Soul (2020)| Review

Titel: Soul
Originaltitel: Soul
Regie: Peter Docter
Laufzeit: 100 Minuten
Release: 2020

Soul ist ein Film mit Herz und das überrascht auch nicht, da Pete Docter (Oben, Wall•E) Regie führte und am Drehbuch mitgewirkt hat. Also habe ich mich auf den Film gefreut und konnte ihn sehr genießen!


Kernfakten aus dem Jenseits

Titel: Soul
Originaltitel: Soul
Regie: Peter Docter
Laufzeit: 100 Minuten
Release: 2020


Joe Gardner hat sein Leben dem Jazz verschrieben. Er arbeitet als Musiklehrer in New York, hat aber schon immer davon geträumt ein berühmter und erfolgreicher Jazzmusiker zu werden. Als sein Traum plötzlich in greifbare Nähe rückt fällt er auf dem Weg zu einem Auftritt in einen Gullideckel. Dabei landet er in einer anderen Dimension.

Joes Seele wird dabei von seinem Körper getrennt. Er landet auf dem Weg zum Jenseits, von dem er jedoch entkommt und an einen Ort namens „Davorseits“ gelangt. Dort entwickeln Seelen ihre Leidenschaften und Persönlichkeiten, bevor sie als Neugeborene auf die Welt kommen. Joe lernt 22 kennen, eine Seele mit trüben Blick auf das Leben. Als beide in vertauschten Körpern (22 in Joes Körper und Joe im Körper einer Katze) beginnt für beide die Reise, ihre richtigen Körper zu erlangen und 22‘s Leidenschaft zu entdecken …


Lasst mich den offenkundigen Elefanten im Raum ansprechen. Soul ist kein Film, der sich ausschließlich an ein junges Publikum richtet. Ganz im Gegenteil ist Soul eher für ein erwachsenes Publikum ausgelegt, da viele der behandelten Thematiken und der Plot allgemein für ältere Zuseher geschrieben ist. Das zentrale, wenngleich unausgesprochene, Thema ist Joe‘s Midlife-Crisis, was sich klar vom „Glaub an deine Träume!“ Einheitsbrei abhebt.

Viel mehr steht die Suche nach dem Sinn des Lebens im Vordergrund und offenkundige Herzenswünsche treten in den Hintergrund gegenüber Dingen, die wesentlich wichtiger erscheinen. Dies merkt man besonders gegen Ende des Films, wenn Joe lernt, was wirklich ist und auch 22 eine tiefgreifende Veränderung erlebt.

Dabei muss man positiv anmerken, dass der Film keine befriedigende Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens, aber dafür eine allgemeine Antwort gibt, mit der man gut leben kann und die Raum für eigene Gedanken lässt. Abgedroschene Metaphern werden ebenso vermieden, wie ein mahnender Zeigefinger. Man merkt also, dass der Film auf erzählerischer Ebene sehr viel richtig macht und neben einem Wohlfühleffekt am Ende auch gewichtige Themen anspricht, die für jeden Erwachsenen relevant sind. Auch verliert sich der Film nicht in endloser Philosophie, sondern bleibt stets stringent in seiner Erzählung und baut nebenbei einen eigenen Kosmos auf.

Stilistisch bietet Soul einen angenehmen Kontrast aus dem relastischen New York und den jenseitigen Welten. Abstrakte Konzepte kollidieren mit Realismus und ergeben, ähnlich wie bei Alles steht Kopf, eine äußerst interessante Mischung, deren künstlerischen Wert man nicht verachten sollte.

Ergänzt wird dies durch einen hörenswerten Soundtrack und eine hochwertige deutsche Synchronisation.


Zusammengefasst ist Soul ein sehr schöner, anspruchsvoller und hochwertiger Pixar Film, dessen Zielgruppe klar ein älteres Publikum ist, aber das wird sehr gut unterhalten. Natürlich ist der Film auch kinderfreundlich, man merkt aber definitiv die Fokussierung auf ältere Zuseher. Ich kann Soul definitiv empfehlen und der Film bildet einen grandiosen Abschluss für ein Filmjahr 2020, oder einen starken Start ins Jahr 2021.

Ich vergebe für Soul die Wertung sehenswert+ !

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

WALL·E – Der letzte räumt die Erde auf | Review

Titel: WALL·E – Der Letzte räumt die Erde auf
Originaltitel: WALL·E
Regie: Andrew Stanton
Laufzeit: 98 Minuten
Release: 2008

Ich habe eine Schwäche für die Filme von Pixar und mag Dystopien und Science-Fiction und Roboter. WALL·E ist also quasi dafür gemacht worden, um mich zu begeistern!


Staubige Kernfakten

Titel: WALL·E – Der Letzte räumt die Erde auf
Originaltitel: WALL·E
Regie: Andrew Stanton
Laufzeit: 98 Minuten
Release: 2008


Die Erde in ferner Zukunft. Wegen massiver Umweltverschmutzung gesteigertem Konsumverhalten und der darauffolgenden Vermüllung haben die Menschen ihre Heimat mit den Raumschiffen des BNL Konzerns verlassen. Ein Heer von Robotern des Wall•E Typs wurden zurückgelassen, um die Erde aufzuräumen. Anstatt diese Aufgabe in 5 Jahren, wie geplant, zu erledigen ist im Jahr 2805, 700 Jahre nach dem Exodus, ist nur noch der Roboter Wall•E übrig, welcher eine ein Bewusstsein entwickelt hat, nach Ersatzteilen für sich sucht und Dinge sammelt, die sein Interesse wecken.

Durch eine Kopie des Hello, Dolly! lernt er, dass es die Bestimmung von allen höheren Spezies ist sich zu verlieben. Eines Tages landet ein BNL Transporter auf der Erde und Wall•E trifft auf den „weiblichen“ Roboter Eve. Von da an ändert sich das Leben des kleinen Roboters für immer…


Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll. WALL·E ist auf vielen Ebenen ein grandioser Film. Im ersten Akt (40 Minuten) kommt der Film ohne Worte aus (bis auf die gesprochenen Eigennamen der beiden Roboter) und versprüht einerseits so viel Herz, wie kaum ein anderer Pixar Film ist, aber auch gleichzeitig eine überraschend harsche Kritik am Konsumverhalten der Menschen allgemein aber andererseits ist WALL·E äußerst zynisch aber auch düster.

Dies bemerkt man besonders an der Darstellung der Menschen als fette, faule Idioten. Mich erinnert diese, für Disney so dermaßen untypische, Darstellung stark an den Film Idiocrazy, welcher ebenfalls sehr clever war.

Clever ist das Stichwort. Die Handlung von WALL·E ist äußerst klug erzählt und beinhaltet überraschend viel Subtext, neben der herzerweichenden Beziehung zwischen Wall•E und Eve. Gleichzeitig ist die Atmosphäre in einem postapokalyptischen Setting sehr optimistisch, was ein krasser Gegensatz aber viel harmonischer ist als eigentlich sein sollte.

WALL·E begeistert aber nicht nur erzählerisch, sondern auch optisch. Egal ob es die dystopische Erde ist oder das Raumschiff der Menschen. Jeder Schauplatz versprüht viel Charme verblasst jedoch im Vergleich zu den beiden Hauptfiguren Wall•E & Eve, die so viel mehr Charme, Herz und Gefühl vermitteln als die meisten Figuren von Disney/Pixar.


Alles in allem ist WALL·E ein grandioser, emotionaler Film dessen größte Stärken die vielschichtige Handlung, der zynische Ton, die herzerwärmenden Charaktere, die schicke Handlung sowie die clevere Erzählweise sind.

Ich kann diesen Film absolut jedem WALL·E, da wir hier einen Animationsfilm haben, der für jede Zielgruppe geeignet ist und sehr viel Mehrwert bietet. Von mir bekommt WALL·E die Wertung absolut sehenswert!

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!


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Oben | Review

Titel: Oben
Originaltitel: Up
Regie: Pete Docter
Laufzeit: 96 Minuten
Release: 2009

Nach Artemis Fowl widme ich mich wieder einem guten Film, bevor die Anime-Offensive und Netflixers neue Ausgaben bekommen, wobei ich nicht weiß, ob letzteres wirklich besser ist.

Heute gehts auf jeden Fall um Oben von Pixar!


Fliegende Kernfakten

Titel: Oben
Originaltitel: Up
Regie: Pete Docter
Laufzeit: 96 Minuten
Release: 2009


Erzählerisch gehört Oben zu den besten Filmen aus dem Hause Pixar, was man bereits an der grandiosen Eröffnungsszene merkt. Dort präsentiert der Film ohne Text aber mit einer lieblichen Klaviermelodie und ganz viel Herz das Leben von Carl Fredricksen, der das absolute Glück, in Form seiner großen Liebe Ellie, findet, aber auch den schlimmsten Schmerz erleidet, als Ellie im Zuge einer schweren Erkrankung stirbt …

Zu Beginn des Films war Carl Fredricksen 78 Jahre alt, einsam und in einer tiefen Depression. Seine Nachbarschaft ist inzwischen stark bebaut und auch sein Haus soll weichen. Im Zuge eines Unfalls mit einem Bauarbeiter und der darauffolgenden Entmündigung soll Fredricksen in ein Altersheim umgesiedelt werden. Bevor dies jedoch passieren kann, bringt Carl sein Haus mit tausenden Ballons zum fliegen und will so seinen Traum (und den seiner Frau) erfüllen, indem er zu den Paradies Fällen reist. Aus Versehen nimmt Carl jedoch den 8-jährigen Pfadfinder Russel mit, der „einem älteren Menschen helfen“ soll, um das letzte Abzeichen seiner Pfadfindergruppe zu erhalten. Zusammen brechen die beiden in ein großes Abenteuer auf …

Wie schon eingangs erwähnt, ist Oben ein Film mit ganz viel Herz, der so charmant und liebevoll die Themen Liebe, Freundschaft, (un)erfüllte Träume und Abenteuer behandelt, wie kaum ein anderes Disney/Pixar Film. Gleichzeitig werden auch traurige Themen behandelt, was eine interessante Harmonie in der Atmosphäre ergibt. Als Kontrast dazu folgt der Film in der Mitte klassischen Merkmalen eines Abenteuerfilms, bleibt sich aber seinen Wurzeln treu, und präsentiert selbst altbekannte Genremerkmale mit viel Charme.

Somit lässt sich sagen, dass Oben auf der erzählerischen Ebene sehr clever erzählt ist und es meisterhaft schafft, eine große Bandbreite an Emotionen zu erzählen, ohne dabei in Kitsch zu verfallen.

Abseits der Handlung bietet der Film eine wunderschöne Optik, die einmal wieder beweist, warum Pixar zu den führenden Animationsstudios gehört. Trotz seines Alter von 12 Jahren sieht Oben auch heute immer noch großartig aus und besticht durch einprägsame Charaktere, egal ob Haupt-, oder Nebenfiguren. Um die restlichen Stärken zu ergänzen, bietet Oben einen wunderbaren Soundtrack, der alle Facetten des Films ideal untermalt.


Zusammengefasst ist Oben ein wunderbarer, cleverer und sehr schöner Animationsfilm, der nicht nur eine unterhaltsame Abenteuergeschichte erzählt, sondern auch viele gewichtige Themen verarbeitet. In Kombination mit dem wunderschönen Look des Films ergibt sich eine tolle Mischung, die für Jung und Alt perfekt geeignet ist. Somit hat sich Oben ein absolut sehenswert mehr als verdient!

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!


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