Nerd.Ics liest … Bitch Planet 1 & 2 | Review

Titel: Bitch Planet 1: Extraordinary Machine / Bitch Planet 2: President Bitch
Autor: Kelly Sue Deconnick
Zeichner: Valentine De Landro
Seiten: 136 / 144
Verlag: Image Comics

Harter Stoff mit einer brutalen, aber sehr sehr wichtigen Message!


Harte Kernfakten

Titel: Bitch Planet 1: Extraordinary Machine / Bitch Planet 2: President Bitch
Autor: Kelly Sue Deconnick
Zeichner: Valentine De Landro
Seiten: 136 / 144
Verlag: Image Comics


Man stelle sich folgendes vor: Frauen werden verurteilt aufgrund ihres Aussehens, ihrer sexuellen Orientierung, ihres nicht konformen Verhaltens, oder weil sie ganz einfach nicht die klassische Hausfrau sein wollen. Ihr fragt euch jetzt, warum ich euch darum bitte, euch etwas vorzustellen, das größtenteils der Alltag in unserer Gesellschaft ist? Nun ja, in „Bitch Planet“ trifft das Wort „verurteilt“ im wahrsten Sinne des Wortes zu. „Bitch Planet“ spielt in einer alternativen Zukunft und dreht sich um ein Frauengefängnis auf einem anderen Planeten. Das Regime verfrachtet alle verurteilten Frauen in ein Transportshuttle, welches sie in ein Hochsicherheitsgefängnis im Weltall bringt.

(c) Image Comics

Genau hier steigt Band 1 ein. Man sieht, wie eine neue Gruppe von Häftlingen ankommt und sämtliche Aufnahmerituale durchläuft. Es wird sofort klar, dass Gewalt von Wachen gegenüber Insassinnen an der Tagesordnung steht und es wird im zweiten Band sogar mal die Aussage gemacht, nachdem eine Insassin gestorben ist, dass dies nichts Ungewöhnliches sei, da hier ja täglich Häftlinge sterben.

Kurz nach Ankunft wird ein Aufstand angezettelt, bei dem eine Insassin von Wachen getötet wird, der Mord jedoch einer der Protagonistinnen, Kamau Kogo, angehängt wird. Sie kommt in Einzelhaft und wird diversen Befragungen unterzogen.
Währenddessen sehen wir in einem weiteren Handlungsstrang, was auf der Erde passiert und wir erfahren ein bisschen was über das herrschende System und dass es eine Sportart gibt, welche dem American Football sehr ähnlich sein soll und welche weltweit verfolgt wird, jedoch nicht mehr die Einschaltquoten bringt, die sie eigentlich haben sollte.
Nun kommt die geniale Idee, es wird ein Team bestehend aus Insassinnen aus dem Gefängnis aufgestellt, eine Arena auf dem Planeten gebaut und das größte Sportevent aller Zeiten veranstaltet. Ob es dazu kommen wird und wie es mit den Protagonistinnen weitergeht, möchte ich hier nicht spoilern.

(c) Image Comics

Mein Fazit dazu ist, dass es definitiv kein Comic für schwache Nerven ist. Man bekommt sehr viel rohe Gewalt und Brutalität geliefert, welche, meiner Meinung nach, aber voll und ganz angebracht ist, da man diese Thematik und diese Message nicht anders rüberbringen kann. Message ist das richtige Stichwort, ein Comic der, überspitzt natürlich, ganz klar zeigt wie oberflächlich unsere Gesellschaft noch immer ist. Der Comic hält unserer Gesellschaft ganz klar den Spiegel vor die Nase und das mit einer erfrischenden brutalen Ehrlichkeit. George Orwell wäre vermutlich stolz auf so einen Comic.
Vielleicht noch eine kleine Anmerkung zu den Zeichnungen und der Aufmachung der beiden Paperbacks. Ich mag den Zeichenstil unheimlich gerne und vor allem fand ich auch genial, was so zwischen den Heften an „Werbung“ und andere Dinge eingestreut wurde.

Die Serie ist, meines Wissens, nach Band 2 eingestellt worden und nur in Englisch erschienen, jedoch sprachlich nicht die ganz große Hürde. Der Comic ist vermutlich nicht für jede Person geeignet, aber bekommt von mir eine ganz klare Leseempfehlung, weil er bei mir einfach einen Nerv getroffen hat.


Vielen Dank an @nerd.ics für diesen tollen Beitrag! Schaut doch mal bei seinem Instagram vorbei!

Wytches (Comic) | Review

Titel: Wytches
Autor: Scott Snyder
Zeichner: Jock
Verlag: Image Comics
Sprache: Englisch
Seiten: 144
Erschienen: 7. Juli 2015

2018 ist eindeutig mein Jahr um ein Fan von Scott Snyder zu werden. Nach den gelungenen Dark Nights: Metal Comics und Justice League: No Justice liegt All-Star Batman auf meinem Lesestapel. Im Zuge meines (unseres) Comic Specials habe ich nach Horror Graphic Novels gesucht. Auch hier hat Mr. Snyder ausgeholfen.

Kernfakten zum Comic

Titel: Wytches
Autor: Scott Snyder
Zeichner: Jock
Verlag: Image Comics
Sprache: Englisch
Seiten: 144
Erschienen: 7. Juli 2015

Kram von Scott Snyder:


Handlung: Zwischen Horror und Familiendrama

Sailor Rooks, die Tochter der Familie Rooks hat es wirklich nicht leicht. An ihrer alten Schule wurde sie grundlos, aber gnadenlos, gemobbt. Nachdem die Peinigerin von Sailor spurlos verschwunden ist, zieht die Familie Rooks in einen neuen Ort, Litchfield New Hampshire, um von vorn anzufangen.

Doch in den Wäldern um das beschauliche Örtchen Litchfield lauert etwas Unheimliches und unsagbar böses, dass nur darauf wartet das zerbrechliche Familienidyll zu zerstören und die Krallen nach Sailor auszustrecken. Für die Familie Rooks beginnt eine psychische wie physische Reise durch die Hölle, denn die Hexen sind hungrig …

Meine Meinung zum Comic

Wytches erfindet das Horrorgenre nicht neu erzählt aber eine spannende Geschichte und wirft ein anderen Licht auf die Thematik Hexen, besonders auf die Darstellung der Kreaturen. Ergänzend zum Horror mit den Wald- und Höhlenbewohnern kommt eine große Portion persönlicher Dramen, familiärer Probleme sowie Surrealismus um die Handlung abzurunden.

Etwas Kritik muss ich an der Erzählstruktur anbringen, da die Handlung manchmal etwas zu hektisch erzählt wird und so manche Aktion der Protagonisten überstürzt wirkt.

Ein Lob verdient allerdings die Arbeit des Zeichners Jock, die perfekt zur düsteren Handlung passt und allgemein die Atmosphäre gelungen widerspiegelt. Dazu die Darstellung der Hexen wirkt grotesk und abnormal während die Emotionen der menschlichen Figuren glaubhaft dargestellt werden. Außerdem wird viel mit Farben sowie Schatten gespielt, um alles fremdartig wirken zu lassen und den Surrealismus zu steigern.


Fazit

Alles in allem ist Wytches eine solide Horror Graphic Novel, die in erster Linie von ihrem Zeichenstil und dem von Anfang an implementieren Horror lebt. Autor Scott Snyder hat ein Händchen für Geschichten mit unheimlichen Elementen und schlägt gern in dezent psychedelischen Horror um, der die ProtagonistInnen an den Rand der Belastbarkeit treibt. Zeichner Jock setzt die Geschichte von Snyder in einprägsame Bilder um, die die düstere Geschichte nochmal deutlich hervorheben.

Wer eine kleine Horrorserie für zwischendurch sucht kann bei Wytches gern zugreifen!
Ich vergebe die Wertung lesenswert!

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag.