The Ballad of Buster Scruggs (Netflix Original) | Review

Titel: The Ballad of Buster Scruggs
Originaltitel: The Ballad of Buster Scruggs
Regie: Coen Brothers
Laufzeit: 132 Minuten
Genre: Western
Erscheinungsjahr: 2018

Ich mag eigentlich keine Western aber wie immer gibt es Ausnahmen die die Regel bestätigen. The Ballad of Buster Scruggs ist diese Ausnahme!

Kernfakten zum Film

Titel: The Ballad of Buster Scruggs

Originaltitel: The Ballad of Buster Scruggs

Regie: Coen Brothers

Laufzeit: 132 Minuten

Genre: Western

Erscheinungsjahr: 2018


Handlung: Ein Wilder Westen und 6 Geschichten

The Ballad of Buster Scruggs ist ein sogenannter Anthologiefilm und erzählt sechs in sich abgeschlossene Geschichten im Wilden Westen. Dabei unterscheiden sich die Geschichten in ihrer Thematik relativ. Mal geht es um einen scharf schießenden Songster, in einer anderen Episode geht es um einen vermasselten Banküberfall. Sehr interessant ist die Geschichte All Gold Canyon, die nach einer Erzählung von Jack London, von Schicksal eines Goldgräbers berichtet.

Meine Meinung zum Film

Die Handlung des Films gefällt durch die sechs in sich geschlossenen Episoden, deren einzige Verbindung der Wilde Westen ist. Jede Episode steht für sich allein und hier liegt ein großer Vorteil von The Ballad of Buster Scruggs, da die einzelnen Geschichten lange genug unterhalten um Spannung zu erzeugen aber auch kurz genug sind, um nicht langatmig zu werden. Ebenso kommt der Film mit einer breiten Palette an Themen und Stimmungen des Weges. Durch den gesamten Film zieht sich ein zynisch-humoristischer Unterton, der durch Klamauk, Gewalt, Melancholie und Drama aufgelockert wird. Weiters besticht The Ballad of Buster Scruggs durch starke Landschaftsaufnahmen sowie Szenenieren, wie einer Bank mitten im Nirgendwo.

Ein großes Lob geht an die hochkarätige Besetzung, die durchgehend eine solide Performance abliefert und den Wilden Westen mit seinen unterschiedlichen Facetten widerspiegelt. Abgerundet wird das Werk durch einen stimmungsvollen Soundtrack.

Fazit

Zusammengefasst ist The Ballad of Buster Scruggs ein solider Western, der durch sein Anthologieformat sehr abwechslungsreich ist, eine starke Besetzung hat und unterschiedliche Western Elemente vermischt.

Selbst für mich, als Westernmuffel, hatte der Film einiges zu bieten und bekommt die verdiente Wertung sehenswert!

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Das Bild | Review

Das Bild ist ein Roman von Stephen King, welche Überraschung, der im Jahr 1995 erschienen ist. Laut Stephen King ist dieses Buch ein „am Reißbrett entworfener Roman“ und ein „bemühter Versuch“. Ob das stimmt, wird jetzt geklärt.


Rose McClandon lebt seit ihrem achtzehnten Lebensjahr mit ihrem Ehemann Norman Daniels zusammen. Er ist ein Cop und äußerst gewalttätig. In ihrer Hochzeitsnacht biss er sie in ihre Schulter, bis sie blutete und auch sonst ist ihre Ehe von Gewalt geprägt. Norman nennt diese Gewaltattacken & Misshandlungsakte auf Rose „aus der Nähe reden“. Als Polizist weiß Norman, die Prellungen & andere Verletzungen von Rose als Folge von Unfällen auszugeben. Außerdem würde niemals einer seiner Kollegen gegen ihm ermitteln, was ihm ein Gefühl von Sicherheit gibt.

Nach vierzehn Jahren Ehehölle findet Rose spontan die Kraft zur Flucht, ausgelöst durch einen kleinen Blutstropfen. Sie flieht in eine über tausend Meilen entfernte Stadt und beginnt ein neues Leben, findet Freunde, einen Job und sogar eine neue Liebe. Doch als Norman ihr auf die Spur kommt, droht ihr neues Leben ein jähes Ende zu nehmen. Norman will mit ihr reden, ganz aus der Nähe.

Bis auf das Finale ist Das Bild ein hervorragender und allen voran erfrischender Roman von Stephen King. Das Thema der unterdrückten Frau, die aus ihrer Hölle flüchtet und ein neues Leben beginnt, wird glaubwürdig vermittelt. Dazu kommt die spürbare Entwicklung von Rose, die in ihrem neuen Leben richtig aufgeht. Übernatürliches kommt in Form eines Bildes ins Spiel. Der Titel des Bildes ist Rose Madder und unsere Protagonistin baut eine Beziehung zu diesem Gegenstand, ihr erster Besitz seit Jahren, auf. Ich möchte nicht zu viel über dieses Gemälde verraten, da ein gewichtiger Teil der Handlung hiervon abhängt.

Noch kurz zum Finale. Im großen Showdown treffen Rose & Norman aufeinander, was in einer Raserei von Norman mündet, als dieser endgültig dem Wahnsinn verfällt. Was spannend beginnt, flacht jedoch zum Ende hin etwas ab, da der Spannungsbogen überstrapaziert wurde.
Bis auf das etwas zähe Finale hat mir Das Bild jedoch sehr gut gefallen, da Rose eine interessante Person ist und ihre Charakterentwicklung nachvollziehbar beschrieben wird. Neben Rose und ihrem Peiniger Norman gibt es noch eine Wagenladung an interessanten Nebenfiguren. Diese dürft ihr jedoch selbst entdecken.

Wem ich dieses Buch nun schmackhaft gemacht habe, kann diesem Link folgen, um es kaufen zu können. In freundlicher Kooperation mit dem Amazon Partnerprogramm!
Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Die glorreichen Sieben | Review

Die glorreichen Sieben ist ein Western von Atoine Fuqua aus dem Jahr 2016. Der Film ist die Neuverfilmung des gleichnamigen Klassikers von John Sturges aus dem Jahr 1960. Ich bin zwar kein großer Western-Fan, jedoch habe ich mir den Film komplett unvoreingenommen angesehen.

Handlung: Simple Story die jedoch funktioniert

Der Film spielt im Jahr 1879. Die Bewohner des kleinen Ortes „Rose Creek“ werden vom Geschäftsmann Bartholomew Bogue (Peter Sarsgaard) und seinen Söldnern tyrannisiert. Dieser betreibt, in der nähe, eine Goldmine, will expandieren und bietet den Siedlern ein lächerliches Angebot für ihr Land.

Er gibt den Siedlern drei Wochen „Bedenkzeit“ und verleiht seinem Angebot Nachdruck, in dem er ein Massaker unter den Siedlern anrichtet.

Die junge Emma (Haley Bennet) und ihr Begleiter Teddy Q (Luke Grimes) machen sich auf den Weg um Kämpfer anzuheuern. Nach kurzer Zeit treffen sie auf den Kopfgeldjäger Sam Chislom (Denzel Washington). Dieser lehnt zu Beginn jedoch beeindruckt ihn das Angebot der beiden Siedler. Sie bieten ihm alles, an was sie haben. Sam beschließt, den beiden zu helfen. Jedoch brauchen sie dazu mehr Unterstützung.

Kurze Zeit später schließt sich ihnen, eher notgedrungen, der Spieler Josh Faraday (Chris Pratt) an. Im weiteren Verlauf der ersten Hälfte des Films schließen sich der Scharfschütze Goodnight Robicheaux (Ethan Hawke), welcher ein düsteres Geheimnis hat, sein Partner Billy Rocks (Byung-hun Lee), der Outlaw Vasquez (Manuel Garcia-Rulfo), der gottesfürchtige Jack Horne (Vincent D’Onofrio) und der Indianer Red Harvest (Martin Sensmeier).

Interessant ist jedoch das sich die beiden letzten „Helden“ Jack Horne & Red Harvest eher zufällig anschließen, da deren Motivationen eher weniger nachvollziehbar sind.

Wegen möglicher Spoiler werde ich jedoch nicht weiter darauf eingehen.

Die zweite Hälfte des Films beschäftigt sich dann vorrangig mit der Schlacht um Rose Creek und dem Showdown zwischen Sam & Bartholomew.

Cast: Top Schauspieler vom Helden bis zum Schurken

Die Leistung der Schauspieler ist hervorragend. Vom Helden Sam bis zum Oberfiesling Bogue hat jeder eine gute Performance. Sogar diejenigen, die weniger Text bzw. Screentime haben, ich schaue in eure Richtung Red Harvest, John Harris & Denali (der „böse“ Indianer gespielt von Jonathan Joss), spielen sehr gut in dem sie einfach viel mit Mimik & Gestik arbeiten.

Meine persönlichen Highlights waren neben Chris Pratt als der Spieler Josh Faraday, was einfach daran liegt, dass ich ein großer Pratt-Fan bin, der Kopfgeldjäger Sam Chislom, welcher das Herz am rechten Fleck hat und der Böse Bartholomew Bogue welcher mir vor allem durch seine Mimik im Gedächtnis blieb. Außerdem ist Bogue der typische Bösewicht für einen Western. Er hat viel Geld, eine eigene Armee (in diesem Fall bezahlte Söldner) und erreicht mit Gewalt sein Ziel. Simpel aber sehr wirkungsvoll.

Im Gegensatz zu vielen anderen Filmen habe ich hier am Cast nichts auszusetzen, obwohl keiner der Schauspieler bisher in einem Western mitwirkte. Zumindest wäre mir dies nicht bekannt.

Effekte: Viel Peng, Peng & Bum

Die glorreichen Sieben ist ein Western der härteren Gangart. Das bedeutet, es wird geschossen und das nicht zu knapp. Die Schießereien sind sehr dynamisch und werden dadurch aufgelockert das drei der sieben Helden nicht nur mit Revolvern, sondern auch mit Messern, Tomahawks sowie Pfeil & Bogen kämpfen. Das lockert die Kämpfe angenehm auf.

Was ist das Ergebnis von so vielen Schießereien? Tote. Sehr viele Tote. Wer sich an vielen Leichen stört, sollte die Finger von diesem Film lassen jedoch muss man auch sagen, dass ein Western ohne tote eher langweilig ist. Zumindest solange nicht Bud Spencer & Terrence Hill mitspielen.

Der Film verwendet Elemente eines modernen Actionfilms und kombiniert diese mit denen eines klassischen Western. Neben den großen Massenkämpfen gibt es auch immer wieder kleinere Duelle zwischen zwei Personen.

Besonders das kurze aber brutale Duell zwischen den beiden Exil-Indianern Red Harvest & Denali ist sehenswert.

Soundtrack & Synchronisation: Es gibt ordentlich was auf die Ohren

Der Soundtrack ist von James Horner, welcher leider verstorben ist, und von Simon Franglen. Was soll ich sagen, der Soundtrack ist großartig, wie jede Arbeit von James Horner. Die Themen wechseln von abenteuerlich über dramatisch bis hin zu episch.

Besonders das Thema wenn die Helden durch Prärie reiten erinnert mich so stark an die klassischen Western aus den 60er Jahren.

Die Synchronisation ist ebenfalls sehr gut gelungen. Nur die deutsche Stimme des gottesfürchtigen Indianer-Jägers John Harris brachte mich zum schmunzeln. Es ist immer so seltsam, einen großen Mann mit sehr hoher Stimme sprechen zu hören.

Fazit

Ich war von „die glorreichen Sieben“ positiv beeindruckt. Es war sehr erfrischend mal wieder einen Western zu sehen, da dieses Genres in den letzten Jahren eher selten wurde.

Die Handlung ist simpel aber gut erzählt, die Schauspieler liefern eine klasse Leistung ab, der Soundtrack weiß zu gefallen und auch die Effekte können sich sehen lassen.

Wenn ich dem Film eine Schwäche zuschieben, muss dann sind es die gelegentlichen Längen, die der Film hat, wobei das kaum ins Gewicht fällt.

Ich kann „die glorreichen Sieben“ auf jeden Fall weiterempfehlen. Wer Western mag, kann ihn sich beruhigt ansehen. Wer Action-Filme mag ebenfalls. Nur wer sich an sehr vielen toten stört, sollte die Finger von diesem Streifen lassen, doch solche Leute sind auch nicht die Zielgruppe von dieser Art Film.

Das war’s von meiner Seite. Bis zum nächsten Beitrag!

Wertung
Handlung: • • •
Cast: • • • • •
Effekte & Technik: • • • • •
Soundtrack & Synchronisation: • • • • •
18/20 Punkten – Note: Empfehlenswert

 

Filmdaten:
Orginaltitel: The Magnificent Seven
Deutscher Titel: Die glorreichen Sieben
Produktionsland: USA
Orginalsprache: Englisch
Laufzeit: 133 Minuten
Erscheinungsjahr: 2016