Arthur & Claire | Review

Titel: Arthur & Claire
Originaltitel: Arthur & Claire
Laufzeit: 98 Minuten
Erscheinungsjahr: 2017
Produktionsland: Ö, D, NL

Am 16.2.18 hatte ich das Glück & die Ehre in die Oberösterreichpremiere von Josef Haders neuen Film „Arthur & Claire“ zu gehen. Die Premiere wurde mit dem Event Mega Startreff kombiniert, bei dem Josef Hader und der Regisseur Miguel Alexandre den Film vorstellten.

Vor dem Einlass hatte ich das Glück mit Josef Hader ein Foto zu machen, bevor er den Fans wieder entrissen wurde.

 

f2f518a3-a3d2-4faa-a65a-fac5c3447fcb
Ein sehr glücklicher Stigler mit Josef Hader.

 

Arthur & Claire ist eine Tragikkomödie, die als deutsch-österreichisch-niederländische-Koproduktion entstanden ist. Neben Josef Hader als Arthur übernimmt Hannah Hoekstra als Claire die zweite Hauptrolle und nun folgt meine kurze Review zu diesem Film.


Arthur reist nach Amsterdam, um in einer Klinik Sterbehilfe in Anspruch zu nehmen. Bevor er jedoch sein Leben beendet hat er noch einen letzten Abend Zeit um sich vorzubereiten. An diesem Abend begegnet er jedoch Claire, die ebenfalls ihr Leben beenden möchte und jenes schicksalhafte Treffen könnte beide Leben nachhaltig verändern.

Arthur & Claire spielt an einem einzigen Abend und beleuchtet zwei traurige Schicksale, deren Wunsch es ist, ihre Leben zu beenden. Per Zufall wird aber die Welt der beiden Hauptfiguren auf den Kopf gestellt und sie beginnen den Wert des Lebens erneut zu entdecken.

Die bittersüße Geschichte wird mit einer gelungenen Mischung aus Humor & Drama erzählt und Josef Hader beweist erneut sein Talent als Charakterdarsteller. Mir fällt aus dem deutschsprachigen Raum kein Schauspieler ein der so glaubhaft einen „Grantscherm“ spielt wie Herr Hader. Ein großes Lob verdient Hannah Hoekstra die ebenfalls hervorragend spielt. Ihre traurige Hintergrundgeschichte wird einfühlsam erzählt und Frau Hoekstra arbeitet sehr gut mit Mimik & Gestik, was ihrer Rolle Charme verleiht, was aber auch auf die Figur Arthur zutrifft.

Ich mag es wenn Film im O-Ton gezeigt werden. Arthur & Claire verwendet mit Deutsch, Englisch und Niederländisch gleich drei Sprachen, die jedoch keine Verwirrung erzeugen, sondern den Film äußerst authentisch wirken lassen.

Obwohl der Film in nur einer Nacht und nur in einer Stadt spielt, werden viele unterschiedliche Sets verwendet, was Amsterdam zu einem sehr facettenreichen Schauplatz macht.


Ich mag Arthur & Claire. Der Film hat sehr viel Charme, zwei Hauptdarsteller die sehr gut miteinander können und verpackt seine Tragik in Humor ohne das eigentliche Problem zu verwässern. Wer Filme aus Österreich oder Filme mit Josef Hader kann hier bedenkenlos reinschauen. Somit bekommt Arthur & Claire von mir ein verdientes sehenswert!

Ich hoffe sehr, dass der nächste Film aus Österreich, Die letzte Party deines Lebens, ebenfalls gut werden wird. Im Übrigen ist dieser Beitrag meine inzwischen 130. Film Review *Korken knallen*.

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag wieder!

Three Billboards Outside Ebbing, Missouri | Review

Titel: Three Billboards Outside Ebbing, Missouri
Originaltitel: Three Billboards Outside Ebbing, Missouri
Laufzeit: 116 Minuten
Erscheinungsjahr: 2017
Produktionsland: UK/USA

Ich mag schwarze Komödien. Diese bitter-süße Mischung aus Humor, Drama und Zynismus hebt diese Art Film aus der breiten Masse der Komödien klar hervor und verfügt über einen wesentlich feineren Humor, als die plumperen Komödien des Mainstream-Kinos.


Vor sieben Monaten wurde Mildred Hayes Tochter Angela in der Nähe ihres Elternhauses ermordet & vergewaltigt. Die Leiche wurde verbrannt. Vom Täter fehlt jede Spur und eine DNA brachte kein Ergebnis.

In ihrer Trauer und Wut über die in ihren Augen unfähige Polizei mietet Mildred drei Billboards (Werbetafel) für ein Jahr, um die Polizei zum Handeln zu zwingen.

Auf den drei Tafeln stehen in großen, schwarzen Lettern folgende Sätze:

„Raped While Dying.“ („Vergewaltigt beim Sterben.“)

„Still No Arrests?“ („Noch keine Verhaftungen?“)

„How come, Chief Willoughby?“ („Wie kommt das, Chief Willoughby?“)

Mit dieser Aktion erklärt Mildred der örtlichen Polizei den Krieg, was sowohl Zuspruch, als auch Widerstand in der Bevölkerung hervorruft. Das Interesse geht sogar soweit, dass ein lokaler Nachrichtensender über die Tafeln berichtet.

Three Billboards Outside Ebbing, Missouri erzählt eine ruhige Geschichte, die sowohl lustig ist, aber auch sehr rührend sein kann. Themen wie Schuld & Sühne, Vergewaltigung, Polizeibrutalität und im weiteren Sinne auch Rassismus, sowie Selbstjustiz lassen den Film nicht zu einer bissigen Komödie, sondern zu einer Art Tragik-Komödie werden. Dabei wird nicht stark auf die Tränendrüse gedrückt, sondern zu viel auf Humor gesetzt.


Ergänzt wird dieses Drama durch eine gelungene Besetzung talentierter Schauspieler, die alle bekannt scheinen, obwohl zumindest ich bis auf Caleb Landry Jones (Get Out) als Red und Peter Dinklage (Game of Thrones) als John niemanden wiedererkannt habe.

Was man den Schauspielern zugute halten muss, ist das authentische Schauspiel und dank eines hervorragenden Drehbuchs ihre vielschichtige Rolle. Keine Figur ist nur schwarz oder weiß, sondern wie im echten Leben irgendwas dazwischen. Besonders die Polizisten Sheriff Bill Willoughby (Woody Harrelson) und Officer Jason Dixon (Sam Rockwell) überraschen mehr als einmal im Film mit ihren Taten.

Abseits der Handlung, dem gelungenen Schauspiel und dem tollen Drehbuch glänzt Three Billboards mit einem stimmigen Soundtrack, der die bitter süße Melancholie ideal einfängt.


Was soll ich als Fazit schreiben? Wer schwarze Komödien mag, wird bei diesem Film auf seine (oder ihre) Kosten kommen. Gleiches gilt, wenn man Dramen, vielschichtige Geschichten oder Tragikkomödien mag. Ich habe von diesem Film nicht viel erwartet und wurde positiv überrascht. Daher vergebe ich ein verdientes sehenswert und wir lesen uns im nächsten Beitrag wieder!

Weitere Beiträge zu Three Billboards Outside Ebbing, Missouri: