ES/IT (2017) | Review | All Hail to the King! Stephen King Verfilmungen #6

Vor 27 Jahren erschien ES und brachte den todbringenden Clown Pennywise in das Medium Film. 2017 wurde ES neu verfilmt und diesen Film habe ich sehnlichst erwartet, da der dunkle Turm mich enttäuscht hat. Da dieser Film aktuell ist, werde ich Spoiler möglichst vermeiden. Viel Spaß!


Alle 27 Jahre passiert in der Stadt Derry ein Unglück. Mal ist es eine Explosion mit zahlreichen Todesopfern oder ein Nachtklub brennt nieder.  Zu Beginn des Films spielt der Junge Georgie im Regen, mit einem Papierschiff das ihm von seinem Bruder Bill gebastelt wurde. Der Prolog endet mit Georgies gewaltsamen Tod durch Pennywise, den tanzenden Clown.

Ab dann stellt der Film uns die sieben Protagonisten, den sogenannten Club der Verlierer, vor. Diese Truppe besteht aus folgenden Personen:

  • Bill Denbrough (Jaeden Lieberher)
  • Beverly Marsh (Sophia Lillis)
  • Ben Hanscom (Jeremy Ray Taylor)
  • Richie Tozier (Finn Wolfhard)
  • Eddie Kaspbrak (Jack Grazer)
  • Mike Hanlon (Chosen Jacobs)
  • Stanley Uris (Wyatt Oleff)

Jede dieser Personen hat eine „Schwäche“, aufgrund derer sie zum Ziel von Spott und Mobbing werden.  Nachdem jeder der sieben eine Begegnung mit Es hatte, beschließt der Club der Verlierer dem Grauen ein Ende zu setzen und nehmen den Kampf auf.


ES setzt von Anfang an auf ein höheres Tempo, als man es von anderen Horrorfilmen gewohnt ist. Bei der langen Laufzeit von über zwei Stunden ist das ein logischer Schritt um Leerlauf, also Szenen, in denen Langeweile aufkommen kann, bestmöglich entgegen zu wirken.
Was die Gewalt angeht, ist ES relativ schonungslos & hat mich mehr als einmal mit einer drastischeren Darstellung überrascht. So wird einfach so ein Arm abgerissen oder ein H in einen Magen geritzt.
Neben den treibenden Szenen, in denen Pennywise für Psychoterror sorgt, gibt es auch Szenen, die komplett ohne ihn auskommen. Dort werden die Figuren vertieft & Themen wie Freundschaft oder das Erwachsenwerden behandelt. Dem Film gelingt eine gelungene Mischung aus Charakterzeichnung & treibendem Horror.
In Kombination mit der hervorragende Soundtrack, gut gemacht Benjamin Wallfisch, ergibt sich eine düstere Atmosphäre, die immer wieder für kurze Zeit aufgelockert wird.


Der Cast ist überraschend stark und ich war verblüfft, wie gut die jungen Schauspieler ihre Rollen spielen. So haben wir einen Nicholas Hamilton, der seine Rolle als psychopathisches Schwein namens Henry Bowers sehr glaubhaft darstellt. Die Mitglieder des Clubs der Verlierer werden ebenfalls glaubhaft verkörpert, wobei mir Sophia Lillis als Beverly Marsh am glaubhaftesten erschien. Ein Vergleich mit Annabelle Creation lässt sich nicht vermeiden, da dieser Film ebenfalls hervorragende Kinderschauspieler hat!
Mein absolutes Highlight war jedoch Bill Skarsgård als das Monster ES beziehungsweise als Pennywise. Ich war überrascht, wie Skarsgård den Horrorclown darstellt. Dieser Pennywise ist absolut bedrohlich aber auch lustig, jedoch entsteht der Humor durch die Brutalität des Clowns. Das klingt irgendwie seltsam, wenn man es so erklärt.


Alles in allem ist Es von 2017 eine gelungene Mischung aus Coming-of-Age-Film & Horrorfilm. Die Besetzung ist sehr stark, die Effekte hochwertig und die Soundkulisse äußerst stimmig. Was Stephen King Verfilmungen angeht, haben wir es hier mit einer der besten zu tun die je produziert wurden. Besonders die Nähe zum Roman ist eine große Stärke des Films!

Was Regisseur Andrés Muschietti ist ein Horrorfilm, der den Grusel nicht durch billige Tricks, sondern einem talentierten Schauspieler und dem Spiel mit den Ängsten erzeugt. Wer auch nur ein klein wenig Interesse an Horrorfilmen oder Stephen King hat, kommt an diesem Film nicht vorbei.


Wer noch mehr zu Stephen King lesen will folgt diesen Links:

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Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Der Nebel | Review | All Hail to the King! Stephen King Verfilmungen #5

Aktuell läuft ja auf Netflix eine TV-Serie, die auf der Stephen Kings Geschichte „Der Nebel“ basiert aber um diese geht, es heute nicht. Heute geht es mir um den 2007 veröffentlichten Horror-Thriller „Der Nebel“ und eins vorweg, ich mag den Film sehr. Viel Spaß also!


Der Film beginnt mit einem Sturm der die Gemeinde Castle Rock, in Maine, heimsucht. Da das Haus des Künstlers David beschädigt wird, fahren er, sein Nachbar Brent & Davids Sohn Billy in die Stadt um Einkäufe zu tätigen und Material für die Reparatur zu besorgen.

Ein mysteriöser Nebel breitet sich jedoch in der Gegend aus. Im Inneren des Nebels verbergen monströse Kreaturen, die auf Beute warten. Das Trio um David verbarrikadiert sich im örtlichen Supermarkt mit einigen weiteren Bewohnern.

Als die religiöse Fanatikerin Mrs. Carmody den Nebel als Strafe Gottes proklamiert, spalten sich die Anwesenden in zwei Gruppen. Einmal die Fanatiker um Mrs. Carmody und dann die praktisch denken Menschen um David. Schließlich kochen die Emotionen immer weiter hoch und als es einen Toten gibt eskaliert die Situation endgültig. Schließlich tötet der Angestellte Ollie, Mrs. Carmody mit einem gut platzierten Kopfschuss, jedoch ist die sichere Bastion gefallen.

David, Billy und drei andere entkommen in einem Wagen. Der Nebel ist überall und als dem Wagen der Sprit ausgeht, scheint alle Hoffnung verloren. David hat einen Revolver dabei. Vier Patronen für fünf Leute. Welch grausames Ende.


Der Nebel besticht durch hervorragende Schauspieler und einer gelungenen deutschen Synchronisation. Dazu kommen starke Szenen, wie das Menschenopfer um Gott zu beschwichtigen oder das Ende, mit der Frage über Leben & Tod.
Für einen FSK 16 Film ist der Nebel ungewöhnlich brutal und allen voran eklig. Es wird kaum mit Blut & verätzten Körper gegeizt. Die Gewalt ist jedoch nicht überzogen, sondern ein Stilmittel angesichts der unbekannten Gefahr. Was mich verwundert ist das Thema des religiösen Fanatismus. Es wird ohne Schonung gezeigt, was der Glaube bewirken kann und wie weit die Überlebenden in ihrem theologischen Wahn gehen.


Alles in allem ist der Nebel ein starker Horror-Thriller mit eindrucksvollen Szenen, gelungenen Effekten & hervorragenden Schauspielern. Es ist bemerkenswert, wie vielschichtig dieser Film ist aber nicht den moralischen Zeigefinger schwingt. Ich kann diesen Film auf jeden Fall weiterempfehlen!

Das wars von meiner Seite. Wer mehr über Stephen King lesen möchte, folgt den untenstehenden Links und lesen wir uns im nächsten Beitrag wieder!

DerStigler

Ainu89

Filmlichtung

 

Christine (1983) | Review | All Hail to the King! Stephen King Verfilmungen #4

Die Faustregel, das die Horrorfilme, welche auf Stephen Kings Werk basieren, nicht wirklich gut sind, hat sich bisher fast immer bestätigt. Diese Behauptung wird durch die Reviews zu Friedhof der Kuscheltiere (obwohl ich den irgendwie mag) und Rhea M gestützt. Gegen diese Behauptung spricht der Beitrag zu Thinner. Doch was passiert, wenn wir den Filmemacher John Carpenter (Halloween, The Fog & seine Filme mit Kurt Russel) auf Stephen Kings Werk loslassen? Das finden wir jetzt mit meinem Beitrag zu Christine aus dem Jahr 1983 heraus!


Arnie Cunningman ist ein schwächlicher Kerl, der kein Glück bei den Frauen hat und ein prominentes Opfer der Schläger um Buddy Repperton ist. Einzig sein bester Freund, Dennis Guilder, steht ihm treu zur Seite.

Arnies Leben ändert sich schlagartig, als er eines Tages einen stark ramponierten 1958er Plymouth Fury in roter Speziallackierung sieht. Er verliebt sich schlagartig in dieses Auto, welches auf den Namen Christine hört wie uns der Verkäufer des Wagens erzählt.
Im Laufe der Zeit entwickelt Arnie eine Beziehung zu seinem Auto die fast schon an Besessenheit grenzt. Dafür bekommt Arnie Selbstbewusstsein & hat Glück bei den Frauen.

Der Horror beginnt jedoch, als die Schläger um Buddy auf Christine losgehen und den Wagen beschädigen. Christine ist ein rachsüchtiges Auto & lässt sich nicht beschädigen oder beleidigen.


Das Herzstück der Besetzung ist das Zusammenspiel von Keith Gordon (Arnie), John Stockwell (Dennis) & Alexandra Paul (Leigh, Pauls Freundin). Diese drei Schauspieler haben eine sehr gute Chemie miteinander und liefern eine äußerst solide Performance ab.
Die restliche Besetzung ist auch eine Erwähnung wert, da es keinen Ausreißer nach unten gibt. Leider ist die deutsche Synchronisation etwas durchwachsen. Dadurch wirken, zum Beispiel, Arnies Eltern etwas hölzern.
Ein großes Lob geht an die Tricktechnik & den Soundtrack. Szenen ohne wie die Explosion einer Tankstelle oder wenn Christine sich selbst repariert, sehen immer noch eindrucksvoll aus und zeigen, was ohne CGI möglich ist.

Der Soundtrack wechselt sich mit klassischem Rock ’n Roll der 1950er Jahre und John Carpenters selbst komponierten Musikstücken ab. Beide tragen viel zur Atmosphäre bei und es ist Carpenters Musik die Stimmung erzeugt!


Zusammengefasst ist Christine ein solider & kreativer Horrorfilm, der auf Splatter/Slasher/Gore verzichtet aber auf Spannung/Handlung & die Schauspieler selbst setzt. Wenn man das Werk von King in die Hände eines fähigen Filmemachers legt, wird man nicht enttäuscht. Wer einen Horrorfilm der 80er Jahre sucht, der kein Schlachtfest ist, kann bedenkenlos zugreifen.

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

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