Kino Doublefeature #3: Blumhouse präsentiert: Wahrheit oder Pflicht & The Heretics | Review

Titel: Blumhouse präsentiert: Wahrheit oder Pflicht
Originaltitel: Blumhouses Truth oder Dare
Laufzeit: 101 Minuten
Erscheinungsjahr: 2018
Produktionsland: USA

Titel: The Heretics
Originaltitel: The Heretics
Laufzeit: 88 Minuten
Erscheinungsjahr: 2018
Produktionsland: Kanada

Es wird mal wieder Zeit für ein Doublefeature und da ich letzte Woche in Graz war, habe ich die Gelegenheit genutzt, um mit Felix und Ainu89 in die UCI Kinowelt zu gehen. Da die letzten Doublefeatures sehr gegensätzlich sind, wird es heute um zwei Horrorfilme gehen. Viel Spaß!

Kino Doublefeature #1

Kino Doublefeature #2


Blumhouse präsentiert: Wahrheit oder Pflicht

Dämonen können überall sein. In Personen, Gegenständen, Orten und sogar Ideen. Zumindest will es uns der Film „Wahrheit oder Pflicht“ mithilfe des gleichnamigen Spiels glauben machen. Ob das funktioniert? Achtung Spoiler; tut es nicht wirklich.


Olivia fährt mit ihren Freunden, zu deren letzten Spring Break nach Mexiko, bevor die Gruppe ihren Abschluss macht und sie das Leben nach eigener Aussage auseinander reißt.

Während einer der zahlreichen Partynächte lernt Olivia den mysteriösen Carter kennen, der die Gruppe zu einer alten, etwas verfallenen Kirche führt, um dort mit ihnen Wahrheit oder Pflicht zu spielen. Dabei werden die Freunde mit einem Fluch belegt, bei dem die Teilnehmer der Reihe nach mitspielen müssen, oder mit ihrem Leben bezahlen. Wer gefragt wird, ist dabei, lautet die oberste Regel. Als klar wird, dass die Gruppe von einer dämonischen Präsenz verfolgt wird, wollen Olivia und co den Fluch brechen.

Wahrheit oder Pflicht hat im Kern eine interessant Prämisse jedoch wird die Geschichte durch mangelnde Spannung, lächerlicher Mimik (dieses perverse Grinsen wenn gespielt wird) und diverse Logiklöcher getrübt.


Technisch & stilistisch ist „Wahrheit oder Pflicht“ bestenfalls mittelmäßig, wenn nicht sogar zahnlos, da der Film für einen Horrorfilm erschreckend harmlos ist. Die Tode werden zwar angeteasert, jedoch ist das Ergebnis selten sichtbar, was jede Spannung im Keim erstickt. Dazu kommt der langweiligste Dämon der letzten Jahre.

Der Film nimmt sich selbst nicht wirklich ernst, was zunächst wie ein guter Kniff aussieht, aber auf den zweiten Blick sehr trashig wirkt. Diesen Umstand merkt man auch der sehr mittelmäßigen Besetzung an, die sich, dank des abstrusen Skripts, selbst für einen Horrorfilm dämlich verhalten.


Zusammengefasst ist „Wahrheit oder Pflicht“ ein Film mit interessantem Konzept, der an diversen Problemen krankt und dadurch zu einem Trashfilm degeneriert, der die Wertung nicht sehenswert verdient!


The Heretics

Von „The Heretics“ habe ich im Vorfeld meiner Sichtung noch nie etwas gehört, was kein Wunder bei der schieren Masse an Independet Horrorfilmen ist. Dennoch hat dieser kanadische Horrorfilme was. Etwas ganz Eigenes.


Die junge Gloria wird von einem grausamen Kult entführt und gezwungen, an einem nächtlichen Ritual teilzunehmen, bei dem sich sämtliche Kultisten das Leben nehmen. Am nächsten Morgen erwacht Gloria, scheinbar unverletzt, in einem Blutbad. Nach diesem traumatischen Erlebnis versucht sie langsam, ins Leben zurückzufinden. Als der Kult eines Tages wieder auftaucht und sie erneut entführt, beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, denn was mit dem Ritual begonnen hat, muss nun vollendet werden.

Die Geschichte von „The Heretics“ ist simpel, wird etwas umständlich vermittelt, löst sich aber bis zum Finale befriedigend auf und setzt an den richtigen Stellen Wendungen ein, um den Zuseher bei Laune zu halten. Dabei wird im Vergleich zum oben beschriebenen Film ein tatsächlicher Dämon, Abaddon ein gefallener Engel, genutzt.


Für „The Heretics“ sprechen die Effekte, die wirklich ekelerregend wirken und besonders der Dämon sieht organisch, sowie erschreckend aus. Für einen B-Horrorfilm sieht der Look sehr solide aus, auch die Masken der Kultisten wirken unheimlich.

Die Schauspieler performen ebenfalls ganz solide, allerdings ist die deutsche Lokalisierung sehr billig, was zwar einen gewissen Charme versprüht, aber für die Qualität nicht wirklich vorteilhaft ist.


Alles in allem ist „The Heretics“ ein typischer B-Movie, der durch Mittelmäßigkeit glänzt, trashigen Charme versprüht, aber tatsächlich versucht, ein gruseliger Film zu sein, was teilweise wirklich gut gelingt. Besonders im Finale wird viel wert auf Bodyhorror & die Sichtung des Dämons gelegt. Dieser Kontrast führt zur Wertung bedingt sehenswert!

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

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