Ein zweiter Blick auf Justice League (2017) | Gedankenspiel

Knapp zwei Jahre sind seit dem Release von Justice League und meiner dazugehörigen Rezension vergangen. Das DC Extended Universe hat sich weiterentwickelt und ebenso meine Meinung dazu. Heute will ich einen zweiten Blick auf Justice League werfen und für mich die Frage klären, ob der Film gut oder schlecht ist. Dazu will ich mich auf die Punkte Handlung, Helden, Schurken und Stilmittel stürzen, um so die Frage zu beantworten. Etwas Ähnliches habe ich bereits zu Suicide Squad gemacht, aber das nur am Rande.

HANDLUNG

Seit dem Tod Supermans in Dawn of Justice versinkt die Welt in tiefer Trauer. Für Batman und Wonder Woman ist jedoch keine Zeit zum Trauern, da ein Angriff bevorsteht. Steppenwolf kehrt auf die Erde zurück, um seinen vor Jahrtausenden begonnenen Kreuzzug zu beenden. Mithilfe der drei Mutterboxen auf der Erde will er den Planeten erobern. Dazu untersteht ihm ein riesiges Heer aus Paradämonen, die sich von Angst ernähren.

Batman weiß, dass er und Wonder Woman nicht genug sind. Deshalb stellt er ein Team zusammen wobei selbst die Hilfe von Aquaman, The Flash und Cyborg nicht reichen könnte. Zwei Mutterboxen kann Steppenwolf von den Atlantern und Amazonen erobern. Mithilfe der Box der Menschen will Bruce seinen gefallenen Kameraden zurückholen. Das Team braucht Superman. Die Welt braucht Superman. Mehr denn je …

Die Handlung des Justice League Films ist schnell erzählt, was aber grundlegend nicht schlecht. Anstatt sich auf einen komplexen Plot zu stürzen, wie man ihn von den DC Comics kennt, verlässt man sich auf eine altbewährte Alien-Invasion. Das ist grundlegend kein Fehler, aber die gesamte Erklärung mit den Mutterboxen wäre wesentlich stimmiger gewesen, wenn man Darkseid, Apokolips und die New Gods mit ins Boot geholt hätte. Leider hätte dies wahrscheinlich zu einer Überlastung geführt da Justice League nicht nur den Schurken Steppenwolf, sondern auch drei neue Helden etablieren muss.

Dieser Problematik hätte man mit zwei Schritten entgegenkommen können. Entweder wie im MCU die Helden in Einzelfilmen etablieren ODER eine etwas längere Laufzeit aber dafür mit kurzen Episoden mit den Herkunftsgeschichten der neuen Helden. Etwas Ähnliches wird zwar gemacht, aber ein paar mehr Details wären sinnvoll gewesen, da nicht jeder automatisch weiß wer Cyborg, The Flash oder Aquaman ist.

Erzählerisch ist Justice League kein Reinfall, erreicht aber auch keine wirklichen Tiefen und bleibt durchgehend simpel, was sehr schade ist, da besonders die DC Comics viel Potenzial für tiefgründige Plots bieten.

HELDEN

Justice League gehört zu den Team-up Filmen und etabliert das gleichnamige Team. Die beiden Headliner des Teams sind Batman und Wonder Woman. Als Neuzugänge dienen Cyborg, Aquman und The Flash, welche bereits einen Cameo in Dawn of Justice hatten. Dazu kommt ein wiederbelebter Superman.

Die Trinity (Wonder Woman, Batman, Superman) sind bereits etablierte Figuren, die Aufgabe des Films besteht also darin die neuen Figuren zu etablieren und das funktioniert solide wobei nur Barry Allen aka The Flash wirklich Tiefgang erhält. Aquaman bekommt, ähnlich wie in den New 52 Comics, ein neues bad ass Image und Cyborg ist ….. Cyborg. Leider erwischt es den Mann aus Metall (naja nicht komplett) am schlimmsten. Erschaffen aus einer Mutterbox, zumindest in den Comics, hätte dieser Charakter ins Zentrum der Handlung gerückt werden können, was auch seine Fähigkeiten noch sinnvoller macht.

Meine Highlights unter den Helden sind Batman & The Flash. Ich bin ohnehin ein Fan des älteren, abgehärteten Dark Knight des DCEU der bereits zu lange als „Held“ aktiv ist und The Flash sorgt auch für die meisten Lacher, was sehr erfischend ist in einer ernsten DC Comicverfilmung.

Im Vergleich zu Suicide Squad schafft es Justice League wesentlich besser seine Figuren zu etablieren, scheitert aber ebenfalls beim Bösewicht.

SCHURKEN

Als Oberschurke dient Steppenwolf dem weder eine Verknüpfung zu Apokolips oder seinem Neffen Darkseid gegeben wird. Es gibt zwar einen Querverweis zu den New Gods, der Steppenwolf aber eher als Azubi wirken lässt denn als General der Truppen von Apokolips. Auch seine Motive zum Erobern der Mutterboxen sind etwas fraglich, da er mit diesen drei Artefakten die Erde erobern könnte.

Meiner Meinung nach wäre es wesentlich sinnvoller gewesen Steppenwolf als Vorbote von Darkseid aufzubauen, der die Boxen für seinen Meister erobern muss, daran scheitert und dann schließlich ein Angriff von Darkseid selbst für einen kommenden Justice League Film vorbereitet wird.

Leider haben „nur“ einen wahnsinnigen Eroberer bekommen, der nie sein volles Potenzial ausschöpft.

STILMITTEL/INSZENIERUNG

Okay ich hatte bisher sehr viel zu meckern, aber nun muss ich etwas wohlwollender werden und etwas mehr Lob aussprechen. Justice League bietet einige sehr starke und gefühlvolle aber auch hervorragend inszenierte Momente, wie beispielsweise den Anfang des Films. Nach einem kurzen Prolog mit Batman blendet der Film in eine längere Szene über, die eine Welt ohne Superman, in tiefer Trauer, zeigt. All die Trauer, die Machtlosigkeit und der aufkommende Zorn werden vom Lied Everybody Knows der Sängerin Sigrid unterlegt, was perfekt zum düsteren Grundton des Films passt.

Eine andere Szene betrifft den Helden Aquaman und wie er sich nach der Rettung eines in Not geratenen Seemanns zurück ins Meer begibt. Die Szene ist zwar recht kurz zementiert jedoch Aquamans Image als Mr. Cool des DC Universums.

Ein gern genutztes Stilmittel sind Zeitlupen, was einerseits imposante Kampfszenen ermöglicht und andererseits die Geschwindigkeit der Metawesen unterstreicht, wobei The Flash und Superman beim Thema Geschwindigkeit klar dominieren. Dies wird auch in einer hervorragenden Comicrefferenz am Ende des Films deutlich, wenn ein Rennen zwischen den Speedster und dem Mann aus Stahl begonnen wird.

Leider sind die Kämpfe allgemein eher langweilig und besonders Steppenwolf wirkt arg behäbig im Kampf gegen die Helden. Selbst der Kampf in Atlantis bleibt weiter hinter seinen Möglichkeiten, wenn man bedenkt was Atlanter eigentlich alles drauf haben.

Der einzige Kampf, der wirklich was hermacht, ist das Geplänkel zwischen der Justice League und dem wiederbelebten Superman. Man bekommt hier zwar keine epische Schlacht ABER diese kleine Handgreiflichkeit zeigt wunderbar, wie stark der Mann aus Stahl im Vergleich zu seinen Kollegen ist und selbst die Halbgöttin Wonder Woman muss gegen den Kryptonier einstecken. Das ist auch ein weiterer toller Querverweis zu den Comics, da auch hier Superman das Kraft-Monster der Justice League ist und mit so ziemlich jeden Gegner fertig wird, im Kampf (sofern es natürlich kein Kind des Dark Multiverse ist).

FAZIT

Bevor ich mich aber weiter in Details verliere, stelle ich mir die eingangs erwähnte Frage „ist Justice League ein guter Film?“. Nun jein, einerseits bietet der Film viele starke Momente, besonders der Anfang sowie die Szenen mit Superman und Lois Lane, bleibt aber in vielen Belangen hinter seinen Möglichkeiten. Dies merkt man beispielsweise bereits beim Superschurken Steppenwolf, dessen dürftiger Hintergrundgeschichte und schwammiger Motivation die Erde zu erobern. Andererseits schafft es Justice League nur bedingt seine Figuren tiefgründig zu etablieren und ihnen, zumindest in Kurzform, eine Origin Story zu bieten.

Es hat dem Film einfach nicht gut von zwei Filmemachern betreut zu werden. Einerseits haben wir Zack Snyder der das Götter & Monster Prinzip von DC versteht und auf epische Inszenierung setzt (wie in Man ot Steel) aber andererseits haben wir Joss Whedon der seinen Fokus auf Pathos bereits zwei mal hervorragend inszeniert hat (Avengers & Age of Ultron) jedoch mehr von Marvel Comics als von DC versteht.

Der Film erschien einfach zu früh und unter falschen Voraussetzungen. Ein paar Jahre mehr Planung, eine stringente Richtung und ein gefestigteres Universum hätten aus Justice League eine würdige Konkurrenz zu den Avengers gemacht aber so bleibt der Film leider ein gescheiterter Versuch, was mein DC Fanherz bluten lässt …

Das war soweit meine aktuelle Meinung zu Justice League. Nun würde mich interessieren wie euch der Film gefallen hat. Lasst es mich gern in den Kommentaren wissen.

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Superbros #10: Avengers Endgame Talk [Staffelfinale]

Herzlich willkommen zum Finale der ersten Superbros Staffel! Kurze Info: Superbros geht erst am 17.5.19 weiter!

Superbros Folge 10

Wer sind Carol Danvers, die Kree und die Skrull? | Wer ist … #7 | Gedankenspiel

Herzlich willkommen zu einer besonderen Ausgabe von Wer ist … ?, denn heute stelle ich euch nicht nur eine einzelne Figur, sondern auch noch zwei Alienrassen aus dem Marvel-Universum vor. Dieser Beitrag dient quasi als Vorbereitung für den kommenden Captain Marvel und ein großes DANKE an Mara für diesen tollen Einfall!

Da wir es heute mit drei großen Themen haben werde ich ein bisschen kürzer fassen und euch drei etwas kompaktere Zusammenfassungen liefern.


Wer ist … ?

Eine kurze Info vorweg, ich werde die Bandbreite an Themen für dieses Format ausweiten, somit werden wir in Zukunft auch Figuren aus Videospielen sehen!


Wer ist also Carol Danvers?

Carol Susan Jane Danvers ist eine ehemalige Offizierin der US Aiforce, die bei ihrem ersten Auftritt (Marvel Super-Heroes #13 – 1968) eine Kollegin des Superhelden Mar-Vell war. Im Laufe ihrer Karriere trug sie die Pseudonyme Ms. Marvel, Captain Marvel, Binary und Warbird. Im Zuge einiger schwerer Verletzungen rettete Captain Mar-Vell ihr das Leben und durch die Technologie der Kree wurde sie quasi ein Mensch-Kree hybrid, was ihr ungeheure Fähigkeiten verlieh. Sie ist in der Lage zu fliegen, hat übermenschliche Stärke, Geschwindigkeit und Ausdauer. Weiters kann sie Energie absorbieren und beispielsweise als Energiestrahlen abgeben.

Im Laufe ihrer langen Karriere erlebte Carol unzählige Abenteuer und war unter anderem in folgenden Teams: Guardians of the Galaxy, Avengers (New & Mighty Avengers), Alpha Flight, X-Men, S.H.I.E.L.D. und vielen mehr. Dank ihrer unzähligen Kämpfe, z. B. gegen Magneto, die Dark Avengers, die Skrull und Kang der Eroberer, trägt Carol berechtigterweise die Werbe-Titel „Earth mightiest female hero“ und „Mightiest Avenger„, da sie besonders in jüngerer Zeit ihre Kampfkraft und Führungsqualitäten unter Beweis gestellt hat.

Eine ihrer prominentesten Rollen erlebte Captain Marvel neben der Secret Invasion im Civil War II, der zwischen Iron Man und Carol ausgetragen wurde. In diesem Crossover möchte Carol den Inhuman Ulysses dahingehend benutzen, um Personen zu identifizieren, die zukünftig Verbrechen begehen und sie somit frühzeitig aus dem Verkehr ziehen.

Leider lässt sich anders als bei Deadpool, der eine wesentlich stringentere Karriere hat, die Geschichte von Carol Danvers nur gröber zusammenfassen, da sie dank einiger Reboots und über 50 Jahren schon einiges auf dem Buckel hat. Daher finde ich es gut, wenn im kommenden Realfilm die Ursprungsgeschichte der mächtigsten Heldin der Erde beleuchtet wird und dabei sowohl die Kree als auch die Skrull näher beleuchtet werden.


Wer sind die Kree?

Bereits im MCU Film Guardians of the Galaxy lernten wir die Kree kennen, im Speziellen zwei Angehörige dieser Spezies nämlich Ronan der Ankläger und Korath.

Die Kree (Erster Auftritt: Fantastic Four #65 – 08.1967) stammen vom Planeten Hala, der inzwischen zerstört ist und ähneln den Menschen im Erscheinungsbild bis auf die blaue Haut. Weiters verfügen Kree über eine höhere Stärke als Menschen und benötigen eine höhere Stickstoffkonzentration zum Atmen. Da die Erde im Vergleich zu Hala eine geringere Schwerkraft und weniger Stickstoff aufweist, sind die Kree auf der Erde und ähnlichen Welten sowohl stärker als auch schneller als Menschen.

Ähnlich wie bei den Menschen sind auch bei den Kree einige „Meta-Wesen“ entstanden und ähnlich wie bei Menschen ist die Entstehung durch unterschiedliche Faktoren beeinflusst worden. Zu diesen Faktoren zählen natürliche Mutation, genetische Verbesserung oder Kybernetisierung mit Prothesen.

Die Kultur, der Kree ist von Nationalismus, Imperialismus und Militarismus geprägt, was zwingend zu Konflikten mit anderen Rassen und Reichen führt. Mit knapp 1000 Welten hat das Kree Imperium eine manierliche Größe und verfügt über Außenposten in der ganzen Galaxie.

Bei den Kree muss ich an eine Art imperialistische Variante der Kryptonier denken, aber der Vergleich bezieht sich im Endeffekt auf einige biologische Attribute.


Wer sind die Skrull?

Die Skrull sind eine Rasse von Gestaltwandlern, die ursprünglich vom Planeten Skrullos und später von Tarnax IV (zerstört) stammen.

In zwei großen Events spielen die Skrulls eine herausragende Rolle, und zwar der Kree – Skrull Krieg und die Secret Invasion. Natürlich tauchen die Skrull auch in anderen kosmischen Events aber die beiden erstgenannten sind besonders wichtig, da man dort zum einen sehr viel über die Skrull erfährt und die Secret Invasion nicht nur das Skrull Imperium massiv schwächte, sondern auch in das Event Chaos War führte.

Die Skrulls sind grünhäutige humanoide Reptilien, deren besonders Fähigkeit es ist sich in organische Lebewesen (z. B. Menschen) und anorganische Dinge (z. B. eine Lampe) zu verwandeln, was sie zu Meistern der Spionage und Infiltration macht. Trotz ihrerer perfekten „Kopier“-Fähigkeit können die Skrull jedoch nicht die Charaktereigenschaften ihrer „Opfer“ kopieren. Ihre Fähigkeit des Gestaltwandelns haben die Skrull schließlich soweit verbessert, dass sie nicht aufspürbar waren, sobald sie sich in eine Person oder einen Gegenstand verwandelt haben.

Alles in allem ist das Konzept der Skrull sehr interessant und ich bin gespannt wie die Fähigkeiten dieser Aliens in Captain Marvel und weiteren MCU Filmen dargestellt wird!


Ich hoffe, dieser Überblick war für euch interessant und ihr habt nun ein paar grundlegende Informationen für den kommenden Captain Marvel Film, wenn das MCU erneut vergrößert wird!

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Weitere Beiträge zum MCU:

Die schöne Traurigkeit in Deadpool 2 | Gedankenspiel

Deadpool und Deadpool 2 gehören zu den besten Vertretern der Comicverfilmungen, die wir in den letzten Jahren genießen durften. Durch diese Duologie wurden nicht nur R-Rated Comicverfilmungen populärer, sondern auch die Mischung aus Action und Humor wurde gekonnt auf die Leinwand gebannt. Es gab bereits vorher Comicverfilmungen, die einen härteren Ton anschlugen, siehe die Blade Trilogie, aber erst Ryan Reynolds als Deadpool schaffte es dieses Untergenre so populär zu machen. Den peinlichen Deadpool, ironischerweise auch von Ryan Reynolds verkörpert, aus X-Men: Origins Wolverine ignorieren wir lieber aber der ist inzwischen sowieso nicht mehr im Kanon.

Im heutigen Beitrag möchte ich über einen eher unterschwelligen Ton in Deadpool 2 sprechen, der zwar immer wieder angesprochen wird, aber bisher nie wirklich im Fokus stand. Ich beziehe mich in diesem Fall auf die Melancholie und Düsternis, die im Film immer wieder durchschimmert und sehr viel zur Charakterentwicklung beiträgt. An dieser Stelle spreche ich eine Spoilerwarnung für alle aus die Deadpool 2 noch nicht gesehen haben. An alle anderen gilt meine Bitte eure Meinung in den Kommentaren zu hinterlassen.

Ich werde den Beitrag in drei Punkte unterteilen, die sich allerdings überschneiden werden:

  • Deadpool & Vanessa
  • Cable
  • Russel und das Heim

Deadpool & Vanessa

Die Romanze ist untrennbar mit dem Superheldenfilm verbunden, da sie als Belohnung für den Helden am Ende seiner beschwerlichen Reise dient. In Deadpool sowie Deadpool 2 ist die Beziehung von Wade Wilson aka Deadpool und Vanessa der Antrieb für unseren Anti-Helden. Dabei ist die Beziehung so glaubhaft wie ich es noch in keiner anderen Comicverfilmung gesehen habe. Als Vanessa in Deadpool 2 stirbt, bricht für Wade die Welt zusammen und er stürzt in eine tiefe Sinnkrise. Getrieben von Schuldgefühlen will der Held seinem Leben ein Ende machen, kann dies aber durch seine Heilungskräfte nicht. Im Super Duper Cut von Deadpool 2 sieht man mehrere Versuche, wie sich Wade das Leben nehmen will. Erst die Freundschaft von Colossus und ein Gespräch mit Vanessa, in einer Art Zwischenwelt von Diesseits und Jenseits, gibt Wade die angestrebte Erlösung und er möchte Buße tun, indem er den jungen Mutanten Russel davon abhält einen kaltblütigen Mord zu begehen, was ihn und die Zukunft für immer verändern würde …

Die Szenen in denen Deadpool in seiner Depressionen sowie seinen Schuldgefühlen versinkt gehört zu den heimlichen Höhepunkten des Films. Dies gilt auch für seine durchscheinenden Tendenzen als richtiger Held, der schmutzig kämpft, um das richtige zu tun.

Cable

Cable ist ein Mutant aus der Zukunft, der in die Vergangenheit reist, im Russel zu töten, was den Tod seiner Familie verhindert. Das dies ein Paradoxon auslösen würde sei jetzt mal dahingestellt aber X-Men & Zeitreisen gehört eben zusammen.

Was Cable antreibt, ist sein Wunsch nach Rache und Schuldgefühle, weil er Russel nicht früher getötet hat. Ihm wurde alles genommen und nun lässt er von seiner Mission nicht ab, was zwangsläufig zum Konflikt mit Deadpool führt, der Russel „retten“ möchte, um seine Schuld gegenüber Vanessa zu tilgen.

Josh Brolin schafft es meisterhaft sowohl die Zielstrebigkeit als auch den inneren Schmerz von Cable glaubhaft rüber zubringen. Allein durch die Mimik verleiht der Schauspieler dem Mutanten aus der Zukunft eine eigene Ausdrucksstärke und merkliche Verzweiflung, wenn die Mission nicht so verläuft wie geplant. Dazu kommt die markante Stimme von Klaus-Dieter Klebsch, die bereits Thanos in Avengers: Infinity War so viel Wiedererkennungswert verlieh.

Russel und das Resozialisierungsheim für Mutanten

Russel ist ein vollschlanker Teenager mit der Fähigkeit Hitze in seiner Hand zu sammeln und diese in Form von Energiewellen abzugeben. Wie andere jungen Mutanten kommt auch Russel ins Essex Haus, einem Heim für Mutanten, in dem den Kindern der Umgang mit ihren Kräften ausgetrieben wird.

Durch die Folter im Heim sowie der Ablehnung durch Deadpool im Mutanten-Gefägnis „Eisbox“ schließt sich Russel mit dem hochgefährlichen Mutanten Juggernaut zusammen um sich an allen zu Rächen, die ihm wehtaten und gleichzeitig jeden fertigzumachen, der ihm blöd kommt.

Interessant finde ich die Etablierung eines Mutantenheims sowie eines eigenen Gefängnisses, was auf die kommenden Ereignisse im Film Logan beziehungsweise den geheimen Regierungsprojekten an Mutanten (Waffe Plus Programm, Waffe X, Waffe XI, …) schließen lässt. Außerdem ist der Name des Heims sehr interessant. Das „Essex House“ sehe ich als Anspielung auf den Mutanten Mr. Sinister aka Nathaniel Essex an. Mister Sinister ist übrigens kein geborener Mutant, sondern ein sogenannter Mutierter, ein künstlich erschaffener Mutant, wie Deadpool.


Ich finde es bemerkenswert, wie viel Subtext Deadpool 2 mit sich bringt, wenn man bedenkt, dass der Film an sich bereits sehr viel im Vordergrund zu erzählen hat, voller Anspielungen ist und eine Wagenladung an Figuren unterbringen muss. Deadpool 2 gehört für mich zu den Filmhighlights des Jahres 2018 und zu den besten Comicverfilmungen der letzten 10 Jahre. Ich hoffe in Zukunft kommen mehr R-Rated Comicverfilmungen, gern auch abseits des Superheldengenres, die einen starken Gegenpol zu den regulären Genrevertretern bilden.

Das wars soweit von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Hier sind meine restlichen Beiträge zum Thema Deadpool:

Man of Steel | Review 

Man of Steel ist eine Comicverfilmung aus dem Jahr 2013. Regie führte der Großartige Zack Snyder und der Film legt den Grundstein für das DC Extended Universe. Zu diesem Filmuniversum gehören auch Dawn of Justice, Suicide Squad & Wonder Woman. Viel Spaß mit meiner Review!


Der Film beginnt mit dem Ende. Krypton, Supermans Heimatwelt, steht kurz vor der Vernichtung. Jor-El (Russel Crow) möchte seinen Sohn Kal-El (Henry Carvill), den ersten auf natürlichem Weg geborene Kryptonier seit Jahrhunderten, und sein Volk retten.

Um dies zu bewerkstelligen stiehlt Jor-El den Kodex, ein Kommandoschlüssel sowie Genom aller Kryptonier, und schickt diesen zusammen mit seinem Sohn auf die Erde.
Auf der Erde angekommen wird Kal-El vom Ehepaar Martha & Jonathan aufgezogen. Sie geben ihm den Namen Clark. Im Laufe der Jahre bemerken die beiden Fähigkeiten an Clark, die nicht von dieser Welt sind.

Laut seinem Vater muss Clark diese Fähigkeiten unter allen Umständen geheim halten. Trotzdem der Bitte seines Vaters, nutzt er seine Fähigkeiten mehrmals, um Menschen zu retten.
Nach dem Tod seines Vaters, durch einen Hurrican, begibt sich Clark auf eine Weltreise, um mehr über seine Herkunft zu erfahren. Schließlich findet er ein kryptonisches Raumschiff und trifft den digitalen Geist seines echten Vaters. Dieser klärt Clark über seine Herkunft auf und bittet ihn die Brücke zwischen Kryptoniern & Menschen zu sein.

Mit seinen Fähigkeiten kann Clark so sehr viel gutes tun und ein leuchtendes Beispiel sein.
Durch die Aktivierung des Raumschiffs wird der Kryptonier Zod, der die Vernichtung seiner Welt durch eine Gefängnisstrafe überlebt hat, auf die Erde aufmerksam. Er fasst den Plan, mithilfe des Kodexes & eines Planetenwandlers seine Welt wieder zu erschaffen.
Clark entschließt sich zusammen mit dem US Militär seine Ziehheimat zu verteidigen und gegen die letzten seines Volkes zu kämpfen. Dies mündet in einer epischen Schlacht, an dessen Ende Stille herrscht. Clark Kent alias Kal-El alias Superman ist der letzte seiner Art und der Protektor der Erde.


Keine andere Comicverfilmung hat jemals so emotional & nachvollziehbar klar gemacht was es heißt übermenschliche Fähigkeiten zu besitzen. Der Film nimmt sich viel Zeit um das Dilemma von Clark zu beleuchtet. Seine Fähigkeiten liegen über allem, was ein Mensch jemals erlangen kann und er hat die Wahl seine neue Heimat zu verteidigen oder die Erde zu unterwerfen. Genauso muss man Superman porträtieren.
Der Film wird jedoch nicht nur von Superman getragen. Amy Adams schlüpft in die Rolle einer cleveren, schlagfertigen und sympathischen Lois Lane, die den Gerüchten um Superman nachgeht und es sogar schafft seine geheime Identität zu lüften.
Russel Crow spielt Jor-El, den Vater von Superman, der ein tragischer Charakter ist. Er muss seinen neugeborenen Sohn fortschicken, um ihn zu retten. Als digitaler Geist hilft er Clark viele Jahre später bis er endgültig verschwindet.

 

In der Rolle des Antagonisten General Zod sieht man Michael Shannon. Dieser spielt sehr glaubwürdig und ist nicht wirklich böse. Seine Heimat ist zerstört und sein Ziel ist es Krypton erneut zu erschaffen. Die Zerstörung der Erde ist für ihn ein notwendiges Übel. Ich finde, dass Zod einer der interessantesten Schurken im DCEU ist. Er ist nicht böse, sondern eher verzweifelt. Alles was er kannte ist zerstört und er möchte nur seine Heimat zurückhaben. Dabei kommt ihm Superman in die Quere, was ihn besonders erzürnt. Schließlich gibt es kaum noch Kryptonier und die wenigen sollten nicht gegeneinander kämpfen.


Man of Steel ist nicht nur sehr gut geschrieben, sondern auch äußerst bildgewaltig. Jede Szene besitzt eigene Ästhetik & Stärke. Wie bereits in 300 & Watchmen sieht auch Man of Steel aus wie ein Comic. Dies wird einerseits durch die Schnitte & Einstellungen bewerkstelligt und andererseits durch das Spiel mit Licht & Schatten. Das zweite Stilmittel wurde jedoch eher sparsam eingesetzt.
Die Actionszenen sind sehr rasant und schnell geschnitten. Positiv fällt auf, dass die Kämpfe nicht übertrieben wirken. In Kombination mit den langen, ruhigen Szenen entsteht ein äußerst angenehmes Gleichgewicht. Man schläft weder ein noch wird man von der Action erschlagen.


Ich halte Man of Steel für eine der besten Comicverfilmungen der letzten 20 Jahre. Der Ansatz ist sehr interessant und beschäftigt sich mit den Fragen was es heißt, ein übermenschliches Wesen zu sein und welche Verantwortungen damit auf einen zu kommt. Ein weiser Mann (Onkel Ben) sagte einmal „Aus großer Kraft folgt große Verantwortung“.
Ich kann diesen Film jedem weiterempfehlen und bedanke mich für die Aufmerksamkeit. Wir lesen uns beim nächsten Mal!

2 Punkte die ich nicht in die Wonder Woman eingebaut habe | Gedankenspiel

Ich mag Wonder Woman inzwischen sehr gerne. Durch die Comics des DC Rebirth Reboots und des genialen Realfilms von 2017 ist bei mir ein richtiges Fandom entstanden. Immerhin ist Diana Prince aka Wonder Woman eine starke Frau & großartige Heldin.

Im heutigen Beitrag möchte ich auf zwei Punkte eingehen die ich in meiner Review zum Realfilm ausgelassen habe, da dort sonst der Rahmen gesprengt worden wäre. Viel Spaß!
1. Wonder Woman ist der bessere Captain America!

2. Endlich hat jemand wieder richtig Bock ein Held zu sein!


Wonder Woman ist der bessere Captain America!
Diese Aussage war gleichzeitig meine Prognose zum Film. Wie man an der positiven Resonanz merkt, hat sich meine Aussage bestätigt.

Wonder Woman zeigt im Vergleich zu Captain America wie grausam der Krieg tatsächlich war. All das Leid, die Trauer, die Verzweiflung und der Zorn werden wesentlich glaubhafter dargestellt.

Marvel’s Film im Zeitalter der Weltkriege wirkt dagegen fast verspielt. Ein paar zerstörte Häuser zeugen noch lange nicht vom Schrecken des Krieges.

Dazu kommt eine wesentlich spannendere Geschichte die weniger auf Patriotismus, bei Captain America logisch, sondern auf persönliche Werte setzt. Der Kampf von Gut gegen Böse steht bei beiden Filmen im Fokus. Der Unterschied liegt jedoch in den Protagonisten selbst. Captain America will für sein Land kämpfen und den Krieg beenden während Wonder Woman den Krieg beenden und die gesamte Welt retten möchte. In beiden Filmen sind die Deutschen das Feindbild jedoch ist die Darstellung anders.
In Captain America sind die Deutschen böse das Feindbild als Nazis. In Hollywood ein beliebtes Klischee.
Die deutsche Armee in Wonder Woman ist der Hauptfeind an der Westfront aber die Konfliktparteien im Weltkrieg wurden im DC Kontext durch Ares beeinflusst. Das ist insofern spannend, weil somit die Kriegsschuld abgeändert wird.
Aus diesen Gründen ist Wonder Woman für mich der bessere Captain America.


Endlich hat jemand wieder Bock ein richtiger Held zu sein!
In vielen, fast schon allen, Comicverfilmungen der letzen Jahre sind die Helden grüblerische Personen. Ihre Aktivität als Superhelden nehmen diese Personen meistens wegen Schuldgefühlen oder anderen emotionalen Gründen auf.
Diana, Prinzessin von Themyscira, hingegen glaubt an Liebe & Göttlichkeit. Ihr Traum ist es seit Kindesbeinen an die Welt zu retten und eine Heldin zu sein. Man merkt dies besonders daran als Diana an der Westfront ankommt. Am liebsten hätte die Amazonenprinzessin jeder Personen in ihrem Sichtfeld geholfen.
Aber auf was will nun ich genau hinaus? Nun, es gehört inzwischen zum „guten“ Ton im Superheldenfilm keine strahlenden Helden, sondern viel mehr zweifelnde & zynische Anti-Helden zu zeigen die selbst nie ganz zu wissen scheinen, was gut oder böse ist. Ein Beispiel aus dem Marvel Cinematic Universe ist Thor. Dieser musste sich auch vom arroganten Prinzchen zum selbstlosen Helden, künftigen Thronfolger & Beschützer der Erde entwickeln. Selbst Helden wie Superman, Iron Man oder Captain America sind nicht mehr so strahlend wie früher.
Aus dieser Masse an düsteren, grüblerischen & zynischen Helden sticht Wonder Woman als strahlendes Licht heraus. Sie glaubt an Liebe, ist optimistisch und selbstlos. Ohne zu zögern, stürmt sie ein MG-Nest um ein besetztes Dorf voller unschuldiger zu retten, selbst wenn die eigentlich Mission gefährdet wird.
Somit wirkt Wonder Woman, der langsam aber sicher einsetzenden, Übersättigung entgegen die das Genre langsam heimsucht.
Somit endet der Nachtrag zu Wonder Woman und wir lesen uns beim nächsten Mal!