The Dead Don‘t Die | Review

Titel: The Dead Don‘t Die
Originaltitel: The Dead Don‘t Die
Regie: Jim Jarmusch
Laufzeit: 105 Minuten
Release: 2019

Zombiefilme sind cool! Naja über diese Aussage lässt sich streiten, da das Genre über die modernden Untoten ziemlich übersättigt ist und man wirklich gute Filme lange suchen muss. Ist The Dead Don‘t Die einer dieser Filme? Nun dafür muss ich weiter ausholen!


Im kleinen Städtchen Centerville gehen seltsame Dinge vor sich. Alle Haustiere sind verschwunden, es wird nicht mehr dunkel und zu allem Überfluss erheben sich die Toten aus ihren Gräbern. Die Polzei von Centerville bestehend aus Cliff, Ronnie und Mindy muss sich mit der schrulligen Bestatterin Zelda zusammentun, um die Bedrohung durch die Untoten aufzuhalten …

Kommentiert das Geschehen von Einsiedler-Bob der das kommende Unheil zu spüren scheint.


The Dead Don‘t Die ist ein interessanter Zombiefilm, dessen Thematik grundlegend den Filmen Romero‘s ähnelt. Er fügt dem Konzept von sich sozialisierenden Zombies nichts Neues hinzu und macht aus den Untoten quasi verwesende Pokemon, die nur ein Wort sagen können und das ist etwas, was sie begehren, abgesehen von Hirn, sowie Menschenfleisch.

Die beiden männlichen Hauptdarsteller Bill Murray und Adam Driver schaffen es gekonnt, emotional ebenso neutrale Charaktere zu spielen, wie es auch die Unoten sind. Egal wie schlimm, abgedreht, oder seltsam die Situation auch wird, die beiden Cops bleiben in jeder Situation gelassen, beinahe gelangweilt. Emotionen, wenngleich auch nur bedingt viele, kommen von den weiblichen Figuren Zelda (Tilda Swinton) und Mindy (Chloë Sevigny), die als erfrischende Gegenparts agieren und für so manche Spannungsspitze sorgen. Die Nebenfiguren wissen ebenfalls zu gefallen und verkörpern diverse Stereotypen des Genres.

Wie bereits erwähnt bestehen Paralellen zu den Romero-Zombiefilmen und selbst wenn The Dead Don‘t Die dem Genre nichts neues hinzufügen kann, ist die Kritik an der Konsumgesellschaft und deren mangelnde Nachhaltigkeit eine unterschwellige Botschaft des Films, was The Dead Don‘t Die schließlich über den Klee hebt.


Zusammengefasst ist The Dead Don‘t Die ein solider Zombiefilm mit humoristischen und gesellschaftskritischen Elementen, dessen Spannungskurve manchmal Spitzen erreicht, aber im Allgemeinen ebenso ruhig und aufgeregt bleibt, wie die männlichen Hauptfiguren. Was wie eine Schwäche klingt, entpuppt sich als eigenwilliger Reiz der The Dead Don‘t Die zu einem Sehenswerteren des alt-ehrwürdigen Zombiefilms macht!

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!


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Ein Blick auf den Zombiefilm | Gedankenspiel [Masters of Horror #2]

Ein ebenso altes wie ehrwürdiges wie trashiges Subgrenre des Horrorfilms ist der Zombiefilm. Diese Art des Horrorfilms arbeitet mit einer Urangst der Menschheit und dem Tod/Zerfall des menschlichen Körpers sowie der Rückkehr der Verstorbenen in den Kreis der Lebenden. In Kombination mit aktuellen politischen und gesellschaftlichen Themen wird diese schrecklich, faszinierende Angst immer wieder neu aufgearbeitet. Im heutigen Beitrag möchte ich euch in die Geschichte dieses alten Subgenres mitnehmen und die diversen Untergruppen näherbringen.


Lasst uns zuerst die beiden grundlegenden Ausrichtungen des Horrorfilms beleuchtet und wie sich der Zombiefilm einfügt. Primär arbeiten Horrorfilme mit zwei Arten der Bedrohung:

  1. Der Horror endet mit dem biologischen Tod der Bedrohung: Dies betrifft beispielsweise Tierhorrorfilme oder Hybriden mit Thriller-Elementen.
  2. Der Horror beginnt mit dem biologischen Tod der Bedrohung: Dies betrifft Filme mit metaphysischem Ansatz wie The Grudge oder Poltergeist.

Der Zombiefilm lässt sich primär in die zweite Sparte einordnen, da besonders in frühen Zombiefilmen die Untoten durch schwarze Magie erschaffen wurden. Allerdings wurde mit der Einführung des Zombievirus quasi ein weiteres Subgenre geschaffen, und zwar der Infiziertenfilm.

Ganz simpel ausgedrückt:

Der Zombiefilm beginnt im Regelfall mit dem biologischen Tod der Bedrohung und die Zombies werden entweder durch einen Virus oder durch Magie geschaffen. Zweiteres trifft auch auf den Mumienfilm zu.


Somit haben wir geklärt was es mit dem Zombiefilm auf sich hat. Nun werfen wir einen Blick auf die sehr lange Geschichte dieses Subgenres. Für eine bessere Übersicht werden die Geschichte in Jahrzehnte einteilen!

1900 bis 1910er Jahre

Der erste „Zombiefilm“ ist auch gleichzeitig die erste Verfilmung eines Klassikers der Welt/Schauerliteratur. Frankenstein, basierend auf dem gleichnamigen Buch von Mary Shelley, ist ein 13 minütiger Film aus dem Jahr 1910. Der Film galt Jahrzehnte lang als verschollen, ein Sammler erstand 1950 eine Kopie des Films, jedoch wurde deren Existenz erst in den 70er Jahren bekannt und weitere 30 Jahre sollte es dauern, bis der Film öffentlich zugänglich wurde.

1920er Jahre

Die 20er Jahre waren die Glanzzeit des deutschen Impressionismus. In diesen schwarz-weiß Stummfilmen wurden Horror- und Science-Fiction-Elemente miteinander verschmolzen, was tote Körper zu Opfern unkontrollierbarer Wissenschaft werden ließ. Somit wird quasi an Frankenstein angeknüpft aber gleichzeitig mit sozialkritischen Themen experimentiert. Besonders Metropolis von Fritz Lang hat diese Ära stark beeinflusst und viele Elemente/Stilmittel/Kniffe etabliert die sowohl Science-Fiction als auch Horrorfilme auf Jahrzehnte beeinflusst haben. Somit wird vom klassischen Zombie abgewichen und eher eine Art „Terminator“-ähnliche Kreatur erschaffen.

Diese Ära des Zombiefilms ist mitunter eine der spannendsten, da man hier eine der wohl faszinierendsten Interpretation des Untoten geschaffen hat und gleichzeitig den Weg für andere große Filmgenres inklusive Nebengenres gelegt hat. Auch die Caligari Film dürfen nicht unerwähnt bleiben wegen des Einflusses und der ebenfalls spanenden Interpretation.

1930er Jahre

Weg von den ganzen Wissenschaftlern und hin zu einer weiteren speziellen Interpretation des Zombiefilms. In den 30er Jahren wurde das erste mal ein eher traditionelles Bild des Zombies dargestellt, indem bekannte Klischees der Vodoo Religion verwendet wurden. In dieser Zeit entstanden Filme wie White Zombie oder Ich folgte einem Zombie.

1940er Jahre

Als der Zweite Weltkrieg die Welt in Brand steckte erschienen kaum Horrorfilme, da die Realität des Krieges der wahre Horror war.

1950er Jahre

In den 50er Jahren wurden dem Genre keine neuen Akzente hinzugefügt …

1960er Jahre

… was sich bis in die späten 60er fortsetzte, dann ändert sich jedoch alles. 1968 erschien The Night of the Living Dead von George A. Romero. Dieser Film etablierte den Zombiefilm wie man ihn heute kennt. Der Zombie wurde zu einem Synonym für menschenfressenden Untoten, der im Regelfall nur dann getötet werden kann, wenn man das Gehirn irreparabel beschädigt.

1970er Jahre

Nach dem gigantischen Hype von Night of the Living Dead wurden Zombies grundlegend verändert. Die Untoten entstanden nur mehr selten durch Magie, sondern öfters durch atomare Katastrophen, biologische/chemische Unfälle oder durch menschliches Versagen.

Im Jahr 1978 entstand George A. Romeros Klassiker Zombie (Dawn of the Dead), der einen gigantischen Boom um das Subgenre Zombiefilm auslöste, aber leider der letzte genredefinierende Film von Meister Romero sein sollte.

1980er Jahre

Die 80er Jahre waren zahlreichen Horrorkomödien und/oder grotesken Zombiefilmen geprägt. Durch den exzessiven Einsatz von Splatter/Gore Szenen wurden die Filme ebenso trashig, wie sie gnadenlos überzeichnet wurden. Populäre Filme aus dieser Ära waren unter anderem Großangriff der Zombies, Ein Zombie hing am Glockenseil und Re-Animator.

Neben Filmen aus den USA waren auch spanische, mexikanische und italienische Genrevertreter häufig gesehen.

1990er Jahre

In den 90er Jahren ging das Interesse am Zombiefilm langsam aber stetig zurück. Peter Jackson (Herr der Ringe, Der Hobbit) legte mit seiner Splatter-Horror-Zombie-Komödie Brain Dead den Grundstein für eine Generation an überzeichneten Horrorkomödien.

2000er Jahre

Die 2000er richteten erneut den Fokus des Genres aus. In den Vordergrund rückten realitätsnahe Szenarien und 28 Days Later spaltete das Genre in zwei Zweige. Den Zombiefilm mit Untoten und den Infiziertenfilm mit lebenden „Zombies“. Letztgenannter Zweig erhielt mit Werken wie den [REC] Filmen und Rammbock mehr Tiefgang während die Resident Evil Reihe, Return of the Living Dead und diverse Einzelfilme den klassischen Zombiefilm bedienten.

Fido, I am Legend und Land of the Dead beschäftigten sich mit der Entwicklung einer eigenen Zivilisation der Zombies, die sich neben der unsrigen entwickelt mit eigenen Regeln und Hierarchien. Auch wenn keiner dieser Film das Genre veränderte wurde mehr Tiefgang etabliert als zuvor. Man bewegte sich im letzten Jahrzehnt weiter weg vom klassischen Gore, um weitaus mehr Tiefgang im Genre zu etablieren.

2010er Jahre

In den 2010er Jahren entstanden viele trashige Mockbuster, diverse Fortsetzungen großer Reihen und Remakes klassischer Zombiefilme aber auch TV-Serien mit Zombies wurden sehr populär. Hier seien Kingdom, The Walking Dead und Z Nation erwähnt, die quasi die Speerspitze des Genres stellen.

Mit Cabin in the Woods, Warm Bodies, The Dark, Maggie, Evil Dead (Remake/Reboot/Sequel des zeitlosen Klassikers von Sam Raimi), Train to Busan, Seoul Station und World War Z erschienen einige sehr gute sowie äußerst kreative Genrevertreter, die zwar das Genre nicht neu erfinden sich aber erfolgreich dem Trash entgegenstellen.


Langsam näher wir uns dem Ende des Beitrags. Der Zombiefilm gehört zu den interessantesten Subgenres des Horrorfilms und dieser Beitrag soll quasi als grober Überblick für dieses gigantische Subgenre dienen. Es gibt noch so viel mehr Werke, die man beleuchten kann, die eine Erwähnung verdienen oder schlichtweg Kultstatus erreicht haben, aber dies würde den begrenzten Rahmen eines solchen Beitrags sprengen. Trotz vieler mittelmäßiger bis mieser Filme kann man gerade dieser Gattung des Horrorfilms eine eigene, faszinierende Ästhetik nicht absprechen, da man in kaum einem anderen Subgenre des Horrorfilms so sehr mit der Art sowie mit dem Aussehen der Bedrohung spielen kann.

Ich hoffe, dieser Beitrag war, interessant für euch und ich bedanke mich für die Aufmerksamkeit. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Z Nation Staffel 1 | Review

Name: Z Nation
Staffeln: 4+
Episoden: 56 in 4+ Staffeln
Sender: Netflix, Amazon Video, Syfy
Genre: Horror

Die The Walking Dead Serie finde ich über weite Strecken relativ zäh (dafür liebe ich die Comicvorlage) und die Filme von The Asylum finde ich durch die Bank weg scheiße. Was passiert also wenn man The Walking Dead mit The Asylum kreuzt? Man bekommt eine etwas trashige aber äußerst kreative Zombieserie!


Seit drei Jahren tobt bereits eine globale Zombie-Apokalypse. In einem Forschungslabor in den USA schaffen es einige Forscher, darunter Marilyn Merch, einen experimentellen Impfstoff gegen das Zombie-Virus zu entwickeln. Als das Labor überrannt kann einzig der Patient und ehemalige Häftling Murphy den Angriff überleben, da er durch den Impfstoff immun gegen den Zombie-Virus ist. Ein Team von Soldaten, unter ihnen Mark Hammond, wird beauftragt Murphy nach Kalifornien zu bringen da dort ein Labor ist, in dem ein Impfstoff aus Murphys Blut hergestellt werden kann.

Nachdem Hammond bei einer verlassenen Militärbasis stirbt, übernehmen die Überlebenden Roberta, Mack, Addy, Doc, Cassandra, Tommy 10k (Zehntausend) und Sgt. Charles Garnett die Aufgabe Murphy nach Kalifornien zu bringen. Dabei erhalten sie aus der ferne Unterstützung von Citizen Z, dem letzten NSA-Mitarbeiter in der Basis Northern Light.

Unterwegs trifft die Gruppe immer wieder auf andere Überlebende, die teils freundlich, teils feindlich und dann wieder neutral gesinnt sind. Neben den Menschen sind auch die Zombies eine permanente Bedrohung, die sich auf unterschiedlichste Art bemerkbar macht.

An sich ist die Prämisse von Z Nation schon interessant, aber es sind die verschiedenen Abenteuer der Gruppe, die den großen Reiz dieser Serie ausmachen. Mal müssen Kannibalen überwunden werden, dann geht es um einen religiösen Kult oder man bedient sich gleich am eigenen Material und erschafft einen Zombie-Tornado. Die einzelnen Abenteuer dienen auch zur Entwicklung der Figuren, wobei das eigentliche Ziel der Reise, Murphy nach Kalifornien zu bringen, nie aus den Augen verloren wird.


Die Besetzung von Z Nation kann man durchaus als gelungen ansehen, was für eine Produktion von The Alysum äußerst überraschend ist. Die Schauspieler schaffen es sehr gut den Spagat zwischen Ernsthaftigkeit und der nötigen Komik zu meistern. Besonders Keith Allan als Murphy entwickelt sich bereits in der ersten Staffel sehr gut und scheint über einen besonderen Einfluss auf die Zombies zu verfügen. Im Grunde ist die Figur Murphy ein Arschloch, weckt aber an den richtigen Stellen Sympathie, wenn er sich für seine Gefährten einsetzt. Michael Welch als Mack und Anastasia Baranovs als Addy harmonieren sehr gut miteinander als Paar und haben auch die interessantesten Soloabenteuer in der Staffel. Ein Charakter der zu Beginn sehr unscheinbar auftritt aber zu einem wichtigen Teil der Gruppe wird, ist der Scharfschütze Tommy 10k, gespielt von Nat Zang.

Was die Effekte angeht, schwankt Z Nation von billig zu durchaus gelungen, hat allerdings durchgehend Charme, da die Szenarien teils wirklich ausgefallen sind und einfach mehr aus dem Setting machen als nur eine Zombie-Apokalypse. So wird die Gruppe mit teils besonderen Zombies konfrontiert oder erleben gar surreale Abenteuer, wie es bei Citizen Z in seiner einsamen Basis der Fall ist.


Alles in allem bildet die erste Staffel von Z Nation einen soliden Einstieg in die Zombie-Apokalypse und beweist das sogar ein Filmstudio mit zweifelhaftem Ruf, wie es bei The Asylum der Fall ist, eine durchaus angemessene Qualität bieten kann. Die Handlung ist interessant, die Figuren durchaus sympathisch, nur die Effekte schwanken in der Qualität aber alles in allem ist Z Nation Staffel 1 einer jener Einstiege die einen nicht mehr loslassen, wenn man sich darauf einlässt. Daher vergebe ich für Z Nation Staffel 1 die Wertung sehenswert!

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Santa Clarita Diet (Netflix Original) Staffel 2 | Review

Name: Santa Clarita Diet
Staffeln: 2
Episoden: 20 Staffeln
Sender: Netflix
Genre: Horror

Liebe, Zombies und Nazis. Was wie ein Wolfenstein Spiel klingt, ist die Zusammenfassung der zweiten Staffel von Santa Clarita Diet in drei Worten. Da dies jedoch etwas dürftig ist, gehe ich nun ins Detail.


In Staffel 1 lernten wir die Familie Hammond bestehend aus den Maklern Sheila, Joel und deren Tochter Abby kennen. Die 3 leben ein komfortables Leben, welches eine komisch-dramatische Wendung nimmt, als sich Sheila in einen Zombie verwandelt, allerdings ohne die typischen äußerlichen Merkmale anzunehmen. Nun ist die Familie auf der Suche nach einem Heilmittel und gerät von einer skurillen Situation in die Nächste.

Staffel 2 setzt dort an, wo Staffel 1 endete, die Suche nach einem Heilmittel für Sheila und dem Ursprung der Zombievizierung. Eine heiße Spur führt die Hammonds zu einem Restaurant, in dem Sheila, sowie zwei weitere ebenfalls verwandelte Personen, das gleiche Menü gegessen haben. Allerdings wird die Zeit knapp, da die Polizei bezüglich den zahlreichen, unter anderem von Sheila verspeisten, verschwundenen Personen ermittelt und unsere Protagonistin ihre Mordlust immer schwerer kontrollieren kann.

Erzählerisch setzt Staffel 2 die Grundprämisse gelungen fort, verliert sich allerdings immer wieder in Belanglosigkeiten, wie dem Verspeisen von Nazis, was der Rahmenhandlung nichts Neues hinzufügt. Dieser Nebenstrang hätte gestrafft werden müssen, um der Charakterentwicklung von Abby und Eric, dem einzigen außenstehend Eingeweihten, Platz zu machen, da hier wesentlich mehr Potential für eine Liebesgeschichte vorhanden ist, als tatsächlich genutzt wird.


Die Besetzung hat qualitativ einen Gang zugelegt und besonders die beiden Hauptcharaktere Joel & Sheila wirken interessanter, als in Staffel 1. Bei Joel, gespielt von Timothy Olyphamt, merkt man die wachsende psychische Belastung durch den schlimmer werdenden Zustand seiner Frau und sein phasenweise äußerst komisches Verhalten. Ein witziges Detail am Rande ist der ständige 3-Tage-Bart,, den Joel in Staffel 1, als sein Leben noch relativ normal war, noch nicht hatte.

Drew Barrymore hat sich in die Rolle der zombievizierten Mutter hervorragend eingelebt und schwankt zwischen kraftvoller Powerfrau, besorgter Mutter und Monster. Dabei sorgt gerade dieses Verhalten für viele der makabren Szenen.

Abgerundet wird das Quartett durch Abby, gespielt von Liv Hewson und Eric, gespielt von Skyler Gisondo. Erstgenannte leidet unter dem Problem ihrer Mutter noch schlimmer, da sie sich stark vernachlässigt fühlt, aber selbiger nicht helfen will. Sie übernimmt in der zweiten Staffel die Rolle der tragischen Figur, da Joel zwar ebenfalls leidet, dies aber anders darstellt. Die Figur des Eric ist einer der Sympathieträger und der klassische Nerd, der allerdings durch umfangreiches Wissen viel beiträgt. Er hat sich kaum weiterentwickelt in Staffel 2, aber Ansätze sind für eine grundlegende Veränderung in einer möglichen dritten Staffel.

Der Gewaltgrad und der Humor sind zugunsten der Rahmenhandlung etwas zurückgeschraubt worden, was allerdings kein wirkliches Problem darstellt.


Zusammengefasst steht Staffel 2 der ersten Season in nichts nach. Eine gewisse Charakterentwicklung ist vorhanden, die Geschichte sowie die Zombievizierung werden weiter vertieft und allen voran kreativ erklärt. Dafür musste die Gewalt und der Humor etwas weichen, was allerdings verschmerzbar ist.

Daher vergebe ich für Santa Clarita Diet Staffel 2 das Prädikat sehenswert, allerdings hoffe ich auf einen krönenden Abschluss, in der hoffentlich kommenden dritten Staffel, da ich nicht glaube, dass diese Serie auf lange Sicht funktionieren wird.

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!