescheid.

Trotz des höheren Budgets ist Tanz der Teufel II weniger innovativ wie sein Vorgänger, da der Film zwar allgemein wertiger wirkt sowie die Grenzen zwischen Realismus und Surrealismus effektiv bricht, aber nicht den experimentellen Charakter des ersten Evil Dead Films aufweist. Tanz der Teufel zeichnete sich durch sein geringes Budget, die kreativen Stilmittel (Shaky-Cam) und die überraschend hochwertigen Effekte aus. Besonders letzteres geht mit dem hohen Gewaltgrad, der in Teil 2 fehlt, einher.

Ist Tanz der Teufel II ein schlechter Film? Nein ganz im Gegenteil. Der Film ist wesentlich massentauglicher als sein Vorgänger, worunter zwar die künstlerische Wertigkeit leidet, aber die Qualität im Allgemeinen höher ist.

Fazit

Am Ende des Tages ist Tanz der Teufel II eine Mischung aus Fortsetzung und Neuverfilmung des ersten Films mit höheren Budget der qualitativ hochwertigere Effekte bietet, aber dafür den experimentellen Charakter des Vorgängers einbüßt. Auch wenn ich persönlich den ersten Film, als Vertreter des härteren Horrors, immer bevorzugen werde ist Evil Dead 2 – Dead by Dawn ein durchaus empfehlenswerter Film

Daher vergebe ich die Wertung sehenswert!

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Der wahre Grund, weshalb „Hereditary“ bei mir einen schalen Nachgeschmack hinterließ | Gedankenspiel [Gastbeitrag von Ainu89]

Vielen Dank an Mara aka Ainu89 für ihren tollen Beitrag zu meinem Halloween Special! 😊


Na gut, die Überschrift scheint ein wenig reißerisch aber eigentlich soll es in diesem Artikel nicht per se um den Film „Hereditary“ gehen; viel mehr möchte ich den Film als Beispiel für ein Phänomen heranziehen, welches ich seit einiger Zeit bei Horrorfilmen beobachte und welches mir leider viele meiner Sichtungen dieses Genres verdirbt. „Hereditary“ habe ich dabei aus zwei Gründen als Anschauungsmaterial zur Verdeutlichung meines Standpunktes genommen: erstens soll es hier nicht um irgendwelche null-acht-fünfzehn Vertreter des Genres gehen, sondern um jene besonderen und seltenen Perlen, die tatsächlich versuchen mit den Erwartungen des Publikums zu spielen und sich abseits von billigen Jump Scares und unmotiviert hingeklatschten Charakteren bewegen; zweitens ist es schlicht und ergreifend der aktuellste Film, der eben jenen erzählerischen Kniff beinhaltet, mit dem ich ein gewaltiges Problem habe. 

Bevor ich allerdings zu weiterführenden Erläuterungen ansetze, nenne ich das Kind einfach mal beim Namen: es geht um die Entscheidung mancher Autoren im letzten Drittel, oder manchmal sogar nur in den letzten 10 Minuten, alle zuvor etablierten Mysterien bis ins kleinste Detail aufzulösen. 

Das klingt jetzt etwas kryptisch, sogar beinahe nichtssagend und erklärt daher bereits ganz von selbst, weshalb ich einen Film als Beispiel benötige. Übrigens, da ich hier um meinen Standpunkt ausreichend zu erläutern auf wichtige Handlungselemente von „Hereditary“ im Detail eingehen werde, sei hiermit die obligatorische SPOILER-Warnung ausgesprochen. 

Grob umrissen geht es in dem Film um eine Familie, die nach dem Tod der Großmutter in einer Art kollektiver Trauerphase steckt. Wie üblich gehen alle Mitglieder ganz unterschiedlich mit dem Verlust um, doch speziell die noch im Kindesalter befindliche Enkelin legt plötzlich Verhaltensweisen an den Tag, die mehr als merkwürdig sind. Eines Tages geschieht ein weiteres Unglück und durch eine Verkettung von Ereignissen kommt eben jenes Kind ums Leben. Die Mutter, in ihrem Schmerz um ihre Mutter ebenso wie ihre Tochter in einer Art Lethargie gefangen, erhält eines Tages, durch eine Freundin ihrer verstorbenen Mutter, die Möglichkeit mit ihrer verstorbenen Tochter zu kommunizieren und muss nur allzu schnell feststellen, dass dabei Familiengeheimnisse ans Licht kommen, die besser im Verborgenen geblieben wären, und dass eine Verbindung zum Totenreich immer mit Konsequenzen einhergeht. 

So generisch sich der Plot vielleicht anfangs liest, so sehr muss man „Hereditary“ dafür loben, dass er genau das nicht ist (also, zum größten Teil). Denn die meiste Zeit des Films hat der Zuschauer kaum eine Ahnung davon, welch wirre und schräge Dinge da auf der Leinwand vor sich gehen und wohin die wilde Fahrt überhaupt führen soll. Doch genau diese Unwissenheit ist das, was einen in seinen Bann zieht, was einem das Blut in den Adern gefrieren lässt, was einem die Haare zu Berge stehen lässt. Weshalb baut das Mädchen sich eine Puppe aus einem toten Vogel, wieso schnalzt es immer so mit der Zunge, wer sind die ganzen Menschen auf der Beerdigung der Großmutter, die scheinbar nicht mal ihre Tochter kennt, was hat es mit den schrägen Dioramen auf sich, die die Mutter bastelt und woher kommt das frostig Verhältnis zwischen Mutter und Sohn??? All diese Fragen und mehr stellt sich der Zuschauer, während sich der Plot immer weiter von einem immersiven Drama hin zu einer abgedrehten Geschichte rund um einen bösen Dämon wandelt.

Dabei verrät er im Laufe der Zeit gerade genug, um die Vorstellungskraft und Kombinationsgabe des Publikums soweit anzufachen, dass sich die Theorien im Kopf nur so zu überschlagen beginnen. Doch dann, in den letzten 10 Minuten, treten die Macher in die meiner Meinung nach schlimmste Falle für einen Horrorfilm – sie lüften alle Geheimnisse in einer finalen Auflösung, die nur dazu dient dem Zuschauer klar und deutlich vor Augen zu führen, was das eben Gesehene genau zu bedeuten hatte. Und indem die Autoren sich dieser Methode bedienen, entschwindet plötzlich alles Unheimliche und ein eben noch grandioser Mindfuck-Horror verkommt zu einer generischen Mär über eine Dämon und ein paar seiner Anhänger. Noch schlimmer ist es, dass durch diese Entscheidung zur expliziten Aufklärung nicht nur das Ende ruiniert wird, sondern das solch ein Ende den gesamten Film rückblickend in Mitleidenschaft zieht. 

Aber ich werde schon wieder zu theoretisch, bleiben wir doch lieber am konkreten Beispiel und ich erzähle euch einfach, was am Ende des Films herauskommt: Die Großmutter gehörte einem satanischen Kult an, der einen Dämon aufgrund einer Prophezeiung mit Hilfe eines Gefäßes auf diese Welt bringen will. Der ursprüngliche Plan war es eigentlich dafür den erstgeborenen Enkel zu verwenden, aber da Mutter und Tochter damals ein sehr schwieriges Verhältnis miteinander hatten wurde daraus nichts. Um wieder Gutmachung zu leisten bekommt die Großmutter dafür ihre Enkelin nach deren Geburt in die Finger und verwendet diese ohne das Wissen der restlichen Familienmitglieder einstweilen als eine Art Übergangsgefäß. Nachdem alle schön in die vorgesehenen Bahnen gelenkt wurden und der Dämon alle Familienmitglieder bis auf das auserwählte männliche Gefäß vernichten konnte, bekommen wir eine letzte Einstellung in der alle Kultanhänger vor dem nun in menschlicher Gestalt existierende Dämon knien. 

Das war es, keine Fragen bleiben mehr offen, keine Mysterien im Dunkeln verborgen, auf jedes kleinste Geheimnis wird der Scheinwerfer gerichtet – und damit die Spannung, die Atmosphäre zerstört. Lasst es mich so umschreiben: viele Leute haben sich bei dem Film „Alien: Covenant“ darüber beschwert, dass man das Alien in einer Einstellung im hellen Tageslicht in seiner vollen Pracht zu sehen bekommt weil genau so etwas dem angsteinflößenden Part der Kreatur die Zähne zieht – und so ist es auch. Es ist das was wir nicht sehen, das was wir nicht verstehen, das was wir nicht erklären können, genau das, was uns die meiste Angst einjagt. Wenn man nun aber anfängt dem Zuschauer alles Vorzukauen und bis ins kleinste Detail offen zu legen, nimmt das dem Horror eben genau das – den Horror. 

Weshalb sich die Macher immer wieder dieses in meinen Augen fatalen Mittels bedienen, vermag ich nicht zu sagen. Vielleicht meinen sie, dass das Publikum nicht intelligent genug ist, um sich selbst einen Reim darauf zu machen? Vielleicht fürchten sie auch, dass das Publikum nicht intelligent genug ist, um einen Film zu mögen, der ein Mysterium bleibt? Vielleicht haben sie auch Angst davor, dass man ihnen vorwerfen könnte selber einfach keinen Plan gehabt zu haben und sie müssen dem Publikum so beweisen, dass dem nicht so ist? Wie gesagt, ich weiß es nicht…und werde es wohl auch nie verstehen. Das Einzige was ich weiß ist, dass es für mich weder ein guter Weg ist eine Geschichte zu erzählen noch sie enden zu lassen, und dass ich immer wieder traurig darüber bin, wie eine einzige schlechte Entscheidung einen ansonsten grandiosen Film ruinieren kann.           

Exkurs: Conjuring Franchise | Gedankenspiel [Gastbeitrag von Ma-Go]

Vielen Dank an Ma-Go für diesen tollen Gastbeitrag und den Anfang des Halloween Specials 2018, was diverse Beiträge zum Thema Horror umfasst! 😊


Hallo liebe DerStigler-Leser,

ich bin Ma-Go vo Ma-Go Filmtipps und ich darf heute im Rahmen des Halloween Specials als Gastautor ein bisschen was über einen meiner Lieblingshorrorfilme und dessen Wirkung erzählen. Die Rede ist von „The Conjuring“ aus dem Jahr 2013, der mittlerweile eine ganze Reihe an Ablegern hervorgebracht hat. Im folgenden Beitrag möchte ich euch ein paar Hintergründe zum ursprünglichen Film von James Wan zusammenfassen und das Filmuniversum ein bisschen näher bringen, welches sich daraus entwickelte. Los geht’s!

In „The Conjuring“ geht es um die beiden Dämonologen Ed und Lorraine Warren (Patrick Wilson und Vera Farmiga), die sich darauf spezialisiert haben paranormalen Erscheinungen auf den Grund zu gehen. Die Filmfiguren der Warrens basieren auf realen Personen, die vor allem in den 1960er und 70er Jahren einige sog. Spukhäuser untersucht haben und ihre Erfahrungen und Ergebnisse später in Büchern veröffentlichten. Einige dieser Werke dienten bereits vor „The Conjuring“ als Vorlage für mehr oder weniger populäre Horrorfilme. Zu den bekanntesten Werken dürfte hier der Film „Amityville Horror“ aus dem Jahr 1979 zählen, der übrigens 2005 wenig erfolgreich neu verfilmt wurde. Im Laufe ihrer Karriere gründeten die Warrens zudem eine Art okkultes Museum, in dem verfluchte und übernatürliche Artefakte aufbewahrt wurden und noch heute werden. Eines dieser tatsächlich existierenden Objekte ist die besessene Puppe Annabelle, die auch in „The Conjuring“ einen unheimlichen Auftritt hat.

In „The Conjuring“ geht es um einen Fall der Warrens, den die „Geisterjäger“ in einem ihrer zahlreichen Berichte veröffentlichten. Darin geht es um eine Familie aus Rhode Island, die ihr neues Heim bezieht, um kurze Zeit später feststellen zu müssen, dass es dort spukt. In ihrer Verzweiflung nimmt die Familie Kontakt zu den beiden Dämonologen auf, die sich natürlich der Sache annehmen und das Haus untersuchen. Und so nimmt das Unheil seinen Lauf.

Was sich zunächst wie ein gewöhnlicher und bereits mehrfach gesehener Spukhausgruselfilm anhört, ist für mich einer besten Genrebeiträge der letzten Jahre. Auch wenn Regisseur James Wan in seinem Film keineswegs das Rad des Horrorfilms neu erfindet, beweist er ein sehr gutes Gespür für die Atmosphäre seines Films und ein exzellentes Timing der Schockmomente darin. Dazu kommt, dass „The Conjuring“ in einem Punkt den allermeisten Horrorfilmen haushoch überlegen ist. Und das sind die beiden Hauptfiguren des Films, Ed und Lorraine Warren. Ich gebe zu, dass ich ein großer Vera Famiga Fan und deshalb nicht ganz unvoreingenommen bin. Dennoch finde ich, dass beide Figuren vielschichtig und authentisch sind. Wo in anderen Horrorfilmen auf stereotype Charakterhülsen gesetzt wird, haben wir es in „The Conjuring“ mit „echten“ Menschen zu tun, die Angst haben, Zweifel an der Sinnhaftigkeit ihrer Arbeit haben und ständig zwischen der Gefahr des Jobs und deren Auswirkungen auf ihr Privatleben abwägen müssen.

The Conjuring“ kam bei Kritikern und Publikum so gut an, dass bereits kurz nach der Veröffentlichung des Films bekannt wurde, dass bereits mehrere Ableger des Kassenschlagers in Planung seien. Mittlerweile ist „The Conjuring“ der Kern eines stetig wachsenden Universums, über das ich euch einen aktuellen Überblick geben möchte.

2013 – The Conjuring

2014 – Annabelle

Nachdem die oben bereits angesprochene Puppe Annabelle dem Publikum in „The Conjuring“ das Fürchten lehrte, bekam sie prompt einen eigenen Film, in dem sie, vor den Ereignissen aus „The Conjuring“ angesiedelt, ein Ehepaar terrorisiert. Die Warrens tauchen hier nicht auf und abgesehen von der Puppe selbst basiert hier meines Wissens nichts auf wahren Begebenheiten.

2016 – The Conjuring 2

Hier geht es wie bereits in „The Conjuring“ um einen der dokumentierten Fälle der Warrens. Dieses mal reisen Ed und Lorraine nach England, wo sie dem berühmten Enfield Poltergeist auf den Zahn fühlen. Der Film spielt sechs Jahre nach den Ereignissen aus dem ersten Teil, nämlich im Jahr 1977. Hier taucht auch eine unheimliche Nonne auf, die wie Annabelle aus dem ersten Teil, später auch noch einen eigenen Film bekommen sollte.

2017 – Annabelle Creation

In diesem Film handelt es sich quasi um ein Prequel des Spin-Offs um die besagte Gruselpuppe. Klingt kompliziert ist aber im Grunde ganz einfach. Der Film spielt bereits im Jahr 1955. Die Warrens tauchen auch hier nicht auf. Dafür erfährt der Zuschauer alles über den Urspung der Puppe und wie alles begann.

2018 – The Nun

Erst vor wenigen Wochen kam mit „The Nun“ der bis hier her aktuellste Film der Reihe in die Kinos. Darin springen wir handlungstechnisch zurück ins Jahr 1951, wo in einem alten Kloster jene Nonne ihr Unwesen treibt, die wir bereits in „The Conjuring 2“ kennenlernen.

Für alle, die die Reihe chronologisch sehen wollen hier noch mal in der zeitlich richtigen Reihenfolge:

1951 – The Nun (2018)

1955 – Annabelle Creation (2017)

1970 – Annabelle (2014)

1971 – The Conjuring (2013)

1977 – The Conjuring 2 (2016)

Für die Zukunft wurde bereits offiziell bestätigt, dass das Conjuring-Universum um mindestens zwei Filme erweitert wird. 2019 soll mit „Annabelle 3“ die unheimliche Puppe zurückkommen, bevor wir 2020 mit „The Conjuring 3“ das dritte Abenteuer der Warrens erleben werden. Bis dahin habt ihr ja noch genug Zeit euch die bisherige Reihe in Ruhr zu Gemüte zu führen. Viel Spaß und angenehmes Gruseln wünscht euch

Euer Ma-Go

Habt ihr Filme des Conjuring-Universums gesehen? Was ist euer Favorit? Und wie steht ihr zum Thema Filmuniversen und -reihen?


Eigenwerbung von DerStigler

The Nun | Review

Titel: The Nun
Originaltitel: The Nun
Regie: Corin Hardy
Laufzeit: 96 Minuten
Erscheinungsjahr: 2018
Genre: Horror

Man nehme etwas Conjuring und etwas Annabelle, mischt Elemente aus beiden Reihen zusammen und was kommt dabei raus? Ein gnadenloses aber unterhaltsames Jump-Scare-Massaker!

Kernfakten zum Film

Titel: The Nun

Originaltitel: The Nun

Regie: Corin Hardy

Laufzeit: 96 Minuten

Erscheinungsjahr: 2018

Genre: Horror

Weitere Beiträge zum Conjuring Franchise:


Die Handlung spielt im Jahr 1952 als der Priester Burke und die Novizin Irene zum Kloster Cârta in Rumänien entsendet werden, um den mysteriösen Selbstmord einer Nonne zu untersuchen. Zusammen mit dem Ortsansässigen Frenchie werden die beiden Abgesandten des Vatikans mit einem unheiligen Geheimnis sowie einer dämonischen Macht, in Form der titelgebenden Nonne, konfrontiert. Eine schwere Prüfung des Glaubens und ein Kampf ums Überleben steht dem Trio bevor.

Die Geschichte von The Nun ist schnell erzählt, was aber kein Nachteil ist da ansonsten das hohe Tempo des Films, welches sich ab der Hälfte kontinuierlich aufbaut, nicht möglich wäre. Neben einer sinnvollen Verknüpfung zu Conjuring 1 & 2 kommt ein Hauch Trash dazu, wenn der Ursprung des Bösen erklärt wird. Allerdings lebt der Film von seinem dezenten Trashfaktor ebenso wie vom gelegentlichen Humor, um die todernste Prämisse aufzulockern.


Der Cast ist genauso überschaubar wie die Handlung aber dafür überzeugen die drei Hauptfiguren. In den drei Hauptrollen als Pater Burk sieht man Demián Bichir (Alien: Convenant), Taissa Farmiga (American Horror Story) spielt Schwester Irene und Jonas Bloquet spielt den Franko-Kanadier Frenchie.

Als dämonische Nonne Valak sieht man erneut Bonnie Aarons, die diese Rolle bereits in Conjuring 2 und Annabelle: Creation verkörpert hat und dabei eine solide Performance abliefert, da der Dämon gruselig wirken muss, ohne dabei zu sprechen. Hier müssen sowohl die Maske als auch Spezialeffekte erwähnt werden. Die Höhepunkte des Horrors, sprich die völlige Eskalation, sehen hervorragend aus und glänzen durch deine konstante Steigerung des Horrors sowie kurzen Verschnaufpausen bevor der nächste Horrorpunkt einsetzt.

Die Gestaltung der Dämonen erinnert mich etwas an die Vampire aus Brennen muss Salem, was die glänzenden Augen angeht.

Unterlegt wird der Horror und die imposanten Szenen mit einem eindringlichen Soundtrack, der besonders in den Szenen mit Valak die größte Wirkung zeigt.


Zusammengefasst ist The Nun ein atmosphärischer Horrorfilm, der sich gelungen in das restliche Franchise eingliedert und ein riesiges Jump-Scare-Massaker ist. Die Höhepunkte des Horrors wechseln sich mit ruhigen Szenen ab in denen sich die nächsten Schreckmomente anbahnen. Sowohl die Technik des als auch der Soundtrack des Films sind für einen Horrorfilm hochwertig und dieser dezente Hauch von Trash rundet das Werk ab.

Wer die Conjuring oder die Annabelle Filme mag wird auch mit The Nun viel Freude haben. Daher vergebe ich für die The Nun die Wertung sehenswert!

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Meg | Review

Titel: Meg
Originaltitel: The Meg
Regie: Jon Turteltaub
Laufzeit: 113 Minuten
Erscheinungsjahr: 2018
Genre: Horror

Auf Meg (oder auch The Meg) habe ich mich im Vorfeld sehr gefreut und noch mehr hat es mich gefreut, dass ich 113 Minuten lang sehr gut unterhalten wurde! Damit heiße ich euch herzlich willkommen zu meiner Review zu Meg oder auch The Meg.

Kernfakten zum Film

Titel: Meg

Originaltitel: The Meg

Regie: Jon Turteltaub

Laufzeit: 113 Minuten

Erscheinungsjahr: 2018

Genre: Horror

Weitere Horrorfilme mit Haien:


Der Film beginnt mit Jonas Taylor (Jason Statham), der eine Gruppe Wissenschaftler von einem schwerbeschädigten Atom-U-Boot retten muss. Während der Rettungsmission wird das beschädigte U-Boot von einem unbekannten Tier attackiert, in dessen Folge zwei Rettungstaucher sterben. Jonas verlässt daraufhin das Team während ihm Dr. Heller, der Teamarzt, die Schuld für den Tod der beiden Taucher gibt und die Geschichte von der riesigen Meereskreatur als Psychose abtut.

5 Jahre später setzt die eigentliche Handlung ein. Der Milliardär Jack Morris (Rainn Wilson) hat den Bau einer Meeresforschungsstation namens Mana One finanziert. Morris arbeitet mit dem Wissenschaftler Minway Zhang und dessen Tochter Suyin zusammen, um eine noch tiefere Stelle im Mariannengraben zu erforschen. Ein kleines Team reist mit einem U-Boot zum Grund des Grabens und findet heraus das der Meeresboden nur eine dichte Wolke ist, die eine Thermokline bildet. Der Tauchgang entpuppt sich als ein folgenschwerer Fehler, da der Megalodon, eine als ausgestorben geltende Haiart in den Tiefen überlebt hat und das U-Boot attackiert. In ihrer Verzweiflung holt das Team in der Forschungsstation den Rettungstaucher Jonas Taylor aus dem Ruhestand zurück um eine Rettungsmission zu starten. Die Mission gelingt knapp, aber ein Megalodon kommt bei der Flucht ebenfalls mit in die höheren Meeresebenen. Um den Fehler auszubügeln, nimmt die Besatzung von Mana One den Kampf gegen den Megalodon auf!


Ich bin ehrlich gesagt sehr positiv überrascht, wie stark die Handlung des Films ist. Meg schafft es Spannung zu erzeugen aber diese gleichzeitig durch gezielt eingestreute Witze wieder aufzulockern. Die Spannungskurve steigt konstant an und die Erwartungshaltung des Zusehers wird durch das Andeuten des Megalodon immer wieder angefacht. Der Auftritt der Kreatur selbst ist sehr gelungen, indem der Hai einfach einen anderen großen Meeresbewohner tötet.

Neben der spannenden Handlung und der wirklich gelungenen Inszenierung des Hais verdient die Besetzung ein großes Lob!

Jason Statham dominiert ganz klar die Besetzung und zeigt, was er drauf hat als Actionheld und eher unfreiwilliger Hai Jäger. Ergänzt wird die Besetzung unter anderem von Li Bingbing (Transformers 4) als Suyin Zhang, Rainn Wilson (Shut up! – Super Crime) als Milliardär Jack Morris und Cliff Curtis (Fear the Walking Dead) als James „Mac“ Mackreides.

Die Menschen arbeiten sinnvoll zusammen um die Gefahr einzudämmen während auch erfrischenderweise nach einer Möglichkeit gesucht wird um die Gefahr ohne die zwangsläufige Tötung des Megalodon zu lösen.


Zusammengefasst funktioniert Meg sehr gut als Hai-Horrorfilm, der trotz seiner fiktionalen Prämisse realistischer wirkt als die meisten Genrekollegen, die immer noch existierende Hai-Arten verwenden. Ist Meg die große Hoffnung für den Tierhorrorfilm? Zum Teil ja aber hauptsächlich ist der Film ein äußerst unterhaltsamer Sommerblockbuster, der erneut das Talent von Warner Bros. im Horrorgenre zeigt!

Von mir bekommt Meg (oder auch The Meg) die Wertung und sehenswert und ich hoffe inständig auf eine ebenso unterhaltsame Fortsetzung!

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Ghostland | Review

Titel: Ghostland
Originaltitel: Incident in da Ghostland
Regie: Pascal Laugier
Laufzeit: 91 Minuten
Erscheinungsjahr: 2018
Genre: Horror, Thriller

Die Horrorfilme des Jahres 2018 überraschen mich immer wieder. Neben richtigen Müll wie Wahrheit oder Pflicht beziehungsweise Verónica gab es auch Mittelmaß (Insidious 4) aber auch gute Horrorfilme wie Winchester, Hereditary und die letzte Party deines Lebens. Der französische Film Ghostland gehört definitiv zu den letztgenannten Filmen!

Kernfakten zum Film

Titel: Ghostland

Originaltitel: Incident in da Ghostland

Regie: Pascal Laugier

Laufzeit: 91 Minuten

Erscheinungsjahr: 2018

Genre: Horror, Thriller


Nachdem Tod ihrer Tante, bezieht Pauline mit ihren Töchtern Vera und Beth das alte, etwas gruselige und bis unters Dach mit Kuriositäten vollgestopfte Haus der Verstorbenen.

Bereits in der ersten Nacht wird die Familie von zwei brutalen Einbrechern überfallen und schwer traumatisiert. Die Frauen können die Einbrecher zwar in einem brutalen Kampf ermorden aber die psychischen Folgen sind gravierend. 16 Jahre später hat sich Beth mit ihren Dämonen auseinandergesetzt und als erfolgreiche Horrorschriftstellerin das Trauma bewältigt. Als ihre Schwester anruft, kehrt sie in das alte Haus zurück, das noch immer von ihrer Mutter und ihrer Schwester bewohnt. Ein folgenschwerer Fehler, wie sich bald herausstellt …


Die Prämisse von Ghostland ist simpel und wirkt durch die plötzlich einsetzende Gewalt in den ersten Minuten fast schon surreal aber nach und nach wird dem Zuseher klar, wie zerbrechlich die Grenzen zwischen Realität und Fantasie sind.

Ghostland gehört bei Weitem nicht zu den blutigsten Horrorfilmen aus Frankreich aber durch den Einsatz psychischer Gewalt entwickelt der Film eine fast schon perverse Faszination, die den Zuseher in den Bann zieht, wenn man sich auf den Film einlässt und erst wieder loslässt, wenn der Abspann läuft.

Die beiden Schurken des Films bleiben zwar fast komplett unbeschriebene Blätter wirken aber dennoch extrem bedrohlich und unheimlich. Besonders der von Kevin Power verkörperte Einbrecher spricht kaum, wirkt aber durch die Erscheinung unheimlich und gefährlich.

Ein weiterer cleverer Kniff ist die Einbindung von Howard Philips Lovecraft (H. P. Lovecraft), dessen Werke unter anderem auch geistigen Verfall und die Zerbrechlichkeit des menschlichen Verstandes thematisieren.

Zu guter Letzt muss ich die Wahl von zwei jungen Frauen als Protagonisten loben, die dem Horror schutzlos ausgeliefert sind aber nicht aufgeben. Das Thema der starken Frau, die trotz allem immer noch weiblich ist (Sarah Connor, Ellen Ripley, Wonder Woman), darf ruhig öfters im Film vorkommen!


Zusammengefasst ist Ghostland ein durchaus verstörend wirkender Horrorfilm über psychische Gewalt, sichere Zufluchtsorte im Geist und deren Zerbrechlichkeit. Das die beiden Protagonistinnen minderjährig sind macht die Szenerie noch grotesker. Wer sich auf diesen Film einlässt, wird eine Sogwirkung feststellen die einen solange bearbeitet, bis der Abspann läuft. Allerdings wirkt Ghostland zu keinem Zeitpunkt überzeichnet oder übertrieben. Ebenso wird auf übertriebene physische Gewalt verzichtet. Wie der geistige Vorgänger Martyrs setzt auch Ghostland auf psychischen Horror, der schockiert und soweit fasziniert um den Film bis zum Schluss sehen zu wollen.

Daher vergebe ich für Ghostland ein wohlverdientes sehenswert!

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Ein zweiter Blick auf Lights Out | Gedankenspiel

Manchmal ändern sich Meinungen. Suicide Squad hielt ich bei Erscheinen für einen soliden Film aber inzwischen finde ich dieses Werk bestenfalls bemüht. Lights Out gehörte zu den ersten Filmen, die ich rezensiert habe und dieser Beitrag ist inzwischen fast zwei Jahre alt. Damals hat mir der Film nicht wirklich gefallen ABER vor kurzen habe ich Lights Out erneut gesehen und was ich jetzt von diesem Machwerk halte erfahrt ihr in den kommenden Absätzen …

Manchmal ändern sich Meinungen. Suicide Squad hielt ich bei Erscheinen für einen soliden Film aber inzwischen finde ich dieses Werk bestenfalls bemüht. Lights Out gehörte zu den ersten Filmen, die ich rezensiert habe und dieser Beitrag ist inzwischen fast zwei Jahre alt. Damals hat mir der Film nicht wirklich gefallen ABER vor kurzen habe ich Lights Out erneut gesehen und was ich jetzt von diesem Machwerk halte erfahrt ihr in den kommenden Absätzen. An dieser Stelle spreche ich zur Sicherheit eine Spoilerwarnung aus!

Bevor ich zum Film selbst komme gibt es noch ein paar allgemeine Infos! Lights Out erschien im Jahr 2016 unter der Regie von David F. Sandberg (Annabelle Creation), während James Wan (Conjuring & Conjuring 2) als Produzent fungierte.

Worum geht es in Lights Out? Im Mittelpunkt der Geschichte stehen die Geschwister Rebecca und Martin. Um ihre Schlafstörungen und Kindheitsängste zu überwinden hat Rebecca ir Elternhaus verlassen. Als ihr kleiner Bruder (Martin) die gleichen Ängste durchlebt wird klar das an dem Schreckgespenst Diana, das erscheint, wenn das Licht erlischt, mehr dran ist als nur bloße Einbildung. Schnell wird klar das zwischen der psychisch kranken Sophie (die Mutter von Rebecca und Martin) und Diana eine Verbindung bestehen muss.

Was Lights Outs gut macht ist die Etablierung von Diana, die bereits in den Momenten des Films auftaucht und fast immer unheimlich wirkt wenn sie Auftritt. Leider entsteht so auch das Problem von Lights Out. Da das Unheil von Anfang an bekannt ist, verliert der Film seine Spannungskurve, denn jedes unheimliche Ereignis wird sofort auf Diana zurückgeführt. Somit verdient Lights Out für die Etablierung des Monsters und dessen Auftritte ein Lob aber die fehlende Spannungskurve (wie man sie von Annabelle: Creation kennt) hemmt das Filmvergnügen.

Mein Highlight des Films war ganz klar das Filmmonster Diana. Ihre volle Macht entfesselt sie in der Dunkelheit während sie im Licht komplett machtlos ist aber sich offenkundig bewegen kann. Ihre Beziehung zu Sophie ist ebenfalls sehr interessant und trotz einer relativ umfangreichen Erklärung verliert der Horror kaum an Wirkung, was mich sehr überrascht hat, da eine übermäßige Erklärung eigentlich Gift für jeden Horrorfilm mit übernatürlichem Setting ist.

Was ich auch loben muss, ist die deutsche Lokalisierung. Ich mag es sehr wenn deutsche Sprecher richtig viel Emotion in ihre Arbeit legen und auch mal schreien, wenn es angebracht ist.

Was halte ich also jetzt von Lights Outs? Der Film ist sehr atmosphärisch und wartet mit einem coolen Filmmonster/Böswicht auf das über weite Strecken des Films sehr gruselig ist, aber leider fehlt es dem Film an einem wachsenden Spannungsbogen bedingt durch die frühe Etablierung des Unheils. Der Film ist dennoch durchaus sehenswert und bietet kurzweilige Horrorkost für Genrefans!

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The First Purge | Review

Titel: The First Purge
Originaltitel: The First Purge
Regie: Gerard McMurray
Laufzeit: 98 Minuten
Erscheinungsjahr: 2018

Wie am Sonntag angekündigt habe ich also The First Purge gesehen, den vierten Teil einer Reihe die ich immer gemieden haben aber wenn ich schon mit diesem Franchise in Kontakt komme, dann mit der Vorgeschichte!

Ob sich der Film lohnt will ich euch nun erzählen!

Kernfakten zum Film

Titel: The First Purge

Originaltitel: The First Purge

Regie: Gerard McMurray

Laufzeit: 98 Minuten

Erscheinungsjahr: 2018

Genre: Horror, Thriller

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Um der steigenden Arbeitslosigkeit und Überbevölkerung entgegenzuwirken, führt die neue amerikanische Partei NFFA (New Founding Fathers of America) ein soziales Experiment auf Staten Island, New York, durch. Dabei werden für 12 Stunden, alle Verbrechen inklusive Mord legalisiert damit die Bevölkerung, im Film vornehmlich Afroamerikaner und Latinos, den ganzen angestauten Zorn rauslassen kann. Der Zuseher verfolgt dabei hauptsächlich zwei Geschwistern, die versuchen, die erste Purge zu überstehen.

Was im Kern interessant klingt und sogar einen ganz akzeptablen Schurken etabliert, verkommt zum Ende hin zu einem Team Deathmatch zwischen der farbigen Bevölkerung und bösen weißen Söldnern, die die Purge anheizen. Das ist übrigens kein Spoiler, sondern wird bereits im Trailer suggeriert.

Anstatt die Sinnlosigkeit und den Wahnsinn des Experiments aufzuzeigen, was als Vorgeschichte mehr Sinn macht, konzentriert sich der Film auf einen mäßig spannend inzensierten Überlebenskampf zwischen den ethnischen Gruppen der US-Bevölkerung, da ein durchaus brauchbarer Plotttwist bereits vor dem Film genannt beziehungsweise angeteast wird.

Weiters verfügt über eine große Anzahl an Figuren, die zwangsläufig zusammenarbeiten müssen, was besonders zum Ende hin etwas Pathos versprüht da die Gefahr durch die Purge alle Bewohner von Staten Island betrifft. Leider wird die Figur des Skeletor (nicht der He-Man Schurke), der wie bereits erwähnt ein äußerst brauchbarer Schurke (Psychopath) ist, am wenigsten genutzt.

Loben muss man bei The First Purge gewisse Nuancen in der Atmosphäre. Besonders das Spiel von Licht und Schatten, sowie die farbigen Kontaktlinsen erzeugen im ersten Drittel des Films eine etwas unheimliche Atmosphäre und eine Fokussierung auf diesen atmosphärischen Kniff hätte dem Film sicher gut getan.


Zusammengefasst ist The First Purge ein Horror-Thriller mit interessanten Ansätzen, der sich allerdings in einer fragwürdigen Botschaft und zu klischeebehafteten Figuren verliert. Eine Gesellschaftskritik am amerikanischen Staat in einen Horrorfilm zu verpacken kann eine gute Idee sein, allerdings will das in diesem Fall nicht ganz funktionieren. Am Ende bleibt The First Purge typisches Popcornkino und ein weiterer günstig produzierter Horrorfilm des Studios Blumhouse. Ich vergebe für The First Purge die Wertung bedingt sehenswert!

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Hereditary – Das Vermächtnis | Review

Titel: Hereditary – Das Vermächtnis
Originaltitel: Hereditary
Laufzeit: 128 Minuten
Erscheinungsjahr: 2018
Produktionsland: USA
Regie: Ari Aster

Es gibt Horrorfilme, die besonders sind. Sie bestechen durch besondere Stilmittel, eine außergewöhnliche Atmosphäre oder eine interessante Erzählweise. Hereditary gehört zu dieser kleinen Welle an experimentellen & besonderen Horrorfilmen aus den USA wie auch Get Out, A Quiet Place oder It Follows.


Nachdem Tod ihrer Mutter erbt, die Galeristin Annie Graham ein finsteres Schicksal, welches für ihre Familie weitreichende Konsequenzen hat. Denn die kürzlich verstorbene alte Dame scheint nach ihrem Ableben auf gespenstische Art immer noch da zu sein und in den Haushalt von Annie, ihrem Mann Steve, Sohn Peter und Tochter Charlie einzuziehen.

Paranormale Dinge geschehen und besonders Charlie scheint für diese Geschehnisse anfällig zu sein. Langsam aber sicher breitet sich das Grauen in der Familie Graham aus und ein Entkommen scheint unmöglich.

Hereditary setzt von Anfang an auf eine dichte Atmosphäre und spielt mit den Erwartungen des Zusehers. Die Ungewissheit, wann der Horror einsetzt, obwohl die Dunkelheit allgegenwertig ist, macht den großen Reiz dieses Films aus. Durch den Einsatz cleverer Kamerafahrten, die den Film fast wie ein Theaterstück wirken lässt, einer durchdringenden Soundkulisse und teilweise echt krassen Schnitten sowie Effekten bauscht sich Hereditary in surreale Höhen auf, die an Klassiker wie Rosemaries Baby erinnern aber der Regisseur Ari Aster schafft es seinem Film eine eigene Note zu geben, anstatt sich blind an alte Meisterwerke zu klammern.

Die Besetzung wurde perfekt ausgewählt, da es jeder Schauspieler glaubhaft schafft, den steigenden Wahnsinn zu vermitteln. Besonders Toni Collette als Annie Graham schafft es die verzweifelnde Mutter zu spielen, die dabei zusieht, wie alles in einen Strudel des Wahnsinns versinkt. Daneben kommt Alex Wolff als Peter Graham eine tragende Rolle als Opfer in diesem grausamen Drama zu.

Mein einziger Kritikpunkt wäre der etwas zu vorhersehbare finale Twist, aber dieser Umstand wird durch ein surreales Ende etwas entkräftet.


Zusammengefasst ist Hereditary ein außergewöhnlicher Horrorfilm, der durch seine dichte Atmosphäre glänzt und es schafft den Zuseher von Anfang zu fesseln. Der Horror entwickelt sich langsam im Hintergrund, bis er schließlich mit voller Wucht und himmelschreienden Wahnsinn über die Protagonisten hereinbricht. Der Film ist klar nicht für jeden Geschmack gedacht, wer sich aber auf einen Horrorfilm der anderen Art einlassen kann, wird mit einem intensiven Erlebnis belohnt. Ich vergebe für Hereditary – Das Vermächtnis die Wertung sehenswert!

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Weitere Beiträge zu Hereditary – Das Vermächtnis 

Verónica (2017) | Review

Titel: Verónica
Originaltitel: Verónica Laufzeit: 105 Minuten
Erscheinungsjahr: 2017
Produktionsland: Spanien

Verónica ist ein 2017 produzierter Horrorfilm aus Spanien. Im Vorfeld seiner Veröffentlichung auf Netflix hat der Film für viel Wirbel gesorgt und wird als gruseligster Film aller Zeiten bezeichnet. Nur eine Person von 100 kann diesen Film bis zum Schluss sehen, sagen Experten.

Ausnahmsweise ziehe ich mein Fazit vor; der Film ist wirklich beschissen, entschuldigt die Ausdrucksweise, aber besser lässt sich dieses Werk nicht beschreiben und warum das so ist erfahrt ihr jetzt!


Madrid im Jahr 1991. Die fünfzehnjährige Verónica lebt mit ihrer Mutter & ihren drei jüngeren Geschwistern in einem Apartmentblock. Verónica kümmert sich um ihre Geschwister, da ihre Mutter bis spät in die Nacht arbeiten muss, um die Familie zu versorgen.

Als Verónica eines Tages zusammen mit zwei Freundinnen mit einem Oujia-Brett experimentiert, um mit ihrem verstorbenen Vater zu sprechen, bindet sie eine böse Macht an sich, die nun ihr Leben und ihre Familie bedroht.

Was eigentlich sehr spannend klingt, wird so monoton & spannungslos vermittelt, wie es in einem Horrorfilm möglich ist. Hier und da schimmert etwas Atmosphäre durch aber die meiste Zeit hat mich der Film gelangweilt.

Das liegt zum einen am erschreckend ungruseligen „Monster“ des Films und der Besetzung des Films, deren Gefühlsregung im Schauspiel auf Sparflamme steht. Bis auf eine blinde Ordensschwester, von der ich einen Kurzfilm sehen will, erzeugt der Cast nicht wirklich Sympathie.

Ich muss aber auch ein Lob aussprechen. Der Soundtrack des Films gefällt mir sehr gut und diese synthetische Musik, die mich an klassische Horrorfilme der 70er Jahre erinnert, hat Charme.


Zusammengefasst ist Verónica meilenweit davon entfernt der gruseligste Horrorfilm aller Zeiten zu sein, wie er bezeichnet wird. Der Film setzt Genre keine neuen Akzente und selbst die vorigen Filme des Regisseurs (REC 1 – 3) waren wesentlich atmosphärischer als diese Gruselgeschichte ohne Grusel. Ich habe wenig erwartet und selbst mit die niedrigen Erwartungen wurden unterboten. Daher vergebe ich für Verónica das Prädikat nicht sehenswert!

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Winchester | Review

Titel: Winchester
Originaltitel: Winchester
Laufzeit: 99 Minuten
Erscheinungsjahr: 2018
Produktionsland: USA/Australien

Winchester ist ein Horrorfilm, über den ich mich Vorfeld kaum informiert habe. Allerdings war mein Interesse geweckt, als ich erfahren habe, dass der Film im Winchester-Haus, einem realen „Spukhaus“ spielt.

Ob mich Winchester begeistern konnte, oder der Film ein Rohrkrepierer ist, möchte ich euch nun erzählen.


Der Arzt Eric Price wird von der Rechtsabteilung der Winchester Company beauftragt ein medizinisches Gutachten über die geistige Verfassung von Sarah Winchester zu erstellen, damit geprüft werden kann ob sie für die Leitung der Firma noch geeignet ist.

Im Winchester-Haus gehen mysteriöse Dinge vor sich. Tag & Nach finden Bauarbeiten statt die durch Sarah Winchester veranlasst werden, da diese sich durch die Geister der durch ein Winchester Gewehr Ermordeten verfolgt fühlt. Glaubt Erik Price an eine in Mitleid gezogene Verfassung bedingt durch den Tod von Sarah Winchesters Mann & einzigem Kind wird schon bald klar, dass hier böse Mächte am Werk sind und nicht jeder Tote ewigen Frieden finden will.

Die Geschichte von Winchester nutzt den klassischen Aufbau einer Geistergeschichte, glänzt allerdings durch einen sehr kreativen Schauplatz. Dazu kommt eine sehr dichte Atmosphäre, die zum einen durch das Spiel von Licht & Schatten, aber auch durch die zu Beginn häufigeren und später seltener werdenden Schockmomente entsteht. Die Handlung bekommt neben dem Hauptstrang, das Gutachten über Sarah Winchester, etwas Subtext. Besonders der Hauptcharakter Eric Price ist sowohl mit dem Haus, als auch mit der Geisterwelt verbunden, was besonders zum Schluss zum hin relevant wird.

Optisch gefällt Winchester, was an dem bereits erwähnten Spiel mit Licht & Schatten liegt, aber auch die Maske der Geister überzeugt. Sie wirken sowohl gruselig als auch mitleiderregend, da sie durch unvollendete Aufgaben an das Haus gebunden sind.

Der Cast ist leider etwas durchwachsen, aber besonders Jason Clarke gefällt in seiner Rolle als Dr. Eric Price der es schafft lustig, ernst, innerlich verletzt und manchmal etwas manisch zu sein. Er ist es auch, der den Film trägt, da zu Beginn die Familie Winchester (Sarah, Marian Marriot & Henry) eingeführt wird, aber Clarke ganz klar das meiste Charisma versprüht und sich der Film meist auf ihn und seine Arbeit mit der etwas unheimlichen aber innerlich gebrochenen Sarah Winchester (Helen Mirren) konzentriert.


Alles in allem hat mich Winchester positiv überrascht. Ich habe kaum Erwartungen an den Film gesetzt, aber Handlung, Atmosphäre, Hauptcharakter und die allgemeine Inszenierung überzeugen. Der Film geht eher in Richtung Gruselfilm, was im Vergleich zu den üblichen modernen Horrorfilmen sehr erfrischend wirkt. Ich gebe Winchester das Prädikat sehenswert und wünsche mir in Zukunft mehr Horrorfilme, die auf subtilem Horror aufbauen!

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Zuletzt gesehen #5: Rings & The Last Witch Hunter | Gedankenspiel

Herzlich willkommen zur ersten Folge von „Zuletzt gesehen“ im neuen Jahr. Heute geht es mir um Filme, die richtig gut hätten sein können, aber an verschiedenen Problemen krankten. Viel Spaß!


Rings 

Bei Rings handelt es sich um den dritten Teil der amerikanischen Ring-Filme, die als Remake der japanischen Ringu angesehen werden, welche wiederum auf dem japanischen Roman The Ring und dessen Nachfolgern basieren. Außerdem gibt es noch die koreanische Verfilmung The Ring Virus. Die japanischen Ring-Filme kenn ich (noch) nicht, aber die beiden ersten amerikanischen Filme habe ich gesehen und die sind meiner Meinung nach ganz okay. Kommen wir nun also zu Rings.

Der dritte Teil spielt 13 Jahre nach Ring, den Zusammenhang müsst ihr selbst suchen und handelt von Julia die sich um ihren Freund Holt sorgt der auf dem College das ebenso legendäre wie mysteriöse wie tödliche Video erforscht. Als Julia den Fluch auf sich nimmt, um Holt zu retten, macht das Paar eine erstaunliche Entdeckung.

Das Beste an Rings ist der clevere Titel, denn durch das S wird das Vorhandensein von vielen Killervideos verdeutlicht. Was jedoch nicht funktioniert, ist der fehlende Spannungsbogen und die, selbst für das Ringu Franchise, abstruse Handlung mit einem Video im Video.

Zusammengefasst ist Rings kein kompletter Ausfall, aber hat die Reihe diesen Film unbedingt gebraucht? Wenn man mich fragt, dann nicht. Rings bringt dem Franchise nichts Neues und ist im Endeffekt nicht mehr als der klägliche Versuch, eine alte Horrorreihe für die aktuelle Generation an Filmfans zurückzubringen. Es fehlt der billige Charme der japanischen Filme und die durchgehend düstere Atmosphäre der alten amerikanischen Teile.


The Last Witch Hunter

Im fernen Jahr 2010 stand The Last Witch Hunter auf der sogenannten Black List Hollywoods, die die beliebtesten unverfilmten Skripte enthält. Im Jahr 2015 erschien The Last Witch Hunter unter der Regie von Breck Eisner mit Vin Diesel in der Hauptrolle.

Im Zentrum steht der unsterbliche Hexenjäger Kaulder, der im Namen der Organisation Axt & Kreuz für den Erhalt des Waffenstillstands zwischen Menschen und Hexen als eine Art Gesetzeshüter fungiert. Als der Belial die Hexenkönigin, Kaulders Erzfeindin und der Grund für seine Unsterblichkeit, wiederbeleben möchte, muss der Hexenjäger mit Glatze alles aufbieten, um die Welt zu retten.

The Last Witch Hunter hat ein hervorragendes Word-Building, welches mich positiv an Werke wie Hellblazer, oder die Blade-Filme erinnert. Diese zweite, magische Gesellschaft im Schatten übt einen großen Reiz aus und ich hätte gern viel mehr über diese  Welt erfahren. Leider krankt The Last Witch Hunter neben dem hölzernen Schauspiel aller Beteiligten an einer zu kurzen Laufzeit, um den Zuseher wirklich in den Bann zu ziehen. The Last Witch Hunter hätte als Serie mit ein bis zwei Staffeln wesentlich besser funktioniert, da man sich so mehr auf die Figur des Kaulder, die Hexen und die Welt selbst hätte konzentrieren können. Das geplante Sequel wird es vermutlich nie geben, da der Film ein kommerzieller Misserfolg war.

Im Vergleich zu Rings schafft es The Last Witch Hunter, Spannung zu erzeugen und kann durch starke Bilder und eine interessante Welt überzeugen, wobei man von Letzterem wesentlich mehr hätte sehen müssen. Vielleicht kommt irgendwann eine Serienadaption, die das komplette Potential von The Last Witch Hunter ausschöpft.


Das war die fünfte Folge von „Zuletzt gesehen“ und wir lesen uns im nächsten Beitrag wieder!

From Dusk Till Dawn | Review

Titel: From Dusk Till Dawn
Originaltitel: From Dusk Till Dawn
Laufzeit: 104 Minuten
Produktionsland: USA
Genre: Horror/Gangsterfilm & Roadmovie

Im Zuge der ersten Staffel von From Dusk Till Dawn habe ich mir den ersten Film nochmal angesehen und wie meine Meinung dazu ist, erfahrt ihr jetzt.


Die Brüder Seth & Ritchard Gecko fliehen nach einem Banküberfall mit mehreren Todesopfern in Richtung mexikanische Grenze. Verfolgt wird das Paar von der Polizei & Texas Rangern. Während sich Seth als taktisch agierender Dieb entpuppt, zeigt sein Bruder Anzeichen einer schweren psychischen Störung.

Nach einem kurzen Aufenthalt in einem Motel entführen die Brüder die Familie Fuller, bestehend aus Jacob & seinen Kindern Kate & Scott, um sicher über die Grenze zu kommen.

Als dieses Vorhaben gelingt, kommt die Gruppe zum Titty Twister, einer Biker/Truckerbar. Dort wollen die Gecko Brüder auf ihren Kontaktmann warten. Das Titty Twister entpuppt sich als Vampirhort. Zusammen mit den Gästen Sex Machine & Frost kämpft die Truppe um ihr Überleben.


From Dusk Till Dawn besticht durch hervorragende Dialoge, interessante Figuren und für die damalige Zeit hervorragende Effekte. Mein Highlight ist die Besetzung an sich, wobei George Clooney als Seth & Quentin Tarantino als Richard Gecko perfekt harmonieren. Der legendäre Tom Savini sorgt als Sex Machine für den einen oder anderen Lacher, während der Rest mit pfiffigen Dialogen punktet. Man merkt, dass Quentin Tarantino am Drehbuch mitgewirkt hat.

Neben den Schauspieler ist das Design der Vampire auch nach über 20 Jahren hervorragend gealtert. Die Monster haben etwas schlangenhaftes, aber auch fledermausartiges an sich, was sie schaurig & faszinierend macht. Auch stimmt die düstere Stimmung, welche durch etwas Humor aufgelockert wird.


Zusammengefasst ist From Dusk Till Dawn einer jener Filme, die ich immer wieder sehen kann. Die simple Geschichte wird durch die interessanten Figuren, die knackigen Dialoge & die düstere Atmosphäre aufgewertet. Dazu kommt eine stimmige musikalische Untermalung. Ich gebe From Dusk Till Dawn das Prädikat sehenswert!

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Get Out | Review

Titel: Get Out
Originaltitel: Get Out
Laufzeit: 104 Minuten
Produktionsland: USA
Genre: Horror

Zu Get Out habe ich mich bisher nur kurz in einem Monatsrückblick geäußert. Da dieser Film jedoch eine eigene Review verdient, möchte ich das nun nachholen!


Der Afroamerikaner Chris Washington ist seit knapp fünf Monaten mit der weißen Rose Armitage zusammen. Beide besuchen erstmals Rose Eltern auf deren abgelegenen Landsitz. Rose Eltern wissen nichts von Chris Hautfarbe, jedoch schwört Rose, dass ihre Eltern keine Rassisten sind. Dieser Eindruck scheint sich zu bestätigen, als Chris äußerst herzlich von der Familie Armitage empfangen wird. Bald häufen sich jedoch die seltsamen Vorkommnisse und Chris fühlt sich zunehmend unwohl in der Gegenwart der Armitages. Als er von Rose Mutter Missy hypnotisiert wird, dies jedoch als Traum abtut, kommt der wahre Albtraum. Auf einer Gartenparty wird Chris sowohl offen, als auch unterschwellig auf seine physischen Merkmale reduziert. Verschlimmert wird dies durch den Umstand, dass fast alle Gäste weiße, reiche Leute sind. Chris wird klar, dass hier etwas nicht stimmt und möchte weg, jedoch wird er lernen, dass es keinen Fluchtweg gibt.


Get Out ist einer der ungewöhnlichsten Horrorfilme, die ich je gesehen habe. Dieser Film kombiniert die Genres Horror, Thriller sowie Gesellschaftssatire und kombiniert diese mit einer Prise Humor. Es ist faszinierend, wie vielschichtig Get Out ist und dieses Spiel mit offenem sowie unterschwelligem Rassismus fällt bemerkenswert ins Auge. Da dies jedoch den großen Reiz von Get Out ausmacht, möchte ich mich nicht in Details verlieren, um zu viel zu verraten. Wer den Film aufmerksam verfolgt, wird viele Details entdecken, die die kommenden Ereignisse ankündigen. Der Horror entwickelt sich langsam und dem Protagonisten wird erst viel zu spät klar, dass ein Strick um seinen Hals gelegt wurde. Neben der Verarbeitung von Rassismus setzt Get Out auf eine ausgewogene Mischung aus Spannung & Humor, der teils etwas skurril wirkt. Im letzten Akt verkommt Get Out zum genretypischen Massensterben, wobei das Klischee, der Schwarze stirbt zuerst, ins krasse Gegenteil verkehrt wird. In diesem Film werden generell kaum Klischees aus dem Horrorgenre verwendet, was sehr erfrischend wirkt.


Alles in allem gehört Get Out zu einem der besseren Vertreter des Horrorfilms. Neben der vielschichtigen Thematik & der Vermischung der Genres besticht der Film durch eine spannende Handlung, dem Verzicht auf Klischees, sowie einem starken Cast & dem gelungenen Einsatz von Musik. Von mir bekommt Get Out das Prädikat sehenswert!

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Don’t Knock Twice | Double Feature Review

Heute habe ich etwas Besonderes für euch, und zwar zwei Reviews zum selben Thema. Don’t Knock Twice ist sowohl ein Horrorfilm aus dem Jahr 2017 als auch ein gleichnamiges Videospiel, entwickelt von Wales Interactive. Zuerst stelle ich euch den Film und danach das Videospiel vor. Viel Spaß!


Don’t Knock Twice ist ein britischer Horrorfilm aus dem Jahr 2016 und ich wusste nicht, dass dieser Film aus dem Vereinten Königreich kommt, bis ich die Recherchen für diesen Beitrag gemacht habe. In den Hauptrollen sieht man Katee Sackhoff (Battlestar Galactica) & Lucy Boynton.


Für Chloe (Lucy Boynton) und ihren Freund wird eine urbane Legende um das leer stehende Haus einer Hexe zum Verhängnis. Als die beiden in jugendlichem Leichtsinn, gepaart mit Dummheit, zweimal an die Tür des verlassenen Haus klopfen, werden sie scheinbar verflucht.
Chloes Freund verschwindet und unsere Protagonistin sucht Zuflucht bei ihrer Mutter, da sie unter Wahnvorstellungen leidet. Zusammen mit ihrer Mutter will sie den Grund hinter dem Spuk ergründen und den Fluch brechen, bevor es zu spät ist.


Grundlegend bewegt sich Don’t Knock Twice im Mittelfeld der Horrorfilme. Nicht wirklich gut aber auch nicht wirklich schlecht. Die Grundidee finde ich interessant und es ist schon ulkig das niemand diese alte Bruchbude abreißt, die einsam & verlassen in der einer Autobahn verrottet.
Die Dynamik der beiden Hauptdarstellerinnen gefällt mir sehr und die Atmosphäre wirkt im Grunde sehr gut.
Für einen Filmabend taugt dieser Horrorfilm auf jeden Fall und jetzt kommen wir zum gleichnamigen Videospiel.


Das Videospiel Don’t Knock Twice spielt im gleichen Universum wie der Film und teilt sich mit diesem auch den urbanen Mythos.
In der Rolle von Jess erkundet man das riesige Eigenheim und muss Chloe, die Tochter von Jess, finden. Ob es sich bei diesen Figuren um das gleiche Gespann wie im Film handelt, ist zumindest mir, nicht ganz klar.

Im ganzen Anwesen findet man immer wieder Tagebücher, Notizen & andere Schriftstücke die Hintergrundinformationen zum Geschehen sowie den Figuren liefern.


In Punkto Story & Gameplay ist Don’t Knock Twice eher sparsam gehalten, wobei die Hintergrundinformationen interessante Details zu Tage fördern.
Das Gameplay beschränkt sich rein auf das Erkunden des Anwesens sowie dem interagieren mit einigen Gegenständen.

Es gibt jedoch auch die Möglichkeit eine Axt zu nutzen, um Türen zu zerstören und einen Flammenwerfer (so etwas ähnliches zumindest) kann man sich ebenfalls basteln.
Die große Stärke dieses Spiel liegt ganz in der Optik & der Akustik. Kaum ein anderes Horrorspiel beherrscht das Spiel von Licht & Schatten so gut wie Don’t Knock Twice. Die Atmosphäre ist unglaublich, dicht wenn man nur mit einer Kerze seinen Weg erleuchtet und immer wieder andere Kerzen anzünden kann. Dazu kommt das Klopfen. Wer den Film kennt weiß, dass das Klopfen die Hexe ankündigt. Es ist verblüffend wie Paranoid man wird, wenn man nicht als Beobachter sondern als aktiver Teilnehmer durch das Haus wandert.
Man kann Don’t Knock Twice als mit Playstation VR spielen. Ich habe das noch nicht getan weil mir das normale Erlebnis, dank 7.1 Heimkino, bereits reicht.


Das Videospiel Don’t Knock Twice ist bei weitem gruseliger & atmosphärischer als der Film aber leider bleiben dafür das Gameplay & die Handlung etwas auf der Strecke.
Ich kann den Film, als Teil des oberen Mittelfelds der Horrorfilme, empfehlen ebenso wie das Spiel und beides ergibt eine interessante Kombination, da der Film mehr Handlung hat aber dafür weniger Gruselatmosphäre während es im Spiel umgekehrt ist.
Das wars soweit von meiner Seite. Wir lesen uns beim nächsten mal!

ES/IT (2017) | Review | All Hail to the King! Stephen King Verfilmungen #6

Vor 27 Jahren erschien ES und brachte den todbringenden Clown Pennywise in das Medium Film. 2017 wurde ES neu verfilmt und diesen Film habe ich sehnlichst erwartet, da der dunkle Turm mich enttäuscht hat. Da dieser Film aktuell ist, werde ich Spoiler möglichst vermeiden. Viel Spaß!


Alle 27 Jahre passiert in der Stadt Derry ein Unglück. Mal ist es eine Explosion mit zahlreichen Todesopfern oder ein Nachtklub brennt nieder.  Zu Beginn des Films spielt der Junge Georgie im Regen, mit einem Papierschiff das ihm von seinem Bruder Bill gebastelt wurde. Der Prolog endet mit Georgies gewaltsamen Tod durch Pennywise, den tanzenden Clown.

Ab dann stellt der Film uns die sieben Protagonisten, den sogenannten Club der Verlierer, vor. Diese Truppe besteht aus folgenden Personen:

  • Bill Denbrough (Jaeden Lieberher)
  • Beverly Marsh (Sophia Lillis)
  • Ben Hanscom (Jeremy Ray Taylor)
  • Richie Tozier (Finn Wolfhard)
  • Eddie Kaspbrak (Jack Grazer)
  • Mike Hanlon (Chosen Jacobs)
  • Stanley Uris (Wyatt Oleff)

Jede dieser Personen hat eine „Schwäche“, aufgrund derer sie zum Ziel von Spott und Mobbing werden.  Nachdem jeder der sieben eine Begegnung mit Es hatte, beschließt der Club der Verlierer dem Grauen ein Ende zu setzen und nehmen den Kampf auf.


ES setzt von Anfang an auf ein höheres Tempo, als man es von anderen Horrorfilmen gewohnt ist. Bei der langen Laufzeit von über zwei Stunden ist das ein logischer Schritt um Leerlauf, also Szenen, in denen Langeweile aufkommen kann, bestmöglich entgegen zu wirken.
Was die Gewalt angeht, ist ES relativ schonungslos & hat mich mehr als einmal mit einer drastischeren Darstellung überrascht. So wird einfach so ein Arm abgerissen oder ein H in einen Magen geritzt.
Neben den treibenden Szenen, in denen Pennywise für Psychoterror sorgt, gibt es auch Szenen, die komplett ohne ihn auskommen. Dort werden die Figuren vertieft & Themen wie Freundschaft oder das Erwachsenwerden behandelt. Dem Film gelingt eine gelungene Mischung aus Charakterzeichnung & treibendem Horror.
In Kombination mit der hervorragende Soundtrack, gut gemacht Benjamin Wallfisch, ergibt sich eine düstere Atmosphäre, die immer wieder für kurze Zeit aufgelockert wird.


Der Cast ist überraschend stark und ich war verblüfft, wie gut die jungen Schauspieler ihre Rollen spielen. So haben wir einen Nicholas Hamilton, der seine Rolle als psychopathisches Schwein namens Henry Bowers sehr glaubhaft darstellt. Die Mitglieder des Clubs der Verlierer werden ebenfalls glaubhaft verkörpert, wobei mir Sophia Lillis als Beverly Marsh am glaubhaftesten erschien. Ein Vergleich mit Annabelle Creation lässt sich nicht vermeiden, da dieser Film ebenfalls hervorragende Kinderschauspieler hat!
Mein absolutes Highlight war jedoch Bill Skarsgård als das Monster ES beziehungsweise als Pennywise. Ich war überrascht, wie Skarsgård den Horrorclown darstellt. Dieser Pennywise ist absolut bedrohlich aber auch lustig, jedoch entsteht der Humor durch die Brutalität des Clowns. Das klingt irgendwie seltsam, wenn man es so erklärt.


Alles in allem ist Es von 2017 eine gelungene Mischung aus Coming-of-Age-Film & Horrorfilm. Die Besetzung ist sehr stark, die Effekte hochwertig und die Soundkulisse äußerst stimmig. Was Stephen King Verfilmungen angeht, haben wir es hier mit einer der besten zu tun die je produziert wurden. Besonders die Nähe zum Roman ist eine große Stärke des Films!

Was Regisseur Andrés Muschietti ist ein Horrorfilm, der den Grusel nicht durch billige Tricks, sondern einem talentierten Schauspieler und dem Spiel mit den Ängsten erzeugt. Wer auch nur ein klein wenig Interesse an Horrorfilmen oder Stephen King hat, kommt an diesem Film nicht vorbei.


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Der Nebel | Review | All Hail to the King! Stephen King Verfilmungen #5

Aktuell läuft ja auf Netflix eine TV-Serie, die auf der Stephen Kings Geschichte „Der Nebel“ basiert aber um diese geht, es heute nicht. Heute geht es mir um den 2007 veröffentlichten Horror-Thriller „Der Nebel“ und eins vorweg, ich mag den Film sehr. Viel Spaß also!


Der Film beginnt mit einem Sturm der die Gemeinde Castle Rock, in Maine, heimsucht. Da das Haus des Künstlers David beschädigt wird, fahren er, sein Nachbar Brent & Davids Sohn Billy in die Stadt um Einkäufe zu tätigen und Material für die Reparatur zu besorgen.

Ein mysteriöser Nebel breitet sich jedoch in der Gegend aus. Im Inneren des Nebels verbergen monströse Kreaturen, die auf Beute warten. Das Trio um David verbarrikadiert sich im örtlichen Supermarkt mit einigen weiteren Bewohnern.

Als die religiöse Fanatikerin Mrs. Carmody den Nebel als Strafe Gottes proklamiert, spalten sich die Anwesenden in zwei Gruppen. Einmal die Fanatiker um Mrs. Carmody und dann die praktisch denken Menschen um David. Schließlich kochen die Emotionen immer weiter hoch und als es einen Toten gibt eskaliert die Situation endgültig. Schließlich tötet der Angestellte Ollie, Mrs. Carmody mit einem gut platzierten Kopfschuss, jedoch ist die sichere Bastion gefallen.

David, Billy und drei andere entkommen in einem Wagen. Der Nebel ist überall und als dem Wagen der Sprit ausgeht, scheint alle Hoffnung verloren. David hat einen Revolver dabei. Vier Patronen für fünf Leute. Welch grausames Ende.


Der Nebel besticht durch hervorragende Schauspieler und einer gelungenen deutschen Synchronisation. Dazu kommen starke Szenen, wie das Menschenopfer um Gott zu beschwichtigen oder das Ende, mit der Frage über Leben & Tod.
Für einen FSK 16 Film ist der Nebel ungewöhnlich brutal und allen voran eklig. Es wird kaum mit Blut & verätzten Körper gegeizt. Die Gewalt ist jedoch nicht überzogen, sondern ein Stilmittel angesichts der unbekannten Gefahr. Was mich verwundert ist das Thema des religiösen Fanatismus. Es wird ohne Schonung gezeigt, was der Glaube bewirken kann und wie weit die Überlebenden in ihrem theologischen Wahn gehen.


Alles in allem ist der Nebel ein starker Horror-Thriller mit eindrucksvollen Szenen, gelungenen Effekten & hervorragenden Schauspielern. Es ist bemerkenswert, wie vielschichtig dieser Film ist aber nicht den moralischen Zeigefinger schwingt. Ich kann diesen Film auf jeden Fall weiterempfehlen!

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DerStigler

Ainu89

Filmlichtung

 

Thinner – Der Fluch | Review | All Hail to the King – Die Stephen King Verfilmungen #3

Nach meiner Review zu Die Verurteilten hat es automatisch jeder Film schwer. Dennoch möchte ich Thinner – Der Fluch eine faire Chance geben aber es ist allgemein bekannt, dass die Horrorfilme des King Werkes eher schwach sind. Ich bin gespannt, ob mich dieser Film aus dem Jahr 1996 begeistern wird!


Billy Halleck ist ein übergewichtiger Anwalt. Nach einem Abendessen, einer Autofahrt, inklusive Blowjob, überfährt Billy eine alte Zigeunerin. Mithilfe des befreundeten Richters und des ebenfalls befreundeten Polizeichefs wird Billy im anschließenden Prozess freigesprochen. Die Strafe erfolgt jedoch in Form des Vaters der toten, dem Zigeuner Tadzu Lempke. Dieser seltsame alte Mann belegt Billy, Richter Carry & Polizeichef Duncan je mit einem Fluch, der sich unterschiedlich auswirkt.
Billy verliert von diesem Ereignis an jeden Tag mehr und mehr Gewicht. Da unser „Held“ stark übergewichtig ist, ist die Freude groß. Die Freude schwenkt jedoch bald in Sorge um, als Billy immer weiter abmagert. Als schließlich Richter Carry verschwindet & Duncan Selbstmord begeht, wird eines klar. Billy muss den Fluch loswerden, bevor ihm die Zeit abläuft.


Thinner – Der Fluch ist eindeutig dem Horrorgenre zuzuordnen, wobei Elemente des Thrillers & des Bodyhorrors (Veränderung des Körpers) Einzug halten. Die Leistung der Schauspieler ist sehr durchwachsen. Bis auf den Hauptdarsteller Robert John Burke (Billy), der als einziger wirklich Charisma in den Film bringt, wirkt der Rest des Casts fast schon hölzern. Die deutsche Synchronisation tut ihr Übriges. Positiv anzumerken sind die Effekte, die einen gewissen Ekel erzeugen und der Soundtrack von Daniel Licht.


Das wars soweit meiner Seite. Wer mehr zum Thema Stephen King lesen möchte schaut auf den Blog von Ainu89  vorbei oder klickt auf diesen Link um alle Beiträge aus unserem Special in einer schicken Übersicht zu haben!

Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Annabelle: Creation | Review

Eigentlich wollte ich bis zum Erscheinen von Annabelle: Creation die restlichen Conjuring Filme besprochen haben. Leider, oder besser gesagt zum Glück, wurde daraus nichts, denn so bin ich nun in der glücklichen Lage, mit der Vorgeschichte zu beginnen. Viel Spaß also mit meiner Review zum 2017 erschienenen Annabelle: Creation, welcher unter der Regie von David F. Sandburg (Lights Out) entstanden ist.


Im Jahr 1943 verlieren der streng gläubige Puppenmacher Samuel Mullins (Anthony LaPaglia) und seine Ehefrau Esther (Miranda Otto) ihre geliebte Tochter Annabelle, genannt Bee, bei einem Autounfall. In ihrer Verzweiflung beten sie zu jeder Macht, um ihr kleines Mädchen, bzw. zumindest einen Teil von ihr, wieder zu erlangen, ohne zu wissen, was sie eigentlich in ihr Haus & die Puppe Annabelle (benannt nach der Tochter) eingeladen haben.

12 Jahre später, sprich 1955, laden die Mullins die Nonne Schwester Charlotte und Waisenmädchen, die durch die Schließung ihres alten Waisenheims auf der Straße gelandet sind, in ihr Haus ein. Die Kinder leben sich schnell im Haus ein aber eines der Mädchen, Janice, die an den Folgen der Kinderlähmung leidet, wird durch Textnachrichten in Bee’s Zimmer gelockt, befreit aus Versehen die Puppe Annabelle und entfesselt somit das Böse.

Annabelle: Creation erzählt eine spannende Geschichte und bringt in 109 Minuten eine Menge an Exposition über die Bühne, wirkt aber nicht überladen. Neben der spannenden und sehr atmosphärischen Geschichte wartet Annabelle: Creation mit einer starken Besetzung auf. Überraschenderweise spielen die Kinder wesentlich glaubhafter & besser als die erwachsenen Schauspieler.

 


Positiv fallen die Effekte & die dichte Atmosphäre auf. Annabelle Creation in Punkto Horror, Atmosphäre & Effekte dem ersten Annabelle Film in nichts nach. Die Spannung baut sich langsam auf und steigert sich langsam bis zu einem grausigen Höhepunkt, an dem der psychologische Terror des Dämons fast schon absurde Züge annimmt. Hier sei angemerkt, dass man die Kreatur fast nie sieht. So wird der subtile Horror gestärkt, denn das, was man nicht sieht, ist wesentlich gruseliger als das, was man sieht.


Zusammengefasst ist Annabelle Creation ein gruseliger & atmosphärischer Horrorfilm. Mich verblüfft es immer wieder, dass die Annabelle Filme wesentlich unheimlicher sind als die Conjuring Filme. Was mir am Film gefällt, habe ich bereits in der Review genannt und muss nicht wiederholt werden. Für Annabelle Creation spreche ich eine klare Empfehlung aus und aufmerksame Fans werden so manches Easter Egg finden.
Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns beim nächsten Mal!