Resident Evil Band 2: Caliban Cove – Die Todeszone

Titel: Resident Evil – Calibin Cove die Todeszone
Verlag: Panini Books
Autorin: S.D. Perry

Vergesst Racoon City, vergesst die Arklay Mountains, vergesst die Spencer Villa, denn heute geben wir uns nach Caliban Cove in Maine und erneut müssen die S.T.A.R.S. Mitglieder gegen die dunklen Machenschaften Umbrellas kämpfen. Damit herzlich willkommen zu Resident Evil Band 2: Caliban Cove – Die Todeszone Rezension, dem ersten Roman aus der Reihe, welcher nicht auf einem Spiel basiert!


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Recap Band 1

Die idyllische Kleinstadt Racoon City wird seit einiger Zeit von einer grausamen Mordserie heimgesucht. Alle Opfer wurden teilweise angefressen. S.T.A.R.S. Team Bravo macht sich auf den Weg in den Racoon Forest, um die dort vermuteten Killer-Kannibalen auszumachen, allerdings lässt eine Panne am Helikopter den Kontakt zum abbrechen. Das Alpha-Team unter Captain Albert Wesker macht sich auf den Weg in den Wald und tappt in einen Unfall des Umbrella Konzerns, sowie bemerkt deren Versuch, alle Spuren zu verwischen …

Nach dem Vorfall im Spencer-Anwesen in den Arklay Mountains, dem Tod eines Großteils des Bravo-Teams, sowie dem Verrat Albert Weskers, sind die überlebenden S.T.A.R.S. Mitglieder Jill Valentine, Chris Redfield, Barry Burton, Brad Vickers und Rebecca Chambers vom Dienst suspendiert worden.

Als sie erfahren, dass Umbrella die S.T.A.R.S. Organisation unterwandert hat, beschließen die Alphas, bis auf den geflüchteten Brad, vorerst unterzutauchen und den nächsten Schlag gegen Umbrella zu planen. Rebecca reist mit dem loyalen S.T.A.R.S. Mitglied David Trapp und seinem Team nach Caliban Cove in Main, um die dortige Umbrella Einrichtung zu infiltrieren, Beweise zu sammeln und das FBI auf Umbrella zu hetzen. Erneut begeben sich die S.T.A.R.S. in eine tödliche Gefahr …

Caliban Cove – Die Todeszone ist der erste Roman mit einer eigenständigen Geschichte aus der S.D. Perry Romanreihe und im Kern ist es Band 1 nur mit anderem Team, sowie einem anderen Setting. Mal abgesehen von Rebecca Chambers ist das neue Team allerdings sympathisch und besteht aus klar trennbaren Charakteren, die alle genug Persönlichkeit besitzen, um eine Existenz zu rechtfertigen.

Stilistisch schwankt Caliban Cove zwischen Thriller und Horrorroman und vermengt diese beiden Genres zu einem harmonischen Mix. Dazu kommt das niemals alternde Klischee vom verrückten Wissenschaftler, der die Zombies mithilfe einer Modifikation des T-Virus steuert. Interessant ist das Konzept der kontrollierbaren Zombies, welches in ähnlicher Form ab Resident Evil 4 auftritt. Generell verwendet der zweite Band viele gute eigene Ideen, um sich vom ersten Roman, aber auch von den Spielen generell abzuheben, während gewisse Verknüpfungen der Resident Evil Lore zugute kommen und der Roman sich gut integrieren lässt.

Dank des zügingen Schreibstils von S.D. Perry liest sich Caliban Cove sehr flüssig, wirkt aber an keiner Stelle gehetzt, sondern nimmt sich sehr viel Zeit für die Figuren, die Handlung und den Aufbau des Romans, was generell eine große Stärke der Romanreihe ist.

Zusammengefasst ist Resident Evil Band 2: Caliban Cove – Die Todeszone nicht nur eine gelungene Fortsetzung, sondern auch eine hervorragende eigeständige Geschichte, die sich harmonisch in die restliche Lore etabliert, ohne zu sehr auszureißen. Erzählerisch wie stilistisch weiß auch dieser Roman zu überzeugen, was die Wertung lesenswert mehr als verdient macht!

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Mein H. P. Lovecraft „Trauma“ | Storytime [Masters of Horror #9]

Heute gibt es mal keine Rezension oder ein Gedankenspiel, sondern etwas persönliches.

Ich bin ein großer H. P. Lovecraft Fan, was inzwischen niemanden mehr überraschen sollte. So sehr ich Lovecraft auch mag, so sehr hat mich sein Werk auch beeinflusst. Nicht nur hat sich mein Blick auf das Horrorgenre völlig verändert, nein auch mein Respekt auf die Macht von Geschichten hat sich dank Lovecraft auf lange Sicht verändert. Von all den Werken Lovecrafts gibt es jedoch eine Geschichte, die sich in mein Gedächtnis eingebrannt hat und um die geht heute.

Träume im Hexenhaus ist eine Kurzgeschichte, die im Jahr 1933 erschienen ist und von einem Mann handelt der sich ein Zimmer im „Hexenhaus“ in Arkham mietet, von dem man sagt, dass es verflucht ist. Kurz nach seinem Einzug wird der Protagonist im Traum von einer seltsamen Kreatur namens Brown Jenkins besucht und Nacht für Nacht von immer schlimmeren Alpträumen heimgesucht bis die Grenze von Traum und Realität verschwimmt …

Okay die Beschreibung mag nach nicht viel klingen aber Lovecrafts Beschreibungen erzeugten bei meiner ersten Lesung intensivere Bilder in meinem Kopf, als alle andere Kurzgeschichten von ihm. Es stimmte alles und die Handlung hatte das gewisse Etwas, was mich völlig in seinen Bann zog aber mit eher ungeahnten Folgen. Je weiter ich die Geschichte las, umso schlimmer wurden meine eigenen Alpträume, in denen ich mich in die Rolle des Protagonisten versetzt sah. Auch lange, nachdem ich die Geschichte beendet hatte, litt ich unter Alpträumen, wenngleich ich mich nicht mehr an sie erinnere. Ich wachte aber monatelang immer um die gleiche Nachtzeit auf. Irgendwann hat sich das gelegt und ich lese immer noch gern Lovecraft Kurzgeschichten aber Träume im Hexenhaus seit der ersten Lesung vor gut 5 Jahren nicht mehr gelesen. Dafür hat mich diese Geschichte einfach zu sehr mitgenommen …

Habt ihr auch bereits ähnliche Erfahrungen mit Geschichten in geschriebener Form gemacht? Lasst es mich gern in den Kommentaren wissen.

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Im Hohen Gras | Review [All Hail to the King #15/ Die Netflixers #9/ Masters of Horror(?) #8]

Willkommen zu einem ganz besonderen Beitrag. Im Hohen Gras ist eine tolle Kurzgeschichte von Stephen King & Joe Hill aber auch eine interessante Filmumsetzung der Geschichte. Da dies aber auch ein Netflix Original ist, ist diese Rezension ein Crossover der Formate Netflixers, All Hail to the King und Masters of Horror!

Weiterführende Übersichtsseiten:

Masters of Horror

All Hail to the King

Die Geschwister Becky & Cal sind auf dem Weg nach San Diego, da Becky ihr Baby abtreiben möchte. Als die beiden bei einer alten Kirche halten für eine Pause hören sie aus einem nahen hohen Grasfeld Hilferufe. Ein Junge namens Toben hat sich im hohen Gras verirrt und kommt nicht mehr raus. Die Geschwister machen sich auf die Suche nach dem Jungen ins hohe Gras, merken aber schon bald das hier irgendwas nicht stimmt. Das Gras lässt einen nicht mehr frei …

Ich mag das Konzept und besonders die Mystik, welche im Film aufgebaut wird. Dazu kommt der Umstand, dass zwar viel erklärt wird im Laufe der Handlung aber dies eher Stück für Stück und nicht in einem großen Twist. Leider hat der Film ein Problem mit der Spannungskurve und in seiner Erzählstruktur, da das Werk wegen der eher kurzen Vorlage zum Schluss hin arg gestreckt wird.

Trotz eines interessanten Aufbaus im Hintergrund, schafft es der Film nicht sein volles Potenzial auszuschöpfen und wird knapp nach der Hälfte langatmig, was es schwer macht, bis zum trotzdem gut inszenierten Finale durchzuhalten.

Dem Gegenüber steht ein toller Cast und eine dichte Atmosphäre die besonders in der ersten Hälfte des Films sehr zu unterhalten weiß aber leider an der bereits erwähnten Langatmigkeit krankt. Was die Besetzung angeht, gibt es zwar niemanden den man besonders loben kann, aber es sticht auch niemand nach unten hin aus.

Alles in allem ist im hohen Gras eine solide Stephen King Verfilmung, die leider an diversen Problemen krankt, aber kein totaler Ausfall ist. Eine kürzere Laufzeit hätte dem Film definitiv gutgetan und der Langatmigkeit entgegengewirkt. Trotz allem verwendet der einige nette Details und baut eine dichte Atmosphäre auf, was die Wertung lesenswert- rechtfertigt!

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Die Until Dawn Erfahrung | Gedankenspiel [Masters of Horror #7]

Ich bin ein großer Fan von B-Movies und Until Dawn ist, ebenso wie Man of Medan, eine Zelebrierung des B-Movie/Teeny-Slasher Genres. Wie bereits im Man of Medan Beitrag erwähnt gehört Until Dawn zu meinen liebsten Playstation 4 Spielen und halte diesen Teil für außergewöhnlich im Genre des interaktiven Films. Was dieses Spiel so hervorhebt, erzähle ich euch jetzt!

Zuerst noch ein paar trockene Fakten und Trivias. Until Dawn wurde im Jahr 2012 für die Playstation 3 als Spiel mit Fokus auf die Move-Steuerung angekündigt, danach wurde es jedoch schnell ruhig um den Titel. Relativ überraschend wurde das Spiel schließlich für die Playstation 4 angekündigt ohne Bewegungssterung. Als Entwickler zeigt sich Supermassive Games verantwortlich, die auch Hidden Agenda und Man of Medan entwickelt haben. Die verwendete Engine ist die Umbra3, welche auch für Killzone: Shadow Fall verwendet wurde.

Im Jahr 2014 treffen sich die Freunde Sam, Josh, seine Zwillingsschwestern Hannah und Beth, Jessica, Emily, Matt, Ashley sowie Chris zu ihrem alljährlichen Winterausflug in der Berghütte in den Blackwood Pines auf Mount Washington. Wegen eines grausamen Streichs kommt es zu einer Tragödie in deren Zuge die Schwestern Hannah und Beth spurlos verschwinden.

Ein Jahr später trifft die restliche Truppe erneut zusammen, da Josh seine Clique in die Berghütte eingeladen hat. Die anfangs idyllische Atmosphäre weicht immer weiter einer düsteren Atmosphäre. Scheinbar ist die Gruppe nicht allein in den Blackwood Pines. Etwas Böses treibt sein Unwesen auf diesem Berg und fordert Opfer …

Until Dawn kombiniert das Genre des Teenie-Slashers mit paranormalem Horror und legt dabei einen großen Fokus auf die Interaktion zwischen den Hauptfiguren. Storytechnisch ist Until Dawn ebenso wie der geistige Nachfolger Man of Medan eine Zelebrierung der klassischen B-Movies und verwendet auch mehrere Stereotypen des Horrorgenres wie die Schlampe, die Zicke, den Sportler oder den (etwas) nerdigen Streber. Fast schon konträr ist der Bruch mit anderen gängigen Klischees wie dem Tod des Afroamerikaners als ersten aus der Gruppe oder der genretypischen Sexszene.

Das Hauptmerkmal von Until Dawn ist das Gameplay, dass den Schmetterlingseffekt thematisiert. Dieser Effekt besagt das kleinste Aktionen bereits Reaktionen ungeahnten Ausmaßes annehmen können. Mit dieser Eigenschaft gehört Until Dawn zu den verzweigtesten Videospielen der modernen Zeit und übertrumpft sogar die Quantic Dream Spiele, welche ja bereits für ihren enorm hohen Wiederspielwert und der verwinkelten Spielstruktur bekannt sind.

Im Endeffekt handelt sich bei Until Dawn um einen Genremix aus Surival Horror, interaktiven Film und Action-Adventure, in dem man abwechselnd verschiedene Charaktere steuert, deren Primärziel das Überleben ist. Jede Aktion des Spielers beeinflusst den weiteren Spielverlauf, was Abwechslung beschert und dank verschiedener Enden zu mehreren, unterschiedlichen Spielverläufen motiviert. Selbstverständlich gibt es ein paar Sammelaufgaben die einerseits die Spielwelt vertiefen und andererseits den Spielverlauf marginal beeinflussen.

Das Gameplay gehört zu den größten Stärken von Until Dawn und weiß den Spieler zu motivieren unterschiedliche Lösungsansätze zu probieren, um möglichst alle Hauptfiguren am Leben zu erhalten.

Optisch war Until Dawn im Jahr 2016 eine Offenbarung und zeigte die Möglichkeiten der aktuellen Konsolengeneration. Details des „Urspiels“ für die Playstation 3 waren noch erkennbar, wurden jedoch technisch massiv aufgebessert. So wurden die Charaktermodelle durch hochwertiges Motion Capturing mit namhaften Schauspielern wie Rami Malek und Hayden Panettiere erschaffen, was auch gleichzeitig eine realistische Darstellung von Emotionen ermöglicht. Weiters ist das Schauspiel der Hauptfiguren äußerst hochwertig und hebt die Qualität des Genremix noch weiter heraus. Nicht nur optisch, sondern auch inszenatorisch gehört Until Dawn zu den besten interaktiven Filmen. Nach einem Prolog der die Grundprämisse skizziert und die Hauptfiguren grob etabliert folgt das Hauptspiel, in dem die Figuren vertieft werden und sich der Horror langsam auf drei Ebenen aufbaut. Until Dawn baut seinen Horror auf einer physischen, einer psychologischen und einer paranormalen Ebene auf die sich im Verlauf des Spiels immer mehr vermischen und mit diversen Jump Scares garniert werden. Durch die weite Verzweigtheit der Entscheidungen des Spielers ändert sich auch der Spielverlauf mit jedem Durchgang und dann gibt es noch den Psychologen. Wie im aktuellen Man of Medan gibt es eine externe Figur, die mit dem Spieler direkt interagiert und seine Handlungen analysiert. Dieses Feature ist auch nach 4 Jahren immer noch genial und vertieft die Spielerfahrung ungemein erweitert.

Zusammengefasst ist Until Dawn eine einmalige Erfahrung, dank eines interessanten Genremix, sowohl auf erzählerischer als auch auf spielerischer Ebene. Wie jeder interaktive Film baut, auch Until Dawn auf eine eigene Identität, die klar erkennbar ist und durch die Nutzung verschiedener Elemente sowie Mechaniken, von denen einige bis heute Einzigartig beziehungsweise herausragend sind, erschaffen wird. Auch nach vier Durchläufen habe ich immer noch nicht alles im Spiel gesehen und es ist wirklich gigantisch, wie umfangreich dieser Titel ist. Der Wiederspielwert ist enorm und das Schmetterlingseffekt-System zeigt auf, wie verwinkelt ein Horrorspiel sein kann. Was Until Dawn aber auch so hervorhebt, ist die Mischung aus Film und Videospiel, da kaum ein interaktiver Film so viel Gameplay bietet und abseits der Quick-Time-Events viel Spielraum zu erkunden bietet, um die unterschiedlichen Schauplätze zu erkunden. Selbstverständlich ist dies auch perfekt für die Entwickler, um Grafik-Muskeln spielen zu lassen und zu zeigen, wie atmosphärisch man ein Spiel präsentieren kann.

Für mich ist Until Dawn nicht nur ein besonders spielenswertes Videospiel, sondern auch ein Aushängeschild der PS4 in puncto Qualität sowie ein moderner Klassiker des Horrorgenres aber auch des interaktiven Films. Daher verzeiht man auch gern kleinere technische Fehler in der Optiker oder gelegentliche Freezes. Wer eine Playstation 4 hat, sollte Until Dawn auf jeden Fall spielen!

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H. P. Lovecrafts – Der Hund und andere Geschichten | Gedankenspiel [Masters of Horror #6]

Es war nur eine Frage der Zeit bis Großmeister H. P. Lovecraft seinen Weg in dieses Special finden wird. Heute geht es mir um den Manga Der Hund und andere Geschichten, in dem Mangaka Gou Tanabe sich an drei Geschichten des Altmeisters versucht und diese in bebildeter Form umsetzt.

An dieser Stelle ein großes DANKE an den Carlsen Verlag für das Rezensionsexemplar!

DER TEMPEL

Ein deutsches U-Boot befindet sich auf einer Mission im Atlantischen Ozean. Als die Mannschaft eines Tages einen Toten findet, der eine Figur bei sich trägt, welche vom Kapitän „gestohlen“ wird, beginnt der Horror. Kurz nachdem die Mannschaft den Toten über Bord wirft, breitet sich allmählich ein gewisser Wahnsinn aus der die Mannschaft nach und nach dahinrafft, bis nur noch der Kapitän übrig ist, der schließlich einen Tempel in den tiefen des Meeres findet. Als alle Lichter ausgehen erwacht das Leuchten des Meeres …

Der Tempel ist weniger eine Horrorgeschichte, sondern mehr eine Dark Fantasy Geschichte wie man sie ebenfalls aus dem Werk H. P. Lovecrafts kennt. Was die Geschichte auszeichnet, ist ein langsamer Aufbau des Schreckens, der sich zu einem rätselhaften Finale steigert. Das Unbekannte und die Macht von Dingen, die wir nicht kennen wird hier sehr gut thematisiert.

Der Zeichenstil ist sehr stimmig und passt perfekt zum Tempel unbekannten Ursprungs und den Geheimnissen welche die Tiefen des Ozeans hüten. Den Figuren werden viele Emotionen eingehaucht und besonders Schreck, Angst und markerschütternde Furcht wird glaubhaft dargestellt.

Zusammengefasst die Der Tempel eine äußerst stimmungsvolle Geschichte mit wunderbaren Zeichnungen.

DER HUND

In eine andere Kerbe schlägt dagegen die zweite Geschichte Der Hund.

Zwei Freunde und Forscher im Bereich des Okkulten plündern eines Nachts ein Grab auf einem Friedhof in den Niederlanden. Dabei findet das Duo eine kleine Figur aus Jade. Ihre nächtliche Aktivität wird von einem Heulen begleitet, dass nicht von dieser Welt zu stammen scheint. Zurück in ihrer Heimat wird den beiden schnell klar, dass ihnen etwas monströses gefolgt ist. Ein namenloses Grauen, das jene heimsucht, welche die Figur bei sich tragen. Als kurz darauf einer der beiden Freunde stirbt, wird dem Überlebenden klar, dass die Statue zurückmuss an den angestammten Platz …

Der Hund entspricht eher einer klassischen Horrorgeschichte. Die Handlung steigt recht schnell in den Schrecken ein und baut diesen zügig aus, was der Atmosphäre guttut, sowie der Langatmigkeit entgegenwirkt die Lovecraft Geschichten gerne haben.

Ein großes Lob muss ich der optischen Gestaltung der Geschichte aussprechen. Diese geht häufig konträr mit den Bildern, die ich beim Lesen der Erzählung im Kopf hatte aber besonders das Monster sieht ziemlich furchteinflößend aus, wenngleich mir hier das Lovecraft-artige fehlt. Ich hatte bei der Bestie immer einen völlig monströsen und deformierten Hund im Kopf, aber die Beste im Manga ist sehr stimmig.

Allgemein ist die Geschichte ebenfalls sehr stimmig und Szene gesetzt worden und besonders die beiden Szenen auf dem Friedhof sind die optischen Highlights.

STADT OHNE NAMEN

Zum Abschluss die leider schwächste der drei Geschichten. Mit Stadt ohne Namen widmet sich Mangaka Gou Tanabe erneut einer Dark Fantasy Geschichte.

Ein Forscher entdeckt mitten in der arabischen Wüste eine legendäre, verlassene Stadt. Für die Menschen Arabiens ist diese Stadt tabu, da von ihrer nur Unheil ausgeht. Keiner weiß, wer sie erbaut hat oder wie die Bewohner dieser Stadt hießen. Während der Erkundung der Stadt lüftet der Forscher das Geheimnis der Stadt, was mehr ist als er jemals wollte …

Ich mag das Grundthema von Stadt ohne Namen aber wie bereits in der Kurzgeschichte weiß auch der Manga nur bedingt eine Spannungskurve zu überzeugen. Das Highlight ist erneut der äußerst stimmige Zeichenstil, der besonders zum Schluss hin die Mystik der namenlosen Stadt hervorhebt, aber gleichzeitig auf eine unheimliche Atmosphäre setzt, die sich von klassischen Horror Lovecrafts entfernt.

Alles in allem ist dieser Manga perfekt für Fans von Lovecraft Grusel/Fantasygeschichten, stimmigen Zeichnungen und Horrormanga im Allgemeinen. Die drei Geschichten wirken in bebildeter Form genauso gut wie in reiner Textform und sind dank des hervorragenden Stils von Gou Tanabe noch einen Tick stimmungsvoller.

Ich vergebe für Der Hund und andere Geschichten die Wertung lesenswert+ und bedanke mich für die Aufmerksamkeit.

Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Operation: Overlord (Film) | Review [Masters of Horror(?) #5]

Ein Film, der mich seit dem ersten Trailer abgeschreckt hat, ist Operation: Overlord, basierend auf dem gleichnamigen Comic. Vor einigen Tagen habe ich den Film dank Amazon Prime gesehen und dieser Genremix hat mich echt überrascht.

Der Film spielt im Jahr 1944. Am Abend vor der Operation Overlord, der großen Landungsmission, im Zweiten Weltkrieg, wird das Flugzeug eines Vorkommandos hinter den feindlichen Linien abgeschossen. Die vier Überlebenden des Absturzes begeben sich in ein nahegelegenes Dorf, um ihre Mission, einen Funkturm zerstören, nachzukommen. Als die Truppe das Dorf erreicht findet sie ein geheimes Labor in dem die Nazis an Supersoldaten experimentieren. Ein knallharter Überlebenskampf im Feindesland beginnt …

Operation: Overlord ist wahrscheinlich der hochwertigste B-Movie aller Zeiten. Die Geschichte liegt irgendwo zwischen Wolfenstein und Resident Evil, was bedeutet, dass die Handlung ebenso trashig, wie unterhaltsam ist und zu unterhalten weiß.

Was man dem Film zugutehalten muss ist der Irrsinn, den Operation: Overlord wie ein Aushängeschild vor sich her trägt. Das eigentlich ernste Setting des Zweiten Weltkriegs wird durch den Zombie-Body-Horror angenehm aufgelockert und was eigentlich kontraproduktiv sein sollte trägt zu einer eigenwilligen Atmosphäre bei, die durchaus spannende Momente bietet. An manchen Stellen ist Operation: Overlord auch durchaus gruselig, wobei die Action klar im Fokus steht.

Der Cast weiß ebenfalls zu gefallen und besonders Pilou Asbaek als Hauptsturmführer Wafner liefert eine solide Performance ab, die das Feindbild der Nazis so glaubhaft darstellt, dass das Wolfenstein Franchise stolz wär.

Wie bereits erwähnt setzt Operation: Overlord auch auf Body-Horror und dieser wird äußerst plastisch in Szene gesetzt. Dazu entsteht auch ein gewisser Ekelfaktor, was die Qualität der Effekte nochmals unterstreicht.

Alles in allem hat mich Operation: Overlord positiv überrascht, wenngleich der Film das Aushängeschild des modernen B-Movies ist. Edeltrash wechselt sich mit Qualität ab und ergibt einen Film, der zu unterhalten weiß aber auch gleichzeitig seinen Irrsinn stolz vor sich her trägt.

Ich vergebe für Operation: Overlord die Wertung sehenswert-, da der Film für eine spezielle Zielgruppe zu empfehlen ist, die sich mit Werken wie Resident Evil oder Wolfenstein besonders anfreunden können.

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Warum Resident Evil nicht sterben kann! | Gedankenspiel [Masters of Horror #4]

Achja Resident Evil, die wohl ikonischste und langlebigste Serie unter den Horrorspielen. Seit über 20 Jahren „beglückt“ uns Capcom mit unterhaltsamen Spielen, die ein gigantisches Universum erschufen, aber eine eigentlich trashige und sehr klischeebehaftete Rahmenhandlung erzählen.

Warum kann diese Reihe aber, trotz teils schlechter, teils fragwürdiger, Spiele einfach nicht sterben? Nun dies lässt sich simpel beantworten und liegt der große Vorteil von Resident Evil in den Eigenschaften Variation, Evolution und Neuinterpretation. Um dies zu erläutern, muss ein Umstand klar sein; die Kernreihe des Franchise besteht aus Trilogien, die im Laufe der Zeit erweitert wurde.

Hier sei auch angemerkt, dass die Trilogien inkl. erweiternde Spiele immer einen anderen Fokus gesetzt haben.

Die klassische Trilogie umfasst Resident Evil 1, 2, 3 und wurde mit Code Veronica & Zero weiter vertieft. Hier liegt der Fokus mehr auf dem Survival-Horror und Rätsel Aspekt während Teil 3 schon etwas action-lastiger wurde.

Danach kam die Action-Horror Trilogie mit den Teilen 4, 5 & 6 wobei Teil 4 immer noch starke Elemente der klassischen Teile beinhaltet, während Teil 5 & 6 die Action in den Fokus rückten. Auch wenn ich von dieser Entwicklung überhaupt kein Fan bin, ist es die logische Entwicklung der Reihe. Die Spin-off’s Revelations 1 & 2 waren ebenfalls actionreicher, während das Resident Evil 2 Remake den momentanen Höhepunkt der Serie darstellt, weil das beste aus beiden Trilogien übernommen wurde.

Aktuell befindet sich die Serie in der „narrativen“ Trilogie, die mit dem Backwood-Survival-Horror-Spiel Resident Evil 7 begründet wurde. Wie sich diese Trilogie in Zukunft entwickeln wird, ist ungewiss aber ich bin ein großer Fan der Ego-Perspektive und der Rückkehr klassischer Elemente wie dem Ressourcenmanagement oder dem knappen Inventar.

Neben der Kernreihe gibt es eine Vielzahl an Ablegern, die teils völlig andere Richtungen einschlagen oder gleich zu Deviraten, die jedoch heute keine Bewandtnis haben. Die Outbreak Spiele gingen mehr in Richtung Action-Adventure und versuchten Horror, Action und Adventure-Elemente zu kombinieren, was auch sehr solide funktionierte, dank vieler Hauptfiguren mit unterschiedlichen Fähigkeiten.

Eine völlig andere Richtung schlugen die Light Gun-Shooter Reihen Umbrella Chronicles und Survivor ein, welche eher an Arcade-Spiele wie House of the Dead angelehnt sind. Operation Racoon City war der klägliche Versuch eines Third-Person-Shooters und Umbrella Corps war/ist ein Online-Shooter, über den jedoch niemand spricht, was mich überhaupt nicht überrascht.

Dazu kommen einige Handheld Spiele und unzählige Ports sowie Remastered (seltener Remakes) damit auch wirklich jeder in den Genuss der wichtigsten Teile kommen kann.


Die Resident Evil Spielereihe bietet eine große Spielepalette in unterschiedlichen Genres mit und unterschiedlichen Fokussen. Wann immer ein Konzept nicht mehr wirklich funktioniert hat, wurde die Reihe weiterentwickelt oder hat sich selbst neu erfunden. Selbstverständlich haben nicht alle Experimente funktioniert ABER eines hat uns Capcom mit Resident Evil (und seinen zahlreichen Deviraten) gezeigt: Vielfalt und Abwechslung sind etwas Gutes, da besonders das Horrorgenre spielerisch wie erzählerisch öfters Gefahr läuft in eine gewisse Monotonie abzurutschen. Auch wenn nicht jedes Resident Evil ein Meisterwerk ist, so gibt es einige herausragende Titel in dieser Reihe und einen gewissen Charme versprüht jedes Resident Evil, ganz gleich wie trashig es am Ende des Tages ist.

Ich kenne keine andere Spieleserie, die es geschafft hat sich immer wieder neuzuerfinden und dabei gleichzeitig öfters neu erfindet. Ich bin gespannt, wie sich das Franchise in den kommenden Jahren entwickeln wird und ob es Capcom weiterhin gelingen wird die Serie vom Abrutschen in die Bedeutungslosigkeit zu bewahren.

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!


Bei Interesse verlinke ich euch weitere Beiträge zum Thema Resident Evil sowie den angesprochenen Deviraten:

Resident Evil 0 Review

Resisent Evil 1 (Remake) Review

Resident Evil 2 Remake Review

Resident Evil 4 Review

Resident Evil 6 Trauma

Resident Evil 7 Review

Exkurs: Resident Evil Devirate

Die Man of Medan Erfahrung | Gedankenspiel [Masters of Horror #3]

Until Dawn ist eines meiner liebsten Videospiele der Playstation 4 Ära. Kein Wunder also, dass meine Erwartungen zu Man of Medan, dem aktuellen Projekt des Studios Supermassive Games dementsprechend groß waren. Warum Man of Medan in gewissen Punkten seinen geistigen Vorgänger übertrifft, aber ihm auch gleichzeitig unterliegt, will ich heute erklären.

Selbstverständlich könnt ihr mir eure Meinungen und Sichtweisen zu diesem interaktiven Film in die Kommentare schreiben.


Man of Medan ist der erste Teil der The Dark Pictures Anthologieserie, einer Reihe von Videospielen des Entwicklers Supermassive Games, die interaktive Gruselgeschichten erzählen aber dabei unabhängig voneinander sind.


Vier Amerikaner, die beiden Brüder Alex & Brad, Julia (Alex Freundin) und ihr Bruder Conrad machen einen Tauchausflug in den Südpazifik. Auf dem gemieteten Boot The Duke of Milan steht die Gruppe unter dem „Kommando“ von Félicité DuBois. Als die Truppe mit ein paar einheimischen Fischern aneinandergrät werden die 5 jungen Erwachsenen und die Fischer im Zuge eines Sturms an das Geisterschiff „Ourang Medan“ gespült. Die schlimmsten Alpträume der Truppe werden auf dem Schiff wahr und die fünf Hauptfiguren müssen einen Weg runter vom Schiff finden, überleben und gleichzeitig die „Entführer“ überwinden.

Ein harter Kampf beginnt bei dem die Grenzen zwischen Realität und Horrorvisionen immer weiter verschwimmen …


Erzählerisch baut Man of Medan eine extrem dichte Atmosphäre auf, die Until Dawn in nichts nachsteht, und setzt dank der engen Gänge des Schiffs auf eine gewisse Isolation. Die Hauptfiguren und somit auch der Spieler können dem Schrecken des Schiffs nur schwer entkommen. Im späteren Verlauf verschwimmen auch die Grenzen zwischen Realität und den paranormalen Erscheinen, was Man of Medan eine starke Surrealität einbringt. Atmosphärisch und erzählerisch weiß Man of Medan über weite Strecken definitiv zu gefallen!

Dem Gegenüber steht der Umstand, dass man den Twist, sprich, was es mit dem Horror aufsich hat, relativ früh erahnen kann. Hier hätten die Autoren gern den Spieler mehr im dunklen lassen können, um selbst die Antworten finden zu können, was aber auch nicht wirklich nötig gewesen wäre. Zu viel Exposition in einer Gruselgeschichte raubt dem Werk einen Teil oder die komplette Mystik. In Man of Medan geschieht dies nur teilweise danke mehrere Kniffe, die auch bereits im geistigen Vorgänger gab.

Da hätten wir den Kurator, der sich als übergeordneter, externer Erzähler zu Wort meldet und den Spieler in kryptischen Botschaften über sein Spielverhalten informiert. Zur Handlung trägt diese Figur nur indirekt etwas bei, aber ähnlich wie der Psychologe in Until Dawn regt auch diese Figur zum Hinterfragen der Aktionen des Spielers an.


Ein weiterer Kniff liegt im Gameplay. Der Schmetterlingseffekt aus Until Dawn wurde übernommen aber an das neue Spiel angepasst und aufgeteilt. Nun wird die Handlung sowohl von Aktionen als auch von Eigenschaften der Hauptfiguren beeinflusst, wobei die Aktionen mehr Gewicht haben als die Eigenschaften. Ergänzend dazu kann man schicke Gemälde finden die Vorahnungen auf mögliche Ereignisse gewähren. In meinem Durchlauf ist keine einzige Vorahnung eingetroffen, was mich zur nächsten Stärke des Spiels bringt: Wiederspielwert. Wie so ziemlich alle Vertreter des interaktiven Films/FMV Genres bietet auch Man of Medan einen hohen Grad an Wiederspielbarkeit und lädt zu mehreren Durchläufen mit unterschiedlicher Spielweise ein. Somit bietet das Spiel neben einer Langzeitmotivation, als Kontrast zur recht kurzen Spielzeit, auch eine gewisse Motivation für Achievmentjäger.

Was Man of Medan jedoch über den Klee hebt, sind die drei Spielmodi. Man kann das Spiel ganz klassisch allein Spielen oder zu zweit in einem Online-Coop ODER zu fünft im Filmabend-Modus. Im letztgenannten Modus können bis zu fünf Personen eine Figur wählen und das Gamepad wird dann entsprechend herumgereicht, was ich für eine unfassbar gute Idee halte. Es ist auch dieser Modus der mich an Hidden Agenda, auch von Supermassive Games, erinnert.

Der hohe Wiederspielwert, in Kombination mit den unterschiedlichen Spielmodi macht den größten Reiz an Man of Medan aus und dank der kurzen Spielzeit bleibt auch die Langzeitmotivation erhalten.


Wenn es um die Technik von Man of Medan geht, muss ich allerdings etwas nörgeln, wenngleich es auf hohem Niveau ist. Die optische Inszenierung in Kombination mit der Soundkulisse funktioniert hervorragend, was durch die bereits erwähnte Isolation gesteigert wird.

Allerdings ist die Darstellung des Wassers nicht immer hübsch geglückt, man muss jedoch einräumen, dass die Darstellung des flüssigen Elements für jeden Entwickler ein großes Problem darstellen kann. Was jedoch sehr gefällt sind die menschlichen Figuren und die Monster, die mit ziemlicher Sicherheit durch hochwertiges Motion Capturing dargestellt werden.


Alles in allem ist Man of Medan eine gelungene Erfahrung und ein weiterer gelungener Vertreter des interaktiven Films. Das Spiel kommt nicht ganz an die Klasse seines Vorgängers heran, weißt jedoch bei gewissen Aspekten einen besseren oder weiterentwickelten Einsatz auf.

Ich kann das Spiel auf jeden Fall weiterempfehlen und freue mich darauf in Kürze Until Dawn näher beleuchten zu können.

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Ein Blick auf den Zombiefilm | Gedankenspiel [Masters of Horror #2]

Ein ebenso altes wie ehrwürdiges wie trashiges Subgrenre des Horrorfilms ist der Zombiefilm. Diese Art des Horrorfilms arbeitet mit einer Urangst der Menschheit und dem Tod/Zerfall des menschlichen Körpers sowie der Rückkehr der Verstorbenen in den Kreis der Lebenden. In Kombination mit aktuellen politischen und gesellschaftlichen Themen wird diese schrecklich, faszinierende Angst immer wieder neu aufgearbeitet. Im heutigen Beitrag möchte ich euch in die Geschichte dieses alten Subgenres mitnehmen und die diversen Untergruppen näherbringen.


Lasst uns zuerst die beiden grundlegenden Ausrichtungen des Horrorfilms beleuchtet und wie sich der Zombiefilm einfügt. Primär arbeiten Horrorfilme mit zwei Arten der Bedrohung:

  1. Der Horror endet mit dem biologischen Tod der Bedrohung: Dies betrifft beispielsweise Tierhorrorfilme oder Hybriden mit Thriller-Elementen.
  2. Der Horror beginnt mit dem biologischen Tod der Bedrohung: Dies betrifft Filme mit metaphysischem Ansatz wie The Grudge oder Poltergeist.

Der Zombiefilm lässt sich primär in die zweite Sparte einordnen, da besonders in frühen Zombiefilmen die Untoten durch schwarze Magie erschaffen wurden. Allerdings wurde mit der Einführung des Zombievirus quasi ein weiteres Subgenre geschaffen, und zwar der Infiziertenfilm.

Ganz simpel ausgedrückt:

Der Zombiefilm beginnt im Regelfall mit dem biologischen Tod der Bedrohung und die Zombies werden entweder durch einen Virus oder durch Magie geschaffen. Zweiteres trifft auch auf den Mumienfilm zu.


Somit haben wir geklärt was es mit dem Zombiefilm auf sich hat. Nun werfen wir einen Blick auf die sehr lange Geschichte dieses Subgenres. Für eine bessere Übersicht werden die Geschichte in Jahrzehnte einteilen!

1900 bis 1910er Jahre

Der erste „Zombiefilm“ ist auch gleichzeitig die erste Verfilmung eines Klassikers der Welt/Schauerliteratur. Frankenstein, basierend auf dem gleichnamigen Buch von Mary Shelley, ist ein 13 minütiger Film aus dem Jahr 1910. Der Film galt Jahrzehnte lang als verschollen, ein Sammler erstand 1950 eine Kopie des Films, jedoch wurde deren Existenz erst in den 70er Jahren bekannt und weitere 30 Jahre sollte es dauern, bis der Film öffentlich zugänglich wurde.

1920er Jahre

Die 20er Jahre waren die Glanzzeit des deutschen Impressionismus. In diesen schwarz-weiß Stummfilmen wurden Horror- und Science-Fiction-Elemente miteinander verschmolzen, was tote Körper zu Opfern unkontrollierbarer Wissenschaft werden ließ. Somit wird quasi an Frankenstein angeknüpft aber gleichzeitig mit sozialkritischen Themen experimentiert. Besonders Metropolis von Fritz Lang hat diese Ära stark beeinflusst und viele Elemente/Stilmittel/Kniffe etabliert die sowohl Science-Fiction als auch Horrorfilme auf Jahrzehnte beeinflusst haben. Somit wird vom klassischen Zombie abgewichen und eher eine Art „Terminator“-ähnliche Kreatur erschaffen.

Diese Ära des Zombiefilms ist mitunter eine der spannendsten, da man hier eine der wohl faszinierendsten Interpretation des Untoten geschaffen hat und gleichzeitig den Weg für andere große Filmgenres inklusive Nebengenres gelegt hat. Auch die Caligari Film dürfen nicht unerwähnt bleiben wegen des Einflusses und der ebenfalls spanenden Interpretation.

1930er Jahre

Weg von den ganzen Wissenschaftlern und hin zu einer weiteren speziellen Interpretation des Zombiefilms. In den 30er Jahren wurde das erste mal ein eher traditionelles Bild des Zombies dargestellt, indem bekannte Klischees der Vodoo Religion verwendet wurden. In dieser Zeit entstanden Filme wie White Zombie oder Ich folgte einem Zombie.

1940er Jahre

Als der Zweite Weltkrieg die Welt in Brand steckte erschienen kaum Horrorfilme, da die Realität des Krieges der wahre Horror war.

1950er Jahre

In den 50er Jahren wurden dem Genre keine neuen Akzente hinzugefügt …

1960er Jahre

… was sich bis in die späten 60er fortsetzte, dann ändert sich jedoch alles. 1968 erschien The Night of the Living Dead von George A. Romero. Dieser Film etablierte den Zombiefilm wie man ihn heute kennt. Der Zombie wurde zu einem Synonym für menschenfressenden Untoten, der im Regelfall nur dann getötet werden kann, wenn man das Gehirn irreparabel beschädigt.

1970er Jahre

Nach dem gigantischen Hype von Night of the Living Dead wurden Zombies grundlegend verändert. Die Untoten entstanden nur mehr selten durch Magie, sondern öfters durch atomare Katastrophen, biologische/chemische Unfälle oder durch menschliches Versagen.

Im Jahr 1978 entstand George A. Romeros Klassiker Zombie (Dawn of the Dead), der einen gigantischen Boom um das Subgenre Zombiefilm auslöste, aber leider der letzte genredefinierende Film von Meister Romero sein sollte.

1980er Jahre

Die 80er Jahre waren zahlreichen Horrorkomödien und/oder grotesken Zombiefilmen geprägt. Durch den exzessiven Einsatz von Splatter/Gore Szenen wurden die Filme ebenso trashig, wie sie gnadenlos überzeichnet wurden. Populäre Filme aus dieser Ära waren unter anderem Großangriff der Zombies, Ein Zombie hing am Glockenseil und Re-Animator.

Neben Filmen aus den USA waren auch spanische, mexikanische und italienische Genrevertreter häufig gesehen.

1990er Jahre

In den 90er Jahren ging das Interesse am Zombiefilm langsam aber stetig zurück. Peter Jackson (Herr der Ringe, Der Hobbit) legte mit seiner Splatter-Horror-Zombie-Komödie Brain Dead den Grundstein für eine Generation an überzeichneten Horrorkomödien.

2000er Jahre

Die 2000er richteten erneut den Fokus des Genres aus. In den Vordergrund rückten realitätsnahe Szenarien und 28 Days Later spaltete das Genre in zwei Zweige. Den Zombiefilm mit Untoten und den Infiziertenfilm mit lebenden „Zombies“. Letztgenannter Zweig erhielt mit Werken wie den [REC] Filmen und Rammbock mehr Tiefgang während die Resident Evil Reihe, Return of the Living Dead und diverse Einzelfilme den klassischen Zombiefilm bedienten.

Fido, I am Legend und Land of the Dead beschäftigten sich mit der Entwicklung einer eigenen Zivilisation der Zombies, die sich neben der unsrigen entwickelt mit eigenen Regeln und Hierarchien. Auch wenn keiner dieser Film das Genre veränderte wurde mehr Tiefgang etabliert als zuvor. Man bewegte sich im letzten Jahrzehnt weiter weg vom klassischen Gore, um weitaus mehr Tiefgang im Genre zu etablieren.

2010er Jahre

In den 2010er Jahren entstanden viele trashige Mockbuster, diverse Fortsetzungen großer Reihen und Remakes klassischer Zombiefilme aber auch TV-Serien mit Zombies wurden sehr populär. Hier seien Kingdom, The Walking Dead und Z Nation erwähnt, die quasi die Speerspitze des Genres stellen.

Mit Cabin in the Woods, Warm Bodies, The Dark, Maggie, Evil Dead (Remake/Reboot/Sequel des zeitlosen Klassikers von Sam Raimi), Train to Busan, Seoul Station und World War Z erschienen einige sehr gute sowie äußerst kreative Genrevertreter, die zwar das Genre nicht neu erfinden sich aber erfolgreich dem Trash entgegenstellen.


Langsam näher wir uns dem Ende des Beitrags. Der Zombiefilm gehört zu den interessantesten Subgenres des Horrorfilms und dieser Beitrag soll quasi als grober Überblick für dieses gigantische Subgenre dienen. Es gibt noch so viel mehr Werke, die man beleuchten kann, die eine Erwähnung verdienen oder schlichtweg Kultstatus erreicht haben, aber dies würde den begrenzten Rahmen eines solchen Beitrags sprengen. Trotz vieler mittelmäßiger bis mieser Filme kann man gerade dieser Gattung des Horrorfilms eine eigene, faszinierende Ästhetik nicht absprechen, da man in kaum einem anderen Subgenre des Horrorfilms so sehr mit der Art sowie mit dem Aussehen der Bedrohung spielen kann.

Ich hoffe, dieser Beitrag war, interessant für euch und ich bedanke mich für die Aufmerksamkeit. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Gibt es ein Horrorgenre in Videospielen? | Gedankenspiel [Masters of Horror #1]

Herzlich willkommen zum ersten Beitrag des Masters of Horror Halloween Special auf meinem Blog. Im Zuge dieses Specials will ich den Fokus im Oktober stärker auf Beiträge legen, die sich mit dem Horrorgenre und dessen zahlreichen Ausrichtungen beschäftigen.

Am Anfang will ich gleich eine Frage in den Raum werfen, die mit ziemlicher Sicherheit für Kontroversen sorgen kann.

Sowohl im Film als auch in der Literatur gibt es bestimmte Stilmittel und Eigenschaften, die das Horrorgenre klar abgrenzen. Sei es nun auf akustischer, optischer oder schriftlicher Ebene.

Bei den Videospielen sieht die Sache etwas anders aus, da wir des hier mit einem interaktiven Medium zu tun haben. Es gibt aber keine wirklich klar definierten Spielmechaniken, die für ein Horrorgenre sprechen, da selbst das bekannte Ressourcenmanagement in anderen Genres zum tragen. Das Horrorgenre soll grundlegend Horror, also eine gesteigerte Form der Angst, beim Zuseher hervorrufen aber dies wirkt sich auf jeden anders wie beim Horror/Gruselfilm.

Gibt es also ein Horrorgenre in Videospielen? JA gibt es, aber die Kunst dieser Form des Genres liegt in der Kombination der Eigenschaften des Horrorfilms beziehungsweise der Schauerliteratur mit Spielmechaniken aus anderen Genres. Ob das Spiel dann Angst verursacht oder nicht liegt in erster beim Team des Entwicklers und dessen Fähigkeit den Horror in Videospielform zu bannen. Ein paar gute Beispiele für „aktiven“ Horror, sprich der Spieler interagiert mit der Spielwelt, kämpft gegen Monster und muss mit seinen Ressourcen haushalten, sind Resident Evil (Action-Adventure mit Rätseln), Silent Hill (Action-Adventure mit Rätseln), Dead Space (Third-Person-Shooter), Castlevania (Plattformer) und Alien Isolation (Stealth-Adventure).

Es gibt, aber auch passive Horrorspiele bei denen der Spieler aus der Ego-Perspektive die Spielwelt erkunden aber selten Interaktionen durchführen muss oder gar Kämpfe bestreitet beziehungsweise mit Ressourcen sparsam umgehen muss. In diese Sparte fallen auch die horrorlastigen Walking Simulatoren. Gute Beispiele wären Layers of Fear, The Park und Slender the eight pages. Einen besonderen Fall nehmen VR Spiele in diesem Genre ein, da die dortige Immersion am intensivsten für den Spieler ist. Schließlich ist man mitten im Geschehen. Aus persönlicher Erfahrung kann ich hier das Paranormal Activity Spiel empfehlen, dass mich ziemlich fertig gemacht hat.

Außerdem gibt es dann noch das Genre des interaktiven Films mit Until Dawn und Man of Medan aber diese Spiele wird nochmal eigens im Detail besprochen werden!

Man merkt also, ja es gibt ein Horrorgenre in Videospielen, besonders die Kategorie Survival-Horror, sprich die Kombination eines Adventures mit Ressourcenmanagement und einem gruseligen Setting, mit den wohl populärsten sowie wichtigsten Spielen dieser Gattung ist unentbehrlich für diese Entwicklung des Genres. Es somit die Kunst die klassischen Horrorelemente zu nehmen und sie harmonisch mit einem vorgefertigten Spielprinzip zu kombinieren. Dies kann mitunter für etwas Monotonie sorgen, aber dieses Problem kennt auch der Horrorfilm gut genug!

Was ist eure Meinung zu diesem Thema? Gibt es ein Horrorgenre? Was macht ein gutes Horrorspiel für euch aus? Legt ihr mehr Wert auf die Handlung/Inszenierung oder das Gameplay oder seid ihr so wie ich ein Fan des gesunden Mittelwegs? Lasst es mich gern wissen!

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Halloween Special: H. P. Lovecraft | Gedankenspiel

Das ist Howard Philips Lovecraft. Dieser gute Mann gehört zu den einflussreichsten Autoren der phantastischen Horrorliteratur des letzten Jahrhunderts und hat mit dem von ihm geschaffenen Cthullu-Mythos zahlreiche Autoren beeinflusst. Aber auch Abseits der Horrorliteratur findet man die Einflüsse Lovecrafts. So tragen das Arkham Asylum aus den Batman Comics von DC und der Charakter Arkham aus Devil May Cry 3 den Namen einer Stadt des Lovecraft Universums. Weitere Beispiele sieht man zB im MMORPG World of Warcraft (die Alten Götter), in den Werken des deutschen Autoren Walter Moers oder auch im Bereich Musik, da sich Bands nach Lovecraft benannt haben oder seine Werke/Thematiken/Wesen in unterschiedlichsten Genres verarbeitet haben.

Was macht diesen H. P. Lovecraft aber so besonders? Horrorgeschichten kann ja jeder schreiben! Diese, zugegeben reißerische, Aussage mag zwar stimmen aber es bedarf viel Talent, um über Jahrzehnte hinweg die Ängste der Menschen anzusprechen. Das Werk von Lovecraft beschäftigt sich grundlegend mit dem übernatürlichen Horror und der Angst des Menschen vor dem Unbekannten. Seien es nun unbekannte Wesen, die vor uns verborgen leben oder geheimes Wissen, welches viel zu gefährlich für den Menschen ist. Ein weiteres Thema ist der Wahnsinn, der die Protagonisten in den meisten Lovecraft Geschichten ereilt sobald den armen Seelen klar wird, was es mit den grob beschrieben Wesen auf sich oder die Wesen auf die Protagonisten der Geschichten aufmerksam werden.

Das Gesamtwerk von H. P. Lovecraft lässt sich grob in drei Kategorien einteilen:

  • Klassische Schauergeschichten: In diese Kategorie fallen viele der frühen Kurzgeschichten Lovecrafts, die vom Werk des Edgar Allan Poe inspiriert wurden und oft alte, unheimliche Häuser oder Friedhöfe als Schauplatz haben. Die klassischen Schauergeschichten sind nicht miteinander verbunden, wurden aber von Albträumen inspiriert.
  • Traumweltgeschichten: Dies sind mystische beziehungsweise mythische Kurzgeschichten, die weniger mit Horror aber umso mehr mit dem Fantasy Genre zu tun haben und im Regelfall von exotischen Städten, verbotenen Bergen, fremden Ländern sowie geheimnisvollen Göttern handeln. Ein zusammenhängendes Element sind mehrfach wiederkehrende Figuren wie ein gewisser Kuranes oder der Traumreisende Randolph Carter.
  • Mythosgeschichten: Ein großer Teil von Lovecrafts heutigem Ruhm basiert auf dem lose zusammenhängenden Kreis von Kurzgeschichten und Erzählungen, die sich mit einem uralten Übel sowie der verborgenen Mystik hinter der Realität befassen. In diesen Geschichten werden auch Lovecrafts populärste Wesen wie Cthullu, Dagon, Mutter Hydra, Atathoth und Tsathoggua thematisiert.

Obwohl diese drei Hauptkategorien unabhängig voneinander existieren greifen gewisse Motive von einer Kategorie auf die andere über.

Neben den oben genannten drei Arten von Geschichten hat H. P. Lovecraft noch viele Gedichte, Essays und dutzende Briefe verfasst.

Trotz seines gewollt antiquierten Stils, der sich in puncto Wortwahl stark am 18. Jahrhundert orientiert und manche Geschichten unnötig zäh erscheinen lässt, ist das Gesamtwerk von Howard Philips Lovecraft faszinierend und prägend für die moderne Horrorliteratur. Besonders seine Mythosgeschichten um Cthullu haben einen gewaltigen Einfluss auf die Horrorliteratur und die Popkultur genommen. Um diesem Beitrag eine persönliche Note zu verleihen, liste ich jetzt meine 5 Lieblingsgeschichten von H. P. Lovecraft auf.

  • Träume im Hexenhaus: Dank dieser Geschichte hatte ich für längere Zeit Schlafstörungen, aber trotzdem handelt es sich hierbei um meine absolute Lieblingsgeschichte von Lovecraft.
  • Hypnos: Diese Geschichte erzeugt in meinem Kopf die intensivsten Bilder, obwohl sich der Horrorfaktor eher in Grenzen hält. Immer, wenn ich diese Geschichte lese, sind die Farben schwarz und rot bei den erzeugten Bildern vorherrschend.
  • Herbert West der Re-Animator: Kennt ihr die trahsigen Re-Animator Filme? Diese Trilogie basiert auf einer Kurzgeschichte von H. P. Lovecraft, die eine interessante Thematik verfolgt und mich entfernt an Frankenstein erinnert.
  • Die Ratten im Gemäuer: Das war eine der ersten Lovecraft Geschichten, die ich gelesen habe und besonders der grausige Höhepunkt der Geschichte fesselt mich immer wieder aufs neue.
  • Das Bild im Haus: Eine weitere klassische Horrorgeschichte, die sich mit dem Thema Kannibalismus beschäftigt.

Ich bin froh vor gut 4 Jahren einen Kurzgeschichtenband von H. P. Lovecraft in einer örtlichen Bücherei gefunden zu haben. Das Werk von Lovecraft hat meine Einstellung zum Thema Horror und Horrorliteratur entscheidend geprägt, mich kritischer werden lassen aber auch offener für unterschiedliche Strömungen in der Horrorliteratur werden lassen. Vermutlich hätte ich ohne die Lovecraft Geschichten niemals Bram Stokers Dracula gelesen oder so eine Faszination für Stephen King entwickelt. Ich kann das Gesamtwerk von Lovecraft grundlegend jedem empfehlen der auf der Suche nach Schauer/Horrorliteratur ist und einem älteren Schreibstil offen gegenübersteht.

Lasst mich dieses Special mit einem Zitat aus der Geschichte The Nameless City beenden.

„That is not dead which can eternal lie, and with strange aeons even death may die.“

Ich wünsche euch ein schönes Halloween und fröhliches gruseln!

Die Höllenkatze (Kurzgeschichte) | Review [Gastbeitrag von Tempest]

Titel: Sunset
Originaltitel: Just After Sunset
Originaltitel „Die Höllenkatze“: „The Cat from Hell“
Übersetzer: Wulf Bergner
Erscheinungsjahr: deutschsprachige Taschenbuchausgabe: 2010
Erscheinungsjahr „Die Höllenkatze“: im Original 1977
Seiten: 478
Seiten „Die Höllenkatze“: 19
Verlag: Heyne

Vielen Dank an die liebe Tempest, die für mich ihre allererste Rezension verfasst hat! Ich möchte gern mehr solcher Beiträge lesen! :3


Infos zur Kurzgeschichtensammlung

Titel: Sunset

Originaltitel: Just After Sunset

Originaltitel „Die Höllenkatze“: „The Cat from Hell“

Übersetzer: Wulf Bergner

Erscheinungsjahr: deutschsprachige Taschenbuchausgabe: 2010

Erscheinungsjahr „Die Höllenkatze“: im Original 1977

Seiten: 478

Seiten „Die Höllenkatze“: 19

Verlag: Heyne


Patrick von DerStigler fragte mich bereits im Sommer, ob ich einen Beitrag zu seinem Halloween-Special einreichen möchte. Begeistert sagte ich zu und ich freue mich sehr über die Anfrage und Teilnahme. An dieser Stelle nochmal einmal vielen Dank für das Vertrauen. Dies ist nämlich meine allererste Review. Ich hoffe, er und alle anderen Katzenliebhaber werden mir die Wahl für diese Rezension verzeihen. 😉

Wenn es um Halloween geht, darf Stephen King als Meister des Grauens natürlich nicht fehlen. Meine Wahl für eine Review fiel allerdings nicht auf einen Roman, sondern auf eine seiner unzähligen Kurzgeschichten, die ebenfalls Beachtung finden sollten, da doch einige bereits spannend verfilmt wurden, wie zum Beispiel Das geheime Fenster (Novelle) mit Johnny Depp, Zimmer 1408 mit John Cusack und Samuel L. Jackson oder Der Nebel mit Thomas Jane. Und gerade diese Geschichte passt einfach perfekt zu Halloween.

Wer die erzählerischen Mittel von Kurzgeschichten, die so spezifisch für diese Gattung sind, kennt, ist sich dessen bewusst, dass das Ende meist offen bleibt, keine abschließenden und ausführlichen Erklärungen geboten werden und Charaktere nicht so ausgebaut werden können wie beispielsweise in Romanen. Weiterhin hinterlassen viele Kurzgeschichten größeren Interpretationsspielraum und auch oft Fragezeichen. Gerade diese Aspekte machen jedoch den speziellen Charme von Short Stories aus, die in der amerikanischen Literaturgeschichte von größerer Bedeutung als bei uns sind. Stephen King reiht sich als Meister des Grauens perfekt in diese auch kulturell wichtige Gattung ein und liefert dabei abwechslungsreiche Texte, die sich verschiedenen Genres wie Horror, Science Fiction oder auch mal gar nicht so eindeutig zuordnen lassen. Insbesondere in seinen Kurzgeschichten schafft er es, das Unbegreifliche noch schwerer greifbar zu machen. Es erfordert Kunst und Können, auf wenigen Seiten viel Wirkung zu erzielen und dabei muss nicht einmal viel erzählt werden. Deshalb ist es bedauerlich, dass die meisten Rezensionen seine längeren Erzählungen – Romane – behandeln und seine Short Stories vernachlässigen. Dies möchte ich mit diesem Beitrag ändern.

Handlung

Der Profikiller John Halston erhält einen ungewöhnlichen neuen Auftrag. Er soll für Drogan, der ein Pharmaunternehmen besitzt, eine Katze töten, die sich in den letzten Monaten in seinem Haus eingenistet hat. Drogan, der über vier Jahre ein Medikament an insgesamt 15.000 Katzen testen ließ, vermutet, dass sie von einem Dämon besessen seiund Rache üben möchte. Denn es sind seit ihrer Anwesenheit drei Personen verstorben: seine Schwester Amanda, ihre Lebensgefährtin Carolyn Broadmoor und der Diener des Hauses Dick Gage. Für diese ungewöhnlich häufigen Todesfälle macht Drogan die Katze verantwortlich. Da Halston 12.000 Dollar Honorar bekommen soll, nimmt er trotz der Erzählungen und seinem zunehmenden Unbehagen den Auftrag an. Er verfrachtet die Katze in sein Auto, um ihr an einem abgelegenen Ort den Hals umzudrehen. Doch diese vermeintlich leichte Aufgabe entwickelt sich zu einem Horrortrip…

Review

Vorab eine Warnung: Es folgen unvermeidbare, eher kleinere Spoiler, auch wenn ich versuche so wenig wie möglich zu verraten. 

Schon allein der Titel verrät, dass der Gruselfaktor durch das vor allem im Horrorgenre und in der Schauerliteratur beliebte Motiv der magischen, unheimlichen, gar mörderischen und rachenehmenden Katze entsteht, die hier keine Nebenfigur, sondern handlungstragende Antagonistein ist. Dies erinnert mich zum einen an Stephen Kings erfolgreichen Roman Friedhof der Kuscheltiere und zum anderen stark an die Kurzgeschichte „Die schwarze Katze“ von Edgar Allan Poe, der wie H. P. Lovecraft als ein Vater der modernen Horrorliteratur ein Vorbild für Kings literarisches Schaffenswerk ist. Bereits das Katzenmotiv scheint schon vielversprechend, wenn man sich bis zur Gänsehaut fürchten möchte. Dies war auch ein Grund für meine Auswahl hinsichtlich des Halloween-Specials. Diese Geschichte ist perfekt dafür.

Über den Auftragskiller Halston erfährt die Leserschaft den Grad seiner Professionalität, seine Menschenkenntnis hinsichtlich seiner Opfer und seine Abgebrühtheit hinsichtlich des Todes. Dies sind selbstverständlich Eigenschaften, die wohl in einer Stellenbeschreibung für diesen Beruf stehen würden. Der Auftraggeber Drogan sitzt im Rollstuhl, riecht nach Alter und Angst und ist bereits sehr geschwächt. Er hat wohl einen sprechenden Namen, denn er besitzt, wie bereits erwähnt, ein Pharmaunternehmen und im Englischen ist drugsein Wort für Medikamente. Sprachlich findet sich Stephen Kings typischer Stil: Nicht zu anspruchsvoll und doch sehr kreativ. Es finden sich viele Metaphern, Umgebung und Atmosphäre beschreibend, die einem das Blut in den Adern gefrieren lassen. Die Dialoge sind in realistischer Umgangs- und Alltagssprache gehalten, was die Figuren auch glaubhaft wirken lässt, auch wenn eine Kurzgeschichte keine intensive Charakterdarstellung- und Entwicklung zulässt. Die Geschichte ist in der personalen Erzählperspektive verfasst. Wir erleben sie aus der Sicht von Halston, dessen Innenwelt in Form von erlebter Gedankenrede und zum Ende hin auch in Form von innerem Monolog gezeigt wird. Es steigert selbstverständlich die Dramatik, wenn die Leserschaft das Grauen und die (Todes-)Angst aus der Perspektive einer oder mehreren Figuren miterlebt. All diese Erzähltechniken sind nicht umsonst ein beliebtes Mittel in Stephen Kings Erzählungen.

Katzen sind eigentlich Halstons Lieblingstiere, die er gedanklich als Killermaschinen beschreibt. Er meint Sam, den Kater, zu kennen, als sie sich anstarren. Die altbekannte Beschreibung der eindringlichen Augen und des Wesens vonKatzen ist hier ganz typisch; die Katze als mystisches Wesen, mit dem Blick aus dem und ins Jenseits. Trotzdem langweilt man sich als Leser:in nicht, diese Beschreibungen zum wiederholten Male zu lesen. Drogan lässt es zu, dass die Katze sich schnurrend in seinem Schoß niederlässt und streichelt sie liebevoll. Im Gegensatz dazu wird deutlich, wie sehr Drogan Katzen hasst und sie verabscheut. Halston wirkt zwar wie der stereotypische Auftragskiller, pragmatisch und auch nicht abergläubisch, als Drogan seine Theorien hinsichtlich der Katze zum Besten gibt, aber er zeigt Sarkasmus, der aus seinem Mitgefühl für die von Drogan gequälten und getöteten Katzen heraus entsteht. Im späteren Verlauf wird deutlich, dass sich Halston mit Katzen verbunden fühlt, weil sie wie er Einzelgänger sind. Drogan hingegen erscheint wie der typische erbarmungslose, skrupellose Pharmaunternehmer, der Tierversuche mit dem Nutzen für die Menschheit rechtfertigt. Trotzdem sickert seine Angst vor der Katze und vielleicht auch etwas Schuldgefühl durch. Dies zeigt sich alleine dadurch, dass er die Katze für gefährlich hält und er die Todesfälle nicht logisch erklärt, obwohl es eigentlich rationale Gründe und Ursachen gibt. 

Die Todesfälle werden von Drogan kurz beschrieben, aber wir erleben sie dennoch mit, denn Halston versucht sich vorzustellen, inwiefern die Katze Sam daran beteiligt gewesen sein oder vielmehr dafür verantwortlich gewesen sein könnte. Die in sich in seiner Vorstellung lebhaft abspielenden Ereignisse lassen sogar ihn als hartgesottenen Mörder schaudern und er bekommt es fast mit der Angst zu tun. Fast immer schnurrt die Katze bei ihrer vermeintlichen Tat liebevoll, wirkt unschuldig und harmlos und dabei trotzdem gefährlich. Möchte man glauben, dass die Katze weiß, was sie tut, fällt es nicht schwer, die Hinterhältigkeit, die Katzen so oft unterstellt wird, für begründet und realistisch zu halten. Gleichzeitig wirkt aber auch ihre Unschuld glaubhaft. Woher soll sie wissen, dass ihre Kuschelbedürftigkeit eine Gefahr für alte, kranke und schwache Menschen darstellt? Ihre Fellzeichnung scheint tatsächlich metaphorisch für die zwei Seiten und das eigenwillige Verhalten einer Katze, insbesondere dieser – eine unwissentliche liebevolle Mörderin auf Samtpfoten – zu stehen: Ihr Gesicht ist genau in der Mitte geteilt und zwar halb schwarz und halb weiß – die Farben spiegeln ihr helle und ihre dunkle Seite, ihre Eigenwilligkeit, ihre Zwiespältigkeit, die Gefahr, die in ihrer Zärtlichkeit steckt. Es ist nicht überraschend, warum Katzen ein beliebtes Motiv der Horrorliteratur sind. Eigentlich ist nach ca. 13 Seiten, also fast zum Ende der Geschichte noch nicht viel passiert außer in der Fantasie von Halston, doch das reicht schon aus, um böse und ungute Vorahnungen zu spüren. Es ist dieser unterschwellige Grusel, dieses erwartungsvolle Grauen, was fast unheimlicher ist als tatsächliche Ereignisse. Wer King kennt, kann zwar vermuten, dass die Erzählung nicht positiv verlaufen wird und grauenhafte Ereignisse folgen könnten – immerhin handelt es sich doch anscheinend um eine dieser hartnäckigen, widerstandsfähigen Katzen, die man nicht loswird und die immer wiederkehren, sei es lebendig oder aus dem Jenseits  , aber das tut der Spannung keineswegs einen Abbruch. Im Gegenteil, man überlegt sich bereits, wie angsteinflößend oder gar blutrünstig es noch werden oder ausgehen könnte. Bei King, vor allem bei seinen Kurzgeschichten, weiß man aber nicht unbedingt, was zu erwarten ist. Die Leser erleben des Öfteren Überraschungen. Über das Ende sei natürlich nichts verraten, aber es sei gesagt, dass ihr wirklich starke Nerven braucht. Besser wäre ihr seid wirklich abgehärtete Horrorfans, denn selbst mir als großer Fan von Stephen King und Horror wurde beim für die Rezension erneuten Lesen ganz anders zumute.

Fazit

Absolut lesenswert und eine perfekte Lektüre für Halloween. Man sollte zwar meinen, dass es wenig originell ist, wieder einmal die mörderische Katze als handlungstragendes Motiv mit den verschiedensten Mythen über sie vorzufinden, allerdings erkennt die Leserschaft trotzdem Stephen Kings Handschrift; die unheimliche Katze zieht einfach immer noch und die Geschichte ist ein Muss für Horrorfans. In „Die schwarze Katze“ von Edgar Allan Poe wehrt sich die Samtpfote gegen die Misshandlungen, die sie und ihre liebende Besitzerin vom alkoholabhängigen Ehemann der Katzenliebhaberin erfahren und ist so gar nicht sanft. Als dieser letztendlich seine Frau ermordet und im Keller einmauert, verrät ihn die Katze als die Polizei eine Hausdurchsuchung vornimmt. Auch in Kings Kurzgeschichtenimmt Katze Rache an einem Tierquäler. Allerdings endet diese Geschichte brutaler und ist somit nichts für schwache Gemüter. Sie lässt einen sich nicht nur gruseln, sondern auch ekeln und sie mutiert sogar zu einem Schocker. Wer wie ich von Stephen King das Schauerlichste erwartet, wird hier auf jeden Fall nicht enttäuscht. Er erzeugt das pure Grauen und Entsetzen. Wo sich bei Poe eher unterschwelliges Grauen findet, steigert sich Kings Geschichte in blutrünstiges Schrecken. Sie beginnt wie die typische Schauerliteratur – ein kaltes, düsteres Haus im Winter, in dem der Tod daheim ist – endet aber als schrecklicher Horror. Zugleich findet sich doch auch Kritik an Tierversuchen und es wird gezeigt, dass Tiere sehr wohl fühlende und denkende Lebewesen sind, wofür die eigenwilligen und in der Persönlichkeit zwiespältigen Katzen durchaus Paradebeispiele sind, was jeder Mensch weiß, der eine Katze als Haustier hat. Nicht umsonst sind sie ein wiederkehrendes Motiv in der Horror- und Schauerliteratur.

Uzumaki – Spiral into Horror 03 | Review

Name: Uzumaki 3 – Spiral into Horror 
Verlag: Carlsen Manga!
Erschienen: 18. März 2014

Der Fluch der Spirale erreicht seinen Höhepunkt und Kurouzo wird die Hölle auf Erden.

Kernfakten zum Manga

Name: Uzumaki 3 – Spiral into Horror
Autor: Junji Itō
Zeichner: Junji Itō
Genre: Horror, Mystery
Verlag: Carlsen Manga!
Seiten: 256
Erschienen: 18. März 2014
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Was bisher geschah…

Das beschauliche japanische Städtchen Kurouzo wird von einem ebenso furchtbaren wie mysteriösen Fluch heimgesucht, der die Menschen in den Wahnsinn treibt und anschließend grotesk sterben lässt oder sie in Monströsitäten verwandelt. Das Pärchen Shuchi und Kirie werden Zeuge des Wahnsinns und des Horrors. Dabei geraten auch die Familien der beiden ins „Visier“ des Fluchs. Als ein Taifun Kurouzo heimsucht, scheint das Ende angebrochen zu sein.

Der Sturm des vorigen Bandes hat in Kurouzo schwere Schäden angerichtet und viele Opfer gefordert. Ein Entkommen aus dieser Hölle scheint aussichtslos, da man zwar Kurouzo über einen Tunnel erreichen kann, aber die Stadt weder über Land, Wasser oder das Gebirge verlassen werden kann. Der Fluch greift immer weiter um sich und verwandelt schließlich fast alle Bewohner Kurouzos in groteske Kreaturen. Shuchi & Kirie wollen das Geheimnis des Fluchs lüften, finden aber mehr als sie wollen.


Auch der dritte Band von Junji Itos Horrorsaga um den Fluch der Spirale setzt auf die Stärken der vorigen Bände und präsentiert eine Mischung aus Bodyhorror und Mystery, allerdings geht der Band im Finale in Richtung Überirdischem wodurch der Band fast wie ein Werk von H. P. Lovecraft wirkt.

Gleiches gilt für die Auflösung des Horrors, der Raum für Spekulationen erlaubt und sich stark an den Geschichten Altmeisters Lovecraft orientiert.

Auf der optischen Ebene schaltet Junji Ito, zugunsten von bildgewaltigeren Szenen sowie einer stärkeren Erzählung, den Bodyhorror etwas zurück. Die Geschichten bauen nun noch stärker aufeinander auf und sind enger miteinander verknüpft als in den vorigen Bänden.


Zusammengefasst unterhält Uzumaki 03 wie seine Vorgänger sehr gut und begeistert durch unterschiedlichste Facetten des Horrors. Dazu kommt eine solide Rahmenhandlung, die sich dem Leser nach und nach mehr erschließt. Somit verdient sich Uzumaki 03 die Wertung lesenswert!

Das Fazit für den gesamten Uzumaki Manga fällt ebenfalls positiv aus da Junji Ito es erneut schafft aus den regulären Horrormangas hervorzustechen dank kreativen (wahnsinnigen) Ideen und einem einzigartigen Zeichenstil, der den grotesken Horror perfekt einfängt. Die Rahmenhandlung mag etwas sperrig anfangen allerdings entwickelt sich die Geschichte, wie auch bei den Werken Lovecrafts, sehr gut!

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!